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Kundenrezensionen

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VINE-PRODUKTTESTERam 10. August 2016
Keine Ahnung, wie ich mich an diesem Film so lange vorbei schlängeln konnte, ist er mir doch immer wieder als "Muss", als "Schönheit" und als "Meilenstein" ans Herz gelegt worden. Wobei ich es mit Anderson, ehrlich gesagt, sonst auch nicht so habe...
Einem richtigen Review wäre ich nach meiner gestrigen Erstsichtung nicht gewachsen..
Nur soviel: Magnolia ist ganz starkes Kino.
Ja, stark. Stark und mutig, den innersten Schmerz des Menschen mosaikartig offenzulegen, innerhalb der Absurditäten des irdischen Daseins, diesen Schmerz auf seinen Schultern zu tragen, ohne je in Sentimentalität zu rutschen. Ein Kraftakt.
Dann diese Bildgewalt! Sogar der Einsatz von Musik, gleicht einer Urgewalt. Meine armen Ohren!
Auch ich musste beim Zusehen stark sein, denn Anderson spendete mir und seinen Protas keinen einfachen Trost.
Stark muss man auch als Drehbuchautor/Regisseur sein, um diese 9 Personen mit zarten Handlungsfäden fest und innig miteinender zu verbinden, sie zu einer Schicksalsgemeinschaft zu machen, als Söhne/Töchter - Väter /Mütter, in Untreue, Entzweiung, innere Verlorenheit, Liebe/Hass, Reue, Sühne, und schließlich Vergebung. Fast biblisch.
Selbstverständlich sind das auch sehr, sehr starke Darsteller. Durch die Bank. Alle. Sehr berührendes Spiel.Am meisten überraschte mich mal wieder Tom Cruise. Ich bin nicht sein Fan. Ich mag viele seiner Rollen überhaupt nicht. Ich mag ihn nicht als Typ Mensch. Ich habe aber nie behauptet, dass er ein schlechter Schauspieler sei. Gestern bin ich innerlich vor ihm auf die Knie gegangen. Wie kann man so einen Frank so authentisch spielen... alles, alles hätte ich diesem Frank abgekauft, auch einen Sexlehrgang, aber vor allem seinen mühsam maskierten Selbsthass. Grandios.

Und dann regnet es Frösche. Aber nicht einfach so paar Frösche... :o Ich hielt mich gerade noch so auf dem Sofa.

Magnolia trifft mich ins Mark und lässt mich während der 180 Minuten nicht ein einziges Mal los.
Mal sehen, ob sich Magnolia bei weiterer Sichtungen auf der nach oben offenen Richterskala noch verbessert.Ich sage das, weil ich fühle, Magnolia gehört wohl zu der Sorte Film, die mich auch Jahre nach dem Sehen nicht los lässt. Ob es ihn gibt, diesen Ort im Himmel, wo manche Dinge so lange verbleiben, bis sie wieder zur Erde zurückfallen?
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VINE-PRODUKTTESTERam 13. Januar 2007
Zunächst einmal:
Man muss nur einen Blick auf die sehr stark divergierenden Bewertungen hier auf Amazon werfen um zu sehen, dass sich an diesem Film die Geister scheiden wie an kaum einem anderen. Die einen Rezensenten preisen ihn als "den besten Streifen der Neunziger Jahre", die anderen wünschten sich, ihn nie gesehen zu haben.

Ich für meinen Teil muss gestehen, dass ich Schwierigkeiten hatte, "Magnolia" zu bewerten - denn obgleich ich ihn nun schon mehrere Male gesehen habe, drängt sich mir dennoch die Ahnung auf, seine Vielschichtigkeit nach wie vor noch nicht vollends durchdrungen zu haben.

Worum geht es?
Regisseur und Drehbuchautor Paul Thomas Anderson entfaltet in dem episodisch erzählten Drama ein - anfangs beinahe verwirrend vielfältiges - Bouquet einzelner Handlungsstränge: Der Zuschauer lernt neun Menschen kennen, die zunächst, obgleich allesamt in Kalifornien lebend, in keiner besonderen Verbindung zu einander zu stehen scheinen. Sie alle werden jedoch, wie sich alsbald zeigt, von (unterschiedlich schweren) Belastungen gepeinigt - sei es in Form gravierender gesundheitlicher Probleme ihrer selbst oder eines ihnen sehr nahe stehenden Menschen, sei es infolge familiärer Konflikte oder auch aufgrund allgemeiner zwischenmenschlich-sozialer Schwierigkeiten der Betreffenden.

Erst ganz allmählich kristallisiert sich heraus, dass alle diese Menschen damit sehr wohl etwas gemeinsam haben; dass ihr Handeln - so autark es ihnen subjektiv auch erscheinen mag - dennoch Auswirkungen auf die jeweils anderen Figuren des Streifens hatte und nach wie vor hat.
Zunehmend verbindendes Element sind hierbei weniger die Wirkungsweisen des Zufalls, der die Wege der Charaktere im Verlauf der Handlung in bisweilen verblüffender Weise kreuzen lässt, sondern vielmehr die Frage nach individueller Schuld. Diese tritt im Zusammenhang mit einzelnen Verfehlungen ganz unterschiedlicher Art mehr und mehr zutage, beginnend etwa bei Betrug und Diebstahl, weitergehend über eheliche Untreue bis hin zu möglichem Missbrauch der eigenen Tochter. Die im Film dargestellten Figuren haben unter derlei schlaglichtartig dargebotenen Impressionen unterschiedlich drastischer Abgründe menschlichen (Fehl-)Verhaltens und den hieraus resultierenden Wechselwirkungen im Umgang mit ihrem persönlichen Umfeld massiv zu leiden - und zwar sowohl die jeweiligen Opfer als auch die mutmaßlichen Täter.

Insofern verlangt "Magnolia" seinem Zuschauer sehr, sehr viel ab.
Es ist definitiv kein Streifen, den man anlässlich eines geselligen DVD-Abends mit Freunden schauen sollte; ein entsprechender Versuch meinerseits endete denn auch eher desaströs.
Der Film giert regelrecht nach der uneingeschränkten Aufmerksamkeit des Zuschauers, gesteht diesem keinen noch so flüchtigen Augenblick der Ablenkung zu, denn jede scheinbar noch so beiläufig gesprochene Textzeile, jede noch so nebensächlich erscheinende Geste der Charaktere, jede noch so zufällig wirkende Kameraeinstellung dieser multiplen Charakterstudie ist derart bedeutungsschwanger und inhaltlich geladen, daß man sofort Gefahr liefe, den Anschluss an die zahlreichen Erzählfäden zu verlieren, wenn man auch nur einen kurzen Moment lang gedanklich abschweifte.

Das mag sich nun übertrieben lesen, trifft aber tatsächlich zu; nicht zuletzt einige der hiesigen negativen Bewertungen machen mit ihren Ausführungen anschaulich deutlich, dass es mitunter sehr schwerfallen kann, die obig beschriebene, dringend benötigte Aufmerksamkeit über gut drei Stunden unentwegt und ohne kleinste Abstriche aufrecht zu erhalten, insbesondere aufgrund der streckenweise ausgesprochen dialoglastigen - und damit vermeintlich handlungsarmen - Struktur des Streifens.

Auch emotional muss der Zuschauer einiges leisten.
"Magnolia" funktioniert nur, wenn der Rezipient willens und in der Lage ist, sich auf den Film einzulassen. Das klingt leichter, als man es umsetzen kann, denn der Streifen ist weitgehend von solch tiefgreifender Wehmut und Verzweiflung gezeichnet, daß er den Zuschauer in immer quälendere Abgründe von Hilflosigkeit hinabreißt; einige meiner Bekannten waren davon schlicht überfordert oder gerieten aufgrund ihrer eigenen Bewegtheit dermaßen in Verlegenheit, dass sie sich weigerten, den Film bis zum Ende zu schauen.
Wie schmerzhaft er mitunter in latent vorhandenen Wunden bohren kann, lässt sich wohl auch an der Tatsache anschaulich ablesen, dass er gerade von jenen meiner Bekannten in Bausch und Bogen abgelehnt wird, deren persönliche und/oder familiäre Situation den im Film thematisierten Konflikten erschreckend nahe kommt.

Doch macht so etwas den Streifen zu einem schlechten Film?
Dürfen nur Dokumentationen auf "Arte" oder Beiträge in der "Zeit" halbwegs anspruchsvoll sein? Darf ein Kinofilm seinen Zuschauer nicht bis an dessen individuelle emotionale Grenze bringen?

Ich denke doch, er darf - und deshalb kann ich mich den teilweise harschen Verrissen hier auch nicht anschließen.
Dennoch möchte ich "Magnolia" auch nicht gleich im Umkehrschluss, wie andere Rezensenten es getan haben, zum "mit Abstand besten Film aller Zeiten" küren, denn natürlich hat auch er seine Schwächen.

So erscheint mir der Themenkomplex "Krebs" zu stark vertreten; gleich zwei der handelnden Charaktere leiden an verschiedenen Formen der Krankheit, von weiteren Menschen, die an Krebs verstorben seien, ist die Rede - das erscheint mir überladen. Mag sein, dass Anderson hier eigene Traumata verarbeitet hat; eine derart einseitige Schwerpunktsetzung solch vieler Krebserkrankungen auf engstem Erzählraum ist der Glaubwürdigkeit aber eher ein Stück weit abträglich.

Auch das Finale des Streifens lässt den Zuschauer eher hilflos und verwirrt zurück.
Das brachiale, metaphysisch eingefärbte Naturphänomen, welches plötzlich und regelrecht schockartig über die Handlungsstränge hereinbricht, soll nach Aussage des Regisseurs offenbar nicht, wie oft vermutet, eine Reminiszenz an die entsprechende alttestamentarische Plage sein. Ich hatte diese dramaturgische Zäsur des Films bislang so gedeutet, dass in diesem einschneidenden Ereignis der grundlegende Wandel zum Besseren versinnbildlicht wird, der für die einzelnen Charaktere gegen Ende des Streifens eintritt - doch analog zu der Äußerung Andersons soll dem wundersamen Regen wohl gar keine kathartische Wirkung beigemessen werden.
Was stattdessen? Das Spektakel geschieht einfach nur so, passiert quasi lediglich um seiner selbst willen?

Wie weiter oben erwähnt:
Auch wenn ich "Magnolia" nun schon mehrfach mit Begeisterung gesehen habe, kann ich nicht mit Bestimmtheit behaupten, inzwischen voll und ganz zu dem Streifen durchgedrungen zu sein. Er wirft immer noch viele Fragen auf, mit denen er den Zuschauer schließlich sich selbst überlässt.

Dennoch - oder gerade deshalb - verdient er, nicht zuletzt aufgrund der phänomenalen schaupielerischen Leistung ausnahmslos aller Darsteller sowie wegen seiner enormen atmosphärischen Dichte, seiner überaus gelungenen Dramaturgie und einem fulminanten Soundtrack, vier Sterne.
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am 24. Oktober 2001
Magnolia ist ein unglaublich dichter emotionaler Film.
P. T. Anderson gelingt es von Anfang an, beim Betrachter eine einzigartige Stimmung auszulösen.
Der Film beginnt mit einer meisterlichen Sequenz über das Thema "Zufall und Bestimmung".
Danach werden die 9 Charaktere geschickt der Reihe nach dem Zuschauer nähergebracht. Dabei wurde darauf geachtet, dass sich jede Person ganz deutlich von der anderen abhebt.
Nach dieser Exposition beginnt ein Handlungsgeflecht, das nicht mit dem anderer Filme vergleichbar ist.
Anstatt sich auf eine Hauptperson und ein paar Nebenfiguren zu konzentrieren, beleuchtet der Film anhand prägnanter Szenen neun Hauptpersonen. Es entwickeln sich verschiedene Handlungsstränge. Der Zuschauer merkt jedoch schnell, dass Anderson diese scheinbar lose Aneinanderreihung von Einzelschicksalen schrittweise geschickt miteinander verknüpft.
Magnolia ist wirklich ein sehr anspruchsvoller Film mit faszinierenden schauspielerischen Leistungen und einer ergreifenden Musik.
Man muss jedoch 100% bei der Sache sein, wenn man diesen Film verstehen und ihm gerecht werden möchte. Ein Film fernab vom Popcorn-Kino à la "Charlies Angels" oder "American Pie".
Meine Meinung: EIN ECHTES MEISTERWERK!
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am 3. Mai 2009
Was auch immer Zufall ist, der Film ist nicht darauß entstanden.
Dennoch lebt er von Zufällen oder besser gesagt von mit einander verflochtenen Episoden, die alle eines gemeinsam haben:
Fehler, deren Auswirkungen, Unzufriedenheit oder gar Hass als Folge; und Sehnsucht, Sehnsucht nach Vergebung.

Der Film spricht von Schmerz, von Wut und von verlohrener Elternliebe. Und dennoch wird er zumeist aufgrund falscher Erwartungen, nur zu oft missverstanden. Ich kann davon schreiben wie wunderbar dieses Meisterwerk ist und wecke damit unweigerlich falsche Hoffnungen, denn dies hier ist kein Hollywoodgesülze, das geziehlt auf die allgemeine Tränendrüse drückt oder schmertteringartige Bauchgefühle erzeugen will. Nein, dieser Film ist einfach schlicht das, was ein jeder von ihm wahrnimmt, er wird erst auf persönlicher Ebene emotional. Der Film will nicht einfach unterhalten, er zeigt Schicksale, wie es sie zu genüge in unserer Geselschaft gibt, lädt zum mitfühlen ein, weckt Interesse und berührt den, der sich in eine der Geschichten wieder findet.
Kein Film für den müden Moment am späten Abend. Ähnlich wie bei Casion oder Der Pate muss man sich geziehlt Zeit nehmen um gefallen daran zu finden. Es ist ein 180 minütiges Meisterstück, welches leider auch seine Längen hat, den geduldigen Zuschauer jedoch stets darüberhinweg tröstet und mit einem etwas seltsamen, aber dennoch beeindruckenden Ende aufwartet.
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am 14. März 2001
Wer behauptet, PTAs Meisterwerk "Magnolia" sei langweilig, der ist nicht recht bei Trost; bei dem dreistündigem Meisterwerk des gerade mal 29 Jahre alten Regisseurs und Drehbuchautors Paul Thomas Anderson handelt es sich um ein sehr intensives, einem nahegehendes Kunstwerk, bei dem einem fast die Worte fehlen, um es vernünftig zu beschreiben. Die handwerklich brilliant umgesetzte, durchaus komplexe Story wird von einem fantastischen Cast(unter anderem der mittlerweile verstorbene Jason Robards, Tom Cruise und Phillip Seymour Hoffmann) vorgetragen, das den überwiegend tragischen Charakteren absolut überzeugend Leben einhaucht. Der sehr dialoglastige Film hat seine Höhepunkte gerade in den Gesprächen, der Schicksals- und Zufallsbezug ist originell und der "Regen" gegen Ende des Films gleichwohl amüsant und absurd. Ständig packt man sich im Geiste an den Kopf, mit welcher Ehrlichkeit und Einfachheit PTA hier mit seinen Charakteren agiert, was den Film sowohl glaubwürdig als auch überzeugend macht. Nicht zuletzt sollte man die Detailverliebtheit PTAs erwähnen. Der zusätzlich mit einer grandiosen Musik unterlegte Film ist ein mutiger, wunderschöner Streifen geworden, der mich restlos begeistert und ihn für mich zu einem der besten Filme aller Zeiten macht. Wer ein wenig Sensiblität und Interesse an dialoglastigen Filmen mitbringt, wird ihn lieben und süchtig nach ihm werden. 5 Sterne als logische Konsequenz. (Meine Kritik bezieht sich auf die Originalfassung des Films; die deutsche Übersetzung soll aber gelungen sein)
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„Magnolia“ ist einer der raren Erzählfilme, die den aufnahmebereiten Zuschauer emotional einfach wegpusten. Er entwickelt eine ungeheure Wucht und Dynamik, ist dabei so selbstbewusst und selbstverständlich, dass man ihm alles abnimmt: das Leiden, das Lachen, die Erlösung. Durchs Brennglas blicken wir auf eine Anordnung von Menschen, die an diesem einen Tag verzweifelt, gebrochen, erwartungsvoll, stolz, traurig und sehnsüchtig sind. Schuldige Väter und gequälte Söhne, hilflose Kinder und ebenso hilflose Erwachsene kreuzen einander die Wege - und für manchen steht am Ende etwas mehr Glück auf dieser Welt.
Schon allein die Besetzung verdient einfach einen Zungenschnalzer: Jason Robards, Julianne Moore, John C. Reilly, der gerade für den Oscar („Capote“) nominierte Philip Seymour Hoffman, William H. Macy, Tom Cruise... Und was diese Liste verspricht, löst der Film absolut ein. Es ist wirklich selten, einem solchen Film zu begegnen, der einfach eine ungeheure Lust am Filmemachen, am Einsetzen filmischer Mittel verrät, der Absurdes und Tragikomisches mit allzu Menschlichem so souverän und rührend vereint, der so viele einzelne Schicksale so wichtig nimmt. Da, wo alle Spannung zusammengezogen ist, wo Schmerz und Schuld und Trauer unerträglich geworden sind, singen alle Figuren zusammen Aimee Manns Song:
„No, it's not going to stop
Til you wise up
No, it's not going to stop
So just give up.”
Und das ist eine der brillantesten Szenen, die ich seit langem in einem Film gesehen habe. Man kann sich „Magnolia“ immer wieder anschauen, und man kann jedes Mal ein anderes Schicksal genauer unter die Lupe nehmen, neue Stärken entdecken - neue Faszination erkennen. „Magnolia“ sollte man nicht verpassen, und man sollte nicht allzu viel darüber schreiben, sondern einfach - schauen.
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Großartig! Mein erster Gedanke, als ich die ersten 10 Minuten des Films gesehen hatte. Und unbeschreiblich, dass war mein Gedanke am Ende des Films. Der Film ist eigentlich eine Reise durch's Leben, die von verschiedenen Perspektiven aus beschrieben wird, die am Ende alle miteinander in Verbindung stehen. P. T. Anderson sagt auch immer wieder, dass er nicht neun verschiedene Geschichten in einem Film erzählt, sondern, dass er eine Geschichte in einem Film erzählt. Es hängt am Ende alles miteinander zusammen und das alles ist so feinfühlig und detailverliebt inszeniert, dass dieser Film volle 5 Sterne von mir bekommt. Man muss sich allerdings schon drauf einlassen: 3 Stunden beträgt die Spielzeit des Films und 3 Stunden wird man auch selbst gefordert. Kein Popcorn-Kino. Kein Mainstream. Und (was hier immer kritisiert wird): Keine Zwangsuntertitel. Jedenfalls funktioniert folgender Trick mit dem Pioneer 525/535. Wahrscheinlich geht's auch mit anderen Pioneer-Playern und vielleicht auch bei Playern anderer Hersteller, denn die Prozedur müsste theoretisch mit jedem Player funktionieren:
1. im DVD-Menü die englische Sprache auswählen
2. ENTER drücken
3. im Player-Setup Untertitel aussschalten (auch wenn sie schon auf "AUS" stehen!!)
4. Setup verlassen
5. direkt zum Filmanfang springen (einfach die 1 drücken, damit wird Titel1:Kaptiel1 gestartet)
6. Film in englisch ohne Untertitel genießen!
Dann ist auch der Preis absolut gerechtfertigt, denn ansonsten ist die DVD wirklich spitze. Ich glaube ca. 100 Minuten dauert das Making of ... , dass mal wirklich interessant ist!
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am 17. Mai 2006
"Magnolia" ist ohne Zweifel einer der besten, wenn nicht gar der beste, Film der vergangenen 10 Jahre.

Paul Thomas Anderson ist ein in jeder Hinsicht dynamisches Meisterwerk gelungen, dass einen dermaßen packt, dass über drei Stunden hinweg nichts anderes übrig bleibt als ungläubig den Atem anzuhalten und den Kopf zu schütteln:

"Magnolia" ist Kino der ekstatischen Überwältigung. So sehr, dass es bei anderen Regisseuren wohl als Pathos aufgestoßen wäre, doch da "Magnolia" vollkommen aus dem emotionalen Geflecht seiner Figuren funktioniert, die allesamt abseits einer pragmatisch rezensierbaren Realität in den Fängen ihrer selbst geschaffenen Realität (die sich im Fernsehen findet) an ihr vorläufiges Ende angelangt sind, gelingt Anderson das Kunststück es niemals zu übertreiben; uns immer wieder, wenn auch nur kurz, vor dem Absturz von diesem schmalen Drahtseil zu bewahren.

"Magnolia" lebt und atmet gewissermaßen im Takt eines kurz vor dem Tod stehenden Menschen, dem es nicht gelingen mag mit der eigenen, schuldhaften Vergangenheit abzuschließen:

Die Kamera dazu bewegt sich dermaßen schnell, dass es überwältigend ist, jede Einstellung will gelingen, erzählt immer wieder eine ganz eigene Geschichte, das Ensemble um Tom Cruise (die beste Rolle seines Lebens!) spielt nuanciert und eindringlich, die Dramaturgie und der Schnitt wirken wie in einem Fluss und die Musik von Aimee Mann wirkt gar wie eine eigenständige Figur, die zum unverzichtbaren Begleiter der Akteure wird.

Cineastisch gesehen ist "Magnolia" ein Paradebeispiel an Filmkunst und Filmhandwerk.

War "Boogie Nights" bereits bester Beweis dafür, dass Anderson wohl die legitime Nachfolge von Martin Scorsese antreten wird, so mag "Magnolia" endgültig dieses Erbe zementieren. War "Boogie Nights" der gelunge Studienabschluss, ist "Magnolia" wohl die Doktor-Arbeit.

"Magnolia" vereint virtuos die Qualitäten jenes New Cinema in sich, dass in den 70er und 80er Jahren von Scorsese, Coppola, Spielberg und DePalma geschaffen wurde und treibt es mit eigener Note bis zur Perfektion. Klassisches trifft hier auf Aimee Mann, Kubrick (das Strauss-Motiv aus "2001" spielt auch hier eine große Rolle) auf Kokain, Tom Cruise auf Sex..."Magnolia" ist ein Meisterwerk!! Und wenn es am Ende Frösche regnet, wissen wir, dass wir es mit dem Lebenswerk eines jungen Genies zu tun haben.
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am 11. August 2001
Magnolia ist ein hervorragend inszenierter Film, der viele Interpretationsspielräume für seine aufmerksamen Zuschauer offen lässt. Mit seiner über dreistündigen Laufzeit langweilt er alle diejenigen Menschen, die sich vor den Fernseher setzen, um Filme zu konsumieren. Allen übrigen eröffnet sich ein geniales Kunstwerk mit geistigem Tiefgang, den viele Kinofilme der heutigen Zeit leider stark vermissen lassen.
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am 20. Februar 2012
Über 3 Stunden, dazu ein Intro, das etwa 20 Minuten dauert.
Kein Wunder war der Film nie so erfolgreich, wie er hätte sein sollen.
Das Problem des Filmes ist sein unglaublicher Tiefgang. Das hat man so, gar noch nicht gesehen, und deswegen ist der Zuschauer schlicht überfordert. Dabei ist der Strang des Filmes so klar, wenn man ihn denn mehrmals gesehen hat und die nötige Geduld und das nötige Wissen besitzt, um die Bilder richtig zu deuten.
Sind die (schlechten) Dinge die geschehen Zufall? So lautet die Eingangsfrage. Und am Ende meint einer der Protagonisten, dass selbst ein Regen mit Fröschen zu den Zufällen gehört, die "einfach so" passieren. Der unkundige Cineast steht in Gefahr, das für die Aussage des Films zu halten. Dabei sagt der Film die ganze Zeit, dass nichts zufällig geschieht.
Da stirbt ein Mann, wie (s)ein Hund. Da steht im Zentrum eine Kindershow und die Protagonisten sind vornehmlich Kinder (wenn auch meist bereits Erwachsene), welche alle auf ihre Art die Sünden ihrer Eltern tragen.
Alle Konflikte spitzen sich zu auf einen monumentalen Regen, der alle Akteure zum Innehalten zwingt. Es regnet Frösche. Um dieses Bild zu verstehen, müsste man das Buch Exodus, welches im Film zitiert wird, nicht nur kennen, sondern auch den Sinn der 10 Plagen in diesem Buch verstehen. Für den Unkundigen versucht der schwarze Junge in seinem Rap die Bedeutung zu entschlüsseln.
Alle halten inne. Und die Meisten beginnen zu lernen. Für einen ist es zu spät zum lernen. Er ist tot. Ein anderer versteht nichts und lernt nichts (Vater des Wunderkinds). Und der Zuschauer? Wenn er die Zusammenhänge nicht im Film erkennt, wird er sie auch im Leben nicht erkennen, wird alles für Zufall halten. Aber wenn er die Zusammenhänge erkennt, wird er ganz viel lernen.
Ein Meisterwerk, das es Wert ist, bis auf den letzen Satz und auf das letze Bild zu analysieren und zudem noch ein Genuss für alle Sinne.
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