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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
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VINE-PRODUKTTESTERam 28. Februar 2007
willkommen zum wochenende in der stadt. bloc party laden ein und diese einladung sollte man keineswegs ausschlagen. es sei denn, man hat trifftige gründe.

hier gibt es keinen zweiten aufguss von silent alarm. und alleine das ist schon ein sehr großer pluspunkt. sicher mag man einen knaller a la banquet vermissen. aber dieses album ist so rund, das braucht einfach keinen rausreißer. und ein weiterer pluspunkt ist, daß anders als beim vorgänger, zum schluß keine längen auftreten.

dieses wochenende in der stadt hat es in sich, und das liegt nicht nur an den sehr kritischen und guten texten, mit denen man sich wirklich mal in einer stillen stunde beschäftigen sollte.

allein schon der opener song for clay läßt die lauscher auf achtung stehen. erst falsett und dann die gewohnte stimme vom sänger okereke. gut, viele hören da verwandschaft mit dem guten, dicken robert heraus. naja, manchmal, wenn man genau hinhört. aber für mich ist das nur eine schublade, in die bloc party eh nicht passen. andere reden hier von stadionrock. gut,mag auch sein. aber weekend in the city ist so vielschichtig und komplex, daß ich bis heute die cd immer noch nicht über die shuffle taste höre, sondern immer noch artig in der richtigen reihenfolge. silent alarm war da leicht verdaulicher. was bloc party hier liefern, ist beste qualität und läßt darauf hoffen, das es auch so weitergehen wird. die musikwelt wartet ja bekanntlich noch auf eine menge zweitwerke der ehemals gehypten britischen bands. wo franz ferdinand stehen geblieben sind, gingen die bloc party weiter. und dafür sollte man sie belohnen.

folgen sie der einladung zum wochenende in die stadt. man muss auf alles gefasst sein. und erst recht auf die guten momente.
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am 10. April 2007
Das Debütalbum von Bloc Party (Silent Alarm) war eine Sensation: tanzbarer, abwechslungsreicher Alternative Rock mit unschlagbaren Melodien, eine perfekte Symbiose von Musik und Gesang. Ich habe mich riesig auf das Nachfolgealbum gefreut und bin ein wenig enttäuscht: ich denke das Hauptproblem ist, dass man einiges an Tempo herausgenommen hat und die meisten Songs nicht mehr mitreißend-tanzbar sind; außerdem steht meiner Ansicht nach diesmal der Gesang zu sehr im Mittelpunkt, während auf dem Debüt der Gesang Teil des Gesamtkonzepts war. Insgesamt aber immer noch ein sehr gutes Album: cooler, etwas anspruchsvoller, melodischer Gitarrenrock, der sehr eigenständig klingt (und das schaffen heutzutage nicht sehr viele Bands, noch einen eigenen Sound zu kreieren).
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am 23. Februar 2007
Was soll ich sagen. Als ich das Album die ersten male gehört habe war ich enttäuscht. Aber warum. Weil ich Silent Alarm auswendig kenne und mir das neue Album noch so fremd ist? Weil ich die ungeschminkte Power von Stücken wie Like eating Glass vermisse? Weil es illusorisch ist, seine hohen Erwartungen in etwas unbekanntem zu finden?

Schauen wir doch wie es ist. Silent Alarm sind Stücke, die, wie bei einem Debütalbum nunmal üblich, über Jahre gereift sind. Dann kommt der Mega-Boom. Die Erwartungen steigen von allen Seiten ins unermeßliche. Mit Mitte 20 und East-London im Rücken, wo man sich ans verlieren gewöhnt hat.

Dies ist der Punkt, an dem die Spreu vom Weizen getrennt wird. One-Hit-Wonder versuchen kläglich ihr erstes Album zu kopieren. Große Bands entwickeln sich weiter. Und nach ca. 10 maligem hören der neuen CD sehe ich die große Band ganz deutlich vor mir. Aus der ungeschminkten und herausgeschrienen Power ist etwas tiefsinnigeres geworden. Etwas komplexeres. Zwar könnten die Texte phasenweise durchauch in einem Roland Kaiser Song eine gute Figur machen. Die Umsetzung der Text-Musik-Bindung ist aber phänomenal.

Wie gesagt, eine neue große Band ist geboren... Hochachtung Jungs!
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am 14. Januar 2007
Das "A Weekend In The City" nach dem Knaller-Album "Silent Alarm" mit überkritischen Augen beäugt werden wird, dürfte auf der Hand liegen! Wenn ich aber lese, dass jemand sagt, er sei enttäuscht vom zweiten Album der Jungs um Sänger Kele Okereke, dann kann ich nur entgegnen "Habt ihr die Platte überhaupt gehört???"...denn diese Platte ist GROSS!!! Sicherlich ist der Aha-Effekt nicht mehr so groß, da es eben immer noch Bloc Party sind, auch wenn sie ihren typischen Sound in gewissen Nuancen verschoben und erweiteret haben. Auch die Produktion ist deutlich opulenter geworden und mag somit vielleicht nicht mehr ganz den rauhen Charme des Debuts haben...aber wer kann es einer Band verdenken, dass sie (dem Erfolg von Silent Alarm sei Dank) in der Umsetzung ihrer Songs noch mal eine ordentliche Schüppe drauflegt. Da haben die KILLERS ja auch nicht lange gefackelt...aber die klingen ja jetzt auch wie U2. Und davon sind Bloc Party zum Glück noch meilenweit entfernt! So! Und jetzt nehmt euch 'nen Kopfhörer und hört euch Track 5 ("Uniform") an und wer dann nicht überzeugt ist, dem ist eh nicht mehr zu helfen...
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am 7. Januar 2007
Schwere Schicksalschläge prägten das Jahr 2006 des Frontmans Kele. Das hört man auch in "A Weekend in the City". Weg ist der lockere Sound und man kann ihn nur noch ansatzweise erkennen. Schon die ersten Zeilen des Albums machen dies klar.

I am trying to be heroic

In an age of modernity

I am trying to be heroic

Because all around me history sings

Ach, wundervoll. Und solche Text ziehen sich durch das Album. Hunting for Witches hat Rassismus, die Anschläge in London oder auch die Twin Towers zum Thema und weiß auch zu überzeugen. Die lyrischen Ergüsse schwächeln in keinster Weise in den restlichen Liedern, allerdings werden sie mit der Zeit deutlich ruhiger.

Das Bloc Party zudem ihre Texte in unglaublich stimmige Melodie verpacken können, wissen wir ja schon beim Vorgänger. Hier wirken sie noch individueller und man kann endlich sagen das eine Band ihre eigenen Musikstil hat, der hoffentlich unkopiert bleibt.

Für mich ist A Weekend in the City jetzt schon der Favorit auf den Titel "Album des Jahres" und ein Pflichtkauf am ersten Tag, wenn es endlich im Februar erscheint.
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am 8. Juni 2007
Die vielen Hypes, die in nicht enden wollenden Fluten von Großbritannien an den deutschen Alternativ-Strand gespült werden, sind eigentlich alle ganz nett, nur auf die Dauer ermüdend: Es sind nur zu viele und gezündet haben sie vielleicht alle mal kurzzeitig - aber eine brennende Liebe ist daraus nicht geworden.

Anders bei Bloc Party. Mit Silent Alarm hatte ich ein Album, was mich anfänglich befremdet, dann zunächst handwerklich und schließlich auch musikalisch überzeugt und mitgerissen hat. Noch heute bin ich von den peitschenden exakten Drums und den genau dosierten Gitarren dieses Erstlings schlichtweg begeistert, teilweise überwältigt, doch liebe ich diese Musik auch inzwischen - sie ist bei mir angekommen.

Als ich Weekend In The City das erst Mal hörte, war ich wieder befremdet, obwohl ich mich doch inzwischen meinte mit Bloc Party auszukennen.

Aber tatsächlich ist dieses Album anders: Es klingt teilweise ungewohnt leise bis verhalten, teilweise aber auch ungewohnt breit und füllig im Klang - fast ein bisschen matschig und überladen, besonders, nachdem man die direkte, unkomplizierte und dennoch präzise Art aus Silent Alarm erwartet hatte. Aha, dachte ich damals, verzweifelter Versuch, anders zu klingen. Und wollte es schon entgültig verreissen.

Ich bin jedoch froh, dass ich mir und dem Album wieder mehr Zeit gegeben habe. Denn wieder erst nach einiger Zeit erkennt man, wie ehrlich und in sich logisch dieser neue Klang wieder ist, und dass diese Band auch in diesem neuen Gewand überzeugt. Where is home ? oder Waiting for the 7.18 z.B. bringen ein wenig mehr Gewicht - auch textlich - mit als die sicherlich ebenso schönen, aber doch filigraneren Tracks aus Silent Alarm.

Und siehe da, inzwischen reisst mich das City-Weekend emotional sogar mehr vom Hocker als der Vorgänger. Ich fühle und (hass)liebe dieses teils verzweifelte, teils ausgelaugte und teils süchtige Portrait, das Bloc Party von sich in der Londoner Scene gemalt haben und gehe mit auf den Trip. Er IST in sich stimmig und überzeugend, und lässt mich so schnell nicht los.

Da mag es ruhig richtig sein, dass Silent Alarm musikalisch vielleicht ein noch höheres Niveau besaß - im direkten Vergleich wirkt es auf mich jetzt fast ein wenig distanziert, - die fünf Sterne haben letztendlich beide Alben klar verdient.
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HALL OF FAMEam 9. März 2007
Wenn man das erste Album ("Silent Alarm") nicht mehr toppen kann, dann muss man das 2te etwas anders angehen. Und genau das machen Bloc Party.

Dabei bleiben sie gesellschaftspolitisch am Ball - so singt ihr schwarzer Frontmann Kele Okereke von Rassendiskriminierung im kleinen und großen Stil, der Suche nach Liebe, den Drogen oder über die öden Singles-Sonntage. Das alles erzählt/singt er mit düsterer Stimme zu schweren Gitarren, einem dichten Rhythmusteppich, elektronischen Spielereien - immer wieder unterstützt durch empathische Backgroundgesänge. Da macht es fast nichts, dass sich z.B. "Kreuzberg" in seinem Überschwang nach U2 anhört und zwischendurch auch mal The Cure am jammern sind. Mit "A Weekend In The City" haben Bloc Party" alles richtig gemacht und bekommen ein eigenes Fach im CD-Shop ihres Vertrauens.
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am 15. Februar 2007
Wow was für einen Zweitling haben uns hier Bloc Party beschert??? Erstens gilt festzuhalten, die Jungs haben sich weiter entwickelt und sich nicht wiederholt. Zweitens haben sie mal so eben ein überambitioniertes Album aus dem Ärmel geschüttelt und es ist ihnen super gelungen. Drittens diese Texte, um es kurz zu machen, der Wolf im Schafspelz. Hier geht es um Mord, um Totschlag, Drogen, Depressionen, Heimatlosigkeit, missverstandende Liebe, Terrorismus und um den alltäglichen Rassismus. "A weekend in the city" ist ein Wochenende in jeder grossen Stadt der Welt, gezeichnet wurde dieses Gesellschaftsbild in Eastlondon. Kele Okereke hat die heutige Grosstadtjungend u. höheren Alters beobachtet, den Verfall von Werten und das Zunehmen von Nationalismus (Sein Cousin wurde letztes Jahr erstochen, weil er ein farbiger ist/war). Wie gesagt, Bloc Party hält der heutigen Gesellschaft den Spiegel vors Gesicht und spricht mir dabei unheimlich aus der Seele. Das ganze ist musikalisch perfekt untermalt, Rock, Elektronic, Synthesizer, polternden Drum'n'Bass, so ungefähr als wenn Prodigy und The Cure zusammen ein Album machen würden. Die ersten Durchgänge sind verwirrend, spannend und aufregend, aber nach mehrmaligen durchhören kommen die Hits zum Vorschein und davon gibt es massig. Ich könnte noch stundenlang weiter schwärmen von diesen Rockalbum so gut gefällt mir das Teil. Jeder der auf Nichtmainstreamrock steht wird mich verstehen, hier handelt sich es wirklich um einer der spannendsten, innovatisten Rockalben der letzten Jahre, welches auch nach dem 50. mal hören nicht langweilig wird. Und dann immer wieder diese Texte: "The newscaster says the enemy's among us / As bombs explode on the 30 bus", "the second generation blues"....

Ich sage abschliessend es gern noch mal, das hier ist ganz ganz grosse Musik und definitiv ein Meisterwerk, welches am Jahresende die Polls anführen wird. So muss moderne Rockmusik klingen, danke Bloc Party.
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Viel war zu lesen im Vorfeld von "A Weekend in the City". Etwas völlig anderes wollten Bloc Party auf ihrem Zweitling präsentieren. Mit "Silent Alarm", einem der wundervollsten und manischsten Indie-Rock-Werke des Jahres 2005, sei er nicht zufrieden gewesen, ließ Frontmann Kele Okereke später verlauten. Deshalb habe er nun selbst die Fäden in der Hand gehalten. Doch mal ehrlich: Das ist mal wieder völliger Quatsch. "A Weekend in the City" wird vielleicht nicht mehr ganz so vom Schlagzeug Matt Tongs, also vom Rhythmus dominiert. Aber das Album klingt genau so, wie es klingen muss: nach Bloc Party.

Dass es insgesamt etwas ruhiger zugeht, macht schon der Opener "Song for Clay (Disappear Here)" klar. Erst langsam nimmt der Track Fahrt auf, vereint dann aber die Essenzen, die Bloc Party ausmachen. Matt Tong darf wie verrückt sein Schlagzeug bearbeiten, die Stakkato-Gitarren hacken los, im Hintergrund gibt es breitflächigen Sound und Okerekes immer etwas rastlos klingende, diesmal mehr singende, als sprechende Stimme liegt über all dem.

Auffallend ist, dass Bloc Party keine doofe Party-Band ist, sondern tatsächlich etwas zu sagen hat. Okereke zeichnet ein präzises Bild vom Gebahren der Jugendlichen in England. Die Themen der Songs reichen von falschen Idealen, Terrorangst, Lethargie, falschen Vorbildern, Rassismus, verpasster und wahrer Liebe, Selbstmord oder dem ganz normalen Verhalten von berufstätigen Menschen, die am Wochenende die Sau rauslassen. Schade, dass wohl nur die wengisten beim Tanzen auf das Hören, was Okereke hier oftmals treffend analysiert.

"A Weekend in the City" ist im Endeffekt "Silent Alarm" nicht so unähnlich. Zwar gibt es ein oder zwei mittelmäßige Songs mehr, dafür hat sich die Band weiterentwickelt. Die Hymnen "Waiting for the 7.18" und "I Still Remember" hätte man sich wegen ihrer klanglichen Dichte auf dem Debüt nicht vorstellen können. Einige Vertreter ("Uniform", "Kreuzberg", "Sunday") kommen zunächst ruhig daher und explodieren dann kurz vor Schluss. Bei manchen Songs darf Matt Tong dann wieder wirbeln. Bei "The Prayer" und "Where is Home?" findet man Melodien nur in den immer gelungenen Refrains, der Rest wird vom Rhythmus dominiert. Mit "A Weekend in the City" zeigt die britische Band eindrucksvoll, wie zweite Alben klingen müssen.
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am 31. Januar 2007
Auf das neue Bloc Party Album habe ich mich schon sehr lange gefreut, schließlich empfand ich sie von all den Wave-Bands, die die 80-er Jahre wieder heraufbeschworen haben, als diejenige mit dem größten Biss. Und tatsächlich beweisen die Herren auf ihrem zweiten Album, das sie wahrlich keine Eintagsfliegen, sondern zur Weiterentwicklung befähigt sind. So muss man klar sagen, dass die Band nicht versucht hat, den Sound und die Songs des Erstlings einfach zu wiederholen, sondern sie haben eine andere Herangehensweise gewählt.

War das erste Album noch sehr von der schroffen und wilden Art des Sounds geprägt (allen voran das grandios wirbelnde Schlagzeug von Matt Tong) und schleuderte es einen quasi fast ohne Verschnaufspause herum, so kann man hier eine gewisse Reifung feststellen, die im Kontrast leider bei mehreren Bands dieser Gattung ausblieb.
Schon ohne überhaupt einen einzigen Ton gehört zu haben, kann man feststellen, dass dieses Album mit mehr Bedacht angegangen wurde, es wirkt sogar ziemlich konzeptionell. "A Weekend In The City" kann man dabei als das übergreifende Thema verstehen, es geht um die Erfahrungen und Erlebnisse in einer Großstadt, allen voran natürlich London. Erfahrungen über Rassismus, alles zermalmende Hektik, Isolation, Politik und das ständig wieder auftauchende Motiv der fast hoffnungslosen Suche nach Liebe in den verschiedensten Formen. Diese Konzeption bedingt natürlich auch, dass hier also nicht einfach willkürlich Hits and Hits gereiht wurden, sondern jeder Song einen gewissen Anspruch im Kontext des Albums hat.
Man sollte demnach dem Album mehrere Hördurchläufe erlauben, viele Songs wirken erst nach dem wiederholten Male. Die Unmittelbarkeit des Debüts muss man sich auf diesem Album "erarbeiten".

Trotzdem gibt es selbstverständlich die großen Übersongs auf dem Album, schon die bekannte erste Single "The Prayer" entwickelt sich nach dem ungewohnten Einstieg zu einer grandiosen Hymne. Hier macht der starke Kontrast zwischen den schon fast Rap-artigen Strophen, die sich dann in einen Ohrwurm-Refrain sondersgleichen auflösen, den Song sehr besonders.
Auch das Einstiegslied "Song For Clay", das durch seine melodramatische, fast schon hysterische Art sehr stark an Muse erinnert, ist so groß, wie ein Song überhaupt nur sein kann. "East London is a vampire, it sucks the joy right out of me" singt hier Kele Okereke und man wird wunderbar auf die facettenreiche Atmosphäre des Albums eingestimmt.
"Uniform" dürfte der bis dato epischste Song von Bloc Party sein, er beginnt sehr ruhig und gradlinig, nur um dann ab der Mitte in einen verzweifelten Wutausbruch überzugehen.
Das lyrisch äußerst anspruchsvolle "Where Is Home?" stellt mit seinem äußerst überbordenden Sound, in dem sogar verzerrte Synthies vorkommen, sehr gut die Spannungen zwischen verschiedenen Ethnien und dem Staat am Beispiel des Melting Pots London dar.
Das fantastische, balladeske "Kreuzberg" leitet das eher ruhigere Ende des Albums ein und hat einen ähnlichen Stellenwert, wie das famose "This Modern Love" auf dem Debüt, gefällt mir aber durch seine Klarheit noch ein bisschen besser.
Mit "I Still Remember" kommt schließlich die größte Pop-Nummer von Bloc Party. Hier kann man am ehesten die leichte Abkehr vom chaotisch-wirbelnden Wave auf dem ersten Album Richtung Indie-Pop feststellen, der stark an Snow Patrol oder auch Coldplay erinnert, ohne jedoch dabei die Eigenständigkeit zu verlieren.
Zum Schluss gibt es das wunderschöne Abschlusslied "SRXT", das das Thema des Albums nocheinmal in eine sehr melancholische und elegische Hymne zusammenfasst.

Das eigentlich Problem des Albums ist im Gegenzug jedoch, dass die übrigen 4 Songs zwar gut sind (sehr gut sogar im Vergleich zu so manch anderer Band) und im Kontext des Albums natürlich Sinn machen, aber gegenüber den aufgelisteten Übersongs einfach untergehen. Mit dem Song "On" kann ich sogar, trotz mehrmaligem Hören, überhaupt nichts anfangen, er stellt für mich den schwächsten Beitrag dar.
Und so ist diese Album insgesamt zwar ein sehr gutes und selbstverständlich empfehlenswertes Album, aber auch nicht ohne gelegentliche Schwächeanfälle. Zu einem durchweg überzeugenden Meisterwerk hat es dann leider nicht ganz gereicht. Da nun aber 5 Sterne zu viel sind, 4 Sterne aber auch irgendwie zu wenig, gebe ich sehr gute 4 Sterne, an die man bitte gedanklich einen weiteren halben Stern dranhängt. Schließlich ist das Potential nach oben bei dieser Band immer gegeben, das dritte Album wirds bestimmt.
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