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am 5. Juni 2011
Ich gebe es zu, diese Zauberflöte ist recht eigen und wer ein glitzerndes Zauberwaldabenteuer wie Bergmanns Altverfilmung erwartet, wird bestimmt enttäuscht werden. Nichtsdestotrotz handelt es sich in meinen Augen um eine ganz wunderbar mozartische, und bei allen Änderungen in ihrer Grundessenz trotzdem durchaus werkgetreue Umsetzung des Stoffes, die ich (aufgeschlossenen) Mozartliebhabern nur empfehlen kann.

Die Geschichte dürfte jedem bekannt sein. Ich fasse sie dennoch kurz zusammen: Junger Held zieht im Auftrag einer freundlichen Königin aus, um deren entführte Tochter aus den Fängen des vermeintlich bösen Gegenspielers Sarastro zu befreien. Vor Ort stellt er fest, dass eigentlich nicht der weise Sarastro, sondern die auftraggebende Königin der Bösewicht ist. Aber nach 3 zu bestehenden Prüfungen und einigem Hin- und Her sind alle inneren Konflikte der Hauptprotagonisten behoben, die - nun doch - böse Königin besiegt, der Prinz führt seine Prinzessin heim und alles löst sich in Wohlgefallen auf.

Klingt recht simpel - ist es eigentlich auch, und doch auch wieder nicht. Tatsächlich war und ist die Storyline seit jeher die größte Tücke der Zauberflöte. Einerseits wurde sie als mehr oder minder naives Märchen konzipiert, welches hierfür aber durch die pathetischen Freimaurer-Elemente ab dem Mittelteil zu zerrissen und zu überladen ist. Eine in zwei Teile zerfallene Prüfungsfabel, die ohne ihre phantastische Musik wahrscheinlich eher dem allgemeinen Vergessen anheim gefallen wäre, anstatt zu einer der berühmtesten Opern schlechthin aufzusteigen.

Was aber Kenneth Branagh in seiner Umsetzung des Stoffes für die Kinoleinwand daraus macht, ist in meinen Augen einmalig und verdient vom Prinzip her 5 Sterne: Er wirft kurzerhand allen Ägypten-Ballast und alle Freimaurer-Elemente aus dem Plot und ergänzt bzw. erklärt die ursprüngliche (und für die junge Generation etwas überholte) "Gut-Böse-Konstellation" der Figuren Sarastro und der Königin der Nacht durch die Verortung des Geschehens in kriegerisches Szenario.
Dies arbeitet nicht nur rein formal die Figurenkonstellation noch einmal heraus bzw. spitzt sie zu - durch diesen Kniff erhält die Geschichte zudem eine andere Dimension: Die der Antikriegsparabel (oder wie man es auch immer nennen möchte). Diese neue Dimension ersetzt ganz unkompliziert das heute veraltete Idealbild der Freimaurerei durch ein neues, Allgemeinverständicheres. Und überraschender Weise steht dies der Geschichte - zugegeben, nach einiger Eingewöhnungszeit - unheimlich gut zu Gesicht.

Da stehen sich nun also die verbitterte, kriegstreibende Königin der Nacht und der zum Krieg genötigte Sarastro im Stellungsgefecht gegenüber. Symbolischer Schauplatz sind die Schützengräben des Ersten Weltkriegs. Entsprechend beginnt auch die Geschichte mit Tamino, der zu Beginn des Films als braver Leutnant nur eine unwissende Spielfigur in den Reihen der Königin der Nacht darstellt. Nach der atemberaubenden Ouvertüre (Musik und Bildmotive sind hier perfekt aufeinander abgestimmt) wird dieser dann auch nicht von einer gigantischen Schlange, sondern im Zuge eines Gasangriffs verwundet - wobei das ursprüngliche Schlangenmotiv in der Darstellungsweise netterweise sogar noch beibehalten wird. Alles andere ist bekannt. Er wird von drei Damen gerettet und bricht mit seinem Gefährten Papageno auf seine abenteuerliche Reise auf.

Wer nun fürchtet, die Zauberflöte wirke durch diesen stilistischen Griff wie in ein pseudo-innovatives, künstliches Korsett gequetscht, in dem man einzig der Andersartigkeit wegen krampfhaft bemüht das Setting wechselt, den kann ich beruhigen. Denn tatsächlich hat man es bei dem Szenario mit keiner historischen Darstellung zu tun. Das Erste-Weltkriegs-Setting dient hier lediglich als symbolischer Schauplatz einer beliebigen Geschichte, und kommt auch so auf Zuschauerseite an. So versucht der Film zu keinem Zeitpunkt, eine realitätsnahe Atmosphäre aufbauen. Beispielsweise werden in keiner Einstellung des Films Nationalitäten kenntlich gemacht: Eine Armee ist rot, die andere blau - mehr nicht. Die Bilder muten oftmals plakativ, ja geradezu künstlich an, dies aber nicht weil man es technisch nicht besser umsetzen konnte, sondern weil es sich bei der Geschichte ja immer noch um ein Märchen handelt. Es wird mit bekannten Motiven und Bildern gespielt. Und die verspielte Atmosphäre, wie man sie von der Zauberflöte kennt und erwartet, bleibt dabei erhalten.
Dies liegt mitunter auch an der naiven Erzählform/ Inszenierung des Films, der (wie auch der Held selbst) zum Teil an den Stil der 30er Jahre erinnert. Auf diese Weise wird aus der Geschichte ein Märchen um einen jungen Leutnant und kein Kriegs- oder Antikriegsfilm im eigentlichen Sinne.

Auch das Ensemble konnte in meinen Augen mehr als überzeugen. Allen voran René Pape, der nicht umsonst als einer der besten Sarastros der Gegenwart gehandelt wird - von ihm wird man förmlich aus den Schuhen geblasen. Auch Joseph Kaiser als naiv-pathetischer, liebeskranker Leutnant Tamino ist einfach eine Augenweide und füllt die Rolle (auch stimmlich) voll aus. Besonders hervorzuheben ist zudem Nachwuchstalent Amy Carson als Königstochter Pamina, die der Rolle durch ihre jugendliche, noch nicht ganz ausgereifte Stimme einen frischen, authentisch-jugendlichen Charme verleiht. Papagenodarsteller Benjamin Jay Davis wurde zugegebenermaßen wahrscheinlich vor allem nach Typ besetzt, das aber ebenfalls gekonnt. Denn tatsächlich IST er das Sinnbild aller Papagenos auf Erden, bei dem das Zuschauen einfach Freude macht. Auch wenn rein stimmlich andere diese Rolle sicherlich ebenfalls gut hätten meistern können.

Warum ich nach so viel Jubillieren nur vier Punkte vergebe? Leider hat der Film auch die eine oder andere gehörige Macke, die den Abzug von 1 bis 1,5 Punkte rechtfertigen. Da wäre zum einen die Tatsache, dass Branagh von Zeit zu Zeit die Grenze zum Kitsch deutlich überschreitet, was mehr zerstört als nutzt. Auch konnte mich Lyubov Petrova in der Rolle der Königin der Nacht nicht wirklich überzeugen - zu unauffällig mit zu wenig Charisma und so gar nicht königlich wirkt sie.
Und als größten Kritikpunkt: Leider ist das von Stephen Fry (den ich eigentlich sehr schätze) ins Englische übertragene Libretto phasenweise ja sowas von dermaßen misslungen - meine Güte! Da ist man dann doch irgendwie wieder froh, dass hier in englischer Sprache gesungen wird. Denn wenigstens drängen sich so dem Zuhörer die verbalen Entgleisungen nicht ganz so penetrant auf...

Wenn man von diesen Punkten allerdings einmal absieht, so bietet Branagh seinem Publikum eine zauberhafte, gänzlich entstaubte Zauberflöte, die nun nicht mehr im Gewand der Freimaurerparabel, sondern als märchenhaftes Friedensplädoyer daherkommt. Ein alter Bekannter, den man trotz neuer Frisur auf den ersten Blick wiedererkennt. Bildgewaltig und dramatisch ist sie, sehr charmant, dabei ein bisschen naiv, ein bisschen dick aufgetragen, z.T. ein bisschen schrill, aber trotz allem - oder gerade deshalb - ganz Mozart.

Und da dies ein Kinofilm und eben keine Theaterinszenierung ist, ist diese Mischung genau richtig! 4 Punkte
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am 6. November 2008
Branaghs Verfilmung der "Zauberflöte" kann nicht gefallen, wenn man weiß, wie vielschichtig die mythologischen, psychologischen und spirituellen Ebenen sind, welche Mozart/Schikaneder in der Zauberflöte zu einem genialen Ganzen verflochten haben. Branagh bleibt einschichtig im immer wieder gleichen Deutungsansatz einer sozialethischen Friedensparabel. Mozart im Schützengraben - gleichzeitig aber doch ein mit aufwendigen Spezialeffekten generiertes Märchenschloß von Sarastro, das geht leider nicht gut. Mit anderen Worten: Disneyworld trifft Gutmenschendrama. Große Teile des spannenden geistigen Hintergrunds dieses Menschheitsdramas gehen damit völlig verloren. Hinzu kommt, daß Amy Carson der Pamina werder stimmlich, noch schauspielerisch gerecht werden kann. Auch Kinder müssen aufgrund der Kriegsszenen und der ALtersfreigabe ab 12 fernbleiben - schade! Und deswegen leider nicht empfehlenswert.
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