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Kundenrezensionen

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am 28. April 2005
"Marquee Moon", das 1977er-Debütalbum von Television, ließ bei seinem Erscheinen alle Kritiker in Lobeshymnen ausbrechen. Und auch heute noch, fast 30 Jahre später, ist sie einfach nur zeitlos gute Musik.
Television könnte man vielleicht als "progressiven" oder "alternativen" 1970er-Rock bezeichnen. Ihre Lieder sind alle überaus eigenständig, dabei aber vielseitig und abwechslungsreich, und klingen auch heute noch modern.
Die Grundstimmung der Musik ist eher ruhig; Aggressivität und Melancholie sind vorhanden, werden aber durch den kühlen und disziplinierten, dennoch engagierten Vortrag gedämpft. Der Klang ist eher einfach, ohne Bombast, sehr klar. Auch hervorzuheben, dass die Jungs hier völlig ohne Effekte auskommen.
Besonders hervor sticht auf diesem Album der zehnminütige Titelsong "Marquee Moon". Lange Lieder haben ja oft den Nachteil, irgendwann eintönig oder nervig zu werden -- dieses hier nicht. Man merkt einfach nicht, wie die Zeit vergeht -- Television hat hier genau die richtige Balance zwischen Variation und Wiederholung gefunden.
Ein weiterer Anhör-Tipp ist "Guiding Light", eine wunderschöne Ballade. Wenn das Lied anfängt, geht mir irgendwie immer das Herz auf... das ist Kunst!
Insgesamt ist die Platte sehr ausgewogen. Einfach hinlegen und zuhören -- und man verbringt eine sehr angenehme Stunde.
Die hier vorliegende Ausgabe hat den Vorteil, neben dem ursprünglichen Album auch einige Bonustracks zu enthalten. Das erste ist Televisions 1975-Debütsingle "Little Johnny Jewel" zu enthalten -- die haben es tatsächlich geschafft, ihre Plattenfirma zu überreden, dieses 7-Minuten-Stück in zwei Stücke auf die A- und B-Seite der Single zu packen; hier ist das ganze Lied drauf. Danach einige "Alternate Takes" von Stücken der Platte, wo man die Unterschiede aber mit der Lupe suchen muss, sowie ein herrliches "Untitled Instrumental", das ebenfalls zu den Anhörtipps zählt.
Auch schön ist das 20-seitige Booklet mit vielen Fotos sowie der interessanten und witzigen Geschichte des Entstehung dieses Albums -- überhaupt ist die gesamte CD ansprechend gestaltet, auch die Hülle.
Ich kann diese Platte jedem wärmstens ans Herz legen, der auf gute, handgemachte Musik steht. Vielleicht erschließt sich nicht jedes Lied beim ersten Mal -- aber das ist ja oft so bei eigenständiger Musik. Mir persönlich sind viele Lieder bereits beim ersten Mal direkt ans Herz gewachsen, und inzwischen auch die Platte als Ganzes.
Da bei dieser Platte also alles stimmt -- Musik & Optik -- und ich sie tatsächlich jedem empfehlen kann (eine Seltenheit): satte fünf Punkte für dieses kleine Juwel!
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am 17. Dezember 2003
1977 erschien dieses grossartige Album und im Gegensatz zu einigen Scheiben dieser Ära besitzt es auch 26 Jahre später noch einen ganz eigenen Reiz! Television arbeiteten im Umfeld von Pattie Smith, Richard Hell and the Voidoids und genauso klingt auch ihr Debüt. Intelligenter Wave-Punk aus New York, stark von den Velvets beeinflusst aber deutlich härter. Herausragend bleibt das geniale Zusammenspiel der Gitarren sowie Verlaines nasal-gelangweilter Gesang. Der Titeltrack ist neben "Sonic Reducer" von den wesentlich prolligeren Dead Boys, "Blank Generation" von Kumpel Richard Hell und Pattie Smiths' "Gloria" eine der stärksten Songs aus dieser wunderbaren Epoche des amerikanischen Punk! Wer wissen will, woher angesagte Bands wie "The White Stripes", "Raveonettes" oder auch "The Strokes" ihre Inspiration beziehen, sollte sich diese CD unbedingt zulegen!!!
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am 28. August 2005
Beste Rock Platte des Jahres 1977! Liest man oft (und gern) aus manchen alteingesessen Musikquellen, wenns um die Resumees vergangener Tage geht. Aber es hat den Anschein, dass grösstenteils nur die "alten Herren" was mit dem Namen dieser Band anfangen können. JAA es ist wahrhaftig traurig, dass nur ein leichtes Achselzucken aufkommt, wenn man zwanzigjährige Stripes und Strokes Hörer (die Rock-hörer meiner Generation) nach dieser Band befragt. Nach einer Band fragt, die vermutlich als wichtigste Inspirationsquelle eben jener Strokes und Stripes überhaupt zu bezeichnen ist.
1977, ein unglaublich wichtiges Jahr für die Musik bzw. einen Musikstil. Der Punk entdeckt den Mainstream. The Clash, die ab dato wohl bekannteste Institution des dreckigen Punk Rocks warfen ihr gleichnamiges Debut Album auf den Markt. The Ramones, die ein Jahr zuvor schon einen Longplayer veröffentlichten, etablierten sich nun endgültig mit gleich zwei Alben; Leave Home und Rocket To Russia in diesem Genre. Suicide und The Jam lieferten ebenfalls im Jahre 1977 wichtige, grandiose Glanzlichter zur Punk Kultur. Niemals wieder sollte es um diesen Stil besser stehen als in diesem einen Jahr. Tja... und irgendwo zwischen diesen ganzen lauten, schrammeligen, dreckigen 2:30 minuten Stücken wurde eine Band geboren die zwar durch und durch Punk ist, dieses Genre auch mitbegründet hat und doch irgendwie alles anders machte als man es von "normalen" Bands dieser Ära gewohnt war...
Tom Verlaine, Richard Hell, Billy Ficca und Fred Smith kommen allesamt aus New York und begründeten ihre erste Band, The Neon Boys auch dort. Dies allerdings schon im Jahre 1973, also vier Jahre vor Television. Aus dieser Periode gingen nur eine Ep, sowie eine LP hervor. Beide sind kaum beschaffbar, haben wohl immensen Sammlerwert, aber selbst die Band meinte damals, dass die Kompositionen doch ziemlich unausgegoren klingen. Also, who cares... Im Jahre '77, dann schliesslich die Gründung Televisions, welche auch gleich ein neues Mitglied mit sich brachte. Richard Lloyd, damit zweiter Gitarrist der Band. Was nun folgen sollte schimpft sich Marquee Moon...
Ein fulminanter Einstand! Selbst von Television niemals wieder in Punkto Genialität getopp, vermochte er allen Clashs und Ramones dieser Welt erklären wie Punk auch klingen kann. Anders, intelligenter, herausfordernder, wütender, einfach... dem normalen Prinzip Punk "überlegen". Was Television vollbrachten und in vieler Ohren die sich ihre Cds heut anhören immer noch vollbringen is recht simpel: Jam orientiere, strukturell vertrackte, aber dennoch irgendwo eingängige Rock Songs mit den Roots des Punk, der unbändigen wütenden Energie und dreckigen Atmo des Garage-Rocks, oftmals in fast epischen Ausmasse (man höre den unglaublichen Titeltrack), nicht oft aber nichtsdestotrotz wunderschön mit kleinen aber feinen "Punk Solis!" unterlegt die kein Mensch in diesem Kontext hätte gewagt einzusetzen, ja erst recht nicht gedacht hätte sie jemals so zu hören.
Ich möchte auch garnicht mehr Worte verlieren... jeder Mensch der sich auch nur ein bisschen für Punk Rock oder auch allgemein gehalten, für Rock Musik interessiert muss sich den Titelsong Marquee Moon zumindest einmal angehört haben. Normalerweise ist man nach Konsum dieses Meistwerks sofort infiziert, kauft sich das gleichnamige Album... und wenn man gerade noch Zeit und Geld hat, den ebenfalls grandiosen Nachfolger Adventure noch dazu. Der Rest ist dann... Musikgeschichte...
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am 8. November 2003
...war dieser Reissue der besten Platte des Jahres 1977. Selten verbinden sich auf einer Gitarren-Platte kompositorische Eingängigkeit mit Komplexität im Detail wie auf diesem Geniestreich, der nun endlich in würdiger Form auf CD vorliegt : sehr gutes Remastering und ansprechende Aufmachung (Digipack mit ausführlichen Linernotes und Texten), dazu noch vorher nie offiziell auf CD erhältliche Bonustracks.
Hoffentlich ist das der Beginn einer Serie von Rereleases aus dem Hause Elektra, der die bisherigen in Sound und Aufmachung sehr dürftigen CD-Versionen (z.B. Stooges) überflüssig macht.
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am 30. April 2004
Endlich wiederveröffentlicht, endlich in hervorragendem Sound, hoffentlich endlich gekauft von allen auch jungen Musikinteressierten, die wissen wollen, von wem Bands wie die Strokes nicht unbedingt nur ihre musikalischen Einflüsse, sondern vor allen Dingen Attitüde und Atmosphäre erfahren haben. Dies ist die beste Nicht-Punk-Platte der Punk-Ära. Zugleich eine der besten Gitarrenplatten aller Zeiten, weit enfernt vom Gedniedel der Allman Brothers etc. Der Titelsong ein Manifest, nun erhältlich ungeschnitten in seiner ganzen Grösse. Als zusätzlichen Bonus zum ersten Mal vollständig auf CD die damals wie heute aufsehenerregende erste Single der Band "Little Johnny Jewel", die auf "Marquee Moon" ursprünglich nicht veröffentlicht wurde.
Keine Frage: Diese Platte gehört in die Top 100 aller Zeiten!
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am 10. Juni 2006
Es existiert Musik die es irgendwie vermag das man sich vollkommen in ihr verliert, dieses schöne stück ist eines jener welchen. Man legt sie auf, macht sie an, und ist erstmal enttäuscht, öder kram, dann fängt sie an , so ab dem dritten song furchtbar zu nerven. Irgendwo geht plötzlich eine Tür auf, man tritt ein und verliert sich in Ihr niemals (sich in einer Tür zu verlieren ist auch nicht möglich, denke ich), sondern schwebt durch sie hindurch (Die LP). Wer Punk agros erwartet kauft lieber eine gewöhnliche Punk Scheibe. Television haben hier viel mehr zu bieten, allein der Band name ist Programm, so wie die meisten Hirnis unter uns (so auch ich) uns gerne in vorwiegend amerikanischen Filmen verlieren, und dabei leider viel zu oft den faden beigeschmack empfinden dem hyper-künstlichen ausgesetzt zu sein, schaltet sich bei -Marquee Moon- schnell ein Gefühl ein das ich mal so beschreiben möchte, - es fühlt sich wahr an - . Bin kein musikkritiker hab aber einige CDs in meiner sammlung vorzuweisen, und zwar aus fast jeder Rock richtung und Ära, aber Televisions Marquee Moon bildet einer dieser selten seltsamen ausnahmen ähnlich Radioheads OK Computer. Oder Spiritualizeds Welcome ladies and gentleman we are floating in space. Bin glückich dieses kleinod für mich entdeckt zu haben, ich empfehle es gerne jedem Musikliebhaber.
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VINE-PRODUKTTESTERam 16. Februar 2011
...ja, wenn Tom Verlaine mal nicht ein zeitweises Verhältnis mit Patti Smith gehabt hätte oder wenn diese Platte schon 1977 ein riesen Erfolg gewesen wäre ? So entstehen vielleicht Mythen und Television ist so ein Mythos. Vergleichbar noch vielleicht mit dem Debut von Velvet Underground. Diese Platte verkaufte sich auch bei ihrem Erscheinen denkbar schlecht. Heute ist sie Kult. Television sind Kult, Tom Verlaine ist Kult.

Aber was wäre Tom Verlaine ohne das kongeniale Zusammenspiel mit seinem Gitarrenpartner Richard Lloyd ? Televivion wären nicht Television. Diese Platte bedeutet mir jedenfalls deshalb so viel, weil Television hier die Saat legen, die ein paar Jahre später mit Bands wie Sonic Youth, Dinosaur Jr oder Pavement aufgegangen ist. Sehr auf Pavement trifft das zu, aber eigentlich noch mehr auf Sonic Youth, bis zu deren aktuellstem Werk The Eternal.

Marquee Moon und Torn Curtain lassen Television auf dieser Platte in einen Rausch verfallen. Diese überlangen Songs tragen nicht das Markenzeichen aufgefeilten Songwritings, aber die Band agiert wie unter Betäubungsmitteln, als würden die Songs aus einem eingenebelten Kosmos heraus gespielt. Was bei mir ankommt und was mir auch bei späteren Indie-Bands immer gefallen hat, ist der auf mich wirkende Eindruck, dass die Band macht, was sie muss. Als würde ein grobes Gerüst der Songs fest stehen und der Rest ist fliessender Übergang...jazz-artiges Zusammenspiel der Gitarren von Tom Verlaine und Richard Lloyd.

Nach den vorgenannten gefallen mir noch am besten: See No Evil (ein Stück Schrammel-New-Wave-Rock), Friction (ein treibendes Stück mit markant-singendem Gitarrenriff) und Elevation (dass ein wenig Red-Hot-Chili-Peppers-Sound vorweg nimmt). Das gesamte Album sprüht vor Ideen und gerade wenn Verlaines Gesang anfangen will, ein wenig an den Nerven zu zerren, gehen die Songs in instrumentale Passagen über und der traumwandlerisch wirkende Fluss der Musik ist wieder da.

Tom Verlaine - voc, guit, keys
Richard Lloyd - guit, voc
Fred Smith - bass, voc
Billy Ficca - dr
Produzenten: Andy Johns u. Tom Verlaine
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am 16. März 2009
Television ist eine jener Bands, deren posthumer Ruhm den tatsächlichen Erfolg zu Lebzeiten weit übersteigt. Während die Kollegen aus der New Yorker CBGB-Punk-Szene der Siebziger - Ramones, Patti Smith, Talking Heads und Blondie - Welterfolge verzeichneten, blieben sie Außenseiter und lösten sich auf dem Höhepunkt der Punk-Welle 1978 auf.

Dabei gibt es gute Gründe anzunehmen, dass Television von den genannten Bands wahrscheinlich das größte Talent besaßen. Ein unverwechselbarer Sound, in dem sich Punk-Attitüde mit der Folk-Sensibilität verband, komplexe und dennoch vertraut klingende Songs, das bahnbrechende Zusammenspiel der Gitarristen Tom Verlaine und Richard Lloyd, und abenteuerliche Gitarrensoli ...man verzeihe mir die unfaire Bemerkung, aber: Television und The Strokes trennt ein Klassenunterschied.

MARQUEE MOON ist Televisions Meisterwerk. 1977 veröffentlicht, hatte in den Vereinigten Staaten damals niemand Interesse an einem Sound, der ausgerechnet Ähnlichkeiten zu damals unhippen" Bands aus der verwelkenden Hippie-Ära - Byrds oder Grateful Dead - aufwies. Punk stand für musikalischen Minimalismus und Beschränkung, Television dagegen für beinahe psychedelisch ausufernde Gitarrensoli. In Wirklichkeit klangen Television damals genauso eigenständig wie heute und lassen sich nur schwer in eine Schublade pressen. Ihr Einfluss auf ganze Indie-Generationen - Felt und The Smiths in den Achtzigern, The Strokes im neuen Jahrtausend - ist ebenso spürbar wie im Mainstream, wo ein Gutteil des Gitarrensounds von The Edge (U2) auf Television zurückzuführen ist. Der enigmatische Lawrence Hayward, Chef der ehemaligen britischen Indie-Institution Felt, hat Television sogar den Namen für seine Band entlehnt -aus dem Wort, das Tom Verlaine in "Venus" mehrmals mit Nachdruck singt.

Ungeachtet ihrer intellektuellen Reputation ist Televisions Musik herb, aber zugänglich. Im Gegensatz zu den Siebzigern ist Tom Verlaines nölend-larmoyanter Gesangsstil in der Velvets-Tradition heute mehrheitsfähig. Die Mischung aus Konventionalität, Originalität und Authentizität macht aus MARQUEE MOON ein großes Album: mitreißend, theatralisch, dramaturgisch perfekt inszeniert. Tom Verlaine dominiert das Album: Auf den meisten Songs stammen die Gitarrensoli von ihm, bis auf den Opener, "Elevation" und "Guiding Light", die von Richard Lloyd veredelt werden. Packend ist "See No Evil", zackig "Friction" und "Prove It", elegisch "Elevation", dramatisch der Closer "Torn Curtain". Den lyrischen Höhepunkt dieser an melodischen Höhepunkten so reichen Platte bildet Lloyds kristallklares Solo auf "Guiding Light", gleichzeitig so stilbildend, dass man sein Echo etwa bei den Pretenders ("Birds Of Paradise" auf dem zweiten Album) sowie bei The Smiths ("That Joke Isn't Funny Anymore") klar und deutlich vernehmen kann. Herzstück des Albums ist und bleibt aber das monumentale zehnminütige Titelstück mit dem Trademark-Riff und dem epischen, raumgreifenden Solo Verlaines. Spätestens hier wird deutlich, warum das Etikett "Punk" für diese Band völlig unangebracht ist.

Die 2003er Remastered-Neuauflage von MARQUEE MOON versammelt zusätzlich vier Bonustracks: neben zwei in der Form fast identischen Versionen von "See No Evil" und "Friction" stechen als Beleg für die Experimentierlust von Verlaine & Co. das dreiminütige titellose Instrumental und - das eigentliche Schmankerl - Televisions Debütsingle von 1977, "Little Johnny Jewel", hervor. "Little Johnny Jewel" ist ein schräges siebenminütiges Stück, das noch heute arg experimentell klingt und irgendwo im musikalischen Niemandsland angesiedelt ist, zwischen Rock, Country und freejazziger Abenteuerlust.
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TOP 500 REZENSENTam 25. September 2008
Wegen all den Referenzen, Ehrfurchtsbezeugungen und Lobeshymnen auf, für und zu diesem Album in den letzten Jahren, muß man sich ja als Television Unbedarfter zuerst einmal die Frage stellen: gilt das nun zurecht als Kult-Album? Und wenn ja, weswegen?

Um's kurz machen: Kult-Album- vielleicht, Klassiker nein, denn dazu hat das Album eigentlich zu wenig Einflüsse hinterlassen und war zu unerfolgreich. Gemeinhin gilt es ja als Post Punk Album zu einer Zeit als es Post Punk noch gar nicht gab, was aber meiner Meinung nach auch nur bedingt zutrifft, denn: ja es stimmt, da wird schon sehr viel mit Mitteln gearbeitet, die später gern im Power Pop oder Post Punk verwendet wurden, andererseits aber sind die Gitarrenlinien und Melodien schon wieder viel zu verspielt und die Kompositionen viel zu songwriterhaft, um es diesen Genres wirklich zuordnen zu können. Auch finden sich hier immer wieder leichte Anleihen, an den damals im Sterben liegenden Prog Rock, aber die phasenweise aufblitzende Agressivität und die Arrangements passen zum Post Punk.

Nichtsdestotrotz ist es ein sehr starkes Album, daß seine Magie einerseits aus der bis dahin noch nie gehörten Verspieltheit der Gitarren in einem Rock Kontext bezieht und andererseits aus den filigranen Songstrukturen. John Frusciante müsste dieses Album eigentlich lieben und rauf und runter gehört haben, denn stilmäßig ist er Tom Verlaine noch am nahesten gekommen.

Eingängig wird das Album erst nach mehrmaligem Anhören, was auch ein gutes Zeichen ist, weil man davon ausgehen kann, daß es sich im Laufe der Jahre kaum abnützt. Im nachhinein betrachtet könnte auch der Name der Band nicht besser gewählt worden sein, denn es ist tatsächliche eine tele - vision, also ein Betrachtung wie gute Gitarrenmusik in einer fernen Zukunft aussehen könnte.
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am 21. März 2004
Um lange, komplizierte Fragstellungen und kokette Formulierungen auf eine kurze, komplizierte Phrase herunterzubrechen: Hätte diese Band das Fernsehen erfunden, anstatt sich von ihm lediglich den Namen zu borgen, wäre uns wohl die Erfindung der Fernbedienung erspart geblieben. Dann nämlich würden wir heute täglichen Rundumgenuß erleben dürfen, soabld die Glotze einmal läuft, und wären dabei nicht einmal auf die Idee gekommen, daß Umschalten vonnöten sein könnte. Ganz in Analogie zu den hervorragenden Songs auf "Marquee Moon" kann man über "Television" (also die Band und das Fenrsehen gleichermaßen) sagen: Wie schön, wenn man einmal von geistigem Teleshopping und (musikalischem) Sitcom-Gehabe verschont bleibt! Hier ist nichts leicht, dennoch aber bekömmlich - hier kommen die punkigen, pop-paraphrasierenden Melodien wie Kulturfernsehen ohne Bildungsauftrag rüber.
"Friction" und Marquee Moon" selbst begeistern durch ihren bestechend-dirketen Gitarren-Groove, und über die restlichen Songs läßt sich leider auch kaum Anderes sagen. Einziger Kritikpunkt ist wohl das Nachfolgeralbum "Adventure", aber dafür kann dieses Album schließlich nix. Das war's auch schon wieder mit dem Bekritteln. Tja. Da muß die Kritik wohl sprachlos bleiben, und auch wenn es dem redseligen Analysehirn zuweilen schwerfällt, sich im richtigen Moment die eigene Sprachlosigkeit einzugestehen, so soll genau das hier doch einer dieser seltenen Momente sein. Wow. Fünf Sterne für den Stil. Und der Rest ist Schweigen.
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