Herbst/Winter-Fashion Hier klicken Duplo Storyte Cloud Drive Photos Learn More Hier klicken Hier klicken Learn More Fire Shop Kindle PrimeMusic GC HW16

Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
51
4,5 von 5 Sternen
Format: DVD|Ändern
Preis:7,44 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 4. März 2012
Ein Katastrophen-Film, der es krachen lässt. Eine Horror-Story, die zur Abwechslung mal wirklich Gänsehaut erzeugt. Ein origineller, die Klischees ad absurdum führender Krimi-Thriller. Eine Polit-Satire, die keinen Minister, Polizeichef oder Justizbeamten verschont. Eine ironische Schelte für die Religion und ihre bornierten Vertreter. Eine gallige Kritik an einigen heiligen britischen Kühen wie Erziehung, Literatur, Schule, Militär und Nachbarschaft. Das eigentlich melancholische Portrait eines einsamen Mannes, der über unglaubliche Fähigkeiten verfügt, für die selbst die Kirche keine Erklärung hat.

Kann ein solches Sammelsurium an Themen und Aspekten einen gelungenen Streifen hervorbringen? Einen der Art, den man auch nach dreieinhalb Jahrzehnten auf Silberscheibe konserviert noch goutieren kann, ohne nostalgische Gefühle zu bekommen? Eigentlich nicht. Doch ein einziges Mal in der Filmgeschichte hat es eine Ausnahme gegeben.

"Der Schrecken der Medusa" ist eine englisch-französische Co-Produktion. Auf dem Papier. Denn abgesehen von der Mitwirkung einer französischen Aktrice und des Kino-Urgesteins Lino Ventura ist Jack Golds Film so englisch wie Sherlock Holmes, James Bond und Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen {von denen ja auch einige Ausländer sind und ein Mitglied - shocking - gar eine Frau ist}. Das französische Element von "Der Schrecken der Medusa" besteht in dem Kunstgriff, den ermittelnden Polizisten - Ventura - einen Ausländer sein zu lassen; einen französischen Austauschkommissar.

Für Lino Ventura ist "Der Schrecken der Medusa" neben den italienisch-amerikanischen Werken "Die Valachi-Papiere" und "Zwei Fäuste des Himmels" sowie den kanadischen Lichtspielen "Ein Mann in Wut" und "Sword of Gideon" {dem Vorläufer von Spielbergs "München"} der einzige Ausbruch aus den Gefielden der französisch-italienischen Kinoproduktion. Zuvor hat er zwei Jahre pausiert. Die Drehbücher der intellekuell angehauchten romantisch-neurotischen Welle à la Sautet oder Lelouch (in deren früheren Regiearbeiten er mitgewirkt hat) sagen ihm nicht zu. Stephen Spielberg gibt er bei "Unheimliche Begegnung der dritten Art" einen Korb. Francis Ford Coppola bei "Apocalypse Now" gleichfalls. Eine Rolle in Friedkins Remake von "Lohn der Angst" lehnt er ab {Originalton Lino: "Wen kann man heutzutage mit Nitroglitzerin noch erschrecken?"}. Die Geschichte des John Morlar scheint Venturas Auswahlkriterien zu erfüllen.

John Morlar wird gespielt von Richard Burton. Nachdem zwei Scheidungen von Elisabeth Taylor und der Karriereknick in der ersten Hälfte der siebziger Jahre den stets trinkfreudigen Burton vollends in den Suff getrieben haben, ist von dem einst jugendlichen Helden und gut aussehenden 'Spion, der aus der Kälte kam' nur noch ein charmantes Lächeln übriggeblieben. Immerhin bahnt sich Ende der Siebziger ein Comeback an. "Der Exorzist II - Der Ketzer" spielt bei verherrenden Kritiken passables Geld ein. Und die Theater-Verfilmung "Equus - Blinde Pferde" bringt Richard Burton seine x-te Oscar-Nominierung. Sein Morlar ist einerseits ein dämonisch wirkender Zyniker, andererseits ein zutiefst verunsicherter Getriebener seiner eigenen Fähigkeiten. Er ist 'Der Mann, der die Macht besitzt Katastrophen auszulösen'.

Die Triangel, welche die Besetzung von "Der Schrecken der Medusa" anführt, wird von Lee Remick komplettiert. Die Remick, eine schlanke, blauäugige Blondine, die hinter ihrer Eiseskälte emotionale Abgründe erahnen lässt, ist die Idealbesetzung für die Rolle der Psychaterin Morlars. Sie ist das Bindeglied zwischen Venturas unermüdlichem Inspektor und Burtons diabolisch-verzweifeltem Schriftsteller. Die Remick ist schon neben Jack Lemmon und Paul Newman ganz ausgezeichnet gewesen. Sie gehört zu den unterbewertetsten Schaupielerinnen Hollywoods. Ihre berühmteste Rolle hat sie in "Das Omen" gespielt. Dieses Horror-Stück kann der Geschichte über John Morlar nicht das Wasser reichen.

Es gibt viele Schlüsselszenen innerhalb der Handlung. Eine beschreibt Morlar/Burtons Besuch bei einem Wahrsager. Nach dem Tod seiner Frau, den er selbst herbeigeführt hat {wie auch immer...}, sucht Morlar das Milieu auf, in das er ja auch irgendwie hineingehört. Der Wahrsager soll ihm sein Schicksal deuten. Echte Magie trifft auf Scharlatanerie. Der Scharlatan, gespielt vom wunderbaren Michael Hordern, bekommt Zustände, denn er bemerkt genau, mit wem er es zu tun hat. Hier, wie auch bei den Dokumentaraufnahmen, die sich Inspektor Ventura ansieht, kommt man ins Nachdenken über die wahre Existenz von Begriffen wie Telekinese oder Telepathie. Der Gedanke liegt nahe, es gibt außerhalb unserer materiellen Raffsucht und unseres naiven Esoterik-Bedürfnisses noch etwas. Etwas, das kommerziell verwertet nur als Scharlatanerie bezeichnet werden kann, weil man sich sonst in seinem Urteil lächerlich machen würde.
11 Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. Januar 2015
Diesen Film musste ich unbedingt haben, auch wenn er in keine Kategorie einzuordnen ist: Thriller, Psychokrimi etc. Ich kannte ihn aus dem TV und liebte ihn damals schon. Ausserdem sind die Schauspieler klasse (bis auf m.E. Lee Remick, die nur einen einzigen Ausdruck fertig bringt, nämlich Augen aufreissen und erschreckt schaun). Burton und Ventura sind einmalig, beide schon ergraut und vielleicht deshalb so gut? Deshalb musste wohl noch eine junge Blondine her, zu was die sonst gut war, weiß ich nicht.

Aber der Film fesselt vom ersten Augenblick an und beibt die ganze Zeit spannend, und zum Ende hin fesselt er noch mehr.

Achtung, liebe jungen Leute: Dies ist kein Mysterie-Thriller und gemeiner Horrorfilm, man sieht kaum Blut und man muss selber mitdenken. Die Leute werden nicht abgeschlachtet, auch nicht massakriert oder sonstwie gequält. Es gibt auch keine schnellen Schnitte, keine verwackelten Kameraeinstellungen oder wie das alles so heute heißt. Man kann alles nachvollziehen.

Zum Inhalt: Burton tut durch Telekinese schlimme Dinge, oder glaubt er nur, dass er schlimme Dinge tut?
Lassen Sie sich überraschen.

Absolut Kaufempfehlung für reife Leute.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 19. September 2012
Der Schriftsteller Morlar liegt nach einem Mordanschlag im Koma. Klinisch tot kämpft sein Gehirn jedoch ums Überleben. Inspektor Brunel, der mit dem Fall beauftragt ist, ergründet auf der Suche nach dem Attentäter Morlars Leben und dessen telekinetische Fähigkeiten...
Dient die Kraft von Telekinese heute eher für humorige Filme, wie zuletzt in Männer, die auf Ziegen starren", entstanden Ende der 70er mit Teufelskreis Alpha" und eben Der Schrecken der Medusa" zwei exzellente Thriller zu dieser Thematik. Im Horrorbereich wurde sie bei Stephen Kings Carrie" verarbeitet.
Die Inszenierung von Der Schrecken der Medusa" ist einfach exzellent. Katastrophen, die die Katastrophenfilme der 70er zelebrierten, wie Flugzeugabstürze, Reaktorstörfälle, Raumfahrtkatastrophen finden hier nur in Form von Medienberichterstattung statt, bis zum Finale. Desto mehr sich Brunel in die Nachforschugen um Morlar vertieft, desto unheimlicher und spannender wird der Film.
Der Mix aus Krimi, Katastrophenstimmung, Mystery, Spannung, Dramatik und gelungen platzierter Action macht diesen Thriller unheimlich packend.
Technisch präsentiert sich dieser Film in Punkto Bild und Ton für sein Alter in guter Qualität. Ein paar Bonis wären aber wünschenswert gesesen. Peter van Greenways Romanvorlage lies sich seinerzeit nämlich von realen Telekieneseexperimenten inspierieren, von denen einige im Film erwähnt werden. So ist auch Morlars Frage im Film: Warum immer nur destruktiv?" durchaus hintersinnig. Denn im kalten Krieg arbeiteten sowohl Russen, als auch Amis an solchen Experimenten, um sie eventuell als Waffe einsetzen zu können, wie man in diversen Sachüchern nachlesen kann.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. April 2005
Rückblickend betrachtet könnte es gerade dieser Film sein, der meine Leidenschaft für das Thema Kino und die Macht der bewegten Bilder entfacht hat. Jedenfalls hat mich dieser Film in meiner Jugend extrem fasziniert und er tut es heute noch. Im Film gab es ein bestimmtes Geräusch das mich noch Jahre danach verfolgt hat und selbst heute werde ich bei einem ähnlichen Geräusch sofort an diesen Film erinnert. Ich halte ihn mittlerweile für einen Klassiker, ein Meisterwerk, dem zu unrecht nie der große Erfolg vergönnt gewesen war.
John Morlar, ein mäßig erfolgreicher Schriftsteller (atemberaubend intensiv: Richard Burton) verfügt über eine teuflische Gabe: Mit der Kraft seiner Gedanken kann er Personen und Gegenstände beeinflussen. Er begibt sich in Behandlung bei der Psychaterin Dr. Zonfeld (Lee Remick), die ihm natürlich zunächst nicht glaubt. In Rückblenden wird Morlars rätselhaftes Leben geschildert und zahlreiche Unfälle zeigen, das es sich nicht nur um Zufall handeln kann. Doch auch in der Gegenwart ereignen sich Tragödien die sich niemand erklären kann. Während Zonfeld zu ahnen beginnt, wen sie dort als Patienten hat, kümmert sich der französische Austauschkommisar Brunel (herrlich bärbeisig: Lino Ventura) um die Lösung der unerklärlichen Fälle. Er wird verstrickt in einen Sumpf aus Lügen und Abgründen, die besser nie das Licht der Wahrheit erblickt hätten.
Der Schrecken der Medusa ist eine einzigartige Mischung aus Psychothriller, Horrorfilm und Katastrophenepos. Ich denke ohne Übertreibung sagen zu können: Vergleichbares hat es vorher und auch danach nicht wieder gegeben. Allein die beeindruckende Darstellung Richard Burtons reicht aus, um diesen Film 5 Sterne zu verleihen. Aber jede noch so kleine Rolle ist perfekt und überzeugend besetzt. Lino Ventura, Lee Remick, Harry Andrews, Gordon Jackson - sie alle zusammen verleihen der Geschichte eine fantastische Präsenz. Schade, das mittlerweile alle 6 Hauptdarsteller tot sind - ein weiterer Grund, sich dieses kleine Meisterwerk anzusehen, den Typen wie Ventura oder Burton gibt es im Kino der Gegenwart nicht mehr. Natürlich kommt auch der britische Humor nicht zu kurz - die Scharmützel zwischen Brunel und dem englischen Inspector Barrister sind ein gelungener Kontrapunkt zu der ansonsten rabenschwarzen Story. Ein Film nach meinem Geschmack. Schade nur, das auf dieser DVD nur die deutsche Tonspur zu finden ist. Die volle Punktzahl gibt es trotzdem: Für ein cineastisches Erlebnis der Extraklasse und eine Geschichte die von der ersten bis zur letzen Minute fesselt
11 Kommentar| 26 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. Dezember 2003
Rückblickend betrachtet könnte es gerade dieser Film sein, der meine Leidenschaft für das Thema Kino und die Macht der bewegten Bilder entfacht hat. Jedenfalls hat mich dieser Film in meiner Jugend extrem fasziniert und er tut es heute noch. Im Film gab es ein bestimmtes Geräusch das mich noch Jahre danach verfolgt hat und selbst heute werde ich bei einem ähnlichen Geräusch sofort an diesen Film erinnert. Ich halte ihn mittlerweile für einen Klassiker, ein Meisterwerk, dem zu unrecht nie der große Erfolg vergönnt gewesen war.
John Morlar, ein mäßig erfolgreicher Schriftsteller (atemberaubend intensiv: Richard Burton) verfügt über eine teuflische Gabe: Mit der Kraft seiner Gedanken kann er Personen und Gegenstände beeinflussen. Er begibt sich in Behandlung bei der Psychaterin Dr. Zonfeld (Lee Remick), die ihm natürlich zunächst nicht glaubt. In Rückblenden wird Morlars rätselhaftes Leben geschildert und zahlreiche Unfälle zeigen, das es sich nicht nur um Zufall handeln kann. Doch auch in der Gegenwart ereignen sich Tragödien die sich niemand erklären kann. Während Zonfeld zu ahnen beginnt, wen sie dort als Patienten hat, kümmert sich der französische Austauschkommisar Brunel (herrlich bärbeisig: Lino Ventura) um die Lösung der unerklärlichen Fälle. Er wird verstrickt in einen Sumpf aus Lügen und Abgründen, die besser nie das Licht der Wahrheit erblickt hätten.
Der Schrecken der Medusa ist eine einzigartige Mischung aus Psychothriller, Horrorfilm und Katastrophenepos. Ich denke ohne Übertreibung sagen zu können: Vergleichbares hat es vorher und auch danach nicht wieder gegeben. Allein die beeindruckende Darstellung Richard Burtons reicht aus, um diesen Film 5 Sterne zu verleihen. Aber jede noch so kleine Rolle ist perfekt und überzeugend besetzt. Lee Remick, Harry Andrews, Gordon Jackson - sie alle zusammen verleihen der Geschichte eine fantastische Präsenz. Schade, das mittlerweile alle 5 Hauptdarsteller tot sind - ein weiterer Grund, sich dieses kleine Meisterwerk anzusehen, den Typen wie Ventura oder Burton gibt es im Kino der Gegenwart nicht mehr. Natürlich kommt auch der britische Humor nicht zu kurz - die Scharmützel zwischen Brunel und dem englischen Inspector Barrister sind ein gelungener Kontrapunkt zu der ansonsten rabenschwarzen Story. Ein Film nach meinem Geschmack. Schade nur, das auf dieser DVD nur die deutsche Tonspur zu finden ist. Die volle Punktzahl gibt es trotzdem: Für ein cineastisches Erlebnis der Extraklasse und eine Geschichte die von der ersten bis zur letzen Minute fesselt.
0Kommentar| 13 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Dezember 2006
"Der Schrecken der Medusa" ("The Medusa Touch", UK/F, 1978) ist für mich ein "phantastischer" Film. Ihn in die Kategorie "Horror" einzuordnen, wäre übertrieben. Ich kenne nur wenige Filme, die das (umstrittene) Thema "Telekinese" so konzentriert behandeln.

- Handlung: Der Schriftsteller John Morlar (Richard Burton) wird von einem Unbekannten in seiner Wohnung erschlagen. Er hat den Anschlag schwer verletzt überlebt, und liegt nun klinisch tot auf der Intensivstation, wobei sein Gehirn erstaunlicherweise völlig aktiv weiter arbeitet. Der französische Austauschpolizist Brunel (Lino Ventura) wird mit dem Fall beauftragt. Die Ermittlungen ergeben, dass Morlar sich seit längerer Zeit in psyschicher Behandlung bei Dr. Zonfeld (Lee Remick) befindet. Sie erzählt Brunel von den Sitzungen und dem geistigen Zustand Morlars, der - wie er meint - die Fähigkeit besitzt, per Telekinese Katastrophen zu verursachen. Brunel bekommt den Verdacht, dass Morlars Gehirn sich für die Zerstörung der Minster Kathedrale, in der ein Dankgottesdienst statfinden soll, noch am Leben erhält. "Wir werden sehen..."

Zugegeben die darstellerischen Leistungen von Remick und Ventura wirken etwas flach. Das Drehbuch konzentriert sich eher auf die psychologische Tiefe von Burtons Charakter. Dafür macht aber die Musik (Michael J. Lewis), die Kamera (Arthur Ibbetson), die Effekte (Brian Johnson) und vor allen Dingen der Schnitt alles wieder wett. Kein Wunder beim Schnitt, denn Anne V. Coates (Cutterin bei "Lawrence von Arabien", "Der Elefantenmensch", "Erin Brockovich" etc.) hat nicht nur den Schnitt überwacht, sondern den Film auch mitproduziert.

Leider gibt es hier Szenen mit klassischen Schockeffekten. Diese sind zwar spannend, wenn man den Film noch nicht gesehen hat, verlieren aber an Wirkung, wenn man den Film zum wiederholten Male sieht. Es hätten mehr solche Szenen ausgearbeitet werden müssen, die einen latenten Grusel verursachen: das Bild der Medusa an der Wand von Burtons Wohnung, die gesammelten Archive der Katastrophen, der Blick von Burton beim Wahrsager usw. Vielleicht hätte es ein Regisseur wie Alfred Hitchcock besser gemacht. ;-)

- Bild: 1,78:1 (16:9 anamorph)

- Ton: Deutsch, Englisch (beide Dolby Digital 2.0)

- Untertitel: nur Deutsch (!)

- Specials: Programmtipps (Die Wolke, Francois Truffaut Collections, Cinema Paradiso)

Die DVD hat nur ein zweiseitiges Booklet mit der Kapitelübersicht auf einer Seite.

Alles in allem kann ich den Film nur jedem empfehlen, der auf gruseliger Unterhaltung mit überraschenden Wendungen steht.
0Kommentar| 13 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. August 2014
Austausch-Kommissar Brunel und Sergeant Duff untersuchen den Mordanschlag auf den Anwalt und Buchautor John Morlar, der mit eingeschlagenem Schädel in seiner Wohnung aufgefunden wurde. Jetzt liegt er in einem Hospital, bandagiert und an lebensrettende Maschinen angeschlossen. Im Rahmen ihrer Nachforschungen stossen die Kommissare auf die Psychaterin Dr. Zonfeld, bei das Opfer in Behandlung war. John Morlar war schon seit Jugendtagen mit sich und der Welt uneins. Er ist davon überzeugt, mit übernatürlichen Kräften Unglücke und Katastrophen herbeiführen zu können . In seiner Verzweiflung sucht der zum Mysanthropen gewordene Mann Dr. Zonfeld auf, um bei ihr sein schlechtes Gewissen zu erleichtern. Erst als er eines Abends in ihrem Beisein ein Passagierflugzeug in der City von London mit anscheinend blosser Gedankenkraft zum Absturz bringt, nimmt die Psychaterin ihren Patienten ernst. Unterdessen stürzt die baufällige Minster Kathedrale über den Häuptern des britischen Hochadels zusammen. Der behandelnde Arzt erkennt zur gleichen Zeit Morlars starke Gehirnströme. Um weiteres Unheil zu verhindern trennt Brunel den Menschenfeind von allen lebensrettenden Kabeln. Doch der kritzelt bereits mit zittriger Hand sein nächstes Projekt auf einen Zettel : das AKW Windscale. Und dabei arbeitet sein Gehirn und arbeitet und arbeitet ………

Der Londoner Jack Gold inszenierte DER SCHRECKEN DER MEDUSA (1978) in einer aufwendigen englisch-französischen Co-Produktion für den Fernsehsender ITV (dem ZDF Grossbritanniens), während Warner Bros. (USA) die weltweiten Verleihrechte besass. Das Werk basiert auf einem Roman des Briten Peter Van Greenaway, der sich auf Politthriller und Science Fiction-Stoffe spezialisiert hatte. Entsprechend ist der Film eine Mischung aus Krimi, Horror und Science Fiction, angefüllt mit unheimlichen und merkwürdigen Gestalten. Auch nach Klärung des Mordanschlags kommt die Geschichte nicht zum Ende. Telekinese (das Bewegen von Gegenständen mit Gedankenkraft) erfreute sich in den 70er Jahren aufgrund von Veröffentlichungen und Fernsehauftritten übrigens grossen Interesses (siehe Nina Kulagina und Uri Geller).

Der Film ist - für eine TV-Produktion - mit relativ aufwendigen SPFX ausgestattet und bis in die kleinsten Nebenrollen mit britischen Film- und Fernsehgrössen besetzt (Richard Burton, Harry Andrews, Michael Hordern, Jeremy Brett, Alan Badel, Derek Jacobi, Gordon Jackson, Michael Byrne, Robert Lang usw.), dazu gesellten sich aus Finanzierungsgründen Lino Ventura (F) und Lee Remick (USA). Der berühmte Filmkritiker und Pulitzerpreisträger Roger Ebert ernannte DER SCHRECKEN DER MEDUSA übrigens zum schlechtesten Film des Jahres 1978. Richard Burton wiederum bemerkte seinerzeit zu Elizabeth Taylor, das ‘die Deutschen’ noch nie wirklich etwas erfunden hätten (Audiokommentar zu CLEOPATRA). Damals gab es allerdings noch keine Wikipedia-Liste aus der Burton genügend deutsche Erfindungen erfahren hätte. An beiden letztgenannten Personen sieht man eben, dass sich auch grosse Geister irren können.

DER SCHRECKEN DER MEDUSA verbreitet von Anfang an eine unheimliche Aura von Pessimismus und Destruktivität, die auf die meisten der handelnden Charaktere übergreift. Der eigentliche Kriminalfall steht hier gar nicht im Vordergrund, sondern umso mehr die mannigfaltigen Katastrophen, die Morlars krankes Hirn immer wieder produziert. Mit der Darstellung des Mysanthropen John Morlar wurde mit dem berühmten Theater- und Filmmimen sowie Alkoholiker par Excellence, dem Waliser Richard Burton, eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Der Mann mit den schroffen Gesichtszügen und den eiskalten blauen Augen ist vom Äusseren wie vom Charakter her schon immer eine ideale Besetzung für wilde Ehebrecher, marodierende Militärs, saufende Abenteurer, streitbare Priester und brutale Gangster gewesen. Er bildete so einen willkommenen Gegenpol zu den vielen glatten Schönlings-Helden Hollywoods.

Auf meiner Negativliste stehen :
- Lino Ventura. Der Italofranzose wirkt ohne seinen mediterranen Hintergrund im britischen Understatement irgendwie fehl am Platze. Zudem entbehrt seine Rolle als hauptamtlich ermittelnder Austausch-Kommissar trotz aller europäischer Gemeinsamkeiten bis heute jeglicher Realität. In Peter Van Greenaways Buch war seine Person logischerweise mit einem Engländer besetzt.
- Lee Remick. Für mich ist die Amerikanerin leider eine glatte Fehlbesetzung. Mit ihrem ewigen Mitleidsgesicht (sehr ähnlich dem von Witta Pohl als Mutter Drombusch) füllt sie die Rolle einer erfahrenen Psychaterin nicht adäquat aus. Zudem sind ihre Dialoge im Drehbuch auch noch schwach geschrieben . Kein Wunder, war doch ihre Person im Roman noch ein Mann gewesen.
- Der Stuntman, der zur Darstellung des kopfbandagierten Burtons im Krankenhaus ausgewählt wurde hat eindeutig nicht dessen stechend-blauen Augen und wirkt somit unglaubwürdig. Insgesamt ist mir schon häufig aufgefallen, dass die Briten sehr schludrig mit dem Einsatz von Stuntdoubles umgehen (z.B. in den TV-Serien THE SAINT, THE AVENGERS und THE PRISONER), da stimmt mitunter nicht einmal die Haarfarbe.

FAZIT : DER SCHRECKEN DER MEDUSA kommt auf dieser DVD in guter Qualität heraus. Der Film behandelt ein ungewöhnliches Thema, das (meines Wissens) in dieser Form bis heute von der Filmindustrie nicht wieder aufgegriffen worden ist. Überwiegend starke Darsteller, eine spannende Atmosphäre und gelungene Spezialeffekte überspielen die kleinen Mängel des Films und verleihen ihm einen ausserordentlichen Unterhaltungswert. In USA und UK kann man das Werk übrigens schon auf Bluray bestellen, leider ohne deutsche Tonspur.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. September 2015
Diesen Film hatte ich als halbwüchsiger schon mal gesehen und obgleich ich kein Freund vom Horrorgenre bin habe ich ihn gerne bestellt und wieder gesehen / genossen. Das liegt in diesem Falle insbesondere an wirklichen Film schauspiel lelgenden dieser Zeit. Richard Burton , Lino Ventura und Lee Remick sind die Hauptprotagonissten in diesem Krimi-Horrorklassiker. Der Horror ist hier eher subtiler , dafür intensiver wenn man die Glaubwürdigkeit der Geschichte zu Grunde legt. Absolut sehenswert für alle die zum einen diese Topschauspieler wieder sehen möchten, aber auch für diejenigen die eine Katastrophenstory schätzen, die sich erst langsam entfaltet.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 10. April 2012
Auf den alleinstehenden Buchautor John Morlar (Richard Burton) wurde ein grausamer Mordanschlag verübt, der unbekannte Täter schlug ihm mit einer Figur den Kopf ein. Dem französischen Austauschpolizist Kommissar Brunel (Lino Ventura) wird gemeinsam mit Sergeant Duff (Michael Byrne) dieser Kriminalfall zugeteilt, sie treffen am Tatort ein, wo der leblose Mann nach Stunden wieder zu atmen beginnt. Auf der Intensivstation des Krankenhauses wird Morlar künstlich am Leben gehalten, doch aufgrund der schwersten Kopfverletzungen kann es keine lebensfähige Zukunft für das Opfer geben.
Bei seinen Recherchen findet der Franzose handschriftliche Aufzeichnungen von Morlar, die keinen richtigen Sinn ergeben "Telekinese", "Westfassade", kein Zeichen von L" usw. - ausserdem findet er einen Ordner, gef+llt mit ausgeschnitten Zeitungsartikeln von Katastrophen und Unfällen.
Morlar war auch Patient der Psychiaterin Dr. Zonfeld (Lee Remick), die erzählt dem verblüfften Kommissar, dass Morlar glaubte scho als kleiner Junge geheime Kräfte zu haben. Durch seine Gedanken seien sein Kindermädchen, seine Eltern sowie auch ein verhasster Lehrer zu Tode gekommen.
Diese Fähigkeiten steigerten sich als Erwachsener zunehmend, so war Morlar felstenfest davon überzeugt, dass er auch durch Gedankenkraft und seinen Willen große Katastrophen auslösen könnte.
Der Police Commissioner (Harry Andrews) gibt Brunel in diesem Fall alle Freiheiten, denn einflussreichen Leuten ist die Aufklärung des versuchten Mordes sehr wichtig...
In Morlas Appartment in London hängt das Bild der Medusa von Carravaggio, gleichzeitig zeigt sie auch den Leitfaden des Films über einen Menschen mit übersinnlichen Fähigkeiten an. Einer dessen Kräfte aber ausschliesslich destruktiv wirken und auf Tod und Zerstörung angelegt ist. Jack Gold drehte seinen Mystery-Thriller von 1978 mit ruhiger Hand und mit einem wie immer sehr gut spielenden Richard Burton als innerlich zerrissener Mensch mit dem Hang zum Untergang.
Auch Lee Remick und Lino Ventura spielen ihre Rollen sehr glaubwürdig und gut. Der Film hat eine geradlinige Erzählweise, eingeflechtet werden auch Rückblenden, die den Schriftsteller in seiner Kindheit und Jugend zeigt.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. Januar 2004
da "Der Schrecken der Medusa" in der für Deutschland bestimmten DVD-Version ausschließlich mit deutscher Sprache ausgestattet ist, habe ich den Film über Amazon England unter dem Titel "The Medusa Touch" bezogen, was sehr zu empfehlen ist, da der Film durch die Originalsprache sehr gewinnt.
Bemerkenswert ist die wirklich gute Bildqualität dieses aus den 70ern stammenden Filmes, der neben der faszinierenden Handlung von der schauspielerischen Leistung Richard Burtons und Lino Venturas lebt - ein hervorragender Film, der ungeachtet der völlig unterschiedlichen Inhalte sowohl im Stil als auch in der Atmosphäre an den "Schakal" erinnert.
Wer den Film bislang nur aus dem Fernsehen mit der dort gegebenen Bildqualität und in Deutsch kennt, wird begeistert sein.
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

8,49 €

Benötigen sie kundenservice? Hier klicken