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am 31. Oktober 2006
Wie haben Fans auf den dritten Ableger der ursprünglich auch als Tiologie angedachten BAT-Reihe gewartet und dem Release entgegengefiebert. Doch im Vorfeld des tatsächlichen Releases verunsichertn Nachrichten über den Rechtsstreit zwischen Meat Loaf und Jim Steinman, wer denn nun die Namensrechte an BAT OUT OF HELL besitze. Die Gerüchteküche brodelte; so wolle Jim angeblich mit Meat kein weiteres Album aufnehmen, da dessen Stimme eingerostet sei. Meat solle hingegen die alleinigen Rechte an BAT bekommen, da es sein, ja nur sein BAT OUT OF HELL sei. Ob dieses nun alles so stimmt vermag ich nicht zu sagen. Mich verunsicherten diese Nachrichten nur und die Befürchtung keimte auf, dass der dritte Teil der BAT-Saga ein erbärmlicher Abklatsch werden könnte. Doch die Hoffnung darf man schließlich nie aufgeben und so ist es nun seit dem 21.10.2006 erhältlich: BAT OUT OF HELL III - The monster is loose.

Die wichtigste Nachricht für mich ist zugleich die Erschütterndste: Auf der offiziellen Seite von Jim Steinman und seinem neuem Projekt "The dream engine" erfährt man: Jim ist in keinster Weise in der Entstehung von BAT III involviert. Meat covert lediglich einige bekannte Songs von Steinman (so wurde es rechtlich beschlossen), allerdings auch zwei bisher noch nicht veröffentlichte: "In the land of the pig(s), the butcher is king" und "Cry to heaven". Und gerade diese Tatsache ist meiner Meinung nach die Ursache dafür, dass BAT III ein zweifellos sehr gutes Album ist, aber es muss sich hinter BAT 1 und BAT 2 anstellen.

BAT III ist dabei ebenfalls sehr schön bombastisch geworden und Meat gibt stimmlich tatsächlich alles, was er hergeben kann. Hier zum einzelnen zu den Songs:

1.) THE MONSTER IS LOOSE:
Den Song gab es schon vor dem Release von BAT III zum legalen Download. Ein recht guter Opener fürs Album, obwohl er einer der schwächsten des Albums ist. Der Mittelteil gefällt mir allerdings sehr gut.

2.) BLIND AS A BAT:
Mein Highlight des Albums. Hier zeigt Meat Loaf, was er stimmlich noch leisten kann. Ein abwechselungsreicher Song, der sich zu einer wahren Hymne hochschaukelt. Grandios und Gänsehaut erzeugend.

3.) IT`S ALL COMING BACK TO ME NOW:
Zum dritten Mal dürfen Jim Fans diesen Song hören. Erst gab ihn Jims Projekt "Pandora`s Box" zum Besten, danach Celine Dion und nun gibts die Meat Fassung tatsächlich in der Form, wie es geplant war: Als Duett. Dennoch merkt man in diesem Song, dass Jim seine Finger nicht im Spiel hatte. Man vermisst ein wenig die Dynamik und Tempowechsel, die die anderen beiden Versionen zu bieten hatten. Dennoch sehr schön.

4.) BAD FOR GOOD:
Ich habe es mir so sehr gewünscht, dass Meat eines Tages diesen Song von Jims gleichnamigen Album singen würde. Und tatsächlich hat Meat diesen Song mit aufs Album genommen. Nette Anekdote: In Meats Biografie mosert er selbst noch über diesen Song; Jim habe lediglich versucht den Song "Bat out of hell" zu kopieren und wäre kläglich gescheitert. Jetzt singt er ihn doch. Nun ja. Meinungen ändern sich. Aber BAD FOR GOOD ist defintiv ein würdiger BAT-Song, auch wenn Jims Version noch ein wenig komplexer und vor allem temporeicher ist (God-Speed-Einheit fehlt komplett). Dennoch: Geniale Gitarren und nach wie vor ein Titel, der ins Herz trifft.

5.) CRY OVER ME:
Auch eine sehr schöne Ballade, in der Meat gegen Ende ebenfalls eindrucksvoll unter Beweis stellt, welche Stimmkraft er noch besitzt. Laut aufdrehen und mitsingen!

6.) IN THE LAND OF THE PIGS, THE BUTCHER IS KING:
Meiner Meiung nach die härteste Nummer auf dem Album. Ein Song, der dennoch sehr gut zu Meats Stimme passt. Ich möchte an dieser Stelle Altmeister Jim Steinman zitieren: "You'll notice Meat changed a few lyrics, though I think his PIG is one of the strongest cuts on his CD!
Enjoy it please!" Genauso ist es!

7.) MONSTRO:
Eine grandiose flüssige orchestralische Überleitung zu Alive. Durch diesen Song bekommt BAT III fast zu eine theatralische und epische Tiefe wie die beiden BATs vorher.

8.) ALIVE:
Der Song geht ebenfalls direkt ins Blut. Der Song würde sich ebenfalls als SIngleauskopplung zusammen mit dem Intro "Monstro" eignen. Bei diesem Song muss man spätestens aufstehen und mitsingen.

9.) IF GOD COULD TALK:
Ebenfalls eine Ballade, aber meiner Meinung nach ein 08/15-Titel. Der Song besitzt keine Ecken und Kanten und wird relativ schnell langweilig.

10.) IF IT AIN`T BROKE, BREAK IT:
Ebenfalls ein bekannter Jim Titel, einst aus dem MTV-TV-Musical "Wuthering Heights". Meats Version ist deutlich besser, aber auf solche Nummer muss man Lust haben. Wenn man in der richtitgen Stimmung ist, Anlage aufreißen und mitgrölen. :)

11.) WHAT ABOUT LOVE:
Ein sehr schönes Duett mit Patti Russo, einer alteingespielten Partnerin von Meat. Schöne Tempowechsel und Stilveränderungen.

12.) SEIZE THE NIGHT:
Welcher Meat Loaf- und Jim Steinman-Fan kennt das grandiose Musical "Tanz der Vampire" nicht? "Fühl die Nacht" ist auch im Musical eine sehr rockige und treibende Nummer. Die Albumversion bekommt als Intro noch Jims Lieblingshymne "The storm" spendiert; ebenfalls finden sich Elemente aus "Good girls go to heaven..." hier wieder. Eine starke Nummer, doch man hätte sie noch bombastischer produzieren, dass die Anlage um Gnade winselt. :)

13.) THE FUTURE AIN`T WHAT IT USED TO BE:
Ebenfalls bekannt aus dem Album Original Sin von Pandora`s Box. Beide Versionen unterscheiden sich dehr deutlich voneinander und obwohl ich die Pandora`s Box-Variante beeindruckender finde, muss ich sagen: Ein ganz toller Song!

14.) CRY TO HEAVEN:
Der kürzeste Song markiert zugleich das Ende des Albums. Der Titel ist Programm: Lasst uns hoffen, dass das nicht alles war und unsere geliebte Fledermaus erneut zurückkehrt.

FAZIT:
BAT III ist derzeit auf dem Markt eines der besten Alben, die man kaufen kann und das drittbeste von Meat sowieso. Aber dennoch lässt mich mein Gefühl nicht los, dass ein drittes BAT-Album noch besser hätte sein können. Es erreicht die epische Tiefe von BAT1 und 2 meiner Meinung nach nicht. Steinman fehlt schlicht und einfach als wirkende Kraft, denn kein anderer versteht es so wie er, ein episches Meisterwerk mit der nötigen Dramatik zu erschaffen. Bei BAT III habe ich nicht das Gefühl, Teil eines Musicals zu sein wie bei den beiden Vorgängern. Man vermisst Meisterwerke für die Ewigkeit wie "Bat out of hell", "Paradise", "For crying out loud", "I would do anything for love...", "Objects..." und meinem Leiblingssong "Out of the frying pan and into the fire". Und dennoch ist das wirklich Kritik auf hohem Niveau: BAT III ist ein richtig gutes Album und vielleicht (BITTE!) raufen sich Jim und Meat doch noch ein letztes Mal zusammen und lassen die Fledermaus erneut aus der Hölle emporsteigen und uns mit ihren Flügeln gefangen nehmen. Es wäre so schön...
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am 18. Oktober 2006
Dieses Album ist auf jeden Fall ein musikalischer Knaller. Der einzige Wehmutstropfen allerdings ist, daß von Jim Steinman nur 7 Lieder zu hören sind. Die anderen wurden von Desmond Child, Diane Warren ("Cry Over Me"), Nikki Sax und/oder John 5, für "Blind As A Bat" holte man sich James Michael ("Couldn't Have Said It Better Myself", "Did I Say That?") dazu und schuf einen absolut genialen Kracher.

Ähnlich wie beim Vorgängeralbum gibt es auch hier eine Zweiteilung: ist die erste Hälfte purer Rockgenuß, ist die zweite Hälfte balladesk und dem Musical gewidmet ist, getrennt durch das majestetische "Monstro" als Zwischeneinlage. Kein Wunder, stammen 3 der 7 Songs auch tatsächlich aus Musicals.

Anspiel-Tipps gibt's einige: Blind As A Bat, It's All Coming Back To Me Now, Bad For Good, Alive und The Future Just Aint What It Used To Be. "Bad For Good" ist für mich ein absolut heißer Kandidat als Single-Kandidat, vom Stil her stellenweise sehr ähnlich zu "Rock'n'Roll Dreams Comes Through", was auch nicht weiter verwunderlich ist wenn man bedenkt, daß beides als Nachfolger zum Debütalbum geschrieben wurden.

Ein kleiner Kritikpunkt ist die Produktion. Desmond Child hat zwar viele Rockgrößen wie Aerosmith, Cher und Bon Jovi an den Reglern erfolgreich begleitet, bei diesem Album jedoch wäre stellenweise mehr Volumen nötig gewesen, vor allem bei "Bad For Good" fehlt es an Bass und auch die Drums dürften härter und stärker in den Vordergrund treten, anstatt ein Schattendasein zu führen.

Insgesamt sicherlich Kleinigkeiten und soll die Freude auf das Album in keinster Weise schmälern. Ein Monster wurde geschaffen und wird nun auf die Fans losgelassen - rein bildlich natürlich. Ein musikalischer Meilenstein wird würdig fortgesetzt!
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am 19. Oktober 2006
Zum dritten und letzten Mal lässt Mr Michael (ehemals Marvin) Lee Aday, besser bekannt als Meat Loaf, die Puppen tanzen respektive die Fledermäuse fliegen. Gute 13 Jahre nach seinem größten kommerziellen Erfolg, Bat Out Of Hell II und der Nummer-1-Single in über 20 Ländern, "I'd Do Anything For Love" meldet er sich mit der dritten Inkarnation der erfolgreichen "Bat Out Of Hell"-Serie zurück - und das durchaus gelungen und lautstark!

Zwar zeichnen diesmal (auch) andere Leute als der legendäre Songwriter der ersten beiden Bat-Alben, Jim Steinman, für die Musik verantwortlich - dieser wollte nicht mehr mitarbeiten; dennoch sind einige seiner älteren Stücke auf dem Album vertreten - aber auch die Songs von Desmond Child, Nikki Sixx und John 5 können sich sehen und vor allem hören lassen. So kommt Bat III phasenweise sehr modern und rockig, teilweise sehr traditionell und Meat Loaf-typisch daher; alles in allem kann man sagen, dass Meat Loaf stilistich mit dem Album noch einmal seine gesamte Karriere Revue passieren lässt, und sich bei den Fans und seinen Mitarbeitern und Freunden, nicht zuletzt Jim Steinman, dem das Album auch gewidmet ist, bedankt und zum Abschied noch einmal leise(?) "Servus" sagt...

Und "leise" ist hier wahrlich selten etwas - bereits das Titelstück "The Monster Is Loose" brettert schon fast metal-lastig aus den Boxen, und weiß auch durchaus zu gefallen. Ebenso die große Ballade, "Blind as a Bat", die für mich zu den Highlights des Albums zählt. Der Steinman-Song "Bad For Good" wird von einem Brian May-Solo veredelt, und man hört den unverkennbaren Sound der Red Special auch sofort beim ersten Bending raus! Weitere Höhepunkte des Albums sind für mich "Alive", "What About Love" (das er nochmal im Duett mit seiner langjährigen Tour-Partnerin Patti Russo, die leider im September die Band verlassen hat, zum Besten gibt), und natürlich die Steinman-Nummer "It's All Coming Back To Me Now", die ja auch Celine Dion schon mal eingesungen hat, und die Meat Loaf im Duett mit der tollen Marion Raven noch einmal neu interpretiert. Etwas ungewöhnlicher und wieder moderner kommt "If it ain't broke, break it" daher; die zwei überlangen Songs "Seize The Night" und "The Future Ain't What It Used To Be" (ersteres hält bei 9:46, der zweite Song immerhin bei 7:54) wissen auch zu gefallen; letzterer Song kommt sogar etwas country-lastig daher. Mit "Cry To Heaven", einer sehr kurzen, ruhigen Nummer lässt Meat Loaf die Bat Out Of Hell-Saga dann gemächlich ausklingen und der Fan kann sich glücklich, und wohl mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurücklehnen.

Mit "Bat Ouf Of Hell III" findet eine der ganz großen Geschichten der Bombast-Rock-Historie ihren Abschluss, und es verabschiedet sich auch eine ganz große Stimme von den Bühnen dieser Welt. Ich hatte das Vergnügen, vor kurzem Meat Loaf live bei der Bat III-Premiere in der Londoner Royal Albert Hall zu erleben, und kann nur sagen, dass der gute Mann es durchaus noch immer bringt, und auch an diesem Abend eine klasse Show geliefert hat und sicher noch nicht am Ende ist. Klar, ein göttliches Output wie auf der Bat I wird man von ihm nicht mehr bekommen können - dafür hat die Stimme im Laufe der Zeit sicher schon zu viel mitmachen müssen. Aber trotz allem ist Meat Loaf immer noch ein großer Sänger und toller und sympathischer Entertainer, der es immer noch schafft, Massen zu begeistern.

Alles in allem ist Bat Out Of Hell III ein starkes Album geworden; es wird zwar an die Klasse eines Bat I, und auch an den kommerziellen Erfolg eines Bat II nicht anschließen können - aber es bildet allemal einen würdigen und schönen Abschluss für die Serie, und für die Karriere des Marvin Michael Lee Aday!

Fans greifen bedenkenlos zu, und jeder der etwas für Bombastrock und schöne Songs übrig hat kann auch reinhören. Von mir gibt's 5 Sterne - vielleicht auch ein bisschen aus Sentimentalität und Sympathie, aber das Album is jedenfalls stark und 4 Sterne wert.

Bleibt nur noch zu sagen: The Bat Is Back From Hell!
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am 4. Oktober 2016
Erst fünfzehn Jahre nach dem überwältigenden Erfolg von "Bat out of Hell" (1977) gelang Meat Loaf der ebenbürtige Nachfolger "Bat out of Hell 2" (1992). Wiederum vierzehn Jahre später versucht der Dicke, mit "Bat out of Hell 3" (2006) erneut an den Megaerfolg anzuknüpfen. Diesmal jedoch steht ihm sein Hitgarant Jim Steinman nicht zur Verfügung - der hat ohnehin seit Jahren keine neuen Songs mehr verfasst. Also werden sieben anderswo veröffentlichte Steinman- Songs gecovert, dazu schreiben die Songwritingprofis Desmond Child und Diane Warren ein paar weitere Songs im Steinman- Stil. Auch produktionstechnisch schichtet Desmond Child die bekannten Steinman- Chöre und Bombast- Soundwände übereinander, als ob er nie was anderes gemacht hätte.

Über diesen wenig eigenständigen Produktionsprozess kann man geteilter Meinung sein, musikalisch jedoch wird der Steinman- Stil sehr überzeugend emuliert: Nach einem überraschend modern rockenden Opener kommen die großen Refrains, und der Larger-than-Life- Pathos, den die Fans von ihrem übergewichtigen Heldentenor erhoffen. Interessanterweise werden drei der Steinman- Stücke erst an den Schluss gesetzt, das spricht für die Qualität der neuen Songs. Garniert wird das Ganze mit einem Cover von Julie Bell, das die typischen Versatzstücke (Held auf Motorrad, Fledermaus, Ruinen) präsentiert.

Meat Loaf selbst ist mit dem Album eher unzufrieden - mir ist nicht so recht klar, warum. Ich habe mich zur Vergabe der vollen Punktzahl entschlossen. Meine Anspieltipps sind das hymnische "Blind as a Bat" und das rockige "Land of the Pig". Das Album ist für mich das drittbeste aus Meat Loafs Karriere - und was Besseres wird nicht mehr kommen. Das aktuelle "Braver than we are" (2016) zeigt das deutlich. Erstens enthält es mehr schwache Songs, zweitens ist die Produktion dünner, und drittens kann Meat Loaf heute einfach nicht mehr halb so gut singen wie noch 2006.
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am 3. Dezember 2009
Da hatte man Marvin Aday schon fast geglaubt, mit dem uninspirierten "Couldn't Have Said It Better" seinen Abschied eingereicht zu haben, da sammelte der dicke Texaner noch einmal seine Kräfte, um seine "Bat Out Of Hell"-Trilogie zu komplettieren und es allen noch einmal so richtig zu zeigen. Und schon die ersten Takte von "The Monster Is Loose" machen klar: Hier ist in der Tat ein Monster, eine Urgewalt entfesselt worden, hier will es einer noch mal richtig wissen.

Die beiden ersten "Bat Out Of Hell"-Alben (1977 und 1993) sind die Säulen von Meat Loafs Nimbus, daran anknüpfen zu wollen ist, gelinde gesagt, ein ehrgeiziges Unterfangen. Das Erfolgskonzept war so simpel wie grandios gewesen: Jim Steinman komponiert, Meat Loaf singt. Doch hatte Steinman mit seiner langsamen Arbeitsweise schon die Veröffentlichung von "Bat Out Of Hell 2" verzögert, so holte sich Meat für seinen dritten Streich eine Riege illustrer Komponisten ins Boot, darunter so prestigeträchtige Namen wie Desmond Child, der auch die Produktion übernahm, oder Diane Warren, die dem gewichtigen Sänger schon früher erfolgreiche Powerballaden auf den Leib maßschneiderte. Steinman bestreitet mit seinen Kompositionen immerhin die Hälfte des Albums; zu spekulieren, wie ein komplettes Album aus seiner Feder anno 2006 klingen würde ist müßig. Immerhin stammen zwei der stärksten Stücke des Albums, "The Monster Is Loose" und "Blind As A Bat", nicht von ihm. Das spricht für das Konzept.

Meat Loafs Stärken waren stets jene epischen, überlebensgroßen Songmonumente voller bombastischem Pathos und theatraler Dramaturgie, deren Laufzeiten und Titel allein nicht selten so gewichtig waren wie die Musik oder ihr Sänger selbst. Auf "Bat Out Of Hell 3" findet sich davon reichlich: Es gelingt Meat Loaf in bewundernswerter Weise sich auf seine Stärken zu besinnen und diese überragend auszuspielen, weshalb sich das Album hinter den beiden Vorgängern keinesfalls verstecken muss, und dabei hatten gerade diese die Messlatte verdammt hoch aufgehängt.
Aber nicht das allein: Die Musik erreicht eine Dichte und Komplexität, eine zwingende Eindringlichkeit, sie schwingt sich auf in neue, ungeahnte Höhen, dass man sich nur verwundert die Ohren reiben kann und beinahe erwartet, aus einem Traum erwachen zu müssen. Ich erinnere mich gut an jenen Abend, als ich die CD zum ersten Mal hörte; wie ich bei jedem, aber auch jedem Lied dachte, "das muss er unbedingt live spielen", wie mir Tränen der Rührung in den Augen standen, wie ich voller Ehrfurcht lauschte. Selten hatte mich Musik derart in ihren Bann gezogen, das war fast zu schön um wahr zu sein. Und jetzt, drei Jahre später, hat sich daran nichts geändert. Das Album ist immer noch so mitreißend und faszinierend wie am ersten Tag, und das zeugt von seiner wahren, zeitlosen Größe.

Über seine 77 Minuten Laufzeit (!) hinweg hält das Album sein hohes Niveau. Schon der Opener "The Monster Is Loose" ist ein Meisterwerk. Ungewohnt heavy rockt sich ein zorniger Meat Loaf durch ein gewaltiges Song-Monstrum, das da anzuknüpfen scheint, wo "Life Is A Lemon" seinerzeit aufhörte, all der Wut und Verzweiflung Gestalt verleiht in einer siebenminütigen emotionalen Achterbahnfahrt. Und kaum hat man sich von diesem Sturm erholt, folgt ein weiteres Highlight, das seinesgleichen sucht. Zart und verletzlich beginnt "Blind As A Bat", das lyrische Thema des gescheiterten Ichs weiter aufgreifend, während sich die die Musik unaufhaltsam steigert und schließlich explodiert in einem orgiastischen Refrain: "Your Love Is Blind, Blind As A Bat" singt da der Chor, und von einer Gänsehaut geschüttelt weiß man: Alles wird gut, egal wo die Reise noch hin führen wird.

Ass auf Ass zieht Meat Loaf im weiteren Verlauf aus dem Ärmel, wobei er dreimal in bester Manier von einer weiblichen Duett-Partnerin unterstützt wird. Davon finde ich die erste Single-Auskopplung "It's All Coming Back To Me Now" mit der hübschen Norwegerin Marion Raven am besten gelungen; überhaupt könnte niemand anders als Meat Loaf das Prinzip "die Schöne und das Biest" so glaubhaft verkörpern - zum Dahinschmelzen.
Schwache Momente gibt es kaum, und wenn einzelne Songs im Vergleich leicht abfallen, dann nur weil die anderen sie in ihrem beinahe überirdischen Glanz überstrahlen. Meat Loaf beherrscht die gesamte Bandbreite musikalischer Dynamik, von den ruhigen Tönen bis zu härterer Kost wie in dem düsteren "In The Land Of The Pig, The Butcher Is King" - und das ist mal wieder "Bat Out Of Hell" in Reinform, während gegen Ende Steinman mit seiner opernhaften Hymne "Seize The Night" noch einmal richtig auftrumpft und Meat Loaf in knapp zehn Minuten alle Register ziehen lässt. Aber da ist man ja schon lange sprachlos.

Natürlich klingt das nicht nach 1977, dies ist das Produkt einer kontinuierlichen Weiterentwicklung; ein modernes, perfekt produziertes Rockalbum, das auf eigenen Beinen steht, nostalgische Reminiszenzen und Anleihen bei modernen Trends nur insoweit aufgreift, als sie einfach zum Konzept gehören. "Bat Out Of Hell 3" ist so zeitgemäß wie zeitlos. Das ambitionierte Werk eines Ausnahmesängers, der sich das längst selbst gesetzte Denkmal für die Ewigkeit zementiert. Die Melodien nutzen sich nicht ab, und einen besseren Beweis gibt es nicht, dass hier eine Reihe von glücklichen Umständen zusammen kam und etwas schuf, was größer ist als die Summe seiner Teile.

Bringen wir es auf den Punkt: Dieses Album ist grandios, ein epochales Meisterwerk, nein, ich gehe weiter: eine echte Offenbarung, wo ich doch dachte, alle Klassiker der Rockmusik wären schon geschrieben. In der Tat habe ich nur Superlative übrig und kann doch die Musik nicht annähernd in Worte fassen, das muss ich aber zum Glück auch gar nicht: Die spricht nämlich am Besten und eindringlichsten für sich selbst.

"It was so long ago, but it's all coming back to me now..."
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am 8. Januar 2007
Die Lieder auf Bat Out Of Hell III wurden zu etwa 50% von Desmond Child und zu 50% von Jim Steinman geschrieben, wobei letzterer ausschließlich auf alte Songs (aus seinem Soloalbum, von Tanz der Vampire, anderen Bandprojekten) zurückgreift. Desmond Child bemüht sich, den Stil von Steinmans epischen Bombastsongs nachzuahmen, dennoch klingen seine Songs "anders". Die Child-Songs sind eher dem 80er-Hardrock verhaftet, wo auch seine Wurzeln als Songwriter für Kiss und Bon Jovi liegen.

Und so beginnt die CD mit "The Monster is Loose" mit einem bretternden Hardrock Song - geschrieben von Child, Niki Sixx (Mötley Crüe) und John 5 (ehemals Gitarrist bei Marylin Manson). Ganz so hart geht es nicht weiter. Die nächsten Highlights sind "It's all coming back to me now", eine Gänsehautballade (Duett), welche vor allem bekannt ist von Celine Dion sowie "Bad for Good" (ein fetziger Rocksong, ehemals von Jim Steinman selbst gesungen). Das rockige Doublee "Monstro-Alive" ist ein weiterer Anspieltipp, absoluter Höhepunkt ist "Seize the Neight", ein progressives Stück, welches in leicht anderer Form schon bei Tanz der Vampire verwendet wurde.

Interessanterweise sind die Schwachpunkte zwei Steinman Lieder: "In The Land of the Pig,..." und "If It Ain't Broke".

Die verpflichteten Musiker sind zum Teil schon langjährige Bandkollegen von Meat Loaf. An den Gitarren wurden namhafte Gäste engagiert. Brian May drückt "Bad For Good" am deutlichsten seinen Stempel auf - klingt beinahe wie ein Queen-Song.

Von Sound her würde ich das Wort überproduziert nicht in den Mund nehmen, man erwartet das schließlich von einer Meat Loaf Scheibe: Bombast an allen Ecken.

Alles in allem ein super Album. Die Frage, ob es die selbe Langzeitwirkung wie Bat Out Of Hell I hat, wird die Zeit klären.
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am 20. Oktober 2006
Gerade habe ich mir die neue CD von Meat Loaf zwei mal angehört und muss sagen, dass diese mich begeistert. 14 Songs sind enthalten, von einfach bis komplex. Der erste Song "The Monster ist Loose" ist ungewöhnlich Heavy, aber auch für Schmusestunden ist gesorgt. Es ist völlig unbegründet anzunehmen, dass der dritte Teil schlechter ist als seine Vorgänger. Auch Bat 2 hatte mehrere Wochen gebraucht um sich durchzusetzen und wurde ein Mega-Erfolg, und das wird diese CD auch. Die CD ist sicherlich nichts für Menschen die nur die TOP-10-Charts hören. Hier ist handgemachte Musik enthalten, die auch nach dem x-ten Mal nicht langweilig wird. Mein persönliches Lieblingsstück ist "What about Love", im Duett mit Patti Russo (seine langjährige Bühnengefährtin)gesungen. Als Gastmusiker u.a. sind Brian May und Steve Vai vertreten, die leider nur auf jeweils einem Song mitwirken. Als Komponist ist nicht nur Jim Steinman dabei, sondern diesmal auch mit größerem Anteil Desmond Child, den Kenner in der Branche als den besseren Hit-Komponisten bezeichnen. Geschmackssache. Für mein Verständnis setzt sich diese CD momentan wohltuend vom üblichen Einerlei in diesem Jahr positiv ab. Sehr gelungen...wie ich finde.
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am 31. März 2017
Man muss zwar schon sagen, dass sich Meat Loaf, mit diesem Album nicht wirklich einen Gefallen getan hat. Zu Anfang fragt man sich, was hat er sich dabei gedacht, doch dann bei Alive, hat er wieder einen. Nicht nur für Fans, aber wenn, dann sollte man sich sicher sein, ob man es will!
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am 20. Februar 2007
Das 3. Album ist wie die beiden ersten Meisterstücke wieder durchwegs gelungen, nicht zuletzt dank Meat Loafs unverwechselbarer Stimme. Die melodiösen, aber dennoch meist rockigen Songs kann man bereits nach einmal/zweimal hören mitsummen.

Das zweite Stück "Blind as a Bat" ist sogar eines meiner Lieblingslieder (und dazu braucht es wirklich viel)und Nr. 3, das ja ursprünglich von Celine Dion gesungen wurde, hat dank seiner neuen Interpretation (Duett)echten Gänsehautfaktor. Aber auch alle anderen Lieder sind toll.

Meat Loaf kann's auch 30 Jahre nach dem ersten Album noch!

Fazit: Für alle Meat Loaf Fans uneingeschränkte Kaufempfehlung (und für alle anderen, die mit dieser Musikrichtung etwas anfangen können ebenfalls).
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TOP 500 REZENSENTam 23. Oktober 2006
Ist der Titel das Albums einfach nur langweilig, oder soll das tatsächlich ein Qualitäts-Siegel darstellen? Bat I und II waren schließlich Krachen...

Teil 3 steht denen in nichts nach. Na ja, fast nichts. Ich schätze, das ist mit Abstand Meat Loafs härtestes Album. Aus dem Harley-Rocker ist eine waschechte Metal-Fledermaus geworden! Nichtstestotrotz überzeugen die Kompositionen mit Gefühl und Melodie. Der einzige Wermutstropfen ist ledigleich, dass ich auf dem Album keinen Megahit alla "I would do anything for Love" gefunden habe. Die Songs sind ausnahmslos spitze, aber der ganz große Chart-Breaker (mit Kommerzcharakter) fehlt meiner Meinung nach.

Andererseits... Nichtsahnend lief Song Nr. 4 an (Bad for Good). Ich dachte, ich höre nicht richtig, aber die Gitarre kenne ich doch... Ein Blick ins Booklet enthüllte dann, dass auf diesem Track tatsächlich Brian May zu hören ist. Zwei Tracks weiter (In The Land Of The Pig, The Butcher is King)kann man übrigens Steve Vai hören.

Trotz der dicken Danksagung am Ende des Booklets an Jim Steinman (für 30 Jahre Zusammenarbeit) hört man deutlich, dass auf Jim Steinman zu diesem Album deutlich weniger beigesteuert hat. Aber das soll nur eine wertfreie Information sein. Die Songs sind etwas anders - aber nicht schlechter. Sie sind noch immer so anspruchsvoll und die Lyrics lohnen ein genaueres Hinhören.

Ich finde, Meat Loaf ist ein Album gelungen, das rundum begeistert. Es klingt überraschend hart und hält sich mit Schnulz zurück - wobei natürlich die großartigen Balladen (und Duette) nicht fehlen! (It's all coming back to me now)

Mein Favorit ist "If it ain't broke - Break it". Perfekt.
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