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Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen
60
4,8 von 5 Sternen
Lilja 4-Ever (Einzel-DVD)
Format: DVD|Ändern
Preis:14,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 15. September 2014
Ein Film, der die ungeschminkte Wahrheit von im Stich gelassenen Kindern erzählt. Es gab für diese Kinder niemals eine warme Eltern-Kind-Beziehung, die die Neugier auf das Leben hätte entfachen können. Sie waren stattdessen nur eine Last für ihre Eltern. Sie waren einfach nicht erwünscht. Es gibt für sie keinen Ausweg aus dieser lebensstrangulierenden Situation, weil sich alles unbarmherzig auf die gleiche Weise wiederholt, wie sie es seit Lebensanfang von ihren eingefrorenen Eltern erfuhren. Darum sind für diese Kinder die späteren zwischenmenschlichen Beziehungen eine verlängerte unausstehliche Qual, von der sie sich begreiflicherweise befreien wollen. Sie bringen sich um, bevor ihr Leben richtig begonnen hat. Sie können die unermessliche Qual nicht mehr aushalten, sie brechen an ihr zusammen.

Siehe dazu meinen Artikel auf meiner Webseite michael-dressel.jimdo.com:
Lilja 4-Ever - Wenn zwischenmenschliche Leere tötet
22 Kommentare| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 10. November 2007
Ein selten guter, aber sehr trauriger Film. Es tut weh, zu sehen, wie Lilja, blutjung, zuerst einmal von der eigenen Verwandtschaft verlassen und verschaukelt wird. Man freut sich, dass sie schliesslich einen netten jungen Mann kennen lernt und bekommt dann immer mehr und mehr den Eindruck, dass es sich um einen offenbar gar nicht sehr netten jungen Mann handelt, sondern um das Mitglied eines Ringes für Menschenhandel, so eine Art Kontaktmitglied im Ausland. Zur Gewissheit wird das, als er Lilja mitteilt, dass er nicht mit ihr nach Schweden fahren wird. In Schweden wird Lilja gehalten wie eine Gefangene. Als sie versucht, auf sich aufmerksam zu machen, wird sie von ihrem Zuhälter massiv bedroht. Auch ihr Versuch auszubrechen misslingt. Als Liljas Zuhälter einmal vergisst, die Wohnungstüre von aussen abzuschliessen, kann Lilja entweichen. Da sie nicht weiss, wohin sie sich wenden soll, um Hilfe zu erhalten, macht sie ihrem Leiden ein Ende. ' Der Film hat auch seine poetischen Momente, wenn Volodja, Liljas kleiner Freund aus der Heimat, der sich mit einer Überdosis Drogen das Leben genommen hat, ihr als Schutzengel erscheint.
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am 4. Juni 2015
Lilja lebt in einer trostlosen Plattenbausiedlung im ehemaligen Ostblock nach dem Zerfall der UdSSR. Von der Mutter, die mit ihrem Freund in die USA emigriert, wird sie im Elend zurückgelassen, ergreifend symbolisch die Szene, inder sie verzweifelt im Matsch knieend dem davonfahrenden Wagen nachblickt. Die für sie "Verantwortliche" Tante steckt sie in ein Loch, bei dessen Anblick man förmlich Urin, Kotze und zersetzten Schweiß riecht.
Auch ihre Freundin, die als Gelegenheitsprostituierte Geld verdient, jubelt ihr ihren Hurenlohn unter, um von ihrem Vater nicht entlarvt zu werden. Lilja , 15 ??, wird auch von den pöbelnden Nachbarjugendlichen angespuckt, als einziger Freund bleibt ihr ein ca 12jähriger kleiner Verehrer, der eine zerknüllte Getränkedose in den Baskettballkorb wirft und später von ihr einen richtigen Baskettball geschenkt bekommt, von ihrem ersten Lohn als Prostituierte.
Rettung kommt in Form eines jungen Mannes, der sie mit nach Schweden nehmen will. Der kleine Freund irrt leider in seiner Einschätzung, daß er sie nur ins Bett bekommen möchte, es kommt noch schlimmer: sie fliegt nach Schweden und wird dort vereinbarungsgemäß in Empfang genommen und in einem komfortablen Zimmer untergebracht und eingesperrt, in dem sie als Prostituierte arbeiten muß.
Der Film endet wie der Beginn: ein junges Mädchen flieht mit zerschlagenem Gesicht völlig aufgelöst durch die Stadt auf eine Autobahnbrücke, drastisch untermalt durch Rammsteins "Mein Herz brennt":

Der Film zeigt in drastischen Bildern Lilja als pures Sexobjekt und menschliche Ware, ohne sie nackt zu zeigen. Sie ist eines der Opfer einer Gesellschaft, die nach dem Zerfall in ein Loch fiel, in dem der pure Turbokapittalismus, das Recht des Stärkeren und Hoffnungslosigkeit für die Mehrzahl der Menschen herrscht. Ihr Leben ist in Schweden eine Hölle im Vergleich zur Heimat. Sie liegt reglos mit gleichgültig-stumpfem oder angeekelten Gesicht im Bett, während schwitzende, alte und junge , häßliche oder annehmbare Männer sich auf ihr abrackern. Rührend eine Szene, in der sie sich mit Kissen und Decken über einen Tisch geworfen gleichsam in einer Schutzhöhle verkriecht, ähnlich wie in einer früheren Begebenheit, als sie sich mit dem kleinen Freund eine solche Schutz-und Kuschelhöhle baut, als dieser mal wieder zuhause rausgeworfen worden war, von seinem saufenden Vater sich selbst überlassen. Trost findet sie nur noch in paradiesischen Traumszenen mit diesem "Engel".

Der Film ist eine flammende Anklage einer Gesellschaft, die es Menschen ermöglicht, andere fast schlechter als Tiere zu behandeln, hier speziell am Beispiel der Zwangsprostitution von Minderjäjrigen. Erschütternde Bilder, die uns Liljas Gesicht unvergeßlich werden lassen. Sie zeigt sich anfangs stark, aber auch empathisch, sie endet gebrochen, zerbrochen, auf den Müll geschmissen.

Das Elend beginnt in Rußland, fortgesetzt wird es im "liberalen" Schweden. Solche Ereignisee finden sich weltweit millionenfach, und die Opfer kommem oft aus dem ehemaligen Ostblock, Fernasien oder Afrika, die Täter sind Männer aus allen sozialen Schichten nicht nur in Schweden, sondern auch bei uns. Und als deutsche Frau ist man vor solchem Elend nicht geschützt, die Zahl der Frauen und Mädchen hier, die mindestens einmal im Leben körperliche oder gar sexuelle Gewalt erfahren, geht ebenfalls in die Millionen.

Der Film ist höchst drastisch, brutal und verstörend bis tief erschütternd, aber absolut realistisch erscheinend, wenn nicht gar die Realität zum Teil noch schlimmer sein kann. Er gehört zum Nachhaltigsten unf Grausamsten, das ich bis jetzt gesehen habe, gerade wegen seines Realismus.

Doc Halliday

PS: die Meinung zur FSK, deren Beurteilung dem Film und seinen Machern nicht vorgeworfen werden kann, ist nicht nur bei mir nicht die Beste. Hier müßte geprüft werden, ob die FSK-Freigabe nicht einen juristisch verfolgbaren Straftatbestand erfüllt. 12jährige sollten den Film sehen, aber auf keinen Fall ohne eine erziehungsberechtigte oder verantwortungsvolle volljährige Person.
1212 Kommentare| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 27. Januar 2005
Lilja 4-ever" ist ein Film, der sich im Gedächtnis einbrennt, dessen Bilder und Geschichte einen nicht mehr loslassen. Bei irgendwelchen Schnulzen kann man sich noch trösten, dass es ja nur ein Film ist. Aber bei diesem Film gibt es keinen Trost. Solche Geschichten schreibt das Leben, solche Schicksale gibt es wirklich.
Der Film zeigt uns den Menschen als Ware und ebenso den wahren Menschen. Lilja bleibt menschlich, auch wenn sie immer wieder schlimmes erlebt. Die Menschen, die sie umgeben, sind kalt. Das wird schon beim Abschied von ihrer Mutter deutlich, als sie von ihr buchstäblich im Dreck zurück gelassen wird. Die kaputte Tante verfrachtet Lilja in ein Drecksloch und nistet sich selbst in Liljas Wohnung ein. Nur der kleine Volodya, dessen Selbstmord Lilja anfangs verhindert hat, hält zu ihr. Selbst ihrer Freundin ist es egal, was aus Lilja wird. Als deren Vater bei ihr Geld von Freiern findet, behauptet sie, sie hätte das Geld von Lilja, die als Prostituierte arbeiten würde. Ihre Worte "Bei dir macht das doch nichts aus" erschüttern einen. Von da an ist der Schritt von Lilja, sich zu prostituieren, nicht weit, wird sie ja sowieso von allen als Hure diffamiert. Von ihrem ersten mit Abscheu verdienten Geld kauft sie ein Geburtstagsgeschenk für Volodya, das jedoch bald von dessen Vater zerstört wird - ebenso wie der Junge selbst.
Schließlich lernt Lilja Andrej kennen, der scheinbar kein Interesse an ihrem Körper hat und ihr anbietet, mit ihm nach Schweden zu kommen. Sie vertraut ihm, hört nicht auf Warnungen von Volodya, zu groß ist der Wunsch, aus dem Drecksloch herauszukommen, aus ihrer Isolation auszubrechen, es allen zu zeigen, die auf sie herabblicken.
Es gibt kaum Hoffnung auf ein gutes Ende. Schon am Anfang steht Lilja auf der Autobahnbrücke, bereit zu springen. Das düstere Lied "Mein Herz brennt" von Rammstein untermalt die Ausweglosigkeit ihrer Situation.
"Lilja 4-ever" ist ein Film über eine Welt, die man eigentlich gar nicht kennen lernen wollte, ein Film, der einen nicht mehr los lässt, der einen gefangen nimmt und wütend macht.
Es ist ein Film, der eigentlich gar nicht gefallen kann, weil er Übelkeit verursacht, aber so gut gemacht ist, dass er dennoch oder gerade deshalb sogar mehr als 5 Sterne verdienen würde.
55 Kommentare| 57 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 22. Februar 2016
Um nicht zu spoilern verzichte ich auf Einzelheiten.

Der Film zeigt im Grunde etwas das in der ganzen Welt, nicht nur in Osteuropa mit einem jungen Menschen passieren kann der ohne Rückhalt plötzlich auf sich alleine gestellt ist.
Zerbrochene Träume und das Ausnutzen von Zwangslagen durch vermeintliche Freunde, Familie und Fremde lassen den Jungen Menschen alsbald zerbrechen und einen Point of No Return erreichen.

Der Regisseur hat seine Schauspieler frei handeln lassen. Komplett ohne Anweisung und auch die Texte sind frei improvisiert.
Das merkt man leider zu deutlich und auch leider im negativen Sinne.
Die alkoholisierten Jugendlichen, als Beispiel sind nicht gespielt sondern tatsächlich betrunken.
Dadurch wirkt der Film zwar etwas authentischer aber leider auch sehr holperig.

Es ist ganz sicher kein Meisterwerk aber schon aufgrund des ernsten Themas sehr sehenswert. Sicher regt es etwas zum Nachdenken an.
Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit. Die "echte" Lilja kommt jedoch ursprünglich aus Litauen und nicht aus Russland. Photo.

Diese Dinge passieren nicht nur im entfernten "bösen" Russland sondern direkt vor unserer eigenen Haustür und das jeden Tag.

Die Gruppe von "Halbstarken" in der Fußgängerzone werden wir vielleicht nun einmal mit anderen Augen sehen.
Viele davon sind einem ähnlichen Schicksal ausgesetzt.
Der Alkoholkonsum, das Abhängen, das Grölen; oft ein Zeichen von Hilflosigkeit und ein stummer Schrei nach Hilfe/Aufmerksamkeit.
review image
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am 7. Juli 2004
... doch wer diesen Film gesehen hat, wird sich des Eindrucks nicht erwehren können, wie unbedeutend vieles von dem, was wir in Deutschland aktuell gern als "Problem" bezeichnen, doch eigentlich - im Vergleich zu den wirklichen Tragiken, die Menschen durchleben und/ oder ihresgleichen zufügen - ist.
Ein Film über postkommunistische Tristesse, Träume, Ernüchterung, Gleichgültigkeit, sexuelle Ausbeutung und Menschenverachtung durch die Gesellschaft diesseits und finanzkräftige Gesellschaftsschichten jenseits irgendeiner beliebigen Grenze, für die das Leben junger Mädchen keinen über die Befriedigung absurder Gelüste hinaus gehenden Wert mehr hat.
Ein Film über eines von unzähligen Schicksalen, die wir tagtäglich verdrängen - anrührend, herzzerreißend und auf erschreckende Weise authentisch.
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am 9. Februar 2014
Dies ist meine traurigste Rezension überhaupt- ich denke, selten hat
ein Film den Begriff " Hoffnungslosigkeit " derart deutlich dargestellt,
wie dieses knallharte Drama von Lukas Moodysson.
Immer, wenn sich für die von ihrer selbstsüchtigen Mutter allein zurück-
gelassene Lilja ein Hoffnungsschimmer am Horizont zeigt, kann man sicher
sein: der nächste Hammerschlag des Schicksals katapultiert Lilja wieder
zurück in die Einsamkeit, Resignation und Ausbeutung.

Viele dramatische Begebenheiten und Eindrücke in Filmen wischt man meist
nach dem Abspann für sich beiseite. Bei diesem Film geht das nicht.
Ich sass noch minutenlang mit Tränen im Antlitz und den Augen vor dem TV-
zu real wirkt das Schicksal dieses Mädchens nach, in der alptraumhaften
Post- Sowjetunion. Der Zuschauer bleibt am Ende ratlos und betroffen zurück-
MEIN HERZ BRENNT!
____________________________________________________

Zur Geschichte:

Die 16jährige Lilja wächst in einer trostlosen, tristen und schmutzigen
Plattenbausiedlung Russlands heran, in der es weder Achtung noch Respekt
voreinander zu geben scheint.
Wen wundert es da, daß Lilja selbst keine Achtung vor Autoritätspersonen
hat, schon mal den Mittelfinger zeigt, mit " Freunden " Kleber schnüffelt
oder freche Antworten gibt.
Und doch hegt sie den Traum von einer besseren Zukunft: " Ich bin hier sowieso
bald weg!". Diesen Satz spricht sie sehr oft- da ihre Mutter, die mit ihrem
Liebhaber in die USA ging, ihr versprach, sie werde sie nachholen.
Worauf das Mädchen jedoch vergebens wartet.

Sie wird weitergereicht; an die Tante, ans Sozialamt.....und es geht noch
immer ein Stück tiefer und elender.- Andrej scheint es gut mit ihr zu meinen.
Will sie mit nach Schweden nehmen, ihr dort eine neue, schöne Wohnung und Arbeit
besorgen. So verspricht er.
Wegen einer Ausrede Andrej`s allein in Schweden gelandet, beginnt für Lilja
die wahre Tortur..........

----------------------------------------------

Ganz persönliche Anmerkung/ Fazit:

Dieser Film schafft ein unfassbar realistisches Bild der Hoffnungslosigkeit
der verlorenen russischen Seelen und der wahren Abgründe in unserer doch so
" zivilisierten " Gesellschaft.
Kein bequemer Hollywood- Firlefanz- Scheiss, den man am nächsten Tag verdaut hat.
Einmal gesehen, nie vergessen.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Sie kommen zu euch in der Nacht,
Dämonen, Geister, schwarze Feen-
sie kriechen aus dem Kellerschacht
und werden unter euer Bettzeug sehen.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Sie kommen zu euch in der Nacht
und stehlen eure kleinen, heissen Träume,
sie warten, bis der Mond erwacht
und drücken sie in meine kalten Venen.

++++

Vor dem thematlichen Hintergrund dieses Films bekommt Rammstein`s
" Mein Herz brennt ", der " Lilja 4- ever " rahmt, einen bitter-konkreten
Beigeschmack.

______________________________________________

DENN DEIN IST DAS REICH
UND DIE KRAFT UND DIE HERRLICHKEIT
IN EWIGKEIT!

- Lilja 4- ever-
*
Produktionsland: Schweden, Estland

Entstehungsjahr: 2002

Lauflänge: 109 Minuten

FSK: ab 12 Jahren

5 erschütternde Sterne für diesen über alle Maßen beklemmenden Film-
aber das ist die Wirklichkeit- brutal und ungerecht...
auf diesem unseren extraordinären Planeten!!
5150+ kommentare| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 17. Februar 2012
Ich habe den Film soeben geschaut und irgendwas in mir leitet mich gerade dazu eine Rezension zu schreiben. Als Information: Ich arbeite in einer Psychiatrie, ich werde also täglich damit konfrontiert wie schrecklich das Leben für einige Menschen sein kann. Auch wenn das schrecklich ist, so schalte ich diese Bilder, die Geschichten und die Menschen die daran beteiligt sind nach Feierabend ab. Sonst wäre ich wohl nicht im Stande dieser Arbeit nachzugehen.
Dieser Film hat mich trotzdem schockiert. Der Film Lilja-4 ever, der fast dokumentarisch gedreht wurde, hat mich regelrecht erdrückt. Die Schauspieler bringen die ganze Geschichte so authentisch rüber das ich von Anfang an direkt gefesselt war. Nicht nur Lilja gilt es in diesem Film zu betrachten, ich finde den Part des Wolodja ebenfalls sehr prägend. Es kommt sehr häufig vor, dass wenn Menschen in so jungen Jahren in einem solchen Elternhaus(oder auch ohne Elternhaus) ohne wirkliche Perspektive aufwachsen, dass sie die Welt deutlich nüchterner aber auch reifer sehen als Gleichaltrige. Genau so ist es bei Wolodja der Fall. Was jedoch besonders erstaunt, ist die immer wieder aufkeimende Hoffnung der Akteure. Sie wird jedoch leider jedes Mal aufs Neue im Keim erstickt. Viele Menschen mögen bei Filmen ein Happy-End, ich mag eher die realistische Variante und die wurde in diesem Film gewählt. Natürlich ist es schrecklich, aber wie bereits in einigen Rezensionen beschrieben, gibt es diese Thematik durchaus wirklich und es endet nun mal nicht alles im Leben mit einem Happy-End. Dieser Film lässt einen ganz tief in den Abgrund sehen, er nimmt den Zuschauer mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt und lässt den Zuschauer am Ende etwas bedröppelt sitzen. Ich bin mir allerdings sicher das ich die Bilder dieses Films nicht vergessen kann, womit Moodysson Ziel erreicht scheint.

Somit gebe ich diesem Film 5 Sterne und empfehle diesen Film den Menschen weiter, die sich auch mal auf eine schreckliche, jedoch realistische Geschichte, außerhalb des Hollywood-TriTraTrullala, einlassen können.
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am 2. Januar 2005
Ich habe soeben Lilja 4-ever gesehen und werde es wohl nie wieder tun. Brauche ich auch nicht, denn die Bilder sind in meinem Kopf und gehen da nicht wieder raus. Bilder die man am liebsten garnicht sehen will, seine Augen davor verschließen möchte. Aber gerade deswegen ist dieser Film so wichtig. Man wird gezwungen zuzusehen wie die 16-Jährige Lilja immer tiefer in den Abgrund aus Gewalt und Prostitution gezogen wird. Und während man fassungslos auf den Bildschirm schaut, wird einem klar, dass die dort gezeigten Bilder kein Einzelschicksal dokumentieren und gerade in diesem Moment auch in der Wirklichkeit passieren. Dadurch ist Lukas Moodyssons Film weniger ein Drama oder eine Sozialstudie, sondern eher ein Horrorfilm der sein Grauen aus seinem Realitätsgerad zieht.
Wie gesagt: Ich werde mir diesen Film nicht ein zweites Mal ansehen. Denn Lilja 4-ever ist kein Film im herrkömmlichen Sinne. Keine "Unterhaltung". Es macht keinen Spaß zuzuschauen. Besonders weil Moodysson Liljas Unhappy-End direkt an den Anfang des Filmes stellt und somit schon in den ersten 2 Minuten Laufzeit beim Zuschauer alle Hoffnung im Keim erstickt. Diese Härte behält der Film eiskalt bei und dokumentiert auf unspektakuläre aber enorm dramatische Art und Weise Liljas Schicksal. Diese erdrückende Grundstimmung wird vor allem durch das grandiose Spiel von den Laiendarstellern (!) Artiom Bogucharskij und Oksana Akinshina vermittelt. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass irgendjemand geschauspielert hat. Alle Figuren wirkten absolut echt, der ganze Film wirkte absolut echt, das Unverständliche wirkte absolut echt, es wirkte.
So sehr, dass ich diesen Film nicht nochmal sehen will. Brauche ich auch nicht, denn Lilja ist in meinem Kopf 4-ever.
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am 19. Mai 2004
Sowohl meisterhaft als auch voller Kontraste ist dieser Film ein geheimes Highlight. Die Schauspieler stellen das Szenario, das Absurde und Grauenvolle des Menschenhandels so echt da, das der Zuschauer gebannt ist von der Gewalt der Bilder und nicht wegsehen kann. Oksana Akinshina, die Lilja spielt, gewann einen Preis (Gulbagge award) für ihre Leistung, vollkommen verdient. Sie steckt dermassen drin in ihrer Rolle als verratene, verlassene und in die Prostitution gezwungene Jugendliche, dass der Zuschauer jeden Schmerz mitfühlt.
Absolut zu empfehlen und Meisterhaft insziniert von Lukas Moodysson! Ein Lob
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