Hier klicken Sale Salew Salem Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren 30 Tage lang gratis testen Cloud Drive Photos Learn More TDZ HI_PROJECT Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimited Autorip longss17

Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
52
4,2 von 5 Sternen
Format: Audio CD|Ändern
Preis:7,98 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 21. Januar 2009
wieder einmal waren die vorausberichte ein unsinn. weder sind ff (franz ferdinand, nicht freiwillige feuerwehr) jetzt eine elktronikband (sieht man vom zweiten teil von "lucid dreams" ab), noch folgen sie ihren genre-kollegen the killers unter die discokugel.

auch wenn dieses album "anders" klingt, sind ff immer noch ganz eindeutig ff, also zum tanzen gebrachter rock. was sie getan haben, war vermutlich die notwehrreaktion einer band, die keine lust hat, sich zu kopieren, weil das nämlich eh alle anderen tun. ff standen am anfang der gigantischen newnew wave, welche seit 2005 alles überrollte: pumpende 1-2-1-2-bässe, zappelige gitarren, zum rock verschärfte dance-beats vom schlagzeug, dazu schluchzender, knapp vorm überschnappen befindlicher gesang. sehr, sehr lässig, das ganze!

all das ist auf dem neuen album auch da, aber es ist weniger vordergründig, weniger auffällig, verschliffener, zerfranster. im soundbild treiben sich diverse alte synthesizer herum, die gitarren schweifen ab, da und dort zeigt sich ein echo-effekt oder ein lustiges percussion-geräusch. ff klingen dadurch künstlerisch wertvoller, aber auch weniger prägnant, weniger zupackend.

die single "ulysses" - ein herrlich aufgeregter track - könnte ganz großes disco-kino sein, dazu schiebt der bass aber zuwenig. so ist es halt ganz großes indie-rock-kino. dieses stück ist sehr typisch für das ganze album. die nächsten stücke sind ähnlich aufgelegt: da bauen sich immer wieder hitmelodien und hitgrooves auf, um dann plötzlich links abzubiegen, sich zu verbremsen oder etwas anderes unvorhergesehenes zu machen. "twilight omens" könnte ebenfalls der große partyhit sein, ist dazu aber schlicht zu mysteriös - und eine spur zu langsam. "live alone" beginnt als superhit - nur um dann zu subtil für einen solchen zu werden. "lucid dreams" ist zur hälfte nett blubbernder indie-disco-rock - und zur anderen überdrückventil für sich aufgestaut habende elektronik-spieltriebe. lustig, aber auch ein bisschen länglich. danach geht das album mit zwei ruhigen, scheinromantischen stücken untypisch, aber interessant zu ende.

dieses album spielt, so scheints, mit erwartungshaltungen - die werden aufgebaut und umgehend enttäuscht, oft aber auf das allerangenehmste. oft, aber nicht immer - bei manchen songs habe ich den eindruck, die sind schlicht nicht ganz so gut, sprich zwingend, sprich auch inspiriert, wie früheres.

was ff mit diesem album gelungen ist: sie klingen anders - und trotzdem ausschließlich wie sie selbst. anders als bei anderen new new wave acts kommt man hier kaum auf die idee, die üblichen postpunk-verdächtigen als referenzen aufzuzählen. die nächstliegende benchmark bei ff ist immer ff.

das ist definitiv kein album, das beim ersten hören packt, niederzwingt, widerstand zwecklos macht. man muss sich damit schon öfter und genauer befassen, bis es abzuheben beginnt.

langfristig wird es entweder bis zum meisterwerk wachsen - oder zur randnotiz verkümmern. ich hoffe auf ersteres und befürchte zweiteres.

für den moment einmal ist es: faszinierend.
44 Kommentare| 60 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Dezember 2010
Die Erwartungen an das neue Franz Ferdinand Album waren groß, hatte die Band sich doch nach sehr fleißigem Start über drei Jahre Zeit fürs dritte Werk genommen.

Die Vorabsingle "Ulysses" klang recht ungewöhnlich für die Band, fand ich nicht gut, ließ mich dem Album mit Sorge entgegenblicken. Und, nun ja, ich war dann zunächst ziemlich enttäuscht. Wie so viele andere Bands sah es Franz Ferdinand wohl als nötig an, sich auf Teufel komm 'raus neu zu erfinden, inklusive Funk & Elektroanstrich. Die Lässigkeit, die Coolheit die den Jungs zuvor eigen war ist noch da, ja ja, doch jetzt ist es die Lässigkeit von Musik, die in Lounge Bars im Hintergrund dümpelt. Der Ton, der dich aufhorchen lässt, fehlt. Die Energie ist fast komplett verschwunden. Vieles schwimmt. Also, ich will jetzt nicht den Eindruck erwecken, das die Band eine völlig neue musikalische Seite aufgeschlagen hat. Es sind immer noch Franz Ferdinand Songs wie wir sie kennen, nur an der Umsetzung haperts. Zu oft wird der Eindruck von Langeweile erweckt, eine klare Richtung ist nicht auszumachen. "Ulysses" ist der Opener, und wie gesagt, gefiel mir nicht und gefällt mir bis heute nicht. Die Strophen sind nah am peinlichen, da hilft auch etwas psychedelische Spieleri nichts. Auch "Turn it on" and "No you girls" plätschern, klingen seltsam fad, Nebenbei-Pop halt zum Knie-Wippen. Bin ich mit mitte dreißig vielleicht schon zu alt (oder noch zu jung?) für. Besser wirds mit "Twilight Omens" & "Send him away", schöne kleine Nummern, besonders erstgenannter mit leichtem Psych-Pop Anstrich (den die Band ja schon immer hier und da hatte). Und selbst "Live alone" gefällt mir, ein netter Popsong, klingt fast wie eine 80er New Romantic Nummer. Dann wieder Songs wie "What she came for" & "Can't stop feeling" kann ich mir schenken, "Can't stop.." auch wieder im 80er Stil, undzwar der altbackensten Sorte. Dann ihr "Lucid Dreams", das Filetstück der LP? Nein. Auch hier fröhnen sie wieder der Psychedelic, gute Ansätze verlieren sich in einem Klangbrei. Viel besser da die zwei feinen Nummern zum Ende der LP, "Dream Again" ist in ähnlichem Stil wie "Fade together" vom vorigen Album, ruhig und mit viel Patina. Erinnert etwas an Syd Barrett, etwas an die Moody Blues. Und der Folksong "Katherine kiss me" klingt wie eine Verbeugung vor Leonard Cohen. Auch Kapranos Gesang ist hier erstklassig. Würd er doch ein wenig öfter so klingen und sich nicht in Pieptönen verlieren wie sonst so oft auf diesem Album. Also, Anspieltipps: "Katherine kiss me" und "Twilight Omens".

Was lässt sich unterm Strich sagen? Ich wählte Worte wie "Nett", "Schön", "Klein" für die besseren Songs. Das heißt nicht, das das Album gelungen ist. Es ist im Vergleich zu den vorigen Alben eine Enttäuschung. Zu oft klingt es so wie manch Früh 80er Band es zum Ende der 80er tat. Oder wie LPs, die 60er Heroen 10 Jahre später machten. Ich meine nicht vom Stil her, ich meine: Etwas abgehalftert. Es misst Energie, die Coolheit ist verkrampft, es ist nicht mehr so locker wie 2004/05. Und das traurigste: Selbst die besseren Songs pushen einfach nicht. Der Treibende Sound, mit dem die Band berühmt wurde ist komplett verschwunden. Mit dem Versuch, irgendwie anders als vorher zu klingen, schufen sie ein Album, das in gewisser Weise nur als bizarr zu bezeichnen ist. Naja, warten wir mal ab wohin die Franz' Reise noch gehen wird, für 2011 ist ja ein neues Album angekündigt.
22 Kommentare|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Juli 2012
Da sind sie wieder. Nach zu langer Schaffenspausemelden sich nun die vier Schotten mit dem Namen des 1914 erschossenen österreichischen Thronfolgers im CD-Regal zurück. "Tonight" heißt das dritte Studioalbum von Franz Ferdinand, welches im Januar 2009 erschien. Schon ihre erste Singleauskopplung "Ulysses" wurde zum Dauerbrenner und gab einen kleine Ausblick in den neuen musikalischen Klang. "Mehr Disko" mag das Motto heißen, doch im Gegensatz zu anderen Vorläufern der Indie-Fraktion schaffen Franz Ferdinand es, elektronische Klänge dezent im Hintergrund zu halten. Ihren bewährten und geliebten Stil mit dem vielschichtigen Gesang von Frontmann Alex Kapranos und den unverwechselbaren Refrains behalten sie bei, nur dass ihre neuen Songs direkt ins Bein gehen und auf die Tanzfläche zerren. Ein Hit jagt den nächsten: von "No you gril" über "bite hard" bis "what she came for" sind alle Songs ein Treffer. Besonderes Augenmerk muss auf "Lucid Dreams" gelegt werden, denn hier bauen sie nach über vier Minuten einen Technopart ein, der zwar zunächst schockt, verwirrt und am Ende mal wieder schwer begeistert. Mit dem letzten Song auf der Platte "Katherine kiss me" ist nach so viel Aufregung die perfekte ruhige Abrundung geschaffen, die an Vorreiter wie "Eleanor put your boots on" aus guten alten Zeiten erinnert.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. Januar 2009
Um es gleich vorweg zu sagen, das neue Album der schottischen Britpopper enthält gewohnt gutes Songmaterial, kann aber von der Hitdichte her den beiden Vorgängern nicht das Wasser reichen. Es gibt sehr schöne eingängige Songs wie man sie von Franz Ferdinand gewohnt ist (meine absoluten Favoriten: Twillight Omens, Ulysses und Live Alone) und daneben Songs, denen meines Erachtens einfach das gewisse Etwas fehlt, bspw. Turn it on und No you Girls. Ferner gibt es Songs wie das überlange Lucid Dreams, bei denen die Jungs einen ziemlich progressiven Ansatz verfolgen und die deshalb gewöhnungsbedürtig sind und nicht leicht ins Ohr gehen. Die hier an den Tag gelegte Progressivität ist neu bei Franz Ferdinand, enthielten ihre ersten beiden Alben doch fast ausnahmslos eingängige Hits. Man merkt, dass die Jungs sich weiterentwickeln wollen. Dies ist ja grundsätzlich positiv zu bewerten. Allerdings muss die Band m. E. aufpassen, dass sie sich dabei nicht verzettelt. z. B. nervt mich sehr die sich ständig wiederholende Synthesizer-Brumm-Melodie bei Lucid Dreams, die sich anhört wie ein Furzkissen auf Dauerbetrieb.

Schließlich sei noch gesagt, dass die Standardversion des Albums völlig ausreichend ist. Ich habe mich sehr geärgert, die Doppel-CD gekauft zu haben. Denn bei den zusätzlichen Songs handelt es sich um unnötige ausschließlich vom Synthesizer generierte Remixe mit ein paar sich nervig wiederholenden Gesangsfetzen. Diese Katzenmusik hat mit dem Stil der Band absolut nichts zu tun und gehört daher nicht auf ein FF-Album, nicht einmal auf einer Bonus-CD.
0Kommentar| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Dezember 2010
Ganz klar, im Vordergrund steht bei meiner Rezension das Box Set, das leider keine eigenen Rezensionen bekommt, sondern unter die allgemeinen Albumrezensionen von Tonight fällt. Ebensowenig ist bei Amazon beschrieben, was die Schachtel so in sich hat! Meine ist eben angekommen - und ich bin restlos begeistert!

In der schicken Schachtel befinden sich, feinsäuberlich aufgereiht, 6 7"-Platten mit jeweils zwei der Lieder des Albums. Jede einzelne Vinylscheibe ist liebevoll in ein weisses Papiersleeve und - wie es sich gehört - zusätzlich in eine Papphülle geschoben, die im besten Retrostile diagonal mit "Domino"-Logos überzogen ist. Daneben findet sich ein Booklet, das diesen Namen wirklich verdient: Es handelt sich um ein 24-Seitiges Hardcover, das Papier ist in absoluter Top-Qualität und, wie bei Franz Ferdinand nicht anders zu erwarten, durchgestylt bis ins Letzte. Dass darin die CD mit den "Blood"-Remixen steckt, wusste ich, aber zusätzlich ist noch eine Making-Of-DVD dabei und als Sahnehäubchen gibt es das ganze Album noch einmal auf CD!! Da fehlt wirklich nur noch der Download-Code...! ;) Und als wäre das alles nicht schon genug, wird auch noch ein aus einem Aluminiumblock gedrehter (!!) "Tonight"-Puck mitgeliefert, um die 7"-Platten mit dem großen Mittelloch dem Plattenspieler schmackhaft zu machen. Also zur Box kann ich einfach nur sagen: Ganz große Begeisterung, das ist mal eine Special Edition, die diesen Namen wirklich verdient!!

Kurz noch, um meiner Rezensenten-Pflicht nachzukommen, ein paar Worte zum inzwischen nicht mehr ganz taufrischen Album: "Tonight" ist wirklich ein Dub-Monster, es klingt fast schon nach einem Konzeptalbum. Das ist auf jeden Fall reizvoll, vor allem auch die Querverweise à la "No you girls" vs. "Katherine kiss me", und es löst in mir ein durchaus intensives Gefühl einer rauschhaften Nacht aus, aber es hat nicht die Frische des Debuts oder die Größe und Eleganz von "You could have it so much better". Trotzdem - "No you girls" z.B. ist einer der besten Franz-Ferdinand-Songs überhaupt, "Ulysses" ist genial arrangiert und "Lucid Dreams" ein wirklich faszinierendes Ungetüm. Auch die meisten anderen Songs müssen sich nicht verstecken, "Katherine Kiss me" z.B., das versackt-romantische Finale, das vom Beat geprügelte "What she came for" und "Twilight Omens", das sich genauso trickreich windet wie sein wirklich witziger Text.

Ja doch - eigentlich ein wirklich tolles Album, aber ich bin nicht sicher, ob es bei mir ohne die Box zu seinen fünf Sternen gekommen wäre. Aber angesichts dieses Wahnsinnspakets muss ich mich mit der Frage ja nun nicht mehr weiter auseinandersetzen. Wer es sich leisten kann, einige Scheinchen für wunderschönen Schnick-Schnack auszugeben, sollte unbedingt zuschlagen! :)
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. Februar 2009
Das neue Album von Franz Ferdinand ist meines Erachtens absolut gelungen. Es stellt eine eindeutige Weiterentwicklung der Band dar, ohne das man auf den typischen FF Sound verzichten muß. Sicherlich ist es für alteingesessene FF Fans zunächst schwierig, sich an die elektronischen Elemente zu gewöhnen, die in fast alle Songs mit einfließen, jedoch erhält man dafür, wenn man sich auf das neue Album einlässt, eben keinen Mainstream-Pop. Je öfter man sich das neue Album anhört, desto besser wird es. Man entdeckt Feinheiten, die einem beim ersten Hören gar nicht aufgefallen sind. Auch die Texte sind genial duchdacht und nicht einfach auf die Melodie geklatscht. Fazit: Wer auf genial anspruchsvollen BritPop-Rock steht... Unbedingt kaufen!!! Wer Mainstream BritPop bevorzugt... Finger Weg.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. März 2009
Man muss sich schon genauer mit dem Album "auseinandersetzen". Einmal, zweimal, dreimal hören reicht (sicher) nicht, um das Album zu mögen. Man erkennt zwar, dass die Songs anders und ungewöhnlich sind (auch in Bezug zu ihrem Vorgängeralbum), aber wirklich mit anfreunden kann man sich anfangs nicht. Die Melodien sind nicht gerade leicht eingängig; viele elektronische Elemente schrecken "echte Rocker" sicher ab.

Aber mit jedem weiteren Hören kommt diese Eingängigkeit und die Songs werden klar; Strukturen bilden sich, Melodien lassen sich erkennen und es macht auf einmal Spaß, Franz Ferdinand zu hören!

>> Die Songs sind nur bedingt "charts-fähig", aber involvierte Kenner und Interessierte werden ihre Freude haben. Es gibt viel zu entdecken!
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. Februar 2009
Zugegeben: Sie ist nervtötend, unerträglich, sie ist unglaublich zäh und überflüssig. Die Diskussion um das "schwierige x-te Album". Bei Franz Ferdinand dreht es sich um Nummer drei.

Die Glasgower Art School-Studenten lösten mit dem Debüt 2004 einen massiven Teil der Schockwelle aus, die sich auf der Insel zusammenbraute und die Welt unaufhaltsam erfasste.

Jetzt, fünf Jahre später, wirken Franz Ferdinand ( umringt von Bands mit 19-jährigen Neon-Stirnband-Trägern an Keyboards ) nahezu wie die Senioren der Indie Welt.

"Tonight", das neue Album der Schotten, musste also zwangsläufig eine neue Richtung einschlagen. Mit "Ulysses" öffnet die Band dann gleich eine neue FF-Dimension: elektronische Sounds, zirpende Synthies, treibende digitale Klänge.

Gekonnt, unverkrampft kommt die Elektronik daher, mischt sich mit den tighten Gitarrenriffs, den dancefloor-tauglichen Beats. Nein, die Songs verlieren nicht die Coolness, die Lässigkeit, die Franz unverwechselbar machen. Bestes Beispiel: "Send him away" oder "Bite hard", das ganz an die guten, alten Zeiten erinnert.

Der Acht-Minüter "Lucid Dreams" liefert in der zweiten Hälfte des Songs gehorsam eine im Digitalism/Justice Stil gehaltene Clubversion. Quoten-Balladen fehlen auch nicht, "Katherine Kiss Me" und "Dream again" klingen fast selbstironisch, augenzwinkernd und zeugen doch von der Vielfalt und dem Können der Band.

Sie sind wieder da, sie setzen sich ab, sie haben wieder ein gutes Album gemacht. Es lässt vielleicht ein klein wenig ein "Take me out" oder "Do you want to" vermissen, dennoch: "Tonight", das schwierige dritte Album der Band, gelingt und überzeugt.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. Januar 2009
Gähn. Selbst in unserer Tageszeitung konnte man kürzlich über das neue Album "Tonight: Franz Ferdinand" von, richtig, Franz Ferdinand lesen. Alle schreiben sie über das dritte Album der Briten unf der Tenor ist grob gesagt immer der selbe: die Platte ist "gut", aber eben nicht mehr. Was Franz-Fan Johannes dazu sagt, könnt ihr in den nächsten Zeilen lesen. Und wer nicht genug Zeit für den kompletten Text hat, dem biete ich hier eine kleine Zusammenfassung, Obacht: "Tonight: Franz Ferdinand" ist gut. Aber eben nicht mehr.

Die Doppel-CD, die ich mir gegönnt habe, kam in einem netten Vinyl-Design bei mir an. Keine klassische CD-Hülle, sondern praktisch eine Schallplatte in kleinerer Ausgabe. Und auch die CDs fummelt man aus diesen Pappdingsbumsen (jaja, Fachsprache, ich weiß), die Ältere noch von früher kennen dürften. Ein Booklet mit Texten ist auch noch dabei, fein. Die zweite CD "Blood" enthält übrigens nicht (wie von mir erwartet) ein paar Bonus-Songs, sondern acht abgedrehte Dub/Funk-Remixe der Album-Tracks. Etwas gewöhnungsbedürftig und von sehr schwankender Qualität, aber okay. Wohl nur für beinharte Fans, kann aber hier noch keine endgültige Meinung abgeben, muss mich dort erst reinhören.

Aber komme ich mal zum eigentlichen Album: der Opener "Ulysses" dürfte bekannt sein, ich halte ihn immer noch für famos und unübertroffen. Überhaupt, der elektronische Touch, den Song und Album insgesamt bekommen haben, tut dem Album gut. Er ergänzt sich prima mit dem Altbewährten (Gitarren-Soli, Ohrwurm-Refrains und pfiffige Tempowechsel) und ist dennoch nicht so gewagt wie beispielsweise die (enttäuschenden) letzten Alben von den Killers oder Mando Diao. Das Problem bei "Tonight: Franz Ferdinand" ist vielmehr, dass die vier Jungs als Glasgow zu sehr wollen, sich neu zu erfinden. Die acht ersten, guten Indie-Tanzknaller ("Can't Stop Feeling", "No You Girls") sind noch genau die Songs, die man von Franz Ferdinand erwartet (und wünscht), und sind bis auf kleinere Ausnahmen die erwarteten Mitwipp-Späße. Bis dann gegen Ende leider die 8-Minuten-Version von "Lucid Dreams" folgt, die wie ein zweitklassiger Remix klingt und die Single-Version, die wir schon aus dem letzten Jahr kennen, noch mal richtig aufwertet. Gänzlich überflüssig sind dann die abschließenden zwei Balladen, die an "Eleanor Put Your Boots On" (vom Vorgänger "You Could Have It So Much Better") anknüpfen wollen, aber gnadenlos scheitern.

Ich denke man kann herauslesen, dass ich nach der langen Pause ein kleines Bisschen mehr von "Tonight: Franz Ferdinand" erwartet hatte. Es ist alles in allem ein gutes, progressives Album mit nur einem einzigen Knaller ("Ulysses") und vielen Indie-Rock/Pop-Stücken, die man sich durchaus mal öfter anhören kann und sicher einiges an Potential bieten. Mehr aber auch nicht. Für den schnellen Hit sind Franz Ferdinand scheinbar nicht mehr zu haben - muss man sich wohl noch dran gewöhnen. Und das ist ein gutes Stichwort, denn ich muss ergänzend hinzufügen: in "Franz Ferdinand" und "YCHISMB" habe ich mich auch erst verliebt, als ich die Truppe im vergangenen Sommer live gesehen habe. Also ein weiterer Grund zum Franz-Konzert Mitte März in Köln zu gehen. Damit es auch dann heißt: Heute Nacht: Franz Ferdinand! Ich würde es mir wünschen.
0Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 28. Januar 2009
...bei diesem FF Album wahrscheinlich noch mehr. Schließlich und endlich sind FF ja, laut eigener Aussage - mit diesem Vorsatz vor einigen Jahren angetreten: Sie wollten eine Rockband sein, zu deren songs das weiblich Publikum tanzen konnte.

Die große Kunst dieser Band - das Franz Ferdinandeske sozusagen - ist es ja sperrige, und ungewohnte Melodien und Songstrukturen klanglich und arrangementmäßig so eingängig zu gewanden, daß Sie dann doch am Hörer haften bleiben, vielleicht nicht sofort, dann aber für lange Zeit. Das große Hilfsmittel hiezu sind die geschickt eingebauten musikalischen und oft auch nur soundmäßigen Referenzen und Zitate, die dem Unterbewußtsein eine Vertrautheit vermitteln (bestes Beispiel hiezu: das Keyboard bei ,Twilight Omen' von welchem Hit kenn' ich den Sound bloß?). Geschickt ist das vor allem deswegen, weil man nur in den seltensten Fällen sagen kann: das haben Sie jetzt aber von dem song geklaut - es sei denn Alex Kapranos macht es einem bewußt einfach - so wie bei ,Send Him Away' bei dem er für einen kurzen Moment ganz klar Stevie Wonders ,Higher Ground' als Inspirationsquelle für den musikalische Unterbau dieses Songs offenlegt - nicht für die Komposition selbst allerdings.

,Ulysses' ist gemeinsam mit ,Lucid Dreams' das Mutigste was Franz Ferdinand bis jetzt gewagt haben. Ersterer ist allerdings genau dann zu Ende, wenn er anfängt eingängig zu werden, und zweiteres ist zu verkopft und zu selbstverliebt in die Synth Spielereien. ,No You Girls' ist typisch Franz Ferdinand und könnte auch vom ersten oder zweiten Album stammen und schrammt knapp am Selbstplagiat vorbei. ,Turn It On' und ,Bite Hard' gehören zu den konventionellsten FF Songs überhaupt und haben beide großes Hit Potential. Großartig dann ,What She Came For': wie Sie hier vom - mit funky Keyboard belegten - Midtempo Tanzschwofer zum schnellen Punkrocker einen Bogen schlagen ist sehr gekonnt. Mit ,Live Alone' gehen FF dann mit den Mädchen endgültig und ohne Umwege in die New Wave Disco (inkl. schwebendem Keyboard Part Teil). ,Can't Stop Feeling' hätten auch Blondie früher schon machen können - New Wave Disco Rock eben. Getanzt werden kann also viel und oft zu dieser Platte und in der Atmosphäre die Sie vermittelt, ist Sie den frühen Talking Heads aufnahmen nicht unähnlich - auch wenn FF nie so paranoid werden könnten wie David Byrne - dazu klingt Kapranos immer zu souverän und selbstbewußt.

Dieses Album wächst je öfter man es hört - mir auch ans Herz, aber das war auch bei den beiden Vorgängern so, und es beweist, daß FF immer noch die Referenzklasse im New New Wave sind - auch wenn sich die beiden ruhigen, Balladen vortäuschenden songs am Ende nicht so wirklich ausgehen wollen. Bei 9 sehr geglückten von 12 songs gehen sich da 4 Sterne aus - keine 5 denn dazu hinterlassen die letzten beiden songs einen zu unentschlossenen Nachgeschmack.
44 Kommentare| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

7,14 €

Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken