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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
101
4,3 von 5 Sternen
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am 3. Mai 2017
Erstklassiger Stream, der über die FireTV-Box (1.Gen.) sehr gut ankommt und auf dem HDX7 zur Erblindung führen könnte: So gut werden Kontrast und Farbraum reproduziert.

Dankenswerterweise ist auch der O-Ton dabei: Keine Selbstverständlichkeit bei Amazons Streams. Dabei ist hier nicht die technische Qualität ausschlaggebend - der Film ist älter als ich, und das ist kein Zuckerschlecken - sondern die warme, sanft rauschende Atmosphäre, durch die der ganze Film quasi 'atmet'.

Von mir jahrzehntelang als der uninteressanteste von Hitchcocks Filmen der '50er-Jahre ignoriert, kann 'Vertigo' dank erstklassiger Digitalisierung schließlich auch dem dümmsten Hammel - also mir - seine wahren Qualitäten zeigen.
'Vertigo' ist schlicht Hitchcocks schönster Film in der eigentlichen Bedeutung des Wortes.

Jede Einstellung, ob innen oder außen, scheint auf den maximalen ästhetischen Wert hin optimiert, was für den ebenso selbstgefällig gleichgültigen wie im Detail schludrigen Kunsthandwerker Hitchcock in der Betrachtung des Gesamtwerks untypisch ist, besonders mit Blick auf die Farbfilme.

San Francisco strahlt und leuchtet, als wäre es ein für Oculus optimiertes Gemälde von Adolph Menzel (0:42:00 ff, oder auch 1:30:05), der Einsatz von Softfiltern in natürlichem Licht lässt jeden späteren Unfug von David Hamilton und Konsorten vor Scham im Boden versickern (0:24:00 ff), die Außenaufnahmen im 'Sequoia National Forest' (0:58:25 ff) passen problemlos in jeden modernen Fantasy-Film und sogar Hitchcocks berüchtigte Rück-Pros sind auffallend stimmig und Lichtjahre von Katastrophen wie im deutlich späteren 'Torn Curtain' entfernt.
Und wussten wir wirklich, WIE blau James Stewards Augen tatsächlich waren (0:50:55)?

Ein kamera-ästhetisches Wunderwerk, weit über den älteren, wahrscheinlich ähnlich gedachten, aber weniger konsequent realisierten 'Under Capricorn' und 'The Trouble with Harry', die beide eventuell als ein Art technischer Anlauf zu 'Vertigo' zu sehen sind.

Die in 'Vertigo' erzählte Geschichte kaufen wir jetzt mal so, wie so oft bei Hitchcock, der sich für Realismus im öffentlich-rechtlichen Sinn niemals interessiert hat.
Berühmt ist seine von François Truffaut dokumentierte Verachtung der 'Wahrscheinlichkeitsfanatiker', der ich mich durchaus anschließen könnte.
Was die etwas doofe Story aber nicht wirklich besser macht.

Obwohl: Quentin Tarantino, trotz nicht ganz so ausgeprägter Begabung als Erzähler und Regisseur, hätte vermutlich eine Menge zu sagen, was Hitchcocks Durchführung der Themen 'Obsession', 'Fixierung' und 'Fetischismus' betrifft, denn von 'From Dusk Till Dawn' abgesehen, hat Tarantino selbst wenig Neues dazu beigetragen.

Dafür kann man in 'Vertigo' Kim Novak und Barbara Bel Geddes (!) in den Rollen ihres Lebens sehen; auch James Steward gibt alles, obwohl er später von Hitchcock selbst für den damaligen finanziellen Misserfolg des Films verantwortlich gemacht wurde - böser Alfred!
Und der Soundtrack von Bernard Herrmann ... klarer als Barbara Bel Geddes ab 1:26.00 kann man es vermutlich nicht ausdrücken.

Warum ich so einen großen zeitlosen Klassiker in bester Qualität bei Amazon für €2.98 kaufen kann, weiß der Himmel.
Aber Danke dafür.
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am 10. April 2017
Die Filme von Alfred Hitchcock sind einfach gut, und eine derart spannende Atmosphäre kann man heutzutage nur selten in Filmen empfinden.
Und es ist für mich immer wieder erstaunlich, welche eine gute Qualität man bei so alten Filmen erzielen kann. Diese Blu-ray ist für diesen Preis nur zu empfehlen.
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am 21. April 2017
also ich dachte mir wirklich lange bei diesem film, dass er mir nicht gefällt, weil die art nicht so meins war, aber das ende bzw. die lösung, hat mich dann umgehauen und plötzlich war ich begeistert.
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am 28. August 2017
Sehr gute Qualität und eine makellose Bearbeitung. Ein super Preis für diese Markenware. Ich bin sehr zufrieden mit mein Einkauf. Super! Schön und Günstig.
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am 6. November 2016
Habe immer irgendwo Ausschnitte des Films gesehen. Bilder, vielleicht Trailer. Und immer diese Frau. Ich weiss, was mich fasziniert hat. Der gedehnte Blick. Dazu gibt es ein Buch, über Fotografie.
Während des Films, den ich mit meiner Freundin gestern anschaute, versuchte ich, in jeder Szene, wie der heimliche Beobachter James, ihre Blicke zu erhaschen. Wo auch immer sie hingingen. Melancholisch, gefährlich, mystisch. Ich glaube, ich bin hypnotisiert worden. Es ist auch dieser Wiederspruch, zwischen der jungen Kim Nowak und ihren figurbetontem Biederdress in Grau, zusammen mit der Farbe Grün, der mich nicht mehr los lässt. Fast war mir die Story egal.
Ich fühle mich wie James, der ihr verfallen ist, und am Ende zwischen Liebe, Pflicht und Traumaauflösung entscheiden muss. Ich weiss nur, ich hätte es bei Liebe belassen, und kein solches Ende herauf beschworen, das mir, obwohl nur Film, selbst wie ein Trauma vorkommt, weil ich mich ernstlich verliebt habe. Ich hoffe, dieses Gefühl legt sich endlich, und ich finde wieder zurück.
Oder auch nicht.
Was für eine Frau.
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am 23. August 2014
Wohl der beste Film aller Zeiten....und unglaublich scharf umgesetzt auf Bluray. Das Material wirkt zeitweise so, als würde man jetzt im Augenblick durch San Francisco durchfahren, wenn James Stewart, Kim Novak auf den Fersen ist...
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am 1. September 2017
Spiralförmige Kreise lassen uns den sicheren Boden verlieren.
Aus einem weit aufgerissenen Auge , das uns bis ins Herz starrt erwachsen sie, drehen sich schwindelerregend bis sie die Leinwand erfüllen, leuchten in schwirrenden Farben bis das Bild zu brausender Musik purpurrot erstrahlt. Alfred Hitchcocks" Vertigo" nimmt uns von nun an gefangen, lässt in hypnotischen Szenerien uns in tiefenpsychologische Abgründe strudeln.
Annähernd kein Meisterwerk in der Kinogeschichte, das seiner Pracht , Melancholie und menschlich erfühlbaren Dimension gleichkäme. Kein Werk, das vergleichbar dunkel betörend verführt, meditative Schönheit, Erbarmungslosigkeit und Mystik mit dem Erahnen übergeordneter Wahrheiten vereint , intuitiv berührt und von den komplexen , weit verzweigten Seelenlandschaften in uns Menschen erzählt.
Alle sitzen wir als Lebewesen in einem Boot mit unserer Verletzlichkeit, unserer Sehnsucht nach Erfüllung, Geliebtwerden und Lieben, der Erlösung im Gespiegelt- und Erkanntsein in einem Ideal. Wir ähneln uns , ob Zuschauer, Darsteller , Regisseur in diesem seltsamen Theater des Lebens in unserer Suche nach Halt und Wahrhaftigkeit, nach einem Gegenüber, das uns vollkommen macht. Auch sind wir gleich in unserer diffusen Angst vor Versagen und Scheitern, in unseren verschlungenen Projektionen, ungestillten Hoffnungen auf Sinnhaftigkeit, dem Verrennen und Verirren in Trugbildern und dem gleichzeitigen Hadern, dem Grauen vor dem Schicksal, dem Aufbäumen und in Agonie verfallen, wenn wir wie Sisyphos den Stein des Lebens immer wieder bergauf rollen , um womöglich jedes mal aufs neue mit leeren verzweifelten Händen vor dem Abgrund zu stehen, sobald Vorsehung oder Zufall uns jede Illusion von Glück wie eine Fata Morgana verlöschen lässt. In der Wüstenei des unergründlichen Daseins klammern wir uns an den Zauber und hoffen das nichts den Schleier zerreisst.

" Vertigo" berührt und fasst uns in derart komplexer Weise an, weil kaum ein Regisseur jemals sich so unverschlüsselt und direkt in seinen eigenen Ängsten und Sehnsüchten aufrichtig an uns wendet, sich in seinen fragilen Innenwelten offenbart, weil seine Seelenlandschaften auf der Metaebene sich mit unseren unterbewussten Sehnsüchten, Illusionen , Träumen und Ängsten zu einem Amalgam verschmelzen , weil hier hoffende, fühlende, scheiternde , verletzliche Seele zu unserer Seele spricht.
Hitchcock hier mehr denn je einer von uns, der stellvertretend für den empathischen Zuschauer sein Innerstes in berauschender und bestürzender Vielfältigkeit offenbart, uns teilhaben lasst und wir selbst uns in unserer diffusen Unvollkommenheit , den Labyrinthen unserer Träume, Wünsche, Verzweifelungen , Irrtümern, unserem Begehren und den Widersprüchen gespiegelt und angenommen fühlen.
Vielleicht ist das das Geheimnis von " Vertigo". Es ist unsere Bildmagie gewordene eigene rätselhafte Komplexität als Mensch, die uns zum Staunen bringt. Zuschauer und Agierende vor und hinter der Leinwand -sie erkannten und erkennen einander. Der geheimnisvolle Strom der menschlichen Emotionen und Irrwege ist uns vertraut und findet hier kunstvollen Ausdruck.
" Ist es nicht alles entscheidend, dass ein Film mit unser aller Leben zu tun hat !" sagte Hitchcock einst im grossen Truffaut Interview. Wenn ein Filmgemälde berauschend und arabesk in unermesslicher Schönheit und Schrecklichkeit mit dem Mysterium Leben zu tun hat, dann ist es " Vertigo".

Viele , ich eingeschlossen, sehen " Vertigo" als einen der zehn besten, einflussreichsten, schier unerschöpflich interpretierbaren Filmwunder aller Zeiten, ein Geniestreich und somit nicht in einer kurzen Rezension nur annähernd in seiner Magie, seinem überwältigenden Spannungsbogen, seiner Raffinesse und Brillanz fassbar. Es ist ein Film, der nie altert, der sich immer wieder in neuen Facetten offenbart, ein Vermächtnis an überwältigender Ausdruckskraft in allen kinematographischen Belangen und muß selbst erlebt werden .
Für Erstseher werde ich mich auch ab einem gewissen Punkt des Spoilerns enthalten. Das geht zwar zu Lasten einer abschliessenden Betrachtung , aber eine Rezension soll Lust machen selbst zu entdecken und nicht zu sehr die abschliessenden Deutungen vorkauen. Vielleicht kommen Sie, lieber Interessent noch zu ganz anderen Schlüssen. " Vertigo", diese führwahr schwindelerregende Reflexion über das Leben und die Seele an sich lädt dazu immer wieder aufs neue ein.

Das tiefenpsychologische Traumstück nach einer Vorlage des grossartigen Autorengespanns Boileau / Narcejac war Ende der fünfziger Jahre im Kino kein grosser Erfolg. Selbst die Kritiker erkannten nicht, welch Juwel sich hier auf der Leinwand zwei Stunden lang entfaltete. Bis zur " Nouvelle Vague" war es 1958 noch etwas hin und der Film Noir mit seinen gescheiterten Antihelden und seelischen Verstrickungen lag schon etwas zurück. So kam " Vertigo" ungünstig zwischen diesen ästhetischen Strömungen plaziert in die Lichtspielhäuser. Heute ist das unfassbare Spiel mit Schein und Sein , Manipulation und doppeltem Boden im Puzzle des Lebens DER Meilenstein schlechthin, zitiert von unzähligen Regisseuren, darunter DePalma, David Lynch nicht zuletzt von Steven Spielberg, der den genialen technisch erzeugten Schwindeleffekt von " Vertigo", eine Kombination von Zoom und Gegenzoom in seinem " Jaws" kopierte.
Liebe und Tod, Trugbilder der Sehnsüchte, Täuschung und Illusion, Hoffnung und Verlust, Schuld und Sühne, Eros und Thanatos, " Vertigo" handelt von nicht weniger als den zentralen Polen zwischen denen unser aller Leben pulsiert.
Scott Ferguson ( James Stewart in seiner filigransten , berührendsten und packendsten Filmperformance, in der jede Mimik uns ans Herz geht ) ist ein Verlorener. Innerlich gescheitert, ausgebrannt , das Selbstwertgefühl am Boden. Der ehemalige Polizeibeamte quält sich mit Selbstvorwürfen. Mitschuldig fühlt er sich am Tod eines Kollegen, der bei einer Verbrecher Verfolgungsjagd über den Dächern in den gähnenden Abgrund stürzte , ohne das er eingreifen konnte. Seitdem leidet Scottie unter massiver Höhenangst . Seinen Dienst musste er quittieren und als kleiner Privatdetektiv hält er sich nun finanziell über Wasser. Wie ein verletztes Kind wirkt der schlaksige Mann, besonders dann wenn er tagsüber bei seiner platonischen Freundin Midge sich dem Weltschmerz ergibt. ( Man beachte im übrigen einmal wieder wie Hitchcock im Laufe von " Vertigo" wie in vielen Werken mit den verschiedenen Frauenbildern spielt. Heilige contra Verführerin, Mutterersatz und Kumpeltyp contra Femme Fatale und unerreichbares erotisches Ideal. Auch und besonders aus der Unfähigkeit des Homo Sapiens aus den vorgefertigten, kindlich naiven Rollenbildern und Kategorien auszubrechen, erwächst das Unheil. Das Streben nach der Illusion, das in ein vorgefertigtes Ideal pressen wollen, das Festhalten am Verlorenen und Ersehnten, das ins Unglück stürzt, es ist dem Menschen süßer und grausamer Untergang zugleich. Durch einen genialen Twist wird jedoch das Mosaikbild bei " Vertigo" noch weitere Facetten erhalten).

Die Zeit ist gekommen, die faszinierend unnahbare Frau kennenzulernen, die maßgeblich Scotties Leben prägen wird. Die schöne, verführerische Madeline Scott ( Kim Novak in der Rolle ihres Lebens) scheint von einer Toten besessen. So zumindest glaubt es ihr Mann Gavin , ein reicher Geschäftsmann und ehemaliger Schulfreund von Scottie.
Eine Urahnin ist es, Carlotta mit Namen , die auf unheimliche Weise Einfluß auf Leben und Handeln der jungen Frau ausübt. Madeline scheint wie unter Hypnose, fährt weite Wege tagsüber mit dem Auto ohne sich daran zu erinnern , besucht Galerien und sitzt in sich still versunken vor dem lebensgrossen Porträt der betörenden Vorfahrin. Mehr und mehr scheint sie sich dem unheilvollen Schatten aus dem Totenreich anzugleichen. Das Haar trägt Madeline mittlerweile genauso wie Carlotta, das Grab der Verstorbenen sucht sie wie in Trance auf und eine beunruhigende Todessehnsucht scheint sie anzutreiben. Carlotta beging einst Selbstmord in dem Alter in dem Madeline sich befindet, so berichtet Gavin voller Sorge. Ist es möglich, dass Madeline aus dem Totenreich von dem Geist Carlottas verfolgt, nun ebenfalls in den Suizid getrieben werden soll ? Ein zutiefst bizarres und aussergewöhnliches Mysterium . Scottie glaubt nicht an derlei Spuk, trotzdem nimmt er auf Bitten des Schulfreundes den Auftrag an Madeline heimlich tagsüber zu observieren.
Die suggestiven und vor Spannung flirrenden Szenerien wenn James Stewart im Wagen Kim Novak auf ihren seltsamen Streifzügen durch die verzweigten Strassen San Franciscos folgt, unterlegt von dem phantastischen Musikscore Bernard Hermanns sind in ihrer subtilen gespenstischen Atmosphäre traumumflort , somnambul und so fesselnd wie möglich. Mehr und mehr wird die schöne Unbekannte Denken und Fühlen ihres heimlichen Verfolgers bestimmen. Die Faszination des Unnahbaren, die Sehnsucht nach dem Unbekannten, die Magie und Sinnlichkeit des Fremden, des Rätsels, der Gefahr und die sexuelle Anziehungskraft alleine schon der geheimnisvollen Situation sind übermächtig. Scottie verfällt dieser Frau, noch bevor ein Wort und ein Blick zwischen ihnen ausgetauscht wurde.
Eine elektrisierende Sinfonie aus grandiosen Bildern, Farbspielen, Tönen und Kamerafahrten lässt uns ebenfalls komplett hier schon den realen Boden unter den Füssen verlieren. Der Zauber von " Vertigo" zieht uns in einen unbeschreiblichen Sog .

Das Unglück geschieht tatsächlich und das spukhaft bedrohliche Schicksal scheint sich zu erfüllen. Vor den Augen von Scottie springt Madeline am Todestag ihrer Urahnin in die Bucht an der Golden Gate Bridge , wird von diesem jedoch in letzter Sekunde gerettet. Als Madeline Stunden später in Scotties Wohnung erwacht, wird eine verhängnisvolle heimliche Leidenschaft ihren Lauf nehmen, die zwischen Tod und Sehnsucht ,Verhängnis und unfassbaren Verwicklungen, sich zu dem faszinierendsten psychologischen Spinnennetz der Kinogeschichte entwickeln wird.
Nichts ist wie es scheint, nichts was einst war kann festgehalten werden. Doppelgängertum, Nekrophilie, Obsessionen, Depersonalisierung und die Macht von Tod, Vergänglichkeit und Intrigen , sie kulminieren in einem bestürzenden, perfiden und überwältigenden Kinowunder, das tief in die Seele schneidet und vor verblüffender Genialität sprachlos macht. Ist Madeline geisteskrank oder paranoid , und sehen wir im weiteren Verlauf das erträumte Idealbild eines Menschen oder den Menschen selbst. Welches sind die Schlüsselfiguren in dieser schicksalshaften Tragödie, was ist Zufall, Bestimmung, was Identität und Trugschluß. Liebe über den Tod hinaus, Liebe als immerwährende Illusion von Glück und Erlösung ? Eine Chimäre, die uns manipulierbar und zum hörigen Werkzeug macht ?

" Vertigo" birst geradezu vor tiefenpsychologischen Elementen. In kaum einem anderen Film ist die Klaviatur der seelischen Untiefen so ausufernd und betörend wie hier und nirgendwo wird sie so traumwandlerisch ergreifend gespielt. Am Ende steht buchstäblich der Sturz ins Bodenlose, doppeldeutig als menschliches Versagen und als selbsterfüllende Schicksalsmacht. Einsamkeit und Aussichtslosigkeit, ein Requiem .

" Vertigo" ist und bleibt höchste Filmkunst für alle Zeit. Träume, Wünsche und die menschliche Katastrophe , ein Werk wie es in der Kinogeschichte wie ein Monolith steht. Stilistisch, inhaltlich ein ganzes funkelndes Universum für sich, das hier in seiner arabesken Schönheit, symbolhaften Strahlkraft schmackhaft gemacht werden , aber keinesfalls abschliessend interpretiert werden kann.
Erleben Sie " Vertigo" in einer BluRay Edition, die Hitchcocks Opus Magnum in nie gekannter Detailfreude und Opulenz präsentiert.
Gehen Sie auf die Reise, verlieren Sie sich in den schillernden Windungen des Unterbewusstseins und seien sie überwältigt.

" Irgendwann hier bin ich geboren....und da bin ich gestorben. Für diesen Baum waren das nur Augenblicke...!"
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am 10. September 2017
Der Film aus dem Jahre 1958 erzählt über den Polizisten John "Scottie" Ferguson (James Stewart) und seine obsessive Liebe zu Madeleine Elster (Kim Novak), die er im Auftag des Ehemannes, eines früheren Schulkameraden, beschatten soll.
Nach einer Verfolgungsjagd über Dächer, bei der Scottie fast in die Tiefe gestürzt wäre und ansehen musste, wie ein hilfreicher Kollege in den Tod stürzte, leidet er unter Höhenangst und musste den Polizeidienst quittieren. Er scheint sehr einsam zu sein, einziger Halt ist seine platonische und fast mütterliche Freundin Midge (Barbara Bel Geddes). Elster befürchte, dass Madeleine wie ihre verstorbene Urgroßmutter Carlotta im Alter von 26 Jahren sich das Leben nehmen wolle, er beschreibt häufige Absencen und zielloses Herumfahren in der Gegend, woran sie sich danach nie erinnern könne.
Scottie ist zunächst nicht begeistert, als er aber die wunderschöne Madeleine mit ihrem Mann im Restaurant sieht, nimmt er den Auftrag an und folgt der Schönheit bei ihren Ausflügen, auf einen Friedhof, wo sie versunken vor einem Grab steht, in ein Museum, wo sie vor dem Bild einer Frau sitzt, die genau ihre Frisur hat und einen Blumenstrauß hält wie den, den Madeleine kurz vorher gekauft hat.
Als sie eines Tages in die Bucht von San Franzisco springr, rettet er sie und nimmt sie zunächst mit in seinen Wohnung, wo sie ihre Kleidung trocknen und etwas Warmes trinken kann, ehe sie dan in einem unbeobachteten Moment seine Wohnung verlässt.
Beide verlieben sich ineinander, aber bei einem gemeinsamen Ausflug nach San Juan Bautista, einer alten spanischen Mission, kann er nicht verhindern, dass, von ihrem Todestrieb überwältigt, sich die Vorhersage erfüllt. Madeleine stürzt in die Kirche und eilt die Stufen zur Spitze des Turmes hinauf, der durch seine Höhenangst gehandicapte Scottie verweilt einen Moment unter der Luke nach ganz oben und muss sehen, wie Madeleine am Fenster vorbei in die Tiefe und den Tod stürzt.

Strafrechtlich kann er nicht belangt werden, Elster verlässt Amerika dauerhaft, Scottie fällt in tiefste Depression und verbringt lange Zeit in einer Psychiatrie.

Einige Jahre später sieht er eine Verkäuferin Namens Judy Barton, die bis auf die Frisur und die dunkleren Haare Madeleine verblüffend gleicht. Diese sträubt sich zunächst gegen seine Annäherung, gibt seinem Werben aber schließlich nach und macht widerwillig mit, als Scottie sie durch Kauf von Kleidern, Färben der Haare und der Frisur zu einem Ebend bild von Madeleine machen will. Sie will um ihrer Selbst geliebt werden und nicht nur als Kopie von Madeleine. Aber eines Tages erkennt Scottie , dass er einem Schwindel aufgesessen ist, und erneut folgt eine Fahrt nach San Juan Bautista.

Nach einem Roman von Boileau/Narcejac hat Hitchcock einen Film gedreht, in dem Schwindel (Lat.: Vertigo) zwei Bedeutungen hat. Einmal Schwindel als Störung des Gleichgewichsorganes (Drehschwindel, Taumel, Höhenangst, bei der eine psychogene Komponente eine Rolle spielt), aber auch Schwindel im Sinne von Lüge, Täuschung. Beides widerfährt Scottie.
Der Film beschränkt sich aber nicht auf die beiden Arten von Schwindel und die nach meiner Meinug überkonstruierte und nicht sehr glaubwürdigen Täuschung, er handelt auch von Obsession, Darstellung der Frau als mütterlicher Typ (Barbara Bel Geddes) oder gefährliche Verführerein (Kim Novak), Selbstverleugnung und Unterwerfung unter ein Frauenbild, zu dem Scottie Judy machen will, Thanatophilie, Todessehnsucht, aber ganz bestimt nicht um Nekrophilie!!!
Das Interessanteste an "Vertigo sei, so Hitchcock im Interview mit Francois Truffeaut "das Bemühen von Scottie, das Bild einer Toten in einer Lebenden wieder zum Leben zu erwecken. "Um es mit ganz einfachen Worten zu sagen: Der Mann möchte mit einer Toten schlafen, es geht um Nekrophilie...."
Das ist für mich hanebüchener UNSINN!!! Scottie möchte das Bild der toten Madeleine in Judy wieder zum Leben erwecken, das hat mit Nekrophilie aber auch nicht die geringste Spur einer Bohne zu tun. Ein Nekrophiler tötet eine Frau, bevor er sie missbraucht, oder ein Mann mit Zugang zu Leichen (Leichenschauhaus, Leichenkühlhaus in einer Klinik) vergeht sich an einem Leichnam. Scottie möchte mit einer lebendigen Madeleine schlafen und deshalb versucht er, sie mit Judy neu zu erschaffen. Dies als Nekrophilie zu bezeichnen, ist entweder eine Unverschämtheit oder Unkenntnis.
Nun, man kann den Film auch ohne diese schlimme Fehldeutung genießen und kann Hitchcocks Psyche und sein verqueres Frauenbild außen vor lassen.
Das Intro mit den kreisenden Spiralen vor einem Auge mag etwas Neues sein, es hat mich nicht beeindruckt, zumal Höhenangst kein Drehschwindel ist!. Oder man deutet sie als das was sie ist, ein spiralförmiger Strudel an Emotionen, der ins verderben zieht. Großarting ist die Darstellungt von Scotties Höhenangst in der Kirchturmszene. bei der sich durch Vor-Und Zurückzoomen der Abstand zum Erdgeschoß zu vergrößern scheint, nichts dreht sich! Beim Bild der Höhenangst werden aus 5 Metern Tiefe subjektiv 50!

Wirklich gelungen sind die Bilder, wenn Scottie Madeleine auf ihren Ausflügen folgt, ihr Besuch des Friedhofes, des Museums mit Madeleine vor dem ihr so ähnelnden Bild, das Hotelzimmer, in dem sie verschwindet und Scottie, der ihr folgt, offensichtlich abgehängt hat, überhaupt der ganze Aufwand, mit dem der schwindelige Ermittler beschwindelt wird.

Ein Film mit großartigen Szenen und Einstellungen, aber für mich nicht Hitchkocks bester: vielleicht nicht mit derart beeindruckenden Bildern haben mir "Der Fremde im Zug" nach Patricia Highsmith, der unerreichten Meisterin des Suspense und des Sezierens menchlicher Abgründe, oder auch "Der unsichtbare Dritte" besser gefallen, aber 5 Sterne ist"Vertigo" unbedingt wert.

Doc Halliday
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TOP 1000 REZENSENTam 4. März 2016
Man mag ja gar nicht glauben, dass Alfred Hitchcocks "Vertigo", als es 1958 in die Kinos kam, kein allzu beliebter Streifen war und er vor allem bei damaligen Kritikern Kopfschütteln hervorrief -- und das, obwohl der Meisterregisseur damals am Gipfel seiner Popularität angelangt war.
Mittlerweile hat sich diese Meinung längst revidiert und "Vertigo" gilt als einer der allerbesten Streifen des Master of Suspense. Dem kann ich mir nur anschließen.

Dass der verstörende, beunruhigende Plot anno dazumal auf Ablehnung stieß, verwundert kaum, wenngleich die Inszenierung der Story wirklich als makellos, ja fabelhaft bezeichnet werden muss. (Achtung: Ein bisschen spoilert's jetzt!)
Der oft in Hitchcocks Diensten stehende James Stewart verkörpert in diesem Streifen einen Cop in San Francisco, der an Höhenangst leidet, weshalb ein Kollege bei einem Einsatz ums Leben kommt.
Daraufhin quittiert er seinen Dienst und beabsichtigt dauerhaft in Ruhestand zu gehen.
Ein alter Freund beauftragt ihn schließlich, seine Frau (gespielt von Kim Novak) beschatten zu lassen, mit der offenkundig einiges nicht zu stimmen scheint.
Tatsächlich ist Kim Novak so brillant in ihrer Rolle als psychisch labile Neurotikerin, dass sie dem großen James Stewart fast die Show stiehlt.
Jedenfalls kommt es schon bald zu einem vorläufigen Höhepunkt des Films, als besagte Dame -- zu der sich der Hauptprotagonist hingezogen fühlt, von einem Glockenturm fällt und stirbt (eine filmhistorische Szene!).
Doch dann wird der Streifen erst richtig intensiv: Eine äußerlich ähnlich aussehende Frau (ebenfalls Novak) tritt auf den Plan, Scottie (J. Stewart) beginnt eine Beziehung mit ihr und versucht makabererweise eine Reinkarnation seiner verlorenen Liebe zu erzwingen -- hier wird der Mysterythriller stellenweise zum Psychothriller.
Im Laufe der durchwegs packenden Story lässt sich erahnen, dass hier ein abgekartetes Spiel vonstatten geht, aber mehr möchte ich jetzt nicht verraten...

Resümee: Selbst, wenn man "Vertigo" zum allerersten Mal sieht, kommt einem so manches daran bzw. darin vertraut vor. Das liegt daran, dass kaum ein anderer Film derart oft zitiert worden ist und viele hier zum ersten Mal verwendeten Stilmittel später immer wieder kopiert bzw. weiterverwendet wurden. So baut Hitchcock - seiner Zeit (typisch) voraus - z.B. sogar psychedelische Elemente ein, die die unbehagliche Stimmung (samt großartiger Filmmusik) zusätzlich verdichten.

Kommt der erste Teil des Streifens einer teils übersinnlich anmutenden Gespenstergeschichte (Mystery) nahe, so mausert er sich in weiterer Folge zum hochgradig fesselnden Psychothriller.
Atmosphärisch versprüht "Vertigo" wenig Charme (trotz seines Alters), sondern vielmehr Unbehagen und Kühle, was durch die metallenen, "harten" Farben teils noch verstärkt wird und den Film insgesamt in meinen Augen bis heute sehr zeitlos macht.
Ich glaube sogar, dass Hitchcock im Laufe seiner unvergleichlichen Karriere im Gesamten gesehen kaum bessere Thriller gelungen sind (obwohl da ohne Zweifel wirklich viele Hochkaräter mit dabei sind).

Für mich nimmt "Vertigo" aus oben genannten Gründen einen ganz besonderen Platz in der an Höhepunkten ohnedies nicht armen Hitchcock-Chronologie ein. Selbstredend hat man es hier mit einem absoluten Klassiker der Kinogeschichte zu tun, der meines Erachtens heute noch genauso gut funktioniert.

Oft & völlig zurecht gelobt, deshalb: +++++
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TOP 1000 REZENSENTam 4. März 2016
Man mag ja gar nicht glauben, dass Alfred Hitchcocks "Vertigo", als es 1958 in die Kinos kam, kein allzu beliebter Streifen war und er vor allem bei damaligen Kritikern Kopfschütteln hervorrief -- und das, obwohl der Meisterregisseur damals am Gipfel seiner Popularität angelangt war.
Mittlerweile hat sich diese Meinung längst revidiert und "Vertigo" gilt als einer der allerbesten Streifen des Master of Suspense. Dem kann ich mich nur anschließen.

Dass der verstörende, beunruhigende Plot anno dazumal auf Ablehnung stieß, verwundert kaum, wenngleich die Inszenierung der Story wirklich als makellos, ja fabelhaft bezeichnet werden muss. (Achtung: Ein bisschen spoilert's jetzt!)
Der oft in Hitchcocks Diensten stehende James Stewart verkörpert in diesem Streifen einen Cop in San Francisco, der an Höhenangst leidet, weshalb ein Kollege bei einem Einsatz ums Leben kommt.
Daraufhin quittiert er seinen Dienst und beabsichtigt dauerhaft in Ruhestand zu gehen.
Ein alter Freund beauftragt ihn schließlich, seine Frau (gespielt von Kim Novak) beschatten zu lassen, mit der offenkundig einiges nicht zu stimmen scheint.
Tatsächlich ist Kim Novak so brillant in ihrer Rolle als psychisch labile Neurotikerin, dass sie dem großen James Stewart fast die Show stiehlt.
Jedenfalls kommt es schon bald zu einem vorläufigen Höhepunkt des Films, als besagte Dame -- zu der sich der Hauptprotagonist hingezogen fühlt, von einem Glockenturm fällt und stirbt (eine filmhistorische Szene!).
Doch dann wird der Streifen erst richtig intensiv: Eine äußerlich ähnlich aussehende Frau (ebenfalls Novak) tritt auf den Plan, Scottie (J. Stewart) beginnt eine Beziehung mit ihr und versucht makabererweise eine Reinkarnation seiner verlorenen Liebe zu erzwingen -- hier wird der Mysterythriller stellenweise zum Psychothriller.
Im Laufe der durchwegs packenden Story lässt sich erahnen, dass hier ein abgekartetes Spiel vonstatten geht, aber mehr möchte ich jetzt nicht verraten...

Resümee: Selbst, wenn man "Vertigo" zum allerersten Mal sieht, kommt einem so manches daran bzw. darin vertraut vor. Das liegt daran, dass kaum ein anderer Film derart oft zitiert worden ist und viele hier zum ersten Mal verwendeten Stilmittel später immer wieder kopiert bzw. weiterverwendet wurden. So baut Hitchcock - seiner Zeit (typisch) voraus - z.B. sogar psychedelische Elemente ein, die die unbehagliche Stimmung (samt großartiger Filmmusik) zusätzlich verdichten.

Kommt der erste Teil des Streifens einer teils übersinnlich anmutenden Gespenstergeschichte (Mystery) nahe, so mausert er sich in weiterer Folge zum hochgradig fesselnden Psychothriller.
Atmosphärisch versprüht "Vertigo" wenig Charme (trotz seines Alters), sondern vielmehr Unbehagen und Kühle, was durch die metallenen, "harten" Farben teils noch verstärkt wird und den Film insgesamt in meinen Augen bis heute sehr zeitlos macht.
Ich glaube sogar, dass Hitchcock im Laufe seiner unvergleichlichen Karriere im Gesamten gesehen kaum bessere Thriller gelungen sind (obwohl da ohne Zweifel wirklich viele Hochkaräter mit dabei sind).

Für mich nimmt "Vertigo" aus oben genannten Gründen einen ganz besonderen Platz in der an Höhepunkten ohnedies nicht armen Hitchcock-Chronologie ein. Selbstredend hat man es hier mit einem absoluten Klassiker der Kinogeschichte zu tun, der meines Erachtens heute noch genauso gut funktioniert.

Oft & völlig zurecht gelobt, deshalb: +++++
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