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am 2. März 2011
1992, mit fünfzehn Jahren, lieh ich mir aus Neugier "Bone machine" in unserer Kreisstadt-Musikbibliothek aus. Ich kannte Tom bisher nur von der Kompilation "Asylum years", die Bekannte auf Platte besaßen und die ich mir auf Kassette überspielt hatte, weil ich die Melancholie der Lieder mochte - Pubertät und so. Die nächsten Tage verbrachte ich damit, den Schock zu verwinden, in den mich das Hören von "Bone machine" stürzte - und mich dabei zu beobachten, wie er sich allmählich in faszinierte Bewunderung transformierte. Ich glaube heute rückblickend sagen zu können, dass "Bone machine" mehr zu meiner Erwachsenwerdung beigetragen hat, als das damals von mir natürlich genauso heftig bewunderte Schaffen von Henry Rollins, Kurt Cobain, Trent Reznor und Mike Patton zusammen. Was einer gewissen Ironie nicht entbehrt, findet sich doch auf dem Album ein Lied über die Weigerung, erwachsen zu werden. Mit seiner fünfzehnten Scheibe hat Tom in der Zeit, in der "Alternative" der Mainstream war, dieser musikalischen Bewegung die Krone aufgesetzt. Alternativer als "Bone machine" sollte hier nichts mehr werden.

Toms erstes reines Studioalbum seit "Rain Dogs" 1985 ist für mich der Höhepunkt seines Gesamtwerks. "Bone machine" ist aus meiner persönlichen Sicht das beste, was er gemacht hat. Trotzdem ist nicht davon auszugehen, dass diese Platte jedem Fan seiner Musik gefallen wird. Denn sie ist gleichzeitig neben "Swordfishtrombones" und "The black rider" seine gebrochenste, musikalisch avantgardistischste, unzugänglichste Arbeit. "Bone machine" muss man erst mal verdauen. Und nicht jedem Magen wird das gelingen. Dieses Album ist ein Orgie. Und Orgien sind nun mal nicht jedermanns Sache.

Stilistisch knüpft er hier an seine Songs von "The black rider" an. Wieder ist seine Percussion-Gruppe, die "Boners", mit von der Partie und es scheppert, klopft, pocht und rüttelt im Bodensatz der Lieder herum, als ob ein schwer beladener Altmetall-LKW über eine Klippe in einen Abgrund stürzt und dort zerschellt. Seine Stimme ist verzerrter denn je und klingt an einigen Stellen nicht mehr wie ein menschliches Organ, sondern wie etwas Beängstigendes aus einer anderen Dimension. Trotzdem sind die "Bone machine"-Songs für mich besser als die Theater-Lieder von "The black rider". Das liegt zum einen daran, dass Tom hier den durchaus vorhandenen Balladen ihre ruhige Strahlkraft belässt und sie nicht über die Gebühr verfremdet. Da wird seine Stimme dann plötzlich sehr sanft und schnurrt, wie die eines von vielen Narben übersähten alten Katers. Und es liegt an der sagenhaften Gitarrenarbeit von Joe Gore und den Künsten von Larry Taylor am Kontrabass. Die beiden geben Toms Eskapaden ein mal brutal-schwingendes mal melancholisch summendes Grundgerüst, das nur als kongenial zu bezeichnen ist. Musikalisch ist "Bone machine" ein verquerer Hochgenuss, echte, ergreifende Kunst. Mit "Black Wings" schafft Tom dabei für mich den Höhepunkt seines Schaffens. Dürfte ich fortan nur noch eines seiner Lieder hören - dieser Gänsehaut erzeugende, düstere Song wäre aus über vierzig Jahren meine Wahl.

Inhaltlich bleibt noch der Hinweis darauf, dass Tom sich 1992 auf "Bone machine" dem Landleben zuwendet. Er ist zwei Jahre zuvor mit seiner Familie aus L.A. in die kalifornische Countryside gezogen. Der Stadtwanderer hat sich nach zwei Jahrzehnten satt gesehen. Die neuen Geschichten findet er auf dem Dorf, hinter den Hausfassaden der Farmen, in der weiten Ödnis der Landschaft. Diese Songs schmecken nach dem Wetter, nach der Erde. Grausig geht es auch hier draußen zu. Mord und Totschlag überall, das Böse lauert und der Prediger schreit und warnt. Tom nähert sich allmählich Formen des Gospel an - nur das in seiner Welt kein Gott mehr existiert. Oder man ihm lieber nicht begegnen möchte.

"Hell is boiling over and heaven is full, we're chained to the world and we all gotta pull." Danke, Tom, dass du uns hierher gezogen hast. Es ist hier böse, düster und gemein - und wir mögen das. Aber lass uns bitte an diesem Ort nicht allein zurück.

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Dies ist der fünfzehnte Teil meines Annäherungsversuches an den Waitsschen Kanon. Zum Vorgänger gelangen Sie hier: "Night on Earth". Weiter geht es mit "Alice".
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am 26. Dezember 2002
"Bone machine" ist Tom Waits' düsterstes Album. Waren frühere Alben stets mit einem romantisch verklärten Outsider-Image verknüpft, klingen diese sechzehn Songs so verloren, dass man daran zu zweifeln beginnt, dass der Waitssche Kehlton bloß eine antrainierte Attitüde ist.
Einen großen Anteil daran haben die Sounds dieses apokalyptischen Kunstwerks: im Opener klingt die Percussion als hätte man die Katakomben nach Schlagwerk durchkämmt, während die Stimme von der tonlosen Strophe in ein mehrstimmiges Klagegeschrei umschlägt.
Im zweiten Song werden wir nicht getröstet: Blas- und Streichinstrumente bilden eine Kakophonie unterer Tonlage, darüber (!) heult Waits "we're all gonna be just dirt in the ground".
Auch die Balladen tragen diese morbid-nihilistische Grundstimmung, etwa wenn die tragische Geschichte mit einem "a little rain never hurts someone" kommentiert wird.
Erwähnung verdient auch noch der wie aus einem Brunnenschacht sich zu unseren Ohren emporarbeitende Groove von "In the Colosseum" - das Hörbeispiel von Track 9 ist die verdichtete Essenz dieser Platte. Also mal anhören, vielleicht erleichtert das ja die Kaufentscheidung.
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am 8. März 2000
Diese CD hat mich zum uneingeschränkten Tom Waits Fan gemacht und das aus guten Grund. Seine Stimme raspelt einem wie ein Reibeisen das Herz auf wo die wohl genialsten Texte der Musikgeschichte dann ihr übriges tun. Die Musik ist immer wohldurchdacht und genau auf die Aussage des Lieds zugeschneidert. Auch wenn man es bei dieser kollektiven Genialität vermeiden sollte Lieder hervorzuheben so sind meiner Meinung nach "Whistle down the wind", "I don't wanna grow up", "That Feel" und "A little rain" gehören zu den unglaublichsten Lieder die je geschrieben wurde... er wußte schon warum er sich so lange Zeit gelassen hat für diese CD. Einfach Genial!
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am 30. März 2002
ich habe tom waits mit dieser platte kennen gelernt.
mein vater hat sie sich einmal zum geburtstag gewünscht und ich kann ihm nur dafür danken.
dieser mann hat mein leben, mein empfinden und mein verständnis von musik und lyrik geprägt.
unglaubliche, kraftvolle, melancholische, herzzerreissende und gleichzeitig coole songs, die einem, ich schwöre, nirgendwo sonst in dieser art begegnen.
texte, die ihr nie vergessen werdet, melodien, die eure herzen in stücken schneiden, ein mann ein wort.
vielleicht kennt ihr den vielleicht bekanntesten song "i dont wanna grow up", es gibt bessere auf dieser cd, obwohl er einer der besten ist.
ein beispiel für die unglaubliche genialität im lyrischen sinne:
"...are you still jumping out of the windows, in expensive clothes..."
zur empfehlung:
track 1, 5, 6, 8, 10, 14, 16
kaufen und nicht bereuen!!!
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TOP 500 REZENSENTam 13. November 2011
Als ich vor etwa zwei Jahrzehnten anfing, Tom Waits zu mögen, liebte ich ihn zunächst nur für seine tieftraurigen Rotwein-Heuler à la "Tom Traubert's Blues", in denen er auch gern seine Stimme auf versoffen und alt gestellt hat. Beste Repräsentanten dieser Kategorie Waits-Songs sind auf dem hier vorliegenden Album "Whistle Down The Wind", "A Little Rain", "That Feel" und "Who Are You This Time".
Was ich früher gar nicht mochte, war Waits' experimentelle Ader, also grob gesagt: der komplette Rest außer den vier genannten Balladen. Doch endlich fange ich an, auch die ungemütliche, provokante Seite seiner Kunst zu lieben, bei der häufig knarzig gesprochene, gejaulte, gejammerte, gekreischte, geflüsterte oder gebrüllte Lieder herauskommen. "Bone Machine" ist eine kreativ übersprudelnde Quelle solcher Stücke. Titelgemäß wird anstelle von Schlagzeug hier scheinbar gern auf menschlichen Knochen herumgetrommelt.
Meine Faszination für diese akustische Abenteuerreise geht so weit, dass mir jene Sparte inzwischen regelrecht fehlt, wenn ich Toms ganz alte, normale Platten höre, denn der Kontrast von harmonisch und grässlich macht ein Album erst richtig aufregend.
Es ist an der Zeit, dass ich Tom Waits nun hochachtungsvoll den Beinamen "Man with a thousand voices" verleihe.
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TOP 500 REZENSENTam 27. Juli 2009
Mit Bone Machine ist Tom Waits ein düsteres Meisterwerk gelungen, welches sich am Rande der Tonalität bewegt und die üblichen Hörgewohnheiten auf die Proble stellt (es sei denn, man kennt schon viele andere Tom Waits-Werke). Besonders gefallen haben mir auf dieser CD "Dirt In The Ground", "Who Are You This Time", "A Little Rain", "In The Colosseum", "Goin' Out West", "Black Wings", "Whistle Down The Wind" und "That Feel" (Duett mit Keith Richards).
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am 15. Juli 2010
Tom Waits war schon immer ein Ausnahmekünstler, doch dieses Album macht ihn für mich zu einem unsterblichen Musiker.
Frühere Platten von Waits waren immer noch mit einer düsteren Gossenromantik durchzogen, sehnsüchtig schmachtende Balladen, die von gescheiterten Existenzen, Säufern und Verbrechern, handelten, doch Bone Machine wirft dies über Bord und ersetzt die schmerzhafte Schönheit durch eine pure Hoffnungslosigkeit die einem durch Mark und Bein geht.

Der erste Song, Earth Died Screaming, katapultiert den Hörer bereits in ein Weltuntergangsszenario, gegen das die Offenbarung des Johannes wie ein Spaziergang im Park ausnimmt und stellt gleichzeitig meinen persönlichen Lieblingssong des Albums dar.

Musikalisch wird das Album dominiert von heftigen, dröhnenden Drums, die zum größten Teil ohne Becken auskommt, was den charakteristisch stampfenden Schlagzeugsound, den man von Waits kennt, in den Vordergrund rückt. Der Gesang verliert in den meisten Songs fast jegliche Melodie und hat mehr Ähnlichkeit mit einem Wehklagen als mit allem anderen. Die übrigen Instrumente werden gewohnt gekonnt eingesetzt, rücken aber gegenüber den Drums in den Hintergrund.

Bone Machine ist keine Platte, die man beim Bügeln oder als entspannende Dinner-Musik auflegt. Auf keinen Fall würde ich so weit gehen, allen Tom Waits-Fans eine Empfehlung auszusprechen. Doch wen die experimentellen und fast außerweltlichen Klänge des Albums ansprechen (Tipp: Hörbeispiele!), von denen im übrigen auch eine Menge auf dem Album "Orphans" zu finden sind, dem möchte ich ans Herz legen, diese Investition zu tätigen.

Eine der besten Platten, die ich mir je ins Regal gestellt habe.

Hörtipps: Earth Died Screaming, Dirt in the Ground, In The Collosseum
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am 31. Januar 2016
Nicht alle CDs von ihm gefallen mir, aber diese hier ist sehr gut. Vor allem die Texte sind es wert, genauer angehört zu werden.
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am 7. Januar 2013
Eine seiner ersten "großen" Werke. Waits findet seinen ganz persönlichen Stil. Auf dem Weg weg von allen Konventionen begleiten ihn bestens einige Größen der amerikanischen Musikwelt und, wie schon länger, seine Frau Kathleen Brennan.
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am 15. Januar 2000
Das erste Lied ist gewoehnungsbeduerftig vom klang da Waits es wieder einmal geschafft sich zu uebertreffen, die schraege Stimmung der Untergangsstimmung mit der Musik zu koppeln. Aber auch die andere Stuecke sind eigentlich typisch Waits. Er zeigt mit dieser CD das er zurecht ein Kuenstler ist. Obwohl sie vom Klangalles bis dahin von ihm hergestellte uebertrifft, und stellenweise (zB Back Wings , I don't wanna grow up) modern und poppig anhoert. Ist er seinem Stil treu geblieben. Es gibt wohl niemand der vielfaeltiger seine Gefuehle aus dem Bach laesst, wie er .... Zwischen den fast disharmonischen anmuteneden Stuecke immer wieder Balladen. Ein tolles Album. (Kurz das Album was Tom waits Stil der 90 eingeleitet hat (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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