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Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen
61
Lilja 4-Ever (Einzel-DVD)
Format: DVD|Ändern
Preis:14,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 19. Mai 2004
Sowohl meisterhaft als auch voller Kontraste ist dieser Film ein geheimes Highlight. Die Schauspieler stellen das Szenario, das Absurde und Grauenvolle des Menschenhandels so echt da, das der Zuschauer gebannt ist von der Gewalt der Bilder und nicht wegsehen kann. Oksana Akinshina, die Lilja spielt, gewann einen Preis (Gulbagge award) für ihre Leistung, vollkommen verdient. Sie steckt dermassen drin in ihrer Rolle als verratene, verlassene und in die Prostitution gezwungene Jugendliche, dass der Zuschauer jeden Schmerz mitfühlt.
Absolut zu empfehlen und Meisterhaft insziniert von Lukas Moodysson! Ein Lob
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am 9. Februar 2005
Ein grosser, zutiefst trauriger, erschütternder Film. Diese kleinen europäischen Produktionen laufen an den Filminteressierten ja leider leicht vorbei, und so kannte ich ihn nicht und erwartete nach dem DVD-Cover und Klappentext eher ein bisschen Unterhaltung, Erotik und die im (süd-)deutschen Film so beliebte seichte Beziehungskomödie, als ob keine wirklichen Probleme auf der Welt existieren... Nein, das alles bietet dieser Film ganz und gar nicht -- und nun frage ich mich warum ein schwedischer und kein deutscher Regisseur diesen Film gedreht hat. Von dem ich sagen muss dass ich noch keinen besseren gesehen habe zum Thema Prositution, Menschenhandel, und das Leben in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion - und nun auf lange Zeit auch keinen besseren erwarte! Und wegen der zutiefst traurigen Grundaussage des Films füge ich hinzu: "leider"...
Der Film erzählt in sensiblen, feinfühligen, alles andere als aufreisserischen Bildern - nein, man sieht den Körper der Hauptdarstellerin kein einziges Mal nackt - die Geschichte eines jungen Mädchens irgendwo in Russland, der Ukraine oder dem Baltikum, allein gelassen von ihrer Mutter die sich mit ihrem Typ ins gelobte Land USA absetzt, enttäuscht von ihrer Tante, von ihrer besten Freundin, und der nur die Freundschaft zu einem anderen Verlassenen, dem 11-jährigen Strassenjungen Volodscha bleibt. Bis auch sie ihn verlassen muss, woran er stirbt...
So einsam wie sie ist, ahnt man dass ihr hübsches Äusseres ihr zum Fluch werden muss, als sie sich entschliesst Ihren Körper zu verkaufen, was ihre Situation nur kurz bessert. Und als dann der "Prinz" auftaucht der sich wie der ersehnte Freund verhält und Rettung verspricht, ist dem Zuschauer klar dass da ein Haken dran sein muss und das alles nicht wahr sein kann. Hilflos muss er zusehen wie es genauso kommt.
Man fühlt den Zorn der den jungen schwedischen Regisseur Lukas Moodysson gepackt haben muss (die Musik von Rammstein in der Einstiegs- und Rahmensequenz) - aber es zeichnet den hervorragenden Regisseur aus von genau diesem Zorn nicht blind zu werden für die Details, sondern sie im Bild zu zeigen, und das beherrscht dieser junge Mann der im Interview der Begleit-DVD auch etwas unterkühlt wirkt, bereits meisterhaft. Das ist eine der Sorte Filme wo man als Zuschauer um die Dunkelheit im Kino froh ist, und der einen im Sessel festhält bis das letzte Bild des Abspanns verklungen ist.
Der Film ist aber auch eine bittere Anklage an die Gleichgültigkeit der kapitalistischen Gesellschaft, deren Schattenseiten nicht nur kaum weniger elendig aussehen als im Osten (infam, die Gegenüberstellung von Plattenbauten, Abfall und Desinteresse hier wie dort) sondern die Menschenhandel akzeptiert oder gar noch fördert... beispielsweise bei uns durch eine liberale Visapolitik! Am Ende verliert die stolze, hübsche, selbstbewusste Lilja, in deren überzeugende Darstellerin Oksana Akinshina man sich verlieben kann, selbst noch ihren letzten verzweifelten Halt, den Glauben an Gott -- und zu menschlichem "Fast Food" geworden wie das immer wieder gezeigte McDonalds, ist sie am Ende wirklich "fertig"...
"For ever" bleibt von einem Mädchen zu deren Geschichte sich der Regisseur und Drehbuchautor vielleicht durch eine Zeitungsmeldung in Malmö hat inspirieren lassen, nichts - ausser dem Namen auf einer Bank und einem Film, stellvertretend für tausende ähnlich Schicksale.
Schön dass der Film manche Dinge offen lässt und zu Diskussionen einlädt, über die verschiedenen Abstufungen der Prostitution etwa oder Glaube/Religion. Die kitschigen Engel mit Flügeln haben mich an Wim Wenders grossartigen "Himmel über Berlin" erinnert, den der Regisseur bestimmt kennt, und genau in dieser Liga spielt er auch mit. Hier sind die "Engel" genauso hilflos: sie können dem Menschen die offene Tür zeigen, aber nicht was sie mit ihrer Freiheit anfangen sollen. Oder auch verhindern dass sie ihr Leben wegwerfen. Der einzige Trost den der Film in seiner letzten Sequenz liefern kann, ist sehr sehr schwach... nein, diesen Film braucht man wirklich nicht mehr als einmal zu sehen.... er hat die Kraft sich für immer einzubrennen.
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am 10. Juli 2012
Lilja wächst in Lettland in einem trostlosen, verrotteten, alten Plattenbau aus Sowjetzeiten auf. Ihre Mutter hat sie verlassen, angeblich, um im Ausland Geld für die Familie zu verdienen, und schreibt Lilja ab und zu einen Brief. Ansonsten "kümmert" sich ihre Tante um sie, die sie aber nur zu deutlich spüren lässt, wie sehr Lilja für sie ein Klotz am Bein ist.
Einziger Trost für Lilja ist ein Nachbarsjunge in ähnlicher Situation und eine Freundin, mit der sie die Nächte in Diskotheken verbringt, von der sie aber schließlich verraten wird.
Desillusioniert von ihrem Leben ohne Zukunft nimmt Lilja schließlich das ANgebot eines älteren "Freundes" an, der sie nach Schweden, der sie nach Schweden kostenlos "vermitteln" will, und ihr im "Goldenen Westen" eine gute Zukunft verspricht.
Zu spät merkt die naive Lilja, dass sie in eine schlimme Falle getappt ist. In Schweden wird sie an einen Mann übergeben, der sie erstmal selber vergewaltigt, in eine Wohnung einschließt, und ihr dann ständig Freier schickt, deren Bedürfnisse sie zu befriedigen hat. So hat sich Lilja das "Paradies" nicht vorgestellt! Vom Regen in die Traufe; es geht immer noch schlimmer!
Aber an wen soll sich Lilja in ihrer Not wenden? Sie ist illegal in Schweden, eingesperrt, hat hier keine Freunde, kennt die Sprache nicht, ...
Eines Tages gelingt ihr dann doch diee Flucht aus der WOhnung. Doch von nun an weiß sie nicht mehr weiter. Auf einer Autobahnbrücke trifft sie eine sehr tragische Entscheidung ...

Der Regisseur soll auf die Thematik durch einen Zeitungsbericht aufmerksam geworden sein.
Tatsächlich wird dieses mehr oder weniger dann doch "Fiktive" Schicksal nicht das Einzige dieser Art sein: jährlich strömen Hunderte Mädchen aus ähnlichen Verhältnissen, wenn nicht tausende, aus dem Baltikum illegal nach Schweden, unter falschen, manchmal auch "richtigen" Versprechungen. Fast immer wartet auf diese Mädchen dann aber ein elendiges Schicksal. Von der Öffentlichkeit werden sie kaum wahrgenommen; oder höchstens als "Illegale" negativ gebrandmarkt. Von den Behörden haben sie in diesem - sonst ja äußerst fortschrittlichen - Land nicht viel zu erwarten.

Daher kann man den Regisseur gar nicht stark genug für diese gelungene und ausgeführte Absicht loben, mit diesem Film auf diese Problematik aufmerksam zu machen!
Der Film hat hervorragenden, fast "dokumentarischen" Charakter, und ist von Anfang bis Ende leider höchst realistisch.
Der Regisseur hat gute Arbeit geleistet: die Story und Umsetzung ist äußerst realistisch aufgebaut, der Zuschauer sieht alles ganz "Real wie durch eine Scheibe", und auch ohne irgendwie zu belehren, o.Ä.
Einzig das Ende mit den Engeln ist m.E. kitschig und überflüssig. Auch stellt sich für mich die Frage, ob Lilja nun wirklich "erfolgreich" Selbstmord verübt hat, oder ob ihr die "Schutzengel" noch rechtzeitig zu Hilfe eilen konnten?
Der Film ist aber dem Thema gerecht und außerordentlich traurig.
Ja, diese Schicksale gibt es inzwischen fast täglich; ohne diesen Film würden aber sehr viele Menschen nicht darauf aufmerksam werden.

Der Film ist dafür kritisiert worden, dass er von Anfang bis Ende tragisch und traurig ist, und dass dem zuschauer keine Gelegenheit gegeben wird, daran zu glauben, dass das Schicksal des Mädchens positiv ausgehen könnte.
Man ist daher durchgehend empört und am Ende des Films den Tränen nahe; fassungslos. Kein Hinweis wird gegeben, was man als Zuschauer dafür z.B. machen könnte, um solche Zustände zu beseitigen zu helfen, oder wem letztendlich die "Schuld" am Ganzen zuzuschieben ist.
Aber das ist wohl auch gar nicht die Absicht des Regisseurs. Er wollte stattdessen das Schicksal solcher Mädchen in seiner extremsten Form zeigen; das Leben und die Welt so zeigen, wie sie leider inzwischen all zu oft geworden ist!
Und das ist dem Regisseur m.E. verdammt gut gelungen.

Für mich daher einer der besten Filme der letzten Jahre überhaupt!

Hoffnungs- und Trostlosigkeit im ehemaligen "Ostblock" nach der "Wende" seit den frühen 90er Jahren. Der Zuschauer hat ein Recht darauf, zu sehen, wie das Leben wirklich in vielen gebieten unserer Welt aussieht!
Ansehen, wer sich für solche Zustände, die für Viele leider das Leben bedeuten, interessiert!
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am 2. Mai 2013
"Mein Herz brennt". Die sechszehnjährige Lilja flieht unter Rammsteins harter und stampfender Intonation quer über die öde Traurigkeit eines Parkplatzes zu einer Autobahnbrücke. Erst brennt es, jetzt qualmt und raucht es, droht zu ersticken und versengt letztlich an der Last der uneträglichen Qual. "Lilja 4-Ever" ist eine Tragödie des schwedischen Filmmachers Lukas Moodysson und beginnt "irgendwo" in der ehemaligen Sowjetunion, untermalt von russischem Plastikpop in einer uniformen und grausam leer wirkenden Wohnsiedlung. Spielplätze versinken im Schlamm, vergilbte Tapeten pinseln vermaledeites Unglück und verrohte Gemeinheit zersäbelt des Menschen Anstand. Der Tristesse einer gänzlich unnützen Provinz gilt es um jeden Preis zu entfliehen, an diese und nur an diese Hoffnung klammert sich die Jugend, deren Perspektive sonst vor einer Regenrinne ihr Ende finden würde. Schillernde Hoffnung keimt in Lilja auf, als ihre Mutter sagt: Wir ziehen nach Amerika. Doch ihre Mutter und ihr Lover planen ihr gemeinsames Glück ohne Lilja. Gottverlassen, ohne Geld und Arbeit wird Lilja von ihrer rigiden Tante aus der großen Wohnung geworfen und in einer widerliche, enge Absteige verfrachtet. "Spreiz doch deine Beine wie deine Mutter.", wird ihr nahegelegt, als Lilja von finanziellen Nöten klagt. Die personfizierte Unschuld und Reinheit, in der sich Gottes Zorn vereint, wird getragen von Oksana Akinschina. Feinfühlig, innerlich vor Wehmut kreischend, äußerlich gespenstisch und unnahbar verkörpert sie das "einfache" Mädchen, das von einem Menschenhändler mit leeren Versprechungen nach Schweden gelockt und dort zwangsprostituiert wird. Diese subtile Verelendung des Geistes basiert auf der schleichenden Erkenntnis, dass das Leben im Körper dieses jungen Mädchens nichts zu bieten vermag als bittere Enttäuschung und unendliche Trauer. Als "Nutte hat man sie beschimpft, doch unter all den Demütigungen ritzte sie "Lilja 4-ever" in eine Holzbank, Stolz und Bereitschaft, für sich zu kämpfen, waren die letzten Mittel, sich gegen ihre Pein zu erheben. Doch Moodysson löscht die Flamme. Dieser Film ist keine Ode an die Hoffnung, sondern eine radikale Vernichtung derselben. Ein Mensch, so grausam durch den Alltag getreten, bespuckt mit klebrigen Speichel der Ungerechtigkeit, hat hier keinen Platz auf dieser Welt. "Lilja 4-ever" ist schonungslos, messerscharf und beängstigend. Man könnte sagen: alles richtig gemacht.
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am 27. Juli 2012
Gerade eben habe ich diesen eindringlichen Film zu Ende gesehen, wollte wissen, was die Amazon-Kunden darüber schreiben. Ich bin beruhigt, daß dieser ungewöhnliche Film von allen Rezensenten positiv bewertet wurde, was mir zeigt, daß es doch noch Menschen gibt, die ein wirkliches, authentisches Kunstwerk erkennen und schätzen. Erfreulich auch, wie viele Facetten dieses unglaublich vielschichtigen Films von den Rezensenten erkannt wurden. Ich kann mich nicht erinnern, je einen solch aufwühlenden Film gesehen zu haben, einen Film, der die Trostlosigkeit dieser russischen heruntergekommenen Gesellschaft (aber nicht minder die Trostlosigkeit unserer westlichen Welt) so überzeugend in Bildern zeigt. Besonders bewegt hat mich die eindringliche Schauspielkunst der beiden jungen Protagonisten, etwas ähnliches habe ich im deutschen Film noch nie erlebt. 5 Punkte sind für diesen Film eigentlich zu wenig. Nebenbei: Warum dieser Film von der FSK ab 12 Jahren freigegeben ist, ist mir ein Rätsel, obgleich man von den Altersfreigaben der Filmbranche ja allerhand gewöhnt ist. Selbst für mich als 65jährigen ist dieser Film in seiner Schonungslosigkeit kaum zu ertragen. Er wird mich, das weiß ich, noch lange verfolgen.
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am 29. September 2007
zu diesem film fällt mir keine andere bezeichnung ein. einer der besten filme aller zeiten (und ich habe eine menge gesehen). eine jahrhundertgala der hauptdarsteller (ja nicht nur o. akinshina, sondern auch des kleinen jungen---oscar!!!!!! für beide post-hoc). ich war erschüttert, zutiefst emotional, bewegend. für alle die den film noch nicht gesehen haben-los, los los und hört nicht auf einige möchtegern besserwisser von den vorhergehenden rezis.wer völlige realität haben will soll sich eine dokumentation ansehen!!!
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am 28. Januar 2008
Die 16 jährige Lilja lebt in einer völlig verarmten Gegend von Russland. Sie ist dabei auf sich alleine gestellt weil sich ihre Mutter in die USA abgesetzt hat und von den übrigen Verwandten keinerlei Zuneigung oder gar Hilfe kommt. Sie schlägt sich mit einem 14 jährigen Straßenjungen durch, der sich in einer ähnlich fatalen Situation befindet. Um an Geld zu kommen prostituiert sie sich und lernt schließlich Andrej kennen. Der erste Lichtblick in ihrem Leben, doch der nette Andrej hat etwas ganz anderes mit ihr vor........

Der Film ist extrem intensiv und verdammt realistisch in Szene gesetzt. Schonungslos wohnen wir der völligen Zerstörung eines hoffnungsfrohen Mädchens bei, dem man mehr als einmal die Hand reichen will um sie aus der Kloake zu ziehen. Lilja 4-ever ist für den Zuschauer sehr belastend und fesselt einen noch weit nach dem Abspann. Wer noch ein bißchen Feingefühl im Blockbuster verseuchten Hirn aufweist, wird mit einem brennenden Herzen zurückgelassen. Genauso wie es der finale Rammstein Track im Film aussagt. Nie habe ich einen Song der Band intensiver gespürt.
Die 15 jährige Hauptdarstellerin Oksana Akinshina spielt phänomenal. In jeder Szene schafft sie es die jeweilige Situation ausdruckstark und ohne Klischees wiederzugeben. Meinen allergrößten Respekt.
Wer mal wieder ein wenig die Schnauze voll von glattgebügelten Mainstream-Weichspülern hat, darf auf keinen Fall an diesem kleinen Meisterwerk des schwedischen Filmemachers Lukas Moodysson vorbeigehen. Ich ziehe in jedem Fall die Höchstwertung.
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am 30. Dezember 2011
wie tief dieser Film geht ... eigentlich hätte er 7 Sterne verdient, aber die gibtŽs hier leider nicht ... ich kann mich den anderen Rezensenten nur anschließen ... ein wirklich berührender Film zu einem nicht ganz einfachen Thema ... ohne übertrieben oder effektheischend zu sein ... einfach der " ganz normale Wahnsinn " den, ich weiß nicht wie viele, Menschen täglich erleben müssen.
Meine Bewunderung gilt auch den perfekten jungen Schauspielern ! alles in allem: Prädikat besonders sehenswert
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am 18. Juli 2009
Diese Bilder haben sich mir ins Gedächtnis eingebrannt. Sie lassen mich nicht mehr los und sind wieder da, wenn die Nachrichten ab und zu so nüchtern und sachlich von Menschenhandel und Billigprostitution melden. Der Film erzählt eindringlich, dass hinter jeder dieser Meldungen ein persönliches Schicksal steht von Sehnsucht nach Wohlstand und Liebe, von Missbrauch durch Gewalt und Ausbeutung.

Eindringlich die Bildsprache, eindringlich die schauspielerische Leistung der jungen Darstellerin - und auch ihres jungen Kollegen, eindringlich die Musik von Rammstein und anderen und eindringlich die verzweifelte Ohmacht der Zuschauer: immer wieder möchte man in den Film hineinspringen und schreien: Nein! So nicht! Nein!

Aber der Film hat noch eine andere Dimension.
Der Regisseur Lukas Moodysson sagt: "Eigentlich sollte es ein Film über die Mildtätigkeit Gottes werden, doch dann nahm die Realität ihren Lauf und er wurde etwas ganz Anderes. Es wurde ein Film über zwei Kinder, Lilja und Volodya, die in einem Land leben, das einst ein Teil der mächtigen Sowjetunion war und das jetzt in Trümmern liegt. Es wurde ein Film über das Verlangen, woanders zu sein, alles zurückzulassen, darüber, allein zurückgelassen zu werden, über reiche Leute, die glauben, daß man alles kaufen kann, über arme Leute, die dazu gezwungen sind, ihren ganzen Besitz zu verkaufen (außer ihrem Herzen), über Dinge, die weit entfernt passieren und über Dinge, die auf der Straße, in der ich lebe, passieren, über Hustensaft und Klebstoff, über Basketball, über Britney Spears, darüber, wie man seinen Namen in eine Sitzbank ritzt, damit alle sehen können, daß man existiert, darüber, wie es ist, wenn man angespuckt wird, über das Aufgeben, über den Tod, über eine Freundschaft, die niemals enden wird, über eine Kerze, die nie verlöschen wird. Und vielleicht auch ein bisschen über die Mildtätigkeit Gottes - trotz der Tatsache, daß Gott ja niemals auf Liljas Gebete antwortet."

Gerade diese letzte Frage, wie doch noch igendwie ein bisschen Mildtätigkeit Gottes im Film erscheint, stellt den Film in ein noch ganz anderes Licht. Sie zeigt, wie sehr die Träume von einer letzten Gerechtigkeit und von Engeln und von Erlösung jenseits dieser brutalen, unmenschlichen, ausbeuterischen Welt des Todes notwendig sind und helfen, mit Leid und Ohmacht umzugehen:
Ja, die Kerze darf nicht erlöschen, sie darf es einfach nicht! Um Liljas willen und ihrer vielen, vielen Kolleginnen (und Kollegen).

P.S. Der Film wird sinnvollerweise auch von der evangelischen Diakonie promoted, die seit mehr als 80 Jahren intensiv und kreativ in diesem Arbeitsfeld tätig ist, um dem Schicksal dieser Mädchen und Frauen aktiv zu begegnen. Lesenswert etwa wirkliche Berichte betroffener Frauen und was konkret getan werden kann (googeln mit den Begriffen prostitution, menschenhandel und diakonie).
.
P.P.S. Heute (12.11.2010) lese ich eine sehr schöne Besprechung es Films in dem kleinen, gut gemachten Buch Wo finden wir die blaue Fee?: Spiritualität im Film. Es wird seine tiefe Spiritualität hervorgehoben, mit dem Hinweis auf den Titel: Lilja lebt in der Tat 4-ever, forever - für ewig. Zitat: "Lilja bleibt, obwohl sie tot ist. Sie bleibt in unserem Gedächtnis, ihr Tod war nicht zeugen- und nicht sinnlos. Und fortan wird das, was wir über Mädchenhandel und Prostitution lesen, von Liljas Gesicht geprägt sein, von ihrem Unglück, ihrer Freude, ihrer immer wieder aufkeimenden Hoffnung ... Wie sie auch nach Wochen der Prostitution noch immer das Vaterunser, vor einem Heiligenbild kniend, spricht." Das ganze Büchlein lohnt für an Filmen tiefer Interessierte (auch wenn an dieser Stelle der Autor nicht richtig hingeschaut hat: es ist ja kein Heiligenbildchen, sondern ein Schutzengelbild, das das Thema des Films noch einmal fokussiert ...).
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am 9. April 2006
Wissen sie ,wie es ist, wenn der Blick erstarrt, man in Gedanken versinkt, und einem die Tränen in den Augen stehen, weil das eben gezeigte einen so sehr berührt, dass man kaum einen vernünftigen Gedanken fassen kann? "Lilja 4-ever"s letzte 5 Minuten gehen für mich in die Filmgeschichte ein, zeigen sie doch musiklaisch untermalt unerreicht in künstlerisch anmutender Weise das Ende eines Menschen, welche in eine Welt geboren wurde, in der es kein erbarmen gibt und in der ein Menscheleben nichts zählt. Es ist unsere Welt. Lilja lebt in Lettland, ist 16 jahre alt und wird schon früh von ihrer Mutter verlassen, weil diese ihre Tochter in der Hoffnung auf ein besseres Leben im "Westen" zurück lässt. Lilja erlebt von nun an einen noch stärkeren sozialen Abstieg, als er schon ohnehin vorprogrammiert war. Die Verwandten kümmern sich genau so wenig um die, wie ihre Freundinnen. Um überleben zu können verkauft sie von nun an ihren Körper an Männer und erhofft sich später ein besseres Leben in einem anderen land, welches ihr leider nicht vergönnt ist. Durch körperliche Gewalt grün und blau geschlagen ist Lilja nichts anders als eine Ware für die Männer, die ihren jungen Körper missbrauchen, ihre Seele, die sich so sehr ein besseres Leben erhofft hat, ist zu einem Nichts verkommen, welches keinen mehr interessiert. Dieser Film zeigt für mich auf eine noch nie degewesene Weise und mit einer - besonders zum Ende hin intensiven und poetischen Weise - wie wenig ein Menschenleben mit all den dahinter stehenden Träumen, welches es an dieses Leben stellt, missachtet werden kann und welches es sich aufgrund der Umstände, in die es geboren wird, konfrontiert sieht. Man fragt sich umweigerlich, warum die Kluft zwischen Traum und Wirklichkeit für manche Menschen so sehr gross ist und was manche Mitglieder unserer Spezies dazu veranlasst ein junges Leben auf so zerstörerische und menschenverachtende Weise für ihre Zwecke zu instrumentalisieren und zu missbrauchen.Wenn Lilja dann den Tod vorzieht, um ein besseres "Leben" zu führen, als es ihr auf dieser Welt ermöglicht wird, dann fragt man sich, ob Menschlichkeit unter uns überhaupt noch einen Bestand hat. Ich kann anderen Rezensanten nur beipflichten, "Lilja 4-ever" sieht man wohl nur ein einziges Mal und hat ihn dann ein Leben lang vor Augen.
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