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Kundenrezensionen

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am 15. April 2007
Was hier geboten wird ist ganz ganz grosses Kino. Blind vorbestellt habe ich dieses Album aufgrund diverser Renzensionen, ja dieses Album kündigte schon vor Erscheinen seine Grösse an. Doch was mich beim Einlegen dieser CD erwartete klappte mir schier die Kinnlade runter (und sie ist immer noch unten). Ein WOW Effekt den ich schon lange nicht mehr hatte, was für ein Rockprogpopalbum der besonderen Sorte. Hier grüsst mal eben Pink Floyd zu ihren besten Zeiten und verschluckt die letzten Tool Outputs mal eben im Vorbeilaufen. Ein düsteres Konzeptalbum, über die heutige Jugend vertont in schönster Weise. Ich kannte PT nur von einem früheren Album und jetzt haben sie einen Fan mehr, danke Mr. Wilson für diese CD. Nun zur Musik, das ist Progrock wunderschön poppig gespielt, ja auch für die breite Masse und deswegen wird diese CD ganz weit oben in den Charts zu finden sein und das völlig zurecht. Die ganzen grossen Alternativerockbands ob das Incubus, Muse usw. sind, können mit dieser CD hier nicht mal im entferntesten mithalten. Ein Hurricane der unerwartet kam, absolut schön und zeitlos. In my ashes huldigt Mr. Wilson auch mal eben Led Zeppelin (no quarter) um dann mit anesthetize das beste Tool Stück ever zu spielen, welches aber nicht von Tool stammt. Was dort schon allein in 17,42 Minuten aus den Boxen kommt, ist die CD allein schon wert. Ich hoffe PT werden mit diesen Album ihren verdienten kommerziellen Erfolg einfahren, den andere schon seit Jahren teilweise unverdient inne haben. Wie schrieb doch Herr Rensen, besseren Progrock spielt zur Zeit niemand und auf plattentest.de stand es gibt keine perfekten Album, aber dieses ist ganz nah dran. Dem pflichte ich bei und betone noch mal ganz gross, jeder der auch nur ansatzweise sich für Gitarrenmusik begeistern kann, ob es Alternativerock, Punk, Emo oder Metal ist, der sollte sich dieses Album zulegen. Meiner Meinung nach ein ganz heißer Kandidat für das Album des Jahres 2007.
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TOP 1000 REZENSENTam 14. April 2015
Steven Wilson meinte es offensichtlich ernst,als er sein 2007 veröffentlichtes Porcupine Tree-Album "Fear Of A Blank Planet" als Konzeptalbum entwarf und realisierte.
Bei den Sessions entstandenes,richtig gutes Material,das zwar qualitativ,jedoch nicht in seiner Wirkung,zum Album paßte,wurde gnadenlos aussortiert und als EP "Nil Recurring" bzw als Bonusmaterial auf einigen Veröffentlichungen drangehängt.
Das Album wurde mit dem bewährten Team aus Richard Barbieri (Synthesizer/Keyboards),Gavin Harrison (Drums,Percussion) und Colin Edwin (Baßgitarre) eingespielt.Außerdem sind Alex Lifeson (1xSolo-Gitarre),Robert Fripp (1x Soundscapes) und John Wesley (Background-Voices) zu hören.
Der Mastermind,Komponist,Texter,Sänger,Gitarrist,Pianist und Keyboarder,Steven Wilson,führte auch Aufnahme Mixes,Masterings durch.
Wie von ihm erwünscht,erschließt sich das Album als Ganzes,bildet eine organische Einheit.
Obwohl sich die Tracks teils stark voneinander in ihrer Ausrichtung unterscheiden,mal sanft,auch mal seicht dahingleiten,einem brachiale Gitarren-Riffs entgegenknallen,Melancholie, Aggression und Stagnation abwechseln,bilden die Tracks eine in sich stimmige Atmosphäre.
Stilistisch wird der auf "In Absentia" eingeschlagene und auf "Deadwing" intensivierte Weg,gewohnte Porcupine Tree-Klänge mit harten Metal-Parts aufzumischen,beibehalten.
Nicht jedem gefällt das,manchem aber gerade.
Auch "Fear Of A Blank Planet" braucht etwas Zeit,bis es beim Hörer voll "ankommt",so ging es mir jedenfalls.
Als überaus komplex würde ich die Musik nicht beschreiben,dennoch ist sie,bis auf einige Momente,nicht oberflächlich.
Wer "Deadwing" und "The Incident" mag,wird auch hier zufrieden sein.Und umgekehrt.

Das Thema des Albums,das für einiges Naserümpfen gesorgt hat,halte ich für sehr gelungen.
Es geht um eine Entwicklung,die sich für viele Jugendliche und sogar Kinder langfristig verheerend auswirkt.
Die Gefahren und Irrwege des Internets,der "Sozialen Medien",der unbegrenzten Welten der Computer-und Konsolenspiele und die Folgen,die daraus entstehen können und vielfach entstehen.
Vereinsamung,geringe Wertschätzung von Kultur,Werten,sogar anderen Menschen,Verrohung,Ersatzbefriedigungen,Aufbau von virtuellen Parallelwelten,Kommunikationsunfähigkeit,Aggressionen,die Suche nach dem Kick,ohne tiefe Befriedigung zu erfahren,zügellose,sinnfreie Konsumorientierung,um (erfolglos) die innere Leere auszugleichen,Abhängigkeit von Statussymbolen als Folge mangelnder echter Werte,die herabgesetzte Fähigkeit,Empathie zu empfinden und...unendliche Langeweile.
Das klingt dramatisch und übertrieben,trifft auch sicher nicht gerade auf jeden zu;Tatsache ist aber,daß in der jüngeren Vergangenheit eine technische Revolution stattgefunden hat,mit der nicht jeder umgehen kann,insbesondere nicht labile,vernachlässigte Kinder/Jugendliche.
Selbstverständlich sind auch diverse gesellschaftliche Fehlentwicklungen dafür ausschlaggebend..
Wilson thematisiert das anhand vieler Beispiele und Einzelthemen sehr treffend und hat dazu einige interessante Interviews gegeben.

Für mich hat Wilson hier ein hochinteressantes Album abgeliefert,das sich wieder mal vom Musik-Einerlei deutlichst abhebt.
An meine Lieblings-PT-Alben kommt "FOABP" zwar nicht ran,dennoch hat sich die Scheibe einen Stammplatz in meiner Sammlung redlich verdient.

Neben der Standard-CD gab und gibt es diverse andere Veröffentlichungen des Albums,dessen Aufzählung hier den Rahmen sprengen würde.
Interessant zu wissen ist aber unbedingt,daß es auch Editionen gibt,die die EP "Nil Recurring" als Bonus enthalten;außerdem existiert eine Surround-Abmischung,die teils auf DVD als Bonusmaterial beiliegt,ebenso,wie eine Audio-DVD in der Auflösung 24 Bit/48 KHz.
Einige VÖ enthalten auch eine DVD-V mit Videomaterial.
Und ohne CD gibt es die DVDs sogar auch noch,und als Japan-VÖ in "High Quality" und und und.
Auch auf (Doppel-)Vinyl ist die Scheibe erhältlich,auch mit "Nil Recurring" als Extra.
Interessanterweise hat Wilson hier einen Track von "Nil Recurring" bei "FOABP" mit eingefügt,nämlich am Ende der ersten LP-Seite.
Die CD wurde leider bis zum Anschlag ausgesteuert und in der Dynamik auf mäßige Werte limitiert.
Die hochauflösende Audio-DVD bietet da etwas mehr,ebenso der Surround-Mix.
Den besten Klang (mit guter Dynamik) bietet für mich jedoch die Vinyl-Auflage.
Wer sich dieses Album zulegen will,sollte sich also genau überlegen,welche Variante für ihn die sinnvollste ist,welche Extras erwünscht sind.
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am 19. August 2015
Ich bin schon seit Jahren von Porcupine Tree begeistert. Die Alben "In Absentia" und "Stupid Dream" machen mir immer wieder Spaß. Aber "Fear of a Blank Planet" verblüfft mich. Insbesondere das Titelstück, "Anastethize" und "Sleeping together" lassen mich meinen, dass ist das beste "Progressive"(-Rock, -Metall,.....) Album der letzten Jahrzehnte. Gerade heute, als ist das Titelstück über Kopfhörer hörte, spürte ich dessen Komplexität und Tiefe. Ich konnte mal wieder richtig eintauchen. Jeder der, Fan von guter Musik ist, muss das gehört haben. Ich bin seit Anfang der 70er und Yes' "Close to the Edge" begeistert von "Progressive". Ich freue mich immer, wenn ich feststelle, das diese Art der Musik immer noch lebt.
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am 14. April 2007
Pessimistisch ist es wirklich, das neue Album von Porcupine Tree, aber - um es gleich vorwegzunehmen - auf was für einem hohen Niveau. Für Fear OF A Blank Planet hat PT Mastermind Steven Wilson einen neuen 50-Minuten Song geschrieben und ihn in sechs Teile mit 5 bis 18 Minuten Laufzeit zerlegt.

Hervorheben lässt sich eigentlich keiner der Songs. Wie auch - es fängt ruhig an, wird sehr laut, dann wieder leise, noch lauter und so weiter. Fear... ist ein Wechselbad von Eindrücken, das die Stoptaste zwischendurch nicht zulässt.

So schlüssig, kompakt und sicher instrumentiert waren PT bislang ebenso wenig, wie kompliziert und gleichzeitig melodiös. Von Chören über Streicher bis hin zu dezenter Elektronik gibt es viele neue Elemente in der Musik von PT. Das Alles eingebettet in eine wahre Fülle von Melodien, harten Riffs, flächigen Keyboards und Rhytmuswechseln. Wir hören nicht einfach Prog-Rock, sondern 70er Jahre Songstrukturen ohne die alten soundtechnischen Unzulänglichkeiten.

PT sind streckenweise erheblich lauter und härter geworden, gleichzeitig aber auch elektronischer (zu hören in Sleep Together, dem letzten Titel). Wilsons Solo-Gesangslinien sind nochmals sicherer und souveräner geworden. Ebenso der Harmoniegesang, der (ebenfalls im letzten Titel) dezent an Pink Floyds David Gilmour erinnert. Generell fühlt man sich aber nur noch selten an Pink Floyd erinnert, wenngleich... da häufig etwas ähnliches hörbar ist (wunderbare Keyboards von PT-Mitglied Richard Barbieri und Gast Robert Fripp). Spätestens seit dem letzten Album Deadwing sind PT jedoch so eigenständig, dass Vergleiche mit Pink Floyd zwangsläufig hinken.

Fear Of A Blank Planet ist ein zwar düsteres, aber schlicht fantastisches Album geworden, an dem nicht nur Prog Fans ihre Freude haben dürften.
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am 18. April 2007
Vorab, ich finde "Fear of a blank planet" eine beachtliche Produktion.

"Gähn" und "geht so" kann ich nicht nachvollziehen, aber Geschmack ist glücklicherweise verschieden.

Ich finde es beachtlich, wenn ein Steven Wilson alles daran setzt, sich nicht zu wiederholen. Diese Aufnahme bietet so viel neues und ungehörtes, dass alleine das schon beachtlich ist.

Ich verfolge PT seit einigen Jahren und anfangs hatte ich große Probleme mit allem was nach "The sky moves sideways" kam. Aber nehmt euch Zeit, alle Nachfolger haben ein Eigenleben und "das-nicht-wiederholen-wollen" wird ziemlich deutlich.

Ich tue mich schwer mit Superlativen, aber Steven Wilson ist für mich einer der führenden Köpfe der Musikszene, der nicht nach Charts schielt und trotzdem auf dem Boden geblieben ist. Einen derart kreativen Kopf findet man heutzutage selten.

Zum neuen Album: Als einer der glücklichen, der die Aufnahmen fast alle schon 2006 live hören durfte, bestätige ich PT eine neue Meisterleistung. Und ich kann nicht nachvolziehen, wieso man immer auf Gavin Harrison herumhackt. Selten hat ein Drummer soviel Power rübergebracht. Und lange hat es gedauert, bis sich der geniale Keyborder Richard Barbieri (ex Japan) sich wieder einmal so austoben konnte wie auf dem letzten Stück der neuen Albums. Anestesize ist ein Longtrack der Meisterklasse.

Klar hätte ich auch gerne 70 Minuten gehabt, aber die 50 Minuten sind rund. Mehr und eine weitere Steigerung wird auf den nächten Produktionen von PT zu erwarten sein, ich glaube dass Steven auf den Geschmack gekommen ist, neue Stücke live vorab zu erproben.

"LetŽs go to the next concert!"

See you in Berlin in July!
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am 17. April 2007
Ich muss zugeben, dass ich Porcupine Tree nach der Entwicklung seit "Stupid dream" in eine kommerziellere Richtung für mich bereits abgeschrieben habe, da ich vor allem ein Fan der älteren sphärischen Alben wie "The sky moves sideways" bin, das nicht zu Unrecht als das "Dark side of the moon" der 90er gilt.

Nach Interviews von Mastermind Steve Wilson, der in diesen veriet seine poppige Ader in Projekten wie "Blackfield" und No-man" ausleben zu können und mit diesem Albun wieder die älteren Fans der Spherisch-proggigen Alben zurückholen zu wollen, fühlte ich mich sofort angesprochen PT wieder anzutesten.

Ich wurde nicht entäuscht. Das fast 18-minütige Herzstück "Anathesize" ist der Oberhammer und tritt nahtlos an alte Meisterstücke wie eben "The sky moves siderways" an und lst für mich einer der besten PT-Songs überhaupt. Alle anderen Stücke bewegen sich zwischen 5 und 8 Minuten und sind eine logische Weiterentwicklung aus Songs von "Deadwing" und "in Absentia" mit sphärischem Flair.

Musikalisch und Soundtechnisch vom Feinsten, glänzt FOABP auch noch mit den legendären Gaststars Alex Lifeson(Rush) und Robert Fripp (King Crimson)

Von meiner Seite volle Kaufempfehlung für alle PT-Fans, da aus allen Schaffenszeiten der Band Elemente in höchster Qualtät geboten werden
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TOP 1000 REZENSENTam 14. April 2013
Porcupine Tree machen keine schlechten Alben; allerdings klingt ihre Musik stilistisch von Album zu Album oft anders. Nein, das ist nicht korrekt, denn ihrer Musikrichtung bleiben sie treu. Sie sind halt sehr variabel und deshalb so genial. Langeweile kommt da nicht auf. Der Zuhörer sollte aber die Bereitschaft mitbringen und sich auf Musik, die man nicht mal eben nebenbei hört, einstellen. Diese Musik gewinnt mit jedem Abspieldurchgang. "Fear Of A Blank Planet" strotzt wieder mal mit musikalischen Ideen. Der Longtrack "Anesthetize" ist wieder einmal eine Klasse für sich. Allein hierfür lohnt sich die Anschaffung. Klar, die etwas ruhigen und kürzeren Stücke wie "My Ashes" und "Sentimental" sind sofort im Ohr und einfach richtig schön. "Sleep Together" ist aber auch ein nicht zu unterschätzender Song, der im Verlauf seiner angenehmen Monotonie immer mehr an Fahrt aufnimmt und fast orientalisch endet.
"Fear Of A Blank Planet" ist nicht mein Lieblingsalbum von Porcupine Tree, aber es ist im Vergleich zu den vielen musikalischen Attentaten, denen man im Radio ausgesetzt ist, ein unglaublich tolles und intensives Musikdokument. Vielleicht sollte jemand, der Porcupine Tree kennenlernen möchte, mit Alben, wie z.B. "Coma Divine" oder "Stars Die" beginnen. Ich möchte mich denjenigen, die diesem Album 5 Sterne gegeben, gerne anschließen.
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am 14. Mai 2007
Na hier ist ja was los !

Eine stilistische Überraschung ist "Fear Of a Blank Planet" nicht geworden, die Zutaten sind dem Fan bekannt. Aber das ist nicht weiter schlimm, haben sie doch ihr bisher stimmigstes Album vorgelegt. Sie legen hier ihr erstes Konzeptalbum vor, ein Anachronismus in der heutigen Zeit, auch wenn gerade DIE Thema des Albums ist. Angelehnt an das Buch "Lunar Park" von Brett Easton Ellis führt uns Steven Wilson eine gelangweilte und degenerierte Jugendkultur vor Augen (Booklet) und Ohren (Musik), die ihre Zeit mit Internet, Fernsehen, Drogenkonsum und Gewalteskapaden verbringt. Hier wird nicht das Internet per se verteufelt, sondern die Frage gestellt, was in einigen Jugendlichen vorgeht deren HAUPTSÄCHLICHER Lebensinhalt in dem Konsum dieser Medien besteht, und WARUM deren Leben mit trister Perspektivlosigkeit erfüllt ist.

Die Antwort darauf ist düster, und düster, melancholisch und aggressiv ist auch die musikalische Umsetzung. Traumhaft schöne Melodien wie "Shemovedon", "Trains" oder "Sound Of Muzak" wird man auf diesem Album nicht finden, die sind für das Thema aber auch nicht geeignet und wurden somit auch vermieden. Die Songs fließen alle nahtlos ineinander, meist kündigt das Ende eines Songs schon die Stimmung des Nächsten an.

Wirklich erstaunlich finde ich wie sehr sich Text und Musik auf dem Album ergänzen:

Beim Titelsong beispielsweise beschreibt das nervöse Gitarrenmotiv die durch Reizüberflutung (Fernsehen, Musik, Internet und Computerspiele) verursachte Unruhe des Protagonisten. Wilson schlüpft hier bis zum Ende des Albums in die Ich-Perspektive eines Jugendlichen, der zynisch abgeklärt seinen Alltag umreißt, der hauptsächlich aus medialer Ersatzbefriedigung zu bestehen scheint. Nur im Refrain ist eine Art Hilferuf zu erkennen, der Wunsch einfach wahrgenommen zu werden.

"My Ashes" beschreibt den Wunsch nach einer glücklichen Kindheit. Von den Eltern meist ignoriert flüchtet sich der Protagonist in seine eigene Welt in der er sich als den Jungen auf dem Fahrrad sieht, der niemals lächelt. Die Keyboardssounds drücken eine beängstigende "Leere" aus. Wilsons Stimme klingt traurig und verloren, die Streicheruntermalung spiegelt die Sehnsucht des Jungen wieder.

Die in "My Ashes" beschriebene Leere führt in "Anesthetize" zur trotzigen Selbstreflektion die, untermalt von bedrohlichen Gitarrenakkorden immer mehr Druck aufstaut und in einem Drogentrip mündet. Die stroboskopartige Rhythmik im Mittelteil von "Anesthetize" untermalt musikalisch die durch Drogen gestörte Wahrnehmung der Umwelt, Wilsons Stimme schwebt körperlos durch eine verzerrte Welt aus Langeweile, Frust und Gewalt.

Das wundervoll melancholische "Sentimental" beschäftigt sich mit dem Wunsch nie Erwachsen werden zu wollen. Das GEWOLLTE Zitat des IN ABSENTIA Songs "Trains", funktioniert hier in zweierlei Hinsicht. Zum einen wird auch dort der Wunsch den Moment der Jugend zu konservieren beschrieben (in "Trains" der Sommer = Jugend), zudem fungiert hier "Trains" wieder mal als Metapher für Fernweh, Aufbruch und das sich "hinfortträumen"-Wollen (etwas das aus Wilsons eigener Biographie zu entstammen scheint und das er auf vielen PT Alben in lyrischer wie akustischer Form verarbeitet hat). Diese musikalische Überleitung wird am Anfang von "Way Out Of Here" sinnigerweise mit den Worten "Out on the train tracks, I dream of escape" fortgeführt. Schon genial !

"Way Out Of Here" drückt mit seiner "Zerrissenheit" die verwirrte Gefühlswelt der Jugendlichen aus. Abstumpfung wechselt zu Aggression, Aggression in Verzweiflung. Der Wunsch aus der Welt zu entfliehen wird hier konkret formuliert.

Das düstere "Sleep Together" scheint einen Selbstmord anzukündigen. Der monotone Synthesizer und die bedrohliche Streicheruntermalung deuten auf ein unabwendbares Ende hin. Das Buch "Lunar Park" deutet aber die Flucht aus diesem monotonen, freudlosen Leben in ein neues erfüllteres Leben an. Gefällt mir persönlich besser ;-).

Das Konzept ist nicht frei von Schwächen. Die Texte sind sehr einfach gehalten, da hier aus der Perspektive eines sehr jungen Menschen geschrieben wurde, doch gibt es sehr viele Wiederholungen, die zum Teil recht bemüht wirken. Auch klingen einige von dem inzwischen 40jährigen Wilson verfassten Textpassagen sehr nach Altersweisheit. Der thematische Aufbau und dessen musikalische Umsetzung ist aber ansonsten mehr als gelungen.

Hier ist keine Minute vergeudet, die Band spielt so gut wie nie, vor allem Gavin Harrison am Schlagzeug liefert hier seine bisher beste Leistung bei Porcupine Tree ab. Die Band verarbeitet viele Stile von gefühlvollen Balladen, über Rock und Metall bis hin zu Industrialelementen, die jeweils der Stimmung des Textes entsprechen und gleichzeitig ein Abbild der heutigen Musikkultur darstellen (und wohl auch von eben solchen Jugendlichen konsumiert wird ;-) ). Es gibt auch einige schöne Melodien, die man aber entdecken muss.
Ansonsten wird hier atmosphärisch dicht gerockt, es gibt viele Gäsehaut-Momente und das Album wird sicherlich einen prominenten Platz in der Porcupine Tree Diskografie einnehmen.

Man sollte das Album ganz durchzuhören um es ganz zu begreifen, denn so wurde das Album ursprünglich konzipiert. Und es funktioniert hervorragend. Dies scheint für manche in der Tat schwierig zu sein. Dies ist keine Ansammlung von Songs, sondern eine 50 minütige Suite der ein Konzept zu Grunde liegt, und da funktioniert einiges eben anders.

Steven Wilson hat hier sicherlich das Album geschrieben, das er immer schreiben wollte. Fantastisch !
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am 16. April 2007
Kein anderes Album von PT wurde mit so viel Spannung erwartet wie Fear of a blank Planet.

Bereits mit dem vorletzten Album 'In Absentia' hat kaum einer geglaubt, dass sich die Genialität und der Abwechslungsreichtum dieser völlig in die Eigenständigkeit entwickelte Musikrichtung noch steigern lässt. Mit dem dann folgenden, letzten Album, Deadwings, ist dem sentimentalen Steve Wilson ein neues Husarenstück gelungen. Die Band brachte mit viel Abwechslungsreichtum Farbenfreude in eine eigentlich düstere, melancholische Musik.

Die Musik von PT ist nicht nur schön zu hören, es macht auch Spaß die Reaktionen von Neueinsteigern zu beobachten und das geht am besten mit dem Titel 'Arriving'. Wenn ich den im Auto spiele, redet plötzlich keiner mehr,' mach mal lauter,' das ist ja der Wahnsinn. Danach folgt so etwas wie Dankbarkeit, für den Musiktipp. Selbst der biedere Durchschnittshörer spitzt die Ohren.

Mit der Reife und Professionalität steht Porcupine Tree jedoch an einer Schwelle, wo viele Fans den Atem angehalten haben ' Wie geht es jetzt weiter? Nein, Steve Wilson rutscht mit 'Fear of a blank Planet' nicht in überzüchtete Kommerzklänge ab. Er ist viel zu sehr damit beschäftigt, seine eigenen, melancholischen und emotionellen Kindheitserlebnisse in Wort und Melodie zu fassen. Das Erfolgsrezept bleibt unverändert. Anfängliche harte Metalklänge, die durch, immer wieder erneut überraschende, softe Bridges und Refrains fantastisch aufgelöst werden. Die Musik bleibt so sympathisch, wie die vier Herren, die sie machen.

Deutschen Rundfunksendern sei anheim gestellt, dass gegenwärtige Musikrepertoire von 50 CDs auf 51 zu erhöhen. 'Sentimental' hat durchaus das Zeugs zu einer Sommerballade.
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am 27. April 2007
Wenn Herr Wilson und seine Mannen mit diesem Album einen Kreativitätsverlust dokumentieren sollten, dann hätte ich von dem Rest bitte auch nur ein hundertstel an verbliebener Krativität und wäre immer noch sehr froh (ich mache selber auch Musik, oder versuche es zumindest ;-))!

Nach dem ersten Hören der im Netz zu findenden Beispiele war ich sehr skeptisch - und auch nachdem ich das Album mehrere Male durchgehört hatte, war ich davon nicht wirklich überzeugt - was sich jetzt aber langsam geändert hat.

Im Auto z.B. funktioniert es bis auf den ersten Titel und Passagen des 3. und 6. Titels überhaupt nicht.

Aber das ist meiner Meinung nach weder der Anspruch von "Fear...", noch der richtige Einsatzort.

Es ist vielmehr ein zusammenhängendes Werk, dass genossen werden will - und das in voller Länge.

Natürlich zitiert sich die Band selbst, aber irgendwann ist das in meinen Augen auch schlicht unvermeidlich - und hier passiert das auf einem dermaßen hohen Niveau, dass ich gerne darüber hinwegsehe.

Auch hier habe ich bildlich gesehen wieder das Gefühl auf eine Reise mitgenommen zu werden, in der sich von einem Takt zum anderen plötzlich die komplette Landschaft ändert.

Und genau das liebe ich an PT.

Das Album ist musikalisch weit homogener als die Vorgänger, was mancher als Nachteil empfinden mag, ich finde es höchst angenehm.

Die Knüppelpassagen der Vorgänger sind zudem weitestgehend zugunsten der Atmosphäre zurückgefahren, was der Geamtstimmung auch nur zuträglich ist.

Die, die noch vorhanden sind, passen sich in meinen Augen auch besser in die Stücke ein.

Die Texte mögen vielleicht teilweise aufgesetzt wirken, aber auch das ist Geschmackssache, ich finde sie greifen die Thematik sehr gelungen auf.

Für mich ist "Fear of a blank planet" ein Klassealbum, das allerdings zunächst etwas sperrig wirkt und vom Hörer Einarbeitungzeit erfordert - aber genau das zeichnet z.B. alle meine bisherigen Lieblingsalben aus........
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