Hier klicken Sale Salew Salem Hier klicken Sonderangebote Book Spring Store 2017 Cloud Drive Photos Learn More TDZ Matratzen Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimited AmazonMusicUnlimited longss17



Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 10. April 2015
Tolles Blues-Album des nordirischen Ausnahme-Gitarristen von 1990 unter Mithilfe von hochkarätigen Künstlern wie "Albert King", "Albert Collins" und "George Harrison", dass in den USA zum erfolgreichsten Album seiner Karriere mutierte. Moore zelebriert mit den grandiosen Single-Auskoppelungen "Oh pretty woman", "Still got the blues", "Walking by myself", "Too tired", "Moving on"(Spanien-Release)) und "Midnight blues"(Deutschland-Release) den elektrischen Blues, als gäbe es kein Morgen. "Texas strut"/"King of the blues"/"As the years go passing by"/"All your love" sind weitere Meisterwerke des Blues, vorgetragen von einem entfesselnden Künstler. In den Songs von den Blues-Legenden Otis Rush, Johnny Guitar Watson, Elmore James, Jimmy Rodgers, Peter Green, Dan Malone und Freddy King ist Gary Moore zu jeder Zeit authentisch, und somit über rezensierenden Miesepeter erhaben. 2002 veröffentlichte EMI Music die digital remasterte Special-Edition des Albums über einer Spiellänge von 71 Minuten inklusive 5 Bonus-Tracks. "The Stumble", "Left me with the blues", "Further on up the road", "Mean cruel woman" und vorallem "The sky is crying" werten die Hammer-Veröffentlichung zusätzlich auf, und ehren somit den leider viel zu früh verstorbenen Gitarren-Virtuosen gebührend.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Juli 2017
Für viele Fans war es ein überraschender Stilwechsel, für Gary Moore, den rastlosen Wanderer zwischen den Stilen, war es aber ein logischer Schritt zurück zur Musik seiner Jugend. Wer Live at Montreux 1990 kennt, weiß, wie befreit und inspiriert Gary auf seiner ersten Blues-Tour losrockte. Ich kann die Fans verstehen, die den Stilwechsel nicht verstanden und gerne mehr Musik im Stil von "Victims of the Future" oder "Wild Frontier" gehabt hätten. Aber zumindest auf ersterem spielte Gary eine Rolle, die ihm nach einer Weile einfach langweilig geworden war. Lauter, härter, heftiger, schneller - letztlich fühlte er sich wohl in dieser Richtung nicht wirklich heimisch genug. Vergleicht man Garys Gesang auf "Still Got the Blues" mit den Vorgängeralben, fällt sofort auf, wie entspannt und natürlich es hier auf einmal klingt, nicht mehr so angestrengt. Beim Gitarrenspiel ist der Unterschied aber gar nicht so groß (was Moore damals auch von vielen Bluespuristen Feindseligkeit einbrachte, obwohl dieses Album enorm wichtig für das allgemeine Blues-Revival war). Stücke wie "Moving On" (selten: Gary mit Slide!), "Oh Pretty Woman", "Walking By Myself" und vor allem das hammerharte, u.a. an ZZ Top angelehnte "Texas Strut" (mit Thin-Lizzy-Drummer Brian Downey) brettern recht heftig und mit verzerrter Gitarre durch die Lautsprecher. Damit ist "Still Got the Blues" gewissermaßen ein Übergangsalbum und mehr Bluesrock als Blues. Dieser Umstand wiederum macht "Still Got the Blues" zu einem idealen Einstiegsalbum für Fans der härteren Gangart, die sich ein wenig mit Blues beschäftigen möchten. Von diesem Album aus kann man dann John Mayalls Alben der Sechziger erkunden und sich schließlich mit dessen Vorbildern, den urbanen Bluessängern der 50er auseinandersetzen. Auch die Namen der hier Gecoverten wie Jimmy Rogers (eigentlich James A. Lane und u.a. Gitarrist in Muddy Waters' Band), Johnny "Guitar" Watson und Otis Rush laden förmlich zur weiteren Recherche ein.
Neben den lauten, aggressiven Stücken gibt es aber auch eine andere, zurückhaltendere Seite. Da wäre zum Einen das etwas aus dem stilistischen Rahmen fallende Titelstück, eine traurige Rockballade in der Nachfolge von "Parisienne Walkways", die ihre Existenzberechtigung vor allem durch das großartige Schluss-Solo erhält. Wer den Song, immerhin einer von Gary Moores größten Hits, nur aus dem Radio kennt, wird dieses Solo wohl nicht gehört haben, aber es sind gerade diese letzten zwei Minuten mit einer unvergleichlich "singenden" Gitarre, die das Stück zu einem Highlight machen. Daneben gibt es mit "As the Years Go Passing By" und "Midnight Blues" (Eigenkomposition, aber nahe an "I'll Play the Blues for You" sowie den frühen Fleetwood Mac angelegt) zwei dunkle Bluesnummern, von denen gerade Erstere noch einige Nachfolger auf den späten Moore-Alben finden sollte. Die restlichen Songs, zumeist mit der grandiosen Rhythm-Section Andy Pyle (Bass) und Graham Walker (Drums), die auch Basis der Liveband werden sollten, grooven schön locker vor sich hin und mit den Gastauftritten von Albert King ("Oh Pretty Woman") sowie Albert "Iceman" Collins ("Too Tired") kann man sowieso nichts falsch machen. Collins, dem Telecaster-Veteranen, gefiel die Zusammenarbeit mit "young gun" Moore offenbar so gut, dass es neben vielen Gastauftritten bei Konzerten auch zu zwei weiteren Kooperationen mit Collins bei den Sessions zum nächsten Album kommen sollte.
Falls es bis hierhin noch nicht klar sein sollte: Für mich ist "Still Got the Blues" ein Meisterwerk! Zugleich möchte ich aber auch betonen, dass ich die zweite Hälfte als etwas schwächer empfinde. Ob es nun wirklich eine gute Idee war, die beiden depressivsten Songs direkt aufeinander folgen zu lassen und somit eine Strecke von dreizehn düsteren Minuten auf dem Album zu haben, will ich doch mal bezweifeln. George Harrisons Gastbeitrag, das von ihm selbst verfasste "That Kind of Woman" mit tatkräftiger Mitwirkung (Slide- und Rhythmusgitarre plus Backing Vocals) des Ex-Beatle, ist sehr schön anzuhören, passt aber auch nicht so ganz zum Rest. Als alter B.B. King-Verehrer muss ich es Gary auch übelnehmen, dass er Albert King zum "King of the Blues" ernennt. Nichts gegen Albert (der natürlich auch Legionen von Gitarristen beeinflusst hat) oder den im Stax-Stil gehaltenen Song mit Referenzen an Albert-King-Klassiker wie "Born Under a Bad Sign" oder "Crosscut Saw", aber das ist sicher auch kein Glanzlicht des Albums. Dann wäre da noch die eher unerfreuliche Tatsache, dass Gary beim eigentlich gelungenen "All Your Love" John Mayalls sinnfreien Text übernimmt (was den Verdacht aufbringt, dass er das Otis-Rush-Original gar nicht kannte), und das am Ende seltsam flach (auch vom Sound her) geratene "Stop Messin' Around" von Peter Green. Rückblickend natürlich ein Vorbote von "Blues for Greeny", aber wer die Version kennt, die Moore bereits 1985 live mitten in seiner Rockphase von der Bühne gedroschen hat, mag sich über die Studioversion wundern. Ein genereller Kritikpunkt bei so gut wie allen von Gary Moores Bluesalben ist, dass die Keyboards so gut wie immer zu weit hinten im Mix sind und speziell die Hammondorgel überhaupt nie ihr volles Potenzial ausspielen darf. Unterm Strich bleiben aber für mich nicht genügend negative Punkte, um dem Album einen Stern abzuziehen.

Am Remaster kann ich nichts aussetzen, der Sound des Albums war aber auch schon immer sehr gut. Klar und druckvoll. Wer hier Einblendungen hört, sollte vielleicht mal seine Ohren oder seinen Player untersuchen lassen - dieses Problem ist NUR auf "Wild Frontier" vorhanden und war da auch schon auf den Originalausgaben zu hören! (Ergo hat es mit dem Remastering rein gar nichts zu tun!)

Als Zugabe gibt es die Studio-B-Seiten der Ära (aus denselben Sessions, also kein stilistischer Bruch). Von den Bonustracks hätte v.a. das alte Freddie-King-Instrumental "The Stumble", hier im halsbrecherischen Tempo dargeboten, durchaus auch einen Platz auf dem Originalalbum verdient gehabt. "Left Me With the Blues" (ungewöhnlich atmosphärisch und zurückhaltend) und "Mean Cruel Woman" (mit Harp und "Walking…"-Lick im Solo) sind okay, aber "Further on Up the Road" sowie "The Sky is Crying" kommen auf "Blues Alive" viel besser. Im Booklet sind alle Infos der Original-CD nachgedruckt plus alle Songtexte, wobei hier einige Fehler unangenehm auffallen - und warum man elfmal hintereinander die Zeile "Further on up the road" drucken muss, erschließt sich mir auch nicht wirklich. Gravierender ist das Fehlen der Songschreiberangaben bei den Bonustracks (All tracks written by Gary Moore except 13 Freddie King/Sonny Thompson. 15 Joe Veasey/Don Robey. 17 Elmore James/Morris Levy/Clarence Lewis.) und die Tatsache, dass Garys Song "Midnight Blues" einem Dan Malone zugeschrieben wird. Damit war wohl "As the Years Go Passing By" gemeint, Komponist: Don Robey aka Deadric Malone.

Das Album wurde übrigens kürzlich auf Vinyl wiederveröffentlicht, was ich aber für Unfug halte, denn hier sind (wie bei der Original-LP) nur die ersten neun Songs enthalten. Ich denke, eine Doppel-LP mit den restlichen acht Songs als Bonus hätte hier doch deutlich mehr Sinn gemacht.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Februar 2012
Ich möchte hier den deutlichen Klangunterschied der Remastered CD in Bezug zur "alten" CD-Veröffentlichung hervorheben.
Die Remastered klingt herrlich klar, druckvoll und frisch im direkten Vergleich beider CDs. Die Gitarrensolos kommen einfach brillianter daher. Das auf der älteren CD leicht vorhandene Grundrauschen und verzerren in oberen Lagen ist hier nicht mehr zu finden. Ich ärgere mich nur, dass dieses Album nicht gleich in dieser nun vorhandenen Soundqualität veröffentlicht wurde. In meinen Ohren hat sich das Upgrade gelohnt, da man hier noch 5 Bonustracks oben drauf bekommt. Grund genug Still Got the Blues neu zu entdecken :-)
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Juli 2011
Unmittelbar nach der "After-The-War-Tour" 1989 begab sich der bis dato "Hard-Rocker" Gary Moore ins Studio und produzierte zur Überraschung der Fans in Rekordzeit ein Bluesalbum der Superlative. Mit dieser radikalen Richtungsänderung verblüffte Gary Moore nicht nur die Musik-Kritiker, sondern er stieß auch vielen alteingesessenen "Hard-Rock-Fans" direkt vor den Kopf, die sich damit überhaupt nicht anfreunden konnten oder wollten. So waren auch viele ziemlich enttäuscht als Gary Moore auf der "Still-Got-The-Blues-Tour" kein einziges Hard-Rock-Stück spielte. Es gab Pfiffe, weil Gary Moore Songs wie - Out In The Fields, Empty Rooms, Wild Frontier, Frieday On My Mind oder After The War - nicht spielte, und viele Fans wandten sich kurze Zeit später von dem exzellenten Musiker ab.

Anders war das bei mir. Ich fand es zwar anfangs auch ein bisschen traurig, dass Gary Moore diesen Schritt so radikal vollzog, und vermisste ebenfalls Titel, die in die Fußstapfen der alten Hard-Rock-Songs traten, aber ich hatte sehr großen Respekt davor, dass der irische Gitarrenzauberer den Mut hatte mit - Still Got The Blues - ein völlig anderes, um nicht zu sagen neues Album zu produzieren, und dass er sich dabei auch an ganz große Bluesnummern wagte, wie zum Beispiel - Oh Pretty Women, Walking By Myself, Midnight Blues oder Stop Messin' Arround - die er allesamt exzellent covert.

Der Singlehit - Still Got The Blues - kletterte damals auch in rasanter Geschwindigkeit ganz hoch in die Deutschen Radio- und Verkaufs-Charts, kam allerdings wenig später in das Kreuzfeuer der Kritik, denn man unterstellte Gary Moore, dass er angeblich die Melodie von dem Titel - Nordrach - kopiert hätte; ein Musikstück, einer mir doch sehr unbekannten Deutschen "Krautrock-Gruppe" - Jud's Gallery. Bei dem Titel - Nordrach - handelt es sich um ein Musikstück, das kurioser Weise 1974 komponiert, aber erst 1999, also neun Jahre nach - Still Got The Blues - veröffentlich wurde. Wie so etwas möglich ist, weiß ich auch nicht. Es kam bezüglich des Titels - Still Got The Blues - zu einem Rechtsstreit zwischen den Musikern vor dem Landgericht München, bei dem Gary Moore am Ende unterlag. 2009 einigten sich die Parteien auf einen Vergleich, und Gary Moore zahlte in diesem Zusammenhang eine unbekannte Geldsumme an den Gitarristen von Jud's Gallery, behielt aber damit die Rechte an dem Song - Still Got The Blues.

Die remasterte Version wartet gleich mit fünf Bonustiteln auf, darunter das bekannte Blues-Lied - Further On Up The Road - von Bobby "Blue" Bland aus dem Jahre 1957, das auch schon von Eric Clapton eindrucksvoll intoniert wurde.
33 Kommentare| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. April 2011
Gary Moore auf einem der größten Blues-Rock Alben aller Zeiten!
Stellenweise klingts zwar etwas roh und hingeklatscht, aber dieses Album hat eine unglaubliche Intensität, die einem durch Mark und Bein geht.
Nicht zu letzt durch die Kooperation mit Blues-Größen wie Albert King und Albert Collins hat Gary Moore hier einen Meilenstein der Musikgeschichte geschrieben! Nebenbei wirken hier auch noch Deep Purple Keyboarder Don Airey und tatsächlich auf einer Nummer George Harrison mit!
Das vorliegende Album ist die Digitally Remastered Edition von 2003 mit 5 Bonusliedern.

Der Opener "Moving on" stimmt wunderbar auf das Album ein und "bluesed" fein vor sich hin, inklusive Garys Rock-Nuancen.

Bei "Oh Pretty Woman" gesellt sich dann Blues Legende Albert King dazu und gibt den Song die nötige Würze.

Und dann die absolute OBER-Nummer: "Walking by myself"! Das is einfach eine Nummer für sich! Grandios von vorne bis hinten und dieses Solo.....ein absoluter Schmaus!
Dieses Lied kennt sicher jeder und ist aus dem Blues-Rock Katalog nicht mehr wegzudenken.

Der Titeltrack "Still got the blues", geklaut oder nicht, ist sicherlich einer der größten Balladen überhaupt. Ganz ganz großes gefühlvolles Kino! Natürlich ein weiterer Höhepunkt des Albums. Zurücklehnen und einfach nur genießen!

Bei "Texas Strut" wird dann wieder ordentlich aufs Gas getreten und in feinster ZZ-Top Manier gespielt.

"Too tired" ist dann wieder eine ganz klassische Blues-Nummer mit Unterstützung des großen Albert Collins! Geile Nummer.

Feinste Bläser bekommt man dann bei "King of the blues" auf die Ohren. Dürfen natürlich auf einem kompletten Blues-Album nicht fehlen.

Dann wieder einen Gang zurückgeschraubt bei "As the years go passing by", lässt den Zuhörer durchweg positiv nachdenklich sitzen. Die beiden Saxophone werden sparsam aber wirklich ideal und songdienlich eingesetzt. Nicky Hopkins spendiert ein traumhaftes Klaviersolo.

"Midnight Blues" hält das veträumte Niveau dieses Abschnitts des Albums sehr gut.

Mit "That kind of woman" gibts dann noch nen echten George Harrison Song, wobei der Meister persöhnlich mitspielt hat und auch im Hintergrund mitsingt!

Weiter gehts mit dem Rush-Klassiker "All your love". Sehr fettes Gitarrensolo, ansonsten aber ne Durchschnittsnummer.

"Stop messin' around" ist ein Cover seines Mentors Peter Green

5 Bonustracks gibts bei dieser Edition noch obendrauf die allesamt mächtig "bluesen" und einfach nur Spaß machen, weil sie Gary weiterhin in bestform präsentieren. Da bleibt sowohl der Kopf, als auch das Bein nicht still.

Fazit: Dieses Album gehört in jeden gut sortierten Blues-Rock Schrank! Basta!

Lieblingslieder: Walking by myself, Still got the blues, Texas Strut, Too tired, King of the blues, The Stumble
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. August 2005
"Still got the blues" ist in meinen Augen die beste Mischung aus Blues und Heavy Metal, die ich kenne. Ich hatte mir dieses Album 1991 von der Kassette eines Freundes überspielt und viel später erst die CD gekauft. Ich habe in all den Jahren immer mal wieder versucht, ein von Feeling und Technik her gleichwertiges Album in diesem Musikstil zu kaufen - Fehlanzeige. Gary Moore kreiert hier seinen eigenen Blues, dominiert von der überragenden, stetig wechselnden, manchmal rasenden, manchmal gefühlvoll langsamen, immer aber kreativen, verzerrten E-Gitarre und seiner markanten, höheren Rockstimme. Überflieger des Albums ist natürlich "Still got the blues" selbst - ein Titel, der zumindest in der verkürzten Radiofassung und (leider) ohne das geniale Solo am Ende aus dem Radio bekannt sein dürfte und zu den definitiven Klassikern der Rockgeschichte zählt. Die rockigen Titel "Oh pretty woman" (ziemlich verrucht), "King of the blues" (Rockblues-Knaller), "Moving on" und "That kind of woman", das klagende langsame "As the years go passing by", das tatsächlich Mitternachtsromantik verbreitende geniale "Midnight blues" sowie die letzten beiden Bluesnummern stehen "Still got the blues" aber kaum nach. Und auch die restlichen Songs sind Ohrwürmer.
"Still got the blues" ist ein zeitloses Album, welches irgendwie eine nächtliche Stimmung zwischen kleiner verräucherter Großstadtbar und dem einsamen Gang durch die leergefegten neonbeleuchteten Fußgängerzonen vermittelt. Definitiv ist es kein Album für Blues-Puristen, die mit dem Zeigefinger auf die Definition des Blues tippen. Denn dafür ist die Nähe zum Heavy Metal zu groß. Aber eigentlich ist das völlig egal...
0Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. August 2013
Gefällt mir sehr.
Alles war zu meiner vollsten Zufriedenheit.
Vielen Dank für die perfekte Zusendung

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Schäfer
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Februar 2007
Dass die moderne Rockmusik ihren Urprung im Blues hat, ist natürlich auch einem Ausnahmegitarristen wie Gary Moore stets bewusst, und daher besann er sich Ende der Achtziger auf diese Wurzeln und vollzog zum x-ten mal in seiner Karriere einen stilistischen Wechsel - diesmal vom Hardrock hin zum Blues. Zum Einstand in dieses Genre schart er fast zwanzig Musiker um sich. Dabei sind neben den Blues-Größen Albert Kind und Albert Collins auch der Ex-Beatle George Harrison sowie die üblichen Verdächtigen und ehemaligen "Rainbow"-Musiker Don Airey (mittlerweile Nachfolger von Jon Lord bei "Deep Purple") an den Tasten, der schon bei Gary Moores Debüt-Soloalbum mitwirkte, und Bassist Bob Daisley.

Mit "Still got the blues" und der gleichnamigen Hit-Single war der Ire derart erfolgreich, dass etliche weitere Bluesalben folgen sollten. Während der musikalische Ziehsohn von Ex-"Fleetwood Mac"-Gitarrist Peter Green im Laufe der Jahre seinen Stil in dieser Richtung verfeinern sollte, klingt dieses erste Blueswerk gitarrentechnisch noch deutlich rockiger als es auf seinen aktuelleren Produktionen der Fall ist.

Das zeigt auch gleich der Opener "Moving On", der schon fast mehr Rock'n Roll ist als traditioneller Blues. Und so geht das Teil auch ordentlich nach vorne.

Schon auf der zweiten Nummer stellt Gary Moore die Blues-Legende Albert King (im späteren Verlauf des Albums mit der Hymne "King of the blues" gewürdigt) neben sich auf. Damit hat sich Moore offenbar einen Traum erfüllt. Akustisch ist das eher minimalitsische Gitarrenspiel Kings im Vergleich zum eher brachialen Bluesrock-Stil Moores für manche sicher gewöhnungsbedürftig, aber genau das macht der Reiz dieser Gitarrenduetts auf diesem Album aus. So wirkt das Ganze wie ein Dialog zwischen dem altvorderen, gelassenen Großvater und seinem wildem und ungestümen Enkel. Und wie ich Herrn Moore kenne, war das auch ganz sicher so beabsichtigt. Gary Moore versucht nicht mal, den feinen Minimalismus von Albert King auch nur ansatzweise zu imitieren, sondern rockt sein Ding so wie man ihn bis dahin kannte.

Der folgenden Bluesrocker "Walking by myself" verschaffte dem Album den völligen Durchbruch, nachdem dieser Song täglich in der Fernsehwerbung einer Textilkette durch die deutschen Wohnzimmer klirrte. Auch hier beherrscht wieder das deutlich rockige Gitarrenspiel das eigentliche Blues-Thema. Nichts für Puristen, aber ein Kracher, der auf keiner Party fehlen darf.

Im Anschluss zeigt Herr Moore erstmals etwas mehr Hang zur Tradition und haut mit dem Titelsong einen der größten Hits seiner Karriere raus. Eine lupenrein gespielte Blues-Ballade, die wohl auch aufgrund ihrer Sterilität diese Massenkompatiblität erlangt hatte, die dann letztlich zu den ernormen Verkauszahlen führte: "Still got the blues (for you)".

Lustig weiter geht's mit "Texas Strut", einem bluesigen Rocksong, der an frühe ZZ Top erinnert.

Der nächste Gastgitarrist erschallt dann auf dem Track "Too Tired": Albert Collins. Auch mit diesem liefert sich Gary Moore ein hörenswertes Gitarrenduell, wobei auch hier der deutlichere Blues vom Älteren angeboten wird, während Moore seinen Rock-Stil auslebt.

Nach der bereits erwähnten Ode an Gastmusiker Albert King folgen mit "As the years go passing by" und dem "Midnight Blues" zwei langsame Blues-Stücke, die stilistisch an den Titelsong erinnern, wobei ersteres mit Barpiano und Holzbläsern die Atmosphäre einer verrauchten Spelunke heraufbeschwört und somit deutlich hörenswerter ausfällt.

"That kind of woman" von George Harrison leitet dann das wieder flottere Ende der Produktion ein. Und der Beatle höchstpersönlich steuerte hierfür Gitarre und Gesang bei. Gerade der typische Slide-Sound von Harrison macht diese Nummer sehr hörenswert.

Mit "All your love" von Otis Rush und "Stop messin' around" von Gary Moores Idol Peter Green folgen Coverversionen zweier weiterer Blues-Klassiker, die Moore ebenfalls mit einem leichten Sommerrock bekleidet.

Alles in allem ist dies ein sehr hörenswertes Album und der Anfang einer neuen, alten Liebe Gary Moores zum Blues, der er auch in früheren Jahren schon gelegentlich fröhnte. Bestes Beispiel hierfür ist der Klassiker "Parisienne walkways" von 1978.

Auf der Remastered-Ausgabe der CD befinden sich satte fünf Bonus-Tracks. Die meisten davon B-Seiten der damaligen Singles wie das Instrumental "The Stumble" "Left me with the blues" und "Further on up the road" sowie zwei weitere Cover-Versionen, die während der Produktion entstanden sind und nun ihre Verwertung finden.
0Kommentar| 26 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Juni 2014
alles war in Ordnung, gerne wieder, vielen Dank , die Ware war wie im Angebot beschrieben erste Klasse und schnell bei mir!
11 Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. Dezember 2012
Meiner Meinung nach könnte man diese CD auf Grund der Titel (z. B. Midnight Blues, Oh Pretty Woman, Walking By Myself, All Your Love) auch als "The Best Of" bezeichnen. Ich finde diese CD nicht nur wegen der beispielhaft angegebenen, abwechslungsreichen Titel sehr gut, sondern auch, weil das virtuose Können G. M. sehr gut herauszuhören ist.
Für mich zählt G. M. zwischenzeitlich auch zu den besten Gitarrenspielern aller Zeiten.
Wer Live-Aufnahmen liebt und etwas mehr Geld ausgeben möchte, sollte sich allerdings unbedingt (!) - gegebenenfalls auch als Alternative - das Box-Set (5 CDs) "Essential Live At Montreux" näher ansehen. Größtenteils phantastisch! Eine sehr gute Zusammenstellung ist auch die Platinum Collection mit 3 CDs (Rock, Blues, Live).
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden