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Kundenrezensionen

3,7 von 5 Sternen
59
3,7 von 5 Sternen
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am 22. Januar 2005
Die Band hat sich gegenüber dem Vorgänger-Album "Tocotronic" von 2002 noch einmal deutlich weiter entwickelt. Grundaussage ist: Hab' keine Angst! Weder vor dem Leben noch vor dem Tod. Der Song "Ich habe Stimmen gehört" ist eindeutig eines der Highlights auf dieser Platte, "Pure Vernunft darf niemals siegen" und "In höchsten Höhen" natürlich auch. Hinzu kommt, dass sich die Band auf eine Klangfarbe konzentriert hat. Viele trauern dem alten 1995er-Sound nach, aber der Bedarf an naiv-pubertärem Wut-Rock, der damals natürlich ganz nett war, ist längst gedeckt. Tocotronic 2005 ist intelligente Rockmusik, wie es sie leider in dieser Zeit nicht überall zu finden gibt.
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am 24. Dezember 2011
Vorsicht! Wer mit der alten Musik von Tocotronic aufgewachsen ist, und diese geliebt hat, wird diese CD möglicherweise NICHT mögen!
Ich habe vor dieser CD der Band fast alle anderen Scheiben der Band gekannt, auch die ganz neuen! Dabei ist mir aufgefallen, dass die Band hier mehr neue Wege einzuschlagen versuchte, jedoch dabei unbeholfen und kläglich scheiterte: neue Sounds wirken hier meist etwas hölzern; vor allem aber musikalisch meist nicht wirklich innovativ, LANGWEILIG und teils sogar Schlager- lastig!
Kaum ein Song zeigt hier wirklich neue zündende Ideen. Entweder die Band hat sich hier früherem, guten Material bedient, das in den "ersten Versionen" aber besser war; oder sie hat neuere Wege eingeschlagen, wobei der "typische moderne Toco- Sound" bei den neuesten Scheiben, z.B. "Schall und Wahn" und vor allem "Kapitulation" aber deutlich gekonnter zum Ausdruck kommt!

Textlich sind die Texte dieses Albums VIELLEICHT etwas anspruchsvoller als bei den Vorgänger- Alben; doch kommt das auf den Standpunkt an! Mir jedenfalls haben die alten Texte besser gefallen: da wurde direkt und ehrlich aus der Seele geredet, mit der für die Tocos so typischen Selbstironie. Doch konnte man sich dabei vor allem als Teenager und Twen damit gut identifizieren, weil einem die Problematiken und Gedanken vertraut vorkamen.
Die neuen Texte aber kommen mir etwas albern und "pseudointellektuell" vor. Weitgehend peinlich. Insbesondere Bandleader Dirk von Lowtzow scheint hier so ziemlich seinen Humor verloren zu haben. Ich dachte erst, dass die Band die Texte selber nicht ernst nimmt; wurde aber inzwischen durch LEsen von Interviews von von Lowtzow leider eines Besseren belehrt!
Traurig, traurig! Mit dem langweiligen Geschwafel hätte der ehemalige Indie- Rocker lieber gleich Feuilletonschreiber bei der FAZ werden sollen, und nicht Identifikationspunkt und Idol der Jugend! "Teil einer Jugendbewegung" kann so Einer jedenfalls nicht mehr sein wollen!
Oder was soll man von "Aussagen" wie "Pure Vernunft darf Niemals siegen" halten, wenn man weiß, dass das Ernst gemeint sein soll? (Der Titel des Albums ist Programm!). Da möchte man doch eher an der "Vernunft" dessen zweifeln, der eine solche Aussage trifft! (O weh; ein Lehrer sagte früher immer: "Hättest Du geschwiegen, wärst Du Philosoph geblieben!").

Handwerklich mag die Musik zwar besser gemacht sein; man ist technisch versierter geworden; benutzt mehr Technik, hat einen zusätzl. Gitarristen ins Boot geholt. Das mag sich später alles ausgezahlt haben; bei diesem Album jedenfalls noch nicht! Denn technische Versiertheit ist nicht alles! Hier fehlt noch zu sehr der künstlerische Funke, die Genialität!

AUch hat man beim Hören der CD stark das Gefühl, dass die Band dem großen Vorbild Jochen Distelmeyer, auch bei seinen Ausflügen in den Schlager, zu unkritisch gefolgt ist. Das aber ist die Aufopferung der eigenen Individualität hier merklich nicht wert gewesen!

Der gute, unverwechselbare Tocotronic- Sound schimmert hier zum Glück auch hier immer wieder durch, und rettet zumindest die schwachen Texte ein ums andere Mal!
In diesem Sinne ist mit Abstand DER BESTE SONG hier "Gegen den Strich".
AUch "Pure Vernunft darf niemals siegen", "Aber hier leben, nein danke!" und "Der 8. Ozean", "

FAZIT: Natürlich ist das ALbum nicht schlecht. Aber Tocotronic scheint mir hier ein wenig in einer zwischenzeitlichen künstlerischen Schaffenskrise?
Die Scheibe hört sich nach fehlender Orientierung an! (die wurde ja mit "Kapitulation" Gott sei Dank endlich gefunden!). Wo bleibt die alte, einmalige Toco- Individualität?
Mag sein, dass das Album als ein "Durchmarsch" zu "Neuen musikal. Ufern" notwendig war, um sich allmählich zu finden. Mögen muss man das Album daher dennoch nicht besonders. Und daher gibt's halt hier nur 4 Sterne.
Bei der Jugend dürfte dieses Album für große Verwirrung gesorgt haben: so Mancher Jugendliche dürfte seine Zweifel gehabt haben, ob es wirklich so erstrebenswert ist, wie seine "Helden" "erwachsen" zu werden! (Texte!).

Schade um das Geld! Aber 15,- Euro ist diese CD NICHT wert, wenn man dafür hart arbeiten muss!

Wem das Album trotzdem gefällt, der kennt vermutlich noch kein anderes (gutes) Toco- Album! Dem sei hier daher gesagt: Die besten Alben der Tocos sind immer noch "K.O.O.K" und natürlich "Digital ist besser"! Die muss man unbedingt HÖREN!
VOn den NEueren Scheiben sind aber auch "Kapitulation" und "Schall und Wahn" wieder durchaus innovativ und hörenswert!
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am 11. Januar 2005
Die Texte zur großartigen Musik der neuen Tocotronic-Platte erschließen sich nicht beim ersten Hören. "Pure Vernunft darf niemals siegen" gibt jedoch immer mehr Höhepunkte frei, je öfter man die CD hört und je mehr man sich auf sie einlässt. Von der eher ungewöhnlich klingenden Single "Aber hier leben, nein danke" über die eingängigen "Gegen den Strich" und der "Achte Ozean" zu meinen persönlichen Höhepunkten "Pure Vernunft darf niemals siegen" und "Ich habe Stimmen gehört" sowie "Mein Prinz". Hier offenbart sich die ganze gereifte Klasse, die Tocotronic sich seit der wohl immer unübertroffen bleibenden "K.O.O.K." aufgebaut haben.
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am 5. März 2005
Hier schreibt ein unvoreingenommener, "Nicht-Tocotronic-Vergötter" Hörer:
Angeregt von der ziemlich geilen Singleauskopplung "Aber hier leben nein danke" habe ich mich auch mit dem Rest des Albums beschäftigt.
Oben genannte Single dürfte bekannt sein. Sie zeigt die alten Stärken von Tocotronic und die ziehen sich durch das ganze Album:
Differenzierte Attitüde, die sich durch intelligente Assoziationen schlängelt und zur Identifikation anregt.
Lyrisch-poetisch einfach erstklassig, umgesetzt durch den wunderbaren Gesang von Dirk von Lowtzow erzeugen die Songs ihren Sog, der dem Verstand gefallen bereitet.
Die Gitarrenarrangements sind nach wie vor leider etwas simple gehalten, wobei die Songs insgesamt natürlich differenzierter geworden sind, also nicht nurnoch pures Geschrabbel auf wenigen Akkorden.
Die Stimmungslage ist wie immer eher ruhig, dunkel bis melancolisch, auch wenn immer wieder mal eine "pushende" Emotion durchkommt (wie am deutlichsten in "Aber hier leben..").
Vier Sterne, weil die Gitarre immernoch schrabbelt und an Emotionen nichts wirklich neues gekommen ist.
Kaufen? Das muss jeder selber wissen..:p
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am 11. Januar 2005
Auf ihrem siebten Album gehen die Tocos ihren Weg konsequent weiter, d.h lyrische Teste mit eingehenden Melodien. Das dieses Album bis vielelicht auf "aber hier leben, nein danke" im Pop-Genre anzusiedeln ist, überraschte mich, offenbar im Gegensatz zu anderen Schreibern hier, keineswegs. Es war doch abzusehn, daß die Tocos nicht jünger, sondern älter und reifer werden. Das Album ähnelt demzufolge dem letzten Album "Tocotronic", wobei die Texte in meinen Augen noch einfallsreicher und die Melodien noch phantasievoller klingen (Achtung Ohrwurmgefahr). Wer also intelligent-gemachte Musik mag, sollte sich das Album kaufen. Wer nun immernoch darauf hofft, daß die Tocos aus völlig unerklärlichen Gründen wieder zu ihrer Musik bis 1997(!) zurückkehren, soll dies gerne tun. Wer den schon längst eingeschlagenen Weg mitgehen möchte, darf sich auf spitzenm,äßige Songs wie "der achte Ozean", "Pure Vernunft darf niemals siegen" , "mein Prinz" uvm. freuen.
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TOP 1000 REZENSENTam 5. Januar 2007
Ja, ich weiß!
Auch eingefleischte Tocotronic-Fans halten dieses Album für das schlechteste der Band bisher, ABER ich kann dem nur widersprechen!!

OK, es ist kein zweites "Wir kommen um uns zu beschweren" oder "Digital ist besser", aber Leute, die Tocos sind keine Mitte 20 mehr!!

Tocotronic muss sich weiterbewegen!
Ansonsten könnten sie ja gleich aufhören Musik zu machen.

Außerdem finde ich einige Singles, abgesehen davon, dass das Album insgesamt sehr flüssig und harmonisch klingt, wirklich gut!!

"Ich war wie Treibholz der Zeit..." --> um eine Textstelle aus "Ich habe Stimmen gehört" zu zitieren.
WIR ALLE sind "Treibholz der Zeit".

Stellt euch vor, die Stones (schlechter Vergleich, ich weiß!) würden genau dieselben Lieder schreiben wie vor 30 oder 40 Jahren...
Kein Mensch würde sowas kaufen (obwohl bei den Stones ja schon der Name für hohe Verkaufszahlen garantiert)!

Nun aber zu meinen Lieblingsnummern auf "Pure Vernunft darf niemals siegen". (Eine Top-5-Liste)

1. "Ich habe Stimmen gehört"
Man dringt richtig in "andere Sphären" ein, wenn man
diese Nummer so richtig LAUT hört. Zudem finde ich
den Text spitze!

2. "Pure Vernunft darf niemals siegen"
Dirks Stimme wird hier ganz schön strapaziert, aber
"Wir sind so leicht, dass wir fliegen!" - hervorragendes Gittarrensolo (mehr oder weniger), das eben diese Single ist.

3. "Aber hier leben, nein danke!"
Diese Nummer wurde auch verbildlicht auf einigen
Musiksendern gezeigt. Reißt mit! Rockt, trotz eher
monotonem Rhythmus, wirklich!!

4. "In höchsten Höhen"...
... finde ich genauso wie den ähnlich klingenden
"Gegenpart" "In tiefsten Tiefen" spitze. Auch
hier wirkt der Beat beim ersten Mal hinhören einfallslos. Der Song ist aber wirklich gut!

5. "Mein Prinz"
Neben "Aber hier leben, nein danke!", die wohl "rockigste" Nummer auf dem Album. Ebenfalls hörenswert!

Meine Damen und Herren, was sich KURZ und BÜNDIG damit sagen möchte ist, dass ich "Pure Vernunft darf niemals siegen" mit 4 Sternen keinesfalls für überbewertet halte!!
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am 14. August 2005
Ja wirklich:Ich kann's nicht mehr hören! Und zwar diese Gejammer nach der Art: ,,Mennö,das klingt ja nich' mehr nach früher" Ich bin zwar erst 15 Jahre alt (nein, ich gehöre nicht zur Gruppe der ,,bespangten'' Mainstream/Charts-Hörer, sondern höre Musik von The Who, Deep Purple, the Smiths, Hüsker Dü, the Clash, Sonic Youth...) und bin durch dieses Album erst auf diese Band aufmerksam geworden und ich muss sagen, dass mir auch die früheren ,,Werke`` genauso gut gefallen. Aber wie gesagt, ich kann es einfach nicht mehr hören, dass manche sagen, dass sie lieber ihren alten Schrammelsound mit ihren kindlich, naiven Texten weiterspielen sollen. Die Bandmitglieder sind nunmal alle um die 30 und sind einfach aus dem Alter raus, wo man noch ,,naive Schrummelmusik" macht.
Ausserdem hat die Platte 5 Sterne verdient -auch wenn sie nicht mehr so sehr nach Rock anhört-, weil sie eine sehr schöne entspannte depressive Stimmung erzeugt und sich die einzelnen Titel vom Stil her sehr gut zusammenfügen.
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am 31. Mai 2012
Ich liebe es mir die unterschiedlichen Rezensionen zu den neueren Tocotronic Alben durchzulesen.

Es gibt halt einen großen Teil der (ehemaligen) Fangemeinde die ihre alten Slogans und hingerotzten Tracks wiederhaben wollen und diejenigen die sich auch mit den Alben nach KOOK anfreunden können.

Ich kann beide Standpunkte verstehen.
Als die KOOK damals rauskam fühlte ich mich verraten und verkauft von meiener Lieblingsband. Es dauerte fast ein Jahr bis ich die neuen Lieder verstand und sie zu lieben lernte. KOOK ist inzwischen wohl mein Lieblingsalbum von Tocotronic. Der Wechsel zum Weißen Album war natürlich noch krasser.
Dennoch ist es bei mir so, dass ich ausnahmslos alle Alben der Band liebe und mindestens 100 mal gehört habe.
Die Alben vor 1998 höre ich inzwischen eigentlich eher selten und aus nostalgischen Gründen.

Aber ich kann jeden verstehen der die (inzwischen nicht mehr ganz so) neuen Tocs nicht hören kann und die alte Schrammel Musik wiederhaben will. Die Songs gingen einfach leichter ins Ohr und trafen auch eher den Massengeschmack. Der eine mag die neuen Sachen halt der andere nicht... so what. Der Sprung von "Meine Freundin und ihr Freund" zu "Schatten werfen keine Schatten" oder "Gegen den Strich" ist auch gewaltig und nicht für jeden nachvollziehbar.

Zu Pure Vernunft:

Es ist hier eigentlich fast alles gesagt worden.

Der Klang ist sehr homogen. Weniger Spielereien als auf dem Weißen Album und nicht so rockig und abwechslungsreich wie Kapitulation. Aber gerade das macht den Reitz aus. Nach einigen Durchläufen versetzt einen der Sound in eine unbeschreibliche Stimmung.
Das absolute Meisterwerk ist natürlich der Titeltrack. Einer der außergewöhnlichsten und göttlichsten Toco Songs. Die Message habe ich Anfangs nicht so ganz gecheckt bzw ziemlich ätzend gefunden. Hat bei mir etwas gedauert bis ich verstand was gemeint ist.

Ich habe Stimmen gehört, Gegen den Strich, der achte Ozean oder Aber hier leben, nein danke sind auch absolut genial.

Es ist nicht das beste Tocotronic Album und wohl auch nicht unbedingt für Einsteiger geeignet. Doch 5 Sterne hat es allemal verdient. Wer dem Album eine Chance gibt kann viel entdecken was sich einem bei den ersten 2-3 Hördurchläufen vielleicht noch nicht erschließt.

Und für all die Hater: Einfach Digital ist besser anmachen und Tocotronic nun einer anderen Hörerschaft überlassen. Shit happens.
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am 28. März 2005
Nach zehn Jahren im Musikgeschäft und zehn Jahren Standhaftigkeit, sich nicht von den Mechanismen der Industrie beeinflussen zu lassen, fängt eine Band neu an. Zwar sind Tocotronic immer noch Tocotronic, aber hier wurde einiges neu aufgerollt oder sogar neu erfunden innerhalb der bekannten Parameter. Denn pure Wiederholung darf noch viel weniger siegen!
Wir kommen um uns zu erklären?
Zwar hat man mit dem Trio (inzwischen ja Quartett) schon immer eine gewisse Übungsraum-Schönheit in Verbindung gebracht, jedoch versuchte die Band mit der Zeit zunehmend perfekter zu werden. Auf "Pure Vernunft" darf Tocotronic wieder ganz Tocotronic selbst sein und trotzdem Schönheit ausstrahlen. Dirk von Lowtzow singt desöfteren tiefer, ruhiger, angenehmer. Er singt Zeilen wie "küss mich, küss mich, küss mich...bis ich nicht mehr kann!" Dazu achtelt es aus allen Ecken und Enden und der derzeitige Trend Richtung roh und naturbelassen hat auch vor den Hamburgern nicht Halt gemacht. Auch die Text-Parolen sind gewollt querköpfig wie zu besten Zeiten.
Digital ist besser?
Obwohl die Herren ja schon immer reichlich erwachsene Ansichten vertreten haben, kann man behaupten dass "Pure Vernunft" nun auch der lang erwartete musikalische Führerschein ist. Moses Schneider (Beatstakes) hat die Band dahin gebracht, wo sie hin gehört: an Instrumente, die direkt neben dem Verstärker stehen, ein Mikro davor und eins vorne beim Sänger - los geht's, Gezeter erwünscht. Auch beim Songwritimg gab es Fortschritte. Auffällig, dass desöfteren zwischen den gewollt spröden Momenten Gevatter Melodie vorbeischaut und auch kleine Wagnisse in der ganzen rohen Wucht versteckt sind. Auffällig auch, dass die Stücke für Tocotronic-Verhältnisse geradezu ausufernd geraten sind: fast eine Stunde Musik ist zusammen gekommen. Kurzum: Tocotronic-Fans und solche, die es werden wollen, werden von dieser Frischzellenkur, die durch Musikalität und Songwriting gezogen ist, hellauf begeistert sein.
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am 12. Mai 2007
eingefleischte tocotronic fans wollen das album nach dem ersten hören wohl einfach nur an die wand klatschen aber, ich kann euch nur sagen, ein wandel ist nicht der untergang der welt.

"Pure vernunft darf niemals siegen" war mein erstes album von tocotronic und ich war begeistert. das album ging in meinem freundeskreis um wie warme semmeln - ernsthaft. alle liebten es. den namen tocotronic kannten wir vorher nur von "this boy is tocotronic".

jedenfalls durfte das album wochenlang meinen cd-player nicht verlassen und wenn ich die lieder höre denke ich immernoch an diese wundervolle zeit zurück. seit dem heißt tocotronic für mich SOMMER und - ich weiß, klingt seltsam - schach spielen. und ohne geht das auch nicht mehr. ich liebe das album.

und an alle die das album bekritiken:

nachträglich (also so zwei jahre später) hab ich mir auch mal die anderen alben von tocotronic besorgt und nur die besten lieder der anderen alben zusammen könnten bei mir den gleichen stellenwert wie "pure vernunft darf niemals siege" erreichen. das album ist der absolute hit.

mit den texten bin ich auch zufrieden. ich finde, dass sie den trend des albums "tocotronic" verfolgen und mehr platz für freie interpretationen lassen da sie wirklich sehr (!) abstrakt sind. die beats sind nicht einTÖNIG sonder einHÄMMERND und verlassen den kopf auch nicht mehr wenn sie einmal drinnen sind.

bei dem lied "pure vernunft..." kriege ich immer eine gänsehaut wenn mir die zeile "wir sind so leicht, dass wir fliegen..." mehrmals heftig entgegengeschmettert wird. das gesamte lied arbeitet auf diese zeile als klimax hin. die emotionale explosion die mich einfach immer wieder wegfegt (muss laut gehört werden).

vielen dank für eure aufmerksamkeit.
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