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am 20. März 2009
Dieses Zitat schreibt Literaturprofessor David Kepesh(Ben Kingsley) Betty Davis zu. Als Ich-Erzähler weiht er uns in die Tragödie des Altwerdens ein, bis eines Tages die bildhübsche Consuela Castillo(Penelope Cruz) in einer seiner Vorlesungen auftaucht. David verliebt sich. Und obwohl Consuela über dreißig Jahre jünger ist als er, wird seine Liebe erwidert. Die zärtliche Romanze zwischen dem alten Mann und der jungen Frau könnte jetzt glücklich zu Ende gehen, wenn...ja wenn da nicht Davids Eifersucht wäre. Obwohl er selbst eine langjährige Affäre mit der erfolgreichen Caroline weiterführt, fängt er an Consuela nachzuspionieren. Andererseits will Consuela David ihrer Familie vorstellen, aber David fürchtet sich vor Gerede und versetzt seine große Liebe. Daraufhin trennen sich die Wege der beiden Liebenden. Aber das Schicksal führt sie wieder zusammen, wenn auch unter völlig anderen Umständen...

Isabel Colxet hat es geschafft Philip Roths Novelle The dying animal wunderbar ins Licht zu setzen. Mit gekonnten Kameraeinstellungen fängt Colxet die Affäre des ungleichen Paares ein. Das ist berührend, ergreifend, still und zart. Aber auch erotisch und leidenschaftlich. Gespickt mit interessanten Blickwinkeln auf New York, das Leben und die Liebe.

Ben Kingsley spielt den David so zerrissen wie genial. Egal, ob er sich mit seinem Sohn streitet, sich eloquent als Interviewpartner gibt oder sich wie ein dummer Junge im Umgang mit Consuela aufführt. Penelope Cruz als Consuela ist ein Genuß. In einer Nebenrolle liefert Dennis Hopper, durch die Maske kaum wiederzuerkennen, ein Bravourstück der Spielkunst ab. Nebenbei gibt es Deborah Harry in einer kleinen Rolle zu sehen.

Elegy ist weder Der letzte Tango von Paris, noch ein verquastes, langweiliges Moral-Rührstück. Der Film verbindet eine interssante Geschichte, hervorragende Kameraarbeit und erstklassige Schauspieler. Das Ergebnis ist sehens- und nachdenkenswert. Dafür gibt es fünf Sterne und von mir die Empfehlung: Unbedingt anschauen!
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am 17. Februar 2013
Der Film hat mich berührt wie kaum ein Zweiter. Einerseits wirft er Fragen über das Leben im Allgemeinen,über Ausmaß und Möglichkeit des Begreifens von Liebe, über die Demut vor dem Alter und über das Maß an Mut, welches nötig ist,um all diese Barrieren zu überwinden auf. Er zeigt den unschätzbaren Wert von Freundschaft und der wohltuenden Gabe der Nachsicht und Vergebung. Und andererseits gibt er auch Antworten für den, der sie sehen will. Der Mensch ist in der Lage Schlimmeres zu überstehen als die vielen kleinen Nichtigkeiten aller Tage, die uns manchmal so sehr beanspruchen. Dazu gehört nur der Mut zur klaren Sicht und am Ende bleibt immer noch der Tod. Alle Sterne. Ohne Frage.
Im Übrigen fand ich Bild und Ton sehr gelungen.
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am 14. April 2016
" Du bist ein Kunstwerk. "
Dies stellt der Professor fest. Ein Mann, der seine vielleicht anbetungswürdige
Partnerin schon gefunden hat- seit über Zwanzig Jahren. Doch so ist es halt mit
dem Schicksal,- und es ist eine Geschichte, wie sie sicher tausendfach geschieht.
In der Welt. Wer kann schon von sich behaupten, er könne nie in so eine Situation kommen-
oder behaupten, er kenne seinen Partner bis in die Haarspitzen......halte ich für ein Gerücht.
"Wieviele Frauen hattest du schon? Über Fünfzig? Oder weniger? " - " Über Fünfzig. "
- " Wieviele Männer hattest du? Sicher viele. " - " Fünf......Fünf beste Freunde. "
ELEGY beweist das alte Leid: Der Mann, fixiert von Schönheit- gepaart mit einer großen Kelle Ego- und
Sexismus plus einer Art Zuneigung, die aber nicht zulässt, sich enger zu binden.
David ist zwar ehrlich zu sich selbst, doch verletzt er damit die Frau, die immer für ihn da ist- Consuela.
Die Regeln, die er sich selbst setzte, beherrschen ihn.
Consuela dagegen, wie Frauen eben meist so sind, redet nicht um den Brei herum,- steht zu der Beziehung.
Ein Film für Männer? Mitnichten. Eher ein weiterer Film, ein Versuch, das männliche Ego zu verstehen.
Es ist die persönliche Einstellung eines jeden- keiner ist vollkommen, nicht einmal Männer. :-)
" Was willst du von mir? Du hattest ein Leben lang nur irgendwelche Beziehungen..ohne dich jemals auf
einen Menschen einzulassen....deshalb möchte ich wissen, was ich dir bedeute....." .

*******************************************************

Geschichte:

Dem weltgewandten New Yorker College- Professor David Kepesh fehlt es
eigentlich an nichts. Sogar die Damenwelt ist dem reifen Intellektuellen nicht
abgeneigt- zahlreiche Affären mit jungen Studentinnen hat er genossen.
Seit seiner Scheidung vor Jahren glaubt David nicht mehr an eine feste Beziehung.
Bis die schöne und junge Consuela Castillo in sein Leben tritt.......und seine absoluten
Überzeugungen in Frage stellt.............................................................................

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Mein Fazit:

Dies ist sicher eine meiner schwierigsten Bewertungen.
Ich glaube, auf Grund meiner gewissen Lebenserfahrung so urteilen zu können-
doch nicht und nie irgend jemanden zu verurteilen. Das liegt mir fern.
David Kepesh- der typische Typ Mann, der nicht über seinen Schatten springen kann?
Der Sir und Frau Cruez- sie spielen dieses Liebesdrama, wenn man es so nennen mag, klasse.
Weder zäh noch langweilig- sondern für mein Empfinden authentisch.
" Ich verstecke mich nicht. " - " David..., ich möchte dich meinen Eltern vorstellen. "
" Wie kommst du nur darauf, die Ehe mit einem Gefängnis zu vergleichen?! "
ELEGY- das für mich beschämende an diesem Film ist diese erzwungene Aufrichtigkeit von David,
echte Gefühle, die von ihm erst zugelassen werden, als Consuela erkrankt. Er, der gestandene Mann-
der die wahre Liebe erst anerkennen kann, als es schon fast zu spät ist. Deprimierend doch, oder?
" Hätte nicht gedacht, dass du kommst,.....weil ich nicht mehr so schön bin......".
Geweint habe ich nicht, trotzdem mich der Film sehr berührt hat. Sicher im Kernpunkt ein Einzelfall.
Denn für mich ist David Kepesh eine sterile, kühle und befremdliche Figur, seltsam distanziert- verliebe
dich bloss nicht und nie. Altersunterschied, Zukunftsangst...blabla. Keine Ahnung, bin ja nun kein Mann.
" Die Zeit vergeht, wenn man nicht hinschaut. " Genau.

Lauflänge: 107.31 Minuten ( mit Abspann ) !

Bonus:

- Featurette " Elegy "= 5.05 Minuten!

- Interviews= 29.20 Minuten!

- B- Roll= 7.52 Minuten!

- Diashow, Deutscher + Englischer Trailer, Trailershow!

Sehenswert! Grübelwert! Dieser Mann!:)
55 Kommentare| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Februar 2009
Literaturprofessor David Kepesk lebt und unterrichtet New York. Er wohnt alleine und schätzt es von seinen Studentinnen angebetet zu werden. Mit fünfundfünfzig hat er sich eine gewisse Jugendlichkeit erhalten und wirkt auf Frauen anziehen. Diese Gabe lässt David nicht ungenutzt und gönnt sich von Zeit zu Zeit eine Liaison mit einer hübschen Studentin; selbstverständlich nach ihrem Abschluss. So beginnt er auch mit Consuela Castillo nach ihrem Abschluss eine Beziehung. Diese Frau kommt ihm gefühlsmäßig näher als ihm lieb ist und längst geglaubte Emotionen wie Eifersucht werden in ihm geweckt.

David spricht mit einem alten Freund und dieser rät ihm sachlich, die Beziehung schnell zu beenden, Widerwillig geht David auf den Vorschlag seines Freundes ein und bereitet Consuela einige unangenehme Erlebnisse bis sie ihn endlich enttäuscht verlässt. Danach spürt David zum ersten Mal in seinem Leben eine Leere, die er mit nichts kompensieren kann. Zudem stirbt sein langjähriger Freund. Die letzten ihm nahe stehenden Menschen, sein Sohn und eine alte Freundin, können David nicht über seine Melancholie hinweg helfen. So vergehen Jahre, in denen David wie sein eigener Schatten lebt.

Jahre später meldet sich Consuela wieder bei David und besucht ihn. Sie ist schwer erkrankt und muss sich einer Operation unterziehen. Betroffen steht David nun zu Consuela und besucht sie im Krankenhaus. Er verspricht ihr, sie nicht mehr allein zu lassen.

Die Geschichte wird einfühlsam erzählt. Der große Altersunterschied der Protagonisten steht wie ein Damoklesschwert über der Beziehung und droht diese jederzeit zu beenden. Trennung und Wiederbegegnung werden als bittersüße Ereignisse aufgegriffen und pittoresk in Szene gesetzt. Zahlreiche filigrane Dialoge erschaffen eine ganz besondere Atmosphäre. Regie und Schauspieler leisten ausgezeichnete Arbeit.
11 Kommentar| 25 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. November 2016
Elegy oder die Kunst zu lieben, Berühmtheit oder die Kunst des Verzichts zugunsten der persönlichen Weiterentwicklung und Glücksfindung.

Penélope Cruz' Protagonistin versucht sich zunächst als Studentin, trifft auf den scheinbar weisen, vermutlich unzählige Abschlüsse sein Eigen nennenden Dauergast in "bedeutenden Gesprächsrunden", ein den Sitten angepasster Redner, Schreiber und Denker, auf die Perfektion portraitiert von Ben Kingsley.
Bereits zu Beginn lässt er uns an seinen Erkenntnissen teilhaben, "In zehn Jahren sehen Sie in der gleichen Sache etwas gänzlich anderes", er unterrichtet uns bezüglich der menschlichen Wahrnehmungsveränderung. Er versteht es nahezu perfekt, die Dinge die uns eigentlich ein Stück weit bewusst sind, als innovative Weltneuheit, als frisch ins Leben gerufenes Zukunftswissen zu verkaufen. Seine Studentin lernt er fortan besser kennen, sie beide trennen sage und schreibe 30 Jahre voneinander und doch ist sie es, die im Laufe des Films den weiseren Worten folgt. Eine der ersten Unterhaltungen richtet sich auf die Thematik des Theaters. Wie aus der Pistole geschossen, stellen Sie sich seinen Stolz gar bildlich vor, trägt er ihr sofort vor, welch beruflichen Bezug er doch zum Theater habe, eine seiner zahlreichen Aufgaben sei es, so sprach es aus ihm, Rezensionen über Theaterstücke zu verfassen. Beinahe als sei es für sie die größtmögliche Ehre, äußert er sich bezüglich ihrer Einladung hierzu, sie könne ihn doch mit Vergnügen ins Theater begleiten. Als sei es ein ach so erstrebenswertes Erlebnis für sie, wenn der hohe Herr es ihrer Wenigkeit gestattet, dass die junge Dame selbigen Wissensträger in die heiligen Hallen der Theatralik begleitet, ihm sozusagen als Anhängsel beiwohnt, wird ihr die Idee als etwas verkauft, wovon sie mehr habe als er. Doch er hat auch gute Seiten, der das Wissen wie ein unberührbares Heiligtum verbreitende Mann von Welt. Im Laufe des Dramas wird er eine Entwicklung durchleben, durch seine Studentin gewissermaßen zu leben lernen, denn zuvor lebte er lediglich davon, das Leben der anderen, das Dasein seines Umfeldes in Worte zu kleiden, zu berichten über die Werke anderer Menschen, ironischerweise genau das, was ich just in diesem Moment mit dieser Rezension tue.
Es entsteht eine herzergreifend echte, jedoch aufgrund gewisser Umstände womöglich recht wenig Zukunft habende Beziehung, eine Bindung die bestehen könnte, welche jedoch ein dünnes Band darstellt, welches keineswegs frei von Rissen ist, es nicht zerreißen zu lassen, dürfte fortan die wichtigste Lebensaufgabe beider Protagonisten sein. So stolz als habe er die Kunst des Musikalischen ebenfalls erfunden, sitzt er Vorträge haltend an der Klaviatur, sie ist sich seiner irgendwo tief in ihm verankerten Unsicherheiten bewusst, liebt ihn aber dennoch auch für seinen Auftritt, oder anders ausgedrückt, sie respektiert die Notwendigkeit seiner Fassade, denn ein jeder Mensch hat das Recht sich gelegentlich verstecken zu dürfen. Komplexer ist bei alledem eher, dass der Herr doch eigentlich bereits eine Verbindung zu einer anderen Frau pflegte, eine Art Beziehung, die nun gewissen Spannungen ausgesetzt sein dürfte - ich wähle hierbei bewusst die harmlose Formulierung, klarer gesagt, geht es streittechnisch immer temperamentvoller zur Sache, das Geschehen wird unangenehmer, auch für die Zuschauerschaft.
Prägend für die finalen Ängste seiner selbst, für die empor schießenden Enttäuschungsempfindungen in ihr, aber auch für den zunächst bitteren Erstausgang der Geschichte, ist eine familiäre "Terminverpflichtung", welcher der Herr aus hochkomplizierten Gründen - seiner Seele sozusagen - nicht hat nachkommen können. Erst - und hier sollten Sie als Nichtkenner des Werkes womöglich nicht weiterlesen - als die Dame bemerkt, dass ihr auch auf körperlicher Ebene ein tiefer Schmerz innewohnt, sie von einer lebensbedrohlichen Krankheit heimgesucht wird, besteht eine letzte Chance auf Versöhnung, denn alles was bleibt, ist ein Schleier der Erinnerung, ein Zusammenhalt in letzter Sekunde, ein Schmerz des Verlorengegangenen, eine verspätete Zusammenkunft im Hinblick auf ein Ende aller Furcht.

"Elegy oder die Kunst zu lieben" ist ein tieftraurig-tristes Porträt einer zwar eigentlich so echten, jedoch in der Praxis inexistenten Beziehung...
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am 18. März 2016
Unter der Regie von Isabel Coixet entstand nach einem Roman von Philip Roth im Jahre 2008 ein Drama, in dem ein charmanter Ben Kingsley und eine der schönsten Schauspielerinnen aller Zeiten, Penélope Cruz, die Hauptrollen spielen. Wie im Film trennen auch in der Realität gut 30 Jahre die beiden großartigen Darsteller.
David Kepesh (Kingsley) ist College-Professor, lange geschieden, zu seinem Sohn , einem Onkologen, findet er auch keinen Draht.Er hat seit 20 Jahren eine altersmäßig von ihm nicht so weit entfernte Geliebte (Patricia Clarksen), die er alle 3 Wochen trifft, Sein bester, wenn nicht gar einziger Freund ist George O'Hearn, Pulitzer-Preisträger (Dennis Hopper), mit dem e rsich, häufig beim Squash, über Gott, die Welt und die Ehe unterhält, die er für sich strikt ausschließt. Er pflegt Affären mit jungen hübschen Studentinnen, die er mit seinem Charme und seiner Intelligenz nicht allzuschwer um den Finger wickeln kann.
Doch dieses Semesterende ist es anders: Ihm ist die wunderschöne Consuela Castillo (Cruz) schon im Hörsaal aufgefallen (uns auch), und auf der üblichen Abschiedsfeier nimmt er sie beiseite, unterhält sich mit ihr über Goyas Maja im Kleide, und sie wird seine Geliebte.
Wahrscheinlich ist Consuela im Gegensatz zu ihren Vorgängerinnen nicht nur an einem Techtelmechtel interessiert, und er schätzt neben ihrem wunderschönen Busen und Gesicht (stimmt!) auch ihre Intelligenz, sie ist mehr für ihn als ein Sex-Spielzeug. Von seiner Geliebten will er allerdings nicht lassen und sich auch nicht fest binden. Gemeinsame Familienfeiern boykottiert er mit Ausreden, und als Consuela ihn zur Abschlußfeier im Kreise ihrer Familie, der sie ihn vorstellen möchte, einlädt, lässt er sich breittreten, macht jedoch in letzter Sekunde enen Rückzieher, indem er ihr eine Autopanne vorlügt, damit ist die Beziehung beendet. Sein innerer Kampf und die unendliche Enttäuschung bei Consuela sind wunderbar gespielt.
Jahre später ruft sie ihn an, sie möchte, dass er von der an Brustkrebs Erkrankten vor der OP noch Aktbilder als Erinnerung an ihre unversehrte Schönheit anfertigt, nach der Op besucht er sie und verspricht, sie nicht mehr zu verlassen.

Leider blieb mir manch Detail rätselhaft. Warum macht ihm die Langzeigeliebte wegen eines Tampons eine Szene? Sie wird doch kaum im Ernst geglabt haben dass sie die einzige Frau in seinem Leben sei! Warum hat er Angst, sich zu binden? Seine bisherige Einstellung in allen Ehren, aber es ist doch offensichtlich, dass sie sich lieben. Warum soll er Angst haben, von Consuelas Familie gedemütigt zu werden? Er dürfte sie doch genügend kennengelernt haben, um anzunehmen, dass Consuela das nicht dulden würde, wo ist das Selbstbewußtsein geblieben, mit dem er lange jahre junge Studentinnen en masse rumgekriegt hat? Oder hat er Angst, Consuela nicht vor dem eventuellen Unwillen der Familie in Schutz nehmen zu können?
Noch schlimmer: Warum wendet sein Sohn, als er eine Affaire hat, die er nicht aufgeben, aber auch Frau und zwei Kinder, die er liebe, nicht verlassen könne, sich in seiner Seelenpein ausgerechnet an ihn? Die Szene ist völlig überflüssig, wir wissen schon, dass sein Vater ihm zur Scheidung raten und der Sohn frustriert abzischen wird.
Und das Ende ist einfach nur hollywoodzuckersüß.

"Elegy oder die Kunst zu lieben", die Consuela beherrscht und Kepesh erst am Ende vielleicht gelernt hat, ist dank wunderbarer Bilder, stimmungsvoller Musik und großartiger Darsteller, und Penélope Cruz ist wirklich nicht nur wunderschön, optisch ein Genuß, sondern auch eine sehr gute Schauspielerin. Leider wird das Drama durch die genannten Unstimmigkeiten etwas getrübt, und wie ich schon kurz nach dem Ansehen des Filmes vermutete, ist das mit 68 Jahren geschrieben "Das menschliche Tier" vielleicht auch etwas ein Altmännerwunschtraum, was aber noch nicht so tragisch wäre.
Für mich lief der Film nicht ganz rund, einige Ereignisse überzeugten nicht. Und das Ende, naja, Erfüllung von Zuschauerwünschen?

Doc Halliday
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am 15. Juli 2011
Im Kino fand der Film - was die Zuschauerzahlen anging - erwartungsgemäß nicht die größte Resonanz. Bei den Kritikern schwamm er zwischen Zerrissen und Gelobt werden.

STORY

David Kepesh (Ben Kingsley) ein 55jähriger Literaturdozent und Kritiker hat bisher den Weg zu Lieben nicht gefunden. Hinter ihm liegt eine gescheiterte Ehe, zahlreiche mehr oder weniger rein sexuelle Beziehungen. Bei ihm liegt sein schlechtes Verhältnis zu seinem Sohn (Peter Sarsgaard), dem er weder Freund noch Vater ist oder sein kann, sowie eine freundschaftlich, sexuelle Beziehung zu der gleichaltrigen Carolyn (Patrica Clarkson). Seine einzige wirklich nachhaltige Stabilität ist sein Job, sein bester Freund George (Dennis Hopper) und eine fast schon autistisch anmutende Alltags-Lebensweise. Eine einschneidende Änderung in sein Gefühlsleben oder gar sein gesamtes Leben bewirkt seine Studentin Consuela (Penelope Cruz).

INTERPRETATION

Nicht lieben zu können oder etwas milder, die Kunst des Liebens nicht zu beherrschen, kann auch daran liegen, dass man nicht in der Lage ist Liebe zu empfangen. David scheint diesbezüglich in alle Richtungen Probleme zu haben und hat sich daher sein Leben so eingerichtet, dass Liebe auch schon von vorneherein ausgeschlossen ist.

Das einzige, was ihn noch in der Nähe der Liebe hält, ist seine Hingabe für die Schönheit, der Sinnlichkeit der Frau. Die vermeintlich sinnlichste und schönste, die ihm unterkommt, kann dann tatsächlich so etwas wie Liebe in ihm wecken. Eine einfache und eine letztlich animalische Eigenschaft, die selbst und gerade bei dem Hochgelehrten die zentrale Kraft für die Liebe darstellt.

Ob das zu verwerfen ist? Sicher nicht, denn es führt ihn ja zur Liebe. Das kann nicht verwerflich sein und letztlich gehört das unausgesprochene, wenig mental verständliche aus der Libido existenziell dazu. Dennoch scheitert David, und dass nicht weil er mit oberflächlichem Geschwätz wegen des Altersunterschied nicht umgehen kann, sondern weil dies es ihm zunächst nicht wert ist, sich selbst weniger zu lieben bzw. lieben zu können.

Erst nach der Trennung wird ihm die Unfreiheit und Einsamkeit seiner Art bewusst. Dadurch wird er sanftmütiger, auch melancholischer, aber er lernt plötzlich etwas zu geben, was außerhalb einer sachlichen Vereinbarung liegt. Erst die persönliche Tragödie von Consuela lässt ihn tatsächlich und letztendlich zu einem Liebenden werden.

WERTUNG

Dieser Film ist ein langer, lehrreicher Prozess, aus dem man einiges mitnehmen
kann. Dazu gibt es einen smarten Ben Kingsley und eine bezaubernde Penelope Cruz. Alles geeignet für einen anspruchsvolleren Filmabend. Dennoch, was dem Film fehlt, ist das Feuer des Themas, und dass trotz sinnlicher Bilder. Den vierten Stern gibt es daher auf Verdacht für neue Sichtweisen bei einem eventuell zweiten Ansehen.
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am 11. Februar 2010
"Elegy" ist eine der berührendsten Literaturverfilmungen von allen, die ich jemals zu Gesicht bekommen habe. Beide Hauptdarsteller wachsen über sich hinaus, ja, sie sind in der Lage, sich ganz zurückzunehmen, um mit ihrer Rolle zu verschmelzen. Aber das alles wurde schon von anderen Kritikern zur Genüge beschrieben. Nur eines noch: Am berührendsten ist sicher die lange Schlussszene, in der die wunderschöne Penelope Cruz eine völlig gebrochene Frau spielt, die alles geopfert zu haben scheint und nun ganz auf sich selbst geworfen ist. Großes Kino.
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am 3. August 2010
Die Fähigkeit zu lieben ist nicht unbedingt abhängig vom Erfahrungsschatz, vom Alter oder von der Weisheit einer Person - man muss sie zulassen, die Schönheit in ihr erkennen und danach kompromisslos handeln. Dies erfährt auch der ewige Junggeselle (hier beeindruckend gespielt durch Ben Kingsley in der männchlichen Hauptrolle.

Als er sich auf eine Affaire mit der jungen Schönheit (Penelope Cruz) einlässt, ist ihm zwar sehr schnell klar, dass es nicht nur die äußerliche Schönheit ist, die ihn anzieht. Dennoch ist er gefangen in seine selbst gestrickten Käfig der Unabhängigkeit, der undurchlässig ist für Grenzüberschreitungen jeder Art.

Es kommt, was kommen muss - nachdem er es zu keinem Zeitpunkt schafft, zu seiner Liebe zu der jungen Frau zu stehen, trennen sich ihre Wege für mehrere Jahre.

In einer Silvesternacht klingelt es an seiner Tür - eine völlig veränderte junge Frau steht vor ihr und offenbart ihm ihr Schickals.

Im ersten Moment habe ich den Film stellenweise ein wenig langatmig empfunden, habe mich aber entschieden, dass nur meine eigene Ungeduld Schuld daran war - denn der Film besteht aus ruhig erzählten Bilden, Mimikstpielen und Gedanken, die laut in der Luft hängend auf die Empfindung des Zuschauers harren.

Grandios sind auch die Gespräche des alternen Literaturkritikers mit seinem besten Freund - gespielt durch Dennis Hopper.
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am 26. Februar 2016
Wäre Penélope Cruz nicht in ihrer fänomenalen Schönheit ganz allein sehenswert und reiner, ästhetischer Genuss, würde mir dieser Film keine Freude machen. Ben Kingsley ist gewiss ein großartiger und verdienter Schauspieler, auch ist er körperlich noch einigermaßen in Form und erhalten, aber ihn hier als Liebhaber einer dreißig Jahre jüngeren Frau zu erleben, hat mir gelinde gesagt Übelkeit erregt. Natürlich hat es etwas mit mir zu tun, wenn ich beinahe nicht ertragen kann, diesen alten, hässlichen Mann mit gierigen Händen an diesem jungen Körper grapschen zu sehen. Soviel ist klar, dass sich mit dieser Geschichte unbewusst und von beiden Seiten undurchschaut ein Vater-Tochter-Verhältnis abgespielt hat. Davids Bindungsunfähigkeit und seine Lähmung, sich darüber mitzuteilen, weisen zusätzlich zu seiner Gewohnheit, sich kurze Beischlafbeziehungen unter seinen Studentinnen zu angeln, die für ihn ungefährlich bleiben, auf seine Unreife und retardierte innere Entwicklung hin. Dazu gehören seine Eifersucht und sein Besitzanspruch. Ich frage mich bis zum Schluss, was in aller Welt Consuela an ihm fand, wenn nicht eine Vaterfigur, die sie ihre Defizite vonseiten ihres echten Vaters vergessen machte. Gewiss, fasst man die Möglichkeit karmischer Verstrickung ins Auge, mag auch diese Story möglich erscheinen. Doch wird hier gegenseitige Bedürftigkeit mit Liebe verwechselt. Da kommt Consuelas Krebserkrankung geradezu erleichternd zupass, denn nun muss man sich keine Befürchtungen über die Zukunft dieser Paarung machen. Bedrückend.
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