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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
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am 15. April 2014
Nachdem ich den Film ja schon eine zeitlang in der Original Version hatte, habe ich mir die deutsche Ausgabe zugelegt.
Der deutsche Titel ist ....naja von der falschen Epoche mal ganz abgesehen!
Auch hätte mir wahrscheinlich Marcus Off als Synchronsprecher besser gefallen als David Nathan.
Nichts desto trotz bin ich immer noch der Meinung, das Johnny hier eine seiner besten Darstellungen abliefert!

Deswegen mag ich den Earl of Rochester....ob es ihm nun gefällt oder nicht ;-)
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am 15. Februar 2014
endlich der fehlende fim den ich von johnny deep noch brauchte.. sehr ungewohnte rolle aber geil gespielt.. sollte in keinem regal fehlen
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am 19. Dezember 2008
...haben sich hier ja mal wieder deutsche Übersetzer, Produzenten oder wer auch immer mit dem Untertitel "Sex, Drugs & Rococo" geschossen.

Mich hätte eben beinahe der Schlag getroffen, als ich auf der Startseite diesen Film beworben sehe und dazu diese Zeile. In der Hoffnung auf einen schlechten Scherz, aber schon mit Erwartung eines bösen Erwachens, muss ich feststellen, dass die Deutschen es mal wieder in bester Manier geschafft haben, was unfreiwillig Komisches zu fabrizieren.

Rococo....
Der Film spielt in den 1660er Jahren!! *gequält aufstöhn*
(Zur Kenntnisnahme: Da hatte man *eigentlich* noch Barock. "Sex, Drugs & Barock" klingt aber zugegebenermaßen blöd. "Sex, Drugs & Barock'n Roll" vielleicht?)

Drugs....ausser gesoffen wird ja eigentlich nicht viel.

Sex....nun ja, auch das hält sich in Grenzen, im Vergleich zu so mancher heutiger Produktion *hust*

Ich frage mich, ob das deutsche Publikum tatsächlich für so dumm gehalten wird, dass es alles schön brav kauft, solange nur Sex draufsteht. Ein Wunder eigentlich auch dass man das Cover nicht geändert und ein paar mehr Busen draufgepackt hat. Wär auch schon wurscht...

Ich empfehle daher, das Cover bzw. jenen Un(sinns)tertitel getrost zu ignorieren und sich lieber dem Film an sich zu widmen - der ist nämlich ein echter Leckerbissen.

Nicht nur kostüm- und kulissentechnisch hervorragend und vor allem authentisch ausgestattet, sondern auch durchweg mit hochkarätigen Schauspielern besetzt (besonders toll: John Malkovich als Charles II. und Tom Hollander als Etheredge). Johnny Depp spielt sich glatt selbst an die Wand, und so komisch der Film in der ersten Hälfte ist, so tragisch wird er in der zweiten. Wirklich eine ausgezeichnete Umsetzung der Biographie des Earl of Rochester, der ja Filmemachern wie Schreibern den Gefallen getan hat, ein angemessen wildes Leben zu führen, aber mit 33 bereits abzutreten, so dass sich alles schön in 2 Stunden Film verpacken lässt ;-)

Wer auf feinsinnige Literaturverfilmungen oder Kostümfilme steht, kann hier gar nichts falsch machen. Wer bissigen Humor gepaart mit etlichen Deftigkeiten mag, auch nicht. Wer schlußendlich Johnny Depp in einer seiner zynischsten Rollen erleben möchte und sich zudem vielleicht noch ein wenig für den historischen Earl interessiert, für den ist dieser Film ein glattes Muß.

Trotz deutscher Tonspur empfehle ich die englische Fassung, jetzt ja dank modernster Technologie (...) auch mit deutschen Untertiteln möglich - man sollte sich aber auch so nicht abschrecken lassen, da eigentlich recht klar gesprochen wird.

Einziges Manko sind auch die auf der deutschen DVD doch recht mageren Extras; hier wäre etwas mehr wünschenswert gewesen.

Belustigend finde ich auch nach wie vor, dass die englische Version ab 18, die deutsche aber ohne Altersbeschränkung ist...

Als filmbegleitende Lektüre sei schlußendlich dann noch "A Profane Wit: The Life of John Wilmot, Earl of Rochester" von James William Johnson empfohlen.
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am 25. Oktober 2008
- endlich gibt es diesen Film auch als deutsche DVD. Ich habe zwar schon die englische, aber da ich dem Film ein größeres Publikum wünsche, freue ich mich, daß nun auch Leute, die nicht so fließend englisch verstehen, ihn sehen können. Und daß ich die englische Fassung mit deutschen Untertiteln sehen kann, wenn ich will. Leider ist der deutsche Titel ziemlich behämmert, mit Rokoko vertun sie sich um ein ganzes Jahrhundert, aber was soll's, das tut der Qualität des Films ja keinen Abbruch. Sehr gespannt bin ich aber, wie sie in der deutschen Übersetzung mit all den ungezogenen four-letter-words umgehen. Ich finde diesen Film großartig und sehr anrührend, obwohl der Earl of Rochester alles andere als ein sympathischer Zeitgenosse war. Gerade wie Johnny Depp es schafft, hinter der rotzigen und rebellischen Fassade dieses Libertins den Mann aufscheinen zu lassen, der geliebt sein will, ist eine großartige Leistung. Toll auch, daß es so aussieht, als sei hauptsächlich mit natürlichem Licht und Kerzenlicht gefilmt worden, und auch teilweise, als sei durch eine Camera obscura gefilmt worden, die es ja zu der Zeit tatsächlich schon gab. Ganz zu schweigen von der tollen Musik von Michael Nyman... Ich halte den Film für ein Meisterwerk und wünsche ihm tatsächlich ein größeres Publikum - vielleicht wagt ja auch doch mal ein Kino, ihn zu zeigen. Ich frage mich schon seit Jahren, ob sich nur wegen der freizügigen Dialoge niemand traut - dabei leben wir doch im 21. Jahrhundert! Und immerhin sollten doch die Namen von Johnny Depp und John Malkovich ziehen...
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am 23. Oktober 2008
was habe ich doch immer bei Amazon geschaut, ob dieser Film in deutscher Sprache herausgebracht wird und nun ist es endlich soweit.

Ich habe mir die DVD in englischer Sprache besorgt und, obwohl ich englisch nicht fließend verstehe und spreche, angeschaut. Das Thema ist ähnlich dem aus "Stage Beauty" und spielt zur Zeit der Restoration.

England, siebzehntes Jahrhundert unter der Regierung Charles II. Johnny Depp brilliert hier als Earl of Rochester. Ein versoffener und frauenbesitzender Dichter. Er erhält den Auftrag vom König, ein Theaterstück zu schreiben und verliebt sich ernsthaft in eine Schauspielerin.

Am Ende ist unser Held von Geschlechtskrankheiten zerfressen. Aber wie auch immer, wer sich für diese Epoche in der englischen Geschichte interessiert (siehe auch den Film "Restoration - Zeit der Sinnlichkeit" mit Robert Downey Jr.), wird diesen Film lieben, allerdings sei gleich gesagt, das es sich hier nicht um einen leicht beschwingten Film wie "Stage Beauty" handelt, sondern doch etwas für den anspruchvolleren Geschmack.

Einfach nur toll, toll, toll!
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am 1. November 2011
Mit dem ersten Satz des Prologs hatte mich der Film schon eingefangen. Aber Libertine ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Der Film verstösst unuterbrochen gegen Konventionen. Ich kann nur bewundern, dass sie einen Film wie diesen wirklich durchgezogen haben. Mich wundert es kein bißchen, wenn dieser Film von vielen verabscheut wird.

Die Sprache ist derb, sehr derb. Unentwegt fallen sexuelle Anspielungen - wobei der Begriff Anspielungen noch sehr milde ist. Der Hauptcharakter ist ein arroganter Schnösel voller Selbsthaß und Zynismus, der aus Prinzip provoziert und sich ekelhaft benimmt. Das passiert auf eine derart konsequente Art, dass wir mindestens die ersten 30 Minuten des Films fast ununterbrochen gelacht haben. Wie Johnny Depp derart herrlich unangenehm Rochester verkörpert ist einfach wunderbar gespielt (ich würde sogar sagen, dass er hier seine schauspielerisch bisher beste Rolle spielt). Trotz aller Unangenehmheit von Rochester kann man sich dem Charakter nur schwer entziehen. Rochester sagt, was er denkt und Rochester denkt selbst nicht, dass das, was er tut, "nett" oder "richtig" ist. Rochester will provozieren. Und nicht nur Depp macht hier seine Sache sehr gut , sondern sämtliche Darsteller spielen ausgezeichnet.

Die Handlung ... es wird ein Ausschnitt aus Rochesters Leben gezeigt. Libertine ist kein Actionfilm oder Abenteuerfilm, sondern eher ein Beobachten systematischer Selbstzerstörung bzw. einer völlig anderen Sicht auf das Leben als ich sie habe. Ich fand die Handlung nie langweilig, sondern war fasziniert von dem Film, aber das sollte wohl jeder für sich entscheiden.

Auch nicht jedermanns Sache: Passagenweise werden Rochesters Gedichte vorgetragen oder z. B. Teile von Ophelia auf der Bühne gespielt. Das kann man atmosphärisch finden oder sterbenslangweilig oder man ist empört über die Obszönitäten (von Rochesters Gedichten). Wir mochten es - und ich hätte nie gedacht, dass ich es mögen würde, wie Ophelia aufgeführt wird. Aber es ist schlicht zu gut gespielt.

Das Bild ist zu Beginn seltsam verrauscht, so dass man denkt, die Kopie sei fehlerhaft. Danach fiel es uns gar nicht mehr auf, sondern alles passte irgendwie zum Film.

Ich habe den Film auf englisch gesehen, von der deutschen Tonspur habe ich nur kurze Ausschnitte aus Prolog und Schluss gesehen - da war der Synchronsprecher gut, aber der Text ist nicht besonders gut übersetzt. Wenn man mal englischen Ton mit deutschen Untertiteln laufenlässt spaßeshalber, merkt man das erst recht - Subtilitäten gehen verloren. "You will not like me." "Sie werden mich hassen." "And you will like me a good deal less as we go on." "Und das wird sich auch nicht ändern." ... Ich vermute, dass sich das durch den Film zieht - schade. Klar kann man nicht alles wörtlich übersetzen, aber manches schon. Außerdem ist die Sprache von meinem persönlichen Empfinden her noch etwas derber, wenn man es auf deutsch gesprochen hört als in einer Fremdsprache - albern, aber hier habe ich wirklich manchmal lachend gedacht "Ich will gar nicht so genau wissen was das auf deutsch heißt." ;).
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am 8. Dezember 2010
Johnny Depp zeigt in diesem Film erneut, dass er wandlungsfähig, kreativ, empathisch und wenig-stromlienienförmig ist.
Er verfolgt den Charakter, den er spielt, lebt und liebt ihn.
Und dafür lieben wir Herrn Depp!

Für mich ein herrausragender Film, der lediglich beim ersten Mal ein wenig anstrengend scheint, da er komplett im Kerzenlicht gedreht wurde.

Mit John Malcovich, der dieses Stück bereits im Theater aufführte ist dieser Film für alle Johnny-Verehrer eine kleine Offenbarung, da auch die Erotik und die Phantasie nicht zu kurz kommen!
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am 30. November 2008
Dieser Film ist einfach nur fantastisch und jedem zu empfehlen. Es gibt nicht viele Filme, die man gerne ein zweites oder ein drittes Mal schaut; aber dieser gehört eindeutig dazu! Johnny Depp spiegelt in seiner einzigartigen Weise die innere Zerissenheit eines Mannes und seiner Zeit wider. Toll!
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am 16. Oktober 2008
Nachdem der Film bereits 2004 gedreht wurde gibt es ihn nun endlich auch auf deutsch. Lange genug hat es gedauert. In The Libertine legt Johnny Depp einer seiner besten Schauspielerischen Leistungen hin. Doch nicht nur er brilliert in seiner Rolle, sondern auch John Malkovich, Rosamund Pike und Samantha Morton, die schlichtweg brilliant ist.
Wie schon am Anfang des mehrmals von Johnny Depps Charakter betont wird, ist Lord Rochester kein sympathischer Zeitgenosse und genau das macht den Film aus. Er versucht nicht zu gefallen, er zeigt das Leben eines Mannes der sich keinen deut darum schert was andere von ihm denken.
Diesen Film sollte man sich auch umbedingt auf englisch anschauen.
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John Wilmot, Earl of Rochester:
"Dank seiner äußeren Erscheinung und seiner Eloquenz gehörte er nach der Restauration (1660) rasch zum engsten Kreis um den König.
Als Mitglied der Merry Gang (fröhlichen Truppe) wurde Rochester berüchtigt für seinen exzessiven Alkoholkonsum und derbe Ausfälle und Scherze. Gleichzeitig war er für seine brillante Art zu diskutieren bekannt." Zitat Wikipedia

Wie die Katze um den unerreichbaren Sahnetopf, bin ich, als Johnny Depp Fan, lange sabbernd um die rein englischsprachige DVD herumgeschlichen. Natürlich habe ich mich mit Heißhunger auf die endlich in deutscher Sprache erschienenen Ausgabe gestürzt und sie sofort verschlungen.
Der Film wirkt lange nach, aber die große Begeisterung blieb irgendwie aus.
Warum? Schwer zu sagen...

Das ständig über F*c*en und Schw*n*e gesprochen wird kam bei mir etwas übertrieben rüber, andererseits ist es ja so, dass der Earl sich sehr mit eben dieser Materie beschäftigt hat und im letzten Abschnitt seines überaus dekadenten Lebens dargestellt, ist ihm die echte Leidenschaft eh schon abhanden gekommen und er spielt eigentlich nur noch mit diesen provozierenden Vokabeln, die an sich hohl sind und höchstens noch einen Selbstoffenbarungscharakter haben. Und zotige Dichtkunst machte den Earl schließlich aus. Das kann es also nicht sein was mich zurückhält, denn das gehört zum Earl wie seine Lockenperücke. Zudem bin ich nicht prüde. Und außerdem gibt er auch echt höchst vergnügliche und scharfsinnige Zoten zum Besten.

Liegt es daran, weil ich dem Protagonisten nicht richtig nahe gekommen bin, ihn nicht mochte? Das kann es auch nicht sein, denn wie er in der eindrücklichen Eingangssequenz monologisierend klar stellt, indem er sich direkt an der Zuschauer wendet, prophezeit er ihm: "Ihr werdet mich hassen!" (...am Ende des Filmes, im Ausgangsmonolog verrät er sich jedoch: "Liebt ihr mich jetzt?") Der ganze Film ist so aufgebaut, dass man sich weder mit Rochester identifizieren, noch ihn mögen soll. Es ist auch nicht angestrebt worden, dass der Antiheld sich wandelt, er dem Zuschauer nach und nach doch noch ans Herz wächst oder man Mitleid entwickelt, das sucht dieser Film nicht. Obwohl er mir persönlich auch nicht gleichgültig blieb. Daran kann es aber- hin oder her- auch nicht wirklich liegen.

Ist die Handlung schuld? Nein, denn was kann denn mein Herz mehr erfreuen als ein gescheiterter Held des 17. JH, der zwar zynisch und hemmungslos ist, aber trotzdem eine große Liebe zum Theater hegt und auslebt. Rochester möchte eine junge Frau, ein kleines verkanntes Talent am Theater, ausbilden und groß raus bringen. Diese Theaterschauspielerin wird auch noch von der tollen Samantha Morton gespielt, und sie üben ausgerechnet auch noch den "Hamlet" ein. Da hätte ich gern auch noch länger zugesehen. Also an der Geschichte kann es auch nicht liegen aber manchmal wurde es mir dann doch etwas langweilig, weil die Story einfach nicht konsequent genug vorangetrieben wird. Aha, da habe ich doch was gefunden und was noch?

Schwächeln die Bilder? Mit Sicherheit nicht! Die schlammige Dekadenz im London des 17. JH ist visuell grandios in Szene gesetzt. Die Bilder setzten sich zwar radikal und gewollt von einer Merchant/Ivory Ästhetik ab, es wurde nur bei Kerzenlicht gedreht, aber sie haben einen ganz eigenen, eher morbiden Look in fast schwarzweißen, verschlammten Farben. Das fehlende Kunstlicht macht das macht das Bild körnig aber hat auch ein tolle Wirkung. Es gibt Dreck und bröckeligen Gesichtspuder und man kann London riechen. Stattliche Kutschen rollen durch die regenverhangene morastige Landschaft. Die Kostüme und Perücken sind schick und sehen aber aus als wären sie auch im Alltag getragen worden!

Sind die Schauspieler nicht überzeugend? Doch! Sie sind genial.
*Der extrem wandlungsfähige Johnny Depp spielt die Rolle des extrovertierten Earl of Rochester großartig, man spürt seine Aura, die den Zuschauer von Beginn an gefangen nimmt. Vielleicht sogar eine seiner besten Leistungen.
*Zum Glück spielt John Malkovich hier auch eine Rolle. Er hat in den 90er den Earl of R. im Theaterstück "The Libertine" auf der Bühne gespielt und danach das Angebot bekommen den Film zu produzieren. Er spielt den König Charles II. köstlich trocken und ironisch.

Ha! Und da sind außerdem noch einige englische Schauspieler zu finden, die der geneigte Fan aus anderen englischen Periodfilmen kennt:
*Samantha Morton kennen wir als verhuschte Jane Eyre und auch hier zeigt sie in ihrer Rolle als Theaterschauspielerin Elizabeth Barry, sensible Schauspielkunst und dass sie Gefühle sehr stark zum Ausdruck bringen kann. Genial.
*Eine große Überraschung war für mich Rosamund Pike, wir Perioddramatiker kennen sie aus Stolz und Vorurteil als vornehm zurückhaltende Jane Bennet. Hier darf sie ihren Gefühlen freien Lauf lassen und sogar Eingangs erst mal einen handgemachten Höhepunkt in der Kutsche erleben. ;-) Sie spielt die liebende! Ehefrau des Rochester, die daran zerbricht, dass er nicht an ihrer Seite verweilt, sondern sich stattdessen lieber in den Abgrund stürzt.
*Außerdem haben wir hier noch Tom Hollander, der uns auch schon in Pride And Prejudice  das Leben als Mr. Collins versüßt hat. Er spielt hier den Etherege, einen anderen Dichter aus der "Merry-Gang".
*Richard Coyle, der in Lorna Doone  mit Lockenpracht den romantischen John Ridd mimt, stellt hier den privilegierten aber grobschlächtigen Diener Rochesters "AlCock" dar. ;-)))
Nein an den Schauspielern kann es wahrlich nicht liegen.

Passende Musik von Michael Nyman untermalt das Ganze.

Also Summa Summarum. Was hielt mich zurück? Überhöhte Erwartungen? Kann schon sein. Mangelnden Identifikationsmöglichkeiten? Bei anderen Filmen klappt es ja auch ohne. Trotzdem, in "The Libertine" gibt es keinen einzigen wirklichen Sympathieträger. Die Frauen sind fast alle käuflich, die Männer allesamt arrogante Arsc*löcher. Das macht es einem doch schwer und zusätzlich gewinnt die Handlung nie so richtig an Fahrt.
Dafür muss leider ein Stern fallen.
Dies ist eben kein Film, der Begeisterung im üblichen Sinne wecken kann(will), er löst keine großen Gefühle aus. Hier wird die Geschichte eines Mannes erzählt, der ein unglaubliches schriftstellerisches Talent besaß und mit seinen wachen schlagfertigen Geist die Welt beschrieb, aber am wahren Leben zerbrach und sein Talent durch seinen ausschweifenden selbstzerstörerischen Lebenswandel nur begrenzt genutzt hat. Der ständig übermäßig Wein trank, mit Worten jonglierte, herumhurte und schließlich mit 33 Jahren völlig zugrundegelebt starb. Quasi ein Charles Bukowsy des 17. JH. Es macht eben weder viel Spaß ihm dabei zuzusehen (..obwohl es macht schon Spaß!), noch sind wir gerührt (wirklich?), noch erleben wir etwas Erhebendes (tatsächlich steckt viel erhebende Wahrheit in vielen Dialogen), noch gibt es eine Katharsis, oder was in der Art.... Oder?

P.S. Depp hat übrigens fast zeitgleich zum Earl of Rochester den Captain Jack Sparrow gemimt, der ja seine kommerziellste Rolle überhaupt ist und die ihn quasi über Nacht zum bestbezahlten Schauspieler gemacht hat. Ich bete, dass er aber auch künftig in kleinen Nischenfilmen spielen wird und sich nicht durch Geld und Ruhm vom Pfad der eigenen Muse abbringen lässt! Die Zusage zu "The Libertine" erteilte er John Malkovich ja schon in den 90ern wo er noch hauptsächlich an "kleineren" Projekten arbeitete.
Ein sehr informatives Making Of erzählt die abenteuerliche Geschichte der langen Entstehung dieses Filmes.

DVD läuft 109 Min.
Sprachen & Untertitel: Deutsch + Englisch
Körniges Bild und matte Farben liegen am Kerzenschein als einziger Beleuchtung ;-)
Extras: Audiokommentar des Regisseurs, ein sehr informatives Making of in Englisch mit deutschen Untertiteln, es dauert 35 Minuten. Und ein Trailer.
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