Jeans Store Hier klicken Strandspielzeug b2s Cloud Drive Photos Alles für die Schule Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

3,0 von 5 Sternen
20
3,0 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 14. Juni 2008
... schwappt hier in einem wilden Mix aus psychischer Gewalt, exotischen Bildern, geschickt gewählten Musiktiteln und erotischen Obsessionen von der südlichen Hälfte des Globus in unsere DVD-Player ... Ein Erlebnis, das nachhaltig berühren und auch belustigen kann, wenn man in der Lage ist, die teils verwirrenden Bilder und Handlungsstränge der Regisseurin und (gemeinsam mit ihrer Schwester Anna) Autorin Jane Campion ("Das Piano") zu deuten, die allerdings mit einer FSK16 passender bewertet wären, ist doch sehr viel nackte Haut und Sex zu sehen.

Mutig gespielt wird die Geschichte von Kate Winslet ("Finding Neverland") als sinnsuchender australischer Twen Ruth (deren Familie ironischer Weise in einer Siedlung namens "Sans Souci" lebt) und Harvey Keitel ("Bad Lieutenant") als alternder sich die Haare färbender Macho-Deprogrammierer PJ, der eigens von der besorgten Mutter aus dem USA eingeflogen wird, um die Tochter "aus der Sekte" zu befreien. Tatsächlich wirkt Ruth nach ihrer spirituellen Erfahrung mit Baba im Vergleich zu ihrer paranoiden asthmatischen Mutter extrem natürlich und wach. Eben gar nicht "auf Droge" oder fremdbestimmt, sondern einfach aus dem Herzen lebend. Das macht ja westlich konditionierten Menschen oftmals eine entsetzliche Angst, die auch gut dargestellt wird.

Ruth wird von der Mutter unter falschen Behauptungen (der Vater habe einen Schlaganfall gehabt und liege im Sterben ...) aus Indien zurück nach Australien gelockt, um sie "aus der Sekte zu retten". Dort wird sie von ihrer Familie genötigt, Zeit mit PJ, dem Star der internationalen Deprogrammierer zu verbringen. Tatsächlich zeigt sich hier die Absurdität des Vorgehens bereits sehr deutlich: Die Familie übt genau den Zwang aus und ist unehrlich zu Ruth, den sie dem indischen Lehrer unterstellt hat. Dort war Ruth aus freien Stücken. Hier wird sie belogen und mit einem neurotischen Mann in ein Haus gesperrt. Nachts kommt die Schwägerin vorbei, die gleich mit PJ Sex hat, der schon von vornherein Bedenken äußert, allein mit Ruth zu arbeiten. Zu recht ...

In den folgenden Tagen läuft die Geschichte mehr und mehr aus dem Ruder... immer deutlicher wird, dass Ruth eine geheime systemische Verstrickung mit ihrem fremdgehenden Vater hat, die sie nun durch die Verführung PJs auslebt, der ihr mehr und mehr verfällt und auch seine eigenen - anscheinend ungeheilten - traumatischen Erfahrungen mit einem homosexuellen Guru berichtet. Als Carol (Pam Grier in einem kleinen aber intensiven Gastauftritt), PJs Freundin auftaucht, versteht sie sofort, was abläuft und ist sehr wütend. PJ versucht aber ihr (und sich?) einzureden, er habe alles unter Kontrolle ... Ruth demütigt PJ daraufhin mehrfach, zieht ihm ein Frauenkleid an, schläft nochmal mit ihm ... dann will sie fliehen, wird aber von PJ eingefangen und niedergeschlagen ...

Am Ende ist Ruth mit ihrer Mutter gemeinsam in Indien und schreibt heimlich an PJ, der ihr ebenso heimlich aus den USA antwortet. Beide spüren, dass etwas zwischen ihnen geschehen ist, das echt war, das nachwirkt in ihnen und das sie für wert halten, bewahrt zu werden.

Fazit: Aus meiner Sicht ein sehr mutiger Film, der Fragen aufwirft, wie z.B. mit welchem Recht eine degenerierte und geistlose Gesellschaft wie die westliche es sich anmaßt, Menschen zu bewerten und mit Gewalt aus Erfahrungen heraus zu holen, die für die Person selbst wertvoll und tiefgreifend sind. Und die Moral von der Geschicht: Wenn eine Frau mit ihrem Vater verstrickt ist und mit ihm schlafen will, findet sie einen, und wenn er sogar von der eigenen Mutter eigens engagiert werden muss, was dem Film in genialer Weise die Krone aufsetzt ... Keine leichte Kost, oder um es mit Hesse zu sagen: "Nicht für Jedermann - nur für Verrückte!"
0Kommentar| 17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. Mai 2014
Das indische Sektenthema hatte in den 70er und 80er Jahren schon Konjunktur. Jane Campion hat es 1999 nochmals aufgegriffen. PG Waters (Harvey Keitel) wird von der Familie angeheuert, um Ausreißerin Ruth (Kate Winslet) in drei Tagen ‘zurückzuholen‘. Das lässt sich alles sehr gut an: die Dialoge sind geschliffen, die Darsteller großartig und die Therapie scheint von Erfolg gekrönt. Doch schon bald schleicht sich Ironie durchs Hintertürchen rein, nicht nur der Gegensatz wildes Land und geordnete Großstadtsiedlung. PGs Gehilfen sind zwei Trottel und die Gags gehen in Richtung Slapstick. (Tante breitet die Arme aus, um einen Bub zu fangen, geht aber vorher weg. Bub springt in Leere.) Die Ernsthaftigkeit gerät in Gefahr. Aber das Streitgespräch bleibt niveauvoll und PG scheint erfolgreich zu sein. Bis das notgeile Schwesterchen von Ruth - man traut seinen Augen kaum - PG mit einem Blowjob erfreut. Als der dann auch noch über Ruth herfällt geht alles steil bergab. Sogenannter Therapeut vernascht Schutzbefohlene. Die Handlung läuft jetzt aus dem Ruder. Nicht grotesk, sondern einfach dämlich in ihrer vielfachen Beliebigkeit. In der letzten halben Stunde überschlagen sich die Ereignisse und der Zuschauer wird mit einem Mix aus FFE, will sagen alles zurück auf Anfang, erschlagen. Das ist aber keine Ironie. Auch wenn Ruth am Ende als strahlende indische Göttin erscheint.
Als Abrechnung mit den Sekten ist der Ausgang zu flach. Für eine kritische Betrachtung einer Psychoanalyse ist er zu unbefriedigend. Am Ende ist einfach Schluss.
Man schaut mit Walter Matthau zum Himmel und variiert den Titel: ‘Holy Moly!‘
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 31. Juli 2006
Warum der Film hier in Deutschland nicht aufgeführt wurde, ist für mich vollkommen unverständlich. Die Kritiken auf diversen Internetseiten waren überschäumend vor Begeisterung. Und mit Kate Winslet, Harvey Keitel und Jane Campion (Regie) gab es außerdem 3 gewichtige Gründe für Sehenswertes. Der Film liegt mir jetzt schon zu sehr am Herzen. Die 20jährige Ruth, gespielt von Kate Winslet (zusammen mit ihrem Part in "Vergiss mein nicht" ihre beste Rolle und in keinem anderen Film sah sie besser aus) ist in die Fänge eines Gurus geraten, während sie in Indien Urlaub macht. Ihre Freundin kann sich von der Sekte lösen und fliegt zurück in die Heimat, nach Australien, wo sie Ruths Eltern über ihre Tochter aufklärt. Sofort fliegt die Mutter zu ihr und schafft es unter dem gespielten Vorwand, dass ihr Vater zuhause im Sterben liegt, sie zum Rückflug zu überreden. Ruth will sich nur kurz von ihm verabschieden und dann zurückfliegen. Sie erfährt, dass ihr Vater bei bester Gesundheit ist. Von ihrer Familie und ihren Freunden wird sie festgehalten und in die Hände eines mehr als lässigen, scheinbar überlegenen, Macho mäßigen Spezialisten (Harvey Keitel) übergeben. Er soll ihr den falschen Glauben austreiben und hat dafür ein 3tägiges Programm ausgearbeitet. In einer australischen Einöde, auf einer kleinen Farm, fernab jeglicher Zivilisation muss Ruth mit ihm leben. Eine Geschlechterbeziehung unter sehr emotionalen Gesichtspunkten nimmt langsam aber sicher ihren Lauf. In den ersten 2 Tagen scheint noch alles gut zu gehen, P.J. bleibt cool, obwohl sich Ruth's lebhafter, verrückter aber auch unsicherer Charakter immer wieder mit derben Launen gegen den Austreiber" PJ Waters wehrt. Doch schon am 3. Tag des gemeinsamen Zusammenlebens hat Ruth PJ, ob nun unbewußt oder nicht, so weit gebracht, dass er ihr verfällt. Statt Religion kommt der Sex zum Tragen. Die Kräfteverhältnisse nehmen eine 180 Grad Wendung. Ruth genießt ihre Macht. Sie treibt seine Abhängigkeit auf die Spitze, versucht ihn dann aber zu stoppen, versucht sich sogar zu entschuldigen. Aber sie hat bereits ein Monster geschaffen. Und tiefste Abgründe kommen ins Spiel und dann auch noch die Liebe. Das Chaos erreicht einen Höhepunkt nach dem anderen. Kann das Ganze gut enden? Wohl nicht, oder?

Kate Winslet agiert in ihrer Rolle so verdammt genial, als ob es tatsächlich um ihr Leben ginge. Sie spielt mit einer Authentizität, die ganz und gar sprachlos und zitternd macht (Nein, ich übertreibe nicht). Und Harvey Keitel schafft die Wandlung vom Cool guy zum Häufchen Elend spielend. Ein paar Prisen Humor und Ironie sind sehr gut in das Drama eingestreut. Alles passt zusammen. Bitte bestellt alle diesen Film. Er wird euch gefallen, auch wenn ihr keine Kate Winslet-Fan seid. Obwohl, nach diesem Event werdet auch ihr so wie P.J. Waters und ich dieser Iconic Beauty" verfallen sein. Und es gibt kein Zurück. WOW!!!!!
0Kommentar| 25 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 22. September 2007
Der Film beginnt verheißungsvoll mit stimmungsvollen Szenen in Indien und mit dem Neil-Diamond-Song "Holly Holy" sowie einem urkomischen Aufeinandertreffen der ebenso unbedarften wie panisch verängstigten Mutter mit der lebenshungrigen und weltoffenen Tochter. Dies lässt einen zunächst auf ein Gesamtkunstwerk hoffen. Doch leider(!) entgleist >Holy Smoke< trotz des guten Einstiegs und einer an sich interessanten Story sehr schnell zu einem meist peinlichen Bilder-Reigen.

Spätestens wenn der mit Harvey Keitel völlig fehlbesetzte "Sektenexperte" auftaucht, kippt der Film völlig in billigen und stupiden Klamauk: Ein alter, häßlicher Mann mit gefärbten Haaren und ohne eine Funken Ahnung von Psychologie oder indischer Religion praktiziert Gehirnwäsche - primär mit seinem Frührentner-"Charme" und hektischer Triebbefriedigung. Dialoge auf Pennäler-Level und das überstrapazierte Wort "F....n" sollen wohl den extremen Mangel an Kenntnissen und sinnvollen Dialogen irgendwie ausgleichen, aber diese Senioren-Anmache wirkt stets nur ekelerregend.

Sicher hat es vor und während der Filmproduktion in Jane Campions Kopf mächtig geraucht und vielleicht war auch eine kleine heilige Rauchschwade (holy smoke) dabei. Aber außer Rauch, von dem man wünscht, er möge rasch abziehen, ist dabei nichts heraus gekommen.

Was diffus in Erinnerung bleibt: Evangelikale Landeier, eine notgeile Schwägerin, kiffende Dorfjugend, schwule Onkelz, Nackt- und Psychospielchen auf dem "Niveau" eines "Noch-n-Teeny-Film" und ein mit Lippenstift verschmierter "Sektenexperte" im rotem Kleid, der nach mehreren Nummern in der Missionarsstellung liebend gern und unbedingt zu "Baba" nach Indien möchte.

Fazit und Gesamteindruck: Zu Beginn buntes Leben, Ekstase und gute Musik in einem indischen Ashram. Den ganzen Film über konstant eine Kate Winslet, die sich redlich abmüht, etwas darzustellen, das von allen Anwesenden einhellig als >eine tragische Witzfigur in einem Trashfilm< bezeichnet wurde. "Holy Smoke" ist ein Film ohne Esprit und ohne Tiefgang, dazu passt die sinnfreie FSK-Altersfreigabe ab 12.
0Kommentar| 17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Februar 2014
Ruth Barron (Kate Winslet) is traveling through India and looking at the sights. Circumstance has it that she encounters a guru with the ability to change her life. She decides to stay in India with her new life. Her girlfriend traveling with her is appalled and rushes home to tell Ruth's parents what it happened.

The mother is convinced that her daughter has been brainwashed. So she lures her daughter back with a false statement that the father is dying. When Ruth gets home she finds that they have hired a deep programmer P.J. Waters (Harvey Keitel) to correct the situation.

Things do not quite go as planned and we go along for the ride.

This little ditty, written by Anna Campion and Jane Campion, is more like a story written by Steve Barry. It starts out very logical and very serious; slowly but surely it becomes more farcical until it reaches a hilarious off the chart situation.

Yes I know that this is formula, yet it is fun to watch it play out.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. November 2013
Ein typischer Campion-Film, den ich nirgendwo einordnen mag; weder in ein bestimmtes Genre, noch in das Genre "Genremix", weder als perfektes Kunstwerk noch als Trashfilm bezeichnen würde.
Es ist einfach ein Campion.
So wie ein "Seidl" nur ein Seidl sein kann, und sonst gar nichts.

Ja, sie bedient sich hier oft der Mittel des Trashfilms; aber mit Sicherheit beabsichtigt, also des GUTEN Trashfilms. Sie will überzeichnen und verfremden, um zu verdeutlichen, und sie will den Zuschauer auch irritieren und teilweise verarschen, denn so etwas hält wach und aufmerksam.
Meiner Sehart nach macht sie das meisterhaft.
Auch wenn zutreffend ist, dass der Streifen manchmal so wirkt wie eine Aneinanderreihung von übertriebenen, wirklichkeitsfernen Bildern, wie z.B. Ruth ( Kate Winslet), die ihrem vorgeblichen Retter (Harvey Keitel) als eine Devi erscheint, nachdem sie ihn in einem hysterischen Machtkampf besiegt und ihm etwas gezeigt hatte, statt er ihr.
Da diese Bilder aber gut und vielsagend sind: warum nicht ?

Auch hier wieder das Thema der weiblichen Sehnsucht nach bedingungsloser Liebe, die oft bei Gurus in Indien endet, weil sie auf "normalem Wege" nun mal nicht zu finden ist, und weil Gurus das Talent haben, energetisch durchzudringen zu ihrem Gegenüber und es in den Glauben zu versetzen, dass zumindest ihr brennender Wunsch nach Wahrgenommenwerden und Angenommensein und Teil einer nur der Liebe dienenden Großgruppe werden zu können, erfüllt sei.
Hervorragend und meistens glaubhaft dargestellt von der unnachahmlichen Kate Winslet, die in dem ebenfalls sehr empfehlenswerten Film "Marokko" schon eine ähnliche junge Frau dargestellt hatte; dort auch einen Guru aufsucht, der sie ebenfalls zurück schickt in das richtige Leben.

Eine Suche, die dann doch oft wieder nur in Sex endet.
Hier überraschend nicht im indischen Ashram, sondern in der australischen Pampa; nicht mit dem Guru, sondern mit dem, der ihn "austreiben" sollte. Genial.

Zuerst aber war auch ich nur enttäuscht, immer wieder enttäuscht.

z.B. verärgert darüber, dass der holy smoke nur von kurzer Dauer war, und man in der Pampa landete, statt im sinnlichen Indien.
Weiter darüber, dass Ruth nur ein paar Filmchen über Gurus, die sexuell missbrauchten und später ihre geliebte und ach so liebende Ersatzfamile in den Massenselbstmord schickten, brauchte, um sich weinend von diesem holy smoke abzuwenden und sich wieder irdischen Themen - SEX- zuzuwenden.
Wenn es so einfach wäre, hätte auch ihre Mutter sie befreien können, oder sie wäre gar nicht erst in die Fänge des "aufgedunsenen Baba" geraten, denn diese Infos über die möglichen Auswüchse des Gurucula hat doch wohl jede/r.

Ihre bitteren Tränen in den Armen ihres untauglichen Deprogrammierers über den erneuten Verlust der LIEEEEEEBE fand ich zunächst nicht glaubwürdig und auch ich fragte mich, ob Jane Campion hier mal ordentlich daneben gehauen hat, sich alles zu einfach macht, sich in Klischees und Antiklischees ergeht.

Nein, hat sie nicht - recht verstanden. Genau das alles war Absicht, meiner Meinung nach.

Auch meine Erwartungen, hier etwas mehr zu erfahren darüber, wie ein Mensch, der süchtig ist nach der gefährlichsten nichtstofflichen Droge - dem Sektierertum- fachmännisch deprogrammiert und der Heilung zugeführt wird, sind bitter enttäuscht worden, und auch bei mir gab es den Impuls, ärgerlich abzuschalten.

Aber: schon die Wahl des Schauspielers Harvey Keitel als Deprogrammierer hätte mir vorhersagen können, dass keine professionelle Entziehung zu sehen sein wird, denn der Typ sieht ja schon aus wie ein ungenesener multipel Süchtiger mit gnadenlos ausgelebter Sex- und Drogensucht.
Als er dann hier auftrat, warf ich Jane Campion eine absolute Fehlbesetzung vor und wusste auch sofort, dass die Nummer gewaltig in die Hose gehen wird.

Ist sie dann ja auch.
Aber: nur für die Zuschauer, die es nicht schaffen, sich zu lösen vom Thema Liebe, Erleuchtung, Sucht, Deprogammierung und Heilung.

Nicht aber für die, die sehen, was meiner Ansicht nach gezeigt werden sollte: dass all das Obige
ohnehin nur eine Illusion ist, bzw. anders entsteht und anders wieder vergeht als mit dem eingreifenden herkömmlichen Zirkus.
Immer die Selbstheilung das ist, worauf es ankommt, die meist durch die Erkenntnis ausgelöst wird, dass wahre Liebe ebenso sehr eine zu hoch hängende Traube ist wie die Erleuchtung, in der viele einen Ersatz für das Erstere suchen; beides ein Ideal, eine mentale Erfindung, der nicht hinterher gejagt werden sollte, da das Leben ohne so hohe Ziele als Wunschverstellung und Fixierung auf ihre angeblich mögliche Erfüllung genau so viel Spaß und Freude bringen kann.

Der Trashelemente - wie z.B. dem Keitel als Transe in einem hellroten Kleid, von Ruth so angezogen und geschminkt, damit er im Spiegel mal prüfen soll, ob er Lust dazu hätte, sich zu küssen- bedient sich Jane Campion meiner Ansicht nach deshalb, damit wir rufen : Was für ein Unfug, alles Quatsch.
Dann aber miterleben, dass dieses Spiel, dieser Quatsch, Prozesse auslöst, und zwar die richtigen.

Meiner Ansicht nach soll der Film auf der ganzen Linie desillusionieren und uns zeigen, dass wir alle einfach nur unzulängliche Menschen sind und es auch bleiben werden, und daher unsere Ziele etwas niedriger stecken und den Ball flach halten müssen.

So wie hier am Ende Ruth und ihre Mutter in Indien leben, aber nicht in einem Ashram, sondern einfach und bodenständig, normal, sinnlich, fröhlich UND gestresst, krank UND gesund, spirituell UND menschlich. Wie es sich gehört.

Für mich kommt Jane Campion mit allen ihren Filmen rüber als eine abgeklärte Frau mit feministischem Ansatz, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Wahrheit hinter dem Schein zu zeigen- vor allen Dingen die Tatsache, dass die angeblich schöne soziale Realität nur eine mentale Konstruktion ist, die mit der Wirklichkeit meist nicht viel zu tun hat.

Und die wohl auch darüber belehren will, dass Frauen anders lieben als Männer und eine andere Sexualität haben als Männer, und die zu zeigen versucht, wie Frauen den Durchbruch schaffen hin zu etwas, was beiden Seiten etwas bringen könnte.
So schon in ihrem Meisterwerk "Das Piano", für den sie einen Oscar erhielt.
Aber auch in allen ihren anderen Werken, wie nun der Krimi-Miniserie "Top of the lake".

Und eben auch hier unter "Holy Smoke", bei dem wieder Sex einen sehr großen Raum einnimmt.
Weil es halt ihr Thema ist, so wie es auch das Thema von Ulrich Seidl ist,
Beide wohl in gewisser Weise "Freudianer", also das Menschsein mit der Sexualität fast gleichsetzend, als dominante Lebenstriebkraft, die sich aber leider nur die wenigsten Menschen gewinnbringend erschließen und ausleben können.

Deshalb von mir 4 Punkte und Kaufempfehlung.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. März 2015
Die Protagonistin als Anhängerin einer Sekte darzustellen, die befreit werden müsse, finde ich ein bisschen verfehlt. Und sehr schön, dass darauf folgende Verwirrspiel, bei dem nicht mehr klar bleibt, wer hier eigentlich "Befreiung" braucht. Inhaltlich einfragwürdiger und düsterer Film, auf den ich hätte verzichten können. Aber die Wandlung der Protagonisten, die schauspielerische Leistung und die Interaktionen von K. Winslet und H. Keitel sind phantastisch. Dafür hat sich der Film "gelohnt".
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. November 2006
In diesem Film spielt Kate Winslet eine junge Frau die in Indien einem Guru verfallen ist. Durch einen Trick bewegt ihre Familie sie dazu nach Hause zurück zu kehren. Dort soll ein Spezialist gespielt von Harvey Keitel, die geliebte Tochter von den Lehren des Gurus wegbringen, in dem er eine Zeit mit ihr allein verbringt.

Als erstes muss ich natürlich Harvey Keitel und Kate Winslet erwähnen, die mich auch hier durch ihre schauspielerische Leistung überzeugen. Die Handlung kann man natürlich schon als ein wenig verrückt bezeichnen. Der Film sticht so aber aus der Masse hervor und bleibt für mich über die gesamte Strecke interssant ohne völlig überdreht zu wirken.

Insgesamt gesehen ist Holy smoke ein wohltuend anderer Film den man sich ansehen kann, wenn man von den üblichen Genres die Nase voll hat.
0Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. August 2014
Auch die Campions haben nicht wirklich verstanden, doch hat Anna vielleicht Erfahrungen mit dem "Gurutrip" gemacht. Anders könnte ich mir die neutrale bis wohlwollende Einstellung dazu nicht erklären, wenn die Bemühungen des amerikanischen "Experten" für Gehirnwäsche vollkommen scheitern dürfen und er sich derart bis auf die Knochen blamiert. Immerhin bleibt das demagogische, verlogene Anti-Sekten-Video unkommentiert und unwidersprochen im Raum, in dem sich noch einmal die Strategie von Politik und Kirchen zeigt, die verschiedenen Gruppierungen zusammenzumixen und bestimmte Exzesse einzelner Gruppierungen allen in die Schuhe zu schieben. Wie wenig verstanden wurde, zeigt sich, wenn zwar äußere Erscheinungsbilder von einem Ashram halbwegs ähnlich gezeigt werden, die wenigen geistlichen Aussagen jedoch wieder irreführend aus dem Hinduismus und dem Tibetanischen Bhuddismus entliehen werden. Worum es jedoch beispielsweise dem erleuchteten Meister OSHO ging, wird nicht einmal angedeutet. Die Darstellerriege bringt jedoch eine erstklassige Leistung und die Winslet ist in ihrer Schönheit und Schauspielkunst einfach überwältigend. Ein sehenswertes Zeitdokument.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. Oktober 2014
Die Darstellung des Lebens der Sektenmitglieder ist unsachlich, falsch, und irreführend.
Die daraus entwickelte Geschichte wenig logisch, und daher der Ursprung mißbraucht.
Wer einen solchen Plott braucht, sollte reale Hintergründe vermeiden, oder historisch korrekt arbeiten.
Auch die Darstellung der therapeutischen Arbeit ist fern der Realität.
Nur für Leute zu empfehlen, die Kate Winslet gerne sehen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

6,49 €
9,19 €

Benötigen sie kundenservice? Hier klicken