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Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen
3
Der Freischütz
Format: Audio CD|Ändern
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TOP 500 REZENSENTam 13. Oktober 2016
Wenn von Webers romantischer Oper "Der Freischütz" die Rede ist, wird ganz sicher früher oder später der Name Carlos Kleiber fallen. Dieser herausragende Dirigent hat 1972 eine bis heute von vielen Musikfreunden als maßstäblich angesehene Aufnahme des Werkes erstellt (DGG). Dabei wird gerne vergessen, daß sein früh verstorbener Vater Erich Kleiber (1890-1956) beim WDR Köln ebenfalls eine "Freischütz"-Aufnahme gemacht hat, die aus diversen Gründen jahrzehntelang in den Rundfunkarchiven lagerte und dadurch nur wenig bekannt geworden ist. Inzwischen wurde sie aber sorgfältig restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Sie hat neben dem berühmten Dirigenten ein gutes, in Teilen sogar ausgezeichnetes Sängerensemble vorzuweisen. Vor allem die Agathe der Elisabeth Grümmer ist eine Traumbesetzung, die bis heute von keiner Kollegin jemals übertroffen wurde. Selbst Gundula Janowitz, die bei Sohn Carlos diese Rolle singt, bringt nicht die einzigartige Beseelung und stimmliche Vollkommenheit ihrer älteren Kollegin auf. Nicht umsonst hat sie ein paar Jahre später diese Rolle in der EMI-Produktion unter Joseph Keilberth wiederholt, mit der gleichen Hingabe und gesanglichen Spitzenleistung. Die Partie des Ännchen wurde Rita Streich übertragen. Auch diese Sängerin ist wie geschaffen für diese Rolle, und auch sie hat Gelegenheit bekommen, in einer späteren Aufnahme (unter Eugen Jochum, DGG) an gleicher Stelle mitzuwirken. Sie singt und spielt ganz einfach betörend.
Mit Hans Hopf als Max kann ich hingegen nicht ganz glücklich werden. Er singt zwar tadellos, doch sein robuster Tenor scheint mir für Wagner-Partien besser geeignet zu sein. Für die zarte Elisabeth Grümmer ist er ein viel zu grober, vor allem laut singender Partner. Die übrigen Rollen sind alle einwandfrei besetzt; vor allem möchte ich Alfred Poell als Ottokar hervorheben. Max Proebstl (Kaspar) macht seine Sache ebenfalls gut, während Kurt Böhme die Rolle des Eremiten nicht unbedingt liegt. Immerhin singt er hier sorgfältiger als in der späteren Matacic-Produktion (Eurodisc, 1966), die ohnehin kein besonderes Ruhmesblatt unter den "Freischütz"-Aufnahmen darstellt.
Störend empfinde ich auch die Doppelbesetzung Sänger/Sprecher, eine zeitbedingte Marotte, die sich zum Glück nicht durchgesetzt hat. Zu unterschiedlich sind die Stimmen, als daß der Hörer sie einer Person zuordnen könnte.
Es ist immer wieder staunenswert, welchen Schwung und welche Klangschönheit der Dirigent dem Kölner Rundfunk-Chor und dem Sinfonie-Orchester des WDR entlockt. Erich Kleiber war ein häufig und gern gesehener Gast in Köln, und man spürt, mit welcher Intensität er mit den dortigen Kräften gearbeitet hat.
Der Klang der Rundfunkaufnahme aus dem März 1955 ist erstaunlich gut. Die Stereotechnik hatte damals beim WDR noch nicht Einzug gehalten; aber die Tonmeister haben hervorragende Arbeit geleistet. Alles klingt sauber und recht räumlich. Die Produktion kann sich neben den zu der Zeit gemachten kommerziellen Aufnahmen der Top-Firmen EMI, DGG und Decca durchaus hören lassen. Das Beiheft ist nicht zu beanstanden.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 22. Mai 2007
Bei "Kleiber" und "Freischütz" denkt man meist an die legendäre Einspielung von Carlos Kleiber bei der Deutschen Grammophon mit Janowitz, Mathis, Schreier und Adam.

Wenn man dann zum Vergleich diese Aufnahme unter der Leitung des Vaters Erich Kleiber hört, stellt man überrascht fest, wie ähnlich die Auffassungen von Vater und Sohn waren: Beide lassen mit großem Schwung und Temperament spielen (man vergleiche einmal die Einleitung der ersten Szene, die beide extrem schnell nehmen)

Dadurch wird die Dramatik des Stückes betont und die Gefahr der Betulichkeit wirksam vermieden. Trotzdem lassen beide Dirigenten den Sängern in den kontemplativen Momenten genug Ruhe (2. Agathe-Arie!), so dass diese umso stärker wirken. Natürlich ist der Klang des Kölner Rundfunkorchesters 1955 nicht so brillant wie der der Staatskapelle Dresden 15 Jahre später, es klingt aber trotzdem sehr sauber, transparent und flexibel.

Und die Solisten? Bei aller Liebe zu Gundula Janowitz - Elisabeth Grümmer wird als Agathe immer unübertroffen bleiben: Sie verfügte über ein einzigartig inniges, beseeltes Timbre, sang wortverständlich wie kaum eine andere und war dabei eine stets sehr intelligente Interpretin. Ihre Karriere hatte sie als Schauspielerin begonnen, und das hört man im positivsten Sinne. Bei ihr ist die Agathe keine statisch leidende Puppe, sondern eine junge Frau mit großer Gefühlsbandbreite.

Hervorragend neben ihr Rita Streich als Ännchen, die vor allem auch vom Stimmklang ideal zur Grümmer passte. Ihr Timbre war ebenfalls sehr klar, klang dabei immer rein und sanft, was zu der jungen Base im Freischütz schon deshalb gut passt, weil sie dadurch nicht - wie sonst häufig - albern klingt. Leider konnte sie wegen einer Erkrankung während der Aufnahmen ihre zweite Arie ("Einst träumte meiner sel'gen Base") nicht mehr aufnehme.

Gut und ausdrucksvoll, wenn auch etwas konventionell, singt Max Proebstl den Kaspar. Der Rest der Besetzung ist ebenfalls ausgezeichnet.

Nur mit dem Sänger des Max habe ich etwas Probleme: Hans Hopf war in den 50ern ein vielbeschäftigter Heldentenor, sang den Stolzing in Bayreuth, den Max u. a. auch in Salzburg (ebenfalls mit der Grümmer und Streich), muss aber live eindrucksvoller gewesen sein als auf Platte: Die Stimme ist groß und kraftvoll (gerade im Vergleich zu Peter Schreier bei Carlos Kleiber oder Rudolf Schock), leidet aber unter einem steifen Vibrato und klingt in der Höhe nicht frei, sondern nasal und häufig gepresst. Und so ist sein Max zwar imposant, aber nicht wirklich sympathisch.

Ein kleiner Schönheitsfehler (dafür und für die Klangqualität der eine Stern Abzug) einer ansonsten traumhaften Aufnahme - für eine Rundfunkaufnahme geradezu sensationell.
7 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 5. Mai 2011
An Elisabeth Grümmer,hier die "Freischütz" Aufnahme mit Erich Kleiber, die eine so klare, lyrische Stimme hatte, sollte unbedingt wieder erinnert werden. Leider gibt es nur wenige Aufnahmen von ihr, aber die sind unbedingt hörenswert!
R. P. Nippert
5 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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