Hier klicken Sale Salew Salem Hier klicken Jetzt informieren PR Launch Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Read for free AmazonMusicUnlimitedFamily longss17



Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 22. April 2007
Bereits zwei Jahre nach "With Teeth" ein neues Album?! Der Fan ist erstaunt.
Dank intelligenter Internetschnitzeljagd und günstig plazierten USB-Sticks bekam man bereits ein paar Wochen vor Veröffentlichung Clips und einzelne Tracks rund um "Year Zero" geboten.

Die Geschichte hinter dem Album ist schnell erzählt: Trent Reznor, mittlerweile abstinent, ist jetzt aufgeräumter. Was Selbstgeißelung und -zerstörung angeht, scheint er mit sich ins Reine gekommen zu sein. Daher geht es hier "nur" um Reznors Sicht der Dinge, was die Politik unter George W. Bush und etwaiger Zukunftsszenarien mit Überwachung und Unmündigkeit der Bürger im Jahre 2022 betrifft und am Ende... steht die Hoffnung, um Vergebung und Besserung.
Gut, der 12784. musikalische Kritiker der Bush-Regierung zu sein ist nicht sonderlich kreativ, aber was soll's - wichtig ist ja, wie man's macht.

Gestartet wird mit "Hyperpower", einem kurzen rohklingenden Intro und dem folgenden "Beginning Of The End". Zunächst konnte man denken, hier wird der Stil von "With Teeth" konsequent fortgesetzt, wenn der Song gegen Ende nicht von Noisegewittern und Verzerrungen attackiert werden würde.
"Year Zero" greift oft auf noisige Elemente und elektronischen Frickeleien zurück, ohne überladen zu wirken, denn die Kompaktheit der Songs erinnert ein wenig an den Vorgänger - klammert man das überragende Endstück "Zero-Sum" aus, bringen es alle Tracks auf eine Dauer von unter fünf Minuten.
An dritter Stelle gibt es dann "Survivalism" - ein hartes Industrialbrett, das man vorab als Single erstehen konnte. Zündet nicht sofort beim ersten Durchgang, erweist sich aber in der Folge als mitreißender Song, der wächst und wächst.
Mit "A Violent Heart" gibt es eine weitere Industrialgranate - fängt ganz relaxed an und dann kracht's!

Dennoch wird "Year Zero" für die Fans interessanter sein, die die elektronischen Akzente den Gitarrenwänden vorziehen. Immer wieder verzehren kratzende und disharmonische Parts die Songs wie "Vessel" oder dem genialen "Me, I'm Not", dessen Synthies eine beklemmende Atmosphäre schaffen.
Auch "God Given" begleitet ein rythmisches Knarzen und ist zugleich an Coolness kaum zu überbieten.
"The Great Destroyer" polarisiert, denn hier wird eine Noiseattacke aufgefahren, die den Song in dessen zweiter Hälfte völlig in Stücke reißt - mir gefällt's, denn konsequenter könnten Musik und Titel nicht übereinstimmen.

Kleine Schwächen gibt es leider schon auszumachen: "Capital G" hätte subtiler gestaltet werden können und erinnert in seiner ungewohnten Gesangslinie an den Titeltrack des Vorgängers "With Teeth" und "Another Version Of The Truth" verläuft zu unspektakulär, da wurden schon aufregendere Instrumentals geschaffen.

"Meet Your Master" dagegen reiht sich in die Riege der Highlights ein. Knallende Drums, interessanter Break - muß ebenfalls wachsen, wird dann aber überirdisch und das abschließende "Zero-Sum" ist vielleicht der stärkste Song dieses Albums und unterstreicht Trent Reznors Hang zu fragilen Pianonoten und brechenden Drumsounds - besser ist seit "The Downward Spiral" wohl kein Album mehr geschlossen worden.

Nine Inch Nails gelang mit "Year Zero" nicht nur eine Wiederkehr zur Elektronik, womit sie den durch "With Teeth" neu hinzugewonnenen Fan derb eins vor den Latz gezimmert haben, sondern auch ein modern klingendes Industrialalbum, das trotz seiner angedichteten Ähnlichkeiten im Sound, immer wieder anders klingt und den Facettenreichtum des Projektes demonstriert.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. April 2007
Ich verstehe nicht wie Leute direkt am Erscheinungstag des Albums schon lange Rezensionen schreiben können. Nine Inch Nails Alben entfalten ihr Potential immer erst nach mehrmaligem Hören. 'Year Zero' erinnert mich vom Noise-Level an Quake-1-Soundtrack-Zeiten. Dass Trent etwas politisch geworden ist, finde ich in sofern nicht schlimm, da er wie immer auf keine reale Situation eingeht, sondern eine fiktive Welt schafft, die stark an unsere erinnert. Das war bei alten Songs über menschliche Abgründe nicht anders.

Ein Grossteil der Songs haben sehr viel Energie und Geschwindigkeit und weichen, durch den starken Noise-Gehalt, stark von 'With Teeth' ab. Da ich auch ein Freund schwerer Gitarren bin, muss ich sagen, dass ich diese hier ein wenig zu kurz gekommen finde - kann ich aber mit leben. Auch wenn Vorredner schreiben, dass das Album keine Überraschungen birgt, haben mich manche Klänge dennoch erstaunt (ich kenne auch alles andere von NIN).

Habe das Album nun tagelang gehört und bin gespannt welche Stimmungen es in Zukunft noch bei mir hervorrufen wird, aber soweit sage ich im Grossen und Ganzen 'Daumen schön hoch!'
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Juli 2007
spannend ist das album wirklich und gefährlich auch, denn es macht süchtig ohne jemals langwelig zu werden. In den Songs hört man das, was man gerade hören will.
Meiner Ansicht nach hat das Album nichts an der Eingängigkeit von With Teeth eingebüßt, ist aber ungleich vielseitiger und hat auch einige wirklich noisy stellen (The Great Destroyer).
Die Songs bilden eine Einheit. Das album ist der Soundtrack zu einem Film, den es nicht gibt, wie Trent reznor selbst sagte. Das Album ist der Film.
Ich kann es nur weiter empfehlen, für mich das beste Album was in diesem Jahr bis jetzt herausgekommen ist.
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. April 2007
NIN. Die waren ja schon immer bekannt für düstere Soundkollagen, verstörende Texte und ein unbehagliches Ambiente. Bzw. eigentlich nur der, Trent Reznor ist ja das einzig feste Mitglied. Wie auch immer. Der typische NIN-Sound bleibt auch beim neuesten Werk erhalten. Allerdings klingt das ganze wieder lärmiger, bedrohlicher, härter als beim für Nägels-Verhältnisse relativ "soften" With Teeth.

Hyperpower! leitet das Album wunderbar ein - in einer Minute und 42 Sekunden von Null auf Hundert, von trockenen Drum-Beats zu einem Crescendo aus verzerrten Gitarren und infernalischem Geschrei. Wer nach dem Opener ein ganzes Album in diesem Stil erwartet, wird erstmal enttäuscht. The Beginning of the End, welches sogar ein bisschen an das Vorgängeralbum erinnert, leitet die Grundstimmung ein, die sich durch das gesamte Album zieht. "We face our consequence / this is the beginning of the end". Thema ist eine Zukunftsvision aus dem Jahr 2022, auch als Year Zero ("Jahr Null") bekannt. In dieser Zeit hat die amerikanische Regierung die völlige Kontrolle übernommen. Drogen im Trinkwasser machen den durchschnittlichen amerikanischen Bürger willenlos. Wer sich nicht daran hält, wird aufgesucht und verschleppt. Widerstand scheint zwecklos. Von den Songtexten allein wird die Story allerdings nicht erzählt. Rund um Year Zero hat Trent Reznor eine eigene alternative Realität aufgebaut. Wer ein bisschen recherchiert, wird zahlreiche Websites finden, die aus der Zukunft zu stammen scheinen und ein erschreckendes Bild des Amerikas im Jahr Null nach und nach vervollständigen.

Zurück zur Musik. Die gestaltet sich bei den ersten Durchläufen als eher mühselig. Survivalism will und will einfach nicht zünden, solange man sich nicht eingängig mit der Musik beschäftigt. Also weg vom Internet, Hinlegen, Kopfhörer auf, Lautstärke hoch, Augen zu. Erst wenn man sich auf Reznor's Musik einlässt und aktiv zuhört, erschließt sich das Album vollständig. Was beim Nebenherhören monoton und einfallslos klingt, entfaltet erst bei genauerem Hinhören seine wahre Größe. So beispielsweise beim recht anstrengenden Vessel, dem schleichenden The Good Soldier oder dem unheimlichen God Given, welches einer der herausragendsten Songs der Platte ist. Einen weiteren Höhepunkt stellt My Violent Heart dar, hier hört man nach langer Zeit mal wieder richtige Wut aus Reznor's Stimme heraus. Textlich scheint jeder Song die Geschichte eines anderen Protagonisten aus der Welt im nullten Jahr darzustellen. Um diese Welt zu verstehen muss man aber tiefer eintauchen. Wer dazu neigt, solche Sachen zu ernst zu nehmen, dem sei allerdings an dieser Stelle davon abgeraten.

Den definitiven Höhepunkt erreicht das Album gegen Ende. Nach dem sphärischen Halbinstrumental The Greater Good, das mit einem unglaublich coolen Xylophon aufwartet, gräbt der große Zerstörer Trent entgültig den Klappstuhl aus (The Great Destroyer). Das Ende des Songs besteht ausschließlich aus zerhackstückelten Beats. Noise vom Feinsten. Fast. Mir persönlich fehlt hier das Geschrei aus dem Opener. Den Blick über die Landschaft nach der großen Zerstörung begleitet Another Version of the Truth. Seichte Pianoklänge, dazu eine bittersüße Melodie. Verstörend, düster, und trotzdem wunderschön. Hier zeigt sich wiedermal, dass die wahre Stärke Reznors in seinen ruhigen Momenten liegt. In This Twilight und vor allem das grandiose Zero-Sum lassen das Album ausklingen. Das Ende der Welt. Verzweiflung. Reue. "If I could only / do it all again". Wenn der Weltuntergang irgendwie klingt, dann so.

Zugegeben, das Album hat auch Schwachstellen. The Warning beginnt mit einem extrem coolen Gitarrenriff. Dieses wird aber das ganze Stück durch beibehalten, was dazu führt, dass der Song irgendwann zu nerven beginnt. Hier hätte ein bisschen mehr Wumms hingehört. Auch bei Capital G springt der Funke nicht so richtig über. Der Song ist keineswegs schlecht, geht aber neben den anderen Titeln ein bisschen unter.

Year Zero ist also nicht perfekt. Schön und gut. Nicht jeder wird damit etwas anfangen können. Auf-die-Fresse-Sound gibt es nämlich wenig. Aber das muss auch gar nicht sein. Wer bereit ist, ein bisschen tiefer in Reznor's Welt einzutauchen und dem Album mehrere Durchgänge zu gönnen, der wird auf seine Kosten kommen.
0Kommentar| 12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. Juli 2007
meiner meinung nach ist year zero ein derart spannendes album das wenn man es erst zwei-dreimal durchgehört hat, süchtig danach werden kann. wie lange sucht man denn nach einen album das man derart intensiv hören kann? es beantsprucht und fasziniert. das es sehr viel elektronischer ausgefallen ist als with teeth wird wohl keinen nin fan abschrecken, wobei ich nicht sagen würde das sich der kreis zu früheren werken schließt sondern das YZ einen großen schritt nach vorne gemacht hat...

musik wie man sie vielleicht noch nie gehört hat, voller ideen und voller inspirationen, die seines gleichen suchen.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. April 2007
In Anbetracht der bisherigen Kommentare erscheint es fast schon überflüssig etwas zu dieser Scheibe zu schreiben. Unterm Strich macht sich eine gewisse Zufriedenheit und auch Erleichterung der Hörerschaft breit, und die teile ich durchaus.

"Year Zero" ist weder eine komerzielle noch überproduziert verquere Platte geworden. Es lässt sich eh kaum darüber streiten, ob dieses Werk nun besser, schlechter oder einfach nur anders als die Vorgänger ist. Wenn man sich die Alben aus der Vergangenheit einmal nebeneinander aufstellt, und darüber nachdenkt, welches nun wie klingt und was für persönliche Favoriten sich für jeden einzelnen darauf befinden, so ist für mich persönlich diese Scheibe eindeutig das beste seit "Downward Spiral". Dies hat in erster Linie den Grund, dass für mich hier endlich wieder einmal ein paar Songs drauf sind, die ich immer und immer wieder hören möchte.

Die Songs auf diesem Album ergehen sich nicht in endlosen Experimenten, sondern kommen, Titel für Titel, kompromisslos und schnell auf den Punkt. Und trotzdem bleibt viel Spielraum für NIN typische Klangexperimente, die ich in dieser Kompromisslosigkeit lange nicht mehr von ihm gehört habe.

Mir gefällt die kratzige und dennoch glasklare Produktion, das treibende, wenngleich eher simpel gestrickte Schlagzeug, genauso wie die reinen Industrial-Passagen, wie sie in "The Great Destroyer", "Vessel" und "My Violent Heart" grandios zelebriert werden.

Eine klassische Single, selbst für NIN Verhältnisse, befindet sich meiner Meinung nach nicht auf "Year Zero", und "Survivalism" zählt für mich nicht unbedingt zu den besten Songs. Vielleicht kommt als nächste Single, und es wird bestimmt eine geben, "Capital G" der möglicherweise noch am ehesten in eine Single verwandelt werden kann.

Insgesamt bekommt der NIN Fan hier bekannte Kost in einem, wieder anderen, Gewand präsentiert. Die Elemente in der Suppe sind ähnlich, die Mischung immer etwas anders als bei den Vorgängern. Sofern man den Vergleich zum Rest der Musikwelt ziehen möchte, bleibt auch bei diesem Album festzustellen: Es gibt nichts was so klingt wie NIN.

Für NIN Einsteiger sicherlich nicht unbedingt geeignet, aber welche NIN Platte ausser "Pretty Hate Machine", die heute - obwohl grandios - seltsam kommerziell anmutet, ist das schon. Um sich auf NIN einzulassen muss man eh das Ding als gesamtes sehen.

Trent erfüllt damit wohl einen grossen Teil der Erwartungen seiner Hörerschaft. Wäre dies seine erste Platte, gäbe es weder eine Single, noch einen Verkaufsrang unter 50.000, und bestenfalls ein paar überschwengliche Rezensionen in Industrial und Gothic Szenezeitschriften. Dass solch ein Industrial-Rock Album heutzutage überhaupt weltweit Resonanz findet, ist wohl allein dem Umstand zu verdanken, dass Trent Ende der 80er einfach zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort war.
0Kommentar| 21 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. April 2007
lässt man die "broken"-ep jetzt einfach einmal unter den tisch fallen, so gibt es mit "pretty hate machine" das elektronische NIN-album, mit "the downward spiral" in der folge das konzeptalbum, mit "the fragile" das mammutwerk und mit "with teeth" den neuanfang nach dem reset und der lebenswirklichen notbremse des herrn reznor. ginge man also just nach titel, wäre "year zero" auch ein guter für das 2005er album gewesen, da dies zumindest in meinen ohren anfänglich so gar nicht nach NIN klingen wollte.

und jetzt liegt also nach (just!) zwei jahren der nachfolger zu "with teeth" in cd-laufwerk und vermag wieder einmal zu überraschen. überhaupt: das mit dem überraschen hat der nunmehr schon seit 2006 als muskelzwerg daherkommende trent reznor verstanden. das war schon früher so und ist noch heute so, denn was sich bei jeder veröffentlichung aufs neue zeigt, ist erst einmal ein erfrischendes verwundertsein, was denn diesmal passieren wird. wie gesagt, bei "with teeth" brauchte es schon einige durchgänge um die platte überhaupt als NIN-album zu erkennen, wenn auch die nägel immer wiederkehrende elemente auf dem plan haben, an welchen man eigentlich jedes album der band zuordnen kann...

und dieses mal - um auf die aufzählung vom anfang zurück- und das neue album zuzukommen - sind elemente aus fast jeder schaffensphase präsent! "year zero" besitzt diese elektronische minimalismus-aura vom 1989er debüt; ebenso wie die 1992er ep wirkt das neue werk dennoch herzlich experimentell; in gleichem maße wie schon 1994 hat man es mit einem durchgängigen, alles zusammen haltendem konzept zu tun; und wie bereits 2005 wird mit für NIN bis damals recht untypischen gesangsmelodien gewerkelt. hinzu kommt, dass manch song auf "year zero" schlichtweg an die (wenn man von den "with teeth"-remixen auf den singles absieht) hich gelobten versionen der albumtracks von früher erinnert.

dennoch ist das vorliegende werk kein flickenteppich. ähnlich wie "pretty hate machine" und "the downward spiral" wirkt das album wie aus einem guss (insofern gleicht es weitaus mehr dem debütalbum).

für einige war es ja schon bei "with teeth" nur schwerlich zu ertragen, dass es trent reznor nun besser gehe und die texte (wohl inklusive der musik) nicht mehr so 'toll', 'krank', 'was auch immer' wie bis inklusive zur "the fragile"-zeit sein mögen. die selben personen werden jetzt über den politischen ausdruck schimpfen. das lässt sich nicht vermeiden, ist aber sehr schade, weil völlig haltlos: wo bleibt die freiheit des künstlerischen schaffens einer band (im falle NIN sicherlich eher: eines mannes), wenn die so genannten fans ihr/ihm diktieren wollen, was sie denn gerne hören wollten? wo bliebe da die weiterentwicklung?

fakt ist jedenfalls, dass keiner, der bis dato noch nichts mit NIN zu tun hatte, mit diesem album einsteigen sollte - dafür wäre man mit "with teeth" besser beraten, im anschluss daran die "broken"-ep und dann noch "pretty hate machine". ich denke, wenn man sich in dieser reihenfolge vorschulen ließe, ließe sich auch "year zero" recht annehmlich recht schnell verinnerlichen. für alle, die jedoch den backkatalog schon kennen, wird das aktuelle album entweder ohnehin pflichtkauf sein, oder doch zumindest von meiner seite aus eine riesen-empfehlung, da es sich hier nicht nur um die konsequente weiterentwicklung nach "with teeth" und dem neuanfang handelt, sondern das album zudem gekonnt die brücke zu den ganz frühen tagen schlägt!

p.s.: das keine vermeintliche hitsingle am start ist und auch ein atmosphärischer titel wie immerhin "right where it belongs" (vom 2005er album) nicht vorhanden ist, fällt erst beim zweiten und dritten hören wirklich, aber nicht allzu schmerzhaft auf und ins gewicht. (das kann trent reznor dann in zwei jahren ja wieder ändern?!)
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. September 2007
NIN 2007
Neues Album Year Zero"
Komplex, abwechslung, intelligent, melancholisch, hynotisch....
Das sind die Worte, mit denen ich das Album in Verbindung bringe... Es ist meiner Meinung nach wieder um einiges düsterer als With Teeth" und auch viel besser strukturiert.
Der Opener Hyperpower" leitet das Meisterwerk bestens ein und ein besseres Ende als Zero-Sum" kann ich mir nicht vorstellen.
Die Musik ist so hypnotisierend wie keine andere, die ich kenne. Jedes Lied trägt seinen Beitrag zum Gesamtkunstwerk Reznor's bei. Jeder, der sich schon einmal intensiv mit einem NIN-Album befasst hat, wird bestens nachvollziehen können, was ich hier beschreiben will.
Es fällt mir wirklich schwer, so außergewöhnlich gute Musik in Worte zu fassen. Mann muss es einfach hören, ja, ich will jetzt nicht übertreiben wenn ich sage, man muss die Musik spüren um meine Euphorie verstehen zu können.
Einfach kaufen...
Anotherversionofthetruth.com
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. April 2007
mit "year zero" kehrt reznor eindeutig zu seinen wurzeln zurück: elektronische beats sind das, was year zero ausmacht, dabei ist für jeden etwas dabei: "captial g" wird den einen oder anderen an die guten tage von michael jackson erinnern, "the great destroyer" spricht wohl gefolgsleute von aphex twin an und tracks wie "meet your master" und die single "survivalism" erfreuen das herz der langzeit-nägelkenner.

nach dem "comeback" mit with_teeth, das reznor selbst als "vorsichtig" bezeichnet, hat er jetzt ein album am start, dass in seiner komplexität viele bisher dagewesene alben überragt: ein riesiges netzwerk wurde um year zero aufgebaut. die handlung des konzeptalbums spielt im jahr 2022 in der amerika von einem totalitären christlichen regime kontrolliert wird und die welt kurz vor dem abgrund steht. in dieser zeit macht zum beispiel eine hand gottes die welt unsicher und die oscars des vorjahres wurden mit dreckigen bomben "frühzeitig beendet". man kann das album in seiner "light" variante konsumieren und dieses anze "alternate reality game" ignorieren, oder man kann sich etwas in die geschenisse im jahr 2022 einlesen und findet dann bald referenzen im kontext mit year zero.

ein kurzdurchlauf der tracks schaut so aus:

mit dem knallharten hyperpower taucht man ab in die geisteswelt von trent reznor und bald macht einem das simpel gestrikte "the beginning of the end" klar, was zu befürchten ist. mit survivalism geht das album einen steinigen weg, ein einprägsamer refrain sorgt für kopfnicken und die knarzenden gitarren - von denen es am album recht wenige gibt - peitschen den song regelrecht aus. "the good soldier" ist etwas für the hand that feeds fans - sehr eingängig, freundlich, schöner refrain und recht sanft - aber das sanfte vergeht mit dem elektrosound den "vessel" an den tag legt, für mich einer der "anstrengendsten" tracks am album - aber doch eine kleine gänsehaut. den groovehammer packt der herr reznor danach aus: "me, i'm not" landete sofort auf meiner playlist im auto. und wer dachte trent reznor kann keine guten upbeat songs schreiben, ist mit "capital g" gut bedient: ein unglaublich eingängiger beat und wohl reznors beste performance als vocalist bohrt sich in die ohren und geht da wirklich nicht so schnell raus - wahnsinn. danach ist bei "my violent heart" der name programm. ist wohl zu vergleichen mit dem power-refrain von survivalism und auch eine kleine brise groove kann man erschnüffeln.

eindrucksvoll und genauso groovy wird es danach mit "the warning" - der ganze song baut auf ein und demselben gitarrenriff auf - einmal verzerrt und dann wieder glasklar. und jeder der anch capital g nicht genug dance-tracks hatte, wird mit dem verdammt coolen "god given" vollkommen bedient. auch hier gilt: vocals vom feinsten gefolgt von einem soliden nin song, "meet your master" heisst er und er leitet das ende des albums ein - der song bietet nichts neues wie die vorherigen tracks, schafft es aber dennoch zu einem richten vergnügen zu werden.

ruhe und gänsehaut folgen mit "the greater good". achja, eine prise groove ist auch enthalten. das ganze gipfelt dann in "the great destroyer". ein passender titel wenn man ältere boxen im auto hat. bis zur hälfte kann man nichts besonderes an dem track erkennen, bis reznor seine stimme zur sirene transformiert und mit "i am the great destroyeeerrr!" eine flut and soundsampels und harten beats hervorruft - für mich wohl der herausragendste track im hinblick auf innovation - und einen oHrgasmus gab es oben drauf. das piano packt er später mit "another version of the truth" aus und lässt sich gehen. wohl einer der tracks die man mehrmals hören muss um die schönheit darin zu entdecken. schönheit ist, was "in this twilight" im refrain hat: wunderbar. und abgerundet wird das ganze mit einem TV on the radio chor-gesang in "zero-sum"- dem beeindruckendsten weg ein nin-album zu beenden seit hurt.

meiner meinung nach: DAS album 2007.

es ist für jeden was dabei. nur gitarrenfetischisten und hardcore-melodiker sollten sich den kauf vielleicht überlegen. vielleicht.
0Kommentar| 19 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Februar 2012
Year Zero ist eine NIN Platte ohne besondere Höhepunkte geworden, dafür funktioniert sie umso besser als Gesamtkonzept. Sicherlich, das Thema ist schon sehr oft behandelt worden und etwas ausgelutscht, aber besteht nicht das ganze Leben aus endlosen Wiederholungen der immer gleichen Themen, sowohl gesellschaftlich, politisch und auch sonst in jedem Aspekt. Und schließlich ist Trent Reznor ja Amerikaner und sein Land befindet sich in einem ständigen Krieg womit er sich ja schließlich auch irgendwie in seinen Gedanken manchmal beschäftigen wird. Und sein Land benutzt ja auch immer wieder die selben Tricks um den Leuten Glauben zu schenken, daß dies alles seine Berechtigung hat. Und auf die Weise wie Reznor dieses zwar abgedroschene Thema auf "Year Zero" behandelt, ist es bisher ja noch nicht behandelt worden, zumindest musikalisch.

Das Album beginnt gleich sehr noisig, zieht sich dann aber über eine sehr lange Strecke relativ gemächlich stampfend dahin. Schon der Titel "The Beginning of the End" verrät dabei, wie das noch alles enden wird. Auch die weiteren Songs verraten schon im Titel das meiste und so steigert sich der Patriotismus vom anfänglichen "Survivalism" und dem braven "Good Soldier" immer weiter. Der anfängliche Optimismus in den Texten steigert sich dann sogar hin bis zu einem Größenwahn wo man sich selbst schon als Gott wähnt und Geld natürlich auch eine Rolle spielt, bis der Track "The great Destroyer" dann auch seinem Namen alle Ehre bereitet und auf dem Höhepunkt der Selbstüberschätzung dann alles zerstört und schließlich nichts mehr übrigbleibt, außer Bedauern darüber, was man in seinem Wahn alles angerichtet hat. Das versucht man dann nach alt bewährtem Rezept durch "Another Version of the Truth" wieder zu relativieren, doch alles was bleibt ist wiederum nichts außer daß man sich leider wieder am Ausgangspunkt angekommen sieht, "shame on us for all we have done and all we ever were - just zeros and ones..." Der Text und die Stimmung des Abschlußsongs passen prima.

Das Cover des Albums paßt auch hierzu haargenau, auf der linken Seite in der Hand die Bibel, in der rechten ein Maschinengewehr. Ok, nicht besonders einfallsreich oder schwer zu deuten, aber es paßt nun mal in seiner Einfachheit hier her. Zum Ausgleich dafür fand ich aber folgende Idee besonders genial, nämlich daß sich die CD während des Abspielens verändert - wer es noch nicht bemerkt hat, sollte sich die CD beim Einlegen genau anschauen und sie nach dem Abspielen des Albums damit vergleichen - auch hier bleiben wie im Titel des Albums angedeutet und im letzten Track lyrisch verarbeitet nur mehr "Zeros and Ones".

Und wer sich ständig darüber aufregt immer die selben Themen zu behandelt zu sehen bzw. zu hören, dem kann ich noch ein weiteres Thema nennen, welches mich inzwischen mehr als langweilt, mehr noch als die ganze Ami-Kritik. Es ist das typische Gejammere der "Fans der ersten Stunde", welche in jeder Weiterentwicklung ihres Idols einen Ausverkauf, einen Verrat oder sonst irgendetwas negatives sehen wollen. Geschmäcker sind verschieden. Und man kann wohl kaum von einem Künstler erwarten, sich jedesmal selbst neu zu erfinden und alles bis dahin gewesene gleichzeitig zu kopieren und doch irgendwie zu übertreffen. Bleibt der Künstler in seiner Entwicklung stehen, heißt es "langweilig", entwickelt er sich weiter heißt es "Ausverkauf". Im Tool-Song "Hooker with a Penis" wurde auf deren Album "Aenima" dieses Thema schon mal sehr gut musikalisch verarbeitet und ich finde es trifft noch immer den Nagel auf den Kopf und griff schon damals den Fans solcher Bands in deren zukünftiger Meinung vor. "Früher war alles besser" ist eine sehr voreingenommene Einstellung und vielleicht liegt es ja auch daran, daß sowohl der Künstler, als auch man selbst inzwischen um einiges älter oder reifer geworden ist. Vielleicht waren "The Downward Spiral" und "The Fragile" ja wirklich hervorragende Ausnahmealben, aber schlecht ist "Year Zero" deshalb noch lange nicht!
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

6,19 €
4,99 €
9,29 €
14,29 €

Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken