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TOP 500 REZENSENTam 12. Juli 2015
Als Otto Klemperer 1960/61 in der Londoner Kingsway Hall eine illustre Sängerschar um sich versammelte, um Johann Sebastian Bachs umfangreichstes Vokalwerk aufzunehmen, war noch keine ernsthafte Rede von Originalklang und Besetzung mit alten Instrumenten. Trotzdem sind angesichts des gewaltigen Apparates, den Klemperer hier zusammenstellt, grundsätzliche Bedenken nicht von der Hand zu weisen, wenn man berücksichtigt, mit welch einer geradezu mickrigen Schar der Komponist in Leipzig sein Werk zum ersten Mal aufgeführt hat. Puristen, die auf originalen Klang und originale Instrumente Wert legen, sollten die vorliegende Aufnahme ohnehin "weiträumig umfahren". Aber trotz aller berechtigten Einwände sollte jeder unvoreingenommene Bach-Freund nicht achtlos an Klemperers Werkschau vorbeigehen. Sie basiert auf dem Hintergrund der aus dem 19. Jahrhundert überkommenen musikalischen Praxis, als Felix Mendelssohn Bartholdy das Werk aus jahrzehntelangem Dornröschenschlaf erweckte (zunächst 1829 in Berlin und dann 1841 in Leipzig) und es damit praktisch für die Nachwelt dauerhaft der Vergessenheit entriß.
Otto Klemperer (1885-1973) galt während seiner langen Lebenszeit in erster Linie als Interpret der deutschen Klassik und Romantik von Joseph Haydn bis Richard Strauss. Darüber wird mehr und mehr vergessen, daß er, vor allem in seinen späten Jahren, die großen Werke Bachs immer wieder öffentlich aufgeführt und auch bemerkenswerte Aufnahmen hinterlassen hat. Darunter befinden sich die h-moll-Messe (1967) und auch die Brandenburgischen Konzerte (1960).
In der hier wieder vorgelegten Matthäus-Passion fallen zunächst die für heutige Ohren breiten und majestätischen Tempi auf, dazu schon der eingangs erwähnte riesige Orchesterapparat mit einem ebenso gewaltigen Chor. Hinzu treten exzellente Solisten: Dietrich Fischer-Dieskau (Jesus), Walter Berry (Petrus) und als Evangelist der unvergleichliche englische Tenor Peter Pears. Die Sopran-Arien werden von Elisabeth Schwarzkopf, die Alt-Arien von Christa Ludwig übernommen. Besonders hervorheben möchte ich noch Nicolai Gedda, der die Tenor-Arien mit seinem herrlichen Gesang veredelt. Weitere erstklassige Vokalisten wie Helen Watts, Otakar Kraus und Geraint Evans kommen in kleineren Partien zum Einsatz, alles in allem also eine illustre Sängerschar, von der heutige Aufführungen noch nicht einmal mehr zu träumen wagen. Der Philharmonia Chorus, assistiert noch von dem hochkarätigen Knabenchor "Boys of Hampstead Parish Church Choir", singt mit Präzision und Wucht, wenn auch angesichts des großbesetzten Philharmonia Orchestra London manche Textpassage im Gesamtklang buchstäblich untergeht. Trotzdem hinterläßt Klemperers heiliger Ernst, seine geistige Durchdringung des gewaltigen Stoffes und seine künstlerische Kompetenz einen überwältigenden Eindruck. Seine Sicht auf Bachs gewaltigste Partitur ist frei von jeder falschen Sentimentalität, die viele andere Aufnahmen in ihrer Wirkung so stark beeinträchtigt, und so bleibt seine Deutung trotz aller Anfechtbarkeiten ein Meilenstein in der langen Geschichte der Bach-Rezeption. Klarheit der Linienführung und Orientierung am biblischen Text kennzeichnen eine Gesamtinterpretation, die trotz aller geschichtlichen Zeitbedingtheit ihren Wert behalten und die Zeiten überdauern wird.
Man kann sicher über den Interpretationsansatz Klemperers trefflich streiten, aber Vokabeln wie "grauenhaft" und "abschreckend" halte ich für völlig fehl am Platze. Eine solche Wortwahl sagt mehr über den Rezensenten aus als über die besprochene Aufnahme.
Das beigefügte Booklet gibt ausreichende Informationen zum Werk und enthält auch den kompletten Passions-Text mit Übersetzung in englisch und französisch.
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am 9. März 2011
Es ist schon erstaunlich, dass es zu dieser Aufnahme, die immerhin seit 1961 auf dem Markt keinen einzigen Kommentar gibt.Die amerikanischen Freunde haben sich durchaus geäussert. Derzeit 21 Wortmeldungen.Überwiegend positiv.
Und bei uns?

Will man nicht an einem Denkmal kratzen? Wird die Reaktion einer Klempererfraktion befürchtet ? Ich weiss es nicht.

Ich habe mich früher mit dieser Aufnahme nie beschäftigt.In Vorbereitung einer Darstellung zur Matthäus-Passion stosse ich nun auf diese Aufnahme. Klemperer stand ich nie sehr nahe,auch wenn ich die Ernsthaftigkeit seiner Haltung schätzen konnte und es Aufnahmen gibt die ich sehr geniesse, wie sein Giovanni von 1964.

Aber die Interpretation der Matthäus-Passion ist einfach grauenhaft. Die Musik steht. 11.46 allein für den Eingangschor.Durch die langsamen,schleppenden Tempi wird der Fluss der Musik vollkommen gestoppt. Auch in den Arien ist es problematisch.Walter Berry kommt mit den Tempovorgaben gar nicht zurecht.

Warum nicht null Punkten? Nun,Klemperer hat grossartige Solisten. Nein, nicht Peter Pears. Dessen näselnder Tenor gefällt mir gar nicht,aber Fischer-Dieskau. Schwarzkopf und auch Frau Ludwig sind einfach grossartig. Daran kann man nicht vorbeihören,auch wenn einen der grundsätzliche Ansatz von Klemperer graust.

Ein wirklich abschreckendes Beispiel einer Wiedergabe der Matthäus-Passion.
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