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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
30
4,3 von 5 Sternen
Relocated
Format: Audio CD|Ändern
Preis:6,62 €+ 3,00 € Versandkosten


am 16. Oktober 2006
Ich habe zufällig das aktuelle Musikvideo bei MTV gesehen und war völlig überrascht, dass es von Camouflage etwas neues gibt. Die Single fand ich zwar so lala, aber da ich das letzte Album "Sensor" auch nach über 3 Jahren immer noch klasse finde, habe ich mir auch das neue Album ohne vorher reinzuhören gekauft...

Beim ersten Hören war ich allerdings etwas enttäuscht - hatte ich mir eine ähnliche Stimmung wie auf Sensor erhofft. Sofort fiel mir aber auf, dass die Songs auf dem Album sehr abwechslungsreich sind und kein Song so richtig abfällt. Bei jedem weiteren Hören fand ich das Album dann aber immer besser und höre es mittlerweile wirklich ständig - Songs wie "Passing by", "Confusion", "The Perfect Key" und "Something Wrong" (um nur ein paar zu nennen) sind richtige Ohrwürmer und haben das Zeug zu einem Klassiker !!! Ich halte das Album deshalb für das Beste von Camouflage bisher - deshalb volle 5 Punkte !!
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am 18. September 2006
Es war wiedermal nicht anders zu erwarten...wenn Camouflage ein neues Album auf dem Markt bringt, kommt grösstenteils wieder der Vergleich mit DM zum tragen...Allerdings hinkt dieser Vergleich meiner Meinung nach.

Bin selber ein eingefleischter DM-Fan der ersten Stunde und meine auch deshalb behaupten zu können, das Camouflage es zwar nie auf die selbe Stufe wie DM geschafft haben, aber das müssen sie auch gar nicht. Sie sind stetig ihren Weg gegangen...und wenn auch hier und da einige Sequenzen, Samples, etc. an DM erinnern mögen, so haben Camouflage eher andere Ansprüche an sich gestellt. Der Vergleich hinkt schon deshalb, da DM in seiner Bandgeschichte immer wieder neue Ufer erklommen hatte, bzw. Elemente wie Blues, Rock, Gospel, Industrial, usw. mit Electro-Pop verknüpften und somit immer wieder Brücken zwischen den vielen musikalischen Stilrichtungen bauten.

Das kann man von Camouflage eher nicht behaupten. Die 3 Stuttgarter stehen vielmehr für stetige Weiterentwicklung innerhalb ihres ausschliesslich bevorzugten Genres, dem Elektro-Pop!

Der neue Silberling „Relocated“ (ein mehr oder weniger eleganter Versuch, auch hier eine Brücke zu schlagen ;-)) bestätigt diese These eindrucksvoll. Wie schon von vielen Rezensionisten zuvor erwähnt, erstreckt sich einen die Vielfalt dieses Longplayers erst nach mehrmaligem hinhören.

Ich möchte auch nicht auf jeden Song einzeln eingehen, das wurde zuvor schon bis ins Detail getan, aber Songs wie "We are Lovers", "Confusion","The prefect Key" haben das Zeug zum Klassiker. Aber auch der Rest fällt nicht unwesentlich ab. Was mir im Gegensatz zum passablem Vorgänger besser gefällt, ist die Vielfalt, mit der man diesmal zu Werke ging.

War „Sensor“ doch eher ein "aalglattes" Album, geht Relocated einen wesentlich steinigeren Weg für Camouflage-Verhältnisse, will heissen die Band bringt mit interessanten Sounds, Samples, Analogsequenzen (und hier und da auch mal mit rauher Stimme) mehr Facetten und Spannung in die Songs. Man wird regelrecht dazu gezwungen, genauer hinzuhören. "The perfect Key" ist hierfür exemplarisch. Fängt dieser Song gewohnt „camouflagebrav“ an, wechselt die Stimmung in fast schon düstere Elemente, um am Ende des Tracks wieder auf die harmonische Schiene zurück zu kehren. Auch wenn’s einige eingefleischte Fans nicht hören wollen, aber bitte mehr davon!!! Denn was bringt es, wenn man immer wieder die selbe Schiene fährt, bzw. sich nicht von einem erfolgsversprechenden Konzept löst, wie man es beispielsweise von so vielen "Grössen" a la Bon Jovi, Brian Adams, Beyonce, (oder ganz tiefer Abgrund: Popstars, Deutschland sucht den Superstar) gewohnt ist, bzw. deren Songs einfach immer wieder nach dem gleichen Strickmuster konzipiert sind und somit manchmal den Eindruck erwecken, das nur die Titel geändert wurden. Nach dem Motto: Hauptsache die Verkaufszahlen stimmen und treue Fans, die nichts für Weiterentwicklung übrig haben, gibt es ja zu genüge!!!

Meiner Meinung nach steht eine herausragende elektronische Band für stetige Weiterentwicklung an Songs und Sounds und nicht irgendwelchen langweiligen, immer wieder recycelten Müll a la Scooter, u.v.a., die ironischerweise Equipments besitzen, welche jeden Musiker das Wasser im Munde zusammen laufen lassen, aber trotzdem immer wieder die selben niveaulose Eintagsfliegen produzieren. Okay, okay, die Verkaufszahlen geben ihnen Recht, aber wo ist der Anspruch an guter niveauvoller Musik geblieben, bzw. wo sind die Nachfolger der vielen (zum Glück) noch existierenden alten Bands und Musiker, die es den meisten noch immer vormachen?

Insofern hoffe ich, das Camouflage zukünftig da weitermachen, wo sie aktuell bei Relocated angelangt sind. Mehr Kanten und Ecken zu dem gewohnt soliden Pop-Elementen steht dem Trio meiner Meinung nach sehr gut zu Gesicht. Auch wenn dadurch einige Fans enttäuscht sein werden, weil man mal keine "Great Commandments" produziert, es werden neue dazu kommen. Und echte Fans elektronischer Musik werden dafür sowieso dankbar sein.

"Nur" 4 Sterne, da ich das Gefühl habe, das in dieser Band noch grösseres steckt ;-)
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am 29. August 2006
Camouflage haben mit Ihrem siebtem Album "Relocated" einen würdigen Nachfolger von "Sensor" erschaffen. "Sensor" war ein sehr elektronisches und in sich sehr geschlossenes Album. "Relocated" hingegen ist unheimlich abwechslungsreich und verbindet den typischen Camouflage-Elektrosound mit Gitarren, Schlagzeug und im letzten Lied "How Do You Feel?" sogar mit einem klassischen Chor.
Für mich als Fan der ersten Stunde dachte ich, "Sensor" wäre nicht mehr zu toppen, aber die Jungs haben mich eines besseren belehrt.
"Relocated" bietet mit Songs wie z.B. "We Are Lovers", "Passing By", "The Pleasure Remains" oder "Something Wrong" wunderschöne, zeitlose Elektro-Popsongs in perfekter Vollendung.
Und mit "Dreaming" befindet man sich plötzlich in den 80igern im Stil von "Voices und Images", Camouflages Debütalbum.
Die Single "Motif Sky" fällt sogar im Vergleich zu den eben genannten Songs etwas ab.
Vergleicht man das neue Album mit Depeche Modes letzter CD "Playing The Angel" ist es vielleicht sogar stärker einzuschätzen.
Ein weiterer Anspieltipp ist die herausragende Ballade "The Perfect Key", die sich zeitweise in ein hohes musikalisches Tempo entwickelt.
Oliver Kreyssig singt 3 Songs, darunter "Confusion", ein vielleicht untypischer Track von Camouflage, aber auch dieser Song bietet mit seinen Elektro-Spielereien viel Abwechslung.
Ich freue mich schon auf die im September beginnende Tour, um die neuen Pop-Juwelen live zu hören.
Insgesamt ist Camouflage vielleicht das beste Album Ihrer Karriere gelungen. Sie haben mit der neuen CD auf alle Fälle Gruppen wie De/Vision oder Wolfsheim um Längen hinter sich gelassen.
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am 8. September 2006
Die Bewertung von "Axel Hennel (Ax-Man, Usingen, 27.08.2006)" kann ich gar nicht nachvollziehen. Was für eine CD hat er denn gehört? Depeche Mode wahrscheinlich! Die Rezension von T. Zerlett (Köln, 29.08.2006) trifft es schon sehr präziese.

Mit dem erfolgreichen Comeback-Album "Sensor" meldeten sich Camouflage im Jahre 2003 eindrucksvoll zurück. Drei Jahre später steht ihr mittlerweile siebtes Studioalbum "Relocated" an. Es sei gleich vorweg gesagt, "Relocated" kann den Vorgänger eindeutig toppen. Mit jedem Hördurchlauf wächst es mehr und mehr zu einem wahren Meisterwerk. Daher sollte dieser Scheibe auch etwas Zeit gegeben werden. Das Berliner Trio um Marcus Meyn, Oliver Kreyssig und Heiko Maile schafft es gekonnt, den Bogen von retroartigen Synthesizer-Sounds bis hin zu moderner, sehr feiner elektronischer, gitarrenunterstützter Popmusik zu spannen, ohne sich dabei zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Eingängig treibende, absolut erstklassige, ausgereifte und harmonische Popsongs liefern Camouflage mit der ersten Singeauskopplung "Motif Sky", "We Are Lovers", "Dreaming" und "The Pleasure Remains" ab. Ebenfalls sehr großes Hitpotenzial besitzen die genialen Lieder "Passing By" und "Confusion", die sich noch eine Spur dunkler und kantiger präsentieren. "Real Thing", "Bitter Taste" und "How Do Youl Feel?" zeigen die ruhige Seite von Camouflage's "Relocated". Besonders "How Do You Feeld?" überrascht positiv durch seinen psychedelisch hymnenhaften Charakter. Ein Song, den einige "Kritiker" Camouflage sicher so nicht zugetraut hätten. Mit "The Perfect Key" und "Something Wrong" lassen sich auf "Relocated" dann noch zwei wunderbar dynamische Stücke finden. Insbesondere "The Perfect Key" zeichnet sich durch Marcus Meyn seinen einzigartig charmanten, klaren, kräftigen und unverwechselbaren Gesang aus. Eingebunden zwischen diesen elf Vocaltracks bieten die drei Instrumentalstücke "Memory", "Stream" und "Light" verträumte und sphärische Klänge, und passen sehr gut zum Gesamtbild des Albums. Die Erstauflage erscheint im Deluxe-Digipak. Anspieltipps: "We Are Lovers", "Motif Sky", "Passing By", "The Perfect Key", "Dreaming", "The Pleasure Remains", "Confusion", "Real Thing" und "Something Wrong". Fazit: Camouflage können auch im 23. Jahr seit der Bandgründung überzeugen und haben nichts von ihrer überragenden Klasse verloren! Ein anspruchsvolles und songorientiertes Meisterwerk! Sehr empfehlenswert!
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am 18. November 2006
Beim ersten Hören freut man sich, dass man wieder ein Camouflage Album gekauft hat. Beim zweiten entdeckt man erfreut die Dichte der Produktion und die Vielschichtigkeit vieler Songs. Und dann hört man es immer wieder – es ist einfach ein geniales Album mit Konzept und Songs wie sie außer Depeche Mode und Wolfsheim kaum noch einer schreibt. „Passing by“, vielleicht der beste Camouflage Song aller Zeiten. „The Pleasure Remains“, die perfekte nächste Single Auskopplung (hoffentlich) zu der man sich viele schöne B Seiten und Remixe wünscht. Am Ende ist man dankbar, dass Pop Genies wie Camouflage in Zeiten millionenfachen Raubkopierens weiter ihre Liebe und Energie in geniale Musik stecken. Kauft Euch diese CD, um Euch eine große Freude zu machen, und damit es nicht die letzte ist.
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am 25. August 2006
Camouflage wie man sie kennt und liebt.

Herausragend: "Dreaming", "Something wrong" und vor allen Dingen "How do you feel". Nur zu empfehlen!!
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am 29. September 2006
Camouflage hat ein sehr beeindruckendes Album in die Regale der CD Läden gestellt. Ich bin begeistert ! Klar macht man sofort den Vergleich zu den " Masters" von Depeche Mode , und wie ich finde zu Recht ! Wenn man sich Songs wie " Passing By " anhört , die ein wenig an Songs aus dem "Ultra " Album erinnern, oder " Bitter Taste" was aus der Feder von Martin Gore stammen könnte . Die sexy gehauchte " Confusion" , da werden Erinnerungen an Dave Gahan wach und die Drums erinnern an den eigenwilligen Stil den DM auch selber immer wieder kreeirt. Hut ab vor diesem Elektro-Pop-Album, stecken doch auch wahre Hitparadenstürmer wie " We are Lovers " oder " Dreaming " drin. Camouflage haben ein wirklich schönes melodisches Album mit diesem postiven Melancholismus herausgebracht, passend zum Herbstanfang.
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am 6. September 2006
Mit dem erfolgreichen Comeback-Album "Sensor" meldeten sich Camouflage im Jahre 2003 eindrucksvoll zurück. Nun, drei Jahre später, steht ihr mittlerweile siebtes Studioalbum "Relocated" an, das, gleich vorweg gesagt, den Vorgänger toppen kann und mit jedem Hördurchlauf mehr und mehr zu einem wahren Meisterwerk wächst, daher sollte der Scheibe auch etwas Zeit gegeben werden. Das Berliner Trio um Heiko Meile, Marcus Meyn und Oliver Kreyssig schafft es gekonnt, den Bogen von retrolastigen Synthieklängen bis hin zu modern-elektronischer, gitarrenunterstützter Popmusik zu spannen, ohne sich dabei allzu weit aus dem Fenster zu lehnen.

Eingängig-treibende, erstklassige Popsongs liefern sie mit "We Are Lovers", der Vorab-Auskopplung "Motif Sky", "Dreaming" und "The Pleasure Remains" ab. Ebenso großes Hitpotenzial besitzen "Passing By" und "Confusion", die sich noch eine Spur dunkler und kantiger präsentieren. "Real Thing", "Bitter Taste" und "How Do Youl Feel?" zeigen die ruhige Seite der Scheibe; besonders letzteres überrascht durch seinen psychedelisch-hymnenhaften Charakter, eine Nummer, die man Camouflage sicher so nicht zugetraut hätte. Mit "The Perfect Key" und "Something Wrong" lassen sich auf "Relocated" dann noch zwei wunderbar dynamische Stücke finden. Eingebunden zwischen diese elf Vocaltracks offerieren die drei Instrumentals "Memory", "Stream" und "Light" recht verträumt-sphärische Klänge und passen gut zum Gesamtbild des Albums.

Anspieltipps: "How Do You Feel?", "Something Wrong", "The Pleasure Remains", "Passing By" und "The Perfect Key".

Fazit: Camouflage können auch im 23. Jahr seit der Bandgründung überzeugen und haben nichts von ihrer Klasse verloren! Ein anspruchsvolles, songorientiertes Meisterwerk!
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am 2. Juli 2015
"Relocated" erschien am 25.08.2006 als siebentes Album von "Camouflage" beim Hannoveraner Label "SPV". Obwohl das Comeback-Album "Sensor" durchaus achtbare Erfolge verzeichnen konnte und im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern auch wieder international veröffentlicht wurde, war eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit "Polydor" aufgrund veränderter Unternehmensstrategien nicht möglich. "SPV" unternahm keine signifikanten Aktivitäten zur Promotion des neuen Albums, was ein Grund für den gegenüber "Sensor" deutlich geringeren Erfolg gewesen sein dürfte. "Relocated" erreichte lediglich Platz 57 der deutschen Albumcharts und verblieb nur zwei Wochen in den Top-100, während die Singles keine Platzierungen verzeichneten. Auch wurden Album und Singles über Deutschland hinaus lediglich in Polen herausgebracht, obwohl sich "Sensor" z. B. auch in Russland recht gut verkaufte.

"Relocated" wirkt gegenüber seinem vielfach gelobten Vorgänger stark andersartig, weil weniger düster, weniger einheitlich und instrumentell deutlich fragiler. Nach wie vor durch Synthies dominiert, ist die Instrumentierung teilweise sehr komplex und wohl kombiniert, wobei viele Titel durch einen interessanten Kontrast zwischen rauen Gitarreneinsätzen und mal weichen, mal sehr schroffen Synthies gekennzeichnet sind. Soweit Drums zum Einsatz kommen, erscheinen diese stets recht weich.
Strukturell bestehen deutliche Unterschiede zu Vorgänger und Nachfolger. Das konventionelle Schema Intro/Strophe/Refrain/Strophe/Refrain/Zwischenteil/Refrain/Outro ist nur bei wenigen Titeln zu finden. Einige Stücke sind sehr interessant aufgebaut und verdanken gerade diesem Aufbau ihre Stärke. Das Tempo ist insgesamt deutlich höher als auf "Sensor". Mittel-schnelle Titel dominieren, es gibt keine wirklichen Up-tempo-Stücke und nur wenige langsame. Der Kontrast zwischen den einzelnen Titeln ist stärker als auf den meisten anderen Alben der Band.
Ein hervorzuhebender Punkt ist das weitgehende Fehlen von Bässen, die auf dem Vorgänger eine große Rolle spielten und vielen Titeln trotz ihrer Langsamkeit und der eigentlich weichen Instrumentierung eine teils enorme Kraft verliehen. Diese Abwesenheit von Bässen erscheint auch angesichts der damals herrschenden Tendenzen stark untypisch und ist in meinen Ohren ein Hauptgrund dafür, dass einige Titel trotz schöner Melodien und komplexer Instrumentierung ein wenig...kraftlos wirken. Natürlich ist das Urteil über das Für und Wider des Bass-Einsatzes dem Einzelnen überlassen.

Ein eindeutiges Problem ist jedoch der vergleichsweise schwache Start sowie ein etwas problematischer Schluss. Dies schwächt meinen Eindruck des Albums etwas, obwohl das Songmaterial teilweise hervorragend ist und in überaus schöne instrumentelle Kleider gepackt wurde.

Der Opener "Memory" führt mit wenigen, leider etwas ausdruckslosen Tönen in das Album ein und leitet nach kaum einer halben Minute zum folgenden "We are lovers" über. Dieses ist schnell und rau, melodisch schön, mit gutem Stimmeinsatz und insgesamt schroff elegant. Allerdings hatten alle Vorgänger und auch der Nachfolger "Greyscale" einen stärkeren Start. Die Vorab-Single "Motiv sky" ist für mich ein richtiges Ärgernis. Zwar gut instrumentiert, ist es jedoch melodisch untypisch schwach, dabei gleichzeitig viel zu poppig und insgesamt der schwächste Titel des Albums.

Zum Glück geht jetzt steil bergauf. "Real thing" vereint alles, was "Camouflage" auszeichnet. Wunderbar führt es von der schrillen, lauten und stumpfen Helligkeit des Vorgängers in wohlige, tiefe Dunkelheit. Melodisch ist es herrlich und wird von einer überaus wirksamen Instrumentierung getragen, die durch die Gitarren einerseits sehr kraftvoll erscheint, über die Synthies aber zugleich ein Tor zur Unendlichkeit öffnet. "Passing by" führt zurück ins Licht und zieht das Tempo an. Melodie, Instrumentierung und Gesang erscheinen perfekt und formen nach "Real thing" einen weiteren "typischen" Camouflage-Song. Beeindruckend ist der Kontrast zum Nachfolger. "Confusion" erscheint zunächst sehr untypisch, schafft aber eine tolle, gleichsam warme wie..."technische" Dunkelheit, die von Olivers gedämpften Gesang strukturiert und geführt wird. An die Vielseitigkeit des Albums denkend, kommt mir "Confusion" stets als erstes in den Sinn.

Das nun folgende "Perfect key" bremst das Tempo erneut aus. Die verzagt wirkende Melodie wird durch weiche Gitarreneinsätze getragen, denen in weiten Abschnitten weiche und harte Synthies zur Seite gestellt wurden. Obwohl es in meinen Ohren innerhalb des Albums ein wenig zurück zu stehen scheint, ist es doch sehr schön und fügt sich vollendet in das Album ein. Das folgende "Stream" öffnet mit wenigen, wohl gewählten Synthies erneut die Tür zur Unendlichkeit. Melodisch wirkt es vorsichtig optimistisch und fungiert gleichermaßen als Kontrast wie Brücke zu bzw. zwischen Vorgänger und Nachfolger. "Dreaming" zieht alle Register. Tolle Melodie, schroffe Synthies, toller Gesang - von Markus in den Strophen und Oliver im Refrain - , eine interessante Tempo-Führung und ein herrlicher Refrain. Leider fehlt der Instrumentierung durch den Verzicht auf Bässe das nötige Quäntchen Kraft, so dass die Latte zur Perfektion gerissen wird. Schade. Dennoch ist "Dreaming" einer der stärksten Titel des Albums und steht auch innerhalb des Gesamtwerkes der Band sehr weit oben.

Die Schroffheit von "Dreaming" wird mit "The pleasure remains" aufgegeben. Im Tempo erhöht, ist es melodisch schön und instrumentell komplex, dabei gleichzeitig sehr weich. Die von einigen Hörern konstatierte Ähnlichkeit zu "Precious" von "Depeche mode" sehe ich vor allem in einigen Tonspuren, weniger in Melodie oder Struktur. "Bitter taste" bremst das Tempo des Vorgängers aus und führt erneut in die Dunkelheit. Von Oliver gesungen, ist es melodisch überaus schön, sehr atmosphärisch und auch textlich interessant. Für mich der düsterste Titel des Albums, der mich diesbezüglich sehr an "Sensor" erinnert, obwohl er instrumentell viel fragiler erscheint. Fragil kann der Nachfolger wahrlich nicht genannt werden. "Something wrong" erhöht die Energie enorm. Raue Gitarrenklänge verleihen dem Titel eine große Kraft, die durch Markus' angepassten Gesang noch verstärkt wird. Fast ein Rock-Song - und ein sehr guter. Seine treibende Stimmung wird durch "Light" abrupt abgebrochen, welches nochmals in die Unendlichkeit führt. Obwohl interessant, bereitet es mit seinen wohlklingenden Tönen vorrangig seinen Nachfolger vor, der tatsächlich nicht unmittelbar auf "Something wrong" hätte folgen sollen.

"How do you feel" ist ein würdiger Abschluss. Melodisch sehr schön, mit tollem Text und Gesang, wirkt er wie eine Rekapitulation des Albums und fasst alle Stärken seiner Vorgänger zusammen. Die große Länge gibt ihm die notwendige Zeit, sich voll zu entfalten, während das lange Outro einen angemessenen Abschied ermöglicht. Wäre da nicht ein "Hidden Track", der im Booklet nicht erwähnt und nur auf der Website der Band als "Last contact" bezeichnet wird. Dieses ähnelt "Light", erscheint mir aber etwas deplatziert, da es bei großem Kontrast zum Vorgänger für einen Abschluss zu schwach erscheint. Dieses Zugeständnis an die damalige Gepflogenheiten hat in meinen Ohren schon auf "Sensor" nicht richtig funktioniert.

Obwohl es unter einem schwachen Start, einem suboptimalen Ende sowie einer manchmal nicht hinreichend kraftvollen Instrumentierung leidet, ist "Relocated" ein sehr gelungenes Album, mit dem Heiko, Markus und Oliver ihren Weg in mehr als achtbarer Weise weitergegangen sind. Leider wurde dies nicht durch entsprechende Verkaufserfolge honoriert, wodurch die Hörer neun Jahre auf das nächste Album "Greyscale" warten mussten, das ebenfalls sehr gelungen ist und kommerziell dankenswerterweise deutlich erfolgreicher zu werden scheint. Es bleibt zu hoffen, dass "Camouflage" noch lange einer aufgeschlossenen Hörerschaft erhalten bleiben.

Freunden anspruchsvoller elektronischer Musik ist "Relocated" dringend zu empfehlen, aber auch ungebundene Höher mit etwas Geduld sollten ihm eine Chance geben. Es lohnt sich.

4,25 Sterne, die ich aufgrund des vorgegebenen Bewertungsschemas auf 5 aufrunde.
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am 5. November 2006
Zugegeben: Eine Liebe auf den ersten Blick ist die neue Camouflage-Scheibe "Relocated" nicht, aber mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Als ich den Silberling das erste mal durchhörte, dachte ich: Hm, nichts besonderes. Als ich mir aber das neue Album ein paar mal angehört hatte, änderte sich meine Meinung ...

Kürzlich las ich in der Leipziger Volkszeitung eine Rezension zu "Relocated", die ziemlich niederschmetternd war. Das allerdings kann wohl niemand nachvollziehen, der sich den Silberling nicht nur einmal, sondern immer mal wieder zu Gemüte führt. Musikalisch finde ich das Album sehr gelungen, eine sehr reife elektronische Musik. Einen Vergleich mit Depeche Mode halte ich für übertrieben und auch nicht zielführend - Camouflage muss nicht wie Depeche Mode klingen, sondern wie Camouflage. Und genau das tut das Album.

Auch wenn ich mir persönlich gewünscht hätte, dass Oliver Kreyssig ein bisschen öfter ans Mikro gelassen wird, finde ich es sehr gelungen. Meine Favorites sind Passing by, Confusion, Dreaming, The pleasure remains und Something wrong.

Verzichten hätte man meiner Ansicht nach können auf die Instrumentals Memory, Stream und Light, wobei diese sicherlich als Füller dienten. Außerdem finde ich auch The Perfect Key und How do you feel nicht wirklich gelungen.

Im Ergebnis erhält "Relocated" von mir vier von fünf Sternen. Man darf auf die versprochene Live-CD sowie -DVD sehr gespannt sein. Ebenfalls hoffe ich, dass Cmaouflage mit der nächsten Single-Auskopplung nicht mehr all zu lang warten. Vielleicht gibt es ja dort schon einen Vorgeschmack auf das Livematerial.
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