Sale Sale Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren Xmas Shop 2017 Cloud Drive Photos UHD TVs Mehr dazu Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle HeleneFischer BundesligaLive wint17



am 14. Juni 2016
Wer sich seine Ohren mal schön durchblasen lassen will sollte sich die Zeit nehmen und mit dazu passender Lautstärke sich die CD reinziehen.Auch wenn die eigene Frau stirnrunzelnd ihr heil in der Flucht sucht.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 8. Juli 2003
Über zwei Jahre lang musste man sich bezüglich dieser Platte gedulden. Niemand wusste so recht, worauf er sich einzustellen hatte. Die Trilogie war beendet, Manson kündigte etwas vollkommen anderes an. Er machte die Öffentlichkeit neugierig und gleichzeitig etwas konfus, indem er behauptete, von dem Berliner Kabarett der 30er Jahre, kombiniert mit der Weimarer Republik und der Dekadenz der Kunstszene, inspiriert worden zu sein. Was soll man sich darunter bloß vorstellen? Zumindest ahnt man, dass Manson offensichtlich andere musikalische Wege einschlägt. Und diese sind schräger denn je...
Dies ist höchstwahrscheinlich dem neuen Bassisten Tim Skold zu verdanken, der vorher bei KMFDM tätig war und nun Twiggy Ramirez ersetzt. Ob man durch den Wechsel den sowohl musikalischen, als auch lyrischen Wandel der Band begründen kann, bleibt fragwürdig, doch eines steht fest: wo früher Themen wie Politik, Religion und Antiamerikanismus dominierten, findet man jetzt eine ganze Menge Sex, Gewalt, Vaudeville und Kabarett, gepaart mit teils deutschen (!) Begriffen. Betrachtet man dann die Titel der Songs, so könnte man meinen, Manson sei während der Arbeiten an dieser Platte mit Drogen zugepumpt gewesen. „Doll-Dagga Buzz-Buzz Ziggety-Zag", „Ka-Boom Ka-Boom" oder „Vodevil" klingen dann doch ein wenig bizarr und nachdem man gesehen hat, wie Manson sich für Promotionzwecke mit Mickey Mouse- Ohren ablichten lässt, hat man dann doch Bedenken, was den geistigen Zustand des Mr. Manson anbelangt.
Doch spätestens nach dem ersten Durchlauf stellt man fest, dass die Band seinen Hörern etwas völlig Neues bieten, etwas Schräges, was einem sofort ins Ohr geht. Es scheint, als wäre viel frischer Wind in die Musik gelangt, so findet man ein unbeschreiblich abwechslungsreiches Repertoire an diversesten Songs vor. So klingt „s(AINT)" z.B. supersexy, melodisch und ist mit einem gängigem Groove ausgestattet; „Para-noir" könnte man als regelrechte „Sex-Hymne" bezeichnen, denn nicht umsonst aspirieren mehrere Frauen ins Mikro, um Gründe dafür zu nennen, warum sie mit Herr Manson das ein oder andere Techtelmechtel im Bett nicht ablehnen würden; oder aber der grandiose Titeltrack auf der Platte, „The Golden Age Of Grotesque", welcher so abgefahren verzerrt und schräg klingt, dass es gleichzeitig wieder genial ist. Dieser Track entsprich auch am ehesten dem Vaudeville-Flair, den Manson aufbauen wollte. Gleichzeitig findet Manson aber auch zu alter Härte zurück, dafür sorgen rotzfrech-rockig-laute Songs wie „This Is The New S***", „Use Your Fist And Not Your Mouth" oder „The Bright Young Things". Also bietet Marilyn Manson auch hier wieder eine breite Palette an musikalischen Feinheiten und viel Abwechslung.
Aber auch Kritik bleibt nicht aus. Zuallererst die Tatsache, dass Kassenknüller „Tainted Love" auf der Platte vorzufinden ist. Dieser Titel ist mehr als fehl am Platz auf dieser Platte, er zerstört schon fast den Gesamteindruck. Geldmacherei? Vielleicht, denn „Tainted Love" passt thematisch so gut wie gar nicht zum „goldenen Zeitalter der Groteske" und ist somit überflüssig. Nach dem Outro sollte die Platte beendet sein, doch sie ist es nicht. Ein großer Fehler Mansons, mit dem er viele seiner Fans verärgern wird. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Tatsache, dass kein einziger ruhiger, melancholischer Track auf der Platte vorzufinden ist, so wie „Coma Black" oder „The Speed Of Pain" bei den Vorgängern. „Spade" ist hier der leiseste Song, auch wenn man ihn nicht wirklich als Ballade einstufen kann.
Abschließend muss ich leider sagen, dass „The Golden Age Of Grotesque" keinesfalls das beste Manson-Album ist. Die Band hat mit der phantastischen Trilogie einen Maßstab gesetzt, die sie mit dieser Platte leider nicht übertreffen konnte. Es ist sicherlich auch diesmal ein wunderbares Album geworden, für das sich auch hier sein Geld zu investieren lohnt, doch Manson hat einfach mehr drauf, als er hier zeigt. Trotzdem ist „The Golden Age Of Grotesque" ein hervorragendes Rock-Spektakel, ein wunderbares Gesamtkunstwerk, welches wieder ein großes Publikum zu überzeugen wissen wird. Zwar haben Marilyn Manson schon besseres vorgelegt, aber auch dieser groteske Schachzug ist trotz diverser Schwächen wärmstens zu empfehlen.
Anspieltipps: „The Golden Age Of Grotesque ", „ s(AINT)", „Slutgarden"
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 25. September 2007
"The Golden Age Of Grotesque" ist vorallem unter dem Gesichtspunkt spannend, dass Brian Warner dieses Mal ohne die Unterstützung von Twiggy Ramirez auskommen musste, der in der Vergangenheit für den einen oder anderen Manson-Klassiker verantwortlich war.Komplett verschwunden sind jetzt die Ausflüge in Glamrock-Gefilde, wie sie noch auf "Mechanical Animals" zu hören waren. Nach einem kurzen düsteren Intro gibt's dafür eins auf die Löffel. Kompromisslos rocken die Kollegen nach vorne los und präsentieren Marilyn Manson noch rotziger als auf "Holy Wood". Zwar reicht das Aggressionspotential nicht an das legendäre "Antichrist Superstar" heran, aber das erste Drittel der Scheibe knallt in bester Manson-Manier durch die Boxen."Doll-Dagga Buzz-Buzz Ziggety-Zag" finde ich persönlich überhaupt nicht gut und ist ein total Manson-Untypischer Song, der für mich mehr nach rockigem Jazz klingt.Nach diesem etwas im Tempo eingebremsten Song teilt Manson aber sogleich wieder regelrechte Kopfnüsse aus. "(s)AINT", welcher Song wohl den absoluten Höhepunkt des Albums darstellt, und "Ka-Boom Ka-Boom" geraten wieder brachialer und härter.Speziell letzteres macht seinem Namen alle Ehre.Aber fast alle Lieder dieser CD haben das Prädikat "repeattauglich" verdient, und bei ganzen 16 Liedern ist das ja schon ziemlich beeindruckend. Die Lieder fallen vorallem meist durch ihre guten Texte auf (Ka-boom Ka-boom).Für manche Leute mögen gerade diese Texte total sinnlos und dumm wirken, aber für uns Manson-Fans macht gerade die Sinnlosigkeit manchmal die Genialität der Texte aus.Vom typischen Manson-Flair ist zwar nicht mehr ŽsoŽ viel zu spüren, aber dass macht mir jetzt persönlich nichts aus.Auch hat Mr. Warner seinen Gesangsstil verändert, schreit, flüstert oder positiv gemeint ŽleiertŽ seinen Text runter als hätte er selbst nie größeren Spass daran gehabt, eine Platte aufzunehmen.In der Tat, denn Marilyn hatte in seinen letzten Interviews immer aufs Neue betont, auf dieser Platte habe er genau das erreicht was ihm vorher niemals gelungen war und es wäre die beste Platte bis dato. Vorallem die Glanzstücke der CD "(s)AINT", "Mobscene", "This is the new shit", die Ballade (kaum zu glauben, aber wahr) "Spade", "Slutgarden", "The Bright Young Things" und das wirklich sehr gut gelungene "The golden age of grotesque" das mit einem sehr simplen Rhythmus auffällt, welcher aber sofort zum mitwippen animiert, sind den Kauf der "Golden Age of Grotesque" absolut wert.Auch der letzte Song der Platte, der Bonus-Track und Coversong "Tainted Love" ist ganz gut gelungen, verliert allerdings nach 5-10 maligem Hören ein bischen an Reiz.kurz gesagt: Mit ihrem Werk von 2003 haben Manson mal wieder einen Klassiker geschaffen, den aber viele Fans (Vorallem die der "Antichrist Superstar") nicht so sehr mögen, da die Gitarre nicht mehr so im Vordergrund steht, und viel viel mehr Wert auf Keyboard und Synthesizer gelegt wird.Mir persönlich gefällt dies gut und ich will auch trotzdem jedem Fan diese Platte wärmstens empfehlen, aber zum Einstieg ist sie garantiert nicht so gut geeignet.Da rate ich doch zur "Mechanical Animals" oder noch besser zur "Lest We Forget"!Auch wenn Twiggy Ramirez weg ist, gehen die Songs und die ŽMelodienŽ dennoch schnell ins Ohr und haben einen hohen Wiedererkennungswert.Songschreiberisch sind sie auch nicht mehr so wie früher, aber dennoch gut. Für mich ist "The Golden Age of grotesque" nach "Antichrist Superstar" und "Holy Wood" die 3.-beste Platte die manson bis heute produziert haben, und ich hohle sie immernoch gerne raus und höre sie mir dann mal wieder an.Also: Kaufen und hören, aber garantieren kann ich diesmal leider nichts, sondern nur sagen wie sie mir gefällt, doch bei dem Preis ist sie den Kauf wohl wert.
5/5 Sterne
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 30. Juni 2003
Man kann zu Marilyn Manson stehen wie man will, aber eines muss man ihm lassen : Er ist ziemlich originell und innovativ.
Bei seinen Alben überlässt er nichts dem Zufall, sogar die Schreibweise der Titel auf der CD ist wohlüberlegt. Und er liess Gottfried Helnwein das Cover designen.
Aber Kunst hin oder her, was die Musik betrifft würde ich sagen : Diese CD ist ein brachiales Monument, einfach grandios, düster und dunkel.
In dem perfekt produzierten Album entdeckt Marilyn Manson auf seine alten Tage hin die Musikalität und seine Experimentierfreudigkeit : Dort ein Funkbass, dann ein elektronisches Surren, und dann die besonders geschickt eingesetzten Breaks. Vor allem die schnelleren Songs haben so sehr viel Power, "mOBSCENE" mit seinem originellen Video und dem Mädchenchor gefällt mir besonders. Gleich ist es mit "This is the new s**t : Fängt zuerst eher ruhig an, bis nach ca. 50 Sekunden der volle Power startet.
Weitere Highlights und Beispiele für perfekten Rock sind das harte "Use your Fist and not your mouth" oder das mit Klaviergeklimper startende ""Vodevil", das nach kurzer Zeit zum vollen Industrial - Rocker ausartet.
Marilyn Mansons Stimme trägt dazu bei, das sich der Sound der CD eher schwer mit anderen Bands vergleichen lässt. Seine Stimme klinkt oft mehr nach Gekrächze oder Gefauche als nach Gesang und die Texte sind oft bitterböse, aber die Songs sind Rock pur, mit perfekter Gitarrentechnik, harten Drums und perfektem Rhythmus.
Trotzdem muss ich bei manchen Songs einfach schmunzeln weil ich sie so originell finde, vermutlich sind diese auch nicht so ernst gemeint wie Ka-Boom Ka-Boom oder Doll Dagga Buzz-Buzz Ziggety.
Früher war mir Marilyn Manson an sich unsympatisch und so mochte ich auch seine Musik nicht. Aber seit der letzten CD, die mir vor allem durch die tollen Singles aufgefallen ist ("The Fight Song" oder "Disposable Teens" bläst dich einfach weg) höre ich nur noch auf die Musik und lass das drumherum weg. Und so muss ich sagen, das "The golden age of grotesque" eines der besten Rock Alben dieses Jahres ist. Somit kann man sie durchaus zum Kauf empfehlen.
Interessanterweise schaffte es die CD in den Billboard Charts gleich auf Platz 1 (zwar nur für eine Woche), obwohl die Vorgänger - CD nicht mal 500.000 Stück in den USA verkaufen konnte. Aber zugleich war es eine der am schlechtesten verkauften Nr.1 CD's in der Billboard - Geschichte (nur 110.000 Stück in der ersten Woche, reicht manchmal nicht mal für Platz 5, mit etwas Glück aber in der richtigen Woche veröffentlicht).
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 26. August 2003
Wenn ein alter Musikfreak wie ich (45), welcher zwar in seinem ganzen Leben wirklich jeder Richtung von Musik offen gegenüberstand, plötzlich MM hört, ist dies eine gefährliche Entwicklung. Bis heute hat er mich nie interessiert, da ich ihn, als alter Hippie der frühen 70'er, immer als billige Kopie von Alice Cooper gehalten habe. Doch durch einen Zufall bin ich auf 2 Songs gestossen, die ich sehr interessant fand. Dies bewegte mich zum Kauf der CD. Zur Musik kann man nur sagen, dass alle Songs sehr gut interpretiert sind, mit viel Abwechslung, teilweise ziemlich poppig, dann wieder archaisch und rau. Die Texte sind gelungen, einige tolle Seitenhiebe auf das Establishment (I'm on a hate american style kick). Das Image von MM kann im Prinzip nur noch Marolapostel erschrecken. Dass er lieber in den 30'ern gelebt hätte kaufe ich ihm nicht ab. Absinth saufen, klar doch, aber ansonsten? In einer Vorkriegszeit hätte einer wie er es nicht leicht gehabt. Das weiss er, und damit kokettiert er auch. Somit ist ihm mit seinem neuen Werk (Musik und Image) ein grosser Wurf gelungen.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 20. Juni 2003
Nach dem für seine Verhältnisse kommerziellen Flop von "Holy Wood" orientiert sich der theatralische Schockrocker aus den USA kompromisslos an seiner harten, brachialen Gangart früherer Alben wie "Antichrist Superstar". Gestylt von dem Wiener Künstler Gottfried Helnwein, aber ohne seinen langjährigen Begleiter Twiggy Ramirez rockt er im ersten Drittel des Albums rotzig (besserer Begriff fällt mir dazu nicht ein) daher.
Und die Inspiration dazu hat er aus dem Vaudeville-Theater der 30er Jahre, die er im Titeltrack anklingen läßt und verbal wunderbar ausschmückt. Breitwand-Gitarren auf "(S)aint" oder "Ka-Boom Ka-Boom" oder seine mittlerweile bekannten Stakkato-Riffs wie bei "Doll-Dagga Buzz Buzz" sind Ausdruck seines ungebremsten Ausdruckswillens, der auch vor einigen Selbstzitaten nicht Halt macht. Doch solange er sich auf einem solch hohen Niveau zitiert - kein Problem. Das gleiche gilt für sein Songwriting, das nichts Neues liefert, aber konstant gut ist. Dafür ist die Produktion mit ihren liebevollen Details, den kleinen Loops und Samples absolut auf der Höhe der Zeit.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 22. August 2014
Zugegeben, Antichrist Superstar war definitiv besser, aber die CD hat alles, was man von Manson erwartet. Wenn man Fan ist, braucht man sie sowieso, aber auch der Nicht-Fan wird wohl, bei vorhandener Manson-Affinität auf seine Kosten kommen, da das Ding schon "Klassiker" enthält, die schon kurz nach Release Kult geworden sind.
5 Sterne gab es trotzdem, weil einfach das komplette Werk "paßt", auch wenn es wie gesagt besseres geben mag!
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 30. Juli 2006
Zugegeben, in Warners Reise in die Vergangenheit der 20er liegt zunächst nichts Neues - man muß also schon genau hinhören um zumindest die ästhetischen Momente zu erkennen, die in den Texten liegen. Diese ergeben mit stilistisch "althergebrachten Inhalten" eben diejenige explosive Mischung, welche sich auf der musikalischen Ebene nochmals ereignet: indem etwa folkloristisch anmutende "Jahrmarktelemente" usw. mit dem zeitgenössischen Hardrock gewissermaßen "kurzgeschlossen" werden. Das Album ist insgesamt also eine Runde, gut durchorganisierte Sache, nicht zuletzt durch Warners "Zugabe": daß ja alles Neue irgendwann immer schonmal dagewesen sei. Das ist wahr. Dennoch ein angenehmes Album, das durchweg gut gemacht ist, also in keiner Weise ein Fehlkauf sein kann. Wer allerdings Höchstpunkte wie "Antichrist" erwartet, der sollte vielleicht doch lieber auf ein neues Album von Warner & Co. warten. Ich für meinen Teil höre dieses grotesk schön gemachte Album jedenfalls immer wieder gerne, auch "nebenher".
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 30. Juni 2012
oder nicht. Und wie immer liegt es im Ohr des Hörers was gefällt oder nicht. Ich finde die CD ist ein solider Beweis das Mr.Manson noch immer versteht zu rocken,....... und auch sein Sarkasmus trifft. Allerdings schleicht sich für meinen Geschmack doch ein wenig Mainstream ein, mir fehlt ein wenig die Provokation und der Kommerz klopft auch ganz leise an die CD Rille (Keine Angst, so schlimm das man ihn bald im Alltagsradio hören kann ist es nicht).
Vielleicht liegt es aber auch daran das auch an Herrn Manson der Zahn der Zeit nagt und auch er nicht die Gefühlwelt eines 20 jährigen aufrecht erhalten kann, die er dann schreiend und kreischend seinem Publikum mitteilt. Wie dem auch sei:Ich muss ihm zu Gute halten, das sein Stil wie immer einzigartig ist, die CD ist trotz Allem gut gelungen, und den einen oder anderen Überraschungseffekt gibt es ja doch. Deshalb: 5 Punkte!
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 22. Mai 2003
3 von 5
Wenn sich Marilyn anno 1998 aufgelöst hätten, wären sie zweifellos als Klassiker der 90er Jahre in die Geschichte der Amerikanischen Rock-Musik eingegangen: Mit nur 3 Alben hatten sich die 5 Freaks mit dem absurdesten, abgedrehtesten und bis dahin schockierensten Bandkonzept aus dem musikalischen Nichts an die Spitze der Billboard Charts gearbeitet: Vom morbid-surrealen Comic Humor des Debüts "Portrait of an American Family"(1995) über den apokalyptischen Horror-Rock von "Antichrist Superstar", bis hin zum glitzernd-bowiesken Glam-Industrial-Mix von "Mechanical Animals": Man kam nicht vorbei an dem Phänomen Marilyn Manson. Wandlungsfähiger als Madonna, kränker als Alice Cooper, geschminkter als Cher, verwegener als der Teufel, unterhaltsamer als jeder beliebige Rockstar, ausserdem basierte das ganze auf einer soliden Grundlage: Auf qualitativ hochwertiger und kreativer Musik.
Mit "Holy Wood" (2000) begann dann allerdings die stückchenweise Selbstdemontage, die Entmythifizierung eines Mythos, die allerdings, das muss gesagt werden, mehr als selbstverschuldet war: Zu unglaubwürdig, zu kalkuliert wirkte die (optische und imagemässige) Rückkehr der Band zum Gothic-Look von Antichrist Superstar, nachdem Mechanical Animals kommerziell hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Auch die Musik, obwohl noch immer recht ambitioniert und alles andere als schlecht, bekam einen etwas faden Beigeschmack: Stichwort Selbstzitat. Aber wenigstens ein recht cleveres (die Mischung von ACS und MM).
2003 scheint eine ganze andere Welt zu sein: Längst gibt es andere Künstler, die es imagetechnisch locker mit Brian Warner und seiner mittlerweilen vergleichsweise fast schon braven Truppe aufnehmen können (optisch: Slipknot oder textlich: Eminem), und so setzt sich der Abstieg einer Band in riesigen Schritten fort: Mit "The Golden Age of Grotesque" verlieren Marilyn Manson nämlich den wichtigsten Faktor ihres bisherigen Schaffens: Den Tiefgang. Denn obwohl man ihre bisherigen Alben immer auch auf der Stufe der Unterhaltung hören konnte, hatten sie doch alle eine zweite, künstlerische, anspruchsvolle Ebene, welche auf GOAG leider vollständig wegfällt. Die Musik auf "The Golden Age..." ist Entertainment pur, man lagert kurzerhand die Kunst-Ebene aus: Die optische Präsentation, welche wie immer bei dieser Band über jeden Zweifel erhaben ist, muss nun alleine die Aufgabe erfüllen, den tieferen Sinn der neuen Platte zu vermitteln.
Erschwerend kommt hinzu, dass Jeordie White alias Twiggy Ramirez, Ex-Bassist & bisheriger musikalisch-kreativer Kopf der Truppe die Band verlassen hat, und man dem neuen Bassisten Tim Skold (Ex-KMFDM) genau diesen Job (plus den des Co-Produzenten) übertragen hat. Eben dieser scheint allerdings hoffnungslos überfordert zu sein mit seiner Aufgabe, Twiggys Erbe anzutreten und den Schock-Rockern grandiose Songs auf den Leib zu schreiben. Allzuoft klingt mehr als deutlich der stupide Primitiv-Industrial-Hintergrund von KMFDM bei den "neuen" Mansons durch.
20er Jahre Ästhetik, burlesk-groteskes Theater soll also nun als ästhetischer Hintergrund geboten werden. Die Idee ist dabei durchaus gut, die (musikalische) Ausführung allerdings mangelhaft. Negativerweise scheint Brian Warner nicht nur von der Symbolik der 20er, sondern allzu offensichtlich auch von der der den 30er und frühen 40er Jahren in Deutschland, soll heissen Nazi-Symbolik, fasziniert zu sein. Zwar wäre er wohl der letzte, dem man vorwerfen könnte, mit der Ideologie zu sympathisieren, aber sich "Herr Doktor" zu nennen oder das neue Bandlogo dem SS-Symbol nachzuempfinden zeugt nicht gerade von einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Thematik.
Schon relativ früh (im ersten Song von "Golden Age of Grotesque") steckt Manson die Grenzen der Platte ab: "Everything has been said before / There's nothing left to say anymore", als Rechtfertigung für die diesmal recht platten Texte und "Let uns entertain you" als programmatische Maxime. Das ist es dann auch, was die Band im folgenden hauptsächlich tut: Unterhalten. Kompakte 3 Minuten Rocker im MTV-Format dominieren das Bild.
"GOAG" ist erstmals kein Konzeptalbum, wie man es als MM-Fan gewohnt war, es ist ein 16 Track-Album, dessen Songs alle in sich geschlossene Einheiten bilden, und alleine ihre Wirkung entfalten sollen. Weg ist der dunkle, bedrohliche Industrial, der Glam-Rock, die seltsamen Balladen, die Akustikgitarren, die gezupften Intros, die Mystik & Magie, die tiefgehenden Texte. Was bleibt ist eine moderne Band, die sich durch rhtymusorientierte Industrial-Punk-Songs mit Holzhammer-Riffs rockt und dabei eine recht gute Figur macht. Bei ein paar Stücken blitzt dann sogar noch die Genialität durch, die das bisherige Wirken ausmachte, wie im bizarren Titeltrack, der einer Klavierballade nachempfunden ist oder dem a-melodischen und wirklich grossartigen Post-Grunger, der mit dem Pik-Symbol (engl. Spade) betitelt ist.
Man möchte glauben, dass Marilyn Manson das Rockbusiness einfach zu gut verstanden hat, und deshalb diese Platte macht.
In dem recht gelungenen und sogar spurweise doch wieder etwas glamigen Stück "Ka-Boom Ka-Boom" wird er deutlicher über seine Intention, ob es nun Sarkasmus sein mag oder nicht: "I like a big car, 'cos I'm a big star, i make big rock and roll hits !" Es wäre schade, wenn das tatsächlich alles wäre, was man vom kommenden Schaffen dieser Band erwarten könnte. Es ist eine recht traurige Differenz bezüglich des kreativen Anspruchs zwischen "Coma White" oder "Lamb of God" und "Mobscene", was in dieser Textzeile leider allzu deutlich wird.
Anders hergeleitet: "When i said We, you know I meant Me, when I said sweet I meant dirty" singt Manson im vor sich hin rockenden "Slutgarden". Man muss wohl davon ausgehen, dass er zukünftig "Unterhaltung" meint, wenn er "Kunst" sagt. Die Frage bleibt ob er das tut, weil er es ohne seinen Songwriter Twiggy nicht besser kann, oder weil er es eben nicht mehr anders will.
Brian Warner wäre wirklich gut beraten, seine (zugegeben eindrucksvollen) sonstigen künstlerischen Ambitionen etwas beiseite zu stellen und stattdessen wieder die Musik in den Mittelpunkt zu rücken, sonst wird aus seiner Band in naher Zukunft wohl ein verlaufendes Wasserfarben-Abziehbildchen ihrer Selbst, ähnlich wie es Korn unlängst passiert ist. "The Golden Age of Grotesque" ist kein schlechtes Album, aber es fehlen die tieferen Ebenen, die diese Band bisher zu etwas besonderem gemacht haben. Grosses Rock-Entertainment. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Es bleibt zu hoffen, dass das hier eine der Platten ist, über die die Beteiligten in ein paar Jahren sagen, dass sie einer Übergangsphase entsprungen sei und sicherlich kein Highlight der Discographie darstellt.
Highlights: Ka-Boom / Spade (Pik) / Golden Age of Grotesque / Voodevil
11 Kommentar| 18 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden


Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken