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am 15. April 2016
der Film ist mir von meinem Cousin wärmstens empfohlen worden, den ich einen als einen absoluten Kenner im Horror Genre bezeichne. Seine Vorwarnung jedoch gleich vorweg, es würde sich nicht um einen Horror Film im klassischen Sinne halten. Hier soll er recht behalten.

Zum Film: Es ist schwer zu beschreiben was für ein Film "The Wicker Man" ist und noch schwieriger ist er einem Genre zuzuordnen. Ich denke es verhält sich ähnlich wie mit "Suspiria" oder "Clockwork Orange", man muss ihn einfach erleben. Ich denke am ehesten ist er ein Grusel-Musical-Krimi. Seltsame Kombi, aber es funktioniert hervorragend. Der Film ist für einen Grusel- oder Horrorfilm in sehr freundlichen hellen Farben gehalten, die Musikeinlagen gehen sofort in Ohr, Christopher Lee spielt wir immer super und man merkt ihm an, dass er an der Rolle seine wahre Freude hatte.

Edward Woodward's kann ich nur als genial bezeichnen, ich denke mit einem anderen Schauspieler hätte der Film ein echtes Problem bekommen können. Aber sein Schauspiel zwischen blindem Glauben an seine Religion und seine moralischen Wertvorstellungen und der Konfrontation mit den total gegensätzlichen Lebensvorstellungen der Inselbewohner ist neben den Musikeinlagen das Herzstück des Films.

Der Film ist ist nicht wirklich gruselig oder nervenzerrend aber verstörend und das auf sehr subtile Weise und gipfelt dann in einem grandiosen schockierenden und dennoch dezentem Finale. Klare 5 von 5 Sternen.

Zu den DVD's: Aus welchem Grund Klassiker wie dieser oder auch "Die üblichen Verdächtigen", "Dressed to Kill" oder auch "Leichen pflastern seinen Weg" keine würdige blu ray Umsetzung erhalten, obwohl sonst jeder Mist veröffentlicht wird, ist mir ein Rätsel. Zu Schade. Das Bild auf der vorliegenden DVD ist nicht sonderlich gut, die eingefügten Szenen sind von nahezu katastrophaler Qualität, eine deutsche Tonspur ist nicht vorhanden. Also wer auf die deutsche Tonspur angewiesen ist sollte einen weiten Bogen machen. Ich bleibe guter Hoffnung, dass irgendwann eine würdige blu ray Umsetzung erfolgt. Mal abwarten. Der 2 DVD Special Edition vergebe ich daher 2 Sterne.

Fazit: Ein grandioser Film, mit einer grandiosen Atmosphäre auf 2 klägliche Scheiben gepresst. Eine bessere Version liegt aber leider nicht vor. Daher von mir 3 Sterne

PS: Finger weg von dem Nicolas Cage Remake, dieses kommt nicht annähernd an das Original ran.
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am 24. April 2016
The Wicker Man ist ein großartiger Film, macht richtig Spaß zu gucken. Man muss natürlich wissen dass der Film nur auf Englisch mit optionalen Untertiteln zu haben ist, aber das sollte kein Problem sein.

Es gibt einiges an Bonusmaterialien, meine einzige beschwerde ist dass die "directors cut" Version des Filmes einige qualitativ minderwertigen Stellen hat, wirkt wie von nem Fernseher abgefilmt. Der Grund hierfür ist scheinbar, dass es nicht anders erhältlich ist, da diese Szenen quasi verloren sind, deshalb ist das auch nicht so schlimm.
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TOP 500 REZENSENTam 2. Juni 2013
Der Katholisch-Religöse Festlandspolizist Neil Howie bekommt einen anonymen Brief zugeschickt in dem das verschwinden eines Mädchens geschildert wird.
Sofort macht er sich auf zu kleinen Insel Summerisle vor der schottischen Küste.
Via Wasserflugzeug kommt er dort an und muss schnell feststellen das etwas nicht stimmt.
Die Bewohner verhalten sich merkwürdig und verweisen immer wieder auf den Besitzer des Eilandes, Lord Summerisle.
Howie beschliesst diesen vorerst zu ignorieren und beginnt mit seinen Ermitlungen.
Der tiefgläubige Christ glaubt kaum was er sieht und hört.
In Liedern geht es ausschliesslich um Anzüglichkeiten und Fortpflanzung.
Nackte Mädchen tanzen inmitten Stonehenge-ähnlichen Kultstätten ums Feuer.
Es gibt keinen Priester, die Kirche ist eine Ruine und der Friedhof entweiht.
In den Schulen werden Lieder über Sex gesungen.
Das ist aber nur der Anfang.
Der 1. Mai steht kurz bevor und Howie beschleicht das Gefühl daß das Mädchen noch Leben könnte um alten Göttern geopfert zu werden.
Als er wieder aufs Festland will um Verstärkung zu holen streikt der Motor und der wahre Albtraum inmitten einer heidnischen Fruchtbarkeitssekte hat begonnen.

Wow....dieser Mix aus Horror + Sektenkrimi aus dem Jahr 1973 ist einfach nur fazinierend.
Eigentlich hasse ich es ja wenn in Filmen musicalmässig gesungen wird aber die Gesangspassagen hier passen einfach wie die Faust aufs Auge, auch weil die teils schlüprigen Texte den armen Sergeant Howie ganz schön aus der Fassung bringen.
Keine Sorge, Wicker Man ist kein Musical aber es gibt halt das ein oder andere Lied mit hypnothischen Melodien.
Auch der Nackedeifaktor ist relativ hoch was mich für einen film aus Großbritannien im Jahre 73 doch etwas verwundert hat.
Die Dialoge sind passend, der Soundtrack wie gesagt brilliant, die Atmosphäre hervorragend und die Darsteller (Christopher Lee, Edward Woodward, Britt Ekland, Ingrid Pitt) leisten tolle Arbeit.
Da der Film damals nicht in deutschen Kinos gezeigt und auch nie auf Deutsch synchronisiert wurde ist er OmU was mich persönlich jetzt nicht gestört hat hat da ich z.b. japanische Filme ausschliesslich so schaue.
In dieser Special Edition sind die Kinofassung (ca. 84 min) enthalten und der Director's Cut (ca. 99 min) den ich hier bewerte.
Da der Film erst später in dieser Fassung erschaffen wurde schwankt das Bildmaterial zwischen gut und mittlerer VHS Qualität.
Alles in allem ein echtes Meisterwerk das leider nicht den Bekanntheitsgrad hat den es verdient.
Das Remake mit Nicholas Cage aus dem Jahr 2006 ist übrigens weniger gelungen....finde ich zumindest.
Für das grandiose Original Gibts jedenfalls die volle Punktzahl.
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am 11. August 2013
"The Wicker Man" kann man zurecht als wahnwitzigen Kultfilm betrachten.
Sehr, sehr seltsam, hoch innovativ, extrem ungewöhnlich, was dem Zuschauer hier in einer kruden, einzigartigen Mischung aus sonnigen Insellandschaften, erotischen Tanzritualen, Religion, sektenhafter Verzückung, latenter Gefährlichkeit und Bedrohung, dobbelbödigem Horror und ja sie hören richtig frivolem Musical mit jeder Menge nackter Haut, schlüpfrigen Texten, lolitahaften Schönheiten dargeboten wird.
"Wicker Man" ist dem Genre "Wicker Man" zuzuordnen, steht vollkommen für sich, und ist mit nichts vergleichbar.
Aufgrund seiner Freizügigkeit, aber auch seiner schonungslosen Satire über Religionsfanatismus und Bigotterie wurde er nie in deutscher Sychronisation veröffentlicht und liegt einzig und allein in englisch mit deutschen Untertiteln vor.
Er ist ein Erlebnis, so verquer, so voll sprudelnder Übermütigkeit an Ideen, daß man ihn selbst erleben muss.
Dieser Film konnte nur in den frühen Siebzigern entstehen, in einer Zeit in der, gerade auch im Genre des phantastischen Films viele gesellschaftliche Tabus gesprengt, viele bürgerliche Werte auf den Kopf gestellt wurden und die Gesellschaft ganz allgemein einen neuen Aufbruch suchte zwischen althergebrachten Werten, Hippie Kommunen, Freiheitswillen und Selbstbestimmung.
So prallen in "Wicker Man" in faszinierender Weise zwei extrem gegensätzliche Weltanschauungen aufeinander.
Der Clash der Kulturen verkörpert in einem bibeltreuen, christlich, erzkonservativen Polizisten und einer heidnischen, den Sinnenfreuden und den Naturreligionen zugewandten Inselgemeinschaft.
Aus diesem Spannungsfeld zieht der Film seine obskure gGeschichte, die teilweise auch unglaublich groteske, humoristische Züge hat, sich aber mehr und mehr in undefinierbarer Gefährlichkeit zuspitzt, bis zu einem schockierenden, unvergesslichen Ende, bei dem man Erstsehern nur wünschen kann, daß sie so gut wie keine weiteren Informationen vor dem Ansehen in irgendeiner Weise unter die Nase gerieben bekommen.
Skurrilität zwischen knackigen Brüsten, völkischem, maskierten Mummenschanz, katholischer Askese und der sehr unbequemen, bitteren Aussage darüber wie Fanatismus, sei es in der ein oder anderen verschiedenen Kultur letztendlich nur zu unmenschlichem Grössenwahnsinn führt.
"Der ist doch nur mit der Jungfrau Maria verheiratet"- der strenggläubige asketische Sergeant Neil Howie hat auch in seinem verschlafenen schottischen Dörfchen keinen leichten Stand.
Gleich zu Anfang wird er schon einmal aufgrund seiner Bibelfestigkeit von Kollegen auf den Arm genommen.
Ausgerechnet ihn erreicht ein mysteriöser Brief. Absender ist eine Adresse auf der vor der Küste gelegenen Insel Summerisle. Es ist ein Hilferuf. Ein junges Mädchen soll dort verschwunden sein.
Neil Howie, ganz ein Mann, ein Pflichtbewusstsein macht sich mit einem kleinen Flugzeug auf zu diesem Eiland in dem eine ganze eigene, verschrobene, naturgläubige Bewohnerschaft lebt. Es ist eine Reise wie Daniel in die Löwengrube.
Lord Summerisle, der Besitzer der Insel, führt hier in zweiter Generation diese eigenständig, in alten Riten und Gebräuchen verankerte Bevölkerung an.
" Der Christen-Gott hat doch seine Chance gehabt und sie nicht genutzt" wird er später Neil erklären und so regiert hier der Glaube an viele Naturgötter, Fruchtbarkeitstänze, Opferkulte.
Neil Howie stößt hier mit seinem verklemmten aber auch arroganten Auftreten von Anfang an auf Ablehnung.
Herrlich die Szenen, wenn der biedere, die Nase rümpfende Beamte bei seiner Nachforschungsarbeit nach dem verschwundenen Mädchen, welches anfangs hier jedoch niemand kennen will, immer wieder auf die sinnenfreudigen, unbeschwert, hemmungslos sexuellen Lebensweisen der Menschen trifft.
In sonniger- idyllischer Umgebung muß er trällernde Kinderlieder von dem Samen versprühenden Penis und der lustvoll aufnahmebereiten Wirtstochter ertragen, während ihm der Schweiß des Biedermannes aus allen Poren seiner Uniform rinnt.
Aber die Idylle täuscht, mit zunehmender Detektivarbeit zieht der Film seine Spannung an, hinter sonnendurchfluteten Wiesen grollt eine bedrohliche Eskalation.
Immer grotesker, surrealer werden seine Erlebnisse.
Ist das Mädchen tot, vielleicht gefangen.
Eine Szene in der er in arroganter überheblicher Weise heidnische Blumengebinde von einer Grabstätte wirft um darauf ein Holzkreuz zu plazieren, ist durchaus als Symbol des christlichen Kolonialismus und seiner Brutalität gegenüber früheren Naturreligionen weltweit zu verstehen.
Doch auf solche Aussagen läßt sich der Film bei weitem nicht festlegen.
Im furiosen Schockfinale führt er eigentlich alle religiöse, in den Fanatismus überhöhte Gläubigkeit ad absurdum, entlarvt sie als grausamen, archaischen aber sinnentleerten Popanz.
Wir Menschen erschaffen uns unsere eigenen Monster und der Horror ist ein menschlich selbst erschaffener Götze.
Fazit: Ein Fest für Cineasten.
Ein Film, der so eigenständig, unverfroren daherkommt, wie man es heutzutage gar nicht mehr zu sehen bekommt.
Die Amerikaner entblödeten sich nicht eines der denkbar schlechtesten Remakes der letzten Jahre mit Nicolas Cage auf den Markt zu bringen.
Hier wurde brav steril und gesellschaftlich akkurat natürlich auf jedwede nackte Haut verzichtet, die kolonialistischen, christlichen Seitenhiebe vermieden, und der Film zu einer wirren Mainstream- Konserve, die sich in ihrer Form selbst ad absurdum führt.
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am 22. Februar 2011
Der Film lebt allein durch den Schauspieler Christopher Lee. Man muss sich erst langsam an den
Film gewöhnen. Für unsere Verhältnisse ist der Inhalt des Films etwas fremd.
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am 4. Februar 2017
Ziemlich abgefahrener Film, was sowohl story als auch setup angeht.
C. Lee in einer wirklich extrem abgedrehten Rolle.
Dafür das der Film von 1973 ist, muß ich echt sagen, Respekt, heutzutage würde man so ein Thema nicht mehr anpacken von wegen politisch korrekt und sexistisch und wtf.else.religiös extremistisch.
Für Liebhaber von "morbiden Wicca Filmen mit Gruseltouch" ein Muss.
Tonspur ist leider nicht der Burner, dafür aber der schottische Akzent.
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*
Ich habe mir vor einiger Zeit das Remake mit Nicolas Cage zu diesem Film angeschaut. Davor war mir nichts zum Thema bekannt. Leider musste ich die Meinung Vieler teilen, dass der Film eher schwach ist. Die Idee fand ich interessant, doch die Umsetzung war mau. Kenner wiesen auf die weitaus bessere Original-Version von 1973 hin. Doch da ich ältere Filme allgemein nicht so sehr mag, zögerte ich mit einem Kauf. Kürzlich habe ich mich allerdings doch dazu durchgerungen ... und es nicht bereut.

Die Original-Version hat all das, was dem Remake fehlt. Was im Remake wirr erscheint ist hier einfach komplex dargestellt.
Und was besonders wichtig ist: Im Original wird der heidnische Glaube in der Dorfgemeinschaft (mit ihrem ganzen Brauchtum) glaubhaft und interessant rübergebracht ... während man dies im Remake weitgehendst missen muss. Stattdessen stehen dort die Ideale eines misandrischen (=männerhassenden) Matriarchats im Vordergrund (welches nach Vorbild einer Bienenkolonie gestaltet wurde).
Original und Remake erscheinen wie zwei völlig verschiedene Adaptionen einer Grundidee. Ein Außenstehender kommt auf eine Insel auf der eine geschlossene Kommunalgesellschaft lebt, um in einem Vermisstenfall zu ermitteln.
Die Thematik eines frontalen Zusammenpralls eines keuschen Christen mit lebenshungrigen Heiden fehlt in der neuen Version völlig.
Und noch etwas ist anders hier. Im Original gibt es viele Nackt-Szenen (z.B. die im Zimmer nebenan nackt tanzende Wirtstochter Willow, welche mit sirenenhafter Singstimme den Polizisten verführen will ... oder eine Gruppe Mädchen, welche unbekleidet um ein Feuer herumspringt ... oder eine entblößte Frau, die auf einem Grab sitzt und weint ... etc.). Davon ist im prüden Ami-Remake nicht mal die Spur einer Spur zu sehen.
Und wo ich grade bei seltsamen Bräuchen bin: Der Zuschauer sieht hier z.B. auch um einen Maibaum tanzende Kinder, die zusammen mit dem Lehrer ein Lied über den Lebenskreislauf singen (z.T. mit sexuellem Inhalt) ... Schwangere, welche halbnackt durch die Felder laufen und Blüten berühren ... stillende Mütter mit einem Ei in der offenen Handfläche ... Mütter, die Töchtern Frösche in den Mund stecken ... etc.).
Gut finde ich es, dass sich die Heiden hier weitgehendst zeitgenössisch (d.h. im 70-er Stil) kleiden. Nun, wieso sollten sie auch wie eine Mischung aus den Amish People und römischen Vestalinnen (=Remake) aussehen? Sie sind eigentlich gar nicht so weltfremd. Wirken auf den ersten Blick eher wie gewöhnliche Dorfleute (wie man sie auch im Urlaub, etc. zu sehen bekommt).
Völlig passend - da man es mit einem Natur-liebenden Volk zu tun hat - ist hingegen die Tatsache, dass die Leute nach Blumen, Sträuchern und Bäumen benannt sind (z.B. ist Rowan das englische Wort für Eberesche).
Sie verstehen auch gar nicht die Empörung des Polizisten Howie.
(Beispiel: - Religionsunterricht? Diese Mädchen springen nackt durchs Feuer! - Natürlich. Es wäre doch sehr gefährlich mit Kleidern durchzuspringen.) *logo*
Es kommt auch zwischen ihm und Lord Summerisle zu amüsanten Gesprächen.
(Beispiel: - Sie lehren absurde Religion! Haben diese Kinder noch nie was von Jesus gehört? - Natürlich. Er war der Sohn einer Jungfrau, die von einem Geist geschwängert wurde.) *touché*

Merkwürdig ... aber wenn der Polizist sich wie ein selbstgerechtes, überhebliches Trampeltier benimmt (das haben übrigens beide Versionen gemeinsam), liegen die Sympathien im Verlauf der Handlung meist beim Inselvolk (was offenbar auch vom Regisseur beabsichtigt wurde ... und im Remake übrigens überhaupt nicht der Fall ist). Wenn Officer Howie also wie ein mittelalterlicher Missionar einen (inzwischen) heidnischen Altar entehrt, indem er wütend die Opfergaben in Form von Früchten & Co runterschmeisst, um darauf ein selbst gebasteltes Holzkreuz aus zwei Latten hinzulegen ... dann kann man über so viel Unverfrorenheit nur den Kopf schütteln (das sollte mal ein Urlauber bei einem Indianerstamm versuchen). Zudem scheint mir der Mann auch sonst nicht besonders helle zu sein. Seine eigene Arroganz blendet ihn.
Und dann kommt eine drastische Wende in der Handlung (wenig überraschend für jene, die das Remake allerdings kennen).

Das Original wird oft als eines der besten Horrorfilme gepriesen. Es fällt mir schwer, dies nachzuvollziehen. Nicht, weil der Film schlecht wäre, sondern weil mir irgendwie der Horror abhandenkommt. Es ist eher ein Mystery-Thriller oder ein (Ok-)Kult-Thriller. Wie schon der Regisseur im Interview sagt, ist es schwierig The Wicker Man" einem speziellen Genre passend zuzuordnen.

Auch die Musik spielt im Film eine große Rolle. Genau genommen ist es zum Teil auch ein Musical. Laut dem Regisseur gehörte Musik zum Heidentum einfach dazu und das will er auf diese Weise zum Ausdruck bringen. Die Song-Einlagen sind übrigens sehr gut. Zumindest für jene, die auf Folk stehen.

Man sollte auch nicht vergessen, dass der Film nie in dt. Kinos lief und daher auch nie auf Deutsch synchronisiert worden ist. Der Film ist auf Englisch (mit lustig klingendem schottischem Akzent) mit deutschen Untertiteln (einschließlich den Liedern) zu hören.

Als Extras gibt es neben dem Filmtrailer (und anderen Trailern) ein Fernsehinterview mit dem Regisseur Robin Hardy und dem Schauspieler Christopher Lee (welcher Lord Summerisle spielt). Zudem einen halbstündigem Dokumentarfilm zur Entstehung von "The Wicker Man".

Ich würde übrigens die 10 Minuten längere Fassung empfehlen. Diese liefert ein bisschen mehr Hintergrund-Infos und hat auch mehr anstößige Szenen zu bieten.
Allerdings sollte man bedenken, dass diese Extra-Szenen in einer schlechten (d.h. Urlaubsvideo-artigen) Qualität zu sehen sind. Es sind nämlich leider nur die Kopien, da das ursprüngliche Material durch sorgloses Vorgehen verloren ging.

FAZIT:
Meine Rezension ist fast schon zu einem Vergleich von alter und neuer Version von "The Wicker Man" geworden. Ich möchte allerdings all jenen, welche das Remake für mies halten aber denen die Grundidee gut gefällt, diese alte Version empfehlen.
Sehenswert auch für Jene, die einen interessanten (ok-)kultigen Thriller anschauen wollen.

PS:
2011 wurde auf dem Fantasy Filmfest vom selben Regisseur ein zweiter Film mit ähnlicher Thematik gezeigt -> The Wicker Tree
Es ist keine direkte Fortsetzung, obwohl Christopher Lee alias Lord Summerisle mitspielen soll.
Ich warte auf eine deutsche Version
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am 2. September 2013
Manko das der Film nur Englisch angeboten wird.
Wird aber leicht wet gemacht, durch recht einfach Sprache und einer durchdachten Story.
Auch wenn die technische Güte nicht ganz dem heutigen Standard entspricht, ein wirkliches Feuerwerk für die Sinne.
Klasse Musik und Augenweide von Bildern führen durch eine gute Geschichte.

Danke für diesen tollen Film, den ich schon mehrfach abgespielt hab.
Aus heutiger Sicht wäre sicher noch mehr drin, vielleicht macht auch das den Reiz aus.
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am 13. Februar 2011
Da ich Christopher Lee für eine der schillernsten Gestalten des britischen Kinos halte und ich viele seiner (zugegeben) auch schrecklichen Filme kenne, bin ich beim Durchforsten seiner Filmografie auf den Klassiker "Wicker man" gestoßen, der bei Cineasten einen guten Ruf genießt.

Die Story ist schon in einigen Rezensionen zusammengefasst worden, deshalb spare ich mir das und gebe lieber die Stimmungen und Eindrücke wieder.

Edward Woodward spielt brillant, er ist der sittenstrenge, tiefgläubige, obrigkeitshörige Polizeisergeant, der auf eine geschlossene Gesellschaft stößt, in der die Uhren völlig anders ticken, als er sich es je vorstellen konnte. Er vertraut auf die Autorität seiner Uniform, auf markige Sprüche, mit denen er die Inselbewohner bedroht,auf die Macht seines christlichen Glaubens. Für die Inselbewohner ist jedoch Sergeant Howie der Exot, sie begegnen ihm nicht offen feindselig, sondern mit Spott und Kopfschütteln. Sie frönen ihren heidnischen Gebräuchen und sind dabei äußerst sinnenfroh und fühlen sich durch Howie eben belästigt.
Eine der besten Szenen ist in meinen Augen, wenn der Polizist im Lauf seiner Ermittlung in die Dorfschule kommt und feststellen muss, dass die attraktive Lehrerin ihren Schülerinnen gerade mit ernster Miene Phallussymbole erklärt, da stürzt für den verklemmten Howie wirklich eine Welt ein!
Pausenlos werden Howies unterdrückte Triebe herausgefordert, die schöne Wirtstochter bietet sich ihm an, beim Abendspaziergang muss er an kopulierenden Pärchen vorbeigehen, überall begegnen ihnm Phallussymbole, im Bild und in den Liedern. Kein Wunder, dass der arme Mann keinen Schlaf findet und sich schweißnass zwischen seinen Betttüchern wälzt, aber ist es wirklich der Satan, der in in Versuchung führt?

Als Gegenspieler von Edward Woodward agiert Christopher Lee, der zum Zeitpunkt des Filmdrehs ca. 15 Jahre als Draculadarsteller und Filmbösewicht vom Dienst hinter sich hat. Sein Lord Summersisle ist aber nicht der eindimensionale Bösewicht, wie er ihn sonst verkörpern musste. Eher ist er ein äußerst exzentrischer Aristokrat, der als Herr über die Insel und Oberhaupt der Sekte für das Wohl aller Inselbewohner verantwortlich ist. Er spielt die Rolle mit einem Schuss Selbstironie, die er auch braucht, wenn er die Inselprozession in einem Rüschenkleid tanzend und mit schwarzer Langhaarperücke geschmückt, anführt. Es gibt auch Dialogwitz, als Howie entsetzt feststellt, dass nackte Frauen über ein Feuer springen, antwortet der Lord milde lächeln, dass dies sehr vernünftig sei, da die Kleidung zu leicht Feuer finge...Der Vorteil der Originalfassung besteht darin, dass man Lees Originalstimme hören kann, die für mich das Faszinierendste an ihm ist. Wenn er seine Beschwörungen ausstößt, erinnert mich das an seinen Auftritt als Saruman (there are fell voices in the air!), wenn er den Schneesturm herbeiruft.

Die Wirtstochter, die den verlockenden Köder für Howie abgibt, wird von Britt Ekland gespielt, die in den Siebzigern eine der blonden "Sexbomben" des Films war und auch mal ein Bondgirl für Roger Moore gab. Sie wirkt in ihrer Freizügigkeit ganz natürlich und strahlt eine unbekümmerte Sexualität aus.

Mit Ingrid Pitt in einer Nebenrolle ist noch ein ehemaliger Star der Hammerstudios, eine weibliche Ikone des Horrorfilms, vertreten.

Interessant finde ich, dass man für beide Seiten durchaus Sympathie empfinden kann und die übliche Schwarzweißmalerei, hier der Held, da das Monster, fehlt. Howie ist ein Mann, der an seine Werte und an seinen Auftrag bis zur Selbstaufgabe glaubt, umgekehrt praktizieren die Inselbewohner ihren Glauben in der Überzeugung, dass es der Richtige ist. Wer hat Recht? Man kann in den Film Vieles hineininterpretieren, durchaus auch Kritk am Christentum, wenn es penetrant missionierend auftritt und in seiner Lustfeindlichkeit gegen die Natur handelt. Aber es darf nicht verschwiegen werden, dass das fröhliche Inselvolk bei der Ausübung seines Glaubens auch vor rituellen Opfern nicht zurückschreckt....

Die Stimmung auf der Insel ist sehr gut eingefangen, man nimmt alles aus Sicht des "Eindringlings" war, zunächst der Anflug vom Meer aus, der Eindruck einer wilden, aber wunderschönen Landschaft. Im Vorbeigehen registrieren wir Palmen als Teil der Inselvergetation und stutzen, weil wir dies nicht mit einer schottischen Insel verbinden, Lord Summerisle erklärt dieses Phänomen mit dem Golfstrom...Anfangs sind es nur kleine Hinweise auf die heidnischen Rituale, die am Rand auftauchen, bis diese immer drastischer werden und allmählich auch bedrohlichen Charakter annehmen. Einmal wacht Howie auf und sieht neben seinem Bett eine Wachskerze, die einer menschlichen Hand täuschend ähnlich nachgebildet ist, aus jedem Finger ragt ein Docht. Der entsetzte Blick Howies und die brennende Hand machen einen der gruseligsten Momente des Films aus. Die Szene bereitet den Schrecken am Ende genau vor.

Fazit:
Wicker man ist ein faszinierender Film, der sich nicht ganz einfach einordnen lässt. Ich würde ihn nicht als Horrofilm, sondern eher als "Mystery" bezeichnen, denn die Stimmung des latent Bedrohlichen ist hervorragend eingefangen.
Es ist auch ein interessantes Zeitdokument, das die Hippiezeit mit Rückbesinnung auf Naturreligionen, Druidentum, Wicca etc. gut einfängt.
Schauspielerisch und von der Kameraarbeit immer noch hervorragend, gibt es einen Punkt Abzug für die vielen Gesangseinlagen, das ging doch ab und zu ein Mal zu sehr in Richtung Musical ("Aquarius) und hat mich in diesem zusammenhang gestört.
"Wicker man" ist sicher ein Klassiker, der sich aber nur einer kleineren Fangemeinde und keinem breiten Publikum erschließt, dazu ist er einfach zu verstörend. Entweder man mag ihn oder nicht. I liked it.
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am 3. Februar 2009
... und das ist 100%ig als Kompliment zu verstehen. Ein Film, der mit ironisch zwinkerndem Auge christlich geprägte Sexualmoral in Frage stellt und damit gleichzeitig die Gesetze des Horror-Genres auf den Kopf stellt. Nie war das 'Böse' sympathischer, verlockender und dem Helden auch moralisch so haushoch überlegen wie hier - es singt und tanzt sogar zu ätherisch schöner Folk-Musik! (die diesem Set dankenswerterweise auch als Audio-CD beiliegt.) Dass es denn auch gerade Sergeant Howies verzweifeltes Festklammern an seinen tradierten puritanischen Wertvorstellungen ist, das ihn am Ende zum Scheitern verurteilt (ohne zu viel vom wirklich furiosen Schluss verraten zu wollen), setzt dem ganzen die subversive Krone auf.

Die hier angebotene Box bietet reichlich Ausstattung fürs Geld. Neben erwähnter Audio-CD liegt der Film im Theatrical und im Director's Cut vor (ich bevorzuge tatsächlich die kürzere Kinoversion), Featurettes und Kommentare runden das Spektakel ab.

Ergo: kaufen.
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