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Kundenrezensionen

3,0 von 5 Sternen
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3,0 von 5 Sternen

am 30. März 2011
Es ist nicht ganz leicht, ein Urteil über diese unausgewogene Einspielung von Verdis vielleicht populärster Oper zu fällen. Auf der einen Seite haben wir hier Renata Tebaldi, die eine wundervolle Aida gibt. Sie hat nicht nur die Stimme, um diese Partie zu bewältigen (im Gegensatz zu Mirella Freni und Katia Ricciarelli), sondern bietet hier auch ungewöhnlich viel dramatische Phantasie auf (im Gegensatz zu vielen anderen Einspielungen). Vielleicht singen Maria Callas und Leontyne Price dramatischer und das Pianissimo einer Milanov oder Caballé mag noch eine Spur klangschöner strömen, in der Summe ist Tebaldis Aida dennoch nahezu perfekt.

Ihr zur Seite gestellt ist mit Mario del Monaco ein reichlich heldischer Radames. Betrachtet man die Figur des ägyptischen Heerführers in erster Linie als Feldherr, geht del Monacos Konzept voll auf. Sein Radames strotzt vor Kraft und Volumen. Doch sein Vortrag in "Celeste Aida" erklingt bar jeder verhaltenen Leidenschaft und Zärtlichkeit. Wie die meisten Sänger (und anders als Pavarotti und interessanterweise Corelli) ignoriert del Monaco das eigentlich in der Partitur vorgeschriebene Decrescendo am Ende der Arie.

Wichtiger erscheint jedoch folgender Umstand: Daß hier ein heimlich Liebender seiner verbotenen Angebeteten eine intime Ode singt, haben Bergonzi, Carreras, Pavarotti glaubhaft dargestellt. Die Herren scheitern allerdings da, wo del Monaco triumphiert: in den ausladenden Massenszenen der Aktfinali und der erregten Konfrontation mit Amonasro im letzten Akt. Offensichtlich kann man nicht alles haben.

Aldo Protti gibt einen reichlich groben Äthiopierkönig, sein Vortrag ist musikalisch ungeau, dramatisch einseitig und mit rauher Stimme dargeboten. Kein Vergleich zum überragenden Tito Gobbi, kein Vergleich auch zu Warren, Merrill, Cappuccilli, MacNeil oder Sereni.

Hervorragend ist die Amneris von Ebe Stignani. Zwar fehlt ihr der dramatische Akzent einer Barbieri, Simionato oder Cossotto, aber sie singt musikalisch exakt und kontrastiert mit Tebaldi sehr gut.

Die Nebenrollen sind mit den Comprimarii der Scala sehr gut bestzt, leider dirigiert Erede wie üblich allzu spannungslos und gezügelt.

Insgesamt ist dies eine Aufnahme, die sich hören lassen kann, und der Kauf lohnt wegen Tebaldi in einer ihrer größten Rolle. Ansonsten fällt die Produktion neben denen unter Toscanini, Perlea, Serafin, Karajan, Solti, Leinsdorf und Muti doch ein wenig ab.
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