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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
87
4,3 von 5 Sternen
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am 11. Januar 2014
Der Sound, die Aufmachung und die Extras sind unübertroffen!
Schmeißt die CD's in die Tonne und kauft wieder LP's!
Portishead ist auf LP ein Hörgenuss...man fliegt weg...ob man will oder nicht!

Danke für den tollen Kundenservice von hhv!!!!
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am 28. Juni 2014
Willkommen in der Gegenwart: nach zwei Alben, dem Soloausflug von Beth Gibbons mit Paul Webb, etlichen Anläufen- und Verwerfungen und der immer wieder aufgeschobenen Veröffentlichung kehrten Portishead nach über einer Dekade 2008 endlich mit ihrem drittem Album zurück. „Third“ war Werkschau, Demontage und Weiterentwicklung zu gleich. Songs wie schlecht produzierte- und zerstückelte Demos, schiefe und unsaubere Gitarren, Störgeräusche, Minimalismus und Kälte. Portishead`s Drittling stellt von der ersten Sekunde die Geduld des Zuhörers auf die Probe. Wenn aus den brodelnden Funk-Rhythmen, teils völlig neben dem Takt schabenden Gitarrenriffs und den für Portishead schon fast obligatorischen, weinerlichen Streichern sich der erste Song „Silence“ Schicht für Schicht herausschält, ist man nach knapp zwei Minuten schon fast erleichtert, endlich die Stimme von Beth Gibbons zu hören. Doch so kontinuierlich und dramatisch sich dieses Stück entfaltet, so brutal wird es nach fünf Minuten einfach abgeschnitten. Und das ist sehr sinnbildlich für diese insgesamt dritte Studio-Produktion der englischen Trip Hop-Legende. „Third“ ist weit davon entfernt, perfekt sein zu wollen. Sobald eine Stimmung perfekt genug eingefangen ist, endet der Song einfach oder er schlägt abrupt eine völlig neue Richtung ein. Auch „The Rip“ erlangt im sparsamsten Produktionsgewand maximale Intensität. Zu einer zerrissenen Akustikgitarre und brummenden Pianomelodien wiederholen sich in dem Song die gesungenen Silben von Beth Gibbons in Endlosschleife immer wieder und machen ihn zu einen der intensiven Höhepunkte des Albums. Der Dogmatismus, mit dem Portishead dieses Album über Jahre hinweg entwickelt haben, ließ Viele verschreckt zurück, konnte die Band aber vor einer zu nostalgischen Erwartungshaltung seitens der Fans und Kritiker bewahren. Zusammenfassen lässt sich „Third“ nur schwer. Außer mit der Erkenntnis, das sich Portishead noch nie so instinktiv- und unberechenbar gaben. Es ist ein grob behauenes Meisterstück mit Ecken, Kanten, Fehlern und sogar leichten Schwächen. Ihre bisher beste- und nur schwer zu toppende Arbeit ist „Third“ trotzdem.
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am 28. Juni 2014
Willkommen in der Gegenwart: nach zwei Alben, dem Soloausflug von Beth Gibbons mit Paul Webb, etlichen Anläufen- und Verwerfungen und der immer wieder aufgeschobenen Veröffentlichung kehrten Portishead nach über einer Dekade 2008 endlich mit ihrem drittem Album zurück. „Third“ war Werkschau, Demontage und Weiterentwicklung zu gleich. Songs wie schlecht produzierte- und zerstückelte Demos, schiefe und unsaubere Gitarren, Störgeräusche, Minimalismus und Kälte. Portishead`s Drittling stellt von der ersten Sekunde die Geduld des Zuhörers auf die Probe. Wenn aus den brodelnden Funk-Rhythmen, teils völlig neben dem Takt schabenden Gitarrenriffs und den für Portishead schon fast obligatorischen, weinerlichen Streichern sich der erste Song „Silence“ Schicht für Schicht herausschält, ist man nach knapp zwei Minuten schon fast erleichtert, endlich die Stimme von Beth Gibbons zu hören. Doch so kontinuierlich und dramatisch sich dieses Stück entfaltet, so brutal wird es nach fünf Minuten einfach abgeschnitten. Und das ist sehr sinnbildlich für diese insgesamt dritte Studio-Produktion der englischen Trip Hop-Legende. „Third“ ist weit davon entfernt, perfekt sein zu wollen. Sobald eine Stimmung perfekt genug eingefangen ist, endet der Song einfach oder er schlägt abrupt eine völlig neue Richtung ein. Auch „The Rip“ erlangt im sparsamsten Produktionsgewand maximale Intensität. Zu einer zerrissenen Akustikgitarre und brummenden Pianomelodien wiederholen sich in dem Song die gesungenen Silben von Beth Gibbons in Endlosschleife immer wieder und machen ihn zu einen der intensiven Höhepunkte des Albums. Der Dogmatismus, mit dem Portishead dieses Album über Jahre hinweg entwickelt haben, ließ Viele verschreckt zurück, konnte die Band aber vor einer zu nostalgischen Erwartungshaltung seitens der Fans und Kritiker bewahren. Zusammenfassen lässt sich „Third“ nur schwer. Außer mit der Erkenntnis, das sich Portishead noch nie so instinktiv- und unberechenbar gaben. Es ist ein grob behauenes Meisterstück mit Ecken, Kanten, Fehlern und sogar leichten Schwächen. Ihre bisher beste- und nur schwer zu toppende Arbeit ist „Third“ trotzdem.
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am 11. Mai 2008
Nach anfänglichem Zögern habe ich mir die CD nun doch bestellt. Ich finde sie mittelmässig. Haben muss man die CD nicht unbedingt. Sie ist Geschmacksache und hat nicht den durchweg hörenswerten Stil von Röyksopp. Schade. Im Nachhinein bereue ich den Kauf der CD. Leider!!! Aber wie gesagt; vielen anderen könnte die CD zusagen.
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Darauf also mussten die Fans elf Jahre warten. Das war mein erster Gedanke nach dem ersten Durchlauf des dritten Albums von Portishead. Die obige Aussage soll keineswegs ein negatives Bild vermitteln. Alleine schon die Stimme von Beth Gibbons rechtfertigt jede Lobeshymne.
Doch erinnern wir uns mal an 1997, als "Portishead" erschien. Für mich waren damals einige Kritiken zu harsch, zumal man bedenken musste, das "Dummy" kaum zu toppen war. Und jetzt gibt es kaum kritische Stimmen. Vergessen all die Zeit des langen Wartens. An ein neues Album habe ich schon kaum mehr geglaubt. Ich gebe zu, "Third" hat sich mir bis jetzt noch nicht komplett erschlossen. Aber für Portishead Alben brauche ich erfahrungsgemäß schon lange, bis der letzte Ton angekommen ist.
Was mir zuerst auffiel, war diese eigenartige und manchmal nicht greifbare Härte. "Silence", "Machine Gun" oder "Threads" wären als Beispiele heran zu ziehen. Doch höre ich mir das Album an, um nach der Härte zu suchen, wiegt mich wieder Beth Gibbons Stimme in andere Welten, gleich ob in "Hunter" (einschmeichelnd) oder "PLastic" und "Magic Doors". (Die Titel heißen nie umsonst so). Überhaupt ist Gibbons der Glücksgriff für die Band, aber das ist eh bekannt.
Und in genau jenem Spiel der packenderen Töne und der sanften, einschmeichelnden Melodien liegt der Zauber von "Third". Im Grunde genommen ist dieses Muster nicht neu, nur wie es hier gezeichnet wird, Respekt! Mein Album des Jahres ist es noch nicht, denn irgendwas (wieder dieses unbestimmte Etwas) hemmt mich, diese Aussage jetzt schon zu treffen. Nach jedem neuen Durchlauf entdekce ich wieder etwas Neues. Aber mit "Threads" ist ein Song auf dem Album, dass ich in Dauerschleife laufen lassen kann. Dieses Lied ist für mich Magie, und vor allem die Nebelhörner(für mich sind es welche) sind ein krönender Abschluss.
Und schon wieder geht das Album von vorne ls. Wieder der verstörende Anfang und die Vorfreude auf das Ende. UNd dazwischen so vieles. Genauso müssen Alben sein. Zeit muss man brauchen, bis man sie zu fassen bekommt. Und für Portisheads sollte man sich diese Zeit nehmen. Sie haben sich nicht ausgeruht auf ihren Erfolg. Sie haben Neues erschaffen.
Kaufen!
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am 15. Dezember 2011
...aber mit "Third" sprengen sie die Ufer der Schwermut, Unbehangnis, Einsamkeit, Verzweiflung und Depression, in denen seine beiden Vorgänger flossen und liefern ein Album ab, dass das bisherige Werk in diesen Punkten bei Weitem übertrifft!
Neu erfunden haben sie sich zwar nicht unbedingt...schon in den ersten Minuten, vor allem bei "Hunter", wird klar, dass man es mit Portishead und niemand anderem zu tun hat. Die ersten Songs lassen die Weiterentwicklung auch noch nicht im vollen Ausmaß erkennen. Zwar hört man etwas sperrigere Synthie-Klänge, seltsame Rhythmus-Instrumente und hier und da etwas rückwärts abgespieltes. Aber mein Gott...den Freund von ungewöhnlicher Musik (und das sollten doch alle Portishead-Liebhaber ohnehin sein...) wird das nicht schocken. Jedenfalls bringen die Songs das gewohnt sicke Feeling der Band so gut wie eh und je rüber.
Doch spätestens mit "We Carry On" wird klar: sie trauen sich hier mal was! Der Song ist an Verschrobenheit kaum zu überbieten. Man bekommt einen psychedelisch treibenden Elektro-Rhythmus um die Ohren gehauen, der einem alles andere als ein Wohlgefühl vermitteln möchte. Und der Song funktioniert einfach perfekt...er entwickelt eine sehr dichte Athmosphäre (ein gewisses Kopfschmerzgefühl inbegriffen) und driftet schließlich mit einem simplen Gitarrenriff völlig ab.
Anschließend fühlt man sich reif für eine kleine Verschaufpause, und bekommt sie in Form von "Deep Water" geboten. Der minimalistische Song wurde lediglich mit Ukulele (oder Mandoline?) und Gesang eingespielt. Simpel aber gut und vor allem im Kontext des Album perfekt getimt...
...denn weiter geht es mit dem 2. Höhepunkt der Unkonventionalität: "Machine Gun". Hier wurde lediglich auf Drums, eine recht perkussive Synthesizer-Sequenz und Gesang gesetzt. Und vor allem der Synthie-Sound ist derart gut abgestimmt und produziert, dass es einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Zum Ende hin arbeiten Portishead mit Modulationen der Sequenz und einem Lead-Part, die jedem Sound-Freak das Herz höher schlagen lässt: purer Analog-Synthie-Sound...sowas Geiles kommt definitiv aus keinem Macbook der Welt! Ein dickes Lob auch an die Band für den Mut, gerade diesen ungewöhnlichen Song als erste Single-Auskopplung zu wählen.
So langsam nähert sich der Psycho-Trip "Third" dem Ende. Nach dem schwer verdaulichen "Small" wird es mit "Magic Doors" wieder etwas melodischer, wärmer und zugänglicher. Im Refrain gibt's sogar ein wenig Klavier zu hören.
"Threads" lässt wieder etwas Erinnerungen an vergangene Portishead-Tage aufkommen, und stellt mit einem echohaften ausklingenden Synthie-Part schließlich das dramatische unhappy End des Werks dar.

Hervorheben möchte ich auch die Vinyl-Version. Es handelt sich um eine 45 U/min Doppel-LP in herausragender Qualität. Die Songs sind im Sinne der Dramaturgie des Albums treffend auf die 4 Seiten aufgeteilt:
1: Silence, Hunter, Nylon Smile
2: The Rip, Plastic, We Carry On
3: Deep Water, Machine Gun, Small
4: Magic Doors, Threads
Für den Fall, dass man das Album vorher nicht kannte (ich kannte es vorher), stelle ich mir z.B. den Moment in dem man die 3. Seite auflegt, und nach "We Carry On" "Deep Water" ertönt, ziemlich überraschend vor!
Leider liegt der Doppel-LP aber kein Download-Code bei. Ich finde, das sollte heutzutage eine Selbstverständlichkeit sein!

Fazit:
Wird ein Album mit einer Phrase wie "die Band hat endlich ihren Sound gefunden" beschrieben, so heißt das für mich im Klartext meist so etwas wie: "So langsam gehen die Ideen aus...hier bekommt man die altbekannten Rezepte zum x-ten mal aufgewärmt, diesmal nur endgültig glattproduziert".
Doch irgendwie möchte ich "Third" dennoch den "Sound gefunden"-Stempel aufdrücken. In dem Fall heißt es allerdings eher "Endlich trauen sie sich die musikalischen Pfade einzuschlagen, die sie eigentlich schon immer begehen wollten". Ich denke, genau das trifft auf dieses Album zu. Es ist das mutigste der 3 Alben, ohne sich im Experimentieren zu verheddern. Es gewinnt dadurch an Abwechslung und Spannung, und damit ist es für mich zweifellos:

das beste Portishead-Album!!
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am 28. April 2008
Es gibt viele, die haben wirklich 10 Jahre gewartet. 10 Jahre auf eine neue CD, die neue Portishead-CD "Third". Der Band aus Bristol wurde "damals" (jau, da hatte ich auch schon keine Haare mehr, war aber noch jung) das
Schlagwort "TripHop" angeheftet. Ein Kunstwort, das ausdrücken sollte, das arg unterschiedliche Musikrichtungen neu kombiniert werden. Oder wie es die Frankfurter Rundschau schreibt, Portishead brachte "jene Menschen, die sich zu alt fühlten für Ecstasy-geschwängerte Techno-Nächte das Wunder
elektronischer Klangerzeug nahe".

Und jetzt? Die zeitlupenhaften Beats sind weg, es rumpelt, es kreischt, es quietscht. Die Rhythmen sind vorwiegend monoton, alles klingt metallisch, aggressiv und ungemütlich. Das Album ist verstockt und verstörend und widerspenstig. Es strahlt eine permanente Bedrohung aus, die Songs wirken sperrig. Jedes Bass ist böse, jeder Beat geht durch Mark und Bein. Es mischen sich fiese Störgeräusche mit dem zerbrechlichen Gesang von Beth Gibbons, die versucht lyrische Schneisen ("What have I done without you?") in das kalte Soundickicht zu singen.

Mein erster Eindruck: Eine Enttäuschung, ein Schock. Doch nach dem zweiten und dritten Hören weicht die bleierne Schwere der Platte einer Erhabenheit. Einer Unantastbarkeit. Die überraschenden Brüche verleihen den Songs eine ungeheure Vitalität. Trotz der vielen Breaks nimmt man die Tracks nicht als etwas Zersplittertes wahr. Die taz schreibt dazu: "So kann ein grandioser Song wie "The Rip", der als sanfte englische Folkballade beginnt, plötzlich in der Mitte zerreißen und umkippen in einen Kraftwerkschen Elektropop-Track. Und das fulminant pulsierende, zunächst an Goldfrapp erinnernde Stück "We Carry On" wandelt sich zwischendurch (...)" zu einem Alternativ-Rocksong mit einer explodierenen The Edge-Gitarre.

Die beiden Extrempunkte des Albums sind "Deep Water" und "Machine Gun". Zarter Folksang mit Ukulele der eine, rücksichtslose Dampfwalze der andere. Beide (direkt hintereinander plaziert im Album) wirken wie Fremdkörper, weil sie so homogen sind. Spannender ist der Auftakt-Song "Silence" mit einer langen Instrumentalpassage aus treibendem Rhythmus, fiependen Synths und künstlichen Streichern. Bis sich die Musik nach zwei Minuten zurücknimmt und Beth Gibbons Platz macht: Das ist pure Schönheit. Oder "Plastic" und "Hunter" - hier kämpft Gibbons gegen Lärmeskapaden und Hubschrauberblätter an, während das Tempo nach Belieben gedrosselt und angezogen wird und sich fragile Melodien an die Oberfläche wagen. In gewohnten musikalische Gefilden bewegt sich der letzte Titel "Threads" und ist doch anders. Es entwickelt in Slow Motion eine Songstruktur, ohne allerdings einen Refrain erkennen zu lassen. So etwas ähnliches ist dann der Krach aus Gitarre und Bass, gegen den dann Gibbons keine Chance hat. Das ist Magie und Melancholie. Am Schluss
dröhnt es, immer weiter, immer weiter.

Es ist kein leichtes, zugängliches Album, es verlangt einem alles ab, es wühlt einen auf. Das war zu erwarten. Auch ich habe 10 Jahre gewartet. Und ehrlich: Das Warten hat sich gelohnt. Ein Ereignis.
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am 13. Mai 2008
1994 legten Portishead mit ihrem grandiosen Debüt "Dummy" die Blaupause eines neuartigen Stils vor. Ein bislang nie gehörter Mix aus alten Platten-Samples, schweren Beats und -dank Beth Gibbons' todtraurigem Gesang- durchzogen von einer tiefen Melancholie, wie sie der elektronische Bereich noch nie vorgebracht hat. Die Journalisten kreierten rasch die Schublade "Bristol-Sound" oder bekannter: "Trip Hop", wegen der Mischung aus HipHop-Beats und schwer hypnotischen Sounds.
Das Rezept wurde 1998 mit dem selbstbetitelten Nachfolger weiterbedient - mehr aber nicht. Das sollte nicht mehr passieren, befanden Gibbons, ihr Partner Geoff Barrow und der mittlerweile zum vollwertigen Bandmitglied gemachte Gitarrist Adrian Utley.

Und so dauerte es nach der Interims-liveveröffentlichung "Roseland NYC" halt ein paar Jahre, bis Portishead ein neues Album auf die Welt loslassen wollten. "Wir hatten zu Beginn vereinbart, dass wir uns auf die Suche nach einem neuen Vokabular begeben, an deren Ende ein Album stehen soll, das so keiner von uns erwarten würde. Es sollte ganz nach uns klingen, ohne auch nur im Sounddetail an etwas zu erinnern, was es schon von uns gab", so sagt Utley im VISIONS-Interview. Und dass das geglückt ist, davon kann man eigentlich auch schon aufgrund der Tatsache ausgehen, dass "Third" zehn Jahre nach seinem Vorgänger nun wirklich erschienen ist.

Der Erstkontakt war die wirklich kranke Single "Machine Gun": Ein verzerrtes E-Drum, Beths gewohnt klagender Gesang, nur ganz zum Schluss ein paar einzelne Synthie-Töne - mehr nicht. Ein unzugänglicher Brocken. "Third" in voller Länge macht dann dadurch aufgebaute Erwartungen erneut zunichte, indem es überraschend schön geworden ist. Obwohl es -gerade vom Sound her- immer noch denkbar weit draußen ist.
Die Songs hören mitunter abrupt auf, sind durch und durch angereichert mit schrägen Gitarrensounds an der Grenze zum reinen Geräusch, die Drums klingen kaputt und lo-fi, die Beats stolpern asynchron, die Songstrukturen sind reichlich unkonventionell. Die Elektronik-Schublade kann man gleich mal zumachen, das Album klingt dank der verwendeten Instrumente und Samples so zeitlos und analog wie nichts hippes Elektronisches klingen kann. Zudem geistern als Assoziationen bestenfalls noch experimentlastige Bands aus dem Indiesektor wie Sonic Youth (ja!!!!) oder dEUS durch den Kopf.
Und dann die Beats: "Third" knallt nicht und kommt oft sogar ohne Beat aus. Ihr Markenzeichen wurde rücksichtslos getötet. "Wenn einer befand, etwas klänge 'too triphop', wurde es unmittelbar gelöscht", so Utley. Also macht "Third" alles anders, kommt manchmal gar ungewohnt schnell daher.
Und das ist natürlich immer noch keine Sommermusik - dennoch muss man manche Songs als die zugänglichsten und optimistischsten bisher beschreiben. "Deep Water" etwa, nur zu einer Ukulele gesungen.
Und anders als bei den homogenen Vorgängerwerken hat jeder seinen ganz eigenen Charakter. Weil in jedem etwas Neues passiert, was nicht nur nichts mit dem bisherigen Bandschaffen zu tun hat, sondern auch auf dem Album einzigartig ist.
Der extreme Variantenreichtum macht "Third" zum besten Portishead-Album. Punkt.

Die Neuerfindung ist also geglückt. Portishead sind nicht nur wieder da, sie sind besser als je zuvor. Sie sperren sich gegen jede Schublade, sind immer dort, wo niemand anderes ist und berühren und begeistern. Toll, dass es so was gibt.
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am 30. April 2008
Eine Band wie Portishead hat es schwer: Einst hoben sie mit dem großartigen Debüt "Dummy" quasi das Triphop-Genre aus der Wiege und schufen so einen absoluten Meilenstein. Zum zweiten Album hatte ich dann lange Zeit keinen Zugang, denn ich fand es zu sehr der "Dummy" ähnlich vom Klangbild, nur mit nicht ganz so starken Songs. Mittlerweile habe ich auch "Portishead" als gutes Album schätzen gelernt, welchem ich 8 bis 9 von 10 Punkten geben würde – nur gegenüber "Dummy" (für mich 15 von 10 Punkten) fiel es für mich einfach ab!

Und nun das dritte Album. Hätte die Band noch einmal den Sound der ersten beiden Silberlinge aufgewärmt, hätte ich mich wohl nicht so dafür begeistern können, denn was damals total innovativ war, wäre heute nur noch abgeschmackt. Stattdessen kommt da etwas ganz anderes, und jeder Song für sich weist auch eine komplett unterschiedliche Atmosphäre auf – zusammengehalten von der markanten Stimme von Beth Gibbons.

Mitunter meine ich, Sounds wie bei Nine Inch Nails herauszuhören, dann wird es wieder episch wie Filmmusik, nur damit im nächsten Song eine an die Doors oder Velvet Underground erinnernde Orgel das Kommando übernimmt. Alles in allem also eine sehr spannende Entdeckungsfahrt!

Ich habe das Album nun schon mehrmals gehört, und jedes Mal wirkt "Thrid" ein bisschen tiefer, offenbaren sich mir neue Facetten der Songs. Klar, das ist keine Partymusik, die man mal eben nebenbei hören kann, dieses Album will erarbeitet werden. Aber das war es doch letztlich auch, was der geneigte Fan von Protishead erwarten konnte, oder?

Fazit: Für mich sind Portishead mit "Third" nicht an ihrem eigenen großen Namen gescheitert. Das Ganze hat nichts mit einem kommerziell ausgeklügelten Comeback zu tun, sondern ich habe den Eindruck, dass hier Leute Musik machen, die zurzeit wirklich genau ihr Empfinden ausdrückt. Das dies anscheinend ein anderes ist als noch Mitte der 90er-Jahre, ist verständlich – und gut so!
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VINE-PRODUKTTESTERam 22. April 2008
Auch wenn sich das Trio aus Bristol nie so ganz mit dieser Stilbezeichnung anfreunden konnte, gehören "Portishead" zu den Wegbereitern des Trip Hop. Gemeinsam mit Kollegen wie "Massive Attack" und "Tricky" brachten sie Mitte der 90er den "Bristol Sound" in die internationalen (Vertriebs)Kanäle. Gerade mal 2 Alben waren nötig sie in die Hall Of Fame der elektronischen Downtempo Musik zu heben und trotz, oder gerade deswegen, des beklemmenden Charakters und der hellen Stimme von Beth Gibbons haben sich Songs wie "Glory box" oder "All mine" in solch extremen Maße in die Köpfe der Fans gebrannt, dass die ersten Liveauftritte nach ihrer langjährigen Pause in kurzer Zeit ausverkauft waren. Ein Indiz dafür, dass sich der ganz eigene Klangkosmos selbst im heutigen, schnelllebigen Musikgeschäft in seiner ganzen Tragweite halten konnte. Im Zusammenhang mit ihren Livequalitäten bleibt der auf CD/DVD festgehaltene Auftritt mit den New Yorker Philharmonikern im Roseland Ballroom (Roseland NYC Live 1998) berüchtigt.

"Third" lässt bereits 2006 begonnenen Gerüchten Taten folgen. Eine über 10-Jahre erzeugte Erwartungshaltung dann schlußendlich bedienen zu können, stellt sich auf den ersten Blick ungemein schwierig dar, denn die Stimmen derer, die sich nach den alten "Portishead" verzehren, werden immer ebenso laut sein, wie die der Jenigen, die Stillstand schnell mit Ausverkauf in Einklang bringen. Ganz bewusst sollten neue Wege eingeschlagen werden, die in ihrer Summe weder gestellt, veraltet noch verwässert erscheinen. Es ist ihnen trotz allem gelungen stets nach "Portishead" zu klingen und sich die gewisse Gemütsschwere und den Schwebezustand beizubehalten. Effektvoll arrangierte Soundsamples, die um die intensive Stimme von Beth Gibbons kreisen. Kratziger als die Vorgänger, aber dennoch in sich stimmig. "Silence" eröffnet als einer der temporeicheren Tracks mit rollenden Drums und langer Einleitungsphase bis die Königin des gesungenen Schmerzes das Rampenlicht betritt. Downtempo und meditativer Schwermut bestimmen "Hunter" und zermahlen mit ihrem Gewicht, während sich die folgenden Songs Soundexperimenten offen zeigen, sich während ihrer Laufzeit immer wieder selbst neu erfinden und hochschaukeln. In bester Sci-Fi Horror Soundtrack Manier verursachen die Stücke ein inneres Unbehagen und trösten lediglich mit Synthie/Elektronik getragener, melodischer Schönheit wie bei "The rip". Gespenstig und doch einer aufgehenden Blüte gleich ist es "Portishead" gelungen Stilbarrieren zu durchbrechen und ein kaum zu erwartendes Comeback zu landen.

Anspieltipps: "Silence", "The rip" und "Machine gun"
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