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"Menschen kann man lieben ? Wie darf ich das verstehen ?"

Das Zitat hätte ohne Weiteres von Artur Schopenhauer sein können, aber es ist eine Zeile aus HRKs neuster CD. Der Albumtitel lässt vermuten, dass Kunze wieder mal seine grobe, harte Querulanten-Seite einschlägt und viele böse Verse setzt. Aber Irrtum! Zu zwei Dritteln besteht das 2009er Werk des langjährigen Intellektuellen-Rockers aus eingängigen, dem Publikum wohlgesinnten Harmonien und gut verdaulichen Arrangements, mit denen er auch seine Antisympathisanten versöhnlich stimmen dürfte. Akustisch am ehesten vergleichbar ist "Protest" mit dem 2001er Album "Halt". Viele sanfte Töne werden angeschlagen, wie z.B. auf "Regen in meinem Gesicht", und man merkt auf diesen Stücken erneut, was für eine schöne Sängerstimme Heinz Rudolf Kunze doch hat.
Damit der Titel "Protest" aber nicht völlig aus der Luft gegriffen wirkt und wie Etikettenschwindel anmutet, bietet das restliche Drittel ein paar klanglich unbequeme Nummern ("Dagegen", "Selbst ist die Zerstörung", "Warum ?").
Seit über einem Vierteljahrhundert produziert der kreative Song-Poet nun schon ein Album nach dem nächsten. Und wenn jemand glauben sollte, langsam wäre es mal genug, dann protestiere ich aber energisch, lege "Protest" ein und drehe den Lautstärkeregler hoch.
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TOP 500 REZENSENTam 27. April 2009
Heinz Rudolf Kunze liefert ein Album ab, das an Abwechslungsreicher kaum sein könnte. Manchmal sehr eingängig und fast schon flach und dann wieder die gewohnt lyrischen Texte. Genauso musikisch mit Punkansätzen bis zu eingängigen Popsongs.

"Längere Tage" ist ein wunderbarer Popsong, sehr eingängig mit "leichten" Text, für mich einer der besten Titel auf der CD.

"Einmal noch und immer wieder" ist ebenfalls mit sehr eingängiger Meldodie versehen, aber hier ist Kunze wieder textlich in seinem Element, wenn auch nicht ganz so tiefgreifend wie man ihn kennt. Einfach ein klasse Titel, der ein wenig klar macht, warum das Album "Protest" heißt.

"Astonaut in Bagdad" musikalisch ein unglaublich rockiger Titel mit Punkeinschlag und teilweise verzehrtem Gesang. Textlich eine Meisterleistung, ein Highlight der CD.

"Sie geht vorbei" Popsong über eine vergangene Beziehung, der erste Titel der mit ein wenig zu einfach erscheint, netter Titel, aber es fehlt das gewisse etwas.

"Auf einem anderen Stern" eine klasse Text mit einer schönen Melodie verknüpt die einfach Spaß macht den Titel zu genießen. Geschichtliche Vergleiche mit den Gefühlen, sehr gelungen.

"Aber Menschen?" ist die ultimative Bewertung der Spezie Mensch: Menschen darf man lieben. Mit viel Ironie und einem unglaublich kritischen Text hält uns Kunze hier den Spiegel vor. Einer der ganz großen Titel.

"Dagegen" Punk, Rock und kreischende Gitarren, musikalisch ein sehr spannender Titel, der aus dem Album deswegen auch ein wenig herausragt und richtig sperrig wirkt. Textlich sind wir natürlich "dagegen", egal gegen was auch immer.

"Frei zu sein" ist ein leichter Popsong, mit gutem Text der manchmal ein wenig zu leicht wirkt.

"Ein besonderer Tag" wieder so ein leichter und eingängiger Titel, mit gutem Text.

"Möglich" beginnt mit einer wunderbaren Mundharmonika und erinnert mich auch textlich ein wenig an Bob Dylan.

"Selbst ist die Zertstörung" ist ein richtiger Rocker mit genialem Text, hier paßt alles und Heinz Rudolf Kunze in Bestform. Für mich der Titel der CD, auch oder gerade deswegen weil er so ungewöhnlich ist.

"Warum?" wieder eine nicht so eingängige Melodie, die durch den tollen Text nochmal intensivirt wird.

"Tränen auf meinem Gesicht" ist eine wunderbare Ballade über die Beziehungsängste. Ein sehr einfühlsamer und schöner Text der wirklich ans Herz geht.

"Du bist so süß" hier ist der Titel ausschlaggebend für das ganze Lied und sollte nicht so Ernst genommen werden. Netter Gedanke und eine schöner Song der die Kitschgrenze ein wenig streift.

"Elexier" überzeugt durch einen wunderbaren Text, ein Liebeslied wie es nur von HRK stammen kann.

Hier paßt wirklich fast alles, auch wenn manchmal ein wenig mehr gewagt wurde als Heinz Rudolf Kunze wirklich noch beweisen mußte, aber dennoch wirkt er sehr souverän und manchmal mit einer unglaublichen Leichtigkeit.

Anspieltipps: Längere Tage, Astronaut in Bagdad und Dagegen
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am 1. Februar 2009
Songs des Albums:

- Längere Tage, Einmal noch

2 Tolle und fröhliche Songs, welche die neue Lebenshaltung Kunzes prächtig dokumentieren und so richtig Freude verbreiten, Die Sonne geht in meinem Zimmer auf!!!!

-Astronaut in Bagdad

Toller rockiger Song, feine Riffs , ehrliche Aussage - da es den Song sicher schon länger gibt wäre eine Single vor einem halben Jahr eine tolle Aussage zur passenden weltpolitischen Lage gewesen - so verpufft die Aussage leider etwas...

Sie geht vorbei

..auch ein Liedchen , hübsch, sowas muß auch mal sein...

Auf einem anderen Stern

Toller kunziger Text ( In einem Zustand wie Hemingway um 17.00 Uhr auf Malaga .. ein Fuß blieb auf dem Teppich der sich für den anderen schämte.... obwohl ich nutzlos wäre hätten sie mich gern... - das ist doch genial!!) tolle Musik, ruhig und klar
mein Lieblingssong

Aber Menschen

Auch das ist ein Protestsong! Die Liebe zu banalen Alltäglichkeiten, materiellen Dinge selbst drivialster Art sind eher zu lieben als Menschen....Gesellschaftskritik - passend zur sozialen Kälte der Gesellschaft

Gute musikalische Umsetzung, toller Text - feiner Gesang (ich höre stimmlich immer mal Lou Reed nachhallen - ist aber mehr gefühlt)

Dagegen

Rockig punkige Nummer - Alles was in dieser Welt keinen Erfolg hat ist dagegen - subtile Gesellschaftskritik!

Frei zu sein

Hymne mit dem Versuch einer positiven Aussage - der Text beweist aber: Wir sind noch nicht frei!
Die derzeitige Großwetterlage (Terrorismus/Wirtschaftskrise) verschlechtert die Bedingungen - darum säe - aber sei für Sturm bereit"

Ein besondrer Tag

Hübsches fröhliches Lied mit feinem Rhythmus - verbreitet Optimismus - und das ist in der heutigen Zeit sehr selten

Möglich

Tiefe Verbeugung vor dem Meister mit toller musikalischer und hoffnungsfroher textlicher Umsetzung - auch für Nicht-kleriker- gut zu verstehen.
wenn du ruderst auf dem Hades mit einem Embryo im Boot" - ist das nicht genial???
Mein 2. Lieblingslied

Selbst ist die Zerstörung

Wer hat denn da zu meckern - blickt da nicht doch ein wenig der alte Kunze durch die Textzeilen und Noten....

Warum

...und gleich noch so einen.... hier rockt es wieder....und: Wo nimmt der Mann nur die Texte her???

Regen in meinem Gesicht

Das fällige Abschiedslied....oder? Schlicht ergreifend....tolle Musik mit notwendigen Schmalzanteil...
Ich durfte den Feinschliff im Studio miterleben - Waaaaahnsinn wie der Mann singen kann...

Du bist so süß

Intelligente Gesellschaftskritik - ohne verletzen zu wollen... Bildung, Fernsehen und eigene Einstellung zu solchen Dingen...

Elexier

Hymne ans neue Leben, braucht sich nicht vor den Liebeslieder alter Klassiker verstecken , im musikalischen Stile der Homelandsongs der großen Amisänger

Also ich bin sehr zufrieden mit Protest und freue mich auf die Live-Show!
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am 13. März 2009
Nach meinem langjährigem Fan-(Da-)Sein und einigen persönlichen HRK-Lieblingsalben darf, nein MUSS auch Raum für Protest sein: was Herr Kunze seiner bis dato geneigten Hörerschaft hier zumutet, grenzt an Beleidigung.

Fünf Titel weniger, dafür mehr Sorgfalt beim v.a. textlichen Rest wären wünschenswert gewesen.

Es gab auch in der Vergangenheit immer mal den einen oder anderen - mit Aufnahme in die Playlisten der Radiosender belohnten - Ausrutscher; hier werden gleich mehrere Anwärter auf den Banalitäts-Index geliefert.

Durchschnittliche Jammer-Altherren-Herzschmerz-Nahtod-Ware liefern andere Künstler schon zur Genüge -- beim Hören dieses Silberlings frage ich mich ernsthaft, ob sich die von mir vertretene Verteidigung HRK's ggü. deren Fans überhaupt noch lohnt.

Nur bei einigen Liedern versucht HRK sich beinahe vorsichtig an der leider rar gewordenen bissigen und kryptischen Herangehensweise -- zu wenig für ein so markig betiteltes und beworbenes Album!
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am 13. Februar 2009
Von dem Album bin ich enttäuscht. Eine so lieblose Zusammenstellung von inhaltlich banalen und reizlosen Stücken wie auf "Protest" hat Kunze noch nie auf den Markt gebracht. Schlechter als die letzten beiden schon recht müden Alben und überhaupt kein Vergleich zu den sprühenden Alben der 90er Jahre. Die 2005 veröffentlichte DVD "Man sieht sich" ist bis jetzt Kunzes künstlerischer Grabstein.
Protest fehlt der Guss, es fehlt eine Stimmung, es fehlt die Tiefe, es fehlt am Hörerlebnis, welches einen veranlasst die CD solange immer wieder zu hören bis ein neues Album erscheint. Eine CD die keine Überraschungen bereit hält, bei der man selbst als Fan die Texte nie auswendig kann und die man recht schnell beiseite legt. Nachdem Kunze mit "Rückenwind" ein sehr gutes Album ohne Heiner Lürig zustande gebracht hatte, schlägt dieser erneute Abnabelungsversuch vollkommen fehl.
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am 16. Dezember 2008
In diesen 15 Monaten/Songs erlebt man alle Jahreszeiten.
Ja es stimmt, hier schreibt ein KUNZE-Fan insofern mögen alle die, die von Fans grundsätzlich keine Meinung/Rezension lesen, sofort zum nächsten Beitrag wechseln.

Für KUNZE Interessierte, auch "Laufkundschaft" kann meine Meinung über das neue Album PROTEST sicher interessant sein und die Neugierde auf dieses absolut spitzenmäßige Musik- und Textprodukt nochmals verstärken, was aber durchaus ungefährlich ist und auch keine Kopf- oder Magenschmerzen bereitet. Ich hatte schon recht früh die Gelegenheit das neue Werk des Deutschrockers Kunze zu hören. Hier mein Bericht, meine Meinung:

Hamburg im November 2008 - Es ist ein 13 Uhr als ich auf den betonierten Hof des Hamburger Gaga-Studios (dem früheren Rüssl-Studio" von Otto Waalkes) landen. Im gesamten Studio hängen schon die neuen Tourplakate, da hat ein guter Geist "Atmosphäre" geschaffen - überall ist schon "PROTEST". Während einer kurzen Hausbesichtigung kommt mir HEINZ RUDOLF KUNZE in Jeans, schwarzer Lederjacke, ACDC-T-Shirt auf dem Flur entgegen. Die Hörprobe beginnt mit "Längere Tage", ein klassischer Gitarrenpop-Ohrwurm, eingängig, hymnisch, intensiv, zugleich freundlich und liebevoll inszeniert, der Titel, der ja auch mit einem leicht kafkaesk anmutendem Schwarz-Weiß-Videoclip das Projekt "Protest" nach draußen bringen soll und gleichzeitig, als die erste Singleauskopplung des Albums fungiert. Noch Stunden später, auf der Rückfahrt, lag mir dieses Ding im Ohr. "Ich seh dich gern gehen - ich geh hinterher - bevors deine Spur gab - war der Erdboden schwer - Du musst gar nichts machen - sei einfach nur da - Es gibt dich tatsächlich - ich sehe dich ja - Ich wünsche mir längere Tage - ich wünsch mir mehr Licht - in dem ich dich sehn kann - mehr brauche ich nicht" - absolut hitverdächtig. Dann folgt das raue Antikriegslied "Astronaut in Bagdad". Ein sehr aggressives ausgefallenes, hardrockig-gitarrenlastiges Protest-Lied,das lyrisch sehr einfühlsam mit der irrsinnigen Nahost-Politik der Bush-Administration abrechnet. Als Stimmungsvoll und inhaltlich gänzlich konträr ausgestaltet, zeigt sich dagegen "unser Frühlingslied" (Zitat: KUNZE) "Ein besonderer Tag", das ein mehr als nur optimistisches, zukunftsorientiertes Lebensbild zeichnet. Geradezu genial und sehr gefühlsstark, danach brilliert KUNZE in der grazilen (und zeitgleich nicht gerade unagressiven) selbstironischen Pianoballade "Auf einem anderen Stern" mit Aussagen wie ... "ich befinde mich in einem Zustand, wie Gorbatschow am Ende der Sowjetunion", was folgt ist seine menschenfreundliche Hymne an die Menschenfeindlichkeit "Aber Menschen", das vorweggenommene Grande Finale. "Das Liebeslied für alle Menschenfeinde, die in erster Linie Korken, Hosen oder Blumenkästen lieben, aber, Menschen zu lieben ist ihnen vollkommen fremd.(Zitat: KUNZE) Nächster Titel "Du bist so süß" - "so furchtbar süß, Dich zu kritisieren ist so fies, mit beiden Beinen noch im Paradies, Du bist so süß". Oh Man(n) da kommt was auf uns zu - Die Damenwelt hat sich beim vorspielen, dieses Liedes, beim Pressedate köstlich amüsiert und begeistert gezeigt" meint KUNZE zu mir. Eben ein Song über die männliche Gedankenwelt, flott und eingängig. Dieser Zeitgeistkritische Gitarrenrocker beschäftigt sich mal wieder mit der Generation Doof. "Du bist so Furchtbar süß" himmelt der überzeugte Zeitgeistverächter ein junges Mädel an, das zwar alle Dialoge irgendwelcher dümmlichen RTL-Soaps in- und auswendig kennt, aber nicht weiß, was eigentlich ein Bundeskanzler ist, bzw. dass es einen solchen überhaupt gibt. Beim nochmaligen Durchhören, erzählt KUNZE begeistert vom Drumset vor einigen Tagen, eingespielt von Jens Carstens. Das klingt wie Small Faces - "Lazy Sunday Afternoon" und das sollte es wohl auch, das ist die Musik die wir in jungen Jahren aufgesogen haben. Dann folgt die Hardrock-Nummern "Dagegen" - tiefe Basslinien erreichen die Magengegend, ein wuchtig marschierender Rhythmus. "Wir sind dagegen - nicht die Welt" voller lauter Chor, das ist KUNZE`s wahrer PROTEST, den man hören und fühlen kann, der ist nicht leise, nein laut und brachial, mit ganz geilen, schrägen Kreissäge- Synthesizer-Klängen begleitet. Das ist der Sound des jungen Protestlers - Jörg Sander (Gitarre). Dunkel, düster, zu knallharten Punkrhythmen sinniert KUNZE in "Selbst ist die Zerstörung" Morbides a la Der Tod hat ein süßes Aroma und dann die von Jens Carstens (Drummer) mitkomponierte Mid-Tempo-Gitarrennummer "Einmal noch und immer wieder". Darauf folgt "Möglich" und "Einfach schön", mit profunden Gitarrenriffs ausgestattetet ist die Up-Tempo-Gitarren-Popper-Nummer "Sie geht vorbei" mit Wortspielen wie - Sie zuckt nicht mehr mit den Wimpern und auch nicht mit der Axel, So heißt ja auch ihr neuer Typ- . Einfach schöner, melodiöser Rock Sekt Sorbee - Liebe kann so grausam sein. Hört niemand meinen Schrei?, der knochentrockene, texanisch gewürzte Bluesrock "Warum" berichtet surreal über (Zitat: KUNZE) - des Interpreten vier neue Freunde - "Krüppel Wutzek", "Blondes Gift", "Fatty Müller" und den "Klarsichthüllenmann". Überwiegend von traurigen Pianoakkorden bestimmt wird (Zitat KUNZE)die große Trennungsballade "Regen in meinem Gesicht", der grandios melancholische Text gipfelt darin, dass der Verlassene keine Tränen weine, nein, es sei vielmehr Regen in seinem Gesicht. Lyrisch schier phänomenal, trefflich mit einer stillen, sanften und trotzdem überaus aussagekräftigen, starken Melodie verbunden. "Elixier" hören wir zweimal komplett durch, spätestens jetzt wird uns die ganze Großartigkeit dieser Dylan-ähnlichen, folkorientierte Gitarrenballade bewusst. Der Song besticht auch mit einem quergedachten, philosophischen Text. Nach 2-Dritteln setzt ein Piano ein und das ganze erhält noch mehr wuchtige Größe. KUNZE singt: "Meine Haut, meine Haare sehnen sich nach Dir, bleiben viel zuwenig Jahre, uns als Elixier, konnt man sich nicht früher kennen, seid der Zeit aus Stein, jetzt wo die Sekunden rennen, möcht man langsam sein". "Frei zu sein" - das nach KUNZEŽs eigenem Befinden inhaltsschwere Herzstück des Albums. "Frei zu sein, hat fast noch mehr Gesichter, als es Menschen auf der Erde gibt, ihre Augen sind wie Sternenlichter, vor die sich manche dunkle Wolke schiebt - Frei zu sein von Hunger, Not und Sorgen, das alleine war schon immer schwer, ohne Ängste vor dem nächsten Morgen, doch frei zu sein bedeutet noch viel mehr - Frei zu sein, war niemals leicht, doch wer das nicht erreicht hat, der hat nichts erreicht". KUNZE singt ... "der hat niiicchhhts erreicht" - höher höher und zieht das gesungene Wort ins Unendliche. "Wird super" meint Leo Schmidthals (Bass u. neben KUNZE Mitproduzent) "Ja" - meint KUNZE und blickt zu mir: "Das ist die wichtige Stelle, das ist der Brecht-Satz, quasi der Lernsatz"- man merkt wie wichtig ihm das ist, diese Stelle, diese Aussage: "Doch wer das nicht erreicht hat, der hat nichts erreicht!"- das musste so pointiert da hin.

Das war, zum erstenmal komplett durchgehört, "PROTEST" - voll gepackt mit gereimten Gefühlen. Ich erlebte im Gagastudio den sanftesten und den härtesten KUNZE aller Zeiten auf einem Album. Was ist anders als bisher? Vieles und doch wieder nicht! KUNZE arbeitet mit diesen jungen, kreativen Musikern zusammen, aber alle sind auf der Höhe der Zeit, sind auf Grund ihrer verschiedenen Engagements bei absolut angesagten Bands und Künstlern und ihrer Arbeit in verschiedenen Top-Studios genauso abgehangen, wie das dienstälteste Bandmitglied Matthias Ulmer (Keyboard). Diese Mischung macht den Erfolg - bestimmt. HEINZ RUDOLF KUNZE fasst das kurz und knapp so zusammen: "Klar, dass wir dieses großartige Potenzial nutzen". Hier noch ein Zitat zum Album aus der sog. Fachwelt: Das Album "PROTEST" zieht musikalisch, wie inhaltlich, alle nur erdenklichen Register. Zwischen sanftem Pianoschleichern und dröhnendem Punk ist alles dabei, in harmonischer Kooperation mit KUNZEŽs diabolischen Wortgefechten, all dies wird dafür sorgen, dass die erste große Deutschrock-Sensation des Jahres 2009 "Protest" heißen und sein wird.

Dieser Bericht(Rezension) ist natürlich nur eine Momentaufnahme, einiges war zu dem Zeitpunkt noch zu tun. Was da in den letzten Monaten aus kleinen Ideen und Anregungen zu einem großen Ganzen geworden ist, ist ganz klar auf dem Erfolgsweg. In diesen 15 Songs erlebt man tatsächlich "alle Jahreszeiten". Ich als Fan weiss jetzt, HEINZ RUDOLF KUNZE hat wieder mal ein absolut geiles, wunderbares Kunstwerk abgeliefert, was ich Euch da draussen im "WWW" gerne weitersagen und empfehlen möchte.....

Im CD-Beiheft wird ein Zitat des legendären Protest"sängers Bob Dylan abgedruckt sein: Ein Reporter hätte ihn einst gefragt, warum er eigentlich keine Protest"songs mehr schreibe, worauf hin der Meister locker antwortete: Alle meine Lieder sind PROTESTSONGS".
Da brauch es doch keine weiteren Worte.
Anmerkung:
Der komplette Studiobericht findet sich hier: [...]
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am 19. März 2009
Kunze ist wieder da!
Was - schon wieder?

Während andere deutsche Musiker mit jedem neuen
Album ein Come back feiern (müssen), bringt der Deutschlehrer
in schöner Regelmäßigkeit einen neuen Silberling heraus.
Nun also Protest.
Wie zur Unterfütterung seines anerkanntermaßen großen Intellekts zitiert Kunze auf dem CD-Cover (innen) Bob Dylan:
"All my Songs are Protestsongs".
Mag sein, aber seien wir ehrlich:
Der Titel, ein Kunze in Lederjacke, das verspricht mehr -
andere Songs.
Das wesentliche bleibt die Musik.
Und die erscheint, wie eine Konsequente Fortsetzung von Rückenwind oder das Original.
Ob das nun gewollt war, oder nicht.
Und wer diese Alben mag, wird Protest mögen.
Aber, das muss ich sagen, Protest braucht Zeit und wird bei mehrmaligem Hören besser.
Also, Geduld!

Anspieltipp: Sie geht vorbei.
Längere Tage
Möglich

Flop! Dagegen
Umsonst Rasiert
(Ganz wilde Nummern - kannste knicken!)

Viel Spass!
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am 19. Mai 2009
Als ich mal das Angebot von Amazon bezüglich Musikdownloads ausprobieren wollte, bin ich mehr oder weniger zufällig auf dieses Album von Heinz Rudorf Kunze gestoßen. Ich kannte ihn eigentlich nur von dem Album "Eine Form von Gewalt" aus den Achtzigern. Dieses Album wird zwar hier nicht zum Runterladen angeboten, ist aber eine (Ober) Klasse für sich. Sehr zu empfehlen!
Danach habe ich ihn irgenwie aus den Augen verloren. Wurde mir auch zu seicht und zu kommerziell.
Aber jetzt beim Hören des Albums "Protest" hat es mich aus den Socken gehauen. So abwechslungsreiche Musik mit geistreichen und guten Texten. WoW! Da können sich einige der angeblichen Popstars und wie sie alle heißen nur ganz hinten anstellen. Der Mann war und ist Klasse! Und fast jedes Stück ein Ohrwurm. So wird Musik gemacht !

Ich habe Heinz Rudolf Kunze wiederentdeckt. Ein besondrer Tag !
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am 20. Februar 2009
Als Fan von Kunze war ich gespannt und bin nicht enttäuscht worden.

Teilweise im Stil seiner alten Lieder, teilweise auch neue Klangfarben, die ich so nicht erwartet hätte. Ideal zum Autofahren oder auch zum Abends auf der Couch zur Entspannung zu hören.

Mit den kritischen Texten und der Stimme einfach perfekt. Er regt zum Nachdenken an, wie z. B. bei Titeln wie Aber Menschen? oder Astronaut in Bagdad.

Für mich sind die Anspieltips auch klar diese beiden Titel.

Und mit Umsonst rasiert erfährt man eine neue Art der Musik, die ich von ihm so nicht erwartet hätte, die aber gut passt.

Insgesamt eine gute CD, mit Hintergründigkeit und guter Musik !
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am 30. Januar 2009
Ich mache mir ernsthafte Sorgen ...

Für ein besseres Verständnis meiner Rezension vorab etwas zu mir und mein Verhältnis zur Musik von HRK:

Seit meiner frühen Pubertät und damit seit knapp 20 Jahren liebe ich Musik, durchaus mit einem besonderen Faible für das deutschsprachige, insbesondere für messerscharfe Lyrik. HRK nahm bei mir 20 Jahre lang eine Ausnahmestellung ein. Sowohl seine liedermacherähnlichen, teilweise schrillen Frühwerke, als auch die Stadionrockglanzzeit a la "Gute Unterhaltung", die Entwicklung zum Gitarristen ("Draufgänger") als auch die an Sound überladenen "Halt" und "Korrekt" mag ich sehr. Kunze gelang in meinen Augen fast alles - sprachliche Verzückung, Anregung zum Nachdenken, herzliches Grinsen, musikalische Perfektion. Auch, besser: insbesondere seine Bücher als auch Experimente wie "Wasser bis zum Hals..." oder "Kommando Zuversicht" mag ich. Kunze zu lesen oder zu hören bedeutete mir eine gewisse Verbundenheit - ich fühlte, da ist ein Mensch, der vieles ähnlich sieht wie ich.
Zwischendurch in seinen knapp 30 Karrierejahren gab es zwei, drei mal ein Album, das mich nicht so sehr begeisterte, aber stets war das Nachfolgealbum dann wieder ein Kracher.
Nun jedoch setzt sich nach "Das Original" und "Klare Verhältnisse" ein Trend fort, der mich traurig stimmt.

Verkaufszahlen haben mich nie interessiert. Ich habe HRK gemocht. Dass die breite Masse unter guter deutschsprachiger Musik zunehmend etwas anderes empfand, nahm ich wahr, es berührte aber mich jedoch nicht großartig.
Dass Heinz selbst immer auf Airplay etc. Wert gelegt hat, ist bekannt. So lange grandiose Alben heraussprangen war es mir auch egal, ob eine ziemlich banale Midtempo-Nummer als Radiosingle ausgekoppelt wurde und Heinz das auch in grenzwertigen Medienauftritten promotete. Ich hatte stets mein Album und war glücklich. Nie mehr als 2, 3 Aussetzer - und mindestens die Hälfte der Songs beschrieb lyrisch etwas neuartiges oder zumindest in einer neuartigen Perspektive. Etwas, was an singenden deutschsprachigen Schreibern nur der große HRK beherrschte.
Seit 3 Alben ist diese schöne Zeit vorbei.

Und nun "Protest" ! Markant angekündigt. Ich habe nicht blauäugig geglaubt, dass der Meister wirklich ein Protestalbum herausbringt - ich hatte schon gewisse Zweifel, gerade weil vorab Dylan mit seinem berühmt-berüchtigtem Satz zitiert wurde. Die Zweifel sind eingetreten: "Protest" ist genauso wenig ein Protestalbum wie "Das Original" irgendetwas mit dem jungen Kunze (geschweige mit dem Coververschnitt des grandiosen Debütalbums "Reine Nervensache") zu tun hat und genauso wenig wie "Klare Verhältnisse" für ebendiese sorgt. Albentitel sind seit dem Wechsel zu Ariola zur Persiflage verkommen, vielleicht heisst ja das nächste Album "Techno".

Ich bin wirklich erstaunt, wie unreflektiert viele Fans und Wunderkinder das Album loben. Ich mag das künstlerische Werk von Heinz, aber ich muss hier einfach mal ehrlich sein:

Ich habe gehofft, dass sich der erneute Abgang von Heiner Lürig positiv auswirkt. Ich fand "Rückenwind" großartig (vor allem die sphärischen Balladen, Frank Plasa sei Dank.) Die beiden Alben danach, die wieder mit Lürig waren, fand ich persönlich viel, viel schlechter. Lieferte "Das Original" noch zwei absolute Über-Songs ("K." und "Mein Wahres Gesicht"), empfand ich die besseren Songs von "Klare Verhältnisse" bestenfalls als "ganz nett".
Insbesondere die zunehmende Anbiederung in den Texten fand ich störend. Kunze gefiel mir als Misantrop viel besser als als Menschenversteher. Insbesondere das großartige "Einer Für Alle"-Album liefert manche Zeilen, die für mich fast schon zum Lebensmotto wurden.
Musikalisch gefiel mir die Akustisierung auch nicht. Ich mag Ecken und Kanten - sei es in der Lyrik, im Sound oder in der Produktion.
Kunze war für mich immer am besten, wenn er scharf und bissig war. Seine Stimme passt viel besser zu knallharten Abrechnungen als zu Streichelsongs. Seine lyrischen Fähigkeiten kommen in markigen Worten viel besser zur Geltung als in sanften.

Diesmal gibt es nicht mehr nur einen oder zwei Midtempo-Liebesnummern mit völlig banalen Inhalten, sondern gleich eine Handvoll.

Es tut mir leid, aber ich bin wirklich enttäuscht.
Wurde hier bewusst auf den Strom der Zeit aufgesprungen? Banale Botschaften mit einem Hauch Selbstmitleid verpackt in Midtemposongs verkauften sich in Deutschland in den letzten Jahren ausgesprochen gut (Naidoo, Pur, Ich und Ich, das letzte Rosenstolz-Album). Buhlt Kunze um diese Käuferschicht?

Zu den Songs:

Längere Tage - allseits bekannt. Die typische Radiosingle. Nett, aber absolut nichts neues. Der Erzähler erfreut sich am Glück zu zweit in banalen Worten. Sei es ihm gegönnt.

Einmal Noch Und Immer Wieder - die zweite typische Radiosingle, nur gelungen wie seit einiger Zeit nicht mehr. Hat fast schon das Niveau von "Mit Leib Und Seele". Bewegt mich nicht sonderlich, aber für das Ziel Radioairplay ist dieser Song v.a. musikalisch gelungen. Der Erzähler erfreut sich am Glück zu zweit in banalen Worten.

Astronaut In Bagdad - Klasse Text. Hätte man ruhig noch schärfer formulieren können. Musikalisch hätte ich mir mehr Krach gewünscht. Dieser Song schreit nach abgehackten E-Gitarren - diese sind zwar da, aber der Sound ist mir noch zu kompakt.

Sie Geht Vorbei - unerwiderte Liebe. Nicht wirklich schlecht, aber relativ belanglos. Zeilen wie "Die Liebe kann so grausam sein" in dieser Form gesungen bewegen mich nicht wirklich. Auch musikalisch relativ belangloser, tausendmal gehörter Durchschnitt.

Auf Einem Andern Stern - Heinz, bitte überlass derartige Selbstmitleidballaden Rosenstolz, Ich und Ich und co. Ich glaube, Deine treuen Fans mögen andere Facetten an Dir.

Aber Menschen? - wunderbares Thema. Aus dieser Idee hätte man einen großartigen Song basteln können. Stattdessen werden maximal 2 bis 3 aussagekräftige Zeilen textlich variiert über 3 Minuten gestreckt. Nach der ersten Strophe ist der Drops gelutscht. Die Lagerfeuerbegleitung passt überhaupt nicht zum Text.

Dagegen - ein Thema, das HRK etwa so häufig aufgreift wie Niedecken das Thema Köln. Nur waren frühere Songs besser. Weil man den Text der früheren Songs nicht auf vier Zeilen stutzen können. Melodie: unglaublich schlecht, wenn überhaupt vorhanden.

Frei Zu Sein - textlich der gewohnte HRK! Eine balladeske Ode an den Begriff "Freiheit". Hätte eine etwas bessere Melodie verdient gehabt (die ist nicht schlecht, aber bei solch einem tollen Text ist auch eine ganz besondere Melodie vonnöten).

Ein Besondrer Tag - der zweite Song nach "Einmal Noch..." mit einer wirklich prägnanten Melodie. Text ist mir zu banal.

Möglich - sorry, aber dies ist der erste Kunze-Song überhaupt, den ich mir kein zweites Mal vollständig anhören kann. Musik, die mich negativ berührt. "Wenn es Dir schlecht geht, ist es möglich, dass es etwas anderes gibt als den Tod". Soll das ironisch-witzig sein? Oder Lebenshilfe für Suizidgefährdete? Banal. Schrecklich.

Selbst Ist Die Zerstörung - so hätte ich mir das gesamte Album gewünscht! Das ist Kunze, wie ich ihn mag! Krach, Wut, Witz.

Warum? - dieser Song hat sich für mich noch nicht erschlossen, deshalb enthalte ich mich eines Kommetars.

Regen In Meinem Gesicht - wunderbare poetische Ballade. Toll!

Du Bist So Süss - ich weiss nicht, warum Kunze einfältigen Menschen, die nicht wissen, was ein Bundeskanzler ist, überhaupt einen Song widmet. Vor allem einen derart banalen. Schrecklich.

Elixier - nicht schlecht, aber auch nicht so grandios, wie manche es loben. Ein nettes Liebeslied, welches viel besser zur Geltung käme, hätte man nicht schon vorher viel zu viele viel schlechtere Liebeslieder auf diesem Album hören müssen. Nach 13 politischen Songs wäre "Elixier" der perfekte Rausschmeisser gewesen - so geht er aber unter.

Du Bist Ganz Einfach Schön - wer glaubte, der Banalismus von "Möglich" und "Du Bist So Süss" sei unübertreffbar, wird hier eines besseren belehrt. Von Null in die Top 3 der Worst Kunze Songs ever. Hätte ich den Text auf einem Blatt Papier gelesen, hätte ich es nie für möglich gehalten, dass HRK so etwas grottiges verfassen könne.

Umsonst Rasiert - grandios. Der beste Song des Albums. Unverständlicherweise zum Bonustrack degradiert. Krach, Humor, Mehrdeutigkeit. Feinsinnig versteckte Gesellschaftskritik.

Insgesamt 3 von 5 Sternen. Da Kunze bis 2003 bei mir fast immer 5 von 5 hatte, trotzdem eine Enttäuschung.
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