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TOP 1000 REZENSENTam 16. April 2015
Georg Wilhelm Pabst ist eine der großen Filmregisseure der Weimarer Republik. Der 1925 entstandene Stummfilmklassiker "Die freudlose Gasse" wurde wegen seiner Sozialkritik oft zensiert. Pabst wurde filmgeschichtlich immer wieder als einer der Hauptvertreter der "Neuen Sachlichkeit" gefeiert, obwohl sein Stil oft variierte. Großes Ansehen erwarb er sich mit seinen letzten Stummfilmen "Die Büchse der Pandora" und Tagebuch einer Verlorenen", die er beide mit der amerikanischen Schauspielerin Louise Brooks drehte.

Dann kam der Tonfilm und Pabsts erster Versuch mit den neuen Möglichkeiten hieß "Westfront 1918", der im Jahr 1930 entstand und fast zeitgleich mit dem von Lewis Milestone inzsenierten amerikanischen Antikriegsfilm "Im Westen nichts Neues" in die Kinos kam. Beide Filme lösten damals zahlreiche Diskussionen aus. So wurde 1933 - nach der Machtergreifung durch die Nazis - ein Antrag auf Widerruf der Zulassung des Kinofilms gestellt. Das thüringische Ministerium des Innern argumentierte wie folgt: Der Film gibt eine ganz einseitige und deshalb unwahre Darstellung vom Krieg. Er zeigt nur dessen Schrecken und essen verheerende Folgen und stellt bis in widerliche Einzelheiten auch das Leben hinter der Front und der Heimat dar, so in einer Szene, wo der Urlauber bei seiner unvermuteten Rückkehr seine Frau im Schlafzimmer mit einem jungen Burschen findet. Durch diese einseitige Darstellung gefährdet dieser Bildstreifen das lebenswichtige Interesse des Staates den Wehrwillen des Volkes aufrecht zu erhalten und zu stärken. Tatsächlich wurde der Film von der Film-Oberprüfstelle in Berlin verboten.

Der Rest ist Filmgeschichte oder der tragische Werdegang einer der bedeutendsten deutschen Antikriegsfilme. Neben "Im Westen nichts Neues" der viellleicht wichtigste frühe Film über den ersten Weltkrieg - aber im Gegensatz zu der Remarque-Verfilmung, die einen Siegeszug um die Welt antrat und heute noch als großer Klassiker des 30er Jahre Filmjahrzehnts angesehen wird, hat man Pabsts Film im Laufe der Zeit sehr stark vergessen.

Das Drehbuch von "Westfront 1918" beruht auf dem Roman "Vier von der Infanterie" von Ernst Johannsen. Die Bauten entwarf Erno Metzner. Durch die ungeschönten Graben- und Kampfszenen erreicht Pabsts Film einen hohen Grad an Realismus. Er zeigt die Sinnlosigkeit und die Monotonie des Sterbens an der Front. Eingebettet in diese alltägliche Hölle sind die Protagonisten, die auch mit stillen Szenen zum Leben erweckt werden. Da beobachtet der Student wie ein einer Feldschreinerei am Fließband Grabkreuze angefertigt werden. In einer weiteren Szene ist Karls Mutter (Else Heller) zu sehen, die in einer Lebensmittelschlange steht und ihren Sohn sieht, wie er vom Fronturlaub nach Hause kommt. Sie kann den Platz aber nicht verlassen, um den Sohn zu begrüßen - aufgrund der Lebensmittelknappheit hat das Wiedersehen mit dem Sohn zu warten. In 97 trostlosen Minuten lernen wir das Soldatenleben der vier Infanteristen kennen. Da ist der Bayer (Fritz Kampers), ein Gemütsmensch, der verheiratete Karl (Gustav Diessl), der junge Student (Hans-Joachim Moebis), der sich in die Bauerntochter Yvette (Jackie Monnier) verliebt, wo die Einheit untergekommen ist und der Leutnant (Claus Clausen). Es ist das letzte Jahr des Ersten Weltkrieges an der Westfront. Am Anfang des Films herrscht zunächst noch eine Kampfpause für die Männer. Bald jedoch müssen sie wieder in den Schützengraben und die Kampfhandlungen steigern sich auch wieder. Es ist kurz vor der finalen Enschlacht, der Großoffensive der Alliierten. Nur eine Momentaufnahme gabs eine Liebe zwischen den Feinden, der Student muss aber seine französische Freundin, mit der er eine Nacht verbrachte, wieder verlassen. Und Karl bekommt immerhin einen Fronturlaub, doch in Berlin ist das Leid der Zivilbevölkerung auch zu spüren. Zu allem Unglück findet er seine junge Frau (Hanna Hoessich) mit einem jungen Mann (Carl Ballhaus) im Bett. Verzeihen kann er nicht. So reist er wieder an die Front zurück. In der Endeinstellung des Films zeigt uns Pabst die schwer verletzten und sterbenden Männer im Lazarett...

Während die Welt unter den Fomgen der Wirtschaftskrise litt und die NSDAP ihren Aufstieg begann packte der linksorientierte Regisseur (Die Dreigroschenoper, Kameradschaft) entgegen des aufkeimenden Zeitgeistes ein pazifistisches Thema an, nüchtern und ungeschönt. Erschreckend und überaus realistisch. Nicht umsonst wurde der Pabst Film von der rechtslastigen Filmzensur dann auch gleich wieder verboten. G. W. Pabst beschränkt sich jedoch nicht auf die Darstellung des Leids unter den Soldaten, sondern zeigt auch die Strapazen, denen die Zivilbevölkerung ausgesetzt war, sowohl physischer als auch psychischer Natur, zum Beispiel die Entfremdung der Ehefrauen von ihren Ehemännern und deren seelische Verrohung durch die Kriegsgreuel. Der Filmstil ist extrem nüchternen und desillusionierend, von der Glorifizierung des Krieges - wie es damals in anderen Kriegsfilmen der Fall war. Die Kamera wirkt begleitend und so erhält der Film zusätzlich sogar einen beinahe schon dokumentarischen Charakter.Auch die Kriegsschuldfrage wird sehr neutral vom sterbenden Karl beantwortet.
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am 29. Januar 2010
Die Geschichte wird gut erzählt, auch wenn man ab und an einen etwas längeren Atem brauch für einige Szenen. Gerade am Anfang hat mich der Film nicht wirklich gefesselt. Das änderte sich aber bald. Die Geschichte der einzelnen Protagonisten wird wie ich finde sehr Authentisch dargestellt.

Es wird hier wirklich sehr gut gezeigt wie der Krieg wirklich ist. An der Front wie in der Heimat, gerade die Szene in der einer der Protagonisten von seiner frau betrogen wird um nicht verhungern zu müssen. Viele Filme zeigen nur die schrecken an der Front, vernachlässigen aber völlig die Zustände an der "Heimatfront" hier wird dieses Thema aber aufgegriffen was ich sehr gut finde.

Und was ich als sehr wichtig erachte, dieser Film hat KEIN Happy End wie die meisten Kriegsfilme. Denn so ist der Krieg eben da gibt es keine Happy End. Ebenso wenig wie Gewinner und Verlierer. Im Krieg gibt es immer nur Verlierer.

Alles in allem sollte man als interessierter für dieses Thema, diesen Film in der Heimischen Sammlung haben.
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am 16. Januar 2016
Alle kennen " Im Westen nicht Neues" nach dem Roman von Remarque. Hier wird meines Erachtens noch mal direkter und packender der Wahnsinn der Westfront geschildert, es fehlt das moralisierende Vorgeplänckel wie bei Remarque.
Für mich der bessere Film.
Nur nebenbei: Remarque hat am Krieg gar nicht teilgenommen, sein Roman ist nur "erfunden". Wer einen wirklichen Eindruck der Situation im Stellungskrieg an der Westfront haben will, liest natürlich Ernst Jünger, der selber als junger Leutnant dabei war.
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am 12. Dezember 2009
Der Film ist ein Meisterwerk!
Er zeigt geistreich in Szene gesetzt verschiedene Faktoren auf, die ein Krieg mit sich bringt. Kameradschaft, Kampf, Befehle, Unmut, eine hungernde Bevölkerung, den betrogenen Ehemann, die Ehefrau in Not, die Schrecken, die Leiden, die schönen Momente, Liebe,....
Ich könnte diese Liste noch um einiges erweitern.
Für die Zeit, in der er gedreht wurde, mit sehr viel Sinn und Verstand ausgedrückt!
Soweit die positive Kritik.

Kommen wir zu dem negativen Punkt, wesshalb ich einen Stern abgezogen habe:

Die Tonspur ist sehr misserabel bearbeitet. Teilweise musste man schon sehr genau hinhören um etwas mitzubekommen.
Diese Kritik bezieht sich aber NUR auf die DVD. Der Film selbst bekommt klare 5 Sterne!

Fazit: Sehr sehenswert! Der Krieg wird von verschiedenen SIchten aus gezeigt. Kaufen!
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am 8. September 2010
Der Film "Westfront 1918" schildert eindrücklich das Leben einiger deutscher Frontkämpfer im 1. Weltkrieg. Für einen 1930 gedrehten Film mit überraschend realistischen Kampfszenen (die teilweise auch schon mal als reale Szenen in Dokumentationen zu sehen waren).
Was den Film in meinen Augen besser macht als den US-Film "Im Westen nichts Neues" ist das Verhalten der Landser, die Sprache, die gesamte Atmosphäre.

Viele Schicksale werden beleuchtet, die Angst im Graben, die Verzweiflung in der Heimat, betrogen zu werden, während man an der Front kämpft, das verschwinden auf dem Schlachtfeld.

Viele Szenen sind sehr eindringlich, obwohl Ton und Bild teilweise etwas schlecht sind.

Absolute Kaufempfehlung.
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am 28. Oktober 2012
Westfront 1918 ist eine Collage über den ersten Weltkrieg. Die sehr dünne Geschichte bindet die verschiedene Szenen zusammen die im Ganzen einen Eindruck über den Krieg an der Front geben soll. Es wird die rückwärtige Stellung gezeigt, die vorderste Front, im Kabarett, den Fronturlauber, Im Schützengraben bei dem Angriff der Franzosen und zuletzt die Krankenstation.

Der Film ist mit den heutigen Kriegs oder Anti-Kriegsfilmen nicht zu vergleichen. Dafür hat sich die Bildsprache zu sehr verändert im Vergleich zu damals. Aber gerade das macht den Film so wertvoll. Es ist ein Dokument aus einer vergangenen Zeit und wer sich darauf einlässt wird belohnt. Ich habe selten so eindrucksvolle Szenen gesehen wie im letzten Angriff. Die Kamera ist sehr still und bewegt sich nicht. Die verschiedene Szenen sind aneinandergeschnitten. Dadurch hat man Zeit den ganzen Wahnsinn und Schrecken zu erkennen, wie auch die Sinnlosigkeit als die Franzosen zurückgeschlagen worden sind und kein Meter gewonnen ist. Es liegen nur massenhaft Leichen rum.

Diesen Film ist nicht für einen Filmabend sondern eher für den historisch interessierten. Als solcher hat er seine 5 Sterne absolut verdient.
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am 7. August 2009
Bislang besass ich nur die Version als VHS Video. Die DVD überraschte mich mit noch besserer Bild und Tonqualtät. Für jeden am WK1 interessierten...ein unbedingt zu besitzendes Dokument in der Sammlung.
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am 15. Juni 2014
Nicht nur der AKF (ANTI-Kriegs-Film) "Im Westen nichts Neues", sondern auch diese Verfilmung gut. Empfehlenswert für Interessierte der 20. JH-Urkatastrophe.
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am 6. September 2013
People are familiar with Erich Maria Remarque's story. In this Georg Wilhelm Pabst directed film it is Karl (Gustav Diessl) is up against the French in WWI. He gets a respite in the form of leave to see a different home than he remembered. On return to the front he will soon face French tanks.

I was introduce to this film in my first German class.

"S.O.S. Eisberg" Gustav Diessl plays Professor Dr. Karl Lorenz

"The Love of Jeanne Ney" (1927) Georg Wilhelm Pabst - director

"Vier Von Der Infanterie Ihre Letzten Tage an Der Westfront 1918" by Reinhold Keiner
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am 26. September 2006
Seitdem ich Westfront 1918 im Austellungsbeiprogramm des Zeughauses anläßlich der WW1 Ausstellung sehen konnte, warte ich, daß der Film auf DVD rauskommt.

Endlich ist es soweit.

Westfront 1918 ist wohl der ungeschminkteste WW1 Film der Schwarzweiß-Ära und obendrein der dreckigste. Die Protagonisten werden förmlich mit Dreck überschüttet. Die Explosionen gehen regelmäßig so nahe an den Schauspielern hoch, wie das heute keine Versicherung mehr erlauben würde. Für einen deutschen Film ungewöhnlich werden auch sonst tabuisierte Themen zumindest angedeutet (z.B. Ehebruch aus Hunger an der Heimatfront). Dem Film geht jeder "Patriotismus" ab, der Krieg ist unzweifelhaft komplett sinnlos geworden und endet mit Tod oder Wahnsinn für alle Beteiligten (für die Zeit außergewöhnlich explizit).

Die Schlacht am Ende erzielt mit einem Minimum an Aufwand maximale Wirkung (die Szenen mit dem Panzer könnten die Eröffnungsszene von Terminator beeinflußt haben).

Der Film zeigt auch in einmaliger Weise die "Leere des Schlachtfeldes", in der der Feind aus dem Boden zu wachsen scheint und bis zum Horizont alles leergefegt ist.

Dieser Film gehört in jede ordentliche Kriegsfilmsammlung
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