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Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
1
Brahms: Symphonie Nr. 3 / Haydn: Variationen
Format: Audio CD|Ändern
Preis:9,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

am 10. Oktober 2009
Wer voreingenommen an diese CD herangeht (kleines Label, Frau am Pult usw.), ist wirklich zu bedauern, denn er ahnt wohl nicht einmal, welchen Schatz es hier zu entdecken gilt.
Brahms' Dritte, die vielleicht seine beste, aber auch seine schwer zugänglichste Symphonie ist, stellt an den Dirigenten horrende Anforderungen und verlangt dem Orchester ein äußerst hohes Maß an Präzision und Homogenität ab. Allein die Tatsache, daß selbst größte Dirigenten teils wirklich schlechte Einspielungen dieser heiklen Symphonie vorgelegt haben, sollte Warnung genug sein. Um so größer ist aber die Überraschung für all diejenigen, die sich dieser CD annehmen: beide hier eingespielten Werke sind von vorne bis hinten schlüssig und traumhaft sicher eingespielt.
Das auffälligste Qualitätsmerkmal dieser Interpretationen ist der ungemein homogene Bläsersatz. Bereits die kniffligen zwei Eingangsakkorde der 3. Symphonie verraten eine Menge über die Balance in den Bläsern - diese zwei Akkorde waren bislang nur äußerst selten genauer zu hören. Auch sonst ist die vorzügliche Balance zwischen Bläsern und Streichern offenkundig; Marin Alsop versteht es zudem, die rhythmisch vertrackten Gegenstimmen (vor allem in den Bratschen) so sicher zu leiten, daß das Metrum nie aus dem Ruder läuft. Besonders schwierig ist dies im Finale zu bewerkstilligen, da das ständig schwankende Tempo die Kontrolle zusätzlich erschwert. Auch hier haben die Londoner aber alles im Griff und - was noch viel wichtiger ist - machen trotz aller rhythmischen Genauigkeit immer noch fließende und mitreißende Musik, die alles andere als akademisch wirkt. Wunderbar austariert sind zum Beispiel auch die Celli am Beginn des 3. Satzes oder die Holzbläser am exponierten Beginn des 2. Satzes. Alsop scheint ein untrügliches Gespür für Brahms' Idiom entwickelt zu haben und liefert hier eine Deutung dieser Symphonie, die zu den allerbesten gezählt werden muß, auch wenn sie (oder gerade deshalb?) Extreme im allgemeinen meidet.
Nicht minder überzeugend sind auch die Haydn-Variationen, die ungemein farbig und vor allem leichtfüßig daherkommen. Wo viele andere Dirigenten im allgemeinen eher auf schwerfälligen Pathos und zähen Klang setzen, legt Alsop dem Werk eine Klangkultur zugrunde, die eher an hochwertige Unterhaltungsmusik als an bierernste Symphonik denken läßt. So entsteht vor dem Hörer der Eindruck eines schillernden Werkes, das noch selten so spritzig dargeboten wurde.
Kurzum: das Label Naxos, das in Sachen Standardrepertoire eher selten zur ersten Wahl zu zählen ist, überrascht hier mit einer durch und durch überzeugenden CD, die man nicht mehr missen möchte, wenn man sie einmal gehört hat. Sehr empfehlenswert!
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