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am 28. März 2006
wer von ungefilterter gefühligkeit die ohren voll hat, darf sie mal in richtung ja, panik halten. hier geht es süffig zu. und trotzdem trocken. seit kettcar und tomte mit ihrem modell postalternativer vollsentimentalität eine ganze generation von kulturjournalisten um den finger wickeln (der autor schliesst sich nicht aus), haben auch sie feinde. skeptiker, die den sinn deutschsprachiger rockmusik in weniger distanzlosem zucker verorten, ihn als bösen überbau betrachten, als opium fürs volk. derlei freche geister dürften diesem debüt einer band aus dem burgenland ein ohr schenken, nicht nur, weil der erste song nach rio-reiser-scherben-rabatz klingt. auf "ja, panik" wird nicht geschrammelt. powerchord-gebratze sucht man vergebens, die ganze turnschuh- und strickjackenkultur ist klanglich aussen vor. stattdessen lei cht dominantes klavier, klar artikulierter bass und eine sacht gebrochene romantik, die mit dem ganzen sehnsuchts-, jugend- und sturm-und-drang-ding spielt, ohne es zu zerstören, aber auch, ohne den anarchistischen kern darin ad acta zu legen. in guten momenten gelingt der band so eine unsentimentale neuformulierung von schluchzen und grübeln, in schlechten schiessen humor und hysterie über das ziel hinaus und geben dem ganzen einen etwas piefigen nachgeschmack von bemüht angeschrägter kunst. ein markanter, eigenständiger einstand.
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am 17. März 2014
Obwohl Debut nur halb stimmt, schliesslich formierten sich die Ja, Panik Jungs schon vorher zur Gruppe Flashbax.
Aber beschreiten wir mal den offiziellen Weg und sprechen von der "ersten" Platte.

Erstaunlich, wie stil- und vor allem textsicher hier zu Werke gegangen wird. Allerfeinster Alternativpop, grundsympathisch und ideenreich dargeboten. Klar, man merkt oft eine Beschränkung des musikalischen Handwerks, jedoch gleichzeitig die lobenswerte Ambition, eben nicht wie so viele Indierock-/ popbands klingen zu wollen. Fein ziselierte Töne, fern von jeglichem Jumpklimaxrock, nicht gewollt wirkend und verkrampft, sondern höchstauthentisch und ansteckend mitreissend. Manchmal natürlich auch existenziell und skeptisch bzw. kritisch. Immer stilsicher, immer eigen. Und dabei ist das grosse Talent von Andreas Spechtl absolut deutlich. Er trifft wunderbar die Stimmung, schafft Melodien, mitreissende Momente und grandios poetische Texte. Vielleicht am besten ausgedrückt durch den wunderbaren Song "Zwischen 2 und 4". Und er schafft es tatsächlich, niemals peinlich rüberzukommen. Und das trotz jenem "gefürchtetem" Denglisch. Wobei dieses Denglisch erstens ziemlich schnell eine Gewöhnung daran mitbringt und zum zweiten eine prima Möglichkeit ist Texte umfassender zu gestalten/reimen.

Fazit: starkes Debut, von den derzeit fünf Alben mein drittliebstes (nach "The angst and the money" und "DMD KIU LIDT")
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