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am 24. August 2008
...sie endet, wo sie begann. Fatih Akin schafft es mit Auf der anderen Seite mehrere dieser Kreise zu schließen. In unaufdringlichen Zeitsprüngen und Blenden zeigt er uns, wie virtuos er es beherrscht, eine Geschichte durch Bilder zu transportieren. Fast magisch zieht er uns in seinen Bann; wir müssen nur folgen, uns widerstandslos in die Story hineinziehen lassen. Auf der anderen Seite ist eine Erzählung über Väter und Söhne, Mütter und Töchter, Liebe und Hass, Vergeltung und Vergebung. Ein Blick, ganz tief und gefühlvoll auf die Andere Seite.

Netar ist Professor an einer Hamburger Uni. Sein Vater Ali lebt allein Bremen. Ali lernt die Prostituierte Yeter kennen und holt sie zu sich nach Hause. Netar lernt sie nur kurz kennen und erfährt von ihr, dass sie sich nach ihrer Tochter Ayten sehnt, die in Istanbul lebt. Sie hat keinen Kontakt mehr zu ihr. Ayten denkt, ihre Mutter würde in Bremen in einem Schuhgeschäft arbeiten. Als der betrunkene Ali Yeter im Streit erschlägt, wird er verhaftet und in die Türkei abgeschoben. Netar ist über seinen Vater entsetzt. Er fühlt sich Yeter gegenüber schuldig und macht sich auf die Suche nach Ayten. Netar lässt sich in Istanbul nieder, verfolgt jede, noch so kleine Spur, hat aber keinen Erfolg.
Währenddessen wird Ayten von der türkischen Polizei verfolgt. Sie ist Mitglied einer Untergrundorganisation und muss fliehen, um nicht verhaftet zu werden. Sie setzt sich nach Bremen ab und sucht dort ihre Mutter Yeter. Aber die Suche in den Schuhgeschäften der Stadt kann nicht vom Erfolg gekrönt werden. Ayten lernt die Studentin Charlotte kennen und lieben. Die beiden werden ein Paar. Bis Charlotte und Ayten in eine Polizeikontrolle geraten. Ayten wird abgeschoben und landet im Türkischen Gefängnis. Charlotte folgt ihr, trotz großer Bedenken ihrer Mutter Susanne. Als Charlotte in Istanbul stirbt, folgt ihr Susanne und versucht, den Willen ihrer Tochter, Ayten zu helfen, in die Tat umzusetzen. Sie lernt Netar kennen und die abenteuerlichen Wendungen des Schicksals finden sich zu einem Ende...

Fatih Akin ist der geniale Geschichtenerzähler unter den Filmemachern. Mit ruhigen Bildern und einer Story, die niemals den roten Faden verliert, lässt er uns bei Auf der anderen Seite mitfühlen, fiebern, hassen und lieben. Selten, dass man so gespannt auf den Weitergang der Geschichte wartet, und das, obwohl Akin die ruhigen, sachlichen Bilder einer übertriebenen Darstellung vorzieht. Das ist Kino in seinem allerbesten Sinn. Unterhaltend, lehrreich, interessant und kurzweilig. Dazu eine Garde von Schauspielern, die ihr Metier bis auf den I-Punkt beherrschen. Herauszuheben sind dabei Baki Davrak und eine Hanna Schygulla, bei der ich erst jetzt, als ich sie sah, merkte wie sehr ich sie in den letzten Jahren vermisst habe.
Also, kommen sie mit auf die Andere Seite. Sie werden es ganz sicher nicht bereuen.
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am 13. Januar 2008
Germanistikprofessor Nejat (grandios: Baki Davrak) zieht es nach Istanbul, wo er einen Buchladen mit deutscher Literatur übernimmt. Nejats alter Vater Ali hatte in Bremen seine neue, viel jüngere Lebensgefährtin, die Prostituierte Yeter (Nursel Köse), im Streit erschlagen und sitzt nun um Gefängnis. Nejat möchte nun an Yeters Stelle deren Tochter Ayten (Nurgül Yeilçay) in Istanbul ausfindig machen und ihr das Studium finanzieren. Ayten kämpft jedoch für eine Menschenrechtsorganisation und muss nach Deutschland fliehen. Dort wird sie von Lotte (Patrycia Ziolkowska) aufgenommen und geliebt, bis sie abgeschoben wird und in einem Istanbuler Gefängnis eine lange Haftstrafe erwartet. Lotte wird Untermieterin in Nejats Wohnung, bis sie beim Versuch Ayten zu helfen von Straßenkindern erschossen wird. Lottes Mutter (Hanna Schygulla) reist nach Istanbul und versucht posthum ihrer Tochter näher zu kommen. Als Ali in seine Heimat zurückkehrt, finden die Handlungsstränge endgültig zusammen.

Fatih Akins neuer Film ist genauso aufreibend wie "Gegen die Wand". "Auf der anderen Seite" lebt aber eher von den leisen Momenten, von den Sehnsüchten, die sich zwischen den Kulturen aufreiben und den Widersprüchen zwischen sozialer Rolle und gesellschaftlichem Anspruch. Alle fünf Hauptdarsteller sind eine Bank, und zum zum ersten Mal hat mich Hannah Schygulla in einer Rolle wirklich überzeugt. Durch die ausgefeilten Einstellungen gelingt es Akin gleichzeitig Intimität wie Distanz zu Figuren und Handlung zu schaffen. Trotz ein paar Längen gegen Ende ist ihm ein wirklich beeindruckendes Plädoyer für menschliche Anteilnahme gelungen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 5. November 2014
Was für ein toller und doch leider nicht so beachteter Film von Fatih Akin.
Ein sehr ruhiger Film, der für mich aber nie langweilig wurde und mich von Anfang bis Ende an den Schirm gebannt hat. Brillant erzählt mit einer sehr beeindruckenden Hanna Schygulla.
Wirklich großes Kino und von der Geschichte her sehr vielschichtig. Ich sage dazu nur Kurden, Queer, türkische Prostituierte, Lebensentwürfe, Familiengeschichten, Tod und Leben und Religion und mehr.
Großartig, das ist ein Film, der mir im Kopf bleiben wird, wegen seiner besonderen Schauspieler und wie die Geschichte erzählt wird. Fast zusammenhanglose Szenen am Anfang ergeben zum Schluss einen Sinn. Ein anderer Rezensent hatte etwas von einem Kreis geschrieben, der sich am Ende schließt. Ja, das passt aber jede Person ist auch ständig 'Auf der anderen Seite'.
Andererseits ist der Film auch sehr emotional. Figuren, mit denen man mitfiebert sterben. Die Szene mit den Särgen, einer, der in die Türkei an Bord eines Flugzeuges fliegt und einer der nach Deutschland in einer sehr ähnlichen Szene fliegt, verdeutlichen die Verbindung. Wir sind alle Menschen, wir sind doch im Grunde gleich.
Hat mir sehr gefallen.

Ein Riesen Lob an die Person, die für die 'Continuity' - das alles von Szene zu Szene stimmig ist gesorgt hat. Ich habe keine Fehler entdecken können.

Meiner Meinung nach sehr zu empfehlen. Dank Amazon Prime hat man die Möglichkeit solche Filme zu entdecken.
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am 27. Juli 2009
Natürlich hinkt der Vergleich an allen Ecken. Aber Fatih Akins zweiter Teil seiner Trilogie "Liebe - Tod- Teufel" hat mich wirklich sehr beeindruckt. Es schien mir fast unmöglich, nach dem so brillanten ersten Teil ("Gegen die Wand") dieses Niveau zu halten, vielleicht sogar noch zu übertreffen. Akin ist es gelungen! Deshalb also die Assoziation zur "Der Pate"-Trilogie, bei der im übrigen der zweite Teil für viele Kritiker als der beste der Reihe gilt.
"Auf der anderen Seite" hat ebenfalls das Zeug dazu und ist wie ein guter Roman. Seine Figuren entwickeln sich, und mit ihnen auch der Zuschauer. Wer diesen Film gesehen hat, hat etwas gelernt: Über die Menschen, über das lächerlich Wenige, was sie trennt und das Große Ganze, welches sie verbindet: Ihre Fähigkeit zum Dialog.
Die Handlung verliert nie an Spannung und zieht von Beginn an in ihren Bann. Akin hat in einer klar fiktionalen, schicksalsbeladenen und mit Hoffnung bepuderten Geschichte Charaktere erschaffen, die auf leichte Weise so tiefgründig, so authentisch sind, dass man sie vermutlich nie vergisst.
Akin lässt hier diese Fähigkeit nach "Gegen die Wand" offenbar zu seinem Markenzeichen reifen.
Unterstützung erhält er von wunderbaren Schauspielern, die aber nichts daran ändern, dass Fatih Akin als Drehbuchautor und Regisseur alle Fäden in der Hand hält und sie auf meisterliche Weise so zu ziehen weiß, dass der Film vor Intensität, Wahrhaftigkeit und Erkenntnis geradezu leuchtet.
Fatih Akin, ein vergleichsweise junger Deutsch-Türke aus Hamburg-Altona als Schöpfer wunderbarer deutscher und europäischer Filmkunst und weit davon entfernt, eine Eintagsfliege zu sein. Großartig!
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am 27. Dezember 2007
"Auf der anderen Seite" ist für mich persönlich DER Film des Jahres 2007!

Selten hat mich ein Film so bewegt, wurden menschliche Beziehungen so eindrücklich geschildert und Emotionen so perfekt ins Bild gesetzt. Fatih Akin schafft es wieder einmal, das deutsch-türkische Miteinander klischeefrei zu transportieren und kann somit Brücken schlagen. Das tragische und doch so gefühlvolle Geschehen sowie die beeindruckenden Kulissen machen diesen Film einzigartig. Großartig natürlich auch Hannah Schygulla als zweifelnde und später trauernde Mutter.
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am 23. März 2008
..das sich unglaubich beeindruckend mit den Beziehungen sowie Konflikten zwischen Alt & Jung, Passiv & Aktiv, Türkisch & Deutsch, Liebe & Hass, Leben & Tod befasst.
Aber mir fallen spontan noch jede Menge anderer Dinge ein, die dieses Meisterwerk beschreiben: Ruhe, Sehnsucht oder Vorurteile.
Und natürlich die Vergebung-das eigentliche Schlüsselthema dieses Dramas vom "Gegen die Wand"-Regisseur Fatih Akin.
Das Ganze wird dem Zuschauer über verschiedene Zeitebenen in so einer gekonnten Bild-und Soundgewaltigen Optik präsentiert, das man völlig hin und weg ist.Die hervorragenden,ruhigen Kameraeinstellungen sind dabei ein Fest für die Augen.
Die Auswahl der (zum größten Teil) unbekannten Darsteller finde ich auch absolut geglückt und passend.Niemand kann so mit seinem Namen oder Bekanntheit von der Story auf sich allein ablenken.
Ein weiteres besonderes Merkmal ist die Einteilung des Films in 3 Kapitel, denen jeweils ein Name gegeben wurde, der schon einen Teil der Geschichte verrät.Es ist dann natürlich sehr schwierig eine Spannung aufzubauen, hier ist es aber eindrucksvoll geglückt.
Da es sich um den zweiten Teil einer Trilogie handelt, bin ich mal gespannt und hoffnungsvoll, was mich im Finale erwartet.

Mein Fazit:Wer mal wieder eine starken, gefühlvollen Film abseits des üblichen Hollywood-Glamours sehen will,und mit Gegen die Wand etwas anfangen konnte, ist mit "Auf der anderen Seite" sehr gut beraten!!

P.S.:Die Special Edition sollte man aufgrund der Bonus-DVD mit der gewaltigen Menge an Extras (z.B. Kurzfilm, Interviews usw.) auf jeden Fall der normalen DVD vorziehen.Der Aufpreis ist minimal.
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am 15. Februar 2015
Ich habe schon lange keinen Film mehr mit so warmer Anteilnahme genossen, wie diesen. Die Verstrickung zweier deutscher Frauen in den kurdisch-türkischen Konflikt, die Enge und Härte der Gesetze, Bestimmungen und deren Auslegung durch die Exekutive in beiden Ländern - sie geben sich nur wenig nach - und die tödlichen Konsequenzen stimmen sehr nachdenklich. Man möchte wünschen, Politiker und Behörden würden sich klarer machen, was sie mit ihren Aktivitäten anrichten. Die Schönheit der türkischen Frauen hat mich tief berührt, dies umso mehr, als ich selbst mit einer jungen Türkin von ähnlicher Schönheit gut befreundet bin. Je näher man sich gegenseitig kommt, desto mehr möchte man der Hoffnung der Susanne Staub zustimmen, ein Beitritt der Türkei zur EU könnte die restaurativen Verhärtungen dort aufweichen und die sozialen und politischen Verhältnisse menschenfreundlicher und rechtlich sicherer gestalten. Filme wie dieser können vielleicht dazu beitragen. Es wird Zeit, dass die Grenzen geöffnet werden und damit eine breitere, vertiefte Begegnung zwischen den jeweiligen Völkern möglich wird. Würden erst die nationalen Egoismen abgebaut, könnten wir alle harmonisch zusammen leben. Wir kühlen, reservierten Deutschen würden sehr von den offenen und warmen Herzen der Orientalen gewinnen.
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am 10. März 2008
Der Türke Ali lebt mit seinem Sohn Netar in Bremen. Die Prostituierte Yeter zieht alsbald bei Ali ein. Es kommt zu Auseinandersetzungen. Yeter stürzt tödlich und Ali kommt dafür ins Gefängnis. Netar kehrt zurück nach Istanbul und erwirbt einen Buchladen.

Yeters Tochter Ayten wird als Terroristin in Istanbul gesucht. Sie flieht nach Deutschland und lernt hier Charlotte kennen und lieben. Ayten wird in Deutschland verhaftet und in die Türkei ausgewiesen. Charlotte reist ihr nach und lernt Netar kennen.

Charlotte besucht Ayten im Gefängnis und willigt ein ihr einen Gefallen zu tun. Sie bringt ein Päckchen auf dem Dach eines Hauses an sich. Die darin liegende Waffe wird ihr von Kinder gestohlen. Die Verfolgung der Kinder endet für Charlotte tödlich.

Inzwischen ist Ali aus dem Gefängnis entlassen und in die Türkei ausgewiesen worden. In einem Gespräch zwischen Charlottes Mutter kommt Netar zur Einsicht und will sich mit seinem Vater aussöhnen.

Erzählt werden zwei mehrfach miteinander verwobene Geschichten, die beide einen Todesfall beinhalten und dennoch nicht tragisch, sondern mit einem Hoffnungsschimmer enden. Pittoreske Szenenbilder, filigrane, mehrsprachige Dialoge, die den Zuschauer absichtlich überbeanspruchen, generieren eine einmalige Stimmung. Gute schauspielerische Leistungen machen das Ganze zu einem Filmereignis.
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am 9. September 2014
Sechs Menschen aus der Türkei und aus Deutschland wechseln das Land, verändern ihr Leben, ohne dass sie es erwarteten. Der Film spielt in beiden Ländern. Zu den Themen gehören auch Kriminalität, Terrorismus, Zweistaatlichkeit.

Mehrfach gehen Akteure, die schon lange auf der Suche nacheinander sind, achtlos aneinander vorbei, weil sie sich nicht erkennen - stets aufsehenerregend inszeniert. In einigen Teilen des Films wird Türkisch oder Englisch gesprochen, dann gibt es Untertitel.

Der vielfach gelobte und ausgezeichnete Film fesselt fast über die vollen 1:55 Stunden. Einige Elemente des Cannes-prämierten Drehbuchs sind freilich weit hergeholt, der Ablauf mit den Wechseln zwischen den Ländern wirkt etwas schematisch. Wichtige Ereignisse kündigt Autor und Regisseur Fatih Akin durch Zwischentitel lange im Voraus an.

Die Kamera zeigt starke Bilder vor allem aus der Türkei, oft in Erdfarben, die aber nicht digital getont wirken. Gelegentlich macht die Kamera elegante, langgezogene Halbkreise, sonst bleibt sie ausgesprochen ruhig. Es gibt viele Außenaufnahmen, Behörden, Flughäfen, sogar die Pferderennbahn, und jeder Drehort wirkt stark und authentisch.

Den Mai-Umzug in Bremen oder auch das Publikum auf der Pferderennbahn filmte Akin direkt vor Ort, ohne Komparsen. Laut Kommentar auf der DVD dreht er gern an Originalorten mit echten Menschen, "da kann man nicht viel falsch machen". So soll es sein.

Recht echt wirken auch die Darsteller. Die jüngeren Frauen spielen oft betont schroff, Hannah Schygulla ist deutlich weicher. Nebenbei läuft gute türkische Musik.

Auf der anderen Seite (engl. The Edge of Heaven, türkisch Yaşamın Kıyısında) erinnert in seiner Struktur deutlich an den Film Babel (2006): Die Geschichte umfasst jeweils mehrere Erdteile und Gruppen von Hauptfiguren; das Leben der Akteure überschneidet sich wenig, aber in entscheidenden Punkten. Ein Grund für diese Ähnlichkeit: Bei beiden Produktionen arbeitet der mexikanische Autor Guillermo Arriaga mit.

Beide Filme sind übrigens auch Teile einer Trilogie. Auf der anderen Seite gehört als Teil 2 zu einer Reihe, die Fatih Akin 2004 mit Gegen die Wand begann und mit The Cut 2014 abschloss.

Randbemerkungen:
- Sehr "akin" am Film ist auch, dass es wieder Vulgarität, Zigaretten, derbe Sprache und wilde Kneipen gibt. Im Vergleich zu Trilogie-Teil 1 wirkt Teil 2 jedoch moderat.
- Auf der anderen Seite hat einen exzellenten, gut geplanten Abspann. Fast auf einer Stufe mit dem Abspann von Nader und Simin.

Meine Einzel-DVD enthält noch:
- eine ganze Kette von Trailern,
- Fatih Akins Kommentar in voller Filmlänge (interessant, aber unvorbereitet und unruhig gesprochen)
- etwa dreiminütige Statements aller Hauptakteure und des Regisseurs. Gesprochen wird dabei weniger über Details der Produktion, sondern allgemeiner über Filmemachen, Religion, Gewalt, Tod. Akin hat allerdings eine interessante Erklärung zum Soundtrack.

Mit-Produzent NDR drehte noch eine 50minütige Doku zum Film unter der Regie von Fatih Akins Frau. Dieser sehr sehenswerte Bericht findet sich nicht auf meiner Einzel-DVD.

Ebenfalls nicht auf meiner DVD war der Kurzfilm Das schwarze Meer - ursprünglich ein Teil von Auf der anderen Seite, dann jedoch herausgekürzt und als eigener Kurzfilm vertrieben. Akin meint in der o.g. NDR-Doku, die Szenen aus diesem Kurzfilm zählten zum Besten, das er bis 2006 überhaupt inszenierte.
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am 22. Juni 2008
In Bremen lebt der Türke Ali Aksu. Auf der Suche nach Liebe trifft er auf die Prostituierte Yeter Öztürk. Nachdem Yeter von türkischen Fundamentalisten aufgefordert wurde ihren Job aufzugeben, entschließt sie das Angebot Alis anzunehmen und bei ihm zu wohnen. Im Hinterkopf Yeters schlummert ihre Tochter Ayten.
Ali hat einen Sohn. Nejat Aksu ist Literaturprofessor. Zunächst ist er alles andere als begeistert, als er Yeters Geschichte erfährt. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn ist sowieso sehr gespannt.
Im Rausch schlägt Ali Yeter. Sie stürtzt und fällt äußerst unglücklich. Ali landet im Gefängnis. Nejat überführt die Tote in die Türkei. Dort will er die Tochter von Yeter ausfindig machen.
Ayten Öztürk ist Anhängerin der Agitprop-Bewegung in Istambul. Bei einer misslungen Aktion werden viele Mitglieder der Bewegung verhaftet. Ayten flüchtet nach Deutschland um ihre Mutter zu finden. Als Illegale lernt sie die Studentin Lotte Staub kennen. Diese nimmt sie mit zu sich nach Hause. Doch ihre Mutter Susanne ist alles andere als begeistert. Als Ayten nach einer Routinekontrolle erwischt wird, wird sie in die Türkei abgeschoben. Lotte will ihrer neuen Freundin helfen. Deshalb reist sie in die Türkei. Es wird Lottes letzte Reise werden.
Wird Lotte Ayten helfen können? Kann Nejat seinem Vater Ali verzeihen? Wie verarbeiten die Protagonisten ihr Schicksal?
Der Film verflechtet in genialer Weise verschiedene Einzelschicksale. Mit immenser Wucht inszeniert Fatih Akin ein weiteres Meisterwerk. Wollen wir Akin aus rein subjektiver Sicht kleine Makel an Perfektion wie z.B. bei der spiegelverkehrten Überführung des Sarges die erneute Verwendung von Turkish Airlines, nachsehen. Der Film ist einfach zu gut, als dass man sich über solche Marginalien mokieren kann.
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