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am 25. März 2007
Entfremdung in der Famile. Vernachlässigung Heranwachsender. Mediale Verwahrlosung. Selbstaufgabe. Pure, das Dasein bestimmende Dekadenz. Porcupine Trees neuntes Studioalbum ist eine thematische Auseinandersetzung mit den Abgründen modernen Lebens. Eine bittere Gesellschaftsanalyse voller Hoffnungslosigkeit, Tragik und Düsternis. Der Soundtrack der Unterschicht - in rein thematischem Sinne, versteht sich.
Steven Wilson scheint den Glauben an die Menschheit endgültig verloren zu haben. Die Abrechnung mit den Fehlentwicklungen der Gesellschaft ist in textlicher Hinsicht die mit Abstand ambitionierteste und interessanteste Veröffentlichung der britischen Prog-Koryphäe und seiner Mitstreiter, denen Alex Lifeson von Rush und Robert Fripp von King Crimson unterstützend zur Seite stehen.
Bei "Fear of a blank planet" handelt es sich um ein klassisches Konzeptalbum. Wie gesehen, setzt sich das Werk intensiv mit einer bestimmten Problematik auseinander. In musikalischer Hinsicht sind die Übergänge mal mehr, mal weniger fließend und alles ordnet sich der deprimierenden Grundstimmung unter. Es dominiert eine bedrohungsschwangere Atmosphäre, die nach intensiver Beschäftigung geradezu schreit. Statt der vergleichsweise sanften Melancholie in Moll früherer Alben wird "Fear of a blank planet" durch ein bitterkaltes, fast schon schroffes und beängstigendes Flair beherrscht. Man beginnt phasenweise unweigerlich zu frösteln. Inhalt und Atmosphäre gehen damit eine nahezu perfekte Symbiose ein. Wer bei einem Album gerne in die Tiefe geht, wird die ausgiebigen Kopfhörersessions mit Booklet in der Hand kaum noch erwarten können. Das Coverartwork transportiert die Stimmung übrigens sehr gut.
Anders als noch bei "Deadwing" fügen sich die härteren Passagen diesmal nahtlos ins Klangbild ein. Statt zum reinen Selbszweck existierend, wie das beispielsweise noch bei "Arriving somewhere but not here" der Fall war, wirken sie hier zur jeder Zeit songdienlich und sorgen nicht selten dafür, dass man von der nervenzerrenden Spannung erlöst wird, wie etwa im pulsierenden 18-minütigen Schwergewicht "Anesthetize, wo sie teilweise mit eine Urgewalt röhren, dass einem angst und bange werden kann. Besagtes Lied ist thematisch und musikalisch das Kernstück des Albums und zugleich eine Reminiszenz an die eigene Musik. Eine die Grenze des Erträglichen austestende Spannung, die immer wieder in grandiosen Refrains kulminiert, welche durch Wilsons weltentrückten Gesang der ohnehin eindringlichen Atmosphäre das I-Tüpfelchen aufsetzen. In "Anesthetize" finden alle Markenzeichen der Band ihren Niederschlag, so dass die anderen Songs fast schon wie Beiwerk wirken. Doch wer einmal "Sentimental" gehört hat, will vorläufig keine andere Ballade mehr hören. Ähnlich verhält es sich mit dem übrigen Material. Jedes Lied hat seine Existenzberechtigung. Nichts wirkt deplatziert oder wie ein Lückenfüller. Alle Songs strotzen vor Selbstbewusstsein. So war es schon immer bei Porcupine Tree. Man merkt einfach: diese Band hat trotz inzwischen über 20jährigen Bestehens noch viel zu sagen.
Leider fehlt "Fear of a blank planet" ein einprägsames Grundthema, das man sofort im Gedächtnis behält und ständig mit dem Album assoziiert, worunter der Wiedererkennungswert ein wenig leidet. Dennoch vergeht die Zeit wie im Fluge. Die Repeattaste leiert aus. Man kann sich einfach nicht satthören.
"Fear of a blank planet" ist die logische Fortsetzung der Entwicklungsgeschichte dieser Band, doch zugleich eine Rückbesinnung auf alte Traditionen. Es ist einerseits so psychedelisch und floydig wie einst "Up the downstair" (1993), andererseits frisch, unverbraucht und modern, wie man das von den Tools, Nine Inch Nails, Radioheads und Porcupine Trees dieser Welt eben erwartet.
Mit "Fear of the blank planet" können Porcupine Tree souverän ihre Ausnahmestellung als unangefochtene Speerspitze des New Art-Rock untermauern. Inhaltlich ambitioniert, atmosphärisch und musikalisch auf allerhöchstem Niveau.
"Fear of a blank planet" ist ein starkes, reifes, kontroverses und nachwirkendes Album geworden. An die genreübergreifende Genialität eines "In Absentia" reicht es jedoch nicht herran, was mangels Vergleichbarkeit aber nicht weiter tragisch ist. Spätestens mit diesem Album wird auch der letzte anerkennen müssen, dass Porcupine Tree die derzeit innovativste und einfach beste Band des gesamten Prog-Genres und darüber hinaus sind.
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am 23. November 2007
Ja, anfangs, nach all der Kritik, die PT für dieses Album einfangen mussten, wollte ich ja fast schon vom Kauf absehen, habe mich dann aber am Ende doch dazu durchgerungen (wenn auch erst einige Monate nach Release).
PT seien härter geworden, mehr "in die Fresse", weniger Melodie, wären langweilig geworden, zu einfach, zu straight, kein Inhalt mehr, blank. Hm, dachte ich mir, das klingt nicht gut, aber entscheiden wir mal selbst. Tat ich dann auch.

Und ja, allerdings, PT erfinden sich nicht neu. PT bedienen sich sogar bei alten Alben (siehe "Sentimental"). PT singen über die Jugend, deren Hoffnung so gut wie flöten ist. Das haben viele getan. Das werden auch weiterhin viele tun. Ist das schlimm? Nein!
"Fear Of A Blank Planet" ist absolut kein schlechtes Album, im Gegenteil: es braucht nur seine Zeit und man sollte es nicht ständig mit den alten Sachen vergleichen, die ja, wie bei allen Bands und überhaupt, "eh besser sind als die neuen".

Diese Platte hat definitiv ihre Highlights. Allein für das knapp 18-minütige "Anesthetize" und das mit wunderschönen Streichern endende "Sleep Together" lohnt sich der Kauf, denn beide sind meiner Meinung nach Gänsehautgaranten (sofern man nicht schon anderweitig abgestumpft ist).
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am 16. November 2008
Ich habe das Album seit seinem Erscheinungstag und habe mir bewusst lange Zeit gelassen, um eine Bewertung zu schreiben. Warum? Weil es verschiedene Phasen bei mir durchlief (was an sich ja schon ein Qualitätsmerkmal ist). Von anfänglicher totaler Begeisterung über leichte Ernüchterung und zeitweise Nichtachtung bis hin zu tiefer Verehrung für ein vielschichtiges, mutiges, sperriges und vor allem mit fantastischen Songs ausgestattetes Meisterwerk.

In der weiß Gott langen Liste an Bandklassikern stellt "Fear of a Blank Planet" heute für mich den Höhepunkt im Schaffen von PT dar, der übrigens in der DVD-A Version in 5.1 DTS noch einmal gewaltig wächst. Ich kann verstehen, wenn einige Rezensenten das Album nicht mögen, allerdings ist es ein Widerspruch in sich, wenn man einer Band wie Porcupine Tree vorwirft, nicht mehr wie früher zu klingen, da genau dieser progressive Anspruch ein wesentliches Merkmal der Band ist. Wer die alten Songs will, soll die alten Alben hören! Für alle anderen ist "Fear of a Blank Planet" eine absolute Wundertüte an Innovation und Klasse.

Das Songwriting ist komplex aber jederzeit songdienlich und von einer Qualität, für die sich 99,9 % aller sogenannten "Prog-Bands" den Arm abhacken würden. Es reicht von balladesk (göttlich hier "Sentimental"), bis ultra-heavy (z.B. im Mittelteil des 18 Minuten Epos "Anesthetize"). Die Grundstimmung ist durchgehend sehr düster, was vor allem am Textkonzept liegt, das sich mit dem Leben von Jugendlichen in unserer heutigen Gesellschaft auseinander setzt.

Meine Anspieltipps sind das von vielen Rezensenten schon erwähnte "Anesthetize", das Groovemonster "Sleep Together" und "Sentimental". Ausfälle oder nur Qualiätsabfälle gibt es keine, das Album ist total homogen, der Sound ist wie immer Weltklasse und es lohnt sich es am Stück durchzuhören. Anhänger von Bands wie Tool, NIN, King Crimson, Radiohead, etc. können hier blind zuschlagen.
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am 26. April 2007
Ich verstehe, was meine Vorredner meinen und stimme dem meisten zu. Eine Band, die seit geraumer Zeit in ihrer eigenen Liga spielt, weckt ein Erwartungsniveau beim Hörer, von dem andere Musiker nur träumen können -- und das lese ich letztlich auch aus den hier geschriebenen Kritiken heraus.

Ja, es ist wahr. PT haben ihren Sound und Stil offenbar zunächst gefunden und dieses Album ist eher ein wunderschönes Schaustück ihrer handwerklichen Professionalität als ein weiteres Kreativunikat früherer Tage. Aber das machen andere Bands auch und wandern Song für Song den schwierigen Grad zwischen gewolltem wiedererkennbarem Soundprofil und geschmähter Kopie alter Erfolge.

Ich stimme vor allem zu, dass man dieses Album komplett durch hören sollte - denn eigentlich ist es ein einziger Song. Wer nicht auf das CD Display schaut, der wird Anfang und Ende eines Stückes kaum identifizieren können. Und erst dann merkt man doch wieder, dass auch auf diesem PT Album noch immer ein akkustisches Erlebnis hinter jedem Takt lauert.

Das Besondere an PT ist für mich immer gewesen, dass ihre Musik neugierig bis zur Suchtgrenze macht. Kein Song hört auf wie er beginnt, Tempo-, Sound-, Lautstärkewechsel und Gesangsarrangement halten das Ohr gefesselt in dem Wunsch, es möge nie aufhören und dann stellt man plötzlich fest, dass man tatsächlich für kurze Zeit die Welt um sich vergessen hat. Auch dieses Album hat mich solchermassen letztlich wieder gebannt und lässt die 50 Minuten Spielzeit vergehen wie im Fluge. Bezeichnend ist die letzte laute Snaredrum am Ende. Man zuckt zusammen und ist zurück auf Erde. Daher doch 5 Punkte, auch wenn ich nach dem ersten Anspielen wie auch meine Vorredner skeptisch war.

Nein, ein musikalisches Wunderwerk wie "In Absentia" ist es nicht, aber verdammt gute Unterhaltung auf höchstem Niveau. Thank You, Mr Wilson !
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TOP 1000 REZENSENTam 14. April 2015
Steven Wilson meinte es offensichtlich ernst,als er sein 2007 veröffentlichtes Porcupine Tree-Album "Fear Of A Blank Planet" als Konzeptalbum entwarf und realisierte.
Bei den Sessions entstandenes,richtig gutes Material,das zwar qualitativ,jedoch nicht in seiner Wirkung,zum Album paßte,wurde gnadenlos aussortiert und als EP "Nil Recurring" bzw als Bonusmaterial auf einigen Veröffentlichungen drangehängt.
Das Album wurde mit dem bewährten Team aus Richard Barbieri (Synthesizer/Keyboards),Gavin Harrison (Drums,Percussion) und Colin Edwin (Baßgitarre) eingespielt.Außerdem sind Alex Lifeson (1xSolo-Gitarre),Robert Fripp (1x Soundscapes) und John Wesley (Background-Voices) zu hören.
Der Mastermind,Komponist,Texter,Sänger,Gitarrist,Pianist und Keyboarder,Steven Wilson,führte auch Aufnahme Mixes,Masterings durch.
Wie von ihm erwünscht,erschließt sich das Album als Ganzes,bildet eine organische Einheit.
Obwohl sich die Tracks teils stark voneinander in ihrer Ausrichtung unterscheiden,mal sanft,auch mal seicht dahingleiten,einem brachiale Gitarren-Riffs entgegenknallen,Melancholie, Aggression und Stagnation abwechseln,bilden die Tracks eine in sich stimmige Atmosphäre.
Stilistisch wird der auf "In Absentia" eingeschlagene und auf "Deadwing" intensivierte Weg,gewohnte Porcupine Tree-Klänge mit harten Metal-Parts aufzumischen,beibehalten.
Nicht jedem gefällt das,manchem aber gerade.
Auch "Fear Of A Blank Planet" braucht etwas Zeit,bis es beim Hörer voll "ankommt",so ging es mir jedenfalls.
Als überaus komplex würde ich die Musik nicht beschreiben,dennoch ist sie,bis auf einige Momente,nicht oberflächlich.
Wer "Deadwing" und "The Incident" mag,wird auch hier zufrieden sein.Und umgekehrt.

Das Thema des Albums,das für einiges Naserümpfen gesorgt hat,halte ich für sehr gelungen.
Es geht um eine Entwicklung,die sich für viele Jugendliche und sogar Kinder langfristig verheerend auswirkt.
Die Gefahren und Irrwege des Internets,der "Sozialen Medien",der unbegrenzten Welten der Computer-und Konsolenspiele und die Folgen,die daraus entstehen können und vielfach entstehen.
Vereinsamung,geringe Wertschätzung von Kultur,Werten,sogar anderen Menschen,Verrohung,Ersatzbefriedigungen,Aufbau von virtuellen Parallelwelten,Kommunikationsunfähigkeit,Aggressionen,die Suche nach dem Kick,ohne tiefe Befriedigung zu erfahren,zügellose,sinnfreie Konsumorientierung,um (erfolglos) die innere Leere auszugleichen,Abhängigkeit von Statussymbolen als Folge mangelnder echter Werte,die herabgesetzte Fähigkeit,Empathie zu empfinden und...unendliche Langeweile.
Das klingt dramatisch und übertrieben,trifft auch sicher nicht gerade auf jeden zu;Tatsache ist aber,daß in der jüngeren Vergangenheit eine technische Revolution stattgefunden hat,mit der nicht jeder umgehen kann,insbesondere nicht labile,vernachlässigte Kinder/Jugendliche.
Selbstverständlich sind auch diverse gesellschaftliche Fehlentwicklungen dafür ausschlaggebend..
Wilson thematisiert das anhand vieler Beispiele und Einzelthemen sehr treffend und hat dazu einige interessante Interviews gegeben.

Für mich hat Wilson hier ein hochinteressantes Album abgeliefert,das sich wieder mal vom Musik-Einerlei deutlichst abhebt.
An meine Lieblings-PT-Alben kommt "FOABP" zwar nicht ran,dennoch hat sich die Scheibe einen Stammplatz in meiner Sammlung redlich verdient.

Neben der Standard-CD gab und gibt es diverse andere Veröffentlichungen des Albums,dessen Aufzählung hier den Rahmen sprengen würde.
Interessant zu wissen ist aber unbedingt,daß es auch Editionen gibt,die die EP "Nil Recurring" als Bonus enthalten;außerdem existiert eine Surround-Abmischung,die teils auf DVD als Bonusmaterial beiliegt,ebenso,wie eine Audio-DVD in der Auflösung 24 Bit/48 KHz.
Einige VÖ enthalten auch eine DVD-V mit Videomaterial.
Und ohne CD gibt es die DVDs sogar auch noch,und als Japan-VÖ in "High Quality" und und und.
Auch auf (Doppel-)Vinyl ist die Scheibe erhältlich,auch mit "Nil Recurring" als Extra.
Interessanterweise hat Wilson hier einen Track von "Nil Recurring" bei "FOABP" mit eingefügt,nämlich am Ende der ersten LP-Seite.
Die CD wurde leider bis zum Anschlag ausgesteuert und in der Dynamik auf mäßige Werte limitiert.
Die hochauflösende Audio-DVD bietet da etwas mehr,ebenso der Surround-Mix.
Den besten Klang (mit guter Dynamik) bietet für mich jedoch die Vinyl-Auflage.
Wer sich dieses Album zulegen will,sollte sich also genau überlegen,welche Variante für ihn die sinnvollste ist,welche Extras erwünscht sind.
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TOP 1000 REZENSENTam 14. April 2013
Porcupine Tree machen keine schlechten Alben; allerdings klingt ihre Musik stilistisch von Album zu Album oft anders. Nein, das ist nicht korrekt, denn ihrer Musikrichtung bleiben sie treu. Sie sind halt sehr variabel und deshalb so genial. Langeweile kommt da nicht auf. Der Zuhörer sollte aber die Bereitschaft mitbringen und sich auf Musik, die man nicht mal eben nebenbei hört, einstellen. Diese Musik gewinnt mit jedem Abspieldurchgang. "Fear Of A Blank Planet" strotzt wieder mal mit musikalischen Ideen. Der Longtrack "Anesthetize" ist wieder einmal eine Klasse für sich. Allein hierfür lohnt sich die Anschaffung. Klar, die etwas ruhigen und kürzeren Stücke wie "My Ashes" und "Sentimental" sind sofort im Ohr und einfach richtig schön. "Sleep Together" ist aber auch ein nicht zu unterschätzender Song, der im Verlauf seiner angenehmen Monotonie immer mehr an Fahrt aufnimmt und fast orientalisch endet.
"Fear Of A Blank Planet" ist nicht mein Lieblingsalbum von Porcupine Tree, aber es ist im Vergleich zu den vielen musikalischen Attentaten, denen man im Radio ausgesetzt ist, ein unglaublich tolles und intensives Musikdokument. Vielleicht sollte jemand, der Porcupine Tree kennenlernen möchte, mit Alben, wie z.B. "Coma Divine" oder "Stars Die" beginnen. Ich möchte mich denjenigen, die diesem Album 5 Sterne gegeben, gerne anschließen.
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am 25. Januar 2009
Porcupine Tree veröffentlichen mit "Fear of a blank planet" ein Album, das Geduld erfordert. Zwar wissen der Titeltrack, große Teile von "Anesthetize" und "Way out of here" schon beim ersten Hören zu beeindrucken, doch bis man sich die Klasse diese Albums wirklich erschlossen hat, bedarf es schon 4-5 Durchläufen. Was dieses Album wohl am stärksten kennzeichnet, ist die enorm düstere, melancholische Atmosphäre, die wohl der am schnellsten erkennbare rote Faden dieses Werkes ist. Schon gleich der Titeltrack weiß mit seinem groovigen Riffing, dem genialen Refrain und seiner Härte zu überzeugen. Mit "My Ashes" folgt dann ein Song, der kurz einen Ruhepol, eine Art Luftholen vor dem darstellt, was einer der stimmigsten, dichtesten Epen des modernen Rock darstellt: "Anesthetize". Dieser Song wartet mit Stimmungswechseln zwischen sehr leisen Momenten und harschen Ausbrüchen auf, die jedoch zu einem nach mehrmaligem Hören verdammt homogenen Gesamtbild wachsen und diesen Song zum kreativen Herz dieses Album werden lassen. Für Kenner sei noch erwähnt, das Alex Lifeson von den Göttern Rush ein Gastsolo beisteuerte.
Der Rest der Platte überzeugt dann ebenfalls, vor allem das unglaublich melancholische "Way out of here". Textlich geht es vor allem um die Mut- und Perspektivlosigkeit junger Menschen in der kalten, materialistischen Gesellschaft unserer Zeit, was jedoch nie platte Klischeetexte zur Folge hat, sondern in kleinen Geschichten erfasst wird, die der Tiefe der Kompositionen eine weitere Dimension verleihen und dieses Album zu einem Konzeptwerk erster Güte machen.
Wer`s bis hier hin noch nicht mitbekommen hat: fette Empfehlung!
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am 19. November 2008
Das viel umjubelte Opus Magnum übertreffen ohne es nur einfach besser zu kopieren - wie gelingt einer Band ein solches Vorhaben? Ich hätte auch keine Antwort darauf gehabt, bis ich dieses Album gehört habe. Porcupine Tree haben dieses Kunststück tatsächlich fertig gebracht! "Fear of a Blank Planet" ist nicht einmal ansatzweise mit "In Absentia" vergleichbar. Das jüngste Werk der Briten ist ein brillantes Konzeptalbum. Wo auf "In Absentia" und dem etwas schwächeren "Deadwing" noch die einzelnen Songs im Vordergrund standen, überzeugt "Fear of a Blank Planet" durch eine alles umfassende Geschlossenheit. Die sechs Songs gehören zusammen, sind untrennbar miteinander verbunden und bilden so eine unheimlich atmosphärische Dichte.

Das Album ist im Gegensatz zu allen Vorgängern, wie ich finde, fast erschreckend düster und unbequem, ja geradezu anklagend. Was gewollt ist, thematisieren Wilson und Co. doch den stetigen Verfall der Jugend durch gezielte Medien-Manipulation und hemmungslosen Drogenkonsum. Versöhnliches ist hier nicht zu erwarten, eingängige Ohrwürmer im Stile eines "Trains" oder "Lazarus" sucht man vergebens. Aber gerade das macht die Faszination dieses Albums aus.

Das fast achtzehnminütige "Anesthetize" bildet, wie schon oft erwähnt, den Kern des Albums, es ist das alles überstrahlende Herzstück. Eingeleitet von Gavin Harrisons akzentuiertem Drumspiel eröffnet sich einem der vermutlich variantenreichste Song der Band. Ein einziges energetisches Oratorium, das einen mit seinen Stilbrüchen und Wendungen immer wieder aufs Neue staunen lässt. Doch dieser Übersong sorgt nicht etwa dafür, dass die anderen Stücke neben ihm verblassen, ganz im Gegenteil. Das folgende "Sentimental" strahlt im Schatten dieses Songmonsters gerade durch seine Andersartigkeit, seine ruhige Ausgeglichenheit in einem noch helleren Licht. Alles in allem das wahrscheinlich stimmungsvollste Album einer Band, von der man nach fast jeden Werk denkt, dass sie nun eigentlich nicht mehr besser werden kann.
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am 5. Mai 2011
Steven Wilson trifft mit dem Album - Fear of a blank planet - genau den Nerv der heutigen Zeit. Harte, aber auch melancholisch-nachdenkliche Titel, gewürzt mit extrem sozialkritischen Texten, spiegeln vor allem exakt die Lebenswelt unserer immer stärker emotional verwahrlosenden Kinder wieder. "X-Box is a god to me. A finger on the switch. My mother is a bitch. My father gave up ever trying to talk to me."

Besser, hätte der großartige Musiker diese traurige soziale Situation nicht auf den Punkt bingen können. Wahre und zutreffende Worte, aus dem weinenden Herzen Tausender Kinder, die nicht nur in einer rein konsumorientierten und medialen Überflusswelt aufwachsen, sondern auch noch in nicht mehr funktionierenden, meist zerrütteten, Familien groß werden müssen; in Familien, wo Eltern häufig weder Lust, Zeit, noch die soziale Kompetenz besitzen, sich führsorglich und liebevoll um ihren wertvollen Nachwuchs zu kümmern, und ihn stattdessen lieber sich selbst überlassen oder ihn vor dem Fernseher, dem PC oder der "X-Box" vergammeln lassen. So singt Wilson auf - Sentimental - mehr als berechtigt: "Sullen and bored the kids stay, and in this way they wish away each day".

Das Album - Fear of a blank planet - ist für mich ein hervorragendes Musikwerk, und ohne Zweifel ein weiterer Meilenstein des Genies Wilson, der es diese Mal sogar schafft, in den sieben, großteils aktuellen, aber vor allem zeitlosen Titel, auch meinen beruflichen Alltag als Sozialpädagoge exakt wiederzuspiegeln.
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am 14. Oktober 2015
Etwas kühler und "technischere" Herangehensweise. Die neuerdings etwas härteren Gitarrenriffs erreichen gelegentlich fast Metalniveau. Dieses Stilelement wird zwar selten, aber mit großer Effektivität eingesetzt. Gavin Harrison spielt dazu passend unglaublich perfekt-komplex und wahnsinnig Groovestark. Generell werden die Arrangements sehr hypnotisch und synthie-atmosphärisch angegangen. Die typisch süßlichen Harmoniegesänge werden diesesmal vernachlässigt, was aber perfekt zum Album passt.

Allein die ersten Töne von "fear of a blank planet" sind so prägnant wie auf keinem anderen PT-Album. Der Song ist kühl, atmosphärisch und hypnotisch. Zwischenzeitlich heftige und komplexe Gitarrenattacken.
My Ashes ist deutlich wärmer und mit Streichern arrangiert. Ein langsamer Groove und eine sich allmählich aufbäumende Atmosphäre bestimmen das Bild. Klingt fast wie ein moderner Beatles Song.
"Anesthetize" ist das knappe 18 Minuten Opus des Albums. Ein prägnanter, auf den Toms gespielter Drumbeat, ist zunächst die treibende Kraft unter dem immer lauter werdenden Konstrukt. Aber auch beim Groovewechsel ziehen der Rhythmus und die Gitarrenmelodien immer stärker und stärker in ihren Bann. Kennt man den Song erstmal entwickelt dieser eine unheimlich Sogwirkung. Spätestens beim E-Pianoeinsatz bekomme ich Gänsehaut. Ich denke die Mischung Wilson/Harrison ist für den Moment unschlagbar. Nachdem ein Metalartigesriff zur Attacke bläst, wird der Song etwas kühler, aber dennoch weiterhin in der nächsten Strophe unglaublich stimmig. Nun hört man wie eingängig Wilson Refrainstrukturen auch solo singen kann. Immer wieder gibt es heftigste Ausbrüche, die schnell wieder von einem Refrain oder einer sonstig ruhigeren Struktur eingefangen werden. Nachdem der Druck des Songs 12 Minuten auf dem gleichen Level blieb, wird nun eine ruhige Balladenpassage eingebaut, die bis zum Schluss das Bild bestimmt. Einer der stärksten PT Songs überhaupt.
"Sentimental" kredenzt dem Hörer eine sehr poppige Klavierstimme. Der Song baut im weiteren Verlauf, bei lässigem Groove, sehr viel Dynamik auf und inegriert sogar die typischen PT-Harmoniegesänge.
"Way out of here" , einer von drei 7 1/2 Minütern, bietet neben etwas "dreckigem" Feeling mal wieder etwas Harschere Töne. Der sphärische Beginn und der darauf hin einsetzende 12/8 Groove bei etwas "nebeliger" Gitarrenstimme und die teilweise sehr hintergründig abgemischte Gesangsstimme lassen den Song undurchdringlich erscheinen. Die kurzen Metalausbrüche im weiteren Verlauf geben kurz eine Idee von klarer Richtung, die aber schnell in einer Synthiefläche wieder untergeht. Definitiv kein Popsong.
Mit einer futuristischer Elektromelodie, verträumtem Gesang und langsamem aber kräftigen Groove ist der Rausschmeisser "Sleep together da schon etwas deutlicher. Eine bedrohliche Synthie-Streicher Fläche kommt hinzu, bevor sich wieder die Strophe erhebt. Der Refrain kommt verzerrt daher und hängt wieder eine mächtige Fläche hinten dran, welche sehr clever mit anschliessendem Break beendet wird. Mr. Harrison darf nochmal ordentlich zu sich steigernden Flächen und Soundspielereichen grooven. Die Streicher spielen nochmal eine orientalisch anmutende Bombastlinie und steigern den Song damit ad absurdum. Das Ende kommt plötzlich und man hat den Eindruck eines heftigen Statements, was PT-Alben angeht.
Ist der Beginn des Albums noch sehr transparent und auskomponiert wirkend, so wird die Musik gegen Ende des Albums etwas dreckiger und experimenteller. Eine Nuance zumindest.

"F.O.A.B.P." ist sicher nicht das ohrwurmigste Album in Sachen Melodien. Der satte Groove, die ausführlichen Arrangements inkl. Streichern, der Mut zu unbequemen Ideen und die Abkehr von allzu süßlichen Melodien, machen das Album allerdings einzigartig. Im Ganzen sehr komplex, im Detail süchtig machend.
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