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  • Yella
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Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen
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am 12. Juli 2017
Films of the so-called "Berlin School" (Petzold,Arslan,Schanelec) in the last years frequently represented the German cinema at international festivals, and not with small success. Reactions were often similar: Accolades from the critics, especially those from France, while the non-professional spectators mostly were at a loss with the film because of the slow and fragmented storytelling, the long scenes without cutting, the concentration on close-ups and the staging of space.
All that applies also to "Yella", which for many was the favorite for the "Golden Bear" at the Berlinale 2007, but ended up only with a absolutely deserved "Silver Bear" for the fantastic Nina Hoss.

"Yella" is some kind of finale to Petzold's "Geister-Trilogie", to which also belong "Die innere Sicherheit" and "Gespenster"; films, which are situated in a clearly outlined reality,but whose protagonists glide through their life like phantoms,unseizable and themselves unable to build a relation to the surrounding world. The story itself is quite simple and more or less superficial: Yella, living in East Germany and married to a man whose business is near to bankruptcy, has applied for a job in West Germany and plans to leave her past life behind her. Her husband offers to drive her to the station and after having tried in vain to talk her into staying with him and starting their relationship new , he purposely drives the car through the railing of a bridge into the water. They both manage to get to the bank. Yella then disappears and takes the trip to the west. She doesn't get the promised job, but because of her knowledge of dealing with accounts and her appearance, she gets the job of assistant to a specialist for venture capital. (the film gives brilliant insights into the world of globalized capitalism dominated by greed, betrayal and blackmailing).

Yella comes to enjoy the power and the success. It seems that she made it: A profitable job and a new man in her life. But she ruins it all by her own abnormal ambition fed by love. Well, then there is the end,which displeased so many spectators and was called pretentious, illogical or simply stuck on. But if one watches the film carefully and pays attention to all the visual and acoustic guiding themes, it is logic and convincing.

A formally stern, deliberately cool and strangely mesmerizing lyrical film.
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am 11. Februar 2014
Es ist nicht nur die grandiose schauspielerische Leistung von Nina Hoss in der Titelrolle oder die von ihrem Gegenüber Philipp (Devid Striesow), die die hohe Qualität dieses Films ausmachen. Das ganze Ensemble ist toll und die Fachsimpeleien der beiden bei den Verhandlungen mit in Schwierigkeiten geratenen Unternehmen sind so gehalten, dass der Laie noch folgen kann. Hinnerk Schönemann spielt Yellas gewalttätigen Ehemann Ben erschreckend glaubwürdig. Es ist auch nicht die sonderbare Liebesgeschichte zwischen Yella und Philipp, die auf gegenseitigem Respekt vor dem Umgang mit Bilanzen beruht und beide ins Betrügermilieu abrutschen lässt. In dieser kühl kalkulierten Welt sind beide auf der Suche nach menschlicher Wärme und Zuneigung. Fast könnte man meinen ihre Schwindeleien sind Hilferufe Ertrinkender.
Es ist der kurze Moment am Ende, der den Unfall vom Anfang nochmal aufgreift und weiterentwickelt. Kurz und doch präzise, ohne Worte zeigen Bilder was wirklich passiert war. Und dabei wird deutlich, dass Yellas Ausflug in die Welt der Unternehmendberater nicht vergleichbar ist mit dem täglich grüßenden Murmeltier oder vielleicht nur ein Traum war, sondern eine fiktive Option, die so hätte verlaufen können. So wird alles parabelhaft relativiert und in die Unmöglichkeit transformiert. Was für ein genialer Coup ist Christian Petzold da gelungen.
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Yella möchte ihr altes Leben hinter sich lassen, aber vor allem die letztendlich an einem Firmenbankrott zugrundegegangene Liebe zu Ben. Dieser versucht aber mit allen Mitteln sie nicht aus diesem alten Leben im Osten der Republik entweichen zu lassen. Als sie im Westen eine neue Stelle antreten möchte fährt er sie scheinbar zum Bahnhof. Doch statt dorthin steuert er sein Auto direkt über ein Geländer in die Elbe. Schon das Ende der Geschichte? Nein, den Yella entsteigt wundersam den Fluten, fährt nach Hannover, kann ihre Stelle jedoch nicht antreten, bekommt stattdessen von ihrem Hotelmitbewohner Philipp ein Angebot, ihn auf einer Dienstreise zu begleiten. Eigentlich als schmückendes Beiwerk gedacht, entpuppt sich Yella dabei jedoch als Bekennerin der Materie. Philipp findet gefallen an ihr, nicht nur geschäftlich....

Nina Hoss hat diverse Preis für ihre Verkörperung der Yella erhalten. Das mag wohl sein. Die Geschichte an sich kommt insgesamt jedoch eher wie eine Vorabendserienfolge rüber denn als Kinofilm. So richtig glücklich konnte ich jedenfalls nicht mit dem Film werden. Das Ende kommt überraschend und musste in seiner Abruptheit erst nochmals nachgedacht werden, um für sich eine möglicherweise logische Schlussfolgerung zu ziehen. Für diesen Kunstgriff gibt es ein Lob, wenngleich es objektiv letztendlich nicht gänzlich schlüssig ist.
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am 25. November 2009
Christian Petzolds Filme sind eiskalt. Vollständig durchkomponiert, kein Blatt, kein Wort, keine Farbe mehr als nötig. Dafür seelenlose Blicke von seelenlosen Menschen. Keine Emotionen, nur Verstörungen. Diese Filme haben etwas gewaltsames - nicht körperlich, aber seelisch. Petzolds Figuren sind Schattenmenschen.

Yella (Nina Hoss) ist eine dieser Schattenmenschen. Yella ist tot. Sie lebt das Leben, das sie vor sich gehabt hätte, in einem Bruchteil der Sekunde ihres Todes. Zusammen setzt sich dieses Leben aus den letzten Stunden vor ihrem Tod. Diese Stunden dauern 12 Minuten im Film. Aus den Versatzstücken dieser 12 Minuten baut Petzold also den restlichen Film. Die rote Bluse, die Zugfahrt samt Kleidungswechsel im 1. Klasse Abteil, das rote Auto, das Geldscheinbündel ihres Vaters, das weiße Hemd und das Aussehen ihres Mannes, die Anschaffungs- und Abschreibungskosten von Hardware, das Schälen einer Orange und nicht zu vergessen: Wasser als Element des Todes. Ein ebenso genialer, wie effektiver Kunstgriff.

Eine Faszination geht von dieser makellosen Kälte aus. Diese fast sterilen Orte (Hotels, Konferenzräume), die kalten Blicke, kalten Farben, die Beobachtungssituation einer objektiven Kamera (zugespitzt in den Überwachungs-Video-Bildern, die Petzold in jedem seiner Filme einsetzt), verhindern jede Empathie.

Wenn der Film beendet ist, ist man wie nach jedem Petzold-Film erschlagen. Man fühlt sich vollständig leer. Man muss sich zurückholen. Es ist vorbei! Es war nur ein Film und das eigene Leben ist verglichen mit Petzolds Filmen so lebendig. Man muss nur versuchen zurück zu kommen in dieses eigene Leben.
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am 19. Juni 2015
Yella (Nina Hoss) verläßt Ben (Hinnerk Schönemann) , mit seinem Mißerfolg im Geschäft scheint auch ihre Liebe zu ihm verflogen. Sie läßt sich noch von ihm breitschlagen, sich zum Bahnhof fahren zu lassen, er macht jedoch einen Umweg, schließlich steuert er den Wagen durch ein Brückengeländer, sie versinken im Wasser. Kurze Zeit später schleppen sich beide an Land. Nina wird schnell wieder wacher, sie schnappt sich ihre Taschen.Kurz davor kommt heftiger Wind auf, und wir hören Laubgeraschel und einen krächzenden Vogel.
Jetzt ist Nina im Abteil eines Zuges ,das Ziel ist Hannover, wo sie zur Probe einen Job in der Buchhaltung eines erfolgreichen Unternehmens antreten wird. Sie wechselt die nasse Kleidung. In der Großstadt angekommen, nicht am Bahnsteig, sondern an einem Nebengleis, da sie eingeschlafen war, erreicht sie schließlich den fast menschenleeren Bahnhofsvorplatz. Doch der Betrieb ist konkurs, sie hilft unwissend noch dem Chef, dann ist sie im Hotel, in dem sie in der Probezeit leben will.
Hier lernt sie den Unternehmensberater Philipp (Devid Striesow) kennen, der sie zuerst auf Honorarbasis als Statistin bei seinen Geschäftstreffen engagiert, bald erweist sie sich aufgrund ihrer Kenntnisse als Buchhalterin viel wertvoller und findet Gefallen an der unmoralischen Tätigkeit.
Auch Ben hat überlebt und stellt ihr mehrmals nach, entführt sie gegen Ende quasi wieder Richtung Wittenberge, von wo sie geflohen war. Machen sie es jetzt gemeinsam besser?

Der Film lebt von Nina Hoss und ihrem einmaligen Spiel. Mancher beklagt, sie habe immer nur denselben Gesichtsausdruck. Ich kenne spätere und frühere Filme von Petzold mit Hoss, "Yella " und "Fenster zum Sommer" gehören zu den ersten Filmen die ich mit ihr gesehen habe , letzterer nicht von Petzold. Schon seit diesen Filmen bin ich begeistert von Nina Hoss. Sie hat oft denselben Gesichsausdruck, aber was sie ausmacht, sind feinste Nuancen darin, durch die sie mehr aussagt als andere mit dem gesprochenen Wort, ihre zum Teil spärliche Gestik, ihre Körperhaltung sind ungeheuer authentisch wirkend, in dieser Hinsicht ist allenfalls Sandra Hülller mit ihr vergleichbar. Nina Hoss lebt ihre Rollen.
"Ich muß mir jeden Satz glauben" lautet der Untertitel des lesenswerten Buches "Nina Hoss" von Rainer Rother aus dem Jahre 2006. Sie spielt nicht Szene für Szene, sie hat die Filmfigur verinnerlicht und spielt nicht nur, was der Regisseur vorgibt, sie verbessert den Film unabhängig von ihrem Spiel. Und wenn sie mit Striesow synchron lächelt und dann beide in herzhaftes Gelächter ausbrechen, sieht man, was selbstverständlich ist: sie kann auch überzeugend lachen, vielerlei Emotionen überzeugend herüberbringen.

Der Film vermittelt eine kalte, zum Teil unwirklich erscheinende Atmosphäre. Leerer Bahnhofsvorplatz, kaum Pasassanten auf den Straßen, wiederholt Flashbacks, in denen Yella die Geräusche vom Beginn wieder vernimmt: Wasserglucksen und -strömen, Blätterrauschen im Wind, Vogelgekrächze , bedrohlich wirkend. Meldet sich hier ihr schlechtes Gewissen, weil sie Ben verlassen und allein am Ufer zurückgelassen hat?
Das Ende haben natürlich Rezensenten fast von Anfang an gewußt! Pathologen nennt man auch "postmortale Klugscheißer". Aus beruflichen Gründen schätze ich Pathologen, solche Rezensenten weniger, zumal wenn sie spoilern.

Welche Botschaft vermittelt der Film? Man mag behaupten, ich wisse es selber nicht, wenn ich wieder sage, daß man mehrere darin sehen kann, dazu später.
Der Film beihaltet Kapitalismuskritik. Er zeigt insbesondere, wie Heuschrecken, Vermittler von Firmenübernahmen, gewissenlose Lügner skrupellos Existenzen vernichten, bis hin im wahrsten Sinne des Wortes. Devid Stresow macht und spielt dies hervorragend.
Yella ist eine Frau, die die Liebe an ökonomischen Erfolg des Partners koppelt, eine Frau, die selber Spaß an dem bösen Spiel findet, selber einen Betrug versucht, auch wenn dieser mißlingt. Sie ist aber gleichzeitig von Gewissensbissen (Flashbacks) nicht frei, sie hat aber, auch mimisch erkennbar (von wegen immer gleiche Mimik!) Spaß an der Arbeit, zunehmend mehr, als sie nicht nur Stichwortgeberin und attraktiv ist, sondern auch einen aktiven Part übernimmt.
Es ist ein Film, der von der Vereinsamung von Menschen handelt. Sie hat außer der Arbeit nichts, außer dem Job und einer beginnenden Beziehung mit Philipp sehen wir sie oft mit der "Standardmimik" in ihrem unpersönlichen Hotelzimmer. Den gleichen Eindruck vermittelt auch Philipp. Erlebt für den Job und seinen Traum, mit ausreichend ergaunertem Kapital eine erfolgreiche Zulieferfirma zu übernehmen, deren Erfolg aber auch auf Betrug beruht. Ansonsten ist er heimatlos, einsam wie Yella, vielleicht deshalb harmonieren sie auch so gut.
Es ist ein Film über Illusionen, Träume und Lebensentwürfe, die scheitern.
Weitere Aussagen sind sicher zu finden.

Nun zu >später< : Für mich ist der Film eine Darstellung von Zerrissenheit von Menschen: Menschen die sich ihren Erfolg durch Einsamkeit erkaufen, die oft gefühllos erscheinen und es zum Teil auch sind. Menschen , die außer dem Erfolg wenig haben, manchmal begehrt , aber nicht geliebt erscheinen. Auch die anderen Interpretationen spielen bei mir mit eine Rolle, die jetzt genannte istfür mich die wichtigste, den solche Menschen sind Paraderollen für Nina.

ZUrück zum Anfang: Bereits mit ihrer ersten Filmrolle im Alter von 21 Jahren erregte Nina Hoss als "Das Mädchen Rosemarie" Aufsehen und erntete Bewunderung. Wenn sie heute genannt wird, dürften viele Filmfans mit ihr weniger anzufangen wissen als zum Beispiel Senta Berger und Iris Berben, den beiden am häufigsten u.a. mit zahlreichen Filmpreisen und weiteren Auszeichnungen geehrten großen Darstellerinnen. Nun, für mich müssen diese Preise nicht unbedingt ein Qualitätsbeweis sein. Insgesamt erscheinen sie mir aber berechtigt, auch wenn ich nicht alle Filme der beiden gesehen habe, wobei Senta Berger sicher schon als lebende Legende bezeichnet werden darf, Iris Berben vielleicht auch.
Nina Hoss hat seit 1997 mit jetzt 40 Jahren 20 überwiegend renomierte Preise erhalten, 1993 auch das Bundesverdienstkreiz (wie die beiden vorgenannten Filmgrößen), und ihre Karriere dürfte noch nicht vorbei sein. Ihre Preise sind sicher ihrer Schauspielkunst gewidmet und nicht Nebeneffekt kommerziell sehr erfolgreicher Filme, von denen aber auch mehrere hohe Auszeichnungen erhielten.In ihren meisten Filmen war sie für mich unersetzbar, ein wichtiger Grund für die positiven Bewertungen und Ehrungen. Auch als Theaterschauspielerin ist sie gefragt und verehrt.

Christian Petzold hat mit Nina Hoss und durch ihre schon oft als konstruktive Mitarbeiterin zur Verbesserung seiner Vorstellungen gelobte Darstellerin mit "Yella" wieder einen außergewöhnlichen Film gedreht.

Sollte jemand kritisieren, daß ich hier mehr Nina Hoss gewürdigt als den Film rezensiert habe, ein oder mehrere Körnchen Wahrheit sind dran. Man möge es verzeihen, ich kann nicht anders.

Doc Halliday
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am 15. Februar 2012
Ich habe den Film schon zweimal gesehen uns ich werde ihn heute Abend wieder anschauen. Die Schauspieler sind in jeder Einstellung auf der Höhe ihres Könnens und die klaren uns schnörkellosen Einstellungen geben ein hartes, echtes Bild von der ost- und westdeutschen Wirklichkeit. Gerade die Kargheit der Bilder lässt dem aufmerksamen Zuschauer Raum, um bis tief in die verletzten Seelen der Protagonisten sehen zu können. Sie tun ihr Bestes, aber scheitern trotzdem. Und dann kommt dieser geniale Schluss und alles war ganz anders ... An diesem Punkt möchte man den Film eigentlich sofort von neuem sehen.
Gibt es ein größeres Kompliment?
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am 7. April 2010
... hat dieser Film: Er ist klug, originell, teilweise sogar raffiniert. Nirgends mainstream, keine Minute langweilig. Und die Darsteller sind sogar meisterhaft (einer der vielen Höhepunkte des Films: Burkhart Klausner als Wasserleiche).
Dennoch nur vier von fünf Punkten, da auch einige typische Autorenfilm-Mängel zu verzeichnen sind: die Bilder zu simpel, mitunter bringen linke Ideologismen den Dialog zum Holpern und die symbolisch eingesetzten Soundeffekte wirken auch manchmal ein bisschen künstlich.
Aber sonst ist alles gut: Der Film stellt die richtigen Fragen, er ist differenziert und genau und ein hervorragendes Portrait ostdeutscher Erfahrungen mit der westlichen Finanzwelt nach 1989. Das Frühlingsgrün zwischen leeren Straßen und Häusern in Wittenberge, das Wasser der Elbe, die Melancholie und seelenlose Perfektion ostdeutscher Aufsteiger (man denke an Kai Pflaume oder Angela Merkel) werden klug und stimmig ins Bild gesetzt. Dass im Vergleich dazu der westdeutsche Finanzgauner (dargestellt von Devid Striesow) eher blass bleibt, mag man bedauern - wie es hier schon einige Kommentatoren getan haben - wirklich schlimm ist es nicht. Schließlich geht es um Yella (Nina Hoss). Und die ist wirklich großartig.
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am 31. Dezember 2014
SPOILER von Kultur-Ostbayern vom 25. November 2009

Lest die obig erwähnte Rezension nicht, es wird gespoilert ohne Ende, leider war der Film somit für mich keine Überraschung mehr, denn ich habe es zuvor gelesen :-(

Anspruchsvoller Film, doch man sollte so wenig wie möglich vom Inhalt wissen damit der Film vollends wirken kann.
Allgemein 3 Sterne.
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am 22. September 2008
Viele Regisseure bezeichneten das Filmen als einen verzweifelten Kampf gegen Vergänglichkeit und Tod. Petzold versucht in seinem neusten Film Yella etwas anderes. Er baut eine filmische Schleife, die Nina Hoess, ohne es zu wissen, immer enger zieht, bis sie am Ende erkennt, dass der Tod die einzige Rettung ist. Ob man dabei die Erzählung von Anfang als Rückblick versteht oder erst nach und nach, ist im Grunde egal. Denn das beklemmende Bauchgefühl eines sicheren Scheiterns vermittelt sich in den starren Bildern und der künstlichen Geräuschskulisse wie von selbst. Der erzählerische Kunstgriff der direkten vorwärts gerichteten und indirekten rückblickenden Erzählung der gleichen Geschichte macht Yella aber auch jenseits dieser gekonnt inszenierten Thrilleratmosphäre zu einem intellektuellen vielleicht philosophischen Ratespiel, das noch lange nachwirkt.
Eine rein politische Lesart des Films, als eine Kritik des menschenverachtenden Turbokapitalismus scheint mir ' ob von Petzold beabsichtig oder nicht ' unangebracht. Denn nicht die etwas klischeehafte Darstellung von Business Meetings ist die Stärke des Films, sondern Yellas verzweifelter Kampf um Freiheit und Nähe, der an große Vorbilder wie Hitchcocks Marnie erinnert.
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am 24. Juli 2008
"Yella" ist einer der stärksten deutschen Filme der letzten Jahre. Christian Petzold gelingt mit diesem Film eine formal wie inhaltlich überragend gestaltete Geschichte, deren Spannweite von der Provinzerzählung über eine Wirtschaftskritik bishin zum surrealen Märchen reicht.

Der Film läuft auf einen großen Clou im Plot hinaus, einen Wendepunkt, der alles Gesehene in einen anderen Kontext stellt. Was mich dabei fasziniert, ist dass sich "Yella" aber nicht einzig und allein auf diesen Wendepunkt verlässt. In vielen Filmen läuft alles nur auf den einen "Twist" hinaus: Beim ersten Sehen große Verwirrung, Schmunzeln bei der Auflösung und schließlich beim zweiten Sehen Freude an den eigentlich doch recht plakativ eingestreuten Hinweisen. "Yella" hingegen ist auch beim zweiten Hinsehen nicht plakativ, sondern unheimlich zurückhaltend und dabei sorgfältig inszeniert. Der Film bleibt auf magische Weise stets in der Schwebe und selbst am Ende kann man nicht so richtig sicher sein, was man denn nun denken und glauben soll.

Was mir persönlich besonders gut gefallen hat, ist die dem Film innewohnende Wirtschaftskritik, die ebenfalls nicht plakativ vorgetragen wird. Yellas Beziehung ist über die Pleite der Firma ihres Mannes in die Brüche gegangen und sie möchte nun einen Neuanfang im entfernten Hannover wagen. Yellas Geschichte ist die einer Frau, die mehr zufällig in die Welt des großen Geldes rutscht und Gefallen an ihrer neuen Rolle findet. Nina Hoss' famoses Spiel spiegelt den Wandel dieser Frau hervorragend wider. Zunächst wirkt sie fahrig, geduckt, verängstigt, ist eine Frau, die es gewohnt ist, auf der Verliererseite zu stehen. Doch später wächst ihr Selbstbewusstsein, in Verhandlungen tritt sie souverän auf, sie wächst auch körperlich in die Gewinner-Rolle. Allerdings möchte Yella auch weiter gehen, erliegt der Versuchung des schnellen Geldes, möchte neben dem beruflichen nun auch ihr privates Glück machen. Und so ist ihr Wandel zur Gewinnerseite auch ein Wandel zu Amoral. Dabei geht sie einen Schritt zu weit und stürzt andere Leute ins Verderben. Bis sie schließlich selbst - noch einmal - stürzt.

Dieser Film ist ein echtes Kunstwerk. Neben den durchweg gut besetzten Rollen sind es insbesondere das Spiel mit Farben und die Tonebene, die "Yella" weit über den Durchschnitt hinausheben. Wie sich das Rascheln der Blätter, das Säuseln des Windes und das Rauschen des Wassers in Yellas Momenten größter Verwirrung zu einem bedrohlichen Klangszenario wandeln, ist große Kunst. Die surreal angehauchten Szenen, in denen Yella wie fremd wirkt, andere Leute durch sie hindurchschauen, als sei sie nicht existent, sind sehr gut umgesetzt worden, ohne dabei den stilistischen Rahmen des Films zu durchbrechen. Hier handelt es sich nicht um groteske David-Lynch-Lookalike-Szenen, sondern um Szenen, die nur knapp neben der Realität stehen. Und dennoch haben diese Szenen ebenso eine Sogwirkung wie Lynch in seinen besten Momenten.

Meine uneingeschränkte Empfehlung für diesen in jeder Hinsicht gelungenen Film!
11 Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

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