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am 15. Februar 2006
William Wyler's "Die Erbin" ist unbestritten einer der großen Klassiker des Hollywoodkinos. Im New York des 19.Jahrhunderts wird die schüchterne und unattraktive Catherine Sloper von einem Verehrer umworben, was ihren Vater sehr überrascht, der den jungen Mann sogleich für einen Mitgiftjäger hält. Die aufbrechenden psychologisch subtil dargestellten Spannungen zwischen den Figuren kulminieren schließlich in einigen ungeheuer effektvoll gefilmten Szenen, über die ich nichts verraten möchte. Der furios gespielte und in sehr langen Einstellungen ruhig aber unerbittlich erzählte Film ist ein exzellentes Beispiel dafür, wie im klassischen Hollywood eine Geschichte komponiert wurde und wie ein großer Regisseur seine Figuren im Raum inszeniert. Es gibt nur wenige Filme, die so psychologisch genau, exzellent gespielt und virtuos inszeniert sind wie dieser und allein deswegen sollte man sich überlegen diese DVD zu kaufen trotz der folgenden Wermutstropfen.
Das erste Problem ist das weitgehend unrestaurierte Bild. Meine Aufzeichnung von Premiere ist sicher nicht schlechter als das von Verschmutzungen geplagte und gelegentlich zu körnige Bild. Universal erweist sich hier wieder als echtes Billiglabel.
Noch schlimmer ist aber ein unglaublich asynchroner deutscher Ton. Nach knapp einer Stunde beginnt der deutsche Ton ca. eine Sekunde zu früh und schon das ist sehr irritierend und ruiniert den Filmgenuß. Zum Ende hin wird das Problem noch gravierender und man kann den Film im Prinzip nicht mehr in der deutschen Fassung hören, weil der Ton mehrere Sekunden zu früh kommt, die deutsche Tonspur ist also unbrauchbar. Universal täte gut daran den Film zurückzunehmen und neu zu pressen.
Es tut mir in der Seele weh einen so bedeutenden Film mit einer scharfen Warnung versehen zu müssen, der Film bekäme 5 Sterne, aber die Umsetzung ist inakzeptabel. Wer die deutsche Synchro nicht braucht und mit einem mäßigen Bild leben kann, wird mit einem Meisterwerk belohnt. Man sollte allerdings eventuell abwarten, wie Universal auf die Tonprobleme reagiert.
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TOP 500 REZENSENTam 25. Mai 2011
Literaturverfilmungen dürften wohl zu den am schwierigsten zu realisierenden und am meisten kritisierten Filmprojekten gehören.
Möglichst werkgetreu sollen sie sein, insoweit herrscht wohl Einigkeit.
Nun erreicht man "Werktreue" aber nicht unbedingt dadurch, ein Buch einfach haargenau Szene für Szene, Dialog für Dialog nachzustellen; vielmehr möchten die Stimmung und die Atmosphäre der Vorlage möglichst genau eingefangen sein.

In "Die Erbin" ist dies wunderbar gelungen.
Enorm stilsicher, mit detailgetreuer Ausstattung, schöner Kameraarbeit und vor allem vier wunderbaren Hauptdarstellern wird die Geschichte von Catherine (Olivia De Havilland) erzählt, eine gebildete, aber auch schüchterne, wenig wortgewandte und nur mäßig attraktive junge Frau, die von ihrem verwitweten Vater (Ralph Richardson) aufgrund dieser Eigenschaften nur gering geschätzt wird.
Als sie jedoch den gutaussehenden Morris Townsend (Montgomery Clift) kennenlernt, der sie hofiert, blüht sie zusehends auf und widersetzt sich sogar erstmals ihrem Vater, der in Morris sofort einen Mitgiftjäger sieht und die Beziehung zu unterbinden versucht.
Catherine und Morris wollen "durchbrennen" und heimlich heiraten, aber als Morris erfährt, daß Catherine in diesem Fall kein Geld von ihrem Vater zu erwarten hat, lässt er sie sitzen.
Jahre später nimmt die inzwischen zur alten Jungfer und reichen Erbin gewordene Catherine eiskalte und perfide Rache an dem ehemaligen Geliebten...

Obwohl der Film einige Dialoge aus dem Buch nahezu wörtlich übernimmt, nimmt er andererseits auch einige recht deutliche Veränderungen vor:
So kommt zum Beispiel Dr Slopers zweite Schwester, die im Buch die einzige Person ist, deren Ratschläge der gefühlsarme und wenig zugängliche Doktor akzeptiert, im Film nicht weiter vor, Morris' Schwester wird deutlich lebensküger und sympathischer dargestellt, was ihr im Film mehr Respekt Dr Slopers einbringt und im Buch wird Catherine trotz allem von ihrem Vater enterbt, so daß ihr nach seinem Tod "nur" das Einkommen aus dem kleinen Vermögen ihrer Mutter bleibt.
Einige der stärksten Szenen des Filmes, so die, in der Catherine eine Nacht lang vergeblich auf Morris wartet, oder auch die wunderbare letzte Szene zwischen Catherine und ihrem Vater, kommen im Buch so gar nicht vor.

Der Film schafft es aber auf nahezu unglaubliche Weise, daß man diese Änderungen, auch, wenn man den Roman kennt, nicht als störende Verfälschung empfindet.
Ich bin vielmehr geneigt zu sagen, daß der Film das Kunststück vollbringt, trotz (oder gerade wegen?) einiger zum Teil sogar deutlicher Veränderungen den Effekt des Buches noch zu verstärken.
Die Tatsache, daß Morris merklich sympathischer dargestellt wird, als dies der auktoriale Ich-Erzähler in James' Roman tut, führt sogar dazu, daß der Film deutlich mehr Interpretationsmöglichkeiten bietet als der Roman.
Wenn zum Beispiel Catherine im Film ihrem Vater sagt, daß sie auch mit ihm zwanzig Jahre lang zusammengelebt habe, ohne daß dieser sie je geliebt habe und daß sie in einer Ehe mit Morris zumindest die Chance gehabt hätte, irgendwann seine wahre Liebe zu erringen, so zeugt dies von mehr erlangter Reife und Scharfsichtigkeit, als Henry James sie seiner Romanheldin zugesteht.
Und Catherines Bemerkung über Morris "Damals wollte er nur mein Geld, jetzt ist er gierig geworden und will meine Liebe dazu" ist ebenfalls ein Aspekt, den der Film eigenständig der Geschichte hinzufügt.
Es bleibt so im Film die Frage offen, ob Morris Catherine nicht doch immer schon gemocht und letztlich auch zu lieben begonnen hat (wenngleich er natürlich auch gerne in eine reiche Familie einheiraten wollte).
Der geniale Schluss mit Catherines letzten Worten "I can be very cruel - I have been tought by masters" kommt im Buch übrigens so auch nicht vor und ist ein wahrer Kunstgriff der Drehbuchautoren Ruth und Augustus Goetz, der das Ende des Romanes nicht verfälscht, aber ungemein effektvoll ergänzt.

Es liegt mir fern zu behaupten, daß William Wyler hier aus einem mittelmäßigen Roman einen guten Film gemacht hätte, die Romanvorlage von Henry James ist ein ohne Zweifel fesselndes und psychologisch einfühlsames Buch.
Wyler ist hier vielmehr etwas ganz anderes gelungen, nämlich aus einem schon sehr guten Buch einen sogar noch besseren Film zu machen.

Absolut empfehlenswert!
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TOP 1000 REZENSENTam 10. April 2016
Henry James Roman "Die Erbin vom Washington Square" erschien 1881 erstmals in Buchform und wurde bereits zweimal verfilmt. Die letzte Verfilmung war im Jahr 1997 durch Agnieszka Holland mit einer grandiosen Jennifer Jason Leigh, die aber nicht verhindern konnte, dass dem Film an der Kasse kein sonderlicher Erfolg beschieden war. Da war die frühe Verfilmung des Jahres 1949 weitaus erfolgreicher. Insgesamt 8 Oscarnominierungen (Bester Film, Beste Regie, Nebendarsteller Ralph Richardson, Beste Kamera, Beste Filmmusik, Bestes Szenenbild, Beste Kostüme und beste Hauptdarstellerin) konnten errungen werden und vier davon führten auch zum Sieg. Die Kostüme von Edith Head und Gile Steele, Aaron Coplands Musik, die Ausstattung und natürlich die wunderbare Olivia de Havilland in ihrer tragischen Rolle als Catherine Porter.

Olivia de Havilland wurde am 1. Juli 1916 geboren und wie bei Kirk Douglas (geboren am 9. Dezember 1916) steht in diesem Jahr der 100. Geburtstag bevor.
Regie führte der im Jahr 1902 in Mülhausen, Elsass (damals deutsches Kaiserreich) geborene Filmemacher. Wyler war in vielfältigen Genres tätig und hat insgesamt 12 Mal eine Nominierung als bester Regisseur erhalten. Dreimal konnte er ihn gewinnen. Im Jahr 1943 für "Mrs. Miniver", 1947 für "Die besten Jahre unseres Lebens" und 1960 für seinen berühmten Monumentalfilm "Ben Hur". In seiner Filmografie finden sich hervorragende Klassiker wie "Sackgasse", "Jezebel", "Wuthering Heights", "Geheimnis von Malampur", "Die kleinen Füchse", "Polizeirevier 21", "Weites Land" oder "Ein Herz und eine Krone". Auch "Die Erbin" gehört zu den großen Highlights seines Schaffens. Getragen wird der Film natürlich von der überragenden Darstellerleistung von Olivia de Havilland und ihren Co-Stars Ralph Richardson, Montgomery Clift und der Nebendarstellerin Miriam Hopkins, die alle eine ausgezeichnete Leistung erbringen.
Wyler hielt sich vor allem an das Theaterstück "The Heiress" von Ruth und Augustus Goetz gehalten, die den Roman von Henry James für die Bühne leicht veränderten.

Dies kommt der Figur der Catherine aber nur zugute - denn dadurch wird auch ihr Hass spürbar. Vor allem bei der Szene, in der sie sich weigert an das Totenbett des Vaters zu kommen, der nach ihr gerufen hat und in der Schlußszene, wo sie sich raffiniert an ihrem Liebhaber rächen wird. So verändert sich Catherine (Olivia de Havilland), das einzige Kind des angesehen Dr. Sloper (Ralph Richardson). Die Mutter starb kurz nach Catherines Geburt am Wochenbett. Sie soll sehr schön gewesen sein, wie der Vater immer wieder erzählt. Nicht so ein unscheinbares Mauerblümchen wie Catherine. Auch dies ist immer wieder ein Thema, dass der Vater anbringt. Die junge Frau ist wenig selbstsicher, in Gesellschaft sehr schüchtern und manchmal auch recht unbeholfen, simpel und nicht mit den raffinierten Attributen einer Dame ausgestattet. Dafür aber gutherzig und ehrlich und sie kann gut sticken. Das alles enttäuscht aber die Erwartungen ihres Vaters. Denn Dr. Austin Sloper, Anfang Fünfzig, ist in seinem Beruf äusserst erfolgreich und reich. Gegenüber Catherine ist er oft ironisch, manchmal auch abwertend, ohne dass es ihm wirklich bewusst ist. Der intelligente und sehr von sich überzeugte Mann wird von Catherine auch manchmal wegen seiner dominanten Art gefürchtet. Doch sie liebt den Vater. Das tut der Vater schon auch, doch unterbewusst wirft die Tochter immer den Gedanken an den Verlust seiner wunderschönen Frau auf, ein Schuldvorwurf steht immer latent im Raum. Slopers Schwester Lavinia Penniman (Miriam Hopkins) ist Witwe und kinderlos geblieben. Sie hat romantische Vorstellungen und nimmt sich Catherine an. Sie ist überzeugt, dass Catherine Unterstützung braucht andere junge Menschen kennenzulernen. Ein paar Anstupser in diese Richtung, auf Gesellschaftsbälle gehen und vor allem sich nich absondern.

Tatsächlich lernt Catherine auf einem dieser Bälle den jungen, gutaussehenden Morris Townsend (Montgomery Clift) kennen, der irgendwie Gefallen an ihr findet. Er hat eine kleine Erbschaft gemacht, das ganze Geld aber für eine ausgedehnte Reise durch Europa durchgebracht und lebt jetzt bei seiner Schwester Mrs. Almond (Betty Linley). Der junge Mann will auf jeden Fall Catherine wiedersehen und scheint verliebt in sie zu sein. Tatsächlich erwidert die junge Frau nach ein paar Tagen des Zögerns seine Gefühle Aber für den strengen Vater ist Morris ein Mitgiftjäger, der es auf das beträchtliche Vermögen von Catherine abgesehen hat. Sie ist durch das Erbe der Mutter reich und wird nach dem Tod des Vaters auch dessen noch viel größeres Vermögen besitzen. Der Vater will die Einwilligung nicht geben. Doch Catherine ist inzwischen so verliebt, dass sie sich gegen den Wunsch des Vaters stellen würde. Eine vom Vater vorgeschlagene Europareise von einem halben Jahr akzeptieren die beiden aber. Dort findet Catherine auch heraus, dass der Vater sie nicht wirklich lieben kann. Doch es wird noch dramatischer bei der Heimkehr...

Neben den grandiosen Darstellerleistungen zeichnet sich der Film auch durch seine unvergesslichen und berühmten langen Einstellungen aus, Wylers minutiöse Behrrschung von Licht, Kameratechnik und Licht. Durch das Erkennen Catherine, dass der Vater sie auch als peinliche Last betrachtet, verändert sie sich von einer extrem linkischen Frau zu einer verbitterten reichen Dame, die auf Rache sinnt und ihr Gefühl von Liebe inzwischen in Hass umgewandelt wurde. Sehr schön zu erkennen in den zwei Szenen, in denen sie jeweils die Treppen des Herrenhauses hinaufsteigt. Einmal als Sitzengelassene und das zweite Mal im bitteren Triumph, während ihr zurückgekehrter Verehrer verzweifelt an die Tür hämmert. Hervorragend auch, dass neben großartigen Dialogen nicht immer alles gesagt wird. Vieles an wahrem Gefühl bleibt im Dunkel. Klar ist, dass Morris ein Glücksritter ist - aber die Geschichte lässt offen, ob er wirklich nur ein reiner Mitgiftjäger war oder aber ob er doch für Catherine eine Zuneigung empfand. Man wird er nie erfahren. Ein schöner Film.
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am 15. September 2011
,.... und das nicht gerade sanft.

Es geht um ein nettes, schüchternes Mädchen(Olivia de Havilland), dass immer wieder zugesetzt bekommt wie hässlich es sei und das es nichts tauge. Dann eines schönen Abends kommt ein junger, netter Mann(Montgomery Clift) vorbei und verliebt sich in sie. Alle sind sehr erstaunt darüber und fragen sich "warum sie??". Erst wird an ihr herumgemeckert, dass sie nie einen bekommt und wenn es dann mal jemanden gibt, passt es ihrem Vater(Ralph Richardson) auch nicht. Es wird immer weiter auf dieses zerbrechliche Mädchen eingeredet und vom Schlimmsten ausgegangen, denn man glaube dieser Mann sei nur hinter ihrem Geld her. Daher braucht es auch keinen zu wundern, dass sie den Mann einfach fallen lässt...
Es war einfach ihr Umfeld: das ständige Kritisieren und Einreden des Vaters... Und wenn die eigene Familie immer gegen sie ist, war es ihr am Ende einfach nur noch egal was aus ihr wird...

Einfach genial gespielt von Olivia de Havilland und mit Recht für den Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet!!!

Als gute Seele und Tante von Miss de Havilland in dem Film "Die Erbin" ist eine weitere tolle und hübsche Schauspielerin zu sehen. Es ist Miriam Hopkins, welche ich aus zwei Bette-Davis-Filmen kennenlernen durfte.

Leider gibt es keine Extras auf dieser DVD, aber der Film spricht für sich.
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am 25. Juni 2006
Als großer Fan von Literaturverfilmungen und Kostümfilmen freue ich mich, dass ich nun endlich die Chance habe, auch DIE ERBIN zu besitzen. Im TV sieht man diesen Film leider auch selten. Natürlich wäre eine bessere Ausstattung mit Bonusmaterial schöner - dafür gibt es von mir einen Punkt Abzug. Andererseits ist es mir lieber, wenn solche Klassiker überhaupt erscheinen, als dass sie wegen strenger Kostenrechnungen gar nicht veröffentlicht werden.

Wie ich erfahren konnte, hat Universal die asynchrone Auflage unmittelbar nach Bekanntwerden des Problems zurückgezogen und eine neue Auflage veröffentlicht. Somit kann nun unbesorgt jeder zugreifen, der diesen tollen Klassiker mit Olivia De Havilland und Montgomery Clift besitzen möchte.
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am 18. November 2006
Ein ganz hervorragender Klassiker. Wenn man Literatur (Henry James' "Washington Square") verfilmt, dann so!

Atmosphärisch sehr dicht, tolle Ausstattung und Musik, sowie überragende Darsteller (ein wunderbares Ensemble: Olivia de Havilland, Montgomery Clift, Miriam Hokins und Sir Ralph Richardson).

William Wylers exzellente Verfilmung gibt soviel zu entdecken, das der Film auch nach dem x-ten male nicht langweilig wird. Unbedingte Kaufempfehlung!
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am 12. Oktober 2014
Dr. Austin Sloper (Ralph Richardson) ist ein wohlhabender, aus England stammender Arzt im New York des 19. Jahrhunderts. Seine Tochter Catherine (Olivia de Havilland) wohnt ebenso wie ihre Tante Livinia (Miriam Hopkins) an einer vornehmen Adresse. Catherine hat bisher ist eine gut gebildete junge Frau, die allerdings mit Männern bisher nicht viel am Hut hatte. Es fällt ihr schwer, ein eigenes Selbstvertrauen aufzubauen, denn ihr Vater trauert immer noch seiner einst bildschönen Frau nach, die im Zuge von Catherines Geburt starb. Einmal geht Catherine nicht ganz freiwillig mit zu einem gesellschaftlichen Anlass, bei dem sich die feine Gesellschaft von New York trifft. Die Männer wollen einmal mehr nichts von ihr wissen. Ein möglicher, von der Tante ausgewählter Kandidat macht eine Zeit lang den Gentleman, lässt sich dann aber wieder auf der Tanzfläche anderweitig einspannen. Dann aber taucht noch ein junger Mann auf, der ein Auge auf Catherine geworfen hat. Es ist Morris Townsend (Montgomery Clift), der ihr mit seiner Mischung aus Schmeichelei und Offenheit Eindruck macht. Er sucht Catherine in den folgenden Tagen immer wieder auf und erzählt ihr von sich. Obwohl das nicht alles dazu beiträgt, ihn ins beste Licht zu rücken, macht er kein Geheimnis daraus, dass er bisher vor allem von einer Erbschaft gelebt hat, aber sonst kaum einem Erwerb nachgeht. Catherine sieht darüber hinweg, weil sie Morris sehr mag. Bei ihrem Vater ist die Resonanz eine andere. Er drückt seinen Unmut aber nicht lautstark aus, sondern durch einen missachtenden Unterton in dem, was er sagt. Als Morris Catherine heiraten will, ist diese hell begeistert und ihr Vater skeptisch. Man einigt sich schliesslich darauf, dass der Doktor und Catherine ein paar Monate lang zusammen nach Europa reisen. Durch die Distanz soll sich Catherine wieder besinnen. Weil sie aber auch auf grosse Entfernung nicht von Morris lassen will, bricht man schliesslich die Übung mit der Reise ab und kehrt nach New York zurück. Noch am gleichen Abend trifft sie Morris und man beschliesst zunächst, am folgenden Abend zu heiraten, doch Catherine ist so auf Wolke sieben, dass sie die Heirat noch am gleichen Abend will. Trotz Morris Einwand, nichts zu überstürzen, will sie sich noch in dieser Nacht auf dem Haus absetzen. Morris sagt, er hole ein Fuhrwerk. Doch er kehrt die ganze Nacht lang nicht zurück. Das verbittert Catherine ziemlich schnell. Sie, die kaum je Teil eines engen Vertrauensverhältnisses war, sieht sich nun von ihrem Vater und ihrem Liebhaber betrogen. Ob da mit einer Rückkehr von Morris noch etwas zu retten wäre?
Dank der sehr glaubwürdigen Darstellungen ist „The Heiress“ (Paramount Pictures, 1949) eine Geschichte, die das Zeug zu mehr hat als zu einer banalen Herzschmerz-Schmonzette. Die wenigen beteiligten Figuren sind in gewissen Mustern verhaftet und finden nur schwer hinaus. Es fragt sich daher, wer da jeweils das sagt, was er meint. Man könnte es auch als Geschichte über verpasste oder vertane Chancen betrachten. Und damit das die richtige Wirkung auf das Publikum hat, braucht es eben die Schauspielerleistungen und die gekonnte Inszenierung durch William Wyler, wie sie hier zu sehen sind. Bei Paramount schien man mit Wylers Leistung auch zufrieden zu sein, immerhin konnte er dort nachher noch ein paar weitere gelungene Filme drehen. Wer sich nicht jedes, aber dafür jedes gute Melodrama zu Gemüte führen will, sollte diesen Film auf jeden Fall berücksichtigen.
Die DVD mit diesem Film ist bei Universal erschienen und man kann leider nicht gerade sagen, dass sie das Werk zelebriert. Vielmehr ist es eine äusserst schlank ausgestattete DVD. Sie hat nur den 110 Minuten langen Film vorzuweisen. Immerhin wird dieser in einem weitgehend sauberen schwarz-weissen 4:3-Bild gezeigt. Die Sprachen, aus denen ausgewählt werden kann, sind nur Deutsch und Englisch, beide in Mono und gut verständlichem Klang. Untertitel können über das etwas gewöhnungsbedürftige Menü auch nur auf Deutsch oder Englisch angewählt werden. Weitere Sprachen sucht man vergeblich. Bonusmaterial oder sonstige nennenswerten Hintergrundinformationen sind leider nicht enthalten. Fazit: ein sehr bemerkenswerter Film, aber die DVD wird ihm leider nicht gerecht. Das reicht noch für drei von fünf leeren Tanzbüchlein und einen kleinen Familienbesuch.
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am 20. November 2015
Hochkarätig besetztes Schauerbild der gesellschaftlichen Demütigung einer Frau. Sie trotzt letztlich allen Intrigen und Abwertungen durch ihre Umgebung, 'erreift' sich ihre Position und steht am Ende klar, glücklich und gefestigt 'ihre Frau'. Olivia de Havillands subtiles und stilles Spiel ist beeindruckend.
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am 29. Februar 2008
Ich kann mich den positiven Kritken nur anschließen. Dieser Film ist ein Meisterwerk und der 1997er Version um Längen überlegen! Hier noch ein paar Angaben zur Synchronisation:

Studio Hamburg im Auftrag des ZDF

Gesamtleitung: G. Trebitsch
Dialogbuch: Ursula Buschow
Dialogregie: Hans Harloff

Olivia de Havilland - Ingrid Andree
Montgomery Clift - Christoph Bantzer
Ralph Richardson - Edwin Paul Roth
Miriam Hopkins - Gisela Trowe

Witzig finde ich, daß Edwin Paul Roth der sonst M. Clift sprach (auch in der Erstsynchro von 1950) hier die Stimme von Ralph Richardson ist!

Die Synchronisation ist nicht schlecht - klingt aber zu "neu" - d.h. das Rauschen das nun mal zu einem alten Film gehört fehlt. Aber sonst finde ich sie gelungen.
Und ich habe das Glück, die Auflage erwischt zu haben, bei der der deutsche Ton synchron läuft.
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am 25. Februar 2006
Ich schreibe diese Rezension nur deshalb, weil die durchschnittliche Bewertung des Films hier nur 2 Sterne beträgt. Viel zu wenig für diese herausragende Roman- und Bühnenstückverfilmung von William Wyler. Olivia de Havilland zeigt eine beeindruckende Charakterstudie - ihre Leistung steht der von Bette Davis z. B. in 'Das Geheimnis von Malampur' in nichts nach, auch wenn 'Die Erbin' in einer ganz anderen Epoche und Umgebung angesiedelt ist. Dagegen fallen die Leistungen vor allem von Montgomery Clift, aber auch Ralph Richardson ab. Großes William Wyler Kino, das Maßstäbe setzt.
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