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Kundenrezensionen

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TOP 500 REZENSENTam 26. November 2008
Farin macht mit seinem FURT (Farian Urlaub Racing Team) eine Fortsetzung der beiden vorigen Album. Die Entwicklung und Fortschritt von Album zu Album ist sehr schön zu sehen. Die Musikalische Ausrichtung ist ganz klar Rock und Punk. Es handelt sich aber nicht um eine "Ärzte" Album, sondern um ein klares Farin Urlaub Album mit tollen Texten.

1. NICHIMGRIFF
Die erste Singleauskopplung, guter Titel mit guten Text, aber irgendwie für mich nicht der Überhammer. Netter Einstig.

2. Unscharf
Eine Steigerung zu "NICHTIMGRIFF", wesentlich eingängiger und ein klasse Titel, der die weiter Wegrichtung der CD zeigt.

3. Gobi Todic
Nicht nur ein wirklich absolutes Highlight, sondern auch eine geniale Marketingidee, die dahinter steckt. Wie viele Foren beschäftigen sich, wer dieser Gobi Todic ist. Aber auch musikalisch und textlich einfach ein toller Titel, vielleicht sogar einer der besten Solotitel von Farin.

4. Seltsam
Klasse Titel, nícht ganz so stark wie "Gobi Todic", aber die Gitarre ist einfach sehr stark. Mtreißend auch durch den etwas ungewöhnlichen Gesangsstil in diesem Titel, aber das paßt alles sehr gut zusammen.

5. Krieg
Für mich der Titel der Cd und der beste überhaupt von Farin Urlaub. Langsam beginnend und immer mehr Tempo aufnehmend mit einem Refrain der zum mitsingen einlädt. Textlich hat der Titel nichts mit dem Krieg zu tun, sondern ist eher Gesellschaftskritisch, wie aus Alltagssituationen "Krieg" entstehen kann. Kurze Textpassage "Ich bin nur ein Mann, aber auch ich hab Gefühle, ........ es sind ungefähr drei, aber Wur und Hass ist dabei" - einfach genial der Text und genau auf den Punkt gebracht

6. Pakistan
Guter Titel mit sehr gutem Text, aber nach "Krieg" ist es schwer für ihn. Wirklich guter Titel, aber es fehlt ein wenig das besondere.

7. Niemals
Wunderschöner Titel, ein wenig langsamer als die vorigen Titel mit einem wunderbaren Text, wirklich sehr gelungen und der ein wenig Abwechslungsreichtum in die Cd bringt.

8. Die Leiche
Ein absoluter Hammertitel. Bitterböser Text, aber dennoch sehr stark. Musik und Gesang sind zuckersüß und fast schon Balladenartig. Wahnsinns Titel, sehr stimmig und Farin in absoluter Bestform.

9. Monster
Auch nicht so schnell wie die ersten Titel, aber wunderbare Melodie mit einem sehr starken Refrain. Textlich stark, aller was mir an Farin Urlaubs und FURT gefällt.

10. Atem
Hoppala, was ist das. Eine Ballade! Nimmt zwar ein wenig fahrt auf, bleibt aber doch sehr ruhig und textlich wirklich eine Ballade oder verstehe ich die Ironie nicht und es ist gar keine, einfach ein spannendes Lied das im Mittelteil mit einem tollen Gitarrensolo aufwartet, also doch keine echte Ballade?

11. Karten
Zum Abschluß der ersten CD nochmals ein richtiger Rocker, einfach tolle rockige Melodie mit einen starken Refrain und tollen Gitarren.

CD 2

1. I.F.D.G.
Jetzt wird es Reggae mäßiger und es wird klar warum hier eine zweite Cd benötigt wird. Der musikalische Bruch wäre zu groß. Toller Text, mit viel Humor und man meint den Spaß zu merken den die Musiker bei dem erstellen hatten.

2. Zu heiss
In dem Stil von "IFDG" geht es weiter. Guter Text zum Thema Revolution, wie immer mit einem Augenzwinkern. Gute Laune garantiert.

3. Insel
Beim ersten hören wußte ich gar nicht was das ist, aber nach mehrmaligen hören, verbreitet der Sing seinen Charme und hat etwas, aber leider nicht so ganz mein Fall

4. Trotzdem
Wieder ein geiler Abschluß der Cd im Ska Stil und wirklich ein guter Text, mit viel Spaß und Freude, es paßt hier wieder alles.

Sehr starke CD ohne Lückenfüller und mit Abstand die beste CD von FURT und Farin Urlaub. Erspare jetzt den Vergleich mit den Ärzten, nur soviel das ich sie sehr gut finde und den eigen Stil von Farin sehr mag. Spannend auch die Idee zwei Stile auf ein Album zu pressen, auf zwei getrennten CDs aber es ist doch ein Album und ein wirklich klasse Album.

Die Cd Hülle und Aufmachung ist sehr gelungen und wirklich ein rundum gelungenes Werk, einfach wunderbar.

Anspieltipps: Gobi Todic, Krieg , Die Leiche und I.F.D.G.
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am 18. April 2017
Ich liebe alle Alben von Farin. Aber dieses hier ist mit Abstand das Beste. Die Texte regen zum nachdenken an oder machen einfach nur glücklich.
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am 15. Januar 2017
....leider auch mittelmäßige. Mit denen könnte ich leben, dann würde ich vier Sterne vergeben. Doch es gibt auch die Songs mit denen ich gar nicht nicht warm werde.
____________________________
Die guten Songs:

"Atem"
Ein schönes Liebeslied. Wären da nicht zwei Zeilen, die mich mich immer erwas zusammenzucken lassen ("wie ein Besen ohne Stiel", und "wie Mallorca ohne Bars"). Ohne die wäre es sogar ein sehr schönes Lied. Zumal endlich mal der Protagonist nicht verlassen wurde und leidet. Musikalisch habe ich nichts zu meckern.

"Pakistan"
Ein schöner Song über (unerfülltes) Fernweh.

"Niemals"
Hier gefällt mir das Intro sehr gut, die Melodie ist sehr eingängig. Ich mag auch, dass das Lied nicht so strikt eingeteilt ist in Strophe, Refrain, Strophe...
Vielleicht gefällt mir das Lied auch deswegen, weil ich das Video zuerst gesehen haben. FU gibt im letzten Drittel richtig viel Gas, was den Gesang betrifft, das ist vielleicht nicht jedermanns Sache - mir gefällt's.

Die ganze kleine CD. Es sind nicht Songs, die ich die nächsten dreißig Jahre hören will ;-) aber sie sind unterhaltsam. Musikalisch und auch die Texte sind nett. Besonders "Insel" hat interessante Wortspiele, beziehungsweise Reime. Ich finde die Idee gut, dass Farin Urlaub die Songs auf eine kleine CD gepackt hat.

__________________________________________

Die mittelmäßigen Songs
Entweder finde ich die Texte etwas langweilig, oder die Melodie/Umsetzung: "Die Leiche", "Unscharf" (da finde ich keinen Zugang zum Text- es ist fast schon ein Skip Song).

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Die Skip Songs

Ein paar Songs sind richtig nervig. Bei "Karten" nervt der Text, bei "Seltsam" der ganze Song, "NichimGriff" finde ich nicht gerade motivierend *hust*
Es gibt noch die Songs, die mir so gar nichts sagen. "Gobi Todic" und auch "Monster" (gut, die Aussage ist klar - aber ich finde das Lied langweilig).

Auch wenn's der Vergleich vielleicht etwas unangebracht ist: Bela hat mit dem Peta-Plakat vs "Seltsam", und mit dem Text von "hilf dir selbst" vs "NichimGriff" eindeutig besser oder eleganter Stellung bezogen.
Mir ist sehr wohl bewusst, dass Farin Urlaub die Texte in erster Linie für sich schreibt, das ist ja auch okay. Vieler meiner Helden schufen Texte, die oft schwierig zu verstehen waren (Bowie, Cohen und andere), aber sie faszinierten mich. Aber Songs wie "Unscharf" schafft das leider nicht. Und "Karten" schon gleich gar nicht. Bei anderen Song Texten schafft es Farin Urlaub, sonst würde ich mir seine Alben nicht kaufen. Und ich brauche/will auch keine "Erklärung" der Texte, entweder sie lösen Gedankenketten aus, oder man denkt "ne, lass mal".

Was man dem Album nicht vorwerfen kann, ist, dass es nach den Ärzten klingt - wie etwa das erste Solo-Album. Mir gefällt auch die Umsetzung und Produktion meistens ganz gut. Es wirkt nicht überladen, die Chorstimmen fügen sich gut ein, auch der Gesang von FU ist stimmig.
Das Klappcover ist okay, das Booklet ziemlich lieblos - zumindest was die Fotos betrifft. Es wirkt so, als habe der Fotograf gesagt: "Stellt Euch bitte alle mal vor die Kakteen." Dass den Musikern die Sonne in Gesicht scheint, diese dadurch oft Schatten im Gesicht haben oder blinzeln, macht die Qualität der Bilder nicht gerade sehenswert. Dass manche Musiker trotzdem gut aussehen, liegt sicher nicht am Licht. Zudem wäre etwas Abwechslung schön gewesen. Die Texte sind sehr klein gedruckt.

Schade, dass die Skip Songs mich teilweise so nerven, dass ich große CD fast nie ganz durchhöre; ich hab's einige Male versucht - dieSongs hatten ihre Chance. Und noch bedauerlicher ist, dass die B-Seite "Worte fehlen" nicht auf dem Album ist. Dann wären es zwar drei Liebeslieder, aber dafür schöne. Und der Song ist für mich um Klassen als alle Skip Songs. Oder "Bewegungslos", auch eine B-Seite, die mir besser gefällt als manche Stücke auf der großen CD.
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am 7. November 2008
Ich beurteile 'Die Wahrheit übers Lügen' aus der Sicht eines aktiven Musikers.
Nach dem ersten Hör-Durchgang war ich sehr erleichtert, dass das FURT Album etwas beschwingter daherkommt, als 'Am Ende der Sonne'. Wo 'Dusche' aufhört, setzt 'Nichimgriff' ein ' jedoch wieder mit ernsterer Thematik und deutlich mehr Attitude. Danach wird der Zuhörer an den neuen Sound herangeführt. Ich empfinde eben diesen Sound des kompletten Racing Teams als angenehmer. Dieses Album wirkt trotz der zahlreichen Musiker nicht so überladen wie die vorhergehenden. Man hört die große CD das erste Mal durch und denkt: 'Huch, schon vorbei?'. Das liegt hauptsächlich daran, dass die erste CD ein 'rundes', also in sich schlüssiges, Album ist. Die Songs plätschern nach und nach ins Ohr. Das hat mich am Anfang mit Skepsis erfüllt.

Doch irgendwie hat es diese grandiose Scheibe geschafft, eine ganze Woche lang ununterbrochen in meinem CD Player zu liegen. iTunes samt iPod hatten in dieser Woche auch nichts anderes zu tun, als diese 15 Lieder wiederzugeben. Das Album entwickelt sich nach und nach.
Irgendwann versteht man, wieso Farin nicht mehr mit massiven Gitarrensoli (à la 'OK') die Kinnläden der Zuhörer nach unten schiebt. Irgendwann entwickelt jeder einzelne Song eine unbeschreibliche Wirkung. Auf dem ersten Blick ist das Album ein Goldbarren. Wenn man näher herantritt erkennt man in 'Die Wahrheit übers Lügen' einen Sack voll Diamanten.

Aber warum 1,5 CDs? Ganz einfach: jeder weitere Song hätte die Balance negativ beeinträchtigt.

Nach all dem Lob noch ein paar Kritikpunkte:
*** 'Pakistan' erinnert mich leider an Songs wie 'Abenteuerland'. 'Trotzdem' würde wohl besser an diese Stelle passen.
*** 'Monster' wirkt etwas zäh. Ein paar BPM mehr hätten wohl nicht geschadet.
*** 'Monster' handelt davon, die 'süßliche Musik' aus dem Radio zu verbannen. Das nächste Lied auf dem Album fällt jedoch genau unter diese Kategorie. Bei dem Genie des Herrn Urlaub, kann ich mir aber auch gut vorstellen, dass dies gewollt ist.
*** Die (wenigen) Gitarrensoli scheinen etwas zu 'verkopft'. Farin findet aber sicher noch den mittleren Weg zwischen 'Haudrauf'- und 'Bbm7b5-Arpeggio'- Solo.

Ich würde es nie wagen, ein Album, das mir jetzt schon so viele schöne, kurzweilige Stunden beschert hat (und noch bescheren wird), mit weniger als fünf Sternen zu bewerten.
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am 3. November 2008
Lange habe ich mich auf das neue Album von Farin Urlaub gefreut.
Hier erst einmal meine "Bewertung" der Lieder:

Nichimgriff (7/10)
Heftige Musik, eingängiger Text - gefällt mir ganz gut, ist aber sicherlich nicht das beste Lied von Farin. Als erste Single absolut nicht repräsentativ für das Album.

Unscharf (9/10)
Mochte ich ab dem ersten Hören. Guter Text - "sie redet nicht" war lange ein Ohrwurm bei mir.

Gobi Todic (8/10)
Habe ich 5 oder 6 mal hören müssen, um mich an die Musik/Melodie zu "gewöhnen". Mag aber den Einsatz der Blasinstrumente gerne. Text sehr gut.

Seltsam (10/10)
Super! Eingängige Musik, super Text! Klasse Thema! Pelzträgerinnen werden zu Recht heftig angeprangert. Die Todesandrohungen am Ende sind mit Sicherheit nicht so ernst gemeint wie es klingen soll. Geiles Lied!!

Krieg (10/10)
Melodie, Text - super! Sehr mitreißend. Beim Titel erwartet mal sicherlich einen ganz anderen Text. Man kann sich in diesen Alltagssituationen gut wiederfinden.

Pakistan (9/10)
Guter Text - ziemlich fu-typisch würde ich mal sagen. Ein gute Laune machendes Reiselied!

Niemals (10/10)
Das beste Lied auf der CD! Der "Mittelteil, Bringe, C-Part" (wie man es auch immer nennen möchte) ist das beste was ich jemals von Farin Urlaub gehört habe. Weltklasse!!

Die Leiche (10/10)
Auf das Lied war ich sehr gespannt. Habe vorher in Interviews schon viel darüber gehört. War beim ersten Hören sofort begeistert. Musik und Gesang sind sehr harmonisch und schön. Der Text ist böse, aber sehr sehr gut!

Monster (7/10)
Auch dieses Lied musste ich mehrmals hören, um es gerne zu mögen. Gewöhnungsbedürftig, aber umso öfter ich es höre desto besser gefällt es mir. Vor allem die Anspielung auf eine andere bekannte Band gefällt mir gut :-)

Atem (10/10)
Erster Gedanke: Huch! Was ist denn mit ihm los?
Sehr guter Text. Schöne Ballade.

Karten (10/10)
Ähnlich rockig wie das erste Lied. Text ist super, Musik sowieso!

i.f.d.g. (10/10)
Gute Laune Lied! Text und Musik - super!

Zu heiß (8/10)
Die Musik ist irgendwie nicht meins. Der Text ist aber sehr gut!

Insel (10/10)
Sehr geil! Hab mich weggeschmissen vor lachen. Man hört die musikalische Inspiration! Super!!

Trotzdem (10/10)
Geile Musik. Super Text. Macht Spaß!

Fazit:
Der Kauf hat sich gelohnt!.
Insgesamt ist das Album sehr vielseitig - textlich wie musikalisch!
Die musikalische Umsetzung durch das Racing Team ist fantastisch gut gelungen.

Das erste Soloalbum von Farin "Endlich Urlaub" war sehr harmlos und poppig.
Ich mochte es gerne, landet aber heute nur noch selten im Player.
Ganz anders da das zweite Album "Am Ende der Sonne". War musikalisch und auch textlich weit davon entfernt. Viele Lieder mochte ich sofort, an die meisten habe ich mich nach und nach gewöhnt - mit Erfolg.
Ich höre es immer wieder gerne!!

Ich denke, dass es mir bei diesem Album ähnlich wie mit "Am Ende der Sonne" gehen wird.
Wie die meisten Lieder von Farin sind auch die auf dieser CD textlich sehr stark. Musikalisch ist sowieso immer für fast jeden was dabei.
Im Grunde denke ich, dass wer Farins Art Lieder zu schreiben mag, diese auch sehr mögen wird.
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am 17. Januar 2011
Wie so viele meiner Altersgenossen, die ihre Jugend in der DDR der 80er Jahre verbracht haben, bin ich ein langjähriger Ärzte-Fan, der Trennung und Wiederbeginn mit verändertem Stil wohlwollend begleitet hat. Irgendwann kristallisierte sich dann heraus, dass mir persönlich die Songs aus der Feder Farin Urlaubs sowohl in textlicher als auch musikalischer Hinsicht am deutlichsten zusagten. Insofern erschien es mir gar nicht einmal unlogisch, dass ich großen Gefallen an den beiden Soloveröffentlichungen des Blondschopfs, dem bissig-frechen "Endlich Urlaub!" (2001) und dem viel nachdenklicheren "Am Ende der Sonne" (2005) fand. Somit lag sowohl die Messlatte als auch meine Erwartungshaltung sehr hoch, als, nunmehr auch im Studio offiziell von seiner vielköpfigen Livetruppe "Farin Urlaub Racing Team" unterstützt, der dritte Solo-Silberling in die heimischen Plattenbestände wanderte.

Und scheinbar fügte sich alles wie gehabt zusammen. Gleich mit dem ersten Track-Trio kann ich prima leben, selbst wenn der eine oder andere Melodieverlauf arg vertraut erscheint. Die Single-Auskoppplung "Nichimgriff" knüppelt fröhlich vor sich hin, "Unscharf" thematisiert einmal mehr die Vertracktheit zwischenmenschlicher Kommunikation und das mit ordentlich Bläsereinsatz angeschärfte "Gobi Todic" rast durch seinen vor lauter Absurditäten geradezu strotzenden Text. Das ist nicht immer die hehre Kunst, aber mir gefällt's!

Schwieriger wird es danach. Farin Urlaub ist ein eigenwilliger und hochintelligenter Kopf, dessen persönliche Ansichten sich nicht immer mit den meinen decken. Sei's drum, ich mag es nur nicht, wenn ich vor lauter erhobenem Zeigefinger nicht mehr zum Musikhören komme. Das war schon bei "Lieber Staat" auf seinem Solo-Debüt so und setzt sich hier mit "Seltsam" fort. Ja, Pelze sind scheiße, aber das konnte man auch schon mal deutlich unplatter formulieren, schließlich hat man es doch hier eigentlich mit einem Meister des Wortwitzes zu tun.

"Krieg" (herrjeh, "Bap-schuwadiwadi"-Chöre habe ich das letzte Mal anno 1974 bei "Sugar Baby Love" von den Rubettes gehört...) trägt textlich und musikalisch geradezu Helge Schneidersche Züge und da ich den Mülheimer Jazzgott sehr verehre, kann also auch dieser Track bei mir punkten, ganz im Gegensatz zu "Pakistan". Die Reiselust des Autoren mal zu thematisieren ist sicherlich keine schlechte Idee, aber dies geschieht auf mich wenig packende Weise, das Liedchen plätschert halt vor sich hin, ohne jemals so richtig die Kurve zu kriegen.

"Niemals" hätte sehr gut auf "Das Ende der Sonne" gepasst, erneut werden unerwiderte Gefühle auf markerschütternde Art und Weise beschrieben, eindeutig eins der Highlights des Albums und bei "Leiche" ist der alte Zyniker Urlaub ganz in seinem Element. Vor zwei Dekaden hätte das eventuell einmal mehr die Indizierungsbeauftragten auf den Plan gerufen, heute wirkt das wunderbar entspannt. Sehr gut! "Monster" ist textlich zwar wahnsinnig plakativ, aber die Frage sei erlaubt: Trifft die Beschreibung der deutschen Formatradiolandschaft nicht den Nagel auf den Kopf? Und nach dem wunderschönen Liebeslied "Atem" wird bei "Karten" nochmal ordentlich in die Saiten gegriffen, leider ist der Refrain nur ein Wiedergänger von "Unter Wasser".

Damit wäre die "Büffelherde" benamste Haupt-CD abgeschlossen und der Vier-Track-Mini "Ponyhof" darf zu seinen Ehren kommen. Musikalisch komplett konträr wird hier in Reggae- und Dancehall-Gefilden gewildert, "I.F.D.G." groovt da mitsamt seinen bissigen Zeilen derart relaxt durch die Boxen, dass sich gleich ordentlich gute Laune einstellt. "Zu heiss", "Insel" blubbern da aber deutlich schwächer und uninspirierter vor sich hin. Wer mit derlei Musik ohnehin nichts anfangen kann, wird sich freilich irritiert abwenden. Wenigstens darf mit "Trotzdem" noch mal im Affentempo die Ska-Sau durchs Dorf gehetzt werden, selbst wenn der Text zum zigsten Mal die "Loser dieser Welt, gebt nicht auf!"-Thematik beackert. Insgesamt ein eher durchwachsenen Bonus.

Ich gebe zu, dass der Urlaub-Drittling im Gegensatz zu meinen Vorläufern deutlich mehr Durchläufe benötigte, um bei mir zu punkten. Ich mache das eigentlich ungern, entweder es packt mich sofort oder eben auch nicht. Dennoch hat es sich in diesem Falle durchaus gelohnt, auch wenn die zweithöchste Wertung nur für die Haupt-CD allein gilt, im Verbund mit dem "Ponyhof"-Anhang wird die um einen Punkt tiefere gezückt.
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am 31. Oktober 2008
Nein, Farin Urlaub sind die Ideen auch nach knapp drei Jahrzehnten noch nicht ausgegangen. Im Gegenteil, er selber erwähnte ja schließlich, dass er noch über gut 300 nicht benutzte Stücke verfüge, von denen manche als B-Seite verwendet werden. Eben knallhart nach Charles Darwin: Nur die besten Songs kommen auf die Platte, manche müssen ihr Dasein als B-Seite fristen. Obwohl man zugeben muss, dass auch eine B-Seite noch einen sehr hohen Unterhaltungsfaktor haben kann. Und im Falle von "Bewegungslos" - ein Song, den man auf der Single zu "Nichimgriff" findet - ist sogar die Hintergrundgeschichte interessant. Inspiriert wurde der Text dieses Songs nämlich von Ausgrabungen, die bei Pompeji stattgefunden haben.
Allerdings schweife ich zu sehr von diesem Album ab, weshalb ich nun wieder darauf eingehen werde. Das erste, was einem auffällt, ist seine relativ kurze Spielzeit. Eventuell wollte man zu den Wurzeln des Punk zurückkehren, indem man mehrere kurze und zugleich rockige Stücke spielt. Allerdings fällt dieser Umstand nicht allzu stark ins Gewicht, da man neben der "Büffelherde" auch den sogenannten "Ponyhof" bekommt, der vier Songs enthält. Auf der großen CD befinden sich die rockigen Stücke, während die Songs auf der kleinen CD eher den Genres Reggae und Ska zuzuordnen sind. Ursprünglich wollte man diese Songs etwas später veröffentlichen, allerdings hat man diesen Plan verworfen, da man befürchtete, dass sie dann keine Beachtung finden würden. Aus diesem Grund hat man sich dazu entschieden, beide Platten auf einmal herauszubringen.

--- BÜFFELHERDE ---
(1) Nichimgriff
Die erste Single des Albums. In diesem Song bezieht sich Farin nicht auf eine bestimmte Gruppe, sondern auf eine einzige Person, die ihr Leben nicht im Griff hat. Wen er wohl damit meint? Egal! Jedenfalls ist dieser Song anfangs noch ein wenig gewöhnungsbedürftig, doch ein ordentlicher Kracher, sowohl als Opener des Albums als auch als Opener der Konzerte der "Krachgarten-Tour". Wer sich schon immer mal gefragt hat, woher Farin diesen seltsamen Namen für seine Tour hat, der solle in sein Auto steigen und auf die Raststätten an der Autobahn achten.
Bewertung: 5/5 Pommesgabeln

(2) Unscharf
Ein Song, über den viele Vermutungen die Thematik betreffend gemacht wurden. Mal ging es um Farins Kamera, dann um eine Gummipuppe, aber die Antwort ist ganz banal: Es geht um eine Frau. Für mich ist dieser Ohrwurm einer der besten Songs auf dem Album.
Bewertung: 5/5 Pommesgabeln

(3) Gobi Todic
Ich möchte nicht wissen, wie viele Klicks bei diversen Suchmaschinen dieser Name seit der Veröffentlichung dieses Albums schon bekommen hat. Bereits im Vorfeld wurde sehr viel über diesen Song geredet. Ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber letztendlich ein gut gelungenes Experiment.
Bewertung: 4/5 Pommesgabeln

(4) Seltsam
Der böse Text wirkt in Verbindung mit der fröhlichen Melodie schon mehr als zynisch, aber selbst Schuld! Wer sich mit Leichen schmückt, muss eben mit Konsequenzen rechnen, die Farin einem hier auf altbekannte Art und Weise lehrt.
Bewertung: 4/5 Pommesgabeln

(5) Krieg
Die dritte Single des Albums. Und wieder einmal wird hier der Alltag unter den sehr kritischen und ironischen Augen Farin Urlaubs betrachtet und bewertet.
Bewertung: 5/5 Pommesgabeln

(6) Pakistan
Dieser Song macht in erster Linie einfach nur gute Laune. Er erinnert den Zuhörer an Strand, Sonne, Palmen, Meer ... und Urlaub natürlich. Allerdings hätten dem Song ein paar Klischees weniger auf jeden Fall gut getan.
Bewertung: 4/5 Pommesgabeln

(7) Niemals
Die zweite Single des Albums. Und obendrauf noch einer der Anspieltipps dieses Albums. Der Song beginnt ruhig, wird im Refrain und vor allem im Mittelteil dann etwas schneller und weiß durchaus zu gefallen. Einer der besten und teifgründigsten Songs dieses Albums.
Bewertung: 5/5 Pommesgabeln

(8) Die Leiche
Ein sehr unheimlicher und mysteriöser Song. Ist mir beim ersten Durchlauf des Albums am meisten aufgefallen, weshalb ich ihn danach noch gefühlte zwei Stunden hintereinander laufen ließ. Der Hörer wird sofort und gnadenlos in das Geschehen hineingezogen, was mir sehr gut gefällt. Der Stil des Gesangs erinnert einen an die Moritaten, die ihre eigenen düsteren Lieder ebenfalls immer mit fröhlichem Gesang untermalten.
Bewertung: 5/5 Pommesgabeln

(9) Monster
Nein, das hier ist kein Cover von den Beatsteaks, sondern ein Song, der thematisch an den Song "Unrockbar" angelehnt ist. Wieder geht es darum, dass der Rock sich gegen die sogenannte süßliche Musik wehren muss. Wir bauen uns ein Monster aus Rock - und ein gutes Monster noch dazu.
Bewertung: 4/5 Pommesgabeln

(10) Atem
Wenn man es nicht besser wüsste, dann würde man nicht glauben, dass Farin Urlaub für diesen Song verantwortlich ist. Liebeslieder dieser Art hat er doch sonst auch nicht gemacht. Aber wie dem auch sei, der Text ist klasse, die Melodie einfühlsam und der Gesang einfach super. Solange wir Farin noch atmen hören, ist alles gut.
Bewertung: 5/5 Pommesgabeln

(11) Karten
Zum Abschluss des großen Albums wird noch einmal ein wenig härter gerockt, weshalb dieses Outro eine gute Ergänzung zum Opener darstellt.
Bewertung: 5/5 Pommesgabeln

--- PONYHOF ---
(1) I.F.D.G.
Das Leben kann so schön sein ... wie Recht Farin doch hat. Wieder so ein Song, der einfach nur gute Laune macht, ähnlich wie "Pakistan". Schade, dass das Album nicht während eines Sommers rausgekommen ist, dann hätte es ein schöner Sommerhit werden können. So muss er eben bis zum nächsten Sommer warten. Allerdings kann er auch den Herbst aufwerten.
Bewertung: 5/5 Pommesgabeln

(2) Zu heiß
Wieder ein schöner Song, der im Vergleich zum ersten Song dieser CD allerdings wieder politisch angehaucht ist. Ein guter Song, der ebenfalls zu unterhalten weiß.
Bewertung: 4/5 Pommesgabeln

(3) Insel
Zwar ist auch dieser Song wieder kritisch, aber selbst für einen guten Songwriter wie Farin ist dieser Song nochmal eine neue Bestmarke. Wie Farin Urlaub hier mit den Versen jongliert ist einfach eine Klasse für sich.
Bewertung: 5/5 Pommesgabeln

(4) Trotzdem
Eine schnelle Ska-Nummer, bei der die Bläser ihr ganzes Können unter Beweis stellen können. Leider ist der Song auch ebenso schnell wieder vorbei. Der Text ist dafür einmal mehr gelungen, aber ich glaube, wenn man bei Farin Urlaub dazusagen muss, dass er gute Texte schreibt, ist es ungefähr so, als würde man bei einer Zitrone dazusagen, dass sie sauer ist - ziemlich unnötig. Viel Spaß mit dem Album!
Bewertung: 5/5 Pommesgabeln
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am 2. November 2008
Also ich hab mir das Album direkt am veröffentlichungs Tag geholt und war wirklich sehr überrascht. Das Album verbindet wie ich finde guten Rock mit teilweise nachdenklichen Texten und ist wirklich nur zu empfehlen.
Im großen und ganzen ist es etwas "düsterer" geraten als die vorherigen Alben aber ich persönlich finde das es bisher das beste Studio Album ist.

Klare Kaufempfehlung!!
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am 11. November 2008
Wie zu erwarten ein Klasse-Album des Herrn Urlaub, über weite Strecken aber irgendwie "nur" sehr gut. Bei ner Newcomerband wär ich vermutlich im Dreieck gesprungen, hier liegt die Messlatte aber einfach schon erschreckend hoch. Klar, fast jedes Lied hat einen einfallsreichen Text und eine einprägsame Melodie, das Niveau ist durchgehend erschreckend hoch, aber gerade im Gegensatz zum Vorgängeralbum stechen wenige Lieder wirklich heraus und praktisch kein Song überrascht. Die Stärke des Vorgängers, als einem plötzlich etwas vollkommen Unerwartetes in atemberaubender Qualität um die Ohren gehauen wurde, fehlt einfach, halt das gewisse Etwas.
Naja seis drum - das Album ist trotzdem ganz groß, weils einfach nichts vergleichbares gibt. Tolle deutschsprachige Rockmusik sucht man andernorts vergebens. Von daher wünsch ich mir gerne noch das ein oder andere "nur sehr gute" Album des Herrn Urlaub ;)

Anspieltipps: Unscharf, Pakistan, Insel
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am 17. Januar 2010
Wow (leicht zu verwechseln mit WoW, was aber ein MMORPG beschreibt und eigentlich nichts, mit diesem Album zu tun hat)!!!

Nun gut 1 1/4 Jahre nach der Veröffentlichung dieses Albums, ist es immer noch eines meiner Favoriten im CD-Regal. Dies rührt letztlich nicht nur von der Vielfalt an verschiedenen Musikrichtungen die es bindet, sondern mindestens ebenso viel von der Komposition bzw. dem Arrangement jedes einzelnen Stückes. Was mir auch sehr gut gefällt ist die Zusammenstellung der einzelnen CDs (Zur Erinnerung 1,5!!! Wobei man sich das zersägen der Einen aufgrund von kompatibilitäts- Schwierigkeiten gespart hat und auf eine kleinere Variante zurückgegriffen hat). Man kann sich also getrost das skippen einzelner Lieder sparen. Der "Ponyhof" bietet die allseits beliebten Ska(t)- Stücke und die "Bullenherde" lässt die Erde erbeben. Was auch sehr zu loben ist, ist der hohe "Abspielfaktor" des Albums. Es ist also keine Tretmine auf dem Feld der Alben (Einmal hören, gut finden und danach archivieren). Da ich bei einigen Rezensions-Schreiberlingen die Bewertung einzelner Stücke gesehen habe, möchte ich dies im kurzen aufgreifen (Man kann das Album einfach nicht zu wenig huldigen... ;).

1) Nichimgriff (Singleauskopplung und Intro der Krachgarten-Tour 2008) *****
2) Unscharf (Intro der Krachgarten-Tour 2009) ****(*)
3) Gobi Todic (Mysterium wurde bereits gelüftet) ***
4) Seltsam (Berechtigte Kritik an hässlichen Frauen) ***
5) Krieg (ebenfalls eine Singleauskopplung (die aktuellste)) *****
6) Pakistan (ein sehr schönes Land(!) und Lied) *****
7) Niemals (ist trotz der klaren Aussage doch eine Single geworden) *****
8) Die Leiche (wechselt sich mit Pakistan ab... live) ***
9) Monster (Titel entspricht Inhalt (im Positiven)) ***
10) Atem (... die CD ist nicht gesprungen, nach 0:08 tut sich was ;)) ****
11) Karten (Eines der beliebten Outros auf Konzerten) *****
12) I.F.D.G. (Achtung, jetzt betritt man den Ponyhof) ****
13) Zu Heiß (!) ***
14) Insel (Auf dem Album ein Traum. Live noch besser!) *****
15) Trotzdem (läuft die begrenzte Zeit von Alben mal ab... mein Tipp: Einfach auf Replay klicken oder neu einlegen) *****

Rückbetrachtend bleibt zu sagen, dass sich die Alben von fu im Vergleich stilistisch weiterentwickeln.

Also, ich hoffe diese Rezension hilft bei der Kaufentscheidung!
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