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am 6. Juli 2008
Im Gegenteil. Von vielen hörte man Empörung - wo wäre Mando Diaos Garagenrock geblieben, die E-Gitarren, das Fetzige. Solche Leute sollten sich den Bands widmen, die sich nicht weiter entwickeln und auf ihre Wurzeln schwören, sich ergo nie weit von diesen entfernen. Mando Diao hingegen wollen den Zuhörern zeigen, dass und wie sie sich ändern. Ob es das Alter, das Umfeld, die Erfahrungen sind spielt weniger eine Rolle. Vielmehr hat Gustaf Norén, einer der zwei Sänger, Recht, wenn er sagt, dass es heutzutage unzählbar viele Bands gibt, die man tatsächlich in die verrufenen Schubladen stecken kann, ganz ohne weiteres. Dem wollen Mando Diao entkommen. Mit "Never Seen The Light Of Day" haben sie dies geschafft.

Die anfangs angesprochenen Leute, denen die neuen Töne auf diesem Album missfallen, scheinen nicht zu bemerken, dass diese Tatsache bei Mando Diao absolut nichts Neues ist. Die drei Vorgänger - "Bring 'Em In", "Hurricane Bar" und "Ode to Ochrasy" - lassen sich ebenso wenig miteinander vergleichen, trugen alle gleichfalls Veränderungen mit sich. Mando Diao sagen: "Bring' Em In" ist das Album, das vor der Party läuft, "Hurricane Bar" läuft währenddessen und "Ode to Ochrasy" danach. "Never Seen the Light of Day" setzt diese Reihe fort, denn es ist das Album, das man am Morgen danach hört, das einen aufweckt aus dunklen, langen Nächten.
"Bring 'Em In" war ein Album, bestehend aus Demos, aufgenommen von fünf jungen Männern, die nur eins wollten: Raus kommen aus ihrem Kaff und die Welt erobern, dabei laut, hart, und möglichst arrogant sein. Bei "Hurricane Bar" standen sie bereits einige Stufen weiter oben, hatten mehr Möglichkeiten, das Album klang glatter, die Texte weniger aufmuckend. Und dann betourten sie die Welt, lernten sie ausführlich kennen, und schufen ihr "Ochrasy", das eine überaus weite Breite an Stilen aufwies. Und dann kommt der Winter nach der Tour, die lange Pause, in Schweden ist es dunkel und kalt, man möchte sich von bösen Plattenfirmen trennen, man schreibt seine von der allgemeinen Stimmung geprägten Gedanken nieder, man besinnt sich zurück zu seinen schwedischen Genen, lässt Streicher und viel mehr Akustikgitarren einfließen. Und es entsteht ein Album, das wie alle anderen auch von zwei wunderbaren Stimmen geprägt ist und von Schweden, die ihre Instrumente perfekt beherrschen, die es schaffen, mit ihren Melodien das zu vermitteln, was auch ihre Texte ausdrücken. Sei es Trauer oder Freude, Liebe oder Hass.

Das wohl Einzige, das immer gleich blieb bei Alben dieser Band: Ein überwältigendes Anfangslied. Nachdem man das erste Lied gehört hat, wusste man schon immer, was auf einen zukommen würde, und das letzte, was einem vorschwebte, war, die Musik auszustellen. Man wollte mehr hören. Auch nun mit "If I Don't Live Today, Then I Might Be Here Tomorrow", das einen mit seinen vielen Streichern und Björn Dixgårds einmaliger Stimme einfach nicht loslässt. Seine Stimme ist es auch, die das makellose, darauffolgende Stück "Never Seen the Light of Day", perfektioniert, ein Lied, das verdeutlicht, wo der Hörer, und wo auch Mando Diao sich befinden, geographisch, als auch emotional. Mit "Gold" hat die Band einen Song geschaffen, der sich perfekt in die Reihe ihrer - man möchte das Wort eigentlich kaum benutzen - Liebeslieder einbauen lässt; "You Can't Steal My Love" oder "The Wildfire (If It Was True)" beispielsweise. Mit Gustaf Noréns vielleicht einfachem, dennoch einprägsamen "Lalala" befinden wir uns wieder am Morgen nach der Party, die zugehörigen Streicher verbessern die Sicht. "I Don't Care What the People Say" spricht für sich. Die nahezu monotone Gesangsweise Dixgårds verdeutlicht die das Lied bestimmende Distanziertheit vom Geschehen, man möchte sich zurücklehnen und ihm dabei zu sehen, wie er zum Rhythmus des marschähnlichen Schlagzeugs eine zerstreute Straße hinabgeht und alles auf sich nehmen würde, wenn das Schicksal es so will. "Mexican Hardcore" rüttelt einen dann mit seiner Schnelle, teilweisen Blues-Einflößen wieder auf, deutlich ist wieder das Mando Diao-Bild zu erkennen, das sich manche nach "Ode to Ochrasy" geschaffen haben und auch die Tatsache, dass die Band sich nicht nur von den Beatles, Stones oder sonstwem beeinflussen lässt, sondern auch von Country- oder ähnlichen Genres. Des Weiteren hätte Dixgård mit diesem Song wohl eine Ergänzung für seine (Ex-)-Liebschaften-Songreihe. Und dann kommt Gustaf Norén mit "Macadam Cowboy" und man stellt sich vor seinem inneren Auge vor, wie er in seinem Schwedenhäuschen eine alte Platte auflegt, vielleicht von Ella Fitzgerald, die Verandatür öffnet und die wenigen Geräusche genießt. Und eben dann zu sich kommt und wieder zu dem Norén wurde, der schon bei "Sheepdog" rotzfrech in die Kamera glotzte - "Train On Fire", ebenso schnell wie "Mexican Hardcore", aber aggressiver, aufmüpfiger. Man spürt Noréns schelmisches Lächeln, wenn er singt "Tell my love we're gonna have a lot of fun, just sing lalala". Zu eben einem solchen Lächeln möchte man Björn Dixgård bringen, wenn er trostlos, aussichtslos die Akkorde auf seiner Akustikgitarre spielt und dazu "Not a Perfect Day" singt. In seiner Stimme liegt eine unverkennbare Überzeugungskraft und Ehrlichkeit, dass man es ihm auf Anhieb glaubt - "It's not a perfect day for love". Mit "Misty Mountains" findet man ihn und Norén dann irgendwo im Schwedischen Wald, den wenigen Sonnenstrahlen im Winter hinterherlaufend, sich Geschichten erzählend. Wieder einmal fließen ihre Stimmen nahezu perfekt nebeneinander, die Akustikgitarren fehlen auch hier nicht. In "One Blood" lässt sich schließlich das Highlight des Albums finden. Das unverkennbar fetzigste, lauteste, aggressivste Lied des Albums, das sich gegen alles und jeden richtet, der Gustaf Norén widersprechen oder ihn auch nur im Ansatz reizen möchte. Wen oder was er meint, wenn er singt "Other people are talking and thinking about you as we speak / But I've seen them out there as well / But you don't know them, do you!? / No, but they don't know me either / Well, they think they do, they think they do!", darüber lasse sich streiten. Klar ist, dass man ihn und die Band deutlich draußen stehen und kämpfen sieht. So wie Mando Diao es nun einmal immer tun.

"Never Seen the Light of Day" mag für einige also unglaublich abwegig und kein übliches Mando Diao-Album sein. Für mich ist es ein typisches Album einer Band, die versucht, ihre Zuhörer nicht zu langweilen, sich nach jedem aufgenommenen Lied nach etwas Anderem, etwas Neuem umsieht und dies fast immer nahezu einwandfrei umsetzen konnte.
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am 25. Februar 2016
Genau wie bei den Doors ist das vierte Album von Mando Diao für viele Fans ein Dorn im Auge, weil es eine ganz andere Richtung einschlägt. Waren Björn Dixgard und Co für ihren „Garagen“-Rock bekannt und auch geliebt geworden, so ist es erst mal schwierig für die meisten, wenn die Band plötzlich mit Streichern und gesetzteren Songs aufwartet. Ich kann hier ja nur meine persönliche Meinung abgeben und die sieht so aus: Ich liebe es! Wie auch bei den Doors liebe ich den „neuen Sound“ der Band. Die Streicher passen perfekt zu Mando Diao und generell mag ich die melancholisch, ruhigeren Stücke der Band fast noch mehr, als einige der schnelleren und rockigeren Stücke. Damit bin ich sicherlich in der Minderheit, aber wen juckts?
Witzig ist die Entstehung des Namens des Albums: Der Titel ist eine Anspielung darauf, dass die Band nicht damit gerechnet hat, dass die Platte veröffentlicht werden würde. „Never Seen The Light Of Day“ kam ein Jahr nach „Ode To Ochrasy“ heraus, also 2007.

Eröffnet wird das Album mit dem grandiosen „If I Don't Live Today, I Might Be Here Tomorrow“. Hier hört man gleich den „neuen Sound“ der Band, vor allem die Streicher fallen auf. Und ich weiß, dass viele dies gerade schlecht finden und nicht hören können, doch ich liebe es! So habe ich die Band kennen gelernt („Give Me Fire“) und so höre ich sie am liebsten und dieser Song ist zwar kurz, aber immer wieder fantastisch als Opener.
Jetzt folgt eins der Highlights: „Never Seen The Light Of Day“, der Namensgeber des Albums. Wahrscheinlich mein Favorit der Platte. Der Refrain kriegt mich immer wieder und wieder sind es die Streicher in der zweiten Hälfte, die ich so liebe und die dem Song so viel Tiefe geben. Und dennoch bleibt der Mando Diao-Klang erhalten, wenn auch etwas abgeändert.
„Gold“ bleibt dem Stil der ersten beiden Titel treu und zeigt ein schönes Duett von den beiden Frontmännern Dixgard und Noren.
„I Don't Care What The People Say“ ist vielleicht der schwächste Titel des Albums, aber trotzdem hörbar.
„Mexican Hardcore“ ist ein typisch, cooler und relativ eingängiger Track, ganz im Stil von Mando Diao.
Nun folgt „Macadam Cowboy“, ein sehr ruhiger und atmosphärischer Titel und leider etwas kurz, bis er in das nächste Stück übergeht...
„Train On Fire“ startet dann mit deutlich mehr Tempo und Lautstärke. Auch hier hören wir den typischen Mando Diao-Rock, wenngleich dieser „Rock“-Sound viel gefühlvoller klingt, wie ich finde.
„Not A Perfect Day“ ist dann wieder sehr melancholisch gehalten und einfach wunderschön. Nur die Akustikgitarren und Dixgards tolle Stimme!
„Misty Mountains“ ist nicht das Stück vom „Hobbit“. Dieses hier ist deutlich fröhlicher und kam eh vier Jahre vorher raus. Auch kein Meisterwerk, aber ganz schön für zwischendurch.
Einer der langen Titel folgt nun: „One Blood“. Ein sehr interessanter Start und generell ein sehr experimenteller Song für Mando Diao. Das Stück wird gesungen von Noren und zwar sehr aggressiv und im Dialog mit sich selbst (?)… Wie gesagt, sehr interessantes Material, definitiv das Mutigste der Band bis dahin. Und deswegen mag ich es auch. „One Blood“ ist kein Titel wie etwa „Down In The Past“, sondern hat etwas vom Wahnsinn der Doors (ein weiterer Grund, warum mir das Stück gefällt).
„Dalarna“ schließt dieses besondere Album ab… und zwar ebenso besonders. Quasi ein instrumentales Stück und auch das ist neu für die Band. Der Klang hat für mich stellenweise etwas von Ennio Morricone (ja, da bin ich vielleicht auch der einzige, der das raus hört). Mir gefällt neben dem eingängigen Klang vor allem die Frauenstimmen, die nach und nach in den Vordergrund rücken und dieses Stück so ausmachen. Klasse!

„Never Seen The Light Of Day“ hat eine Laufzeit von ordentlichen 41 Minuten.

Fazit: Ich gebe zu, dass ich die Platte zwei Mal hören musste, bis sie ihre Schönheit und Kraft entfalten konnte. Aber mit jedem Hören bin ich ein Stück mehr begeistert. „Never Seen The Light Of Day“ ist bis jetzt eins der besten Alben der Band, jedenfalls in meinen Augen. Ich liebe die neuen Ansätze der Band hier. Man hört vor allem die Entwicklung zu ihrem fünften Album „Give Me Fire“ sehr gut raus, aber das ist eine andere Geschichte…
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am 8. März 2008
Never Seen The Light Of Day klingt anders als die die letzen Alben von Mando Diao. Meiner Meinung nach aber sicher nicht schlechter. Die Texte sind ernster, die Musik wirkt reifer. Dem momentanen Garage Rock Hype setzen sie mit diesem Album ein wenig entgegen durch melancholischere Melodien und vielen geheimnisvollen Chören und Violinen.
Auf der Bühne aber klingen auch diese Songs wie gewohnt nach Mando Diao und halten locker mit Klassikern wie Down In The Past oder God Knows mit.
Alles in allem ein gelungenes Alben.
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am 8. November 2007
Also erstmal vorne weg....Dieses Album lässt sich mit keinem anderen album von mando diao vergleichen! Ruhigere ansätze waren zwar schon auf "ode to ochrasy" zu erkennen, doch das ist echt ein ratikalel Umbruch gewesen...nach dem ersten mal durchhören ist man echt ein bisschen geschockt. aber nach dem zweiten mal beginnt man auf einmal diese Klasse, die Mando Diao zweifellos besitzt, zu hören. Die wunderbaren Melodien der Streicher verbinden sich fast makellos mit den Akkustikgitarren, vor allem herauszuhören bei Never seen the light of day, einer der besten Songs. Gleiches gilt auch für "gold". Doch es geht auch ein bisschen rockiger zu bei "If i dont live today, then i might be here tomorrow" und bei "mexican Hardcore". Erstgenanntes lässt sich ein bisschen mit "the Wildfire" und "Song for Aberdeen" von ode to ochrasy vergleichen. Auch wenn der Anfang von "Macadam Cowboy" ein bisschen verängstigend ist, wird hier ein wundervoll ruhiges lied zelebriert, dass praktisch dass Intro zu "Rain on Fire " darstellt. Im Nachhinein erinnert mich der Refrain von "Macadam..." mich ein bisschen an die Beatles in "all the only People" oder "i'm the walrus". Schließlich gelangen wir dann wieder zu einem sehr ruhigen Lied mit "Not a perfect Day", in der Björn mit seiner einmaligen Stimme überzeugt. Im nachfolgenden "misty Mountians" geht es dann wieder mit gustaf am Mikro schnellerund poppiger zu. "One Blood" beginnt dann wie bei einem Horrorfilm, kurz bevor der Mörder oder das Monster zuschlägt. Es ist das vom sound her härteste Stück der Scheibe, was im gegenseitigen Anschrein von Björn und Gustaf ändet. Hier dachte ich mir beim ersten Mal durchhören, dass man das wohl kaum Duett nennen kann bzw. ein Lied, doch wenn man sich dann ein bisschen den text durchliest oder einfach anhört, dann wird einem klar, dass dieser sound für dieses lied perfekt gewählt wurde. den Abschluss bildet dann "Dalarna", dass ganz ohen Gesang der beiden Frondmänner auskommt und auf eine Frauenstimme baut, die allerdings nicht lange zum einsatz kommt. Dieses Lied könnte vor allem für freunde des Jogas oder des Meditiren schön sein, für mich allerdings stellt es noch vor "I dont care" das schlechteste Lied der platte dar. Im großen und ganzen stellt sich Never seen the Ligth of day als iene hervorragende Platte heraus, in der zwar nicht die indie-rock-Stärken von Mando diao zur Geltung kommen, allerdings die in Melodie, Wahl der Instrumente und wie immer der GEsang.

===> unbedingt kaufen. Wochenlanger Hörspaß vorprogrammiert!!!!!
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am 23. Juni 2016
Ich liebe dieses Album, es sind so viele großartige Songs dabei, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Die negativen Reviews kann ich kaum nachvollziehen; selbst wenn das Album etwas anders klingt, es ist nicht weniger genial als der Rest, den man von Mando Diao kennt. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen!
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am 16. Mai 2013
Für Fans der späteren Stunde sind die alten Alben allerdings vielleicht nicht unbedingt etwas, würde ich auf alle Fälle ein Reinhören empfehlen: es gibt "Perlen" zu entdecken!

Bands sollten sich entwickeln und verändern dürfen und Neues versuchen, das ist sogar wünschenswert! Und was Mando Diao über die Jahre zustande gebracht hat, gefällt mir!
(Sogar die Musik von "Caligola" hat für mich großen Unterhaltungsfaktor und macht auf eine gewisse Art Spaß)

Auf "Never seen the Licht of Day" haben wir eben die guten alten Songs von Mando Diao wie aus einer anderen Zeit:
weniger kommerziell, weniger radiotauglich, beachtenswert!
Mein absolutes Highlight: "One Blood"!

Immer wieder schön zu hören: bisschen 60's, bisschen Schnulz, mal bisschen british, mal bisschen anders...
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am 28. November 2007
Im Hause EMI / Mando Diao gibt es Probleme... Vertraglich ist die Band für vier Alben an das Label gebunden. Die fünf Schweden beklagen sich allerdings darüber, dass nie genügend Geld von den Plattenverkäufen der vorherigen Alben bei ihnen angekommen sei. Fazit: ein viertes Album muss her. Dieses soll der verhassten Plattenfirma jedoch so gut wie kein Geld einbringen. Heißt das, dass Mando Diao absichtlich versuchen, schlecht zu klingen, oder dass sie sich einfach etwas extravaganter und experimentierfreudiger zeigen?
An diesem Album scheinen sich die Meinungen zu spalten. Mir persönlich gefällt Never seen the light of day allerdings sehr gut. Anfangs klangen die neuen Songs in meinen Ohren jedoch etwas befremdlich, dieses Gefühl legte sich allerdings nach mehrmaligem Anhören. Die einzelnen Tracks fügen sich homogen zu einem melancholisch angehauchten Longplayer zusammen. Die Streicher sind genau im richtigen Maß eingesetzt und sorgen beim Hörer für Atmosphäre. Obwohl bewusst auf technisches Zierrat verzichtet wird, haben alle Songs etwas Prägnantes. Sie scheinen im Gehörgang stecken zu bleiben und einige Zeit dort zu verweilen. Die neuen Nummern sind auch nicht so aufdringlich wie ältere Stücke der Band.
Allerdings kann ich mit Dalarna nicht sonderlich viel anfangen. Der Song ist mir persönlich etwas zu weltfremd und man vermisst den typischen Mando-Diao-Stil.
Zusammenfassen möchte ich anmerken, dass ich die ganzen was-soll-das-denn-?!-Kritiken vollkommen überzogen finde. Dass die Band sich musikalisch weiterentwickelt und jede Platte etwas Eigenes hat, kann ich nur befürworten!
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am 1. November 2007
Die Presse lobte, natürlich, das Album als etwas ganz Besonderes. Die Rezessionen leicht enttäuschter Fans sprachen dagegen. Die 20 Sekunden Ausschnitte diverser Onlinemusikanbieter brachten nur mittelmäßige Befriedigung der Neugier. Immer wieder las und hörte man folgenden Satz: Ja, das sind Mando Diao. Folkloristisch, Edelwestern, seltsam, das sind die Schlagworte, die man zu "Never Seen the Light of Day" lesen und gern auch denken kann. So ganz falsch sicher nicht. Doch das Album ist eigentlich gar nicht sooo überraschend anders. Es sind nur nicht die Mandos, die wir alle kennen, die mal rotzig, mal arrogant, mal resigniert herüberkommen, die uns Konzeptalben vor die Nase setzen, bei denen man sich sofort die passende Liveatmosphäre vorstellen kann. Es sind die B-Seiten Mandos, und das ist jetzt mitnichten so bösartig gemeint, wie es klingen mag. Denn immer wieder stößt man in den Veröffentlichungen der fünf auf solche Lieder, getarnt als Single Bonus Tracks und B-Seiten, gerne auch auf den für uns in Deutschland nicht ganz so leicht zu bekommenden Japan und UK Exporten. Was da so herumschwirrt, DAS ist zum Teil folkloristisch und seltsam. Da klingen Lieder wie "Never seen the Light of Day" und "Gold" schon wesentlich gefälliger und eindeutig NICHT nicht nach Mando. Ein bisschen Experimentieren ist doch erlaubt, aber das heißt nun nicht gleich, dass sich Mando Diao neu erfunden haben.
Das Album klingt irgendwie sehnsüchtig und man muss zugeben, es versetzt einen schon irgendwie in eine sepiagefärbte Westernwelt mit weiten Prärien und einsam daherkommenden Cowboys mit Gitarre und gebrochenen Herzen. "I don't care what the People say", "Not a Perfect Day" und "Misty Mountains (vor allem das) seien da genannt. Gott sei dank ohne Lagerfeuer Romantik. Björn Olsson hat die Finger im Spiel, hätte man fast nicht gemerkt.
Allerdings ist das Album eins, zu teuer. Aber das liegt ja nun nicht wirklich an der Band an sich, sollte aber vielleicht für den unentschlossenen Musikkonsumenten ein Grund sein, sich den Kauf genau zu überlegen. "Down in the Past" und "Sheepdog" sucht man nämlich hier vergeblich, auch wenn zum Beispiel "Train of Fire" und "One Blood" einem ein wenig das Gefühl von damals zurückgeben und an die Zeiten erinnern, als Gustaf und Björn eigentlich nur rummotzten und weniger sangen. Außerdem sind die Lieder zum Teil zu lang, der Absprung zum Ende verpasst und noch drei Minuten instrumentelle Wiederholung der (immerhin eingängigen) Melodien hinterher gepackt. Sonst viele Schnörkel und viel Lalala. Was sich bei dem Abschlusstrack "Darlana" gedacht wurde, steht allerdings in den Sternen. Ob das Album tatsächlich lediglich ein lästiges Pflichtprogramm ist um übervorteilenden Knebelverträgen bei der Plattenfirma zu entgehen sei dahingestellt. Wer Mando Diao nur wegen ""Hurricane Bar" liebt wird sie wegen ""Never Seen The Light of Day" hassen. Wer die B - Seiten kennt und mag kann sich ruhigen Gewissens das Album besorgen, auch wenn es vielleicht nicht ihr Meisterstück ist...
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am 21. Januar 2008
Mando DiaoŽs frühen Aussagen zufolge scheint ein Vergleich mit den Beatles durchaus angemessen.
Meiner Ansicht nach führten zu diesem Album zwei Aspekte, die bereits mit dem hier angesprochenen Plattenfirma-Streit ihren Ausgangspunkt finden. Erstens sollte es schnell gehen, das scheint einleuchtend. Zweitens konnte man sich endlich dem widmen, was man die Alben davor dem Songwriting unterordnete: der Experemtierfreude.
Das Album kann die ersten Hörproben kaum überstehen. Landete bei mir sofort wieder im Plattenschrank, bis ich mich dazu durchringen konnte, es noch einmal versuchen. Und wenn man sich vom Klang leiten lässt, hat das Album eine durchaus ansprechende, beruhigende Wirkung. Ignoriert man gekonnt die Texte, ist es also ein durchaus nettes Werk. Für meinen Geschmack wird es den ersten drei Alben - mit besonderem Fokus auf Bring Em In und Hurricane Bar - jedoch nicht gerecht.
Vielleicht befinden sich die Jungs aus Borlänge auf einer ähnlichen Entwicklungstendenz, wie es die Beatles ihrer Zeit 1965 mit dem Help!-Album taten. Die ersten Versuche im Studio etwas wirklich neues zu kreiieren, aber zu viel zeitlicher Druck von außen brachten auch dort ein wunderschönes Album zu Stande. Fragt sich also: Gelingt Mando Diao dieselbe Steigerung wie es bei "Rubber Soul" zu verzeichnen war?
Zumindest bleibt zu hoffen, dass sie dafür nicht auch ihre Live-Shows kündigen, denn das wäre bei der Bühnenpräsenz der Jungs eine Beleidigung für den Rock And Roll!
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Die Jungs bleiben sich treu, auch wenn das Album ein Stinkefinger-Album gegen ihre Plattenfirma sein soll. Es bleibt von den ersten Takten an ein Mando Diao-Album. Nach wie vor sind sie die sympatischsten Jungs des modernen Popzirkusses, auch wenn sie sich redlich Mühe geben, rotzig zu wirken. Und ich kann das Lamento der Kritiker nicht nachvollziehen, dies sei ein "Album auf Crack". Auffallend ist lediglich, dass diesmal auch Streicher mit von der Partie sind. Ansonsten beweisen sie wieder, dass sie (mit kleinen Einschränkungen, die dem Streit mit EMI geschuldet sein können) eine der wenigen Rock/Pop-Bands dieser Zeit sind, die erstaunlich kontinuierlich gute Musik mit Hit-Qualität schreiben können. Musik wohlgemerkt, die auch beim fünften Hören noch interessant ist. Das macht ihre Live-Präsentationen zu kleinen Festen. Ich jedenfalls freue mich auf weitere gute Musik von Mando Diao, nächstens wohl unter eigener Flagge.
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