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Kundenrezensionen

3,7 von 5 Sternen
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VINE-PRODUKTTESTERam 18. Februar 2009
Bombastischer Produktionsaufwand ist noch lange keine Garantie für einen guten Film. In diesem Falle aber ist die Rechnung aufgegangen. Der immense Produktionsaufwand wird durch ein grandioses Filmerlebnis belohnt - zumindest im Kino.

Regisseur und Drehbuchautor Sergej Bondartschuk gelingt es, Tolstois vom Umfang her eigentlich unverfilmbares Familiendrama vor dem Hintergrund der napoleonischen Kriege in unvergessenes Kinoerlebnis zu verwandeln.

Neben den reich bebilderten Schilderungen des aristoktratischen Gesellschaftslebens mit ausschweifenden Bällen und den detaillierten Darstellungen der Kriegshandlungen widmet sich der Film vor allem auch philosophischen Betrachtungen über Leben, Existenz, Sterben und Tod. Hier dienen oft eindringliche Landschaftsaufnahmen als Träger für Stimmungen und Gefühle.

Die teilweise in Luftaufnahmen eingefangenen minutiös nachgestellten Schlachtpanoramen sind grandios. Der Kinozuschauer findet sich selbst in Pulverdampf gehüllt im Schlachtgetümmel gefangen. Wo heutzutage Armeen aus dem Computer die Leinwand bevölkern (z.B. Herr der Ringe) mußten bei dieser Produktion Teile der roten Armee ins Kostüm schlüpfen.

Hierbei widersteht der Regisseur der Versuchung - bis auf wenige pathetische und patriotische Passagen - den Filmstoff im Sinne des kalten Krieges propagandistisch auszuschlachten. Der "Sieg" über den Westen (und hier besonders King Vidors Verfilmung des Stoffs aus den 50ern) gelingt hier eher auf künstlerischer Ebene.

Die DVD-Fassung von Icestorm kommt in einem ordentlicher Schuber mit einem ausführlichen informativen Beiheft herüber, aber was nützt die schönste Verpackung, wenn der Inhalt zu wünschen übrig läßt. Die als Vorlage für diese Publikation dienende DEFA-Kinokopie ist stark zerkratzt und verschmutzt, die Farbgebung ist oft völlig daneben und die Körnigkeit (viel zu viele Zwischenkopien) erinnert irgendwie an alte Super-8-Filme. Die schlechte digitale Abtastung läßt zudem bei den dunkel gehaltenen Szenen sämtliche Details im grauen Brei verschwinden.

Argumente wie "... dem Alter entsprechend annehmbare Qualität ..." ziehen hier nicht. Die Qualitätsmängel der hier vorliegenden Version haben nichts mit dem Alter des Films zu tun sondern sind schlicht und ergreifend Folge einer nachlässigen bis schlampigen Verarbeitung in den zahlreichen Schritten vom Originalnegativ bis zur Digitalisierung der hier vorliegenden 35-mm-Kopie.

Dass das Original völlig anders aussah, konnte man auf der Berlinale 2009 bewundern. Hier wurde eine 40 Jahre alte, bislang kaum gespielte 70mm-Kopie aufgeführt, die in Schärfe, Farbigkeit, Detailtiefe und 6-Kanal-Stereoton (russisches Original) brillierte und erahnen läßt, wie eine gute DVD-Version hätte aussehen können.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Die Qualität ist nicht so unterirdisch schlecht, daß man sich den Film garnicht ansehen kann. Um einen Gesamteindruck von dem Werk zu bekommen, ist diese DVD-Fassung für den Filminteressierten allemal sehenswert und solange nichts besseres auf dem Markt ist, möchte ich nicht kategorisch vom Kauf abraten.

Was zu wünschen übrigbleibt ist, daß die Rechteinhaber diesen Film unter Zuhilfenahme aller Quellen (Mosfilm, div. Filmarchive) in der bestmöglichen Bild und Tonqualität und allen verfügbaren Sprachfassungen restaurieren und für die Nachwelt erhalten. Für eine solche Super-Sonderedition würde ich auch noch einmal Geld in die Hand nehmen.
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am 3. Dezember 2006
Mit dem Monumentalwerk "KRIEG UND FRIEDEN" nach dem berühmten Roman von Leo Tolstoi gelang dem russischen Filmemacher Sergei Bondartschuk eine der großartigsten Literaturverfilmungen der Filmgeschichte. Und darin liegt auch für manche ein Nachteil, den es wäre gar nicht so schlecht, vor dem Film erst mal das Buch zu lesen um die Handlung und Aussage des vielschichtigen Tostoi-Werkes zu begreifen. Der Film endet 1812 mit der Vertreibung Napoleons aus Russland, während das Buch noch die Zeit danach bis kurz vor dem sog. Dekabristenaufstand schildert.

Vom technischen Standpunkt her ist die Aufnahme nach heutigen Standards eher durchschnittlich. Die Bildqualität ist dem Alter des Filmes entsprechend, nicht schlecht aber auch nicht digital aufbereitet oder restauriert wodurch durchaus Kratzer oder Beschädigungen zu sehen sind.
Das Bonusmaterial ist überraschend vielfälltig aber eher wenig Aussagekräftig, außer dem Vortrag eines Filmhistorikers ist (relativ) wenig über den Film oder das Buch selbst zu erfahren. Außerdem wird; wie meine Vorredner schon sagten; der Fan der russischen Sprachfassung enttäuscht.

Insgesamt ist die DVD daß was ich erwartet hatte. Hätte die WATERLOO DVD mehr Zusatzmaterial und KRIEG UND FRIEDEN mehrere Sprachfassungen wären die Bondartschuk-Werke perfekt.

Vergleicht man die russische Fassung mit der amerikanischen Ausgabe, wird sofort klar, daß die russische Fassung der literarischen Vorlage gerechter wird. Vor allem die Kritik an der aristokratischen Gesellschaft die abgehoben, sich selbst überdrüssig und einfach Sinn-entleert dahindämmert kommt in der amerikanischen Fassung einfach nicht rüber während es Bondartschuk schafft, sogar die russischen Paläste als dunkle erkaltete Grotten erscheinen zu lassen (sofern keine Menschenmassen diese bevölkern). Zusammenfassend kann man sagen, daß sich Hollywood mit seiner Adaption auf die Lovestory versteift, während Bondartschuk die Aussage des Buches übernimmt.
Daß die Schlachtszenen von 1805 und 1812 mit entsprechendem Aufwand gemacht wurden ist natürlich ein zusätzliches Plus aber man sollte sich nicht zusehr darauf konzentrieren. Vor allem da die Schlacht von Borodino nicht ein Aufbäumen der russischen Volksmassen auf heimatlicher Erde war wie der Film es rüberbringen will. In dieser Hinsicht verfällt das Werk zusehr Tolstois nationalistischen Tendenzen.

Letztenendes ist dies eine würdige DVD zu einem großartigen Film, der die Auszeichnung "Kulturgut der Menscheit" verdienen würde.
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am 29. Dezember 2006
Dank den kritischen Bewertungen betreffend Sprache und Untertitel habe ich mich weiter umgesehen und bin bei Amazon England fündig geworden: Brillant: Russisch, Englisch, Fanzösisch mit über 10 verschiedenen Untertitel-Sprachen (sogar Deutsch). Die Version von "Artificial Eye" scheint wesentlich besser zu sein.
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am 15. Januar 2012
Sergei Bondartschuks Adaption von Tolstois großem geschichtsphilosophischen Monumentalroman mit integrierten brillianten Gesellschaftsroman "Krieg und Frieden", knapp 100 Jahre nach der literarischen Vorlage entstanden, kann natürlich die gewaltige Fülle des Romans nur fragmentarisch, durch eine gut getroffene Auswahl der "Highlights" des Buchs, wiedergeben.

Doch insgesamt wird der Roman in einer wesentlich breiteren Bandbreite dargestellt als in dem ebenfalls gelungenen, aber vornehmlich auf den gesellschaftlichen Aspekt konzentrierten US-Konkurrenzprodukt von 1956.
Bei Bondartschuk stehen weniger die von Tolstoi meisterlich gezeichneten Adelsfamilien Bolkonski, Rostow, Besuchow und Kuragin im Rampenlicht vor einer netten historischen Staffage, sondern es geht um das große Ganze, die Jahre 1805 bis 1812, einer Zeit in denen sich das Russische Reich in einem ständigen Wechsel
zwischen dem Kampf gegen Napoleon, trügerischen Friedenszeiten, einem Bündnis mit Napoleon und schließlich der Abwehr der großen napoleonischen Invasion von 1812 verstrickt sah. Die geschichtsphilosophischen, national-patriotisch aber auch pazifistisch-humanistisch verfärbten Thesen Tolstois, denen man ja nicht unbedingt in allem zustimmen muss, und vor allem auch die monumentale und extrem authentische Darstellung der kriegerischen Ereignisse wird einfach, wie im Buch und wie in einer sowjetrussischer Filmproduktion natürlich naheliegend, ein gleichrangiger Platz eingeräumt.

Die Handlung unterfällt, von der Gewichtung her in etwa dem Buch folgend, in folgende Teile:

1. Das Jahr 1805 / Andrej Bolkonski (142 Minuten)
Dargestellt wird die katastrophal in Austerlitz endende russische Beteiligung am dritten Koaltionskrieg und die darauf folgenden gesellschaftlichen Verwicklungen der genannten Adelsfamilien

2. Natascha Rostowa (93 Minuten)
Hier steht die Zeit nach dem Frieden von Tilsit am 09.07.1807 im Vordergrund,
wobei der vierte Koaltionskrieg (Niederwerfung Preussens und halbherziger Seitenwechsel Russlands auf Frankreichs Seite) , der selbst in Roman nur relativ kurz dargestellt wird, bis auf die kurze Anfangsszene mit den beiden Kaisern beim Friedensschluss ausgespart bleibt. Prägendes Element dieses Teils ist die Liebesgeschichte zwischen Natascha Rostowa und dem jungen Fürsten Bolkonski, die dem Roman wie auch dem Film eine schöne, kraftvolle wenngleich auch unglücklich endende Facette verleiht und von Bondartschuk hier sehr ausführlich und werkgetreu, mit einer durchaus perfekt passenden Protagonistin (Ljudmila Saweljewa) umgesetzt wird.

3. Borodino 1812 (78 Minuten)
Der zum Ende des zweiten Teils bereits angedeutete Einfall Napoleons in Russland
gibt diesem Teil natürlich sein Gepräge und gipfelt in der fulminant und schlicht gigantisch dargestellten Schlacht von Borodino, wo die lange zögernden Russen
(man ist nur noch etwa 100 km von Moskau entfernt), sich Napoleon unter ihrem neuen Kommandierenden, General Kutusow, doch noch entschlossen zur Abwehrschlacht stellen, die aber letztlich, aufgrund der extrem hohen Verluste, im Rückzug der stark geschwächten aber zumindest nicht vernichteten russischen Armee hinter Moskau endet.

4. Pierre Besuchow (92 Minuten)
Napoleon nimmt nun, ebenfalls monumental dargestellt, die menschenleere und bald schon brennende russische Kapitale in Besitz.
Nachdem die Russen Verhandlungen mit Napoleon abgelehnt haben, sieht sich dieser veranlasst die weitgehend zerstörte Stadt in Richtung Westen zu verlassen und die Geschichte nimmt seinen für die Russen glücklichen Lauf.

Die wichtigen Rollen sind weitestgehend sehr gut besetzt, selbst Bondartschuk spielt seinen Pierre Besuchow beanstandungsfrei, nur den Part der Helene ist etwas fehlbesetzt, da der Gattin Bondartschuks,
die diese Rolle übernommen hat, schlicht die Ausstrahlung fehlt die ich mir von dieser Figur bei Lektüre des Großromans erwartet habe.

Was auffällt und dem Film auch in gewisser Hinsicht schadet ist der gehetzte Eindruck, der für jemanden der das ganze Buch immerhin einmal durchgelesen hat nur umso stärker deutlich wird. In seinem ehrenwerten Bestreben möglichst viel von der Romanvorlage filmisch umzusetzten, hat Bondartschuk es den ganzen Film über mehr oder weniger stark versäumt, das perfekte Maß an Bildgewaltigkeit und der rechten Aufnahmezeit beim Zuschauer zu finden, was natürlich bedauerlich ist,
da die gewaltige Ausstattung in diesem kurzen Zeiträumen natürlich nicht voll einwirken kann. Zum Teil könnte es auch darauf zurückzuführen sein, dass der Film doch offensichtlich geschnitten wurden, wird doch seine Laufzeit mit etwa 8 Stunden angegeben, die DVD-Version umfasst jedoch nicht einmal 7 Stunden.
Auch diverse Kunstelemente, wie Luftaufnahme x-beliebiger russischer Landschaften, Vergrößerung von Personen in drei Schritten und
ganz und gar unpassende Klickgeräusche mögen in den 1960er Jahren ja durchaus originell gewesen sein haben aber heute bestenfalls irritierende Wirkung und gefährden den Anspruch der Zeitlosigkeit der mit einem derartigen großangelegten Prestigefilmprojekt verbunden ist.

Dennoch bleibt ein positiver Gesamteindruck, den auch die wirklich mangelhaft zu nennende Bild- und auch Tonqualität nicht zerstören kann.
Besonders ärgerlich ist dabei, dass bei schnell bewegten Bildern (Kavallerieangriffe, Gesellschaftstänze, rasante Kutschfahrten) bzw. schnellen Kameraschwenken ein hässlicher Bildbrei entsteht und dadurch ausgerechnet die schönsten Filmszenen verunstaltet werden. Aber auch sonst ist das Bild durch zahlreiche Störungen und unnatürliche Farben nur eingeschränkt zu geniessen.
Der Ton liegt immerhin in einer ordentlichen Synchronisation der DEFA vor, deren klangliche Qualität allerdings bestenfalls ausreichend ist.
Die Originaltonspur fehlt leider völlig und eine Untertitlung der französischen Passagen oder wenigstens eine Erläuterung durch den Erzähler liegt nur in den seltensten Fällen vor.

Als Extras ist ein ansprechendes Beiheft, mit den wesentlichen Grundfakten zu Roman, Film, Autor und historischen Kontext sowie der IceStorm-Trailer zum Film und einige mehr oder weniger informative dokumentarische Kurzfilme mit einer Laufzeit von 83 Minuten auf der letzten DVD vorhanden.

Aufgrund der schlechten Bildqualität und offensichtlich vorgenommener Kürzungen
(die 493 Minuten in der Produktbeschreibung beziehen sich auf den Film einschließlich der Extras!) kann ich leider keine expizite Kaufempfehlung für diese Version ausgeben. Nichtsdestotrotz habe ich mir den schon lange gewünschten und zuvor nie gesehenen Film zulegen können und bin insgesamt doch zufrieden mit der Adaption (nicht jedoch mit dem hier verlangten Preis).

Daher dennoch 4 Sterne für Bondartschuks Meisterwerk in dieser unzureichenden DVD-Version.
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am 29. September 2013
S. Bondartschuk hat hier einen Film geschaffen, der in oft lyrische Bilder abschwenkt und Himmel, Wolken, Bäume, Wald in die Handlung einbezieht. Das wird dem Roman bestimmt auch gerecht, man denke an Szenen wie die Jagd, oder die Gedanken um die Eiche oder die Gespräche im Park zwischen Alexei und Pierre, u.a. Das schafft natürlich Längen und die muß man ertragen. Ausgeweitet, wie in keiner anderen Verfilmung, sind die Kriegsszenen, vor allem die Schlacht um Borodino.(Sie umfasst fast eine ganze Platte von insgesamt vier). Napoleon und Kutusow werden von ausgezeichneten Darstellern gespielt. Aber wenn man einmal Anthony Hopkins in der alten engl. Verfilmung gesehen hat, dann hat man an dem russischen Pierre nicht mehr so viel Spaß. A.H. war in der engl. Verf. einfach unvergleichlich gut. Diese Verfilmung brilliert in der Ausstattung, die schauspielerischen Leistungen halten sich in Grenzen. Vor allem bei den Frauen, die Maria bleibt farblos. Helene hat nicht viel Gelegenheit aufzutreten, viele Schlüsselszenen werden kurz abgehandelt. Zur Ergänzung empfehle ich die englische Verfilmung, die sehr großen Wert auf ausgezeichnete Schauspieler gelegt hat. Vor allem glänzen dort der alte Prinz und auch seine Tochter Maria. Auch den Rostow Kindern wird sehr viel mehr Raum eingeräumt. In der Bondartschuk Verfilmung fällt die Geschichte zwischen Maria und Nikolai fast ganz weg. Aber diesen Roman zu verfilmen das ist ja schon fast vermessen. Wer könnte Tolstoi gerecht werden.
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am 5. Oktober 2006
Natürlich ist die deutsche Synchronisation ein Problem. Natürlich kauft man besser die 5-CD-Ausgabe mit russischem Originalton und beliebiger Untertitelung. Sie ist bei "Ruscico" völlig problemlos erhältlich. Wieso denn in Uebersee suchen?
Aber weil der Film halt ein gewaltiges Meisterwerk ist, darf es bei zwei Sternen in der Bilanz nicht bleiben.
Also: Fünf Sterne zur Kompensation. Verdient allemal!
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am 20. März 2014
wer die alte Amerikanische Version kennt muss sich erst mal gewöhnen. der russische Mehrteiler ist sehr, sehr lang und sehr nahe am Buch.

die Stimmung ist eine ganz andere als in der US version. Viel dunkler, trauriger aber auch gefühlvoller.

die Bilder sind zt etwas expressionistisch. die Farbqualität erinnert an Filme aus dem 40 Jahren, was den Film nach düsterer wirken lässt.

aber dennoch und gerade deswegen: ein wunderbarer Film, der sehr gut zum Literaturunterricht in der Schule passt.
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am 13. März 2016
Die Qualität dieser oskarprämierten russischen Filmproduktion brauche ich hier nicht zu besprechen, dazu gibt es viele berufenere Kritiken. Was einen potentiellen Käufer aber hier mehr interessieren dürfte, ist die Umsetzung auf DVD. Und diese ist - kurz gesagt - unzumutbar. Unter den nahezu 2000 DVDs, die ich im Laufe der Zeit angesammelt habe, sind naturgemäß auch diverse Ausreisser. Aber diese DVD verdient den Namen nicht. Das Grundrauschen ist unerträglich, die Tonschwanungen- und verzerrungen nerven einfach nur und die Bildqualität ist unterirdisch. Vor allem Innenaufnahmen sind nur schwarz; da hilft auch keine Verstellung der Helligkeit oder des Kontrasts am TV. Ich kann von diesem Produkt nur abraten und stattdessen die Veröffentlichung des 10 Jahre älteren Films mit Audrey Hepburn empfehlen, auch wenn er aufgrund seiner (erträglicheren) Länge dem Monumentalwerk Tolstois weniger gerecht wird.
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am 6. Januar 2012
Rußland, im frühen 19. Jahrhundert. Während sich von Frankreich aus der selbst gekrönte Kaiser Napoleon I. zu immer weiteren Eroberungen anschickt, rüstet sich die russische Armee, um Seite an Seite mit Preußen und Österreich gegen Frankreich in den Krieg zu ziehen. Unter den Freiwilligen: Fürst Andrej Bolkonski, der der alltäglich seines lebens und seiner schwangeren Ehefrau entkommen will. Sein bester Freund. Pierre Besuchow, ist ein Bewunderer des französischen Kaisers. Sein Leben schliddert umher zwischen Saufgelagen, Melancholie und tiefer Nachdenklichkeit. Und dann ist da noch Natasche, die Tochter des Grafen Rostow, lebensbejahend, übersprudelnd vor Energie. Und über allen zieht das drohende Unheil herauf, denn der Krieg, zunächst im fernen Austerlitz noch weit weg, schwappt in die russische Heimat über. Doch was als Napoleons größte Eroberung geplant war, sollte in einer einzigen Katastrophe für die Grande Armee enden ...

Vorab: 'Krieg und Frieden' von Leo Tolstoi ist mein Lieblingsbuch. Umso schwieriger ist es, eine Verfilmung zu finden, die meinen entsprechend hohen Ansprüchen genügt. Die Verfilmung aus Hollywood mit Audrey Hepburn, Mel Ferrer und Henry Fonda ist hübsch, süß, aber nicht das Original. Dass dieses Buch alleine seiner philosophischen Tiefe und seiner Länge wegen nicht perfekt verfilmbar ist, dürfte klar sein. Doch nach dieser Verfilmung von Sergej Bondartschuk bin ich der Überzeugung: diese Verfilmung kommt dem Roman so nahe wie irgend möglich. Viele Begebenheiten sind eins zu eins aus dem Buch übernommen, auch Zitate. Besonders aber die russische Seele des Buches kann der Film einfangen. Als Verfilmung ist 'Krieg und Frieden' also in der Tat gelungen.

Als Film allein betrachtet ist es ein Meisterwerk. Allein, wenn man sich einige Produktionsdaten ansieht, kann man erahnen, was für ein Mammutprojekt vor uns liegt: mehrere Jahre Drehzeit, mehrere Hunderttausend Statisten allein für die Schlachtenszenen. 'Episch' beschreibt dies ziemlich gut: manch einem mögen die ausführlichen Darstellungen der Schlachten ermüdend vorkommen: für mich sind sie schlichtweg faszinierend.
Auch die Schauspieler in den Hauptrollen glänzen: Sergej Bondartschuk selbst als Pierre Besuchow wärmt das Herz, Ljudmila Saweljewa als Natascha Rostowa ist so bezaubernd und doch gegen Ende des Films so traurig, dass es in Worte kaum zu fassen ist. Und Wjatscheslaw Tichonow als Andrej Bolkonski schafft es meisterhaft, die Widersprüche und Sehnsüchte in diesem doch so strengen Menschen aufblitzen zu lassen.

Als Fazit kann man eigentlich ohne weiteres auf die Auszeichnungen für diesen Film verweisen:

1965: Großer Preis des IFF Moskau für den Besten Film
1965: Auszeichnung des IFF Moskau für Ljudmila Michailowna Saweljewa als Beste Darstellerin
1968: New York Film Critics Circle Award für den Besten ausländischen Film
1969: Oscar für den Besten fremdsprachigen Film
1969: Golden Globe für den Besten fremdsprachigen Film
1969: Auszeichnung des National Board of Review für den Besten fremdsprachigen Film

Sie sind allesamt verdient.
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TOP 1000 REZENSENTam 29. August 2011
Produkt: DVD (4 Stück). Herausgeber: Icestorm Entertainment GmbH. ASIN: B000GG4NJ2
Deutscher Titel: Krieg und Frieden. Originaltitel: Woina i mir
Produktionsland: UdSSR. Premiere: 1968
Mit: Ljudmila Saweljewa, Sergej Bondartschuk, Wjatscheslaw Tichonow u. v. A.
Regie: Sergej Bondartschuk
Literarische Vorlage: nach dem gleichnamigen Roman von Leo Tolstoi
Bild: gut / Farbe / Breitbild. Sprache: nur deutsche Synchronisation. Untertitel: keine.

Disk 1: Film (Teil 1). Länge: 142 Minuten und 36 Sekunden
Specials: Bilder
Disk 2: Film (Teil 2). Länge: 93 Minuten und 37 Sekunden
Specials: Bilder
Disk 3: Film (Teil 3). Länge: 78 Minuten und 11 Sekunden
Specials: Bilder
Disk 4: Film (Teil 4). Länge: 92 Minuten und 22 Sekunden
Specials:
a.) Bilder
b.) 20 Minuten Interview mit Filmexperten Ralf Schenk mit Szenen
c.) 10 Minuten Interview mit Militärhistoriker Jürgen Angelow
d.) 20 Minuten Interviews mit Angehörigen des Hans Otto Theaters in Potsdam mit dem Schwerpunkt auf die Aufführung der Adaption des Romans "Krieg und Frieden" von Leo Tolstoi
e.) 8 Minuten Interview mit der Ururenkelin von Leo Tolstoi mit Bildern
f.) 4 Minuten über die Filmproduktionsfirma Moskaufilm
g.) 4 Minuten über Sergej Bondartschuk und seine Filme
h.) 2 Minuten Trailer des Filmes
i.) Filmprogramme von Icestorm und Trailer

Filmlänge gesamt: 406 Minuten und 46 Sekunden
Genre: Literaturverfilmung > Historie
Auszeichnungen: Oscar als bester fremdsprachiger Film

Der genial vielseitige Sergej Bondartschuk als Regisseur und Hauptdarsteller schafft hier ein großartiges Werk. Üppig und detailtreu, beeindruckend gespielt vom gesamten Schauspieler-Ensemble bis in die letzte Statistenrolle, liebevoll inszeniert und ausgestattet. Es handelt sich hier um eine echte Romanverfilmung, der Film ist der bebilderte Roman. Der echte Braunbär inmitten der besoffenen Soldaten auf der Suche nach Gutem und Süßem im Clubraum ist unglaublich realitätsnahes Filmerlebnis. Außerordentlich beeindruckend die Hauptakteurin Ljudmila Saweljewa, die als eine Mischung aus Christine Kaufmann und Audrey Hepburn die zentrale Figur verkörpert, und sich mystisch in die Mitte der historischen Dramatik hineinverwebt. Eine Parallele besteht zwischen dem Beginn Vom Winde verweht und Krieg und Frieden. Der Adel redet vom bevorstehenden Krieg, alles ist in fiebernde Unruhe versetzt. Doch Natascha ist im Verhältnis zu Scarlet völlig unverwöhnt und undurchtrieben. Sie ist voller spontaner, authentischer Natürlichkeit. Die Russen spielen das Stück sehr authentisch, unbekümmert und leicht, der um sie versammelte Filmstab scheint sie nicht im Mindesten zu beeinflußen. Der Film lässt sich absichtlich Zeit und verlangsamt szenisch das ohnehin langsame Tempo. Das aber ist gut, weil der Zuseher ja dabei den Roman visuell liest. Und beim Lesen gibt es immer wieder neben dem Lesen die aufarbeitende, reflektierende und einordnende Gedankenspanne. Man liest also durch den Film Leo Tolstoi, was jenen entgegenkommt, die nicht gerne lesen. Es ist ein zeitgeschichtliches wie literarisches Dokument und Zeugnis echter Kunst. Die militärischen Massenszenen sind gewaltig und beispiellos, Weitwinkel und Totalen wunderschön, kreisende, fließende, sich ergießende Kamerafahrten über Horizonte und Landschaften biblisch, aber auch die Details aus der Natur begleitet vom melancholischen Romantext lyrisch zart. Der Krieg und seine Ernte aus der Luftperspektive monumental, der Frieden und seine Früchte aus der vertraulichen Nähe triumphal und endgültig - für eine Weile. Der Irrsinn des unmenschlichen Tötens, Verwundens und Verkrüppelns im Krieg wird in diesem Film detailgetreuer umschrieben, als in der amerikanischen "Kurzversion" von "nur" 200 Minuten. Die kriegerische Dramatik ist viel intensiver objektiviert, organisch nahegehender. Das Pistolenduell zwischen Pierre und seinem Kontrahenten ist einzigartig denkwürdig in Szene gesetzt, ganz anders als in Vidors meisterlicher Verfilmung, aber länger und psychologisch komplexer. Eine wunderbare Literaturverfilmung. Ein kollosales Kunstwerk. Ein Roman. Eine Symphonie.

Mladen Kosar
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