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VINE-PRODUKTTESTERam 31. Juli 2008
"Komt, erhebt euer Glas ..." auf das dritte Album der symphatischen Hamburger Band. Ich habe lange Zeit überlegt, ob ich die volle Punktzahl geben kann. "Sylt" klingt wie Kettcar eben klingen. Sie haben im Grunde genommen alles richtig gemacht. Und doch fehlt so der letzte Funke, der noch überspringen muss. Doch bei den beiden Vorgängeralben ging es mir nicht anders. Ich habe lange Zeit gebraucht, um überhaupt einen Zugang zu Kettcar zu finden.
Schon der Albumtitel ließ es ob seiner ungewöhnlichen Kürze des Namens aufhorchen. Es hat sich einiges getan, aber bei vielen Bands scheint mittlerweile das dritte Album das schwierige zu werden (siehe Coldply, Goldfrapp). Textlich trifft die Band voll den Zahn der Zeit. Und das so sehr, dass es manchmal schmerzt. Sagen doch schon die Songtitel wie "Nullnummernspiel" oder "Geringfügig, befristet, raus" eigentlich schon alles. Textbeispiele hier aufzuführen wäre mühselig. Dann komme ich garnicht zum Ende. Kettcar haben ein zweites Balu vermieden (gut so). Doch "Am Tisch" kommt dem balladesken näher, aber der Text ist so richtig der Hammer. "Ein Toast....", nein, hier geht es nicht um die Rocky Horror Picture Show. Hier geht es um mehr und allein dieses Titels wegen haben Kettcar die volle Punktzahl verdient.
Musikalisch geht es eher zurück in die alte Zeit. Aufregend Neues gibt es nicht, aber will man das bei Kettcar? Sie klingen ein wenig härter, aber damit passen sie sich ihren Texten und der Zeit an, die sie beschreiben. Sie sind eben noch nicht weichgespült. Und so sollte es bleiben.
Irgendwann werde ich "Sylt" ebenso mögen wie die Vorgänger. Kettcar sind nicht massentauglich. Aber ihr Geld allemale wert.
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am 6. Mai 2008
So nun ist Sylt also da und wie ist es fragt man mich? Na ja es ist nicht einfach diese Frage zu beantworten. Wenn man die anderen beiden Platten von Kettcar kennt, ist Sylt eine CD geschrieben von einem zornigen Mann der mit der Welt abrechnet und das mit jedem Lied. War man auf der ersten CD auf der Suche, auf der zweiten verliebt melancholisch, ist man bei Sylt wütend und zornig. Das zeigt sich sehr schön in dem Lied "Wir müssen das nicht tun" Kettcar schaffen es die Chronologie eines Streits oder Trennung auf den Punkt zu bringen.

Aber andererseits ist auch alles wie immer. Eine Band die sein möchte wie sie will. Kettcar bleiben nun mal Kettcar kein einfacher Nachmacher der letzten CD sondern eine gelungene Weiterentwicklung. Lieder wie "Fake for Real", "Am Tisch" und "Verraten" sind einfach Befindlichkeitsfixiert und habe Gänsehautgarantie. Aber wie sagen Kettcar so schön "Wir werden nie enttäuscht werden", wir auch nicht.
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am 22. April 2008
Wohl jeder Kettcar-Fan hat sehnsüchtig auf das neue Album der gefühlvollen, intelligenten, nachdenklichen, aber kraftvollen Band aus Hamburg gewartet. Drei Jahre nach Erscheinen des Albums "Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen" veröffentlichen die Jungs um Marcus Wiebusch ihre dritte Platte.

Haben sich Kettcar geändert? Ja. Hat die Band krampfhaft versucht, Folgeversionen von "Balu" oder "48 Stunden", "Volle Distanz" oder "Balkon gegenüber" zu schreiben? Nein! Und so kann es sein, dass sich einige, die sich in diesen exzellenten Songs melancholisch und wohlig aufgehoben gefunden haben, das Album nach eben diesen Folgeversionen durchsuchen und zunächst enttäuscht sind. Das Dümmste wäre allerdings, Sylt danach in den CD-Schrank zu stellen und verstauben zu lassen. Wer so denkt, braucht kein neues Kettcar-Album. Wer "Balu" hören will, soll "Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen" einlegen und nicht "Sylt".

Das Thema des neuen Albums ist die Auseinandersetzung mit den Härten des Lebens, in dem man fürchtet, angekommen zu sein, weniger die Ambivalenzen des Aufbruchs in selbiges oder die Licht- und Schattenseiten der Liebe. Insofern ist "Sylt" dunkler, läd ein zur Trauerarbeit und stellt doch fest "Wir werden nie enttäuscht werden".

Musikalisch bleibt ein unverkennbarer Kettcar-Sound erhalten, obwohl insgesamt der Eindruck entsteht, dass entsprechend der thematischen Ausrichtung von "Sylt" das Harmonische und das Ruhige der letzten Platte einer größeren Unruhe und Aggressivität weichen mussten (ausgenommen "Am Tisch"). Aber wenn bei "Wir müssen das nicht tun" die Gitarre ansetzt, hört man sofort "Kettcar", ähnlich verhält es sich mit "Kein aussen mehr".

Das absolute Highlight der Platte ist aber "Fake for Real". Ein Stück, dass sich mit der Ausbreitung der Angst in unserer Gesellschaft auseinandersetzt. Die Bedrohungen unserer Zeit (beispielhaft Terrorismus und Arbeitsplatzverlust und folgende Perspektivlosigkeit) legen einen "Sessel im Keller" nahe. Kettcar schlagen etwas anderes vor: "Dein Herz reißt sich zusammen. Weil es manchmal egal ist, ob man jetzt wirklich, wirklich mutig ist oder nur tut als ob" ist ein Aufruf dazu, die Angst zwar anzuerkennen, sich aber ihr nicht völlig auszuliefern.

Wer es melancholischer und ruhiger mag, hört in "Am Tisch" hinein. Tuba und Trompete sorgen für eine traurig-schöne Grundierung des Liedes, dass durch einen Refrain ergänzt wird, der das Aufgeben nahelegt und dennoch auch Gelassenheit ausstrahlt: "Ein Toast auf das Leben, seine Lügen, und wie wir uns zeitlebens abmühen, für nichts, und gar nichts". Schön ist außerdem, dass Niels Frevert ungefähr bei der Hälfte des Songs durch den Gesang das Lied übernimmt.

Mit mehr Energie warten "Nullsummenspiel", "Kein aussen mehr" und "Geringfügig, befristet, raus" auf, die ebenfalls gesellschaftskritischer sind als viele der vorherigen Kettcar-Tracks.

Alles in Allem bleibt ein außergewöhnlicher Beitrag zur deutschen Musikszene, der viel mehr Aufmerksamkeit verdiente als alle Julis, Helden oder Madsen dieser Republik. Letztlich sind Kettcar aber wohl zu komplex, manchmal zu kompliziert und immer etwas zu mutig für die breite Pop-Welt. Vielleicht sollte man sagen: Zum Glück.
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am 9. Mai 2008
So, nun habe ich "Sylt" sicher an die 20x gehört. Wie auch die beiden Vorgänger ist es ein Album, das man mehrmals hören muss, in das man sich hineinleben und hineindenken muss... kein einfaches Album, nichts zum einlegen und lossummen. "Anstrengend" sind sie wieder, die Jungs. Man muss sich schon Mühe geben und sich mit ihrer Musik auseinandersetzen... aber plötzlich macht es "Klick" und man hat das Gefühl dabei zu sein. Die Songs sind im Ohr, im Gehirn und im Herz angekommen. Man summt die Melodie mit und denkt gleichzeitig über die im Text beschriebenen Situationen nach.
Inzwischen ist bei einigen Liedern das bekannte Kettcar-Feeling aufgekommen. Erst nach mehrmaligem Hören erkennt man die Genialität, die Hintergründigkeit der Texte, und auch die teilweise perfekt dazu passende Musik.
Songs, die ich inzwischen immer wieder und wieder anspiele, und die mir mit jedem Hören besser gefallen sind z.B. das tiefmelancholische "Am Tisch", grandios inszeniert mit Trompenten ("Ein Toast... auf das Leben... das Glück... nur ich... ich komm nicht mehr mit... mit dem Leben... dem Glück...") ... oder das mitreissende "Wir müssen das nicht tun". Beim 1. Hören ein "lustiges" Mitsinglied... beim 2. und 3. Hören merkt man plötzlich worum's wirklich geht ("...und dann der eine schweigt... der andre weint... und beiden tut es leid...").... Typisch Kettcar eben, bei jedem Durchlauf entdeckt man neue Deutungsmöglichkeiten in den Texten.
Alles in allem also schon ein typisches Kettcar-Album. Für mich haben sie sich hauptsächlich textlich weiterentwickelt. War im 1. Album noch viel jugendlicher Überschwang zu erkennen (egal ob bei der Liebe, den Freunden,...), gab es im 2. Album mehr zur Ruhe kommen, verliebt sein, ein Leben aufbauen ... und jetzt im 3. Album eine etwas melancholische Resignation bezügl. des Alltags im Leben eines Enddreißigers...
Einen Stern Abzug gibt es, weil mich ein paar Lieder immer noch nicht so völlig überzeugen, so ganz und gar mitreissen - weil der Gesang z.T. LEIDER wirklich etwas genuschelt rüberkommt (sehr schade, gerade bei diesen genialen Texten!) - und weil für mich auch Sylt nicht ganz an "Du und wie viel von deinen Freunden" herankommt, das für mich nach wie vor das beste Kettcar-Album ist (und wohl auch bleiben wird?).
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am 7. Oktober 2016
-Sylt- konnte 2008 nicht alle Kettcar-Fans überzeugen. Warum? Ich weiß es nicht. Das Album ist mit Herz und Seele Kettcar. Marcus Wiebusch und Co. haben das gemacht, was sie können. Clevere Texte, rockige Sounds, hier und da eine nachdenkliche Ballade. Wer Marcus Wiebusch kennt, der weiß, dass dieser Mann für die Musik lebt. Jedes Kettcar-Album versinnbildlicht das. Nach den ersten beiden Erfolgsalben der Hamburger Band hatte -Sylt- es nicht einfach. Doch sich verbiegen, verändern oder dem Geschmack anderer nachzufolgen, dass ist kein Kettcar Ding. Insofern: Wer die Band mag, der sollte mit –Sylt- ganz schnell seinen Frieden schließen können. Es gibt heute zwar jede Menge mehr deutsche Bands als 2008, aber Alben mit dieser Qualität gibt es weniger. Leider…

Anspieltipps: Fast schon punkig strömt -Wir werden nie enttäuscht werden- aus den Boxen. Natürlich unterlegt mit einem Hammertext. Das komplette Gegenteil davon, und ein „Kettcar-Fingerabdruck“ sondergleichen ist -Am Tisch-. Wunderbare Worte, ein bisschen Gitarrengeklimper und dann diese verlorene Trompete. Der helle Wahnsinn. -Graceland- rockt und poppt sich vom Anfang zum Ende. Ein ganz starker Song ist -Kein Außen mehr-. Schnell, ehrlich und gerade zugleich. Das Kettcar Songs auch immer erzählte Geschichten sind, kann man bei -Verraten- hören. Das -Nullsummenspiel- rockt bei Live-Konzerten ganz sicher jeden Saal. Das durfte ich persönlich schon erleben.

Also: Lass sie mal wieder alle reden und schreiben was sie wollen. Kettcar ist sich treu geblieben. Auf allen vier Alben wird die Hamburger Schule von Marcus Wiebusch und Co. begnadet zelebriert. Das darf man von mir aus auch anders sehen, aber ich sehe es genau so. Für mich war und ist Kettcar noch immer ein Stück Lebensphilosophie. -Sylt- verbreitet diese Philosophie ganz vorbildlich. In diesem Sinne: Erhebt euer Glas!
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am 22. April 2008
Wohl jeder Kettcar-Fan hat sehnsüchtig auf das neue Album der gefühlvollen, intelligenten, nachdenklichen, aber kraftvollen Band aus Hamburg gewartet. Drei Jahre nach Erscheinen des Albums "Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen" veröffentlichen die Jungs um Marcus Wiebusch ihre dritte Platte.

Haben sich Kettcar geändert? Ja. Hat die Band krampfhaft versucht, Folgeversionen von "Balu" oder "48 Stunden", "Volle Distanz" oder "Balkon gegenüber" zu schreiben? Nein! Und so kann es sein, dass sich einige, die sich in diesen exzellenten Songs melancholisch und wohlig aufgehoben gefunden haben, das Album nach eben diesen Folgeversionen durchsuchen und zunächst enttäuscht sind. Das Dümmste wäre allerdings, Sylt danach in den CD-Schrank zu stellen und verstauben zu lassen. Wer so denkt, braucht kein neues Kettcar-Album. Wer "Balu" hören will, soll "Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen" einlegen und nicht "Sylt".

Das Thema des neuen Albums ist die Auseinandersetzung mit den Härten des Lebens, in dem man fürchtet, angekommen zu sein, weniger die Ambivalenzen des Aufbruchs in selbiges oder die Licht- und Schattenseiten der Liebe. Insofern ist "Sylt" dunkler, läd ein zur Trauerarbeit und stellt doch fest "Wir werden nie enttäuscht werden".

Musikalisch bleibt ein unverkennbarer Kettcar-Sound erhalten, obwohl insgesamt der Eindruck entsteht, dass entsprechend der thematischen Ausrichtung von "Sylt" das Harmonische und das Ruhige der letzten Platte einer größeren Unruhe und Aggressivität weichen mussten (ausgenommen "Am Tisch"). Aber wenn bei "Wir müssen das nicht tun" die Gitarre ansetzt, hört man sofort "Kettcar", ähnlich verhält es sich mit "Kein aussen mehr".

Das absolute Highlight der Platte ist aber "Fake for Real". Ein Stück, dass sich mit der Ausbreitung der Angst in unserer Gesellschaft auseinandersetzt. Die Bedrohungen unserer Zeit (beispielhaft Terrorismus und Arbeitsplatzverlust und folgende Perspektivlosigkeit) legen einen "Sessel im Keller" nahe. Kettcar schlagen etwas anderes vor: "Dein Herz reißt sich zusammen. Weil es manchmal egal ist, ob man jetzt wirklich, wirklich mutig ist oder nur tut als ob" ist ein Aufruf dazu, die Angst zwar anzuerkennen, sich aber ihr nicht völlig auszuliefern.

Wer es melancholischer und ruhiger mag, hört in "Am Tisch" hinein. Tuba und Trompete sorgen für eine traurig-schöne Grundierung des Liedes, dass durch einen Refrain ergänzt wird, der das Aufgeben nahelegt und dennoch auch Gelassenheit ausstrahlt: "Ein Toast auf das Leben, seine Lügen, und wie wir uns zeitlebens abmühen, für nichts, und gar nichts". Schön ist außerdem, dass Niels Frevert ungefähr bei der Hälfte des Songs durch den Gesang das Lied übernimmt.

Mit mehr Energie warten "Nullsummenspiel", "Kein aussen mehr" und "Geringfügig, befristet, raus" auf, die ebenfalls gesellschaftskritischer sind als viele der vorherigen Kettcar-Tracks.

Alles in Allem bleibt ein außergewöhnlicher Beitrag zur deutschen Musikszene, der viel mehr Aufmerksamkeit verdiente als alle Julis, Helden oder Madsen dieser Republik. Letztlich sind Kettcar aber wohl zu komplex, manchmal zu kompliziert und immer etwas zu mutig für die breite Pop-Welt. Vielleicht sollte man sagen: Zum Glück.
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am 21. Mai 2008
Als sie angefangen haben, Songs für ihr drittes Album zu schreiben, war ihnen klar, dass diese Platte anders werden sollte. Oberste Priorität war:Der Sound sollte robuster und live klingen, sie wollten eine krachigere Produktion. Sie haben den Songs auch andere Gewänder verpasst. So kommt bei einem Stück z.B eine Tuba zum Einsatz oder hier und da wurden auch mal Claps und Geklacker unterlegt. Aber die Platte hört sich weiter nach Kettcar an. Alleine der Gesang von Marcus Wiebusch ist ja sehr charakterisch. Inhaltlich fühlt sich die Platte nicht mehr so heimelig an. Es werden jetzt unangenehme Fragen generell über das Leben aufgeworfen und Geschichten erzählt über die Verlierer unserer Gesellschaft. Da die Platte so schonungslos ist, geht sie auch deshalb so unter die Haut. Eine wirklich starke Platte!!!
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am 8. August 2008
Die beiden Vorgängeralben waren, wie ich finde, beide grandiose deutsche Musik ohne Vergleich. Keine Frage also, dass für mich die neue Platte von Kettcar einen unabdingbaren Pflichtkauf darstellte. Also bestellt dat Dingen und rein in den CD-Player.
Zunächst einfach mal durchlaufen lassen, denn es begeistert kaum ein Kettcar-Song gleich auf Anhieb - Qualität entfaltet sich hier erst beim mehrmaligem Hören!
So war es jedenfalls bisher. Doch irgendwie vermisse ich bei "Sylt" eben dieses Entfalten. Es gibt z.B. mit "Graceland" oder "Nullsummenspiel" oder auch "Kein Aussen mehr" relativ zugängliche Stücke, die durchaus gefallen, aber eben auch nicht die Offenbarung darstellen. Das liegt zum Großen Teil an der, nach meiner Meinung, schrecklichen Abmischung der Musik. Der (doch so wichtige) Gesang ist bei der Mehrzahl der Lieder schlecht bis kaum zu verstehen - unverständlich. Zudem wirken die Lieder stellenweise irgendwie überladen, zum Teil ist der Klang dann manches mal ein nervender Brei und verdirbt ganze Stücke somit.
Für mich ist dies eben das Problem der Scheibe, die Songs sind nicht wirklich schlecht, ganz im Gegentteil, aber der Klang macht den Großteil einfach zunichte. Schade, ansonsten hätte sich die Scheibe vermutlich vor ihren älteren Geschwistern nicht verstecken brauchen.

Letzlich bin ich mich vom Album "Sylt" enttäuscht, aber nicht ganz abgeschreckt. Kettcar sind schon ziemlich einzigartig.
Allerdings würde ich Neueinsteigern zunächst zum einem der ersten beiden Alben ("Du und Wieviel Von Deinen Freunden" oder "Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen") raten - diese sind vollends grandios.

Ich gebe noch 3 Sterne, die anderen 2 sind im Klangbrei versunken.
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am 23. August 2010
textlich meiner meinung nach die beste deutschsprachige band die mir bekannt ist. wirklich sehr nah sehr real sehr interllektuel sehr ECHT! neben den but alive alben und texten das meiner meinung nach beste kettcar album! der vorgänger hat nemenge komerzieller kracher wie balu oder die nacht geboten aber die künstler haben es verstanden die texte in den mittelpunkt zu rücken und nicht auf der melodischen schiene zu bleiben die mehr geld und mehr verkaufszahlen verspricht! ich geb nicht gern und nicht oft 5 sterne aber die texte von Nullsummenspiel, geringfügig... und würde haben echt schon alle 5 verdient! reinhören! zuhören! verstehn! in den Spiegel sehn!!
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am 3. Mai 2008
Bei der Dominanz von Lobhudeleien ist es wahrscheinlich eher egal, aber ich bin der Ansicht, dass eine im Raum stehende "Weiterentwicklung" nicht zwingend bedeuten muss, bewährtes aufzugeben. Ich sah (hörte:o)) bisher Kettcar als lyricstarke, vocallastige Band, um die man behutsam Melodien gebaut hat. Und diese Strategie ist über die ersten 2 Alben sehr gut aufgegangen. Vocals sind ein wichtiges "Instrument", mit welchem nicht sorglos umgegangen werden sollte. Matt Berninger, Conor Oberst, Matthew Caws und James Mercer können ein Lied davon singen.

Auf Sylt, bleibt alles anders! Die Vocals rücken in den Hintergrund, die Lyrics versteht man nur mit Texthilfe und kämpfen gegen leidenschaftslos aufgebaute Gitarrenwände, die einer College-Rock Erstsemenster Band genauso hätten entsprungen sein können. Selbst auf der "Hallo Endorphin" konnte sich Wiebusch besser durchsetzen, als hier auf dem neuen Machwerk und brauchte dazu "weniger als 5 Sekunden".

Ein gutes Album lässt sich nicht planen, man macht es oder eben nicht. Wenn die Messlatte bereits hoch liegt, dann wird es besonders schwer nicht an seiner eigenen Discography gemessen zu werden.

Ob es ein genialer Schachzug hinsichtlich Weiterentwicklung ist, mit einem Segment liebzuäugeln, welches eh schon hinreichend besetzt ist, will sich auch erst beweisen. Die "offiziellen" Kritiken lesen sich mehrheitlich eher wie das Einlösen eines Gefallens oder Heimvorteil.

Ich hoffe fürs 4. Album leistet man sich einen Producer der nicht in einer Anflugschneise wohnt. Wäre übrigens auch begrüßenswert wenn Kettcar auf seinen Tourneen beginnen würde auf guten Ton zu achten. Vor dieser persönlichen Kritik waren die 2 bisherigen Studioalben noch erhaben.

Von mir gibt es genau 3 Sterne, für mehr ist Sylt viel zu unauffällig. Das meint man auch in meinem Bekanntenkreis, zumindest der Teil den ich bisher zu diesem Album befragen konnte und die Vorgängerwerke, so wie ich, sehr schätzen!
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