Shop Kindle Roosevelt Summer Sale 16 Fashion Sale Hier klicken Jetzt informieren Neuerscheinungen Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More sommer2016 saison Hier klicken Fire

Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
13
4,2 von 5 Sternen
Format: DVD|Ändern
Preis:13,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 12. Oktober 2010
Francois Truffeaut war ein großer Fan von Alfred Hitchcock und verstand es perfekt, die besten Elemente des amerikanischen und französischen Kinos miteinander zu verbinden. Am nächsten kam er seinem großen Vorbild sicherlich mit "Die Braut trug schwarz".
Vorab möchte ich bemerken, dass ich den Vergleich mit "Kill Bill" auf dem Cover als Werbung ziemlich unglücklich finde - wer hier einen Film a la Tarantino erwartet, wird entäuscht werden.
"Die Braut trug schwarz" ist ein sorgfältig konstruierter, auf Charakterstudien und vielen Details aufbauernder Film mit viel Dialog, wenig Action und eher behäbigem Tempo. Er ist bis in die Nebenrollen erstklassig besetzt und wird getragen und zusammengehalten von der fantastischen Darstellung der Julie durch Jeanne Moreau, die sich hier selber übertrifft. Julie ist eine überlegt handelnde Mörderin, die gnadenlos ihren Rachefeldzug durchführt, trotzdem aber nie unsympatisch ist. Überhaupt drängt Truffeaut dem Zuschauer keine moralische Wertung auf. Julies Opfer sind schuldig, sicher - aber sind sie auch schlechte Menschen per se? Ist Julie im Recht? Der Film stimmt nachdenklich, ist aber zugleich auch spannend und unterhaltsam, sofern man sich auf die sich eher langsame Entwicklung der Handlung einlässt. Sehenswert allein schon für die Optik und Jeanne Moreau.
0Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. Oktober 2014
Das ist ein Klassiker! Da passt alles: vom lyrischen Titel über den spannenden Inhalt bis hin zur Erzählweise. Dazu eine unglaubliche Jeanne Moreau, die als Racheengel einen männermordenden Feldzug führt. Ihr gelingt ihr Vorhaben mit Charme und Intelligenz. Eine Racheparabel: für das was man getan hat, muss man halt irgendwann mal bezahlen.
Normalerweise trägt die Braut ja alles andere als schwarz. Hier trägt sie je nach Anlass beides. Die vier Morde plus eins sind abwechslungsreich: vom Balkon geschubst (Claude-D’Artagnans-Tochter-Rich), vergiftet (Michel-die-untreue-Frau-Bouquet), im Kämmerchen unter der Treppe erstickt (Michael-der-Schakal-Lonsdale), vom Pfeil der Diana getroffen (Charles-der-Mann-der-die-Frauen-liebte-Denner) und der letzte (Daniel-Herzkönig-Boulanger): im Gefängnis: ein Schrei und der Hochzeitsmarsch. Fin.
Dazwischen enthüllt Truffaut scheibchenweise durch Retrospektiven was da früher einmal vorgefallen war. Leichtsinnigen, gelangweilten Zockbrüdern passiert ein Missgeschick, ein unglücklicher Zufall, ein Unfall.
Und damit die Spannung nicht verloren geht, trifft Jeanne wiederholt auf Jean-Claude Brialy, die sie wiedererkennt.
Beim Verhör durch die Polizei merkt man, dass es Truffaut nicht um einen Krimi im herkömmlichen Sinne geht. Es ist die Konsequenz aus einer Tat jeweils von beiden Seiten: vom Opfer (der Braut) Jeanne Moreau, die Rache fordert und von den ‘Bösen Buben‘, die zur Rechenschaft gezogen werden. Kann man immer wieder anschauen.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. September 2010
"Die Braut trug schwarz" ist im Gegensatz zu anderen Filmen von Truffaut nicht besonders nachdenklich, sondern in erster Linie auf Unterhaltung angelegt. Wer das allerdings akzeptiert, bekommt hier einen unglaublich schön gemachten Film geboten, dessen Einfallsreichtum atemloses Staunen auslöst.

Der Plot ist einfach und schnell erzählt: Julie Kohlers Bräutigam wird am Tag der Hochzeit ermordet. Die junge Frau ist darüber so verzweifelt, dass sie beschließt alles andere aufzugeben und sich nur noch der Rache zu widmen. Der Film zeigt wie sie 5 Männer auf raffinierte Weise in die Falle lockt und kaltblütig tötet. Trotz aller Ermahnungen und Schwierigkeiten, die sich ihr in den Weg stellen, weicht die junge Frau nicht von ihrem Plan ab.

Symbolisch betrachtet kann Julies Mordserie als eine Art Angriff auf die Männerwelt überhaupt interpretiert werden. Ihre Opfer sind alle angeberische Schürzenjäger, die nicht einmal ansatzweise damit rechnen, dass ihnen von einer jungen hübschen Frau Gefahr drohen könnte. Julie bleibt außerdem darauf bedacht, dass Unschuldige nicht in die Sache verstrickt werden und bewahrt sich daher einen gewissen Rest von Moral.

Die Reflexionen über den Sinn/Unsinn von Rache werden in diesen Film allerdings kaum gepflegt. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der Darstellung der raffinierten Tricks der Mörderin. Truffaut hat sich für diesen Film von Hitchcock inspirieren lassen, wie allgmein bekannt ist. Die Musik, die eine sehr große Rolle in diesem Film spielt, ist von Bernard Hermann, der bei unzähligen Filmen (zB Vertigo) mit Hitchcock gearbeitet hat. Aber Truffaut geht auch noch darüber hinaus und liefert weit mehr als eine bloße Kopie ab. Julies Mordpläne sind mit zahlreichen wunderbaren filmischen Details ausgeschmückt. Das poetische Schweben Julies verlorenen Schales im Wind, die Bilder des Malers von ihr oder der Auftritt als Göttin Diana mit Pfeil und Bogen sind großartige Ideen, die diesen Film so unglaublich eindrücklich machen.

Wer also gerne einen philosophischen Truffaut Film sehen möchte, ist sicherlich mit "Fahrenheit 451" oder "Das grüne Zimmer" besser beraten. Wer sich hingegen auf enorm hohen Niveau unterhalten lassen möchte, möge zu diesem Film greifen.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 27. September 2011
Es sollte der schönste Tag im Leben von Julie Kohler (Jeanne Moreau) werden. Doch der Hochzeitstag wird gleichzeitig auch der schwärzeste Tag ihres Lebens. Direkt nach der Trauung verlässt das Brautpaar mit den vielen Hochzeitsgästen die Kirche (die Glocken läuten, es ist ein wunderschöner Tag) da durchbricht ein Schuß die Idylle, der Bräutigam wird von einer Kugel tödlich getroffen.
Ab diesem Tag schwört sich Julie gnadenlose Rache an den fünf Mördern ihres Mannes zu nehmen.
Sie findet heraus, dass die fünf Junggesellen und Lebemänner Coral (Michel Bouquet), Fergus (Charles Denner), Bliss (Claude Rich), Morane (Michael Lonsdale) und Delvaux (Daniel Boulanger) für den Tod ihres Mannes verantworlich sind. Diese haben nämlich in der Wohnung, in der sich oft zum Kartenspiel trafen, mit einem Jagdgewehr gespielt, wobei sich ein Schuss löste und das Unglück so seinen Lauf nahm.
Die Männer flohen ohne sich der Verantwortung zu stellen.
Sie verabschiedet sich flüchtig von ihrer besorgten Mutter (Luce Fabiole) mit vagen Angaben über ihren Verbleib und tut so als würde sie mit dem Zug die Stadt verlassen. Doch über die Gleise kehrt sie heimlich zurück, um den perfiden Racheplan zu beenden.
Die Männer sollen für ihre Tat sterben...
Der französische Regisseur François Truffaut (Die amerikanische Nacht, Die letzte Metro) drehte diesen Rache-Thriller nach der gleichnamigen Romanvorlage von Cornell Woolrich im Jahr 1968.
Dabei gibt die großartige Musik von Bernard Herrmann sofort den Takt an, Truffaut meets Hitchcock und das so eigenständig dass der Film nie zur Kopie des großen Meisters wird.
Vor allem legte Truffaut Wert darauf, dass sein Suspence Thriller eine sehr französische Handschrift beibehält.
Auch wenn "Die Braut trug schwarz" sich sehr stark durch künstlerisch arrangierte, eindringliche Bildkompositionen auszeichnet, kommt aber der verborgene Reiz nie zu kurz. Truffaut beherrscht in diesem Film das Spiel mit den Assoziationen des Zuschauers, denn vieles spielt sich in der Phantasie des Zuschauers aus, Truffaut zeigt nicht - vielmehr deutet er an. Eine brilliante inszenatorische Stärke und ein Gegengewicht zu den wunderschönen Kameraeinstellungen, bei denen man immer mal wieder ins Schwärmen kommt. Verantwortlich dafür ist Raoul Coutard, der auch in "Ausser Atem" oder "Z" für die Kamera verantwortlich war.
Für mich ist "Die Braut trug schwarz" einer meiner Truffaut Favoriten.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Oktober 2009
Mag sein, dass Filme wie "Die Braut trug schwarz" heutzutage nicht mehr gedreht werden - Dank Quentin Tarantino bleiben sie jedoch unvergessen.

Im Falle "Kill Bill" ließ sich der Meister bekanntlich von mehreren seiner ganz persönlichen Alltime-Faves und deren Scores beeinflussen, doch ohne "Die Braut trug schwarz" hätte es seinen spektakulären Rache-Zweiteiler wohl nie gegeben.

Gewagte These? Mitnichten!

Truffaut ließ bereits Ende der Sechziger eine "Braut" namens Julie Kohler (hier: Jeanne Moreau; u.a. "Mr. Klein"), die kurz vor der Eheschließung stand, ehe ihr zukünftiger Gatte von einer Horde "Bad Boys" um die Ecke gebracht wurde, mit einer Waffe in der rechten und einer Abschuss-Liste in der linken Hand auf sein Kino-Publikum los.

Meisterregisseur Truffaut, dem Jean-Paul Belmondo mit "À bout de souffle" einen seiner wohl größten Erfolge schuldet, begab sich seinerzeit mit seiner "Kill Bill"-Blaupause auf die Spuren eines Alfred Hitchcocks. Suspense und ein Hauch schwarzer Humor waren ihm demnach wichtiger als spektakuläre Action-Einlagen.

Und obwohl es bei Truffaut nicht permanent knallt, umhüllt die "Die Braut trug schwarz" ein einzigartiges Flair; ein Flair, das sich mit nichts vergleichen lässt. AT Medien restaurierte die 68er-Vorlage so gut, dass unsereins den Eindruck hat, der Film wäre erst vor ein paar Jahren entstanden.

Sensationell ist auch das hochinteressante Bonus-Material, das den ohnehin schon positiven Gesamteindruck nahezu perfekt abrundet. Cineasten werden folglich mit einem Lächeln auf den Lippen und der DVD unterm Arm zur Kasse rennen.

Fazit: "Die Braut trug schwarz" ist ein über vierzig Jahre alter Klassiker, der heutzutage in einem neuen Licht erstrahlt und obendrein in einem feschen Papp-Schuber daherkommt. Was will man(n)/Frau mehr?
33 Kommentare| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Februar 2011
Eine Frau, die ihren Bräutigam bei der Hochzeit verliert, nimmt Rache an den Mördern. Das Ganze wäre keine Erwähnung und mir keine Minute wert. Wenn da nicht der Regisseur wäre. Auf die Morde kommt es ihm gar nicht an, die letzten beiden werden nicht mal gezeigt. Man sieht die unbarmherzige Entschlossenheit einer verletzten Frau, und uns etwas dämliche Männer, aber vor allem die Abgründe zwischen den Geschlechtern, den unfassbaren Unterschied in der Wahrnehmung und den Absichten. Die große Kunst besteht darin, uns einen überdeutlichen Spiegel vorzuhalten,in dem wir uns sogar sehen wollen, obwohl wir nicht schön, nicht ehrlich, nicht wahrhaftig und nicht edel sind. Ein Kunstwerk allererster Güte, dem die Zeit nichts anhaben kann.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. April 2011
Eine erkaltete Frau wird zum Racheengel. Truffaut und die unvergleichliche Jeanne Moreau zeigen, dass auch in kurzen Szenen schockierende Wirkungen entstehen können. Die Vorstellung und Fantasie des Zuschauers so anregen, dass Tarantinos Gewaltexzesse zu zeigen überflüssig sind, die Braut trug schwarz zeigt, dass es nicht eine Zurückhaltung, sondern künsterlische Qualität darstellt. Truffaut hat mich als Regisseur meine Leben lang fasziniert.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 6. August 2011
Sie tritt nicht auf, sie erscheint. Wie eine schöne und etwas irreale Frau in ihrem weißen Abendkleid mit Schleier und wehenden Federn, wie eine Frau, die nicht dazuzugehören scheint. Nicht zu dem Anwesen, auf dem sie sich plötzlich befindet, nicht zu der Hochzeitsgesellschaft, auf der sie später ebenso statuarisch-irritierend steht - und nicht zum Leben. Und ist sie, deren Farben Schwarz und Weiß gegen Ende einander wie scharfe Messerstiche durchschneiden und ihre zunehmende Verstörtheit illustrieren, nicht so etwas wie eine Tote? Ja, so drückt sie es in einer Schlüsselszene in einer Beichte aus. Ihr wurde nicht einfach "nur", was tragisch genug wäre, der Bräutigam vor der Kirche erschossen. Sie hatte ihr Leben völlig auf diesen Mann ausgerichtet, der schon eine Sandkastenliebe war. Es hatte nie einen anderen, es hatte nie etwas anderes in ihrem Leben gegeben. Eine typische, alles verschlingende Liebe, typisch für das Melodram wie für Truffaut als Regisseur. Stirbt er, so ist auch sie gestorben. Doch während ihres Sterbens reißt sie die fünf Menschen mit in den Tod, die an einem Fenster gegenüber der Kirche mit einem Gewehr herumgespielt und den tragischen Unfall dann vertuscht hatten. Sie, das ist "die Braut", mit dem sprechenden Namen Mme Julie Kohler (gesprochen colère, also frz. "Wut"). Aber "die Braut" genügt eigentlich. Ohne einen Bräutigam kann eine Braut nicht sein. Sie versteht das Töten, das Sich-Einschmeicheln in ihre Opfer, deren Gewohnheiten und Vorlieben sie genau studiert hat. Das Töten ist ihr kein Problem, sie müsste nur das Sterben lernen und ist eine tragische Figur, die unter dem Zwang leidet, weiterleben zu müssen. So erklärt sich auch, warum, wie es am Ende heißt, "eine so kluge Frau sich so plump erwischen lässt", um anschließend noch eine Bluttat ohne Chancen auf Entkommen zu begehen. Schließlich war im Frankreich des Jahres 1966 die Todesstrafe noch nicht abgeschafft...

Jeanne Moreau ist der Star des Filmes, ist die Schwarz und Weiß tragende Braut. Obwohl sie nicht die klassische Sexbombenschönheit ist, geht von ihr eine geheimnis- wie machtvolle Aura aus, mit der sie ihre Rache- und Erlösungspläne geschickt vollführen kann. Wobei es ihr der Film aber auch nicht wahnsinnig schwer macht, denn die männlichen Opfer sind eher bemitleidenswerte Jammerlappen ihrer Spezies. Was immerhin perfekt inszeniert ist und gespielt wird, von allen. Während die Braut mit Schwarz und Weiß konnotiert ist, Verletzlichkeit blutrot ist sowie besonders kalte Akte (den fünfjährigen Sohn zu Bett bringen, auf dass er schlafe, wenn der Vater ermordet wird) mit Blau konnotiert sind, zeigen sich Wohnungen der Opfer ab und an einmal fäulnisgelb. Gerade bei Nr. 2, den Truffaut noch mit einer Liebe zum Detail die Glatze mit Handspiegel zukämmen lässt, dass es weh tut. Als Thriller versagt "Die Braut trug Schwarz" damit kläglich: Die Braut hat's leicht, die Opfer sind fast schon Karikaturen von Möchtegerncasanovas, und es gibt zahlreiche ziemlich unwahrscheinliche Begebenheiten (kann man jemanden wirklich in einer Kammer ersticken? Die Kammer ist nicht leergeräumt, hat der Mann nicht einen scharfen Gegenstand, um das Isolierband zu durchschneiden? Dennoch eine sehr beklemmende Szene, wie noch das Licht der letzten Ritzen verlöscht - und eine der Szenen, bei denen am deutlichsten erkennbar ist, dass Tarantinos "Kill Bill" von dem Film inspiriert ist, hier muss man das nur einmal mit Uma Thurman als Braut im Sarg vergleichen). Aber das ist ja auch kein Thriller, sondern eine Tragödie, ein Melodram der obsessiven Liebe, die zum Tod bei Täterin UND Opfern führt. Darin ist der Film hervorragend. Er lebt von Stimmungen statt von Suspense, nicht zuletzt durch die nervöse, typisch synkopische Musik von Hitchcock-Stammkomponist Bernard Hermann. Und psychologisch mag er auch bei der Männerriege bei genauerem Hinsehen gar nicht so daneben sein, wie man meinen könnte. Unsere fünf Opfer haben sich nämlich, wie es heißt, durch zwei "Steckenpferde" zu einer Clique zusammengefunden: Die Jagd und die Frauen. Es sind alles Junggesellen, die dennoch (oder deshalb) von der Jagd auf Frauen besessen sind und sich dabei hoffnungslos vergaloppieren. Merke: Wer sucht, der findet nicht. Sie alle ruhen nicht in sich, stehen unter einem Zwang, der sie vereint, unter dem Zwang, entweder so viele Frauen wie möglich oder überhaupt mal einige wenige Frauen zu "haben". Sie betrachten sie als "Objekte", wie der Maler unter ihnen es nennt. Es ist vermutlich kein Zufall, dass sie beim Herumspielen mit dem Gewehr nicht nur auf den Wetterhahn der Kirche, sondern dass stellvertretend einer "nur mal so" auf die Braut gezielt hat. Spricht man nicht auch von, ähem, einer "großen Kanone"? Und steht - so realistisch dies nun für Eheschließungen sein mag oder nicht - das Weiß der Braut nicht für Jungfräulichkeit? Es ist klar, dass hier Männer die Frau als Objekt sehen, die sie entjungfern wollen. Am Deutlichsten bekommt es der Maler heimgezahlt, der die Braut als Diana, Göttin der Jagd, malt, die ihn natürlich beim Posieren mit dem Pfeil der Jagdgöttin niederstreckt.

"Die Braut trug Schwarz" ist daher ein faszinierendes und stimmiges Drama, trotz diverser Zitate in "Kill Bill" weit mehr als nur Tarantino-Inspirationsquelle, und umgekehrt viel mehr als nur Hitchcock-Reverenz, Truffauts Verehrung für den Meister und Bernard Hermanns Musik hin oder her. Am Rande sei erwähnt, dass der Rezensent Hobby-Mandolinist ist und den leitmotivischen Einsatz eines Vivaldi-Mandolinenkonzerts sehr genossen hat, wenngleich er noch eine Weile leben und leben lassen möchte.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Endlich gibt es die Möglichkeit, diesen Film mit der überragenden Darstellerin Jeanne Moreau in einem der besten Truffaut-Regie-Arbeiten auf DVD zu genießen. Es handelt sich hier zwar um einen holländischen Import, aber die deutsche Synchronisation ist OK und der Film ist trotz seines Alters (1968) in gutem Zustand.
Die Handlung ist schnell erzählt: Bei der Trauungszeremonie vor einer Kirche wird der Bräutigam von einigen übermütigen Männern versehentlich erschossen. Die Hinterbliebene sucht den/die Täter und rächt die Tat auf sehr spannende Weise.

Es geht hier um das alte Thema 'Schuld und Sühne', dargestellt vom Regisseur in für ihn sehr typischer Weise.

Absolut empfehlenswert für Film-Enthusiasten, die mal auf Action und Ballerei verzichten können.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. November 2010
Mir liegt hier eine Fassung mit Jeanne Moreau in Porträtaufnahme (Konzert-Szene) auf dem Titel vor. Die Bildqualität, vor allem die Farben, sind sehr gut.
Ich wusste an manchen Stellen nicht, ob Jeanne Moreau - ungeachtet dessen dass sie eine großartige Schauspielerin ist - die
richtige Besetzung ist. Die Szenen sind manchmal etwas zu artifiziell aber es bleibt genügend Tempo damit das ganze nicht erstarrt - und naja: der Film ist von 1968.
Ich fand "Die Braut trug schwarz" sehr unterhaltend. Die Verbindung mit "Kill Bill", die der Verlag werbewirksam herstellt, haben aber weder Francois Truffaut noch der liebe Quentin verdient, da das eine falsche Erwartungshaltung schafft.
11 Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

27,99 €

Benötigen sie kundenservice? Hier klicken