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VINE-PRODUKTTESTERam 18. November 2007
Nachdem zum Verkaufsstart der beiden Filme ein schickes Steelbook auf den Markt gebracht wurde, welches ziemlich schnell ausverkauft war, kommt nun anscheinend eine neue Box zu Eastwoods grandiosen Iwo-Jima Filmen in den Handel. Dies ist nur zu begrüßen, da die beiden Filme ohne jeden Zweifel zusammen gehören. Aber nun einige Worte zu den Filmen an sich.

"Flags of our fathers"

In den USA blieb das Einspielergebnis des Films weit hinter den Erwartungen zurück, in dieser Hinsicht ist er also gefloppt. Nachdem ich den Film geshehen habe vermag mich das nicht zu verwundern.
In "Flags of our fathers" geht es nicht in erster Linie um die Demaskierung des Mythos vom "heldenhaftem" amerikanischen Soldaten, so meisterhaft geschehen in Kubricks "Full Metal Jacket" und Stones "Platoon", sondern um die Demaskierung eines amerikanischen Mythos: Dem Hissen der amerikanischen Flagge auf dem Hügel von Iwo-Jima.

Dieser Ansatz allein macht noch lange keinen guten Film, jedoch kommt an dieser Stelle die meisterhafte Regie Clint Eastwoods ins Spiel. Ihm gelingt es eine Geschichte zu erzählen, die den Zuschauer mühelos zwei Stunden in den Bann zieht. Getragen wird der Film von den in ständigen Zeitsprüngen erzählte Lebensgeschichten dreier GIs, die bei der Invasion Iwo Jimas beteiligt waren, und den zweiten Sternenbanner auf dem Hügel hissten. In Folge dieser Aktion werden die drei in die USA zurückbeordert und als "amerikanische Helden" auf eine Werbetour geschickt.

Die ständigen Zeitsprünge, die Eastwood verwendet, führen zum Ziel. Der Vorwurf diese würden den Zuschauer verwirren ist unverständlich. Dem Zuschauer wird die teilweise völlig absurd wirkende Werbetour in Amerika vor Augen geführt, immer wieder unterbrochen von beeindruckenden Bildern der Invasion, die in schonungsloser Brutalität gezeigt werden. Dies ist auch keine Effekthascherei, sondern nötig um sich in die drei Soldaten hereinversetzen zu können. Folglich kommen auch nicht alle der drei mit dem Erlebten zurecht.
Das Eastwood aber auch subtil sein kann beweist er vor allem in einer Szene: Das Bild der Erdbeersoße, welches sich wie Blut auf das Vanilleeis in Form des berühmten Denkmals ergießt, ist ebenso simpel wie genial.

Die Botschaft des Films ist vielschichtig: Die drei Hauptprotagonisten sind keine Helden (Sie sehen sich selber nicht als Helden), sie werden vom Staat dazu gemacht, in einer Zeit in der die Bevölkerung und der Staat Helden braucht. Und dieser Held kann auch plötzlich ein Indianer sein, trotz der Rassen-Diskriminering in Amerika, welche in diesem Film auch thematisiert wird. Folgerichtig werden diese Helden auch ebenso schnell wieder fallengelassen, wenn man sie nicht mehr braucht.
"Ein Foto kann über Sieg und Niederlage entscheiden", heißt es am Anfang des Films. Eastwood macht eindrucksvoll deutlich, dass es dabei völlig unerheblich ist, ob dieses Foto echt oder unecht ist. Es geht einzig und allein darum, was die Menschen in diesem Foto sehen wollen. Gerade in unserer von den Medien dominierten Welt ist dies ein zeitloses Thema.

In einem Aspekt ist der Film jedoch zu eindimensional: Die Japaner werden als unmenschliche, gesichtslose Masse dargestellt. Ein Aspekt welcher der Intention Eastwoods zwei Filme zu drehen, jweils aus amerikanischer und japanischer Sicht, geschuldet ist. Dies führt dazu das dieser Film in seiner Eigenständigkeit Schwierigkeiten hat, er kann nicht ohne den zweiten Teil gesehen werden. Da aber wohl jeder, der "Flags" gesehen hat, auch Letters gesehen hat (hoffe ich wenigstens), ist dieser Kritikpunkt zu vernachläsigen.

"Letters from Iwo Jima"

Nach "Flags of our Fathers" durfte man gespannt sein, welchen Ansatz Eastwood im zweiten Film wählen würde. Ging es im "Flags" noch um die Demaskierung eines amerikanischen Mythos, so stehen in "Letters from Iwo Jima" wieder das Schicksaal einzelner Soldaten im Vordergrund.

Die Geschichte des Films basiert auf Briefen, welche nach dem Krieg auf der Insel gefunden wurden sind. Die Japaner erwarten, numerisch und technisch weit unterlegen, den Angriff der Amerikaner. Zu Beginn des Films werden die einzelnen Charaktere vorgestellt. Mit Hilfe kurzer Rückblenden führt Eastwood in die Einzelnen Personen ein, und erreicht somit, das der Zuschauer eine emotionale Bindung mit den einzelnen Figuren eingeht.

Unter diesen ist beispielsweise der junge Bäcker Saigo, welcher unbedingt überleben und zu seiner Frau zurückkehren möchte. Herauszuheben ist unter anderem die schauspielerische Leistung von Ken Watanbe, der den Oberbefehlshaber Kurubayashi spielt. Diesem kommt die Aufgabe zu die Insel zu verteidigen, und seine Männer zu motivieren, wohl wissend, dass sie und er diese Insel nicht lebend verlassen werden.

Der Film ist in seinen Aussagen überaus vielfältig, und greift in seiner Wirkung auf "Flags" zurück: Sah man die Schlacht im ersten Teil aus Sicht der Amerikaner, so bekommt man nun zum Teil die selben verwaschenen, ausgebleichten Bilder, nur eben aus anderer Perspektive, zu sehen.

Eastwood gelingt es ein weiteres Mal die Sinnlosigkeit des Krieges zu verdeutlichen. Die Szenen in denen sich japanische Soldaten selbst in die Luft sprengen, um der Gefangenschaft zu entgehen, sind von ungeherurer emotionaler Intensität, und gleichzeitig ein Versuch die japanische Mentalität im zweiten Weltkrieg zu verdeutlichen.

Untermalt wird der Film von einer ruhigen, melancholischen Musik, welche viel zur Atmosphäre beiträgt. Zu dieser trägt auch die Entscheidung Eastwoods den Film ausschließlich auf japanisch zu drehen einen großen Teil bei.

Neben den Greul des Krieges macht der Film aber vor allem eines deutlich: Die einzelnen japanischen und amerikanischen Soldaten unterscheiden sich in ihren Ängsten und Sehnsüchten kaum von einander. Dies wird auch an der Rolle des Generals Kurubayashi verdeutlicht, welcher seit einem Besuch in Amerika das Land sehr liebgewonnen hat, und nun gezwungen ist gegen dieses zu kämpfen.

Neben den Schrecknissen des Krieges gibt es allerdings auch Momente der Hoffnung, zum Beispiel dann wenn japanische Soldaten sich um einen verletzten GI kümmern.
Eastwood schreckt aber auch in diesem Teil nicht davor zurück "unliebsame" Probleme aufzuzeigen. Kamen im ersten Teil noch die Japaner als brutale und grausame Maße rüber, so zeigt er in diesem Teil konsequenterweise auch die Erschießung japanischer Kiregsgefangener durch amerikanische GIs, welche die Gefangenen als Ballast empfinden.

Auch dieser Film kann somit nicht alleine bestehen. Sowohl "Flags" als auch "Letters" brauchen einander. Mir persönlich hat "Letters from Iwo Jima" noch einen Tick besser gefallen, auf Grund der Tastsache das er auf Grund seines Ansatzes die Schicksaale einzelner Soldaten zu beleuchten, weitaus emotionaler als "Flags" wirkt.

Fazit

Insgesamt bleibt somit festzuhalten, dass sich beide Filme zu einem großartigen Ganzen fügen. Wer "A" sagt, muss auch "B" sagen. Eastwood hat hat das beherzigt, und mit seinen beiden Filmen aus amerikanischer und japanischer Sicht einen Meilenstein des Anti-Kriegsfilm abgeliefert. Chapeaux Mr. Eastwood!
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TOP 500 REZENSENTam 17. November 2009
Kriegs- und patriotismuskritischer Doppel-Film: einmal aus US-, einmal aus Nippon-Perspektive, fünf Sterne.

Man könnte es einzeln sehen, und es bliebe je ein großer Film.

Doch es kombiniert zu schauen ist besser. Nur ein Beispiel: das später pompös aufgeblasene Fahnenhissen von "Flags of our Fathers" taucht ganz kurz im Hintergrund und so irrelevant, wie es war, im Partnerfilm "Letters of Iwo Jima" wieder auf. Diese Szene allein ist es wert.

Die Handlung ist an der Geschichte orientiert: für die Bezwingung Japans braucht das US-Militär die Insel Iwo Jima. Die ist bereits japanisches Territorium, hervorragend präpariert - ein blutiger Inselkampf beginnt. Flags of our Fathers zeigt die amerikanische Perspektive, erzählt die Geschichte dreier überlebender Fahnenhisser mit sehr unterschiedlichen Charakteren. Kampfszenen sind mit ihrer Promotiontour zusammengeschnitten. Die japanische Gegenseite taucht so gut wie gar nicht auf.

Letters from Iwo Jima ergänzt das mehr als nur etwas aus der japanischen Perspektive: Sympathieträger sind nun ein tragischer General und ein fast japanisch-humoristisch angelegter kleiner Soldat. Die weiteren darin gezeichneten Charaktere sind teils etwas schlichter, nun ja, es ist auch Kino. Das Geniale ist die Einladung an den Zuschauer, sich auch einmal in die andere Seite hineinzuversetzen ... kein Wunder, dass dies in den damals eher patriotismustaumelnden USA nicht so zündete. In _beiden Filmen sind die Soldaten Opfer. Es ist je ein erbarmungsloser Antikriegsfilm (mit technisch gemeisterter Darstellung der Kampfszenen), danke, Eastwood & Spielberg!

Zur Ausgabe: die Extra-DVD ist nützlich mit diversen Interviews, Hintergrundinformationen. Schön ist auch die Möglichkeit, in die Originalsprache mit Untertitel wechseln zu können, wenn man möchte (Englisch bzw. Japanisch).

Ja, das kann ich empfehlen.
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am 7. Dezember 2007
Im asiatischen Denken bedingen sich Yin & Yan gegenseitig und werden zusammen erst ein Ganzes. Und so zeichnet auch "Flags & Letters" erst durch beide Filme ein ausgewogenes Bild über die Schlacht um die öde, doch strategisch bedeutsame Pazifik-Insel Iwo Jima. Dominiert durch einen von Tunneln durchzogenen, zur Festung ausgebauten Berg, gibt Iwo Jima GI's und Japanern durch seine schiere geographische Lage gleichermaßen Grund für einen erbitterten Kampf.

Für die US-Amerikaner endet dieser Kampf ebenso verlust- wie erfolgreich. Den größten Erfolg erzielt dabei jedoch die amerikanische Kriegspropaganda, denn durch eine Laune des Schicksals entsteht während der laufenden Kampfhandlungen eine der bekannteste Fotografien der Geschichte: das Aufrichten der US-Fahne durch eine Gruppe zufällig anwesender Soldaten. Den weiteren Weg dieses kleinen Haufens weg von der Front, hin zur heimischen Propagandafront, schildert "Flags of our fathers" in der Hauptsache. Und so bestimmen weniger actiongeladene Kriegshandlungen den Film als vielmehr Dialoge zwischen innerlich zerrissenen "Kriegshelden", deren Angehörigen und PR-geilen Schreibtischtätern. Die nie angestrebte Popularität setzt den Flaggenhissern mehr zu als der Feind; der so nicht gewollte Ruhm zerbricht sie.

"Letters from Iwo Jima" dagegen dokumentiert in kargen Farben das noch kärglichere Leben und sinnlose Sterben der japanischen Inselverteidiger. Ohne Aussicht auf Unterstützung von Aussen und dem Feind zahlenmäßig weit unterlegen, ermöglichen es alleine großer Mut und die intelligente Strategie der kaiserlichen Offiziere, den anlandenden Marines überhaupt nennenswerten Widerstand leisten zu können. In Rang übergreifenden Einzelschicksalen dokumentiert Regisseur Clint Eastwood den Kampf der japanischen Truppen im Wissen um den sicheren Tod. Und so wird letztlich das "ehrenvolle Sterben in der Niederlage" zum einzigen und letzten taktischen Kriegsziel. Ein Heldenmut, der meist nicht aus den Soldaten selbst kommt sondern von oben angeordnet wird. Doch für junge Männer, aufgewachsen in der Tradition und mit dem Kodex der Samurai, ist der angeordnete Selbstmord unausweichliche Pflicht und darf nicht infrage gestellt werden. So beginnt in den Höhlengängen des Festungsberges ein sinnloses Handgranaten-Harakiri, noch sinnloser als der grundsätzlich schon sinnfreie Krieg.

Man muss beide Seiten zu Wort kommen lassen um sich ein halbwegs ausgewogenes Urteil erlauben zu können. Diese Regel findet mit den beiden sehr unterschiedlichen Antikriegsfilmen eine filmische Umsetzung. Frei von Patriotismus jeglicher Färbung, ohne Pathos oder Glorifizierung und ohne erhobenen Zeigefinger ist es Eastwoods lobenswerter Ansatz, die Motive, Handlungen und Fehler beider Seiten wertfrei zu dokumentieren, Verständnis für das Handeln von Menschen zu wecken im unverständlichen Moloch Krieg.

Bei all dem bleibt bei mir jedoch der Eindruck hängen dass "Letters from Iwo Jima" der eigentliche Film war, den Eastwood drehen wollte. Der Ausgewogenheit zuliebe ergänzt durch das relativerende "Flags of our fathers". Die Geschichte der Iwo-Jima-Kämpfe aus japanischer Sichtweise ist der weitaus atmosphärischere, ergreifendere, anspruchsvollere Teil des Film-Doppels. Wirkt das Kämpfen aus US-Perspektive doch manchmal eher wie ein herkömmliches Schlachtengetümmel mit vergleichsweise oberflächlich skizzierten Figuren, so werden bei "Letters" die Personen viel eindringlicher, detailreicher, greifbarer gezeichnet. Die Charaktere der japanischen Soldaten, ob einfacher Infanterist oder General, werden messerscharf herausgearbeitet, fast schon seziert - wodurch sich eine unglaubliche Nähe zu den Figuren ergibt. Ihre Gedanken im Kampf, manifestiert in der Feldpost, vermischt mit eingestreuten Rückblenden auf das zivile Leben in Friedenszeiten, ergeben eine ergreifende Studie der Bestie Krieg am Beispiel von Einzelschicksalen. Pars pro toto!
Daher erhält "Flags" von mir drei Sterne, das Meisterwerk "Letters" deren fünf. Im Gesamten gebe ich fünf Sterne, da man beide Filme als Gesamtwerk sehen muss und dieses Gesamtwerk die Höchstwertung verdient.

Was das rein Technische betrifft, so kommen beide Filme dem momentanen Trend geschuldet mit stark reduzierten Farben und künstlich überhöht aufgesteiltem Kontrast daher. Viel dunkle Bildanteile also und blasse, fast schon nicht mehr wahrnehmbare Farben. Kann man mögen, muss man nicht. Ich mag's eher weniger, ebenso wie die häufig eingesetzten, durch ihre malerische Anmutung sofort erkennbaren CGI-Effekte. Aber auch Eastwoods Budget hätte sicher nicht ausgereicht, die amerikanische Riesenflotte im Original wieder auferstehen zu lassen. Daher verständlich und hinzunehmen.
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am 26. Februar 2010
In diesen zwei Filmen thematisiert Clint Eastwood den Kampf um die Pazifikinsel Iwo Jima. Er zeigt die Schlacht einmal aus Sicht der Amerikaner und einmal aus Sicht der Japaner.

Flags of our fathers" - Sechs Soldaten hissen auf dem eingenommenen, höchsten Berg Iwo Jimas, die amerikanische Flagge. Weil ein Senatsmitglied genau diese Flagge für seine private Sammlung haben möchte, muss sie abgenommen und eine neue Fahne gehisst werden. Dabei werden die Soldaten fotografiert. Dieses Foto geht um die Weil und löst in den USA neuen Mut im quälenden Krieg aus. Wochen später werden drei Soldaten dieser Truppe, die anderen sind in der Zwischenzeit gefallen, auf Tournee durch die Staaten geschickt. Sie sollen für den Kriegsanleihenkauf werben, weil ohne Geld der Krieg schnell verloren wäre.
Das Hauptaugenmerk legt Eastwood dabei auf die Gefühlswelt der drei Soldaten. Eigentlich wollen sie zurück zu ihren Kameraden. Sie fühlen sich unwohl, kommen in eine Scheinwelt und sollen vom ach so tollen Krieg erzählen. Sie werden zu Helden stilisiert und zerbrechen daran. Was soll schon Heldenhaft daran sein, zu versuchen nicht erschossen zu werden. Und dann wird auch noch bekannt, dass das Foto gefälscht sein soll. Am Ende des Film sieht man noch, wie es für die drei nach dem Krieg weiter ging: Arbeitslos, der Heldenstatus war aufgebraucht.

Letters from Iwo Jima" - Hier erzählt Eastwood eine eher unbekanntere Geschichte; die aus Sicht der Japaner. In gefundene Briefen klagen die japanischen Soldaten ihren Angehörigen zu Hause ihr Leid, ihren Hunger, ihre Unzufriedenheit mit den Kommandeuren. Sie sind es, die diesen von Schwefel stinkenden Vulkanklumpen im Meer verteidigen sollen - gegen eine große Überzahl der Amerikaner. Der neue Oberbefehlshaber kann zwar den Kampwille ein wenig steigern, doch nach schnellen Erfolgen der Amerikaner schwindet die Hoffnung zu Siegen. Noch mehr schwindet allerdings die Hoffnung die Heimat wiederzusehen , denn die Kommandeure geben den Befehl aus heldenhaften Selbstmord zu begehen, ehe die Amerikaner die Insel komplett einnehmen können. Der Soldat Saigo kann sich mit wenigen Kameraden dem Selbstmordwahnsinn entziehen und zum Oberbefehlshaber durchschlagen. Bei ihm wird er bis zum Ende des Kampfes bleiben.
In gewaltigen Bildern zeigt Eastwood hier ein beeindruckendes Plädoyer gegen den Krieg.

Auf der Bonus-DVD findet man dann noch das übliche: Making of, Interviews usw...
Das ist ergänzend informativ, man braucht es aber nicht wirklich. Die beiden Filme sprechen für sich selber.

Flags of our Fathers - Letters from Iwo Jima Collector`s Edition (3 DVDs)
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am 12. Dezember 2011
Clint Eastwood schafft es erneut, amerikanische Geschichte eindrucksvoll auf die Leinwand zu bringen.
Der Zweite Weltkrieg, und hier in erster Linie der pazifische Kriegsschauplatz, wird aus der Sicht junger Soldaten geschildert, die ungewollt zu Helden werden. Der Publicity-Rummel verdeckt zeitweilig das Kriegsgeschehen, kann es aber nicht ungeschehen machen. Die jungen Männer lernen eine Welt kennen, die ihnen völlig fremd ist. Die mediale Inszenierung von Heldentaten ist nicht ihr Job, der ist es, zu kämpfen und dabei Leib und Leben zu riskieren. Bei aller Kritik, die der Film äußert, wird dennoch klar, dass der Medienrummel nowendig ist. Die Menschen müssen dazu gebracht werden, Kriegsanleihen zu zeichnen, sonst ist der Krieg nicht zu gewinnen. Die USA stehen auf der richtigen Seite, daran lässt der Film keinen Zweifel aufkommen. Die persönlichen Schicksale der jungen Männer und auch ihrer Familien werden grandios geschildert und zeigen somit, was Geschichte für den Einzelnen bedeutet. Clint
Eastwood hat auch hiermit ein Meisterwerk geschaffen. Der Anspruch ist hoch, doch der Film ist zu keinem Zeitpunkt langweilig. Anspruchsvolle Filmkunst kann auch unterhaltsam sein. Clint Eastwood und die großartigen Darsteller beweisen es aufs Neue. Der Film sollte gekauft werden!
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am 12. April 2008
FLAGS OF OUR FATHERS

Mit seinem Weltkriegsdrama "Flags of Our Fathers" erzählt Clint Eastwood die Lebens- und Leidensgeschichte der sechs US-Soldaten, die 1945 eine amerikanische Flagge auf dem Gipfel des Mount Suribachi auf der pazifischen Vulkaninsel Iwo Jima aufrichteten, dabei zufällig von einem Kriegsberichterstatter fotografiert wurden und infolgedessen, mehr oder weniger ungewollt, zu Ikonen amerikanischen Heldentums avancierten - die Fotografie diente bspw. als Vorlage für das berühmte USMC War Memorial bei Arlington.

Drei der sechs Soldaten - fünf Marines und ein Navy-Corpsman - starben in der Folge in Kampfhandlungen auf Iwo Jima, die Überlebenden - John "Doc" Bradley (überzeugend gespielt von Ryan Phillippe), Rene Gagnon und der Indianer Ira Hayes - kehrten in die USA zurück und wurden als Werbeträger für den Verkauf von Kriegsanleihen und den Propagandaapparat missbraucht und von einer medienwirksamen Veranstaltung zur nächsten gereicht.
Durch gekonnt miteinander verknüpfte Rückblenden rollt Eastwood die Nachkriegsjahre der verbliebenen Helden auf und erzählt davon, dass nicht jeder der drei mit der unerwarteten Berühmtheit zurechtkam: Ira Hayes war durch die Traumatisierung der Kriegserlebnisse, den Tod seiner Kameraden und den andauernden Kult um seine Person zum Alkoholiker geworden und nur zehn Jahre nach Rückkehr aus dem Pazifikkrieg betrunken, in seinem eigenen Blut liegend, erfroren.

Alles in allem hat mir "Flags of Our Fathers" gut gefallen, auch wenn die moralische Beimischung à la "Wir waren Helden" teilweise etwas zu forciert wirkte; doch das tut der Spannung des Films im Ganzen keinen Abbruch. Regisseur & Produzent Eastwood versteht es nunmal einfach, fesselnde Geschichten ("Million Dollar Baby", "Mystic River") zu erzählen bzw. zu adaptieren (gem. der gleichnamigen Buchvorlage von James Bradley, "Doc's" Sohn, erschienen 2000), und letzten Endes sind es genau solche, nach denen man sich als Zuschauer sehnt. Dass inmitten des martialischen Schlachtengetümmels oder auch in späteren Szenen immer die einzelnen Protagonisten und deren Schicksal im Mittelpunkt stehen, das macht diesen Film meines Erachtens sehr menschlich - trotz oder gerade aufgrund seines erschütternden Grundthemas, dem erbarmungslosen Kampf um Iwo Jima.

Deswegen lautet mein Gesamturteil auch: Volle Punktzahl.

LETTERS FROM IWO JIMA

Geschätzte 7.000 amerikanische und weitere 20.000 japanische Soldaten ließen bei einer der wohl blutigsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs ihr Leben. Mit seinem Fortsetzungswerk "Letters from Iwo Jima" thematisierte Eastwood im gleichen Jahr (2006) den verzweifelten Verteidigungskampf der Japaner und realisierte somit auch eine nicht minder mitreißende "Feind-Perspektive" des Schlachtgeschehens.

Im Gegensatz zu "Flags of Our Fathers" behandelt dieser Film nicht im ständigen Wechsel mehrere Zeitebenen, sondern erzählt relativ linear die Geschichte verschiedener japanischer Soldaten - von ihren Angriffsvorbereitungen bis hin zum Ende der Schlacht. Auch thematisch geht es in "Letters from Iwo Jima" in erster Linie nicht um kollektiv erfahrenes Heldentum; vielmehr wird dem Zuschauer die gnadenlos erscheinende Ausweglosigkeit in Unterzahl kämpfender Japaner vor Augen geführt, die sich in zum Teil bedingungsloser Pflichterfüllung dem Befehl ihres Kaisers, die Stellungen auf jeden Fall zu halten, unterwerfen - was zeitweise unerträgliche Momente ergibt, in denen man sich als Zuschauer in die jeweilige Extremsituation des Films hineinversetzt fühlt.
Auch diesem Film gebe ich die volle Punktzahl, wenn mir auch "Flags" ein bißchen besser gefallen hat - aufgrund seiner eher ungewöhnlichen und dadurch nicht so sehr vorhersehbaren Machart und Erzählweise; teilweise fällt das Ganze in seiner heroisierenden Porträtierung natürlich auch etwas zu "proamerikanisch" aus.

Im Ganzen aber eine absolut empfehlens- und kaufenswerte Collector's Edition, deren Filme sich angenehm von allzu patriotischen Hollywood-Kriegsschinken unterscheiden.
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TOP 500 REZENSENTam 14. September 2012
Das Clint Eastwood einer der besten Regisseure für Filme ist, die kein Popcornkino sind, hat er hinlänglich bewiesen. Aber mit Flags of our fathers" und "Letters from Iwo Jima" hat er etwas Einmaliges geschaffen. Die Sicht einer Schlacht sowohl aus Sicht der Sieger, aber auch aus Sicht der Besiegten, sowas gabs in diesem Genre bisher so nicht. Und auch diese Filme sind jetzt keine Abenteuerkriegsfilme, sondern kommen sehr sehr realistisch rüber.
Beide Filme wurden mit recht blassen Kamerafiltern gedreht, so dass sie oft wirken, wie eine verblasste Fotografie der 40er Jahre, was aber ungeheuer viel zur Authenzität beiträgt. Ähnlich machte es auch Steven Spielberg bei Der Soldat James Ryan".
Ausstattung und Kostüme sind realistich und perfekt und auch in Punkto Gewalt gehts bei beiden Filmen nicht zimperlich zur Sache. Wenn etwa einem Soldaten etwas auf den Helm fällt, der sich umdreht um zu sehen, was das war und sieht, dass es der abgerissene Kopf eines Kameraden ist. Oder auch wenn in Flags of our fathers" in einer Höhle völlig zerfetzte Leichen der japanischen Besatzer der Insel. Die Auflösung wie es dazu kam, in Letters from Iwo Jima".
Beide Filme haben jedoch eine völlig andere Erzählstruktur. Flags of our fathers" ist nicht chronologisch, sondern springt immer mal gerne hin und her. Von den Soldaten als alte Männer, zum Einsatz auf Iwo Jima, dann einige Tage weiter und wieder zurück.
Dadurch gibts in Flags of our fathers" zwei Schlachtfelder. Das auf Iwo und eines in den USA, wenn die Soldaten, um die es in der Story geht, von der Propagandamaschine der Regierung ebenso rücksichtslos verheizt werden, wie auf den Schlachtfeldern. Gerade bei letzterem scheut sich Eastwood nicht die Moral des Staates USA gegenüber den Soldaten zu hinterfragen und in Frage zu stellen.
Schon Flags of our fathers" ist ein interessanter Film mit seiner Story zu einem der berühmtesten Kriegsdenkmäler, das in Washington steht. Defintiv ein Film für jeden, der kritische Kriegsfilme schätzt. Zudem sind die Ereignisse in der Handlung so gut umgesetzt, dass man kapiert, warum die USA unbedingt diese auf den ersten Blick völlig kahle, nackte Insel haben wollten. Eine Doku kann man sich hier wirklich sparen.

"Letters from Iwo Jima" beweißt mal wieder wie gut Clint Eastwood seine Filme bis ins Detail durchdacht hat. Wenn hier auf Iwo Jima Briefe gefunden werden, läßt er die Handlung als würde sie mit Stimmen aus der Vergangenheit erzählt, loslegen.
"Letters from Iwo Jima" ist zudem ein recht ruhig inszenierter Film, was immer dann auffällt, wenn mitten in die Verteidigungsvorbereitungen z.B. ein Luftangriff reinplatzt. Und letzteres ist dann der Vorbote, dass der Angriff der Amis auf die Insel unmittelbar bevor steht, was die Spannung anzieht.
Diverse Szenen aus "Flags of our fathers" finden sich hier wie gesagt ergänzend wieder, etwa die erwähnte Höhle mit den zerfetzten Offizieren.
Wo es bei "Flags" speziell um vier Männer und die Auswirkung des Krieges auf sie ging, geht es hier eigentlich um die ganze japanische Einheit, die Iwo Jima verteidigt, aber auch hier werden vier, fünf einzelne Charaktere vertieft, in dem man in ihr Leben vor dem Einsatz auf Iwo Jima zurück blendet und einer eben immer wieder aus dem Off erzählt, was er in seinen Briefen schreibt, um die Verbindung zu den Briefen vom Anfang zu halten.
Auf jeden Fall ist es Eastwood super gelungen, einem der bekanntesten Kriegsereignisse ein Gesicht zu geben. Für mich ist "Letters of Iwo Jima" diesbezüglich sogar noch besser, als "Flags of our fathers".
Wie eingangs erwähnt, ist es Absicht, dass das Bild des Films blass gehalten ist, aber Bild und Ton sind in Punkto Klarheit defintiv perfekt.
Für Fans von geschichtlichen Ereignissen sind diese Filme aufgrund der zweiseitigen Sichtweise sehr empfehlenswert.
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am 30. Dezember 2007
Wann hat man schon mal die Möglichkeit, beide Seiten eines solchen Kampfes zu beobachten - und dabei sich selber, die die Sympathie sich von Film zu Film verschiebt.
Spielt "Flags of our Fathers" zentral in den USA und dokumentiert den "Heldenzug" der Flaggenaufsteller von Iwo Jima, so dokumentiert "Letters from Iwo Jima" in beklemmender Weise die Vorbereitung und den Kampf aus Sicht der Japaner. Dabei werden Böse und Gute beider Seiten zum Teil gut charakterisiert, aber manch eine Figur bleibt blass und ungreifbar.
Schade, dass Eastwood nicht die Chance genutzt hat, die Verknüpfung beider Filme durch die Parallelität von Szenarien noch enger zu fassen. Gelegenheit dazu wäre sicherlich genug gewesen.
Erfreulich, dass auch der Film über die japanische Seite nicht zu einer einseitigen Darstellung der Amerikaner geworden ist, sondern den japanischen Nöten und Ängsten, aber auch den Auswirkungen der Kultur genug Freiraum lässt.
Sehenswertes Double Feature - mit brauchbaren Extras.
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Flags Of Our Fathers:
Nachdem Clint Eastwood als Regisseur inzwischen die verschiedensten Genres mit Bravour abgedeckt und dabei jedesmal seinen unverwechselbaren Stempel aufgedrückt hat, konnte man auf seine gleich zwei Beiträge zum zuletzt vielstrapazierten Kriegsfilmgenre gespannt sein. Nebenbei: meines Erachtens gibt es keinen wirklichen Anti-Kriegsfilm, denn sobald effektvoll Kriegsszenarien bebildert werden, dient dies neben der Darstellung der abstoßenden und damit abschreckenden Greuel auch der Befriedigung der Schaulust.
Den Vergleich zum SOLDAT JAMES RYAN kann man durchaus ziehen, da hier wie dort Einzelschicksale im Vordergrund des Geschehens stehen. Wo Spielberg bewusst lärmend und schockierend vorgegangen ist, schlägt Eastwood leisere Töne an. Aufgrund der ziemlich sprunghaften Erzählweise gelingt ihm dabei zwar nicht, an die Intensität des Vorbilds anzuknüpfen, dafür kann man Eastwoods Werk eine gewisse Eleganz nicht absprechen. Weshalb die wahre Geschichte (wäre sie erfunden, hätte wohl jeder die Absurdität der Story kritisiert) der zweimal gehissten Flagge und das Schicksal der Soldaten dahinter ihn derart fasziniert hat, ist für den aufgeschlossenen, nicht auf Krawall gebürsteten Cineasten nach zwei verfliegenden Stunden eigentlich mühelos nachvollziehbar. Für die ausgewogene Sicht der Ereignisse um Iwo Jima sorgte Clint Eastwood dann mit dem Anschlusstreffer LETTERS FROM IWO JIMA.

Letters From Iwo Jima:
Einleitend und um eventuell Zögerliche umzustimmen darf ich bemerken, dass der Film im Gegensatz zur Kinoauswertung auf DVD synchronisiert ist. Und das sehr sorgfältig und überzeugend.
Im Vergleich zu FLAGS OF OUR FATHERS ist meines Erachtens der Kampf um die Insel Iwo Jima aus japanischer Sicht das rundere Werk. Dies ist zum Einen auf die linearere Erzählweise zurückzuführen (bei FLAGS übertrieb es Eastwood ein wenig mit den Zeitsprüngen); an dieser Stelle nochmal die Warnung an Eventhungrige: bis zur ersten Kriegshandlung vergehen gute 45 Minuten mit der Einführung der Charaktere. Zum Anderen fühlt der Zuschauer gerade durch die Lieferung dieser prägnanten Backgrounds mit den wenigen Hauptprotagonisten, deren Schicksal man bis zum bitteren Ende verfolgt. Die bei Beginn des Films aufkommende Befürchtung, die einzelnen Japaner nicht voneinander unterscheiden zu können, erledigt sich somit recht schnell.
Aus dem vorwiegend unbekannten, aber nichtsdestotrotz vorzüglichen Cast ragt Ken Watanabe einmal mehr heraus. Bereits in LAST SAMURAI, DIE GEISHA und BATMAN BEGINS gab er Kostproben seines Könnens und seiner eindrucksvollen Leinwandpräsenz. Wieviel engagierter muss er daher motiviert gewesen sein, in seiner Muttersprache inszeniert zu werden. Bleibt zu hoffen, dass er - im Gegensatz zu seinem chinesischen Pendant Chow Yun-Fat (zuletzt in FLUCH DER KARIBIK 3) - nicht als Hollywoods Vorzeige-Asiate in belanglosen Blockbustern verheizt wird.
Von der technischen Seite überzeugt LETTERS mindestens wie der Vorgänger oder DER SOLDAT JAMES RYAN. Vielmehr muss man erneut feststellen, welche Benchmarks Spielbergs Meisterwerk gesetzt hat. Bekanntlich hat er Eastwoods Zweiteiler produziert und damit sicherlich auch den ein oder anderen Ratschlag parat gehabt, wie man Actionsequenzen packend einfängt. Wie FLAGS erinnert LETTERS in Optik und Wucht der grausamen Kampfhandlungen eins zu eins dem genannten Vorbild.
Stellt sich abschließend die Frage, weshalb man sich schon wieder Kriegsszenarien, zum Teil fokussiert auf Einzelschicksale, und die x-te Variante brutaler Verstümmelungen anschauen sollte. Ganz einfach weil dieses Mal nicht die Sicht der Weltpolizei USA das Geschehen verklärt, sondern deutlich wird, dass auch auf der Gegenseite angsterfüllte, normale Menschen am MG standen und keine seelenlosen Killermaschinen. Die manchmal archaisch anmutenden Rituale der uns überwiegend fremden japanischen Kultur - genannt sei bspw. der wie selbstverständlich praktizierte Suizid nach Scheitern der befohlenen Mission - tragen hierzu sehr viel bei und werden von Eastwood ohne Effektheischerei und wertungsfrei bebildert. Ein sehenswerter, unpathetischer Streifen und zweifellos einer der besten Vertreter dieses Genres seit Jahren.
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am 9. Januar 2008
Schon allein für die Idee ein Thema aus zweierlei Sicht zu betrachten, hätte Eastwood einen weiteren Oscar verdient. Zum Inhalt will ich gar nicht mehr viel sagen. Vorherige Kritiken haben einen schönen Einblick in die jeweilige Story gegeben. Während Flags of our Fathers die PR-Maschinerie der Amerikaner beleuchtet und das eigentliche Kriegsgeschehen eher in den Hintergrund rückt, wartet Letters from Iwo Jima mit der Studie einzelner Charaktere auf. Doch halt, auch "Flags" bleibt nicht oberflächlich. Die Skizzierung der Hauptfiguren wird sehr schön und ausführlich betrieben. Nicht verarbeitete Kriegserlebnisse, die sich in Form von übermäßigem Alkoholkonsum äußern, verwirren den einen Charakter. Selbstdarstellung mit Anleihen von Narzissmus sind bei einem anderen erkennbar.

"Letters" hingegen geht nicht nur auf die Charaktere ein, sondern beleuchtet auch, so gut es geht, die Tradition und Mentalität der Japaner. "Es ist nicht patriotisch keine Fahne am Haus zu haben, um die Verbundenheit mit dem Kaiserhaus zu demonstrieren!" oder "Ich dachte immer, die Amerikaner sind emotionslose Barbaren. Aber sie schreiben Briefe an ihre Mütter, genauso wie wir!" Diese beiden (zugegeben sehr frei rezitierten) Zitate beschreiben den ganzen Film. Mag Flags of our Fathers etwas oberflächlicher erscheinen als der Film aus japanischer Sicht. Erst zusammen ergeben sie ein einzigartiges Meisterwerk - auch immer dann, wenn der eine Film den anderen zitiert. Herausragend Ken Watanabe als befehlsführender japanischer General, der typisch japanische Gepflogenheiten wie den rituellen Selbstmord nach einer verlorenen Mission mit Fassungslosigkeit hinnimmt, weil er jeden Mann benötigt, um mit der amerikanischen Invasion fertig zu werden.
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