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am 7. Mai 2010
Nahezu vollkommene Klangschönheit von der ersten bis zur letzten Minute zeichnet diese Einspielung aus! Prinzipiell könnte man hier sogar das Wörtchen "nahezu" entbehren, denn es steht lediglich für gegebenenfalls mögliche subjektive Empfindungsvarianten... Orchestral wie vokal bravourös umgesetzt - und ohnehin dank durchweg großartiger Besetzung - gibt es bei Haitinks Tetralogie-Interpretation absolut nichts zu meckern. Für ganz besonderen Wagner-Hörgenuss sorgt die an Bayreuth gemahnende Abmischung mit weichem, zu fast unbeschreiblicher Ästhetik verschmelzendem Orchesterklang, welcher sich ganz wie im Festspielhaus durch unaufdringlich kraftvolle Bässe auszeichnet!!

Ein wenig schade nur, dass ein deutliches Grundrauschen hörbar ist. Doch darüber sieht der in freudiger Befriedigung verzückte Hörer dann sehr gerne hinweg, denn keine weiteren Störgeräusche trüben diese extrem saubere Studioaufnahme. Aber vor allem eben im Rahmen einer solchen könnte man sich dann um die Akzeptabilität jenes akustischen Zusatzeffekts in Form gewaltigen Donnergrollens (dramaturgisch durchaus sinnvoll an verschiedenen Stellen eingesetzt) streiten. Mir persönlich gefällt der beeindruckende Donner-Effekt - vor allem im Hinblick auf das Gesamtkunstwerks-Konzept! Ganz sicher hätte sich auch Wagner selbst derartiger Mittel bedient, wären entsprechende technische Möglichkeiten zu seiner Zeit bereits verfügbar gewesen... (Man denke beispielsweise an die Ambossklänge!) Also, schaffen wir kreativen Kinder doch gerne Neues!!

Das Gesamtwerk fließt durchweg in musikalischer Anmut dahin, wirkt niemals unschön gehetzt oder gehemmt. Auch Haitinks Finale der "Götterdämmerung" zählt daher zu den besten Umsetzungen, die ich je gehört habe: Sensibel, hintergründig, gewaltig! Diese "Götterdämmerung" wird in der Tat jenem überaus anspruchsvollen Ruf eines erlösend-entladenden Höhepunkts für innerhalb von 16 Stunden Musik aufgebaute Hochspannung gerecht!

Sollte es jemals doch noch einen objektiv perfekten "Ring" geben, wäre dieser hier wohl bereits sehr nahe dran. Doch Kunst ist und bleibt eben subjektive Geschmackssache. Klang-Fetischisten, die auch Karajans größtenteils bravourösen "Ring" lieben (bei welchem mich persönlich leider gerade der wichtige Höhepunkt nicht so ganz überzeugt) sollten sich Haitinks Aufnahme gleichwohl gönnen - und dann selbst entscheiden.

Fazit: Haitinks erstklassigen "Ring" muss man unbedingt gehört haben - eine Kaufempfehlung ohne jeden Vorbehalt!
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am 21. August 2008
Endlich ist diese Gesamtaufnahme von Wagners "Der Ring des Nibelungen" wieder erhältlich!
Es handelt sich hierbei um eine Neuauflage der ebenfalls von EMI bereits 1993 herausgebrachten Gesamtaufnahme (vgl. also auch die Rezensionen dazu), die seit einiger Zeit vergriffen war und für die recht hohe Preise zu zahlen waren (zum Zeitpunkt dieser Rezension gibt es sogar noch zwei marketplace-Angebote AB 149,99€!).

Wie bei allen Aufnahmen von Wagner-Opern mit dem Orchester des Bayerischen Rundfunks (ein ausgewiesenes "Wagner-Orchester") gibt es am Spiel der "Bayern" nichts auszusetzen, ganz im Gegenteil. Die Tempi sind, was zugegebenermaßen Geschmackssache ist, genau richtig gewählt. Haitink nimmt sie nicht ZU schnell (auch dies mag die gute Textverständlichkeit des Gesangs fördern). Dennoch verliert die Aufnahme nichts an stellenweise sprühender Vitalität.

Die Besetzung der Partien ist durchweg gelungen. Alle Sänger sind stimmlich und technisch auf höchstem Niveau und, wie bereits angedeutet, enorm präsent. Die Texte sind im Vergleich zu anderen Aufnahmen relativ gut verständlich (was für den Hörer ein Textbuch in der Hand dennoch nicht völlig ersetzen kann).

Damit sind bereits Kritikpunkte angesprochen: Die Box besteht aus einer Pappdose, in der die 14 CDs lose in Papphüllen "herumfliegen" - eine äußerst billige Aufmachung. Diese brilliante Aufnahme verdient dies nicht und hätte von EMI mit mehr Liebe behandelt werden sollen. ABER: dafür ist der Preis niedrig und tröstet über diesen "Mangel", der NICHT in der Aufnahme selbst liegt, hinweg.

Nächster Punkt: Das "Booklet" ist zwar mehrsprachig, aber es enthält außer einer Handlungsübersicht zu jeder Oper kaum Informationen und vor allem: KEINE Texte! Wer also über keinen Text des "Rings" verfügt und gerne einen hätte, für den heißt es: extra bestellen (z.B. herausgegeben von Burghold, mit LeitmotivenDer Ring des Nibelungen: Vollständiger Text mit Notentafeln der Leitmotive).

Fazit: Eine in jeder Hinsicht zu empfehlende, genussreiche Aufnahme, die mehr Aufmerksamkeit und Käufer (damit EMI eines Tages vielleicht die Aufmachung bessert) verdient!
55 Kommentare| 31 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. Januar 2012
Der Haitnik Ring ist eine klangschöne Sache mit vielen exzellenten Sängern, doch was Adam da abliefert ist schlicht gesagt eine Katastrophe. Die Stimme bricht immer wieder ab, die hohen Töne sind einfach nur noch "Bruchstücke". Eine schlimme Entgleisung in einer sonst brillianten Aufnahme.
22 Kommentare| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

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