Hier klicken Sale Salew Salem Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren PR Launch Cloud Drive Photos Learn More TDZ Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Read for free AmazonMusicUnlimitedEcho longss17

Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
64
4,0 von 5 Sternen
Format: DVD|Ändern
Preis:13,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 17. März 2017
Habe mir gestern mal diesen wirklich gut inszenierten Film von Robert Redford angeschaut, nachdem der schon jahrelang bei mir im Schrank lag. Der Film ist mit seiner Darstellerbesetzung Meryl Streep, Robert Redford und Tom Cruise wirklich gut besetzt. Auch Andrew Garfield, hier in einer seiner ersten großen Rollen macht seine Sache sehr gut. Der Film ist sehr dialoglastig und bestimmt nichts für einen gemütlichen Couchabend. Dazu muss man der Handlung doch genau folgen, die ja auch durch die 3 Handlungsfäden immer wieder aufgesplittet wird.
Da geht es zum einen um einen smarten aber aalglatten Senator (Tom Cruise/großartig) der einer Reporterin (Meryl Streep) seine neue Offensivtaktik in Afghanistan schmackhaft machen will. Im anderen Fall versucht ein Professor einem begabten Studenten klarzumachen, sein Leben nicht zu vergeuden und über die Zukunft nachzudenken. Und dann ist da noch der Fall mit den 2 Soldaten, die während eines Einsatzes im Hindukusch von Kameraden getrennt ,verletzt und von Feinden umzingelt, auf Rettung hoffen ! Irgendwie haben diese Personen auf eine Art alle miteinander zu tun; wenn nicht persönlich dann doch durch das Thema des Films. Der Film regt bestimmt zum Nachdenken an und ist aktueller denn je ! Ich würde auch nicht mal sagen, dass er so typisch amerikanisch ist ; manches kann man auch in unsere deutsche Gesellschaft interpretieren.
Die Botschaft ist doch ganz klar, über sein Leben nachzudenken, zu seinen Überzeugungen zu stehen und sich nicht von berieselnden teilweise verfälschenden Medien beeinflussen zu lassen. Jeder sollte seine Möglichkeiten ausschöpfen; nur dann kann man später sagen, man hat etwas bewegen wollen, auch wenn die Handlungen vielleicht nicht mit dem gewünschten Erfolg gekrönt wurden ! Ganz starker Beitrag zum Thema der heutigen Gesellschaft von Robert Redford !
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. März 2008
...lässt Regisseur Robert Redford seine Reporterin Janine Roth(Meryl Streep) in einem Interview mit dem ehrgeizigen Senator Jasper Irving(Tom Cruise) sagen. Nach 88 Minuten -Von Löwen und Lämmern- müssen wir uns dieser Feststellung(leider) bedenkenlos anschließen. Redford hat mit seiner Inszenierung einen äußerst geschickten Schachzug verfolgt. Das, was vielen Schriftstellern zum Geniestreich verhalf, hat Redford auf das Medium Film übertragen. Er beleuchtet die große Misere Amerikas mit dem Krieg gegen den Irak, in drei Einzelschicksalen. Dabei wird er niemals polemisierend oder rechthaberisch. Redford benutzt die Bilder als Anstoß für den Zuschauer, nicht als vorgefertigte Meinung.

Die Reporterin Janine Roth interviewt den Senator Irving. Der ist der kommende Mann in der Politik und zeichnet für die neue Taktik der amerikanischen Streitkräfte in Afghanistan verantwortlich. Irving will mit Roth einen Deal abschließen. Sie erhält Informationen und er dafür im Gegenzug eine gute Presse. Dabei versucht Irving alten Wein, nämlich die gescheiterte amerikanische Vietnam-Kriegstatktik, in neuen Schläuchen zu verkaufen. Doch Roth ist nicht dumm. Sie prüft Irving mit geschickten Fragen auf Herz und Nieren und ist erschreckt, über dessen Ansichten. Am Ende muss sie entscheiden, wie sie mit dem Interview umgehht.

Zur gleichen Zeit begleiten wir die zwei Soldaten der amerikanischen Armee, die früher bei Professor Malloy(Robert Redford) studierten. Beide haben sich für die Armee entschieden, um etwas für das Land zu tun. Bei einem Platoon-Vorstoß sollen sie einen strategisch wichtigen Hügel besetzen. Sie ahnen nicht, dass sie in eine verhängnisvolle Falle tappen, aus der es kein Entrinnen mehr gibt...

Zur gleichen Zeit führt Malloy in der Uni ein Gespräch mit dem talentierten Politikstudenten Todd(Andrew Garfield). Todd weiß, wie die Mühlen der Politik mahlen, aber er kann sich nicht entscheiden, etwas zu tun. Malloy versucht mit Geschick und Überredungskunst den Jungen dazu zu bringen, etwas für sein Land zu tun. Und zwar nicht mit der Waffe in der Hand, sondern mit vielen anderen Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen. In diesem Gespräch erfahren wir auch, wie der Film zu seinem Titel kam. Im erten Weltkrieg, bei der Schlacht an der Sommme, waren die Deutschen derart von der Kampfkraft der britischen Soldaten beeindruckt, aber auch gleichzeitig von der Unfähigkeit ihrer Führung entsetzt, dass sich das Zitat: "Ich habe noch nie solche Löwen gesehen, die von solchen Lämmern geführt wurden" über den Krieg gerettet hat.

Redford hat mit -Von Löwen und Lämmern- einen erwachsenen, kritischen Film über Amerika und den Krieg gedreht. Als Zugabe für diesen kritischen Stoff ist die Besetzung mit Cruise, Streep und Redford selbst ein absoluter Bonus. Redfords persönliche Meinung, dass die Medien, das Bildungs- und Erziehungssystem, so wie das Militär versagt haben, lässt er uns im Film nicht mit einer Hau-Drauf-Mentalität spüren. Ganz im Gegenteil, wir haben das Recht zu entscheiden, Redford liefert lediglich die passenden Bilder dafür.

Wer Redford auf seiner Promotion-Tour für den Film hören und sehen konnte, der weiß, wie ernst es ihm mit dem Thema ist. -Von Löwen und Lämmern- ist engagiertes Kino für ein breites Publikum. Mitten aus dem Leben und doch manchmal vom menschlichen Verständnis so unendlich weit entfernt. Schön, wenn es mehr mutige Männer wie Redford geben würde.
11 Kommentar| 45 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Februar 2009
Ich muss meinem Vorredner unter mir widersprechen.
Mich hat der Film sehr beeindruckt, voin der Story, die ja praktisch in 3 Teile aufgeteilt und trotzdem miteinander verbunden ist, von den psychischen Wortduellen zwischen der Journalistin (Meryl Streep) und dem jungen Senator (Tom Cruise) oder zwischen dem College Professor (Robert Redford) und einem seiner Studenten und letzendlich von der Frage, die sich am Schluss dem Zuschauer stellt: "Was hättest DU getan?"
Der Film lässt einen wirklich mit dieser Frage allein zurück und sie ist verdammt schwer zu beantworten, da nun mal alles auf dieser Welt 2 Seiten hat.
Ich empfinde den Film schon als Anti-Kriegsfilm, besonders am Schluss, wenn die Journalistin an dem Nationalfriedhof vorbeifährt und man sich als Zuschauer fragt: "Wofür sind diese vielen Soldaten in Afghanistan und Irak eigentlich gestorben?"
Und dennoch lässt er sich nicht über die Schuld der Regierung oder der Medien aus. Es ist eine bloße Auseinandersetzung der Entscheidungen.
Mich hat die Geschichte sehr beeindruckt und auch die Darsteller sind fantastisch und ich meine wirklich alle.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
HALL OF FAMETOP 1000 REZENSENTam 13. Dezember 2011
Nach 7 Jahren Enthaltsamkeit präsentierte Robert Redford 2007 "Lions for Lambs". Im deutschen Titel - "Von Löwen und Lämmern" - geht leider der ursprüngliche Sinn verloren: "Löwen" sind in Redfords Definition starke, intelligente Persönlichkeiten, die sich im positiven Sinne für das Gemeinwohl einsetzen. Doch sie werden geopfert - für "Lämmer", im Deutschen würde man sagen "Luschen", die in den oberen Etagen der Wirtschaft und Politik sitzen und "Menschenmaterial" wie beliebig verfügbare Ressourcen verheizen.

Alles ereignet sich - an drei Handlungsorten synchron - in einer guten Stunde:

Die TV-Journalistin Jarine Roth (Meryl Streep, 59) wird von Senator Jasper Irving (Tom Cruise, 45) kunstvoll umgarnt, seine "neue" militärische Erfolgsstrategie für Afghanistan in den Medien zu bejubeln: Er will nach mittelalterlichem Vorbild Berge im Feindesland besetzen.

Professor Stephen Malley (Robert Redford) versucht derweil seinen talentierten Schüler Todd Hayes (Andrew Garfield) zu einem politisch engagierten Studium und Leben zu bewegen. Malley ist erkennbar übermotiviert - denn dem guten Professor sind gerade zwei Hoffnungsträger weggelaufen, um das geliebte Vaterland am Hindukusch zu verteidigen.

Womit wir beim dritten Handlungsstrang wären: während gerade der Senator seine geniale Strategie verkauft und der Professor um seine Schützlinge bangt, versuchen diese, in einer Nacht-und-Nebel-Aktion einen Berg tief im von T*lib*n besetzten afghanischen Gebiet zu erobern.

Redfords Taktik möchte offenbar verschiedene Gruppen ansprechen, indem er sie zunächst scheinbar unterstützt, um dann durch eine "erhellende" Wende die Problematik ihrer Einstellung zu verdeutlichen:

I. Die amerikanischen Patrioten. Tom Cruise kann als geleckter Senator seine Scientology-Rhetorik gnadenlos umsetzen und hohe Prozentzahlen der an Patriotismus leidenden Zuschauer hinter sich versammeln, bis ein Telefonanruf ihn und die Zuschauer aus den Weltmacht-Träumen holt: Die "stärkste Armee aller Zeiten" bekommt in guter Tradition mal wieder von ein paar "im Mittelalter stecken gebliebenen Horden von Unt*rmenschen" gezeigt, dass Arroganz und Hitechspielzeug nicht genügen, um Kriege zu gewinnen.

II. Die freieste Presse der Welt. Während Meryl Streep noch ein "beinhartes" Interview führt, identifizieren sich vermutlich Myriaden ehrgeiziger Journalisten vor der Leinwand. Aber eine einzige Replik des Senators lässt die Luftblase von der "Vierten Gewalt" platzen: Immer und überall haben die Medien nur den Jubelchor für all die falschen Regierungsentscheidungen gespielt, von Vietnam bis zum Irak. Spätestens, wenn nach dem Interview die Star-Journalistin von ihrem Chefredakteur aus den Träumen eines kritischen Journalismus geholt wird, weiß jeder Zuschauer: Es gibt in einem Militärstaat wie der USA keine freie Presse - ihre Freiheit beschränkt sich darauf, die Regierung zu bejubeln.

III. Jungen, talentierten Menschen steht die ganze Welt offen, solange sie nur zielstrebig und engagiert agieren. Vom Tellerwäscher zum Millionär, von den Slums zur Präsidentschaft. Auch dieses Märchen unterstützt der Film zunächst in der langen Diskussion des Professors mit seinem Lieblings-Studenten. Bis deutlich wird: Er hat vergeblich geträumt. Seine Ex-Schüler sterben gerade am Ende der Welt einen elenden und überhaupt nicht glorreichen Tod. Sie glaubten dies tun zu müssen, weil für Latinos und Blacks aus der Unterschicht in den USA ohne Heldenmären eine politische Karriere kaum vorstellbar ist.

Am Ende werden zarte Hoffnungen angedeutet. Die Journalistin überlegt, ihren Job aufzugeben. Doch wir haben vorher erfahren, dass sie damit zwar ihre wirtschaftliche Existenz vernichtet, aber wohl kaum irgendetwas bewegen kann. Der Meisterschüler erwägt, doch wieder in die Vorlesungen zu gehen. Aber wie ein einsames Löwen-Gebrüll in der Herde der blökenden Lämmer gehört werden sollte, verrät uns Robert Redford nicht.

Während an den Studioaufnahmen nichts zu kriteln ist, fragen sich manche angesichts wenig überzeugender Action-Aufnahmen, wo die 30 Millionen Produktionskosten geblieben sind, wenn die berühmten Darsteller schon angeblich zu ermäßigter Gage angetreten sind.

Den Rezensenten störte am meisten, dass die Chemie im Schüler-Professor-Gespräch nicht stimmte. Während Cruise und Streep einen guten Job abgeliefert haben, störte in der Uni eine unübersehbare Diskrepanz zwischen Rolle und Typ bei Andrew Garfield, dem man den "hochbegabten Menschen mit Charisma" ungern abnehmen möchte. Man stelle sich nur mal im Vergleich einen Rudi Dutschke vor, dann weiß man, was ich meine. Entsprechend wirkte die (lange, lange, lange) Diskussion auch streckenweise hölzern und aufgesetzt. Mir unverständlich, was ein Robert Redford, den ansonsten eine extreme emotionale Intelligenz auszeichnet, mit so einer Besetzung zu erreichen hoffte.

Schließlich werden die kritischen Töne des Films leider gerade von denen, die er ansprechend wollte, schlicht ignoriert. Gerade unheilbare Patrioten und kranke Krieger fühlen sich offensichtlich sogar -zumindest in Teilen - durch diesen Film bestätigt. Redfords Methode hat ohne Zweifel Stil, aber ob er glücklich damit ist, wenn er nun zum nächsten Treffen der Waffenlobby eingeladen wird, darf man wohl bezweifeln.

Im Ansatz also ein schöner, ausgezirkelter Plot, der einem Dürrenmatt Ehre machen würde - der aber leider nicht in Konsequenz durchgearbeitet worden ist und vor allem für viele "normale" Zuschauer offensichtlich zu leicht fehl interpretiert wird. Dennoch geht die Zeit schnell vorbei, und Stoff für Gespräche bietet der Film allemal.

Im Original 92 Minuten, Format 2,35:1 auf 35 mm Film anamorph, 2K Digital Intermediate, DD|DTS|SDDS (IMDB)

jury 3* A0286 13.12.2011eg Genre: Drama | Thriller | Krieg
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Mai 2008
Die Politik bedient sich der vierten Macht im Land, der Presse, und ein republikanischer Abgeordneter bestellt eine erfahrene und renommierte Reporterin zu einem Exklusivinterview. Er berichtet ihr ausführlich von einer neuen militärischen Strategie in Afghanistan und beantwortet die daraus entstehenden Fragen süffisant und wenig überzeugend.

Zur gleichen Zeit stecken zwei ehemalige Studenten, die sich freiwillig zur US-Armee gemeldet haben, in Afghanistan in ernsten Schwierigkeiten. Abgetrennt von ihrer Truppe stehen sie verletzt in einer verschneiten Gebirgskette unter Beschuss. Die ganze zur Verfügung stehende Hightech der Armee reicht nicht um die beiden zu retten.

An einer Hochschule nimmt ein Professor einen begabten Studenten ins Gebet. Seine Leistungen seien recht ordentlich und auch seine rhetorische Mitarbeit beachtlich, dennoch hat der Professor die Befürchtung, dass die übrigen Ablenkungen seine weitere geistige Entwicklung beeinträchtige.

Der Film berichtet in drei Handlungssträngen von US-Amerikanern in verschiedenen Entscheidungspositionen. An der Front jene, die mit ihrer Haut und der hochgelobten Hightech den Schutzschild ihres Landes bilden und zu Hause jene die den Krieg als akzeptables politisches Instrumentarium ansehen. Pittoreske Szenenbilder, filigrane Dialoge und ausgezeichnete schauspielerische Leistungen generieren einen denkanstößigen hochpolitischen Film.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. April 2008
Der Film ist, oberflächlich betrachtet, ein amerikanisches Politikdrama über Helden, Militär, Terroristen und jeder Menge Pathos.

Aber lassen wir mal die Taliban, die Kriegsmaschinerie, Politiker, USA-Flaggen und vergleichbares Dekor weg.
Was bleibt dann?
Eine Parabel an das Leben.Die eine Frage, die sich jeder schon (mindestens)einmal gestellt hat.
Was wäre wenn?
Oder:
Wäre ich einen anderen Weg gegangen, wo wäre ich dann?
Es geht hier ganz klar um Entscheidungen.Um die Gewissensfragen vor einer, und die Konsequenzen nach einer Entscheidung.

Wie dieses Thema umgesetzt wurde, ist schon beachtlich.
Excellente Dialoge, kunstvolle Kameraeinstellungen, passender Soundtrack und -nicht zu vergessen- die einmalige Auswahl an Schauspielern.
Natürlich kann sich der Eine oder Andere an Tom Cruise, den Längen im Film oder das Ende stören.
Meiner Meinung nach ist das Gesamtwerk aber nahezu perfekt gelungen.
Für meinen Geschmack ist es nur leider etwas zu kurz geraten.

Mein Fazit:
Wer bei einem Film Wert auf Dialoge und Anspruch legt und auch noch am nächsten Tag über das Gesehene nachdenken möchte, ist bei "Von Löwen und Lämmern" sehr gut aufgehoben.

Bonusmaterial:
Von Löwen und Lämmern" Teaser-Trailer & Kino-Trailer
Walküre" Trailer
Audiokommentare Audiokommentar von Regisseur Robert Redford
Making-Of Von Löwen und Lämmern"
Der rote Faden / Drehbuch, Handlung
Die Wiedergeburt eines Filmstudios: United Artists
0Kommentar| 29 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. Juni 2012
"von Löwen und Lämmern" ist ein Film in drei Geschichten - aber kein Episoden - Film.

Eine gestandene Journalistin wird von einem jungen Senator eingeladen.
Ein Professor bittet einen Studenten zum Gespräch.
Zwei junge Soldaten stürzen im Einsatz ab.
Die Soldaten waren auch einst Studenten des Professors (Redford, der auch die Regie übernahm),
die Journalistin (Streep, brillant in der Rolle!) streikte einst an der Seite des Professors.
Die Letztere bringt das getackerte Lächeln "ihres" Senators nicht zum Einsturz,
Der Prof aber den Studenten zum Denken.
Und die Soldaten kämpfen.

Drei Geschichten, die ineinander verschränkt zum Nachdenken bringen, und doch keinen Schuldigen benennen:
Die Jugend, die Geld verdienen will und nur aufsteht, wenn das nicht klappt, wie gedacht,
die Armen, die sich verpflichten lassen, um aufzusteigen,
die Politiker, die Pläne schmieden.
Die Presse, die das gut heißt und die Bilder transportiert.
Und die Intellektuellen, die nur andere bewegen wollen, statt selbst zu handeln.

Wirklich gut kommt hier niemand weg, und neben der spannenden Handlung macht das den Film so gut und real.

PS: Während ich den Film sah, lief in der Newsbar von NTV: Cruise und Holmes lassen sich scheiden.
Das ist ein kleiner, nicht einmal erlogener Hinweis an alle, die den Film bis zum Ende sehen.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Nach 7 Jahren Enthaltsamkeit präsentierte Robert Redford 2007 "Lions for Lambs". Im deutschen Titel - "Von Löwen und Lämmern" - geht leider der ursprüngliche Sinn verloren: "Löwen" sind in Redfords Definition starke, intelligente Persönlichkeiten, die sich im positiven Sinne für das Gemeinwohl einsetzen. Doch sie werden geopfert - für "Lämmer", im Deutschen würde man sagen "Luschen", die in den oberen Etagen der Wirtschaft und Politik sitzen und "Menschenmaterial" wie beliebig verfügbare Ressourcen verheizen.

Alles ereignet sich - an drei Handlungsorten synchron - in einer guten Stunde:

Die TV-Journalistin Jarine Roth (Meryl Streep, 59) wird von Senator Jasper Irving (Tom Cruise, 45) kunstvoll umgarnt, seine "neue" militärische Erfolgsstrategie für Afghanistan in den Medien zu bejubeln: Er will nach mittelalterlichem Vorbild Berge im Feindesland besetzen.

Professor Stephen Malley (Robert Redford) versucht derweil seinen talentierten Schüler Todd Hayes (Andrew Garfield) zu einem politisch engagierten Studium und Leben zu bewegen. Malley ist erkennbar übermotiviert - denn dem guten Professor sind gerade zwei Hoffnungsträger weggelaufen, um das geliebte Vaterland am Hindukusch zu verteidigen.

Womit wir beim dritten Handlungsstrang wären: während gerade der Senator seine geniale Strategie verkauft und der Professor um seine Schützlinge bangt, versuchen diese, in einer Nacht-und-Nebel-Aktion einen Berg tief im von T*lib*n besetzten afghanischen Gebiet zu erobern.

Redfords Taktik möchte offenbar verschiedene Gruppen ansprechen, indem er sie zunächst scheinbar unterstützt, um dann durch eine "erhellende" Wende die Problematik ihrer Einstellung zu verdeutlichen:

I. Die amerikanischen Patrioten. Tom Cruise kann als geleckter Senator seine Scientology-Rhetorik gnadenlos umsetzen und hohe Prozentzahlen der an Patriotismus leidenden Zuschauer hinter sich versammeln, bis ein Telefonanruf ihn und die Zuschauer aus den Weltmacht-Träumen holt: Die "stärkste Armee aller Zeiten" bekommt in guter Tradition mal wieder von ein paar "im Mittelalter stecken gebliebenen Horden von Unt*rmenschen" gezeigt, dass Arroganz und Hitechspielzeug nicht genügen, um Kriege zu gewinnen.

II. Die freieste Presse der Welt. Während Meryl Streep noch ein "beinhartes" Interview führt, identifizieren sich vermutlich Myriaden ehrgeiziger Journalisten vor der Leinwand. Aber eine einzige Replik des Senators lässt die Luftblase von der "Vierten Gewalt" platzen: Immer und überall haben die Medien nur den Jubelchor für all die falschen Regierungsentscheidungen gespielt, von Vietnam bis zum Irak. Spätestens, wenn nach dem Interview die Star-Journalistin von ihrem Chefredakteur aus den Träumen eines kritischen Journalismus geholt wird, weiß jeder Zuschauer: Es gibt in einem Militärstaat wie der USA keine freie Presse - ihre Freiheit beschränkt sich darauf, die Regierung zu bejubeln.

III. Jungen, talentierten Menschen steht die ganze Welt offen, solange sie nur zielstrebig und engagiert agieren. Vom Tellerwäscher zum Millionär, von den Slums zur Präsidentschaft. Auch dieses Märchen unterstützt der Film zunächst in der langen Diskussion des Professors mit seinem Lieblings-Studenten. Bis deutlich wird: Er hat vergeblich geträumt. Seine Ex-Schüler sterben gerade am Ende der Welt einen elenden und überhaupt nicht glorreichen Tod. Sie glaubten dies tun zu müssen, weil für Latinos und Blacks aus der Unterschicht in den USA ohne Heldenmären eine politische Karriere kaum vorstellbar ist.

Am Ende werden zarte Hoffnungen angedeutet. Die Journalistin überlegt, ihren Job aufzugeben. Doch wir haben vorher erfahren, dass sie damit zwar ihre wirtschaftliche Existenz vernichtet, aber wohl kaum irgendetwas bewegen kann. Der Meisterschüler erwägt, doch wieder in die Vorlesungen zu gehen. Aber wie ein einsames Löwen-Gebrüll in der Herde der blökenden Lämmer gehört werden sollte, verrät uns Robert Redford nicht.

Während an den Studioaufnahmen nichts zu kriteln ist, fragen sich manche angesichts wenig überzeugender Action-Aufnahmen, wo die 30 Millionen Produktionskosten geblieben sind, wenn die berühmten Darsteller schon angeblich zu ermäßigter Gage angetreten sind.

Den Rezensenten störte am meisten, dass die Chemie im Schüler-Professor-Gespräch nicht stimmte. Während Cruise und Streep einen guten Job abgeliefert haben, störte in der Uni eine unübersehbare Diskrepanz zwischen Rolle und Typ bei Andrew Garfield, dem man den "hochbegabten Menschen mit Charisma" ungern abnehmen möchte. Man stelle sich nur mal im Vergleich einen Rudi Dutschke vor, dann weiß man, was ich meine. Entsprechend wirkte die (lange, lange, lange) Diskussion auch streckenweise hölzern und aufgesetzt. Mir unverständlich, was ein Robert Redford, den ansonsten eine extreme emotionale Intelligenz auszeichnet, mit so einer Besetzung zu erreichen hoffte.

Schließlich werden die kritischen Töne des Films leider gerade von denen, die er ansprechend wollte, schlicht ignoriert. Gerade unheilbare Patrioten und kranke Krieger fühlen sich offensichtlich sogar -zumindest in Teilen - durch diesen Film bestätigt. Redfords Methode hat ohne Zweifel Stil, aber ob er glücklich damit ist, wenn er nun zum nächsten Treffen der Waffenlobby eingeladen wird, darf man wohl bezweifeln.

Im Ansatz also ein schöner, ausgezirkelter Plot, der einem Dürrenmatt Ehre machen würde - der aber leider nicht in Konsequenz durchgearbeitet worden ist und vor allem für viele "normale" Zuschauer offensichtlich zu leicht fehl interpretiert wird. Dennoch geht die Zeit schnell vorbei, und Stoff für Gespräche bietet der Film allemal.

Im Original 92 Minuten, Format 2,35:1 auf 35 mm Film anamorph, 2K Digital Intermediate, DD|DTS|SDDS (IMDB)

film-jury 3* A0286 13.12.2011eg Genre: Drama | Thriller | Krieg
22 Kommentare| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Dezember 2008
Eigenlich schreib ich keine Film-Rezensionen, ist mir zu langwierig. Dennoch hat für mich dieser Film den Zahn der Zeit getroffen. Zeitkritisch beurteilt er die führende amerikanische Welt mit anderen realistischen Blicken auf das Geschehen, hauptsächlich polit-kritisch zu sehen. Dies ist allerdings nichts für Freunde von Aktion und viel TammTamm !3 Geschichten treffen aufeinander, die in nicht direktem Zusammenhang stehen, dennoch bildet eine davon den Kern der Story, welche auch am aktionlastigsten ist. Von Löwen und Lämmern braucht keine grossartigen Bilder, es spielt mit Theorien und zeigenössischem. Keine Realtität könnte wahrer sein, es wird objektiv eine "richtige" Sicht auf 9/11 und seine Folgen daraus aufgezeigt und das auch die USA sich meist überschätzen. Wer dieses System, so wie ich, seit langem verfolgt findet sich in diesem Film wieder. Er regt auch noch nach dem Abschalten zum Nachdenken an. Einzig und allein etwas zu kurz kam er mir vor. Die Schauspielerleistungen sind mittelmässig, doch wenn Theorien beleuchtet werden und Hintergründe aufgezeigt werden muss dem wohl so sein. Es bleibt zu sagen, ein Film, den ich aus Zufall gesehen haben, Zugrgriffen habe und mich stark zum Nachdenken anregte. Grosses Kino über die USA Missstände.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. Oktober 2008
Robert Redford hat mit seinem Film "Von Löwen und Lämmern" ein Werk geschaffen, dass eine brisante politische, sowie soziale Thematik behandelt und unterschwellig Kritik an den Handlungen der USA übt.

Die Handlung des Films setzt sich aus drei, anfangs unabhängig voneinander erscheinenden Episoden zusammen. Erst im weiteren Verlauf wird die Abhängigkeit der einzelnen Geschichten zueinander deutlich, die nicht nur zeitlich, sondern auch thematisch miteinander verbunden sind.

In Washington trifft Senator Irving (Tom Cruise), angehender Präsidentschaftskandidat, auf die engagiert-routinierte Journalistin Janine Roth (Meryl Streep). Er eröffnet ihr eine neue Strategie der USA im Kampf gegen die Taliban im afghanischen Hindukusch. Während er versucht, Janine von der neuen Strategie zu überzeugen, kommen der Journalistin bereits Zweifel an der Glaubwürdigkeit ihres Interviewpartners.
Parallel dazu werden die beiden Soldaten Arian und Ernest eingeführt, die zeitgleich ihren ersten Einsatz im Hindukusch absolvieren. Die beiden Studenten haben sich freiwillig gemeldet, um ihrem Land zu dienen.
Als dritte Episode läuft wiederum ein Gespräch in der Uni zwischen Professor Dr. Malley (Robert Redford) und seinem Studenten Todd, der sein Studium in letzter Zeit schleifen lässt. Todd vertritt die Meinung, dass jeder persönliche Einsatz im Leben, sei es für die Politik oder das soziale Zusammenleben, keinerlei Veränderungen herbeiführt. Um seinen Schützling wieder in die richtige Bahn zu lenken, erzählt ihm Dr. Malley die Geschichte von Arian und Ernest, für die er selbst verantwortlich ist.

Redford thematisiert in seinem Film Fragen rund um die ethische Verantwortung jedes Einzelnen, sowie die Glaubwürdigkeit von Politik und Medien. So kommen schnell Zweifel an der enthusiastisch vorgetragenen Strategie des Senators Irving. Die ihm zu seinem entscheidenen Aufstieg verhelfen soll. Cruise und Streep liefern sich dabei ein ansehnliches Wortduell. Vor allem Tom Cruise gefällt einem unerwartet gut, in der Rolle des jungen, charismatischen, aufstebenden Politikers, der seine Gesprächspartnerin mit Charme versucht um den Finger zu winkeln. Meryl Streep überzeugt hingegen mit Gestik und Mimik und gekonnten Reaktionen auf Irvings Äußerungen. Am Ende muss aber sie den Konflikt mit sich selbst austragen, die Story sofort zu senden, obwohl diese in alle Richtungen am "stinken" ist. Werden die Medien doch viel zu oft von der Politik missbraucht.
Der Professor hingegen versucht, einen durch die Medien und durch negative Erfahrungen abgestumpften jungen Mann, wieder auf den richtigen Weg zu bringen und ihn von seinem eigenen Handeln mehr zu überzeugen. Hat er doch einst auch die beiden Studenten Ernest und Arian aufgefordert sich Ziele im Leben zu setzen.

Fazit:
"Von Löwen und Lämmern" zeigt wunderbar auf, wie wenig Wahrheit hinter groß aufgemachten politischen Kampagnen steckt, wie wichtig die eigene Courage ist und wie "leicht" sich Medien manipulieren lassen und manipulieren können. Robert Redford zeigt aber auch das jeder einzelne ein Gefangener des Systems sein kann und das es wichtig ist seine eigene Courage zu entdecken und zu nutzen. Der Film ist keine leichte Kost, aber er regt wunderbar zum Nachdenken an und verdient sich nicht nur deswegen, sondern auch wegen seiner großartigen Darsteller 5 Sterne.
0Kommentar| 13 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen


Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken