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am 4. Oktober 2006
ist diese Veröffentlichung der ersten Stereoaufzeichnung des Bayreuther Ring aus dem Jahr 1955. Nicht zu verwechseln mit der kürzlich bei Orfeo erschienenen Gesamtaufnahme aus dem Jahr 1956 in nahezu identischer Besetzung. Hört man diese Walküre mit ihrer singulären Besetzung und vor allem dem grossartigen Dirigat Keilberths wird dem Hörer bewusst, wie sich in über 50 Jahren Interpretation und Gesangskunst gewandelt haben und das gewiss nicht zum Vorteil. Deklamation und Gestaltung stehen an erster Stelle und die Sänger vermitteln eine grosse Authentität im Umgang mit der Musik. Keilberth lässt vom ersten Takt an das Drama vor Augen entstehen und bis zum Schluss wird man in einen Strudel hineingezogen, dem man sich nur schwer entziehen kann. Hotter und Varnay bilden ein wunderbares Vater-Tochter Gespann, daneben auch Vinay (welche Stimme! wenn auch wenig Text), Brouwenstijn (trotz Patzer im dritten Akt und Einwurf Keilberths)...homogene Walküren und auch Milinkovic als Fricka, alle geben ihr Bestes und der Klang ist superb ! Der Preis ist allerdings nicht ohne....Booklet mit netten Photos
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TOP 500 REZENSENTam 19. März 2007
Kaum eine Veröffentlichung hat im vergangenen Jahr derartig viel Aufsehen erregt wie dieser "Ring des Nibelungen" von den Bayreuther Festspielen 1955 - die erste Stereo-Aufnahme des Werkes überhaupt, jetzt erstmals überhaupt veröffentlicht.

Wer es noch nicht gehört hat, fragt sich vielleicht, warum: Immerhin gibt es aus den 50ern schon Bayreuther Ring-Mitschnitte unter Keilberth selbst, Knappertsbusch und Krauss mit fast identischer Besetzung und sehr ordentlichem (Mono-)Klang.

Um es gleich zu sagen: Das Klangerlebnis ist atemberaubend - als wenn man einen Film, den man immer in Schwarz-weiß gesehen hat, erstmals in Farbe erleben würde. Die Tonqualität ist mindestens so gut wie diejenige des 1967 entstandenen Böhm-Rings.

Und damit können sich die legendären Bayreuther Aufführungen der Nachkriegszeit erstmals auf Augenhöhe mit den großen Studio-(Solti, Karajan) und Live-Produktionen (Böhm, Barenboim, etc.) messen - und lässt fast alle hinter sich:

Die Balance zwischen Sängern und Orchester ist vorbildlich, der Orchesterklang ist natürlich, transparent und trotzdem voll, die Tempi sind temperamentvoll, aber nicht gehetzt, das Drama kommt optimal zur Geltung. Was die Sänger angeht, braucht sich diese Walküre ebenfalls nicht zu verstecken:

Hans Hotters Wotan klingt hier - anders als in der Solti-Aufnahme - mächtig, klar und souverän und rechtfertigt seinen legendären Ruf.

Ramòn Vinay, einer der meistbeschäftigten Tenöre im Nachkriegs-Bayreuth, singt den Siegmund mit einem vollen, baritonalen Klang und einer gewissen südländischen Eleganz - eine Darstellung, die denjenigen von Jon Vickers und James King nichts nachsteht.

Gré Brouwenstijn ist von den Plattenfirmen weitgehend ignoriert worden - zu Unrecht, wie sie hier als jugendlich-überschwängliche Sieglinde mit leuchtender Stimme beweist.

Star der Aufnahme aber ist Astrid Varnay - auch sie, neben Martha Mödl und Birgit Nilsson die führende hochdramatische Sopranistin der 50er Jahre, ist eine Sängerin, von der es gerade angesichts ihrer Bedeutung erstaunlich wenige Aufnahmen gibt. Hier können wir sie in Hochform erleben: Eine stimmlich sehr sichere, darstellerisch unglaublich intensive und sehr menschliche Brünnhilde mit einem reichen, dunklen, in der tiefen und Mittellage weichen, nur in der Höhe etwas scharfen Stimmklang.

Auch die übrigen Sänger zeigen das gleiche - hohe - Niveau.

Und so spricht eigentlich nur der bisher sehr hohe Preis gegen diese Produktion. Aber wer diesen partout nicht ausgeben will, kann ja als Alternative eine der zahlreichen Mono-Aufnahmen nehmen - z. B. den Keilberth-Ring von 1953.
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