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am 2. August 2015
Diese CD ersetzt die vorhandene Langspielplatte. Ein Klassiker der Stones ..Deshalb ein guter Kauf bei Amazon..Mehr nicht ..Soweit so gut
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am 17. Juni 2001
Ein typisches Stones-Album der zweiten Garnitur, und das nicht mal im schlechtesten Sinne! Anfang der Siebziger war aus den Stones erst mal die Luft raus und das hört man besonders auf "Exile On Main Street", wo es zwar von halbgaren Ideen nur so wimmelt, aber zu keinem Zeitpunkt wirkliches Niveau erreicht wird. Dies ist auf dem Nachfolger "Goat`s Head Soup" zwar erfreulicherweise anders, jedoch haben die Stones hier insgesamt auch noch nicht wieder richtig zu sich selbst gefunden. Zu sehr spiegelt der keyboardslastige Bombastsound die Sattheit und Dekadenz wieder, zu bemüht ist in "Dancing with Mr.D" der Versuch hörbar, mit gekünstelter Bosartigkeit zu provozieren. Wenn man sich dessen bewußt ist und vorausgegangene Meisterwerke wie "Beggar`s Banquet" oder "Sticky Fingers" mal außer Acht lässt, dann sind "100 Years Ago" "Coming Down Again" und "Winter" allerdings recht gelungene Balladen und "Heartbreaker" ein ziemlich mitreissender Knaller trotz unglaubwürdig sozialkritischem Text. Der "Silver Train" schlufft mir ein wenig zu gemächlich dahin und bei der Frage "Can You Hear The Music" muß ich leider mit "Nein" antworten. "Star Star" (alias "Starfucker") ist für mich Rock`n`Roll-Duzendware und "Angie" Geschmackssache. Ich habe es trotz der Schmalzigkeit immer sehr gemocht, verstehe aber auch die Vorbehalte anderer gegen diesen Welterfolg. Bleibt unterm Strich ein teilweise nettes Plättchen, bei dem mit unterschiedlichen Resultaten versucht wurde aus dem damaligen Siechtum des Rock`n`Roll noch etwas herauszuholen. Erst als sich die Stones im folgenden Jahr (1974) rückhaltslos auf reines Entertainment bezogen, gelang Ihnen mit "It`s Only Rock`n`Roll" wieder ein herausragendes Werk.
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am 16. November 2001
Immer wieder zu Unrecht kritisiert markiert Goats Head Soup das Ende der 5jährigen Top-Phase der Rolling Stones. Eigentlich waren die Stones nur zwischen 1968 (Beggars Banquet) und eben 1973 richtig klasse. Und Goats Head Soup ist der mega-dekadente Endpunkt dieser Phase. Irgendwie lahmarschig, irgendwie dunkel, irgendwie überheblich. Und gerade deswegen echt funny. Mit ein paar der besten Stones-Songs schlechthin: Heartbreaker, Winter oder Coming-Down-Again-Keith! Sozusagen die posthume Zugabe auf dem Altamont Speedway.
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am 4. August 2008
also dafür, dass

der sänger zu dieser zeit mit heiraten, scheidenlassen und teureszeugskaufen ausgelastet war;
der gitarrist und kreative kopf unterhaltungschemikalisch weitgehend stillgelegt war;
die anderen bandmitglieder ebenfalls mehr oder weniger neben sich standen;
die internen spannungen hoch waren;
und sich dieses album im kontrast zu den klassikern "beggar's banquet", "led it bleed", "sticky fingers" und "exile" überleben musste;

ist es sogar sensationell gut.

das album markiert das ende einer ära. die stones wurden jetzt opfer ihrer eigenen größe, von der eigenen schwerkraft zu boden gezogen. dieses album ist zu unentschlossen, wirkt manchmal halbfertig, der sound ist verwaschen, aber es hat hinreißende momente. es ist das porträt einer band, die auch in einer phase des niedergangs noch zu kreativen spitzenleistungen fähig ist. bemerkenswert: es sind gerade die gastbeiträge (zb von billy preston oder bobby keys), die die musik vorantreiben.

"dancing with mr. d" ist ein spannender, funkinfizierter rocker, aber das lied nimmt ständig die falschen abzweigungen, verfährt sich. der text, eine art fortsetzung von "sympathy for the devil", wirkt kokett und lächerlich, wo das original bedrohlich und mysteriös ist. "100 years ago" brodelt und kocht, die suppe wird aber irgendwie nie fertig. "coming down again" dagegen berührt: keith singt über sich selbst.

"doo doo..." ist ein aufregender funkrock-fetzer, mick tippt eher unseriös als ernsthaft ein paar sozialkritische themen an, die gitarren rasen, der sound ist verschwommen, aber dicht - vermutlich der stärkste track des albums.

"angie" ist "angie" ist "angie". was soll man dazu sagen? love it or leave it. "silver train" ist ein komischer blues-boogie, der song klingt wie ein outtake von "exile". auch "hide your love" hat diesen work-in-progress-artigen charme. "winter" ist eine tieftraurige, großartige ballade, einer der interessantesten songs im ganzen repertoire der stones, komischerweise völlig übersehen. ich find das lied stärker als "angie".

"can't you hear the music" ist seltsam, unfertig, verführerisch, aber auch halbgar. und "star star" ist halt netter rock'n' roll mit dem viel diskutierten text über groupies und steve mcqueens unterleib. damals ein skandal, heute fast ein bisschen lächerlich.

fazit: eine kampfplatte. man muss immer wieder um sie ringen, aber wenn sie sich ergibt, hat man eine gute zeit.
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am 12. November 2002
Dass die Rolling Stones musikalisch nicht viel zu bieten
haben, ist klar - aber der eigenwillige "Ton" macht hier die
Musik. Bekanntlich kletterte L. Bernstein bei einem Konzert
der Stones im Madison Square Garden, ich meine 1969, hinter
einen Lautsprecher um die Qualitäten dieser Musik besser
studieren zu können, und dies sicherlich nicht nur als
Attitude eines Folkloreinteressierten. Die CD bringt
musikalisch wirklich nichts Interessantes, weder rhythmisch
noch tonal ist irgendetwas Originelles zu hören. Stattdessen
liegt ihre Qualität darin, dass sie das damalige Lebensgefühl,
soweit es mir noch in Erinnerung ist, bestens auf den Punkt
bringt: den klassischen, etwas verschärften Rock n Roll in
"Star Star", die Liebensromantik a la "Love Story" in "Angie,
den primitiven Horror- und Gruselrock a la Alice Cooper etc.
in "Dancing with mit Mr. D.", den Drogenmythos in "Heartbreaker"
etc. etc. Das vielleicht gelungenste Stück ist "Winter", das
trotz des schwachen Textes einen gewissen Zauber entfaltet, der
weit über den üblichen Chrismas-Rock hinausgeht. Kurz: Historisch
wertvoll!!!
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TOP 1000 REZENSENTam 4. September 2012
Die Ziegenkopfsuppe war gar kein schlechtes Album, aber von einer Band die hintereinander 4 Meisterwerke rausgehauen hatte, hatten sich die Kritiker halt damals mehr erwartet. Bei genauerem Hinhören bemerkt man aber dann schon wie großartig - und vor allem soundmäßig dicht, diese Scheibe ist.

Auffällig hier - viele der tracks klingen irgendwie nach (allerdings guten) Überbleibsel der vorangegangen Alben. ,Dancing with Mr. D.` hätte auch von Sticky Fingers sein können, das räudige Blues ,Hide Your Love` wäre auf Exile gut aufgehoben gewesen, genauso wie das country-infizierte ,100 Years Ago` (das im Übrigen am Ende ganz höllisch groovt).

Ein Riesenerfolg wurde die Scheibe (No.1 in US u. UK) vor allem wohl dank des Überhits ,Angie`. Das ist zwar sicher mittlerweile abgenutzt, gehört aber immer noch zu den zartesten Stones Songs ever. Die zweite - eigentlich fast bessere Schnulze hier - ,Coming Down` überrascht mit einem Jagger/Richards Duett und das gab's in dieser Form ja nicht gerade oft bei den Steinen.

Der Abräumer dieser Scheibe ist aber ,Heartbreaker`, das ohne Billy Preston's Clavinett Hook natürlich nie so überzeugend ausgefallen wäre und Mick Taylor's Wah Wah Gitarre ist wohl genauso wichtig für einen der schwärzesten track den die Band je eingespielt hat.
,Star Star` wird wohl auf ewig Keif's berühmtester track sein - vor allen wg. der vielleicht eindeutigsten Chuck Berry Referenz aller Stones songs. Eigenartig ist nur, dass er die lead vocals damals nicht selbst sang.

Das schönste aber an ,Goats Head Soup` ist wie kompakt die Band hier klingt - so als ob Taylor eh schon seit 10 Jahren dabei gewesen wäre, wodurch selbst durschnittliche Kompositionen wie ,Silver Train` einen unglaublichen Drive und eine tolle Dynamik entwickeln . Gerade diese Platte legte die Messlatte für Taylor's späteren Ersatz Ron Wood sehr hoch - herrlich Taylor's Slide Parts auf dieser LP.

Und natürlich muss man auch Jimmy Miller wieder hervorheben; egal ob er diesem song nun Bläser hinzufügte, oder bei jenem geschmackvolle Streicher - Miller machte damals eigentlich alles soo richtig und holte aus allen songs das Maximum heraus.

Also - auch wenn ,Goats Head Soup` eine gemischt Angelegenheit sein mag - Spass macht die Scheibe immer noch und einen wirklichen Masterplan für ein ganzes Album hatten die Stones wohl ohnehin nie, wozu auch? Wenn am Ende dann solch` schöne Songsammlungen entstanden....
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am 18. Februar 2012
Wer die ab "Sticky Fingers" (1971) erschienenen Alben der Rolling Stones in bestmöglicher Soundqualität hören will, der muss richtig tief in die Kasse greifen. Die von Universal Music seit einiger Zeit veröffentlichten SHM-SACDs erscheinen nur in Japan und sind daher hierzulande leider nur zu teuren Importpreisen erhältlich.
Dank der DSD-Transfers von den originalen Masterbändern lassen sich die altbekannten Stones-Alben jetzt ganz neu erleben. Der Mehrgewinn an Transparenz, Dynamik und auch räumlicher Breite gegenüber den "normalen" CD-Versionen ist unüberhörbar bis spektakulär. Meine anfängliche Skepsis ob der zu berappenden Investitionssumme für diese SHM-SACDs ist nachhaltiger Begeisterung gewichen!

Diese SHM-SACD-Reihe umfasst aktuell alle Studio- und Live-Alben der Rolling Stones von "Sticky Fingers" bis "Dirty Work", weitere Alben werden wohl noch (hoffentlich!) folgen.

Obacht: diese SHM-SACDs sind keine Hybrid-Scheiben und daher nur auf einem SACD-Player abspielbar.
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am 29. Dezember 2005
Im allgemeinen wird dieses Album als der "Beginn der musikalischen Abstiegs der Stones" gesehen. Warum dies so ist, habe ich allerdings nie verstanden. "Goats Head Soup" ist meiner Meinung nach das musikalisch abwechslungsreichste Album der Stones und begeistert mich nachwievor. Zu den einzelnen Nummern

1) Dancing with Mr. D: naja, diese Nummer ist zugegebeneremaßen recht schwach. Irgendwie düfte man da das Thema von "Sympathy for the Devil" nochmals aufgegriffen haben, wobei aber Melodie und Text banal und langweilig sind.

2) 100 years ago: Fantastische Nummer! Die Nummer steigert sich allmählich von einem behäbigen "Mary and I, we would sit upon a gate - Just gazin' at some dragon in the sky" zu einem "You're gonna kiss and say good-bye, oh Lord, I warn you" unterlegt von Taylors Gitarrenspiel und förmlich gepfaucht von Jagger.

3) Coming down again: Richards ist diesmal dran und überrascht mit "richtigem", einfühlsamen Gesang. Ich mag die Stimmung des Songs und die recht einfache, aber schön getragene Melodie

4) Doo Doo Heartbreaker: gut strukturierter, von Bläsern getragene Rocksong von Jagger perfekt rübergebracht. Fetzt!

5) Angie: immer schon ein "umstrittener" Stones-Song. Den Hardcore-Fans ist er zu schmalzig. Diejenigen, die "Angie" mögen, mögen oft nicht die typische Stonesmusik - ich finde, daß der Song einfach eine nette, melodiöse Pop-Nummer hat

6) Silver Train: sticht nicht hervor und stört nicht

7)Hide your love: Ich glaube auf dieser Nummer spiele Jagger selbst Piano - ebenfalls unter der Rubrik: sticht nicht hervor und stört nicht

8) Winter: ich denke ich bin einer der wenigen Stones-Fans der Winter zu seinen Favorites zählt....jedenfalls kenne ich kaum einen Song mit einer solch dichten, eigenen Atmosphäre. Das Gitarrenspiel ist einzigartig und ich finde ihn absolut nicht kitschig. "Winter" lebt ebenfalls von Taylors Gitarrenspiel und Jaggers etwas melancholischem Gesang

9)Can you hear the music: klingt irgendwie psychodelisch mit seltsamen Flöten. Ich nehme stark an, daß beim Abmischen der Nummer nicht nur reine Kreativität im Spiel war.

10) Star Star: ein Klassiker, der wohl die Formel "Sex&Drugs&RockŽn Roll" perfekt wiedergibt. Der Song ist simpel aufgebaut, aber er lebt von Jaggers vollmundigem "Yeah! You're a star fucker, star fucker, star fucker, star fucker, star

Yeah, a star fucker, star fucker, star fucker...." - halt ein Klassiker!

Alles in allem 4 Sterne, weil das Album auch einige Schwächen hat. Wer aber eine abwechslungsreiche Stones-Platte haben will, ist mit "Goats Head Soup" gut beraten.
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am 11. Oktober 2006
Nach ihrer absoluten Hochphase mit Mörderalben wie "Beggars Banquet", "Let it Bleed" oder "Exile on Main Street" (die jeweils ca. 200 von fünf möglichen Sternen verdient haben) kehrten die Stones mit "Goats Head Soup" 1973 musikalisch wieder auf die Erde zurück. Man muss das Album schon mögen wollen und ein bisschen Geduld damit haben, denn es erschließt sich nicht beim ersten und auch nicht beim dritten Hören; aber es lohnt sich. Stücke wie "Heartbreaker" (das vor allem), "Hide your love", "100 years ago" und - ja! - auch "Angie", eigentlich fast alle Songs (außer "Star Star") brauchen den Vergleich mit anderen Stones-Stücken nicht scheuen. Hinzu kommt, dass die Burschen damals mit Mick Taylor ihren besten Gitarristen hatten, und der verpasst manchem Rohdiamanten noch seinen besonderen Schliff. Fazit: Absolut hörenswert, aber natürlich kein Vergleich zu den Vorgängeralben.
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VINE-PRODUKTTESTERam 19. Mai 2009
Eins vorab: die neuen 2009er Stones-Remasters klingen wirklich etwas differenzierter als die '94er Auflage (mit der ich auch schon gut leben konnte) - erstaunlich, was aus den Bändern noch alles rauszuholen ist. Auf der anderen Seite sind die Songs nun noch stärker komprimiert als bisher, was okay sein mag beim Autofahren oder im Fitnessstudio, aber zu Lasten der Dynamik geht. Geschmackssache. Bei dieser Ausgabe fällt Star Star auf, das mir von den US-Bändern übernommen zu sein scheint. Ich hatte immer von einer für die US-LP zensierten Version gelesen, und der "John Wayne" in der Zeile "I'm makin' bets that you gonn' get John Wayne before he dies" wurde leicht, vor allem aber wurde die Zeile "I bet you keep your pu**y clean" deutlich hörbar verfremdet (was den Fokus natürlich umso mehr auf diese Zeile lenkt) - CD-Premiere!

Ihr Status als Steuerflüchtlinge hatte die Stones '71 für die Aufnahmen zu "Exile on Main St" nach Frankreich geführt und Ende '72 für "Goat's Head Soup", das letzte von Jimmy Miller produzierte Stones-Album (und das letzte für lange Zeit, auf dem die Bläsersätze eine feste Größe waren), nach Jamaika. Auf den Vorwurf hin, die Qualität der Stones-Songs ließe langsam nach, räumte Keith später ein, es sei auch schwer, gute Songs zu schreiben, wenn der Songschreibepartner (anders als in den Sechzigern) den größten Teil des Jahres in einem anderen Land verbringe.

Jahrelang empfand ich den Sound des Albums als etwas muffig und manche Songs als leicht unfertig; mit der Zeit hat "Goat's Head Soup" bei mir aber einen Reifeprozess durchlaufen und ist gewachsen. Exemplarisch dafür steht Keiths sehr persönliches Coming down again, das ich früher eher langatmig fand, wenig Text und viel Leerlauf; mittlerweile finde ich es sehr atmosphärisch und genieße jede Sekunde, besonders Bobby Keys' Saxophon-Passagen.

Winter ist eine weitere atmosphärische Stones-Ballade, die sich mit der Zeit so richtig entfaltet. Das abgefahrene, leicht psychedelisch anmutende Can you hear the Music hätte ich mir auch gut auf "Their Satanic Majesties" vorstellen können.

War Sympathy for the Devil beunruhigend und bedrohlich und haben sich Mick und Keith Ende der Sechziger wirklich für Okkultismus interessiert, wirkt Dancing with Mr. D. eher wie eine Pose, wie ein müder, etwas statischer Abklatsch davon; mehr als ein billiger Gruselschocker mit Glam-Rock-Schick ist trotz Schreien aus dem Hintergrund nicht dabei herausgekommen. (Funktionierte live besser.) Vielleicht brauchten die Stones eine Erklärung für den Albumtitel; "Ziegenbockkopf-Suppe" (auf dem beigefügten widerlichen Foto entsprechend illustriert) soll irgendwas mit einem auf Jamaika praktizierten Voodoo-Ritual zu tun haben.

100 Years ago besteht aus zwei Teilen und hat Feuer, auch wenn der Song fertig ist, bevor er richtig gar ist; Mick Taylor bekommt hier, wie auf dem ganzen Album, erfreulich viel Spielraum. Mick Jagger scheint sich die Zeile "don't you think it's sometimes wise not to grow old" Jahrzehnte später zum Lebensmotto erkoren zu haben.

Angie, eine der erfolgreichsten Stones-Singles (UK Nr. 2, US Nr. 1) liebe ich, seit ich es zuerst im Radio hörte. Ich kann verstehen, wenn Leute es kitschig finden; ich würde es wohlwollend als "Edelkitsch" bezeichnen - vielleicht, weil Mick Jagger mir das Gefühl gibt, dass er hier zur Abwechslung mal mit echtem Gefühl über eine reale Person singt (ob es Angela Bowie war, sei dahingestellt). Lenny Kravitz stellte ganz richtig fest, dass Mick weder vorher noch nachher mit solcher Intonation gesungen hat. Bei genauem Hinhören hört man ihn auf dem linken Kanal im Hintergrund zu Keiths Akustikgitarre mitsingen. (Seit "Stripped" spielen die Stones live eine um eine Dreiviertelminute gestraffte Fassung.)

Die B-Seite von Angie, Silver Train, soll wohl daran erinnern, dass die Stones auch Bluesrock können, viel passiert nicht; diesmal hätten sie aus den drei Akkorden etwas mehr rausholen können. Johnny Winter hat's besser gemacht. Hide your Love klingt ein wenig, als hätten die Stones ein Jagger-Piano-Demo nachträglich mit Bandbegleitung unterlegt; ich mag den rumpelnden Charme.

Die andere Single war Heartbreaker, das (trotz des etwas pseudo-sozialkritischen Textes) nicht zuletzt dank Billy Prestons Tastenarbeit (der auf diesem Album ebenfalls viel Spielraum bekommt, ebenso wie Nicky Hopkins am Piano) eine düstere Atmosphäre erzeugt. Auf Bootlegs aus den Siebzigern klingt es aufregender als auf dem Album; heutige Liveversionen sind zu zahm (s. z.B. "Four Flicks"-DVD.)

Den Gute-Laune-Boogie Star Star, mit seinem über den Stereokanal gezogenen Chuck Berry-Intro und dem augenzwinkernden Text über Groupies, werde ich immer lieben. Der nötige Humor, das Lied unter seinem Originaltitel Starfucker zu veröffentlichen, fehlte damals der Plattenfirma ebenso wie den Sendern, es im Radio zu spielen. Jagger kommentierte den Text später, das sei eben das, was er erlebe, und darüber könne er auch genauso gut schreiben.

Through the lonely Nights, ein Outtake aus diesen Sessions, erschien ein Jahr später als B-Seite von It's only Rock'n'Roll und ist mittlerweile auf "Rarities 1971-2003" zu finden.

An der Covergestaltung fand ich immer schade, dass die Stones meinten, Mick Jaggers Gesicht als alleiniges Aushängeschild verwenden zu müssen; immerhin ist Keith (samt seinem restaurierungsbedürftigen Gebiss) auf der Rückseite (so wie später nochmal auf "TATTOO YOU") und die Band in der Mitte des Klappcovers abgebildet. Es lohnt sich, dem Album etwas Zeit zum Kennenlernen zu geben. Laut Bill Wyman (in "Rolling with the Stones") soll es sogar das viertbestverkaufte im Stones-Katalog sein! Mir persönlich gefällt es besser als "Exile on Main Street", auch wenn ich damit wohl ziemlich allein stehe.
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