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Kundenrezensionen

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am 9. Februar 2017
Willkommen im Reiche Wenders, doch wisset worauf ihr euch einlasst beziehungsweise wessen Werk ihr euch werdet hingeben dürfen:
Wim wandelt selbst bestimmte für erzählerisches Tempo geeignete Szenen in leise und langsame Poesie um, drum bringet Zeit, Geduld sowie Liebe zum Detail mit.
Ehe ich mich auf den eigentlichen Film beziehe, sei gesagt, dass die BD qualitativ mehr oder weniger dem US-Criterion-Pendant entspricht, letzteres besaß ich, bevor ich vor zwei Jahren die deutsche Version erhielt.
Zusätzlich zu den mir bereits bekannt gewesenen Extras (befragt von Roger Willemsen, wie auch bezüglich anderer Wenders-Werke), erleben wir hier u.a. Nastassja Kinski und Wim Wenders in Cannes, des Weiteren natürlich weitere Arthaus-Trailer, Apocalypse Now, Pulp Fiction und weitere Wunderwerke der Vergangenheit.

Es folgt nun der eigentliche Film, getragen vom Nichtvorhandensein der Hektik, beflügelt er uns außerordentlich - leicht überschätzt und doch die ihm entgegengebrachte Liebe wert.
Es handelt sich um einen Film, wie er den USA in einer Weise den Spiegel vorhielt, die von den dortigen Bürgern womöglich nicht auf Anhieb verstanden worden ist, so zumindest die Ansicht von Wenders.
Der Film nun beginnend, die Musik ertönt in zarter Verlangsamung, ein Zupfinstrument erzeugt entsetzlich müde Töne, von welchen aber auch eine gewisse Faszination ausgeht, resultierend daraus, dass sich die Musik nahezu perfekt mit unendlichen landschaftlichen Weiten der Leere deckt.
Die Töne werden alsbald etwas höher erklingen, die Umgebung lässt ein Texas in Reinkultur erstrahlen, zudem ist in diesem gigantischen Nichts nur ein einziger Mann zu sehen - alles staubtrocken, ein bildschönes Nirgendwo, lebend und schwebend auf ebendiesen sandigen Böden: ein einsames und flaches Haus.
Der sichtbarer werdende Mann (Travis) vermag mitnichten zu sprechen, weder beim baldigen Arztbesuch, noch in naher Zukunft bei seinem Bruder, welchen er - man hielt Travis für verschollen - Jahre über nicht mehr sah, Travis' junger Bruder ist inzwischen zum Familienvater herangereift, allerdings nur indirekt, denn die Zeugung des Kindes oblag anderswem...
Wunderschöne Bilder bilden den Charakter des weitläufigen Flachlandes, obgleich Wenders selbst sinngemäß sagte, die Bilderpracht sei kein Teil der erzählerischen Hintergrundintention gewesen.
Ob man den Film nun absichtlich schön gestaltet hat oder nicht, in jedem Falle sind die Bilder bemerkenswert, auch die Bildqualität ist äußerst solide, wenngleich nicht immer gänzlich überragend.
"Paris, Texas" hinterfragt gekonnt jenen Mythos, welchen wir mit den United States und den angeblich unbegrenzten Möglichkeiten verbinden.
Der noch weitestgehend stumme Travis erkennt seinen Bruder zunächst nur schwer, denn sein eigentlicher Kelch der seelischen Erinnerungsmechanismen, ist wahrlich eine gewisse Jane (Nastassja), ebendiese junge Dame wird deutlich später in dem wichtigen "nicht sichtbaren Dialog" den Kern ihrer Erinnerungen widerspiegeln und für uns erkennbar machen.
In einem Bistro versucht Travis' Bruder Walt abermals zu dem gar tot geglaubten Manne durchzudringen, jedoch zunächst ohne jegliche Form und ohne jeden Hauch von Erfolgsentwicklung.
Travis kommt in nicht allzu ferner Bälde dennoch ein Stück weit aus sich heraus, erstmals erhebt er die Stimme in nur einem einzigen Wort: "Paris".
Das Flachland so groß, ungenutzte Fläche wohin das Auge reicht, eine Umgebung, wie sie faszinierender kaum sein könnte, so verschwenderisch, dass es beinahe schmerzt.
Travis äußert, nun spricht er schließlich, teils merkwürdige Dinge, erweist sich aber als angenehmer und gutmütiger Gefährte.
Dabei trifft er bewegenderweise auf seinen Sohn Hunter, welcher sich Jahre über in der Obhut von Ersatzvater Walt und dessen Gattin befand, die, mag Jane auch noch existent sein, ebenfalls zu einer Art Mutter für Hunter hat werden können.
Kultig erscheinen die Aufnahmen des Films auch auf technisch-digitaler beziehungsweise elektronischer Ebene, so sehen wir das Kind etwa ein frühes Videospiel der 80er Jahre spielen, in "In weiter Ferne, so nah", griff Wenders dieses damals noch so faszinierend neue Medium erneut auf, allerdings bereits in portabler Form der 90er.
Nicht nur der Junge scheint neue Welten für sich zu entdecken, denn auch Travis wirkt nach Jahren der Abwesenheit, als würde er die Welt neu spüren, fühlend tastet er sich an sein Umfeld heran, als stünde ihm jeder Mensch, jeder Gegenstand zum ersten Male gegenüber.
Wir befinden uns in einem Traumhaus am Hange und Hügel, alles scheint perfekt zu sein und doch hat der Junge, was auch anfangs verständlich ist, nachdem nun alles so plötzlich erscheint und geschieht, Schwierigkeiten sich dem biologischen Vater zu nähern, etwa als sich dieser dem Versuche hingibt, den Jungen von der Schule abzuholen - nur keine Bange, später wird selbiges durchaus gelingen...
Auf einem Super-8-Film sieht Travis erstmals wieder seine Herzdame Jane, schwer muss es ihm fallen, diese amourösen Bilder auf sich wirken zu lassen, auf der anderen Seite dürfte es in seinem Bauche Schmetterlinge hervorbringen.
Bevor in von nun an nicht mehr allzu ferner Zukunft eine Reise in die Vergangenheit, d.h. gleichsam in die noch vor uns liegende Zeit entsteht, gönnt uns dieser recht melancholische, mitnichten mainstreamig anmutende Film dann doch noch ein paar Momente der Schwerelosigkeit, etwa in der amüsanten Szene mit dem Hausmädchen, wie sie Travis gewissermaßen mit Ratschlägen versorgt - nun gut, benötigt hätte man diese Szene nicht.
Die familiären Fotos ließen die Protagonisten in Erinnerungen schwelgen, doch das Schwert bleibt scharf und zweischneidig, denn es signalisiert uns eindringlich, dass es oftmals bereits viel zu schnell zu spät ist.
Ferner wird Walt's Frau die Angst ertragen müssen, den wie einen Sohn aufgenommenen Hunter mehr oder weniger zu verlieren, diese Diskussionen zwischen den 'Eltern' kann Hunter selbstredend hören - immer wieder faszinierend, wie Eltern nicht auf die Idee kommen, ihr Kind sei in der Lage trotz vorhandener Trennwände etwas zu verstehen.
Zuweilen umschmiegen uns kunstvolle Bilder bei Nacht, Beleuchtungskunst wie sie im Buche steht, ein Zauber, wie ich ihn nicht zu missen gewillt bin.
Eine schreiende Stimme spricht von einem gottverlassenen Tal - und gottverlassen träfe es wohl durchaus, denn die weitläufigen Areale sind derart menschenleer, dass selbige gar gespenstisch anmutende Gestalt annehmen, der Himmel über dem Highway, der Wüstenstaub der Winde wegen schwebend...
Mit Hunter und unter dessen Anwesenheit zum Zwecke des Mitsuchens und im Dienste der Wiederbegegnung, begibt sich Travis, ausgestattet mit nur wenig Information, zur zarten und feengleichen Jane in die Großstadt, die bisherigen Ersatzeltern des Jungen (zumindest für sie träfe es zu) sind weitestgehend beunruhigt, wollen den Bub aber auch nicht seiner familiären Flügel berauben, drum möge er hinfliegen wohin ihn das Schicksal führt.
Die Suche gestaltet sich keineswegs leicht, glücklicherweise verfügen unsere modernen 80er Jahre Protagonisten über funktionstüchtige Walkie Talkie's, um in Krisensituationen in Kontakt treten zu können, wir werden eine nicht gänzlich unspannende Verfolgung erleben, deutlich interessanter als manch eine Verfolgung in einem Gangster- oder Actionfilm, denn hier wünschen wir den Verfolgern tatsächlich, dass sie ihre Zielperson auch erreichen.
Jane wird sich nunmehr ihrer Arbeit hingeben, sie ist an einem Ort tätig, welchen der 7, in Bälde gar 8-jährige Junge unter Umständen noch nicht sehen sollte, zumindest wenn es sich bei einer der Mitarbeiterinnen um sein eigen Fleisch und Blut handelt - und oftmals droht sie sich dort wohl ihrer Würde zu entledigen.
Beinahe hätte Jane Travis bereits gesehen, doch die eigentliche Unterhaltung wird in nicht direkt sichtbarer Form stattfinden, im Zuge des zweiten Anlaufes trifft er nun auch endlich auf die ECHTE Jane, bildschön betörend sieht sie aus - und doch lebt ihre Ausstrahlung eher von Andeutungen und Verdecktem, von verborgenen Mysterien.
Seltsamerweise erkennt sie seine Stimme nicht - oder vermag es noch nicht wahrzuhaben, der sich entwickelnde Dialog wird nicht nur der seelische Kern, sondern auch der erzählerische Höhepunkt des Films sein und somit einem Punkt der alles klarer erscheinen lassenden Offenheit gleichkommen.
Zeitweise lässt er es sich - schockiert von ihrem Arbeitsplatze - nicht nehmen, auch die eine oder andere etwas plumpe Frage zu stellen, dabei schienen die beiden Turteltauben der nicht mehr gegenwärtigen Vergangenheit doch beinahe eine Verbindung aufgebaut zu haben - diese wird wiederkehren, sobald sich seine Stimme etwas beruhigt.
Beide reichlich irritiert, beginnt das Kommunikationsspiel erneut, diesmal jedoch in einer für sie langsam verständlicher werdenden Form, denn Travis berichtet von ihrer und seiner Wenigkeit in dritter Person, um die Leiden ein wenig zu lindern und um mithilfe der entfernten erzählerischen Perspektive den vonnöten seienden Abstand zu gewinnen, sodass er überhaupt zu berichten imstande ist.
Zu berichten bezüglich einer Beziehung, deren personifiziertes Bindeglied auf den Namen Hunter hört.
Travis betont, wie in der einstigen Liebe alles zum Abenteuer wurde, selbst der Weg zu einem Supermarkt, entwickelte sich zu einer ergreifend faszinierenden Exkursion interessanter Momentaufnahmen.
"Paris, Texas" ist eine kinematographische Reise, wie sie das Genre des US-Films, gleichwohl eher von außen betrachtet, fast schon neu erfunden hat, so hören wir, auch wenn der Film einen äußerst langen Atem zu haben scheint, gebannt zu, etwa auch hinsichtlich seiner Ansicht, ihre - nie vorhanden gewesene - Eifersucht hätte als ein Zeichen, gar als Liebesbeweis wahrgenommen werden können, nur schien er nicht zu spüren, dass sie ihn liebte.
Alles wird ihr nun, wir befinden uns nach wie vor in der dritten Person, Stück für Stück etwas klarer ins Bewusstsein gerufen, etwa wie auch ein Gerard Depardieu in "Elisa" langsam realisiert, dass Vanessa Paradis seine Tochter ist, so ergeht es Kinski im Bezug auf Travis sehr ähnlich, der Groschen fällt, gerettet (und zugleich erschüttert) ihre seelische Innenwelt...

Ihre Begründung, weswegen sie ihren Sohn aufgegeben habe, ließe sich folgendermaßen zitieren:
"Ich wollte ihn nicht dazu benutzen, die Leere in meinem Leben auszufüllen."
Obgleich es auch grenzwertig gewesen sein mag, sein Schicksal zu verlieren, wurde selbiges zumindest nicht fremden Wesen zuteil, sondern jenen Händen überreicht, von deren Wärme wir bereits unterrichtet waren.
Nächtens nun wieder dieser Zauber, dieses Spiel mit Farben, mündend in die liebevolle Wiederbegegnung, von Armen umschlungen, vom Herzen ersehnt, von der Seele erwünscht und vom Schicksal herbeigeführt...
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am 3. Mai 2017
Es ist mit Abstand der beste Film den ich je gesehen habe. Rein Objektiv. Wunderschöne Musik, atemberaubende Landschaft und super Schaupieler. Nasstasia Kinski, Harry Dean Stanton und Dean Stockwell.Jeden cent wert.
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am 21. Januar 2011
Nein? Macht nichts, denn diese französische Blu-ray enthält auch die englische Originalfassung des Klassikers (mit AUSBLENDBAREN französischen Untertiteln)! Nach der hochgelobten Veröffentlichung des Film in den USA (Criterion) bringt uns ARTE VIDEO nun endlich eine Blu-ray mit dem Regionalcode 2.

PARIS, TEXAS [1984]

Zum Film: Wim Wenders' viel zitiertes Meisterstück ist immer wieder ein Genuss. Drehbuch, Schauspieler, Regie und vor allem die grandiose Symbiose von Kamera und Musik sind einfach wunderbar und ein Fest für jeden Fan des visuellen Erzählkinos.

Zum Bild: Der Bildtransfer von PARIS, TEXAS ist von Wim Wenders persönlich überwacht worden und sieht (wie auch der amerikanische) größtenteils fantastisch aus. Bis auf ganz wenige Ausnahmen (winzige, sehr seltene Verunreinigungen oder Unruhen) bzw. die nicht 100% perfekte Überblendung der Eingangsschriften durch das französische Äquivalent, bietet diese Blu-ray einen mehr als würdigen HD-Transfer. Häufig sieht das Bild aus wie neu und die Farben springen regelrecht von der Leinwand. Schärfe und Plastizität stimmen auch. Toll.

Zum Ton: Neben dem französischen Track reizt natürlich in erster Linie der englische DTS-MASTER-5.1 Ton, welcher mit sehr guter Sprachverständlichkeit und einer präzisen Musikabmischung von Cooders Soundtrack punktet. Möchte man diese Originalspur OHNE Untertitel genießen, findet sich diese Option im Hauptmenü nicht. Wählt man aber den O-Ton mit französischen Untertiteln, sind diese während des Film manuell über die Untertiteltaste ausblendbar. Eine deutsche Spur gibt es nicht.

Bonus: Bonusmaterial ist vorhanden, ist aber in Französisch gehalten (Wenders spricht ja Francais) und soll an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden (Interviews etc.).

Zudem kommt die Edition in einem schicken Schuber daher, der gut zur Optik des Films passt.

FAZIT: Wer die englische Sprache beherrscht und eine Top Blu-ray im Stile der hochwertigen Criterion- (USA) oder Kinowelt/Arthaus-Veröffentlichungen sucht, ist mit dieser französischen Ausgabe sehr gut beraten. Klare Kaufempfehlung!
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am 14. Juni 2006
Da kann man eigentlich nur noch erstaunt den Atem anhalten, wenn man weiß, dass dermaßen große Filmkunst sich selbst genießen und dabei noch so gelingen kann.

Wim Wenders' "Paris, Texas" drückt in den Weiten und Totalen seiner bewegend epochalen USA-Bilder ein Gefühl von grenzenloser Freiheit aus, wie sie zugleich wieder für deren Protagonisten zum Verhängnis wird. Er gibt eine Sehnsucht wieder, wie sie wohl europäischer nicht sein könnte und trifft damit von außen, was amerikanischen Regisseuren immer nur im Western mit dem schwer genießbaren Beigeschmack der Gewalt gelungen ist.

Jenseits riskierter Melodramatik gelingt Wenders das Kunststück in allem die elementare Schönheit der Welt zu entdecken. Zum einen weil die Kameraarbeit von Robby Müller sie mit größter Geruhsamkeit zu entdecken versteht und zum anderen weil sie Filmmusiker Ry Cooder so hervorragend mit der Gitarre zu begleiten versteht. Auch die spielerischen Darbietungen vom jungen Hunter Carson (die wohl beeindruckendste darstellerische Leistung eines Jungschauspielers, die ich je gesehen habe), Dean Stockwell, Harry Dean Stanton und Nastassja Kinski sind dermaßen beeindruckend natürlich und auf gelungene Weise aus ihrer Zurückhaltung subtil, dass sie sich in der harmonisch-traumhaft-poetischen Bildsprache ebenso wiederfinden wie sie sich als Figuren in den endlosen Räumen ihres Schicksals verloren haben.

Wenders ist damit das im besten Sinne Hoppersche Gemälde europäischer Filmkunst und eine schwelgerisch-schöne Ballade auf einen sympathischen, weil uramerikanischen Helden gelungen, dass in seiner tadellosen Opulenz kaum nachahmbar ist. Ein Meisterwerk.
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am 25. Juli 2013
Wim Wenders hat mit Paris, Texas für mich seinen besten Film abgeliefert.
Die Geschichte um Travis der sich zusammen mit seinem Sohn auf die Suche nach seiner Frau macht und letztlich seinen eigenen Traum aufgibt um den seiner Familie möglich werden zu lassen, ist sowohl filmtechnisch als auch schauspielerisch hervorragend.
Harry Dean Stanton und Nastassja Kinski leben die Figuren geradezu und die Bilder der endlosen Weiten des amerikanischen Westens tun dazu ihr übriges und erwecken in einem nichts weniger als Fernweh.

Die Blu-ray ist absolut gelungen. Im Vergleich zur DVD hat das Bild im 1,78:1 Format erneut zugelegt ohne dabei den filmischen Grain-Look zu verlieren. Der Bildstand ist bis auf wenige Momente (z.b. Eröffnungsszene "Flycam" über die Wüste auf Travis)ruhig, das natürliche Filmkorn erhalten geblieben und Farben, Schärfe sowie Kontrast haben deutlich profitiert. Die Nachtaufnahmen zeigen bisher ungesehene Details.

Der Ton kommt sowohl in deutsch & englisch als 5.1 DTS-HD Master Audio was den Dialogen und dem genialen Soundtrack von Ry Cooder zugute kommt. Die Unterhaltungen sind absolut klar & gut zu verstehen, und der Soundtrack eröffnet die Weiten der Landschaft nun bis zum Horizont. Die Rear Speaker werden meist aber leider nur dezent eingesetzt wodurch es öfter am räumlichen Klang mangelt. Die Abmischung ist frontlastig.

Als Extras bietet diese deutsche Blu-ray:

Wendecover
Audiokommentar mit Wim Wenders
Geschnittene Szenen
Wim Wenders - befragt von Roger Willemsen
Kinski in Cannes
Super 8 Footage

Für Cineasten die auch mal in ruhigen Bildern und ausdruckstarken Gesichtern "lesen" möchten gibt es von mir ein Prädikat empfehlenswert
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am 12. Dezember 2013
Die DVD kam gestern bei mir an, war gut verpackt und ist ein Weihnachtsgeschenk, das sich meine Tochter ausgesucht hat. Ich denke und hoffe, dass sie sehr zufrieden damit sein wird!
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am 5. März 2017
Am Ende fragt man sich: Worum ging es nun eigentlich? Und darauf gibt es entweder viele weitere Fragen oder viele Antworten. Je nachdem, wie weit man sich in diesen Film fallen lässt. Es ist wie im Leben selbst. Nicht alles macht Sinn. Man könnte es kurz so zusammenfassen, dass durch eine Kurzschlussreaktion von Travis die Familie auseindergebrochen ist. Geplagt von Schuldgefühlen lässt er alles hinter sich und wandert durch die Wüste. Als ihn sein Bruder findet, beginnt der lange Weg zurück ins Leben mit dem Ziel, die alten Fehler wieder gut zu machen. Es gibt so vieles, was mich immer wieder tief beeindruckt, wenn ich diesen Film sehe. Diese wunderschönen Bilder und die genialen Schauspieler, welche einen durch ein Wechselbad der Gefühle schicken. Schön, dass der Film mit einem altert und man die Aktionen und Reaktionen der Figuren immer besser nachvollziehen kann, je mehr man selbst vom Leben erfahren durfte. Danke Wim Wenders, danke Sam Shepard!
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am 21. Februar 2006
Für mich immer noch der beste Film von Wenders. Grandiose Bilder, Harry Dean Stanton in seiner besten Rolle und ein wunderschöner Soundtrack von Ry Cooder.
Viele assoziieren mit diesem Film immer Langatmigkeit und Langeweile, aber genau diese Langsamkeit des Erzählstils ist eine regelrechte Erholung in der Bilderflut der modernen Stakkato-Schnitte und Wackelkameras. Das Auge findet Zeit, sowohl in schönen Landschaften und Architekturen zu schwelgen, als auch dem Minenspiel als Spiegel des Seelenzustands der Protagonisten zu folgen. Wer ein solch eindringliches, ehrliches und radikales Ausloten einer selbstzerstörten Seele wie der von Travis als langweilig empfindet, macht am besten auch einen Bogen um die übrigen Wenders-Filme.
Kennt man dank der DVD-Extras die schwierige Enstehungsgeschichte dieses Films, kann man Wenders' Mut nur bewundern. Und über Amerikas Ignoranz über diesen Film nur noch lächeln.
Die DVD kommt in einem wunderschön und wirklich liebevoll gestalteten Digipak daher, für das Kinowelt Lob gebührt! Wie für viele Veröffentlichungen in der Arthaus-Reihe. Ach, würden doch alle Anbieter soviel Sorgfalt und Detailliebe bei ihren Veröffentlichungen walten lassen!
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am 10. März 2012
Es gibt Filme, die sieht man und schon nach kurzer Zeit erinnert man sich an nichts mehr aufgrund der schnelllebigen Zeit. Dieser Film ist ein Ereignis der besonderen Art. Schon 28 Jahre, nachdem der Film erstmals in Cannes gezeigt wurde und nach rechtlichen Problemen erst Anfang 1985 in die deutschen Kinos kam, habe ich "Paris, Texas" nun erstmals auf DVD gesehen. Was diesen Film ausmacht, ist sicherlich nicht seine Handlung, die recht einfach gestrickt ist und vielleicht für manche nur sehr langsam vorankommt. Wer die knapp 140 Minuten Spielzeit durchhält, wird belohnt mit einem Feuerwerk von Bildern, die sehr schön fotografiert sind und im Gedächtnis bleiben. So stellt man sich Amerika vor. Dazu kommt die grandiose Musik vom Slide-Gitarristen Ry Cooder, mit dem Wenders oft zusammen gearbeitet hat, u.a. auch bei "Buena Vista Social Club". Wer sich auf die Atmosphäre des Films einlässt, wird diesen niemals langweilig finden. Die Figur des Travis wird von Harry Dean Stanton herausragend verkörpert. Nastassja Kinski war wohl selten besser als hier als gesuchte leibliche Mutter Jane. Wim Wenders hat schon tolle Filme gemacht. Dieser gehört zweifellos zu seinen größten und eindrucksvollsten Werken. Viele glauben sogar darin sein Meisterwerk zu sehen. Ich könnte mich dieser Meinung durchaus anschließen. Wenn es ältere Filme gibt, die unbedingt mal wieder im Kino gezeigt werden sollten, sollte dieser dazu gehören. Ich würde ihn mir anschauen wollen. Wer Bilder mag, wird diesen Film lieben.
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am 23. November 2004
Wenders schrieb einmal, dass zwei Bilder, sobald man sie aneinander schneide, gleich eine Geschichte erzählen würden - und er schrieb dies aus Resignation, denn eigentlich wollte er ja das Filmbild vor den narrativen Überformungen, vor der Indienstnahme durch die Erzählung bewahren.
'Paris - Texas' entstand in den frühen 80er Jahren als Trotzreaktion auf seine frustrierenden Erfahrungen mit der amerikanischen Filmindustrie (von 79-83 drehte er in mehreren Versionen für Francis Ford Coppola 'Hammet' und war am Ende doch gescheitert); der Film war sozusagen zugleich Befreiungsakt und Bekenntnis (zum europäischen Autorenfilm), und doch war es bis zu diesem Zeitpunkt auch sein narrativster. Überschaut man sein Gesamtwerk, dann markieren 'Paris - Texas' und 'Himmel über Berlin' (vielleicht die bis heute gelungensten Filme von Wenders, wenn auch nicht erfolgreichsten) sozusagen Marksteine seiner Entwicklung: von der programmatischen Verweigerung hin zum klassischen Erzählkino, wobei er noch immer seinen eigenen Zugang zum filmischen erzählen fand, sich selbst also letztlich treu geblieben ist.
Natürlich ist auch bei 'Paris - Texas' der Film nicht beschrieben, wenn man den Plot erzählt: diesmal geht es um keine Suche mehr, sondern um ein Ankommen, das Ankommen eines halb verdursteten Mannes (Travis, gespielt von Harry Dean Stanton) aus der Wüste zurück in die Zivilisation, wobei die Zivilisation zunächst nicht mehr ist als ein kleines Krankenhaus am Rande der texanischen Wüste. Ohne jede Erinnerungen hilft eine Visitenkarte mit der Telefonnummer von Travis' Bruder, der ihn letztlich bei sich zu Hause aufnimmt - wie schon Jahre zuvor dessen 7 Jährigen Sohn. Nach und nach freunden sich nun Vater und Sohn wieder an und begeben sich schließlich auf die Suche nach der seit Jahren verschollenen Mutter des Kleinen, Travis' Frau (Nastassja Kinski), die sie dann auch in einem Peep-Show-änhlichen Etablissement in Dallas finden.
Dabei lässt sich Wenders viel Zeit, und lässt auch seinen Figuren die Zeit sich und ihre Beziehungen zu entwickeln - das ganze wiederum in Bildern, die man vielleicht mehr noch als die Geschichte von diesem Film in Erinnerung behält - wie z.B. die nahezu endlose Dialog von Travis und seiner Frau, gefilmt vor (und hinter) der verspiegelten Scheibe des Peep-Show-Arrangements, die nicht nur die beiden trennt, sondern auch ihre psychischen Dimensionen offenbart.
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