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am 27. November 2007
Um es gleich vorweg zu sagen: Die schwache Kino-Resonanz dieses Films sagt nichts über seine Qualität, im Gegenteil, dieser Film ist rundherum gelungen und dabei sehr interessant gestrickt, nie langweilig. Dazu trägt ein exzellentes Casting ebenso bei wie der Schnitt (Ferne Pearlstein), eine hervorragende Kamera- und Lichtführung (Manu Kadosh) und eine die Erzählstränge stützende Farbdramaturgie sowie ein toller Gitarren-Score. Der Film bedient sich der Satire, aber auch der ernsthaften Dramatik und greift dabei in die Kiste der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Was als Überzeichnung erscheint, erweist sich als leider wahrhaftig. So entsteht ein skurril-kultiger Mix aus Zitaten, Versatzstücken, Verweisen, Parolen, in die Popmythologie eingegangenen ikonenhaften Bildern aus u.a. Ceauscescu, Kim Jong Il, Mobutu, Pinochet, Pol Pot, Castro und Che Guevara, Maos Kulturrevolution, den Taliban, Khuomeini, Marx sowie Verweisen und Zitaten aus Popkultur, Fernseh- und Kinogeschichte, Werbung - in einer einzigartigen Weise. Es bleibt mir rätselhaft, warum der Film in den Kinos nicht lief und so seine potentiellen Zuschauer gar nicht erst finden konnte.

Thema des Films ist die dauernde Gefährdung des Menschen, von der Macht korrumpiert zu werden. In einem fiktiven Land wird eine Militärjunta südamerikanischer Provenienz abgelöst von dessen politisch minderbemitteltem Sohn Maximilian II (herrlich: Tom Hollander), der eine rechtsgerichtete, vor keiner Brutalität zurückschreckende Operettendiktatur erreichtet. Sein in einer Hochsicherheitsfestung einsitzender Gegenspieler ist der links-intellektuelle Schriftsteller Thorne (Donald Sutherland), der als Kopf einer Guerilla-Bewegung nach dem Muster der RAF gilt. Dessen ständiger Bewacher ist der sich einer eigenen Meinung enthaltende, seine Arbeit korrekt machen wollende Soldat Joe (Ralph Fiennes). Doch im Laufe von drei Jahren ständigen Kontakts mit Thorne, gelangt Joe mehr und mehr zu der Überzeugung, dass dessen Staats-Ideen eine bessere Alternative sein könnten. Joe beteiligt sich maßgeblich am Umsturz. Doch die Freude des Volkes über den Regimewechsel, in dessen Folge er zum Rovolutionshelden stilisiert wird, währt nicht lang. Denn auch der Intellektuelle Thorne duldet keine abweichenden Meinungen. Er errichtet Umerziehungslager, verbietet Universitäten und Schulen, räumt missliebige Intellektuelle aus dem Weg. Joe ist enttäuscht und geht zu Thorne auf Distanz. Er wird festgenommen und in ein Umerziehungslager verbannt. Nach Jahren fällt auch Thorne einem Attentat brauner Rechtsputschisten zum Opfer. In dem neuen Regime machen ehemalige Führungskräfte Maximilians ebenso Karriere wie gewendete Führungskader Thornes. Joe wird in den Hochsicherheitskerker, in dem einst Thorne saß, gesperrt. Ihm wird vorgeworfen, am Attentat auf Maximilian beteiligt gewesen zu sein und außerdem Jahre Thronscher Gehirnwäsche in dessen Umerziehungslagern durchlitten zu haben. So jemand hat leider kein Recht auf Freiheit. Die einzige Filmfigur, die schließlich ihren Überzeugungen und sich selbst treu bleibt, wird von Regimes jeglicher Couleur weggesperrt und aus dem öffentlichen Leben eliminiert. Einziger Hoffnungsschimmer bleibt am Ende, dass Joe diese Geschichte im Gefängnis schreibt, die wir nun als Film sehen auf dass wir unsere eigenen Schlüsse daraus ziehen. Ein toller Film!

Die beiden inhaltlichen Hauptlinien, Maximilian auf der einen Seite und die Beziehung Thorne-Joe auf der anderen Seite, werden erzähltechnisch unterschiedlich angelegt und visuell unterschiedlich umgesetzt: Der Maximilian-Strang ist satirisch überzeichnet, teilweise derb, visuell knallbunt und poppig, operettenhaft, während der Thorne-Joe-Strang erzähltechnisch dramatisch angelegt ist, in düsteren, schmutzigen, bräunlichen und später analog der Figurenentwicklung kalt bläulich-weißen, ausgewaschenen Farben inszeniert. Die Anspielungen und Querverweise bei diesen Figuren sind ernsthaft und nüchtern, mit leiserer Ironie. Die Entwicklung und Veränderung ihrer Beziehung spiegelt sich in den in Großaufnahme fotografierten Gesichtern der beiden in feinsten Nuancen, was eine enorme Intimität zum Zuschauer herstellt. Konsequenterweise bleibt die Kamera auf der anderen Seite im Maximilian-Strang daher auf Distanz, ironisiert die Macht Maximilians durch die gelegentliche Froschperspektive. Kann eine solch gegensätzliche Struktur gelingen? Ja!

Manche Kritiker mögen dies, was für mich Struktur und Bau des Films erst interessant macht, für uneinheitlich halten und ihm vielleicht vorwerfen. Dabei gelingt dem Regisseur die Verknüpfung dieser ungewöhnlichen nicht-linearen Erzählweise außerordentlich gut. Der pessimistische Grundton mag auch dazu beigetragen haben, dass zumindest amerikanische Kritiker diesen Film fast einhellig verworfen haben und wohl auch, dass er ebenso wenig den typisch amerikanischen Film-Sehweisen entspricht wie er nicht der Erwartung nachkommt, die Bush-Regierung zu karikieren oder eine Lösung aufzuzeigen. Doch all dies tut dem Film überhaupt keinen Abbruch. Im Gegenteil, er entgeht dem Schicksal eines tagespolitischen Kommentars, der schnell niemanden mehr interessiert. So wurde er zu einem interessanten, teilweise poppig-skurrilen, gelegentlich auch brutalen, düster-pessimistischer Film mit einer hervorragenden Besetzung jenseits üblicher Erwartungen und des Mainstreams. In jeder Hinsicht überzeugend. Unbedingt sehenswert!
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am 13. August 2008
Ich denke, die vorangegangene ausführliche Rezension hat bereits alles und das zudem noch treffend und stilistisch einwandfrei erklärt. Danke! Hat mir gefallen.
Bei "Land Of The Blind" fühlt man sich wirklich in die verfahrene Situation des Protagonisten Joe versetzt. Dieser möchte immer für das Volk handeln, ohne Exekutionen,Folter, Unterdrückungen,..., genau so, wie der Zuschauer es von ihm erwartet. Jedoch wird er genau dafür doppelt bestraft und dem Volk geht es, ebenso wie dem Zuschauer, auch nicht besser. An sich also ein wirklich düsterer Film, der ohne die sarkastisch süßen Einlagen von Maximilian II. wirklich kaum ein Schmunzeln auf die Lippen zaubern würde, Dabei sticht seine Intension aber direkt ins Herz und man erkennt entscheidende Bezüge zur Realität, was einem die Laune nicht wirklich steigern lässt. Aber dieser "AHA-Effekt" öffnet einem so weit die Augen, dass man am Ende des Films am liebsten in den Fernseher springen möchte und schreien:
"Seid ihr denn alle blind?!"
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am 4. Februar 2008
Ich hätte vom Cover her eher mit anstrengender und trockener Kost gerechnet, doch rasanter Schnitt, leichtfüssige Musik und augenzwinkernde Darsteller machen diesen Film zu einem absoluten Hochgenuss!

(Animal Farm lässt grüssen...)
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am 17. Januar 2015
Beeindruckend was hier so ALL/ES noch als Satire bezeichnet wird.
Besonders faszinierend ist der Tatbestand wieweit Macht in der Lage ist Menschen zu korrumpieren.
Und so werden aus Tätern Opfer und aus Opfer Täter. Ein Unrecht wird mit dem nächsten Unrecht gesühnt und der Kreislauf des Irrenhaus Planet Erde geht hübsch fein weiter. Ein hervorragender Film der beeindruckend beweist, dass das größere Irrenhaus eben nicht in der Filmwelt zu finden ist, sondern der bestätigt, dass die Begrifflichkeit Satire unter dem Aspekt eines gesunden werteneutralen und zu weiten Teilen objektiven "verrückten" Standpunktes, der eben den gesellschaftlich genormten aufgezwungenen und indoktrinierten Standpunkt verrückt, mitnichten satirisch ist. Die Realbezüge erkennen wir bei einem gewissen Herrn Kim in Nordkorea Guantanamo und weiteren Einrichtungen die hier geschickt in ein "fiktives" Drama eingebunden sind.
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am 13. Februar 2013
Toller Film, eine Amalgation aus verschiedensten historischen Ereignissen rund um totalitäte Regime. Zu unrecht ein übersehener Film. Die obskure und brutale Atmosphäre ist unvergleichlich und hat mich an Children of Men erinnert.
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am 28. Oktober 2010
Dieser Film ist meiner Meinung nach einer der außergewöhnlichsten Filme der letzten Jahre. Regisseur und Autor Robert Edwars kreiert eine faszinierende Mischung aus düsterem Drama und brillianter Satire, die fesselt, schockiert und ebenso zum Lachen wie zum Nachdenken anregt. Das ist auch der erstklassigen Besetzung zu verdanken.

Donald Sutherland gibt im Karl-Marx-Look den Anführer der Revolution, dem Tom Hollander als perverser Diktator gegenübersteht. Und Charakterdarsteller Ralph Fiennes ist als moderner Winston Smith sowieso unvergesslich!

Ein echter Geheimtip mit eindrucksvoller Optik, den man nicht verpassen sollte!

Schockierend komisch und brillant gespielt - bei diesem krassen Satire-Drama bleibt einem so manchem Lacher im Halse stecken!
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am 25. Juni 2010
Nicht von der DVD-Beschreibung beirren lassen: eine politische Satire ist "Land of the Blind" bestimmt nicht!
Eine politische Satire sollte spöttisch/witzig/ironisch/sarkastisch polemisieren, Kritik an der Gesellschaft üben, dabei übertreiben, Widersprüche kontrastieren, Sachverhalte verzerren.
Die Figuren und ihr Handeln sind in "Land of the Blind" nicht grotesk, nicht schwarz-weiß, nicht überzeichnet, nicht eindimensional-ernst genug, ihre Charaktere zu flach, als dass man sich mit ihnen identifizieren und ggf. über sie und ihre (Un)taten lachen könnte.
Aus denselben Gründen scheitert der Film auch als Drama. Die Figuren können sich nicht entfalten, ihre Handlungsmotive bleiben im Dunkeln - es gibt nichts, was irgendwie bedrückend wirken könnte.

Was bleibt sind solide schauspielerische Leistungen, die allein reichen aber nicht für einen guten Film.
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am 22. August 2010
Vorsicht! Die Message ist lediglich: Macht korrumpiert.

1. Die Handlung schleppt sich realitätsfern dahin.
2. Charaktere sind stereotyp und bleiben profillos.
3. Unnötige Gewaltdarstellungen sind überbetont und bringen die Handlung nicht weiter.

Unser Fazit: Nur für Freunde des abgehobenen Kunstfilms geeignet.
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