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TOP 1000 REZENSENTam 22. September 2010
Jean Sibelius (1865-1957) gilt als einer der letzten großen Sinfoniker. Mit seinen Werken vor allem im Bereich der Orchestermusik vollendete er die Spätromantik und bahnte sich seinen ganz individuellen Weg in die Moderne. Interessanterweise komponierte der Finne nach 1929 keine neuen Werke mehr, sondern zog sich über 30 Jahre vor seinem Tod komplett aus der Öffentlichkeit zurück.
In Deutschland dauerte es sehr lange, bis Sibelius zu größerer Bekanntheit gelangte. Oftmals wird er auf sein Violinkonzert und seine sinfonischen Dichtungen reduziert. Das vorliegende Box Set allerdings, das nahezu die komplette Orchestermusik des finnischen Komponisten beinhaltet, beweist, dass Sibelius einer der bedeutendsten Komponisten an der Schwelle zur Moderne war.

Die erste Sinfonie in e moll op. 39 hat eine gewisse Ähnlichkeit zur monumentalen Fünften von Tchaikovsky. Man höre sich alleine die frappanten Übereinstimmungen in der Einleitung des Kopfsatzes an! Im Großen und Ganzen handelt es sich bei diesem ersten Versuch in der Königskategorie um ein durchaus achtbares Werk, das bereits viele Merkmale der typischen Tonsprache des Finnen trägt: herbes Pathos, klare Linienführung, ungewöhnliche, teils gewagte melodische Bögen.
Die berühmteste und beliebteste Sinfonie Sibelius' ist die zweite in D Dur op. 43. Grund hierfür ist natürlich das bombastische, überwältigende Finale, das packend zwischen Dur und Moll schwankt. Dem Hörer beschert Sibelius hier ein unvergessliches, einprägsames Gänsehauterlebnis.
Von besonderer Schlichtheit ist die dritte Sinfonie in C Dur op. 52. Sibelius verzichtet hier auf ein Scherzo. Die ersten beiden Sätze sind mäßig langsam - und von aparter Schönheit -, während im Finale verschiedene, auch vorige Themenkomplexe zu einem dichten und zwingenden Klangteppich verwoben werden.

Die mittleren beiden Sinfonien befreien sich allmählich vom spätromantischen Zuckerguss. Ihr Tonfall ist herber, schlichter und heller. Geradezu eine Übergangsstufe stellt die vierte Sinfonie in a moll op. 63 dar. Sibelius beginnt langsam, die althergebrachte Anlage der Sinfonie aufzulösen, setzt als ersten Satz ein üppiges Adagio. Im dritten Satz gewährt er dem Hörer herrliche Eindrücke der finnischen Landschaft: weit, leer und entspannend.
Die fünfte Sinfonie Es Dur op. 82 ist schließlich wieder nur dreisätzig. Überhaupt geht der Komponist mehr und mehr dazu über, den Kontrast zwischen den einzelnen Sätzen zu verwischen. Was er ausdrücken will, sind keine Tempokontraste, sondern fein differenzierte Stimmungen und dichte Klangbilder. Dadurch hat die Sinfonie durchaus etwas Collagenhaftes. Berühmtheit erlangte das Werk besonders durch sein majestätisches Finale, dessen Motivik überraschend schlicht ist.

In seinen letzten beiden Sinfonien erreicht Sibelius ein Maß an Vereinfachung und Verknappung, das die Kompositionen rein und lauter erscheinen lässt. Nicht umsonst urteilte der Finne, dass ihm seine sechste Sinfonie in d moll op. 104 wie "reines Quellwasser" im Vergleich zu den "Orchestercocktails" seiner Zeit vorkomme. Die Farbnuancen dieses Werkes sind derart verfeinert, das thematische Komplexe ineinander übergehen. Überhaupt hat man beim Hören den Eindruck, dass die Satzgrenzen verwischen. Immerhin konzipierte Sibelius das Werk zunächst einsätzig.
Diesen Gedankengang verwirklichte er allerdings erst in seiner siebten Sinfonie in C Dur op. 105. Sie gilt als eines der wichtigsten und besten Werke zeitgenössischer Orchestermusik. Das Werk eröffnet mit einem ausgedehnten Adagio, dessen vielfältiger, feiner Themenkern auch die übrigen, vielgestaltigen Teile des Stückes durchzieht. Hinter der Vielgestalt verbirgt sich selbstredend wieder melodische Schlichtheit. Sibelius entwickelt aus wenigen Ideen geistreiche, espritvolle Kombinationen.

Lange bevor Sibelius seine erste Sinfonie komponierte, beschäftigte er sich schon intensiv und erfolgreich mit der Gattung der sinfonischen Dichtung. Auch bis zum Ende seines Schaffens blieb er derselben verhaftet und lieferte einige bedeutende und bekannte Genrebeiträge. Auch hier lässt sich eine zunehmende Verknappung der Tonsprache feststellen. Von den melodisch überreichen Stücken der "Karelia" Suite op. 11 und der "Lemminkäinen" Suite op. 22 - wer kennt nicht den berückenden "Schwan von Tuonela"? - über die herbe Schönheit des "Barden" op. 64 bis hin zur strengen Klarheit und überwältigenden Weite und Dichte von "Tapiola" op. 112 lässt sich die komplette Entwicklung des Sinfonikers Jean Sibelius ersehen.
Neben den angesprochenen Werken sind weiterhin ein hehres Andante festivo für Streichorchester, das frühe "En Saga" op. 9, das liebliche "Frühlingslied" op. 16, die berühmte sinfonische Dichtung "Finlandia" op. 26, ein Exzerpt aus der traumtänzerischen und abwechslungsreichen Bühnenmusik zu Adolf Pauls Schauspiel "König Christian" op. 27, ein Auszug aus der Bühnenmusik zu Arvid Järnefelts Drama "Kuolema" - unter anderem der berühmte "Valse triste" op. 44,1 und die entrückende Canzonetta op. 62a -, die sinfonische Fantasie "Puhjolas Tochter" op. 49, das rasante und farbenreiche "Nächtlicher Ritt und Sonnenaufgang" op. 55, das unvergleichliche "Luonnatar" op. 70 für Sopran und Orchester und "Die Ozeaniden" op. 73 eingespielt.

Die Gesamtaufnahme durch das Gothenburg Symphony Orchestra unter der Leitung des kongenialen Neeme Järvi ist natürlich fantastisch, fesselnd und referenzverdächtig, wirkt wie entfesselt. Wie kaum ein anderes Orchester erfassen die Götheburger das skandinavisch Herbe dieser Musik. Gemäß der Transparenz der Kompositionen spielen sie klar, hell und gut durchhörbar. Järvis Dirigat ist zupackend, detailverliebt und farbig sowie kontrastreich gliedernd. Er wählt in aller Regel gemäßigte Tempi, sorgt durch seine empathische Akzentuierung allerdings dafür, dass keine Passage versandet oder zu wenig zwingend wirkt. Lediglich im berühmten Finale der zweiten Sinfonie hätte er durchaus etwas zügiger spielen lassen können - aber das mag Geschmackssache sein. Besonders hervorzuheben gilt die Sopranistin Soile Isokoski, die "Luonnatar" zu einem Elementarereignis macht: Ihre helle, klare Stimme und ihr pointierter Tonfall lassen die Musik archaisch und lichtdurchflutet erscheinen, wirklich faszinierend! Auch die Aufnahmequalität der von 1992 bis 2005 entstandenen Einspielungen ist hervorragend. Die Sinfonien Nr. 1 und 2 liegen sogar in packenden Konzertmitschnitten vor.

Was ist nun also der Grund dafür, dass ich dieses Box Set nur mit vier Sternen bewerte, wo es doch interpretatorisch rein gar nichts auszusetzen gibt? Nun, die Antwort ist einfach: Bis heute bin ich verärgert darüber, dass die Deutsche Grammophon es versäumt hat, dieser herausragenden Aufnahme ein wie auch immer geartetes Booklet beizufügen. Individuelle Gestaltung und Impressionen aus Finnland hin oder her: Für diesen Preis darf man getrost erwarten, wenigstens ein paar Informationen zum Komponisten, zu seinem Oeuvre oder zumindest zu den Interpreten zu erhalten. Lediglich ein liebloses Stück Hochglanzpapier mit den Sponsoren und den Aufnahmedaten ist beigelegt.
Zum Glück sind die einzelnen CDs immerhin in Papphüllen und nicht - was ja eine neue Unsitte ist - in billigen Papierumschlägen.

Fazit: Wer käme auf die Idee, teure und hochwertige Pralinés in billiges, anonymes Stanniolpapier zu hüllen? Die Deutsche Grammophon verkauft hier eines ihrer gelungensten Projekte der letzten Jahre weit unter Wert...
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