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am 16. Januar 2009
Als Nr. 5 in der "Straßenfeger"-Kollektion des Studio Hamburg sind zwei weitere Klassiker deutscher TV-Krimiunterhaltung der 60er Jahre erschienen: die beiden nach Francis Durbridge entstandenen Dreiteiler "Melissa" und "Ein Mann namens Harry Brent".

"Melissa" markierte so etwas wie den Höhepunkt des vom WDR produzierten "Straßenfeger"-Genres. 1965 wurde die Story um den mysteriösen Tod von Mrs. Melissa Foster zu einem echten Knüller. Die elegant und minutiös geschilderte Aufarbeitung des Falles, in dessen Verlauf ihr völlig ahnungsloser Ehemann Guy immer tiefer in den Strudel aus Betrug und Habgier gerät, fesselte die Nation wie gebannt vor dem Fernseher. Als Regisseur verpflichtet man den "08/15"-Inszenator Paul May, der bereits mit dem zwei Jahre zuvor entstandenen Durbridge-Mehrteiler "Die Schlüssel" Krimierfahrung bewiesen hatte. Auch bei "Melissa" gelang ihm ein ruhig und trotzdem fesselnd, die Spannung stetig steigerndes Werk, welches neben vergleichsweise vielen Außenaufnahmen die damals chice (und nach wie vor chice) Kammerspielatmosphäre perfekt einfing.

Für Günther Stoll, der als Guy Foster seine erste Fernsehhauptrolle spielte, wurde "Melissa" zum Durchbruch - umso bedauerlicher erscheint es, das diesem interessanten Mimen mit der charakteristischen Stimme in den Jahren bis zu seinem frühen Tod nur selten anspruchsvolle Rollen zuteil wurden. Neben Stoll brilliert Siegfried Wischnewski als raffinierter Scotland-Yard-Ermittler, der mit kühlem Kopf und einem ausreichend Maß an Zigaretten das Gewirr an falschen Fährten auseinanderklambüsert. Weiterhin zu sehen sind der Berliner Theatermacher Albert Bessler als sinistrer Nervenarzt Dr. Swanson sowie die unvergleichliche Hanne Wieder und der robuste Hubert Suschka als das mit den Fosters befreundete Ehepaar Hepburn. Den ebenfalls Guys' Bekanntenkreis schmückenden Rennfahrer Don Page spielt die sympathischste Sturmlocke der 60er Jahre, Erik Schumann, und die Titelrolle schließlich gibt Ruth-Maria Kubitschek, die auf Jahre hinaus von dieser einen Figur verfolgt wurde.

Für die passechte musikalische Untermalung sorgte Kultkomponist Peter Thomas, der mit seinem "Melissa"-Thema im Sommer 1965 einen Singlehit lancierte und viele Suspense- und Jazzcues in den Score einbrachte. Diesen Soundtrack irgendwann mal (wenigstens auszugsweise) veröffentlicht zu sehen, wünscht sich wohl jeder.

Im zweiten Teil des Sets findet sich der 1968 gedrehte Durbridge-Mehrteiler "Ein Mann namens Harry Brent", der mit Günther Ungeheuer in der Titelrolle wieder mal einen außergewöhnlichen Schauspieler aufbot und eigentlich als Krönung der WDR-Krimiproduktionen gedacht war (Später jedoch kehrte man zurück zum Krimi und drehte "Wie ein Blitz"). Unter der Regie des theatererfahrenen Peter Beauvais spielten so bekannte Aktuere wie Peter Ehrlich, Brigitte Grothum, "Dr. Mabuse" Wolfgang Preiss, Gert Haucke, Dirk Dautzenberg, Christiane Nielsen und Barbara Frey sowie drei hochmögende Regisseure in Nebenrollen: Helmut Käutner, Paul Verhoeven und Niklaus Schilling.

Die Musik komponierte der hochgeschätzte Tonsetzer Hans-Martin Majewski, der die Geschichte um den Mann mit Namen Brent adäquat vertonte und ebenfalls Krimiflair en masse bewies. Die damals erschienene Single gilt heute als Rarität.

Die DVD-Umsetzung durch Studio Hamburg kann als gelungen bezeichnet werden. Im schicken, sauber verarbeiteten Pappschuber, kommen die beiden Dreiteiler daher. "Melissa" präsentiert sich ungeschnitten (im Gegensatz zur TV-Ausstrahlung sind hier die durch den Inspektor gesprochenen Zusammenfassungen des bisher geschehenen zu Beginn des 2. und 3. Teils wieder enthalten) und einer gelungenen Bildqualität, mit angenehmer Schärfe und sauberen Konturen - ab und an ein Laufstreifen, aber ansonsten tadellos. "Ein Mann namens Harry Brent" kann nicht ganz so überzeugen, die verwendete Kopie hat im Laufe der Jahre mächtig nachgedunkelt und an Schärfe etwas verloren - jedoch, für eine durchschnittliche Wertung in der B(rent)-Note reicht es allemal. Tonmäßig geben sich beide Filme in grundsolidem Mono.

Das Bonusmaterial ist reichhaltig und weiß zu überzeugen. Kernstück bilden zwei Interviews: einmal mit dem "Melissa"-Composer Peter Thomas, aufgezeichnet u.a. am heimischen Keyboard - Thomas erzählt locker und souverän über die Anfänge seiner Karriere und die Arbeit an "Melissa" und liefert dabei wieder einmal ein Rundumschlag im Tagesaktuellen Zeitgeschehen. Dieser Mann ist auch im vorgerückten Alter agil wie eh und je. Im zweiten Interview hat der "Harry Brent"-Akteur Dirk Dautzenberg Einiges zu berichten und erzählt ruhig von den damaligen Dreharbeiten. Beide Gespräche sind vom Interviewer Arild Rafalzik geschickt gelenkt und geben den Erzählenden schöne Vorlagen, aus denen interessante Geschichten und Anekdoten entspringen. Ferner gibt es Booklet mit Hintergrundinformationen sowie einen kurzen Werkstattbericht zur Restauration der Straßenfeger-Bildmaster.

Die "Straßernfeger"-Edition Nr. 5 setzt die Reihe toller Veröffentlichungen aus dem Hause Studio Hamburg fort und gehört in jedermanns Heimkino ... ob als nostalgischer Wert, zeitlose Kriminalerzählung oder einfach zeittypisches Kolorit.
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am 31. August 2011
Meine Mutter erklärte mir bereits in den 80ern: "Das ist ein Straßenfeger". Ich konnte mit dem Begriff nichts anfangen, bis sie mir erklärte, dass damals alle wie gebannt vor dem Fernseher saßen und die Straßen wie leergefegt waren, weil kein Mensch mehr zu sehen war. Ich selbst war zu dieser Zeit noch nicht geboren, aber meine Eltern und Geschwister verfolgten wie gebannt die Geschichten um Melissa, den Mann namens Harry Brent und viele andere.

Studio Hamburg hat in einer enzigartigen und Beliebte Schauspieler glänzen in den alten Krimis: Günter Stoll, Siegfried Wischnewski, Ruth Maria Kubitscheck, Hubert Suschka, Albert Bessler, Günter Ungeheuer, Peter Ehrlich, Gerd Haucke, Brigitte Grothum u. a.

Francis Durbridge selbst verfasste die Drehbücher zu beiden Krimis. Übersetzt wurden sie von Marianne de Barde.

Die Aufmachung ist eine Augenweide für den Fan. Das Booklet liefert wertvolle Informationen und viele Fotos. diese Klassiker wieder aus den Archiven geholt. In der sechsten Box finden sich die Durbridge-Dreiteiler "Melissa" und "Ein Mann namens Harry Brent" auf jeweils 2 DVDs. Die alten Filmbänder aus den sechziger Jahren wurden aufwendig restauriert und bieten ein schönes und gestochen scharfes Bild. Lediglich der Ton ist zu leise geraten, lässt sich aber per Lautstärkeregelung am Fernseher auf ein vertretbares Maß regulieren. Bei harry Brent ist das Bild etwas schlechter, aber immer noch gut.

Zudem bieten die vier DVDs allerhand Bonus-Material. Zum Beispiel ein langes 45-Minuten-Interview mit dem Komponisten Peter Thomas, der zu einigen Krimis die Musik lieferte. Auch der Darsteller Dirk Dautzenberg steht in einem Interview Rede und Antwort zu den Straßenfegern. Es sind auch einige Kurzdokumentationen über die Krimis beigepackt.
Beliebte Schauspieler glänzen in den alten Krimis: Günter Stoll, Siegfried Wischnewski, Ruth Maria Kubitscheck, Hubert Suschka, Albert Bessler, Günter Ungeheuer, Peter Ehrlich, Gerd Haucke, Brigitte Grothum u. a.

Francis Durbridge selbst verfasste die Drehbücher zu beiden Krimis. Übersetzt wurden sie von Marianne de Barde.

Die Aufmachung ist eine Augenweide für den Fan. Das Booklet liefert wertvolle Informationen und viele Fotos.
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am 8. Juli 2013
Nach dem Erfolg von DIE SCHLÜSSEL, begannen am 5. Juli 1965 die Dreharbeiten zu MELISSA, dem nächsten DURBRIDGE-Dreiteiler unter der Regie von PAUL MAY.

Für die Hauptrolle war - wie schon für TIM FRAZER - Hansjörg Felmy im Gespräch, der aber wiederum ablehnte.

Ein Glück für den bis dahin unbekannten GÜNTHER STOLL. Denn ihm gelang mit der Rolle des GUY FOSTER der Durchbruch als Schauspieler. Auch RUTH MARIA KUBITSCHEK erreichte mit ihrer Rolle eine große Popularität, obwohl sie als MELISSA nur kurz im ersten Teil zu sehen war.

MELISSA flimmerte zwischen dem 10. und 14. Januar 1966 über die bundesdeutschen Fernsehgeräte, und konnte seine Einschaltquoten von Teil zu Teil steigern. Waren es beim ersten Teil noch 72%, steigerte sich die Sehbeteiligung beim dritten Teil auf 89%.

Neben Günther Stoll und Ruth Maria Kubitschek sind aber auch die übrigen Rollen in Melissa mit SIEGFRIED WISCHNEWSKI als Inspektor Cameron, HANNE WIEDER als Paul Hepburn, HUBERT SUSCHKA als Felix Felix Hepburn, ERIK SCHUMANN als Don Page sowie ALBER BESSLER als Dr. Swanson sehr gut besetzt, die alle eine sehr gute und glaubwürdige Darstellung abgeben.

Nach dem Erfolg des Durbridge-Dreiteilers MELISSA hatte der WDR wieder Blut geleckt und entschied sich, in Gestalt von EIN MANN NAMENS HARRY BRENT, einen weiteren Durbridge-Mehrteiler zu drehen.

Nach den Dreharbeiten, die von März bis Mai 1967 dauerten, strahlte die ARD vom 15 bis 19. Januar den neuen Dreiteiler aus, der ebenfalls sehr gut beim Publikum ankam.

EIN MANN NAMENS HARRY BRENT sollte allerdings die letzte Durbridge-Verfilmung in Schwarzweiß werden.

Regie führte diesmal PETER BEAUVAIS, der seine Sache sehr gut machte, wie auch die Darsteller des Dreiteilers.

GÜNTHER UNGEHEUER, der in der Titelrolle zu sehen ist, spielt den undurchsichtigen Harry Brent, von dem man nie genau weiß, ob er nun zu den Guten oder doch zu den Bösen gehört, sehr überzeugend. Ähnlich wie ALBERT LIEVEN in DER ANDERE.

PETER EHRLICH spielt den ermittelnden Inspektor, an dem man sich erst einmal gewöhnen muss, da er Polizist ziemlich höflich agiert. Ganz im Gegensatz zu den Darstellern, die man heutzutage als Kommissar und Polizisten vorgesetzt bekommt, die alle meistens überaus unhöflich agieren und auch kein Fettnäpfchen auslassen.
Doch nach kurzer Zeit hat man sich an Peter Ehrlich als Inspektor Wallace gewöhnt, der die Rolle sehr gut auszufüllen vermag.

Der positive Gegenpol zum Inspektor ist sein bodenständiger Assistent Sergeant Roy Phillips, der von DIRK DAUTZENBERG ausgezeichnet porträtiert wird. Ein kleines Glanzlicht in EIN MANN NAMENS HARRY BRENT.

Die weibliche Hauptrolle mimt BRIGITTE GROTHUM, der es zwar durchaus gelingt ihre Rolle ausfüllen, an die man sich aber nicht wirklich nach Ende des Dreiteilers erinnert. Auch weil die Rolle der Jane Conway etwas farb- und substanzlos wirkt.
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am 14. Juli 2008
"Melissa" ist neben "Das Halstuch" wohl der Durbridge-Klassiker. Ein atemberaubender Film, der bis zum Schluss spannend bleibt und nicht nur den Protagonisten, sondern auch den Zuschauer um den Verstand bringt...Der Stoff wurde dreimal in Großbritannien verfilmt, einmal in Italien und erhielt auch eine eigene Romanfassung.

Zur Erstausstrahlung war in den damaligen Medien unter anderem auch folgendes zu lesen:

"Nach 11 Minuten und 45 Sekunden sieht man die erste Leiche! Deutschlands Straßen werden zu diesem Zeitpunkt schon längst verödet sein. Nur einsame Polizisten patrouillieren dann noch durch die Reviere, während sich in Millionen Wohnstuben schreckliche Verbrechen abspielen! - Der Durbridge geht um! - Wieder einmal will der englische Autor mit einem neuen Krimi die Nerven der Fernsehzuschauer strapazieren. Und es wird sein wie immer: In Fabriken und Büros beneiden Missmutige ihre glücklicheren Kollegen, die beim Feilschen um den freien Abend gewonnen haben. Jene sitzen mittlerweile zufrieden in ihrer guten Stube, haben den Schock des ersten Mordes bereits überwunden und suchen krampfhaft den Täter. Sie streiten mit der Familie und fiebern ungeduldig dem Freitag entgegen. Denn erst an diesem Tag wird es die Auflösung geben. Doch bis dahin wird noch eine Menge Blut über die Mattscheiben fließen. Der Mann, der an allem schuld ist, sitzt derweilen in seinem englischen Landhaus oder in den feudalen Räumen eines Londoner Klubs und brütet über neue Leichen."

"EIN MANN NAMENS HARRY BRENT" war der letzte Schwarzweiß-Durbridge des WDR. Man kann sicherlich sagen, dass der Film einer der besten der Durbridge-Reihe ist. In dem Dreiteiler spielen übrigens drei namhafte Regisseure eine Nebenrolle: PAUL VERHOEVEN (als Sam Fielding), HELMUT KÄUTNER(als Sir Gordon Towns) und NIKLAUS SCHILLING (als Polizeibeamter, der bei der Flucht von Kevin Jason erschossen wird).

Inhaltlich für meinen Geschmack von allen auf DVD veröffentlichten Durbridge Produktionen die beste, weil spannendste Durbridge Box.

Einsteiger sollten unbedingt mit diesen beiden Produktionen starten bevor sie sich durch das Durbridge-Gesamtwerk arbeiten.
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am 21. November 2010
Die Reihe "Straßenfeger" gibt sehr deutlich wieder, welche Art Krimis in den 60er Jahren beliebt waren. Trotz des in die Jahre gekommenen Film-Materials und der Digitalisierung wird das Flair der damaligen Zeit wiedergegeben. Für heutige Verhältnisse undenkbar und deshalb ungewohnt sind die intensiven "Rauchorgien", an denen heute höchstens ein Internist Freude hätte. Alles in allem ist die Reihe von der ersten bis zur letzten Minute spannend und es ist gut, daß maß sich alle Teile nacheinander ansehen kann und nicht ein paar Tage dazwischen warten muß, wie bei der Erstaustrahlung. Klasse! Klasse! Klasse!
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am 15. April 2016
Viele alte Schätze aus den Fernseharchiven werden von Studio Hamburg Enterprises mit der „Straßenfeger“-Edition wiederbelebt. Darunter sind nicht nur hauseigene Produktionen, sondern auch viele ZDF-Klassiker meist aus der Zeit der Schwarz-Fernsehens. Es sind im Vergleich zu heutiger oft billig und schnell produzierter Massenware qualitativ hochwertige Filme und Serien aus den 1960er und 1970er Jahren, als das deutsche Fernsehen noch in den Startlöchern stand. Damals gab es zwei Programme und traumhafte Einschaltquoten, von denen jeder auf die Quote blickende Fernsehdirektor heute nur träumen würde. Das Fernsehen lockte eine ganze Nation vor die Bildschirme und sorgte für leere Straßen. Die „Straßenfeger“-Edition möchte in mehreren Phasen an diese gute alte Zeit des Fernsehens erinnern.
Die erste Phase („Eine Nation hält den Atem an“) widmet sich vor allem Francis Durbridge mit seinen raffiniert konstruierten Fällen. In der zweiten Phase („Vom Kammerspiel zum Krimireißer“) stehen Actionfilme und Thriller im Mittelpunkt. Die dritte Phase („Klassiker und Remakes“) zeigt Vorläufer der aktuellen Krimireihen wie „Das Kriminalmuseum“, außerdem Parodien wie die Geldfälscher-Komödie „Millionen nach Maß“ mit Curd Jürgens oder ein Remake von „Die zwölf Geschworenen“ mit Mario Adorf. Die vierte Phase („Ermittler, Exotik & illegaler Grenzverkehr“) bringt ein Wiedersehen mit „Privatdetektiv Frank Kross“ und Superdetektiv „Cliff Dexter“ oder sorgt mit „Das grüne Ungeheuer“ für exotische Abenteuerstimmung. Schmuggel und Zollbetrug führen bei „Es geschah an der Grenze“ und „Eurogang“ zu illegalem Grenzverkehr. Die erfolgreichste ARD-Krimi-Serie „Sonderdezernat K1“ ist ebenso vertreten wie der erste deutsche Krimi-Mehrteiler „Gesucht wird Mörder X“.
Nicht zufällig steht am Beginn der Straßenfeger-Reihe ein Name Francis Durbridge ganz oben. Die Krimi-Mehrteiler nach seinen Vorlagen erreichten Traumergebnisse von bis zu 90 Prozent Sehbeteiligung. In den 1960er Jahren waren Krimis im englischen Gentleman-Milieu in Deutschland sehr beliebt. Während im Kino Edgar Wallace die Vorlagen lieferte, war es für das Fernsehen Francis Durbridge. Von ihm erscheinen jetzt in Neuauflage einige Serien mit bis heute spannenden Fällen, die damals noch lange nach der Ausstrahlung für Gesprächsstoff sorgten. So wurde fast eine Staatsaffäre daraus, als einmal zuvor durchsickerte, wer der Mörder war. Die vier DVDs haben eine Gesamtlaufzeit von 369 Minuten, als Extras kommt noch eine Dreiviertelstunde mit Dokumentationen über die Straßenfeger-Reihe und Interviews mit dem Komponisten Peter Thomas und dem Darsteller Dirk Dautzenberg hinzu.
In Deutschland wurde der auf Kriminalgeschichten spezialisierte britische Schriftsteller, Theater-, Hörspiel- und Drehbuchautor Francis Durbridge (1912-1998) vor allem bekannt durch die mehrteiligen Fernseh-Krimis „Der Andere“ (1959), „Es ist soweit“ (1960), „Das Halstuch“ (1962), „Tim Frazer“ (1963), „Tim Frazer: Der Fall Salinger“ (1964), „Die Schlüssel“ (1965), „Melissa“ (1966), „Ein Mann namens Harry Brent“ (1968), „Wie ein Blitz“ (1970) und „Das Messer“ (1971). Die beiden anderen damals sendenden Fernsehprogramme, Theater und Kinos hätten während der Erstausstrahlungen dieser klassischen Straßenfeger eigentlich ihren Betrieb einstellen können, denn fast die gesamte Fernsehnation fieberte mit den geschickt gesponnenen Fällen von Durbridge.
Die sechste Box der „Straßenfeger“-Reihe bei Studio Hamburg enthält die beiden dreiteiligen Serien „Melissa“ (1966) und „Ein Mann namens Harry Brent“ (1968). In dem Psychothriller „Melissa“ erhält der Journalist Guy Foster (Günther Stoll) mitten in der Nacht einen Anruf von seiner Frau Melissa (Ruth Maria Kubitschek). Mit dem Ehepaar Hepburn (Hubert Schuschka, Hanne Wieder) war sie bei der Party, die der Rennfahrer Don Page (Erik Schumann) gegeben hatte. Foster wollte lieber arbeiten. Nun sagt Melissa, er solle zu einem entlegenen Treffpunkt kommen. An einem Parkrand sieht Foster ein Polizeiaufgebot stehen. Ein Polizist hält einen Mantel, den er kennt. Jetzt gibt es keinen Zweifel mehr, dass die Tote Melissa ist. Foster selbst wird verdächtig, als sein Nervenarzt Dr. Swanson (Albert Bessler) verrät, dass er Foster psychiatrisch behandelt. Foster wehrt sich strikt gegen diese Behauptung. Dabei verwickelt er sich in einen fatalen Strudel aus Widersprüchen. Er fragt sich selbst, ob er noch bei Verstand ist. Inspektor Cameron (Siegfried Wischnewski) sieht seinen Verdacht schon bestätigt. Dann bekommt Foster einen Brief in die Hände, der Melissa in ein völlig neues Licht rückt. Und er fragt sich, was weiß er überhaupt über Melissa sich selbst.
In der zweiten Serie „Ein Mann namens Harry Brent“ hat sich Barbara Smith (Barbara Frey) als Sekretärin auf eine Annonce hin beworben. Beim Vorstellungsgespräch richtet sie plötzlich einen Revolver auf ihren künftigen Chef Sam Fielding (Paul Verhoeven). Ein Schuss sprengt die Stille im Büro. Sie hat ihn erschossen, kommt ins Gefängnis und vergiftet sich dort. Als sie mit dem Tod ringt sagt sie mehrmals den Namen „Harry Brent“ (Günther Ungeheuer). Wie sich herausstellt, ist Brent mit Fieldings scheidender Sekretärin Jane Conway (Brigitte Grothum) verlobt. Doch selbst sie weiß nur sehr wenig über den rätselhaften Harry Brent, außer dass er ein kleines Reisebüro leitet. Kriminalinspektor James Wallace (Peter Ehrlich) hält sich trotzdem an ihn, da er der Schlüssel zu einem Geheimnis zu sein scheint. Doch was hat Brent mit dem Mord am Chef seiner Verlobten zu tun? Als auch Jane Conway spurlos von der Bildfläche verschwindet, überstürzen sich die Ereignisse und eine überraschende Wendung naht. Dieser vom WDR produzierte Dreiteiler lief in der ARD erstmals im Januar 1968 und war die letzte Durbridge-Verfilmung in Schwarz-Weiß.
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am 27. Dezember 2008
Inhalt

"Melissa"

Mitten in der Nacht erhält der Journalist Guy Foster einen Anruf. Es ist seine Frau Melissa. Mit dem Ehepaar Hepburn war sie bei der Party, die der Rennfahrer Don Page gegeben hatte. Foster wollte lieber arbeiten. Nun sagt Melissa, er soll zu einem entlegenen Treffpunkt kommen. An einem Parkrand sieht Foster ein Polizeiaufgebot stehen ein Polizist hält einen Mantel, den er kennt: Die Tote ist Melissa. Foster selbst wird verdächtig, als sein Nervenarzt Dr. Swanson verrät, dass er Foster psychiatrisch behandelt. Foster wehrt sich radikal gegen diese Behauptung. Dabei gerät er in einen fatalen Strudel aus Widersprüchen. Er fragt sich selbst, ob er noch bei Verstand ist. Inspektor Cameron sieht seinen Verdacht schon bestätigt. Dann bekommt Foster einen Brief in die Hände, der Melissa in ein völlig neues Licht rückt. Was weiß er überhaupt über Melissa und über sich selbst? - Laufzeit: 189 Min.

"Ein Mann namens Harry Brent"

Barbara Smith hatte sich als Sekretärin auf eine Annonce hin beworben. Beim Vorstellungsgespräch richtet sie plötzlich einen Revolver auf ihren künftigen Chef Sam Fielding. Ein Schuss sprengt die Stille im Büro. Sie erschießt ihn. Barbara kommt ins Gefängnis und vergiftet sich dort. Als sie mit dem Tod ringt sagt sie mehrmals den Namen Harry Brent. Wie sich herausstellt, ist Brent mit Fieldings scheidender Sekretärin Jane Conway verlobt. Doch selbst sie weiß nur sehr wenig über den rätselhaften Harry Brent - nur dass er ein kleines Reisebüro leitet. Kriminalinspektor James Wallace hält sich trotzdem an ihn, da er der Schlüssel zu einem Geheimnis zu sein scheint. Doch was hat Brent mit dem Mord am Chef seiner Verlobten zu tun? Als auch Jane Conway spurlos von der Bildfläche verschwindet, überstürzen sich die Ereignisse. Eine überraschende Wendung naht.... - Laufzeit: 180 Min.

Bildbewertung
Die sechste Box aus der so erfolgreichen Reihe "Straßenfeger", vom Hause "ARD-Video", unter der Veröffentlichung von "ALI!VE", bringt uns ein Wiedersehen mit zwei Klassikern der deutschen TV-Geschichte, nach den Büchern von Francis Henry Durbridge (1912-1998). Wohl kein anderer wie der britische Schriftsteller, Theater-, Hörspiel- und Drehbuchautor Henry Durbridge hatte so maßgeblichen Erfolg an den Filmen, dieser als Straßenfeger bezeichneten Kollektion.

Auch dieses Mal erleben wir wieder zwei spannend und gut inszenierte Krimiklassiker. Mit "Melissa" aus dem Jahre 1966 und "Ein Mann namens Harry Brent" von 1968 kommen mit den DVD`s dieser Veröffentlichung, der Zauber und das Flair der Filme dieser vergangenen Zeit zu uns ins Wohnzimmer. Das alles wieder in und mit einer bestmöglichen und höchst aufwendigen Bearbeitung und Restauration der alten Aufnahmen aus dem Ende der sechziger Jahre, zusammen mit spannenden und informativen Extras.

Der Produktionsbeginn für "Melissa" lag im Jahre 1965. Für Paul May (1909-1979) war es seine zweite Regiearbeit für einen Film nach dem Buch von Henry Durbridge. Bereits beim sehr erfolgreichen Dreiteiler "Die Schlüssel" (auf Straßenfeger Box 2) hatte er die Regie geführt. Auch diese erneute Regiearbeit, für den Film "Melissa", im Auftrag des "WDR", sollte wieder ein großer Erfolg werden. Auch als Dreiteiler produziert, schaffte es "Melissa" an die Erfolge der vorhergehenden Produktionen anzuknüpfen und sorgte bei seiner Erstausstrahlung zwischen dem 10. und 14. Januar 1966, erneut für Einschaltquoten von bis zu 89 %. Selbst der Hamburger Senat verschob damals eine Sitzung, um die Fortsetzung nicht zu verpassen.

Besondere Beachtung fand bei dieser Produktion auch die Filmmusik von Peter Thomas. Diese war über 12 Wochen in den deutschen Charts vertreten und erreichte am 12. Februar 1966 sogar Platz 4.

Für die beiden Hauptdarsteller Günther Stoll (1924-1977) als Guy Foster und Ruth Maria Kubitschek als Melissa Foster, sollte diese Produktion den absoluten Durchbruch als Schauspieler bedeuten.

Beim ebenfalls als Dreiteiler gefertigten zweiten Film "Ein Mann namens Harry Brent" auf dieser DVD - Veröffentlichung, nach Büchern von Henry Durbridge, lag die Regie in den Händen von Peter Beauvais (1916-1986). Der Drehbeginn für diesen Film war im Jahr 1967. Mit "Ein Mann namens Harry Brent" gab der WDR den letzten Schwarzweiß-Durbridge-Film in Auftrag. Ab 15.01.1968 erlebte dieser Dreiteiler seine Premiere beim deutschen Fernsehpublikum. Eine Besonderheit bei dieser Verfilmung ist, dass gleich 3 zur damaligen Zeit sehr bekannte Regisseure in Nebenrollen zu sehen sind. So sieht man Paul Verhoeven als "Sam Fielding" und Helmut Käutner als "Sir Gordon Towns" sowie Niklaus Schilling als Polizeibeamten.

Beide Filme liegen im Bildformat 4:3 Vollbild (1.33:1) auf den 4 DVD`s dieser DVD-Box vor. Sowohl "Melissa" wie auch "Ein Mann namens Harry Brent" bieten mit ihren 2 mal 3 Folgen von ca. je einer Stunde Laufzeit, bei einer Gesamtlaufzeit von 386 Minuten auf der Box, beste und einzigartige Krimispannung der "alten Zeit" pur. Wie schon bei den vorhergehenden Veröffentlichungen der Reihe "Straßenfeger" wurde mit hohem Aufwand der Versuch unternommen, die alten Filmaufnahmen zu restaurieren. Es ist schon vieles technisch möglich, aber eines kann selbst die beste Technik auch nicht schaffen. Es ist die Zeit, die auch sie nicht zurück drehen kann. Die alten Filme haben nun einmal einige Jahre auf dem Buckel und die Möglichkeiten der Aufnahmen waren zum Ende der sechziger Jahre nicht die, welche Filmemacher heute zur Verfügung haben. Insofern befindet sich die Qualität der Bilder auf den DVD`s in einem angemessenen und akzeptablen Zustand, wenn auch nicht in der, von uns doch sehr verwöhnten Fernsehkonsumenten, gewohnten Qualität heutiger neuer Produktionen. Im Gesamteindruck vermag das Bild beider Filme zu überzeugen, auch wenn vom Eindruck her qualitativ das Bild bei "Melissa" frischer und insgesamt besser erhalten wirkt.Durch die Restauration kann das Bild nur verbessert werden und kein neuer Film entstehen.

Wieder wurden nett gemachte DVD - Menüs und Extras für die DVD`s produziert. So wird der Begriff und die Entstehung des Phänomens "Straßenfeger" erläutert. Der Kurzfilm "TV-Juwelen im neuen Glanz" zeigt, welch schon fast unglaublicher Aufwand bei der Restaurierung der alten Filme für die Veröffentlichung auf DVD betrieben wird. Sehr informativ sind auch die beiden Interviews mit dem Komponist Peter Thomas und dem Schauspieler Dirk Dautzenberg mit einer Länge von ca. 45 und 35 Minuten. Diese Interviews wurden von Arild Rafalzik produziert und geführt. Dessen Stil und Umsetzung der Interviews in der Gesprächsführung und der technischen Gestaltung mir persönlich nicht sonderlich zusagen, aber das ist natürlich mein persönlicher Geschmack und jeder kann und soll das für sich selber werten.

Tonbewertung
Der Ton für beide Filme liegt im Dolby Digital 2.0 Mono auf den DVD`s vor. Auch hier kann natürlich, trotz größter Bemühungen bei der Ton-Bearbeitung der alten Filme, kein komplett neuer Ton erschaffen werden. Aber es gelingt, die Verständlichkeit der Dialoge zu gewähren, wenn es auch nicht immer einfach fällt, alles zu verstehen. Leider fehlen auch bei dieser Box Untertitel. In Anbetracht, dass sicher auch viele ältere Menschen, Hörgeschädigte oder Gehörlose sich diese Filme ansehen möchten, wäre es wünschenswert, auf kommenden Boxen dieser Reihe Untertitel anzubieten.

Gesamturteil
Es ist schön, nun auch diese beiden Klassiker einer Fernsehära endlich auf DVD in der hervorragend gemachten "Straßenfeger - Reihe" veröffentlicht zu sehen. Die Qualität der Filme versteht es, auch so viele Jahre nach ihrer Entstehung, noch immer zu überzeugen und sich zu behaupten. Empfehlenswert!

Autor: Torsten
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am 6. September 2009
Eine schoene Reise in die Vergangenheit.
Was hatte Deutschland damals fuer tolle Schauspieler.
Spannende Geschichten, mit den obliegatorischen ueberraschenden Wendungen. Macht Spass, das alles nochmal zu erleben, zumal man als Kind damals die Erstausstrahlung nur mit viel Wohlwollen der Eltern schauen durfte, oder heimlich.
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am 21. August 2009
Die Straßenfeger sind immer wieder gut und sehenswert.
Sie leben von der s/w-Stimmung. Es gibt eben Filme,
die brauchen keine Farbe und sind trotzdem spitze.
Habe lange (über 25 Jahre) darauf gewartet, dass die
Straßenfeger auf DVD erhältlich sind. Endlich!!!
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am 4. Oktober 2015
Zwei Klassiker von Francis Durbridge. Viel Verwirrung durch eine grosse Menge mitwirkender Personen. Aus heutiger Sicht fallen die zeittypischen Kulissen und die Kleidung auf, aber von der Spannung wer den nun der Täter ist, ist dies nicht abträglich.
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