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Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen
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am 30. Oktober 2010
Sicher ist Blue Velvet retrospektiv betrachtet einer der besten Filme im Schaffen des David Lynch. Nicht nur, weil er Dennis Hopper ein großartiges Comeback bescherte und Isabella Rossellini es ermöglichte, aus dem langen Schatten ihrer Mutter zu treten. Sondern weil er die Geburtsstunde des Kultregisseurs Lynch markiert, der nach dem genial gescheiterten "Dune - Der Wüstenplanet" den samtblauen Vorhang zum ersten Akt der Reise in die obskure Welt von Lynchtown öffnet, wo die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit zerfließen und das unfassbare Grauen in unmittelbarer Nachbarschaft zur heilen Welt existiert. Blue Velvet konstituierte Lynch als einen der bedeutendsten Autorenfilmer der Postmoderne, der fortan mysteriöse Ereignisse in subtilem Ton mit ironischen Anspielungen auf die amerikanische Lebensart verknüpft.

Blue Velvet beginnt mit irritierend künstlichen Bildern einer amerikanischen Kleinstadt, die in ihrer stilistischen Sterilität das Leben in dieser malerischen Vorortidylle fast zum Erstarren bringen. Als ob der Stillstand der Zeit das Ungeheuerliche gebiert. Danach findet Jeffrey Beaumont (Kyle MacLachlan) im Gras auf einer abgelegenen Wiese ein abgeschnittenes Ohr, das für ihn zur Eintrittskarte in eine andere Welt werden soll und ihn aus dem naiven Klima der Provinz in ein Dickicht aus Erotik und Gewalt treiben wird. Von Sandy (Laura Dern), der Tochter eines Polizeibeamten, erfährt er, dass die Spur des Verbrechens zu der Nachtclubsängerin Dorothy Vallens (Isabella Rossellini) führt. Er verschafft sich Zugang zu deren Wohnung und dringt so nicht nur in Dorothys Intimsphäre ein, sondern blickt fortan auf die verstörenden Abgründe der dunklen Winkel der menschlichen Seele. Denn in der Wohnung von Dorothy Vallens sieht Jeffrey zu seinem maßlosen Schrecken mehr, als er jemals sehen wollte.

An einer Stelle im Film fragt Sandy den zwischen Faszination und Abscheu wankenden Jeffrey:"Ich frage mich, ob du nur neugierig oder pervers bist?". Blue Velvet ist ein Film über die Kamera als voyeuristisches Auge, in dem Lynch den Zuschauer gezielt zum Komplizen des Protagonisten macht. Der Betrachter steht neben Jeffrey im Schrank und beobachtet heimlich aus dessen subjektiver Perspektive das Objekt der Begierde. Als Dorothy die Schranktür aufreißt, kehrt sich die Situation um. Das passive Objekt wird zum Macht ausübenden Subjekt. Der eben noch Erregung verspürende Voyeur wird zum auf frischer Tat ertappten Spanner. Dorothy bedroht ihn mit einem Messer, spricht ihn sogar direkt mit seinem Namen an und zwingt ihn, sich vor ihr auszuziehen. Als der schizophrene Frank Booth (Dennis Hopper) auftaucht, versteckt sich Jeffrey erneut im Schrank. Nun wird er von Lynch zum hilflosen Zuseher degradiert, der Zeuge des brutalen Akts eines sadistischen Psychopathen wird, der die Familie von Dorothy als Geisel gefangen hält.

Dieses schockierende Porträt mit seiner expliziten Gewalt ist ein auf geniale Weise widersprüchlicher und boshafter Film, weil Lynch die Konventionen des Erzählkinos bewusst umgeht und sich hier zum erklärten Gegner des Zuschauers macht. So fällt der gefühlskalte Frank bei Bobby Vintons Song "Blue Velvet" in eine tiefe Sentimentalität und Dorothy verspürt in ihrer entsetzlichen Angst plötzlich selbst Erregung. Ist alles das, was wir etwa ab der 10. Spielminute sehen, nichts weiter als die spätpubertären Fantasien des Jeffrey Beaumont, der in Gedanken das dunkle, verdrängte Andere seiner Seele und das Schreckgespenst seiner Sexualität in einer Gestalt wie Frank Booth auslebt? Dringt dieser Tagtraum gar noch tiefer in Jeffreys Unterbewußtsein ein und in Dorothy Vallens und Frank Booth spiegelt sich die freigesetzte aggressive Anima seiner inzwischen in Alterslethargie erstarrten Eltern, die in unbewältigten Kindheitstraumata Ursache für den ödipalen Komplex von Jeffrey ist? Denn in diesem Moment fährt die Kamera in das abgeschnittene Ohr und der Film endet, indem die Kamera aus Jeffreys Ohr herausfährt und man Jeffrey auf einem Liegestuhl bei strahlendem Wetter in einem ironisch konnotierten, pittoresken Ambiente dieser Kleinstadt liegen sieht. Eine eindeutige Antwort lässt Blue Velvet nicht zu. Wenn man sich Lynchs Kurzfilme ansieht und die ähnlichen Erzählmuster in Lost Highway und Mulholland Drive betrachtet, ist es die plausibelste Antwort, die allerdings ebenfalls an der immanenten Unlogik des Films zwangsläufig scheitert. In gewisser Weise markiert das Schlüpfen der Kamera in das Ohr einen ähnlichen Punkt wie der Autounfall von Camilla in Mulholland Drive: Das Erzählmuster verlässt die objektive Perspektive und schlüpft in die Haut des dissoziativen Ichs, dessen Wahrnehmungslogik in dem von Angst besetzten Raum außer Kraft gesetzt wird und wo fortan die Grenzen zwischen Entfremdungsfantasie und Realität verwischen. In den Kontext zu Blue Velvet passt eine Aussage, die Lynch einmal retrospektiv in einem Interview tätigte: "Weil ich in einer so schönen und perfekten Welt aufgewachsen bin, wurden alle anderen Dinge zum Kontrast".

Das Bildformat liegt in 1:2,35 bzw. 16:9 Widescreen vor. Die Bildauflösung ist qualitativ sehr gut. Die Tonspur ist jeweils in Deutsch und Englisch Dolby Digital 5.1 abrufbar.
Bonusmaterial: Dokumentation "Mysteries Of Love", unveröffentlichte Szenen, das Special "Siskel & Ebert At The Movies 1986", Bildergalerie, 2 TV-Teaser, Kinotrailer.
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am 23. März 2017
Ein sehr gelungener Film und einer der besten von David Lynch. Vielleicht nichts für jeden aber auf jeden Fall ein Meisterwerk.
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am 5. November 2015
Selten lagen Schönheit und Grauen so nah beieinander - Regisseur Lynch gelang ein scheinbar klassischer Thriller der zur kitschigen wie alptraumhaften Reise gerät - kaum ein Film hat mich so in den 80ern bewegt. Bis heute für mich sein Kino-Meisterwerk, da hier noch sein Kunst der Verstörung prägant und komprimiert ist, während seine Nachfolgewerk wie "Wild at Heart", "Mulholland Drive" und vor allem "Inland Emipre" immer weiter weitgehend sinnfrei ausuferten.
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am 22. März 2016
Großartiger Film im typischen David Lynch Stil.
Ich bin sehr überzeugt von der Story und den Darstellern und bin sehr in das nachdenken geraten.
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am 12. Oktober 2016
Top Lynch Film

Chaotisch, verwirrend und tolle Schauspieler. Mehr gibt es nicht zu sagen.

5 Sterne plus.

Schade nur,dass man gezwungen ist,ihn zu kaufen.
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am 13. Mai 2012
Das ist ein Streifen, der für mich zu den Auserlesenen gehört (Lynch eben). Dieses perverse Stück von Hopper ist eine Wahnsinnsvorführung und m. E. reif für einen Oscar gewesen. Hier kommen so richtig Urtriebe zum Vorschein, die es sicher in der Realität gibt (Davon bin ich überzeugt) Es ist erschütternd. Es ist gut, dass es sich hier NUR um einen Film handelt. Eine entsprechende Wahrheit wäre nicht auszuhalten. Da würde ich sagen: Ab mit den Körperteilen, die der Fortpflanzung dienen. - Es ist immer wieder erstaunlich, was man zu einen solchen schönen Lied (Blue Velvet 1964) hinzuinterpretiert hat. Die Kreativität eines Lynch geht hier über normale Vorstellungen hinaus. Ich hab mir den Film zweimal hineinander "reingezogen". Es gibt nichts zu meckern (... über die Güte des Filmes und der Leistung der Darsteller (-innen)
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am 6. Februar 2010
"Blue Velvet" war mein persönlicher Einstieg in die Welt des David Lynch und ist ein überragender Psychothriller mit einer für Lynch verhältnismässig stringend aufgebauten Story, die sadomasochistische, fetischistische und voyeuristische Motive kongenial in die Handlung und die Bilder integriert. Hier wird kein fader Krimi mit sexuellen Motiven aufgepeppt, erotische Motive sind hier wirklich ein Teil der Handlung, ja mehr noch, die Erotik und die Emotionalität der Figuren machen erst den eigentlichen Thrill aus. Es ist im Grunde vor allem ein Film über das Erwachsenwerden, über Sexualität und Verführung, über Verborgenes und Verdrängtes. Isabella Rosellini ist wunderbar als verführerische wie verletzliche femme fatal, Laura Dern verkörpert überzeugend das All-American-Girl. Und Dennis Hopper liefert in dem Film als hochgefährlicher Gangster und Psychopath Frank Booth seine absolut beste Leistung ab, er beherrscht jede Szene, in der er auftritt, spielt alle anderen an die Wand. Der Film ist klasse, aber Dennis Hopper spielt wirklich dermassen gut, dass der Film ohne ihn wahrscheinlich trotz aller Qualitäten nur halb so gut wäre.
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am 14. August 2008
Mit dem Abstand von über zwei Dekaden betrachtet, wirkt "Blue Velvet" wie eine Fingerübung David Lynchs für seine Kultserie "Twin Peaks", die vier Jahre später entstand. Der düstere Abgrund, der sich hinter der heilen Fassade einer doch so biederen Kleinstadt auftut, der beide Male die Hauptrolle spielende Kyle MacLachlan und die sphärische Musikuntermalung Angelo Badalamentis, gelegentlich durch die engelsgleiche Stimme von Julee Cruise unterstützt, ist sowohl dem Film als auch der Serie eigen.

Wie immer tritt das Grauen völlig unverhofft und mysteriös in das Geschehen. Der seinen durch einen Schlaganfall gelähmten Vater besuchende Collegestudent Jeffrey (MacLachlan) findet auf einem verlassenen Grundstück ein abgeschnittenes Ohr. Da die Polizei seiner Meinung nach zu inkonsequent ihrer Aufkärungsarbeit nachgeht, beginnt er mit Hilfe der Polizistentochter Sandy (Laura Dern) eigene Ermittlungen anzustellen, die ihn zu der geheimnisvollen Nachtclubsängerin Dorothy Vallens (Isabella Rossellini) führen. Die Situation gerät völlig außer Kontrolle, als der Psychopath Frank (Dennis Hopper) auftaucht, der mehr über Dorothys seltsames Verhalten zu wissen scheint und sie immer wieder auf brutalste Weise mißhandelt. Langsam zieht es auch den faszinierten Jeffrey in den Strudel aus Sex, Drogen und Gewalt...

Dieser Film verstört auch nach über 20 Jahren. Der Gegensatz zwischen friedlicher Spießerwelt und dem düsteren Nachtleben einer pervertierten Gesellschaft könnte größer gar nicht sein. Jemanden halbtot prügeln lassen, während nebenbei ganz melancholisch Roy Orbisons "In Dreams" läuft und eine zu grell geschminkte übergewichtige Frau auf einem Autodach tanzt - das kann nur ein Lynch inszenieren! Hopper als Frank Booth flucht pausenlos wie ein Berserker und gibt den Fürchterich schrecklich real.

Die Stringenz des Filmes vollführt leider ein paar holprige Bocksprünge, außerdem hätten ein paar Straffungen der Spannung sehr gut getan. Daher reicht es nicht bis zum Wertungsolymp, aber ein unbestreitbares Kultpotential hat "Blue Velvet" allemal!

Die Special Edition ist sehr schön mit Bonusmaterial (Originaltrailer, TV-Diskussionen zum Film, Hintegrundinformationen etc.) ausgestattet, auch das Bild und der Ton sind sehr gut. Daher sollte sich der Filmfreund diesen düsteren Leckerbissen nicht entgehen lassen...
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am 1. November 2011
"Blue Velvet" ist sicherlich kein Film ohne Fehler, aber allein seine visuelle Gestaltung (Kamera und Production Design) war seinerzeit bahnbrechend und sichert ihm einen Platz in der neueren Filmgeschichte.

Das Bild der Blu-ray ist zwar stellenweise etwas weich, aber sehr ansehnlich. Der große Bonus dieser Blu-ray sind die verschollen geglaubten Szenen (Gesamtlänge über 50 Minuten), die seinerzeit nicht im Film verwendet wurden und hier erstmals zu bewundern sind. Obwohl für den Film als ganzes wenig relevant (wenngleich zum Teil sehr stimmungsvoll), stellen sie doch ein besonderes Sehvergnügen dar und vermitteln ein Gefühl dafür, welche schwerwiegenden Entscheidungen ein Regisseur zu treffen hat, wenn er zwischen einer isoliert betrachtet gelungenen Szene und der Gesamtwirkung des Films wählen muss.

Interessanterweise fehlt die in manchen Essays zum Film erwähnte Szene, in der Jeffreys Vergewaltigung durch Frank angedeutet wird. (Oder besser gesagt, die entfernten Einstellungen; die Szene als solches - Jeffrey erwacht zerschunden auf einem Industriegelände - ist ja im Film enthalten.) Ob diese nicht mehr auffindbar war oder von Lynch bewusst nicht in diese Blu-ray aufgenommen wurde, bleibt Spekulation.
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am 23. Dezember 2014
Das Verstörendste am Film war der Fake Vogel am Ende. xD Spaß beiseite. Ein schön surreal anmutender Film, der einen fertig macht und fesselt. Und einen auf angenehme Art und Weise irritiert.
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