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am 21. August 2008
Dieser Filmtitel führt in die irre wie sonst kein anderer !
Der Höllentrip ( im Original "Altered States" Übersetzt : Geänderte Zustände bzw Beschaffenheiten ) wäre mit dem englischen Originaltitel wahrscheinlich unbeachtet geblieben. Deshalb, so denke ich es mir, wäre der Film in der Versenkung verschwunden und das hat er auf keinen Fall verdient.

Eddie Jessup ( William Hurt ) ist, wie seine zukünftige Frau Emily ( Blair Brown ) ihm ins Gesicht sagt :
"Du bist ein Besessener, wie FAUST, Eddie. Du würdest deine Seele verkaufen um die Wahrheit zu finden."
Eddie hat den frühen Tod seines geliebten Vaters nie überwunden, sich vom Glauben abgewendet und sich in die Wissenschaft gestürzt. Bei dem Versuch, mit einer mexikanischen Droge, in ein evolutionäres früheres Bewusstsein vorzudringen, geschieht bei den ersten Versuchen das Unglaubliche. Von seinem skeptischen Freund Mason Parrish ( Charles Haid ) untersucht, kann dieser feststellen, das er sich organisch verändert hat -Altered States-. Mason versucht Eddie von seinen Forschungen abzubringen, doch der denkt überhaupt nicht dran. Das Unvermeidliche nimmt seinen Lauf...

William Hurt verkörpert glaubhaft den arroganten Eddie Jessup, der das typische Sinnbild eines Wissenschaftlers ist, der meint, in seinem Wahn alles erfassen zu können, egal um welchen Preis. Egal was geschieht, ich muss der erste sein der ES, egal was ES sein mag, geschafft bzw erreicht hat. Vor nichts wird zurückgeschreckt. Wahrheit um der Wahrheit Willen. Es entsteht eine eskapistische Atmosphäre, aus der es kein Entrinnen zu geben scheint.
Deshalb hat Blair Brown als Emily Jessup, die alles tut um ihren Mann von den Selbstversuchen abzubringen, zunächst keine Chance. Das Alltagsleben ist nichts für einen Eddie Jessup.

Ken Russel, dem der filmische Mainstream ziemlich egal ist, hat mit Kameramann Jordan Cronenweth und den Spezialeffekten von Brian Ferren eine gewaltige visuelle Bilderflut geschaffen die es in sich hat. Grundlage war das Drehbuch von Sydney Aaron, ein Pseudonym von Paddy Chayefsky. Der herrlich verstörende Film wird mit einer hervorragenden Musik von John Corigliano unterstützt.

Das einige Rezensenten Punkte abziehen für die technische Umsetzung kann ich nachvollziehen, aber mir ist der eigentliche Film, der in einer ordentlichen Fassung vorliegt, doch wichtiger. (10/10)
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TOP 1000 REZENSENTam 29. April 2012
Wird der Geist vollständig von Außenreizen abgeschirmt, stellen sich bald
Halluzinationen und ein verändertes Bewusstsein ein. Reizdeprivation kann für neurologische und psychologische Experimente oder zur Bewusstseinserweiterung eingesetzt werden, zum Beispiel mittels eines Isolationstanks. Und in solch einem Tank befindet sich der hochbegabte und eigensinnige Wissenschaftler Eddie Jessup (William Hurt).
Zur Seite steht ihm seine Kollege Arthur Rosenberg (Bob Balaban). Beide Männer wollen den menschlichen Geist erforschen und neue Erkenntnisse über den Sinn des Lebens herausfinden.
Besonders Jessup ist ein beinahe vom Wahnsinn getriebener "Mad Scientist", der ordnet alles Private seinen Forschungen unter. Trotzdem lässt er sich auf eine Affäre mit der schönen Ärztin und Wissenschaftlerin Emily (Blair Brown) ein und heiratet die Frau.
Einige Jahre vergehen. Jessup ist mit seiner Ehe und seinem beruflichen Stillstand unzufrieden, am liebsten möchte er seine Tests von einst wieder aufnehmen. Denn noch immer glaubt der Universitätsprofessor, dass Bewusstseinszustände so real wie unser Wachzustand sein können.
Er reist nach Mexico und nimmt dort an der Ayahuasca-Zeremonie eines Indianerstammes teil.
Bei der Teilnahme an diesem Ritual und der erstmaligen Einnahme der entscheidenden Pflanze und Droge, erlebt er Rauschzustände, die ihn nicht mehr in Ruhe lassen und von denen er glaubt, dass sie ihn an den Ursprung allen menschlichen Lebens zurückbringen, zu dieser ersten menschlichen Seele.
Er nimmt immer regelmäßiger von dieser Droge ein, setzt sich wieder in seinen Isolationstank und versucht den geschätzten Kollegen Mason Parrish (Charles Haid) für die Experimente ins Boot zu holen.
Unkrontrollierbare, schreckenserregende Veränderungen beginnen und faszinierende Halluzinationen eröffnen ihm geheimnisvolle Welten und neue Dimensionen - die werden aber auch zur Gefahr für seine Mitmenschen. Denn tatsächlich verändert sich der Wissenschaftler und er verwandelt sich sogar zeitweise in einen Urzeitmenschen mit primitiven Jagdinstinkten...
Ken Russell drehte "Der Höllentrip" im Jahr 1980 und sein Genrebeitrag wurde rasch zu einem Kultfilm.
Dabei liefert das Drehbuch von Paddy Chayevsky nach dessen eigenem Roman eine sehr interessante neue und dennoch klassische "Dr.Jekyll und Mr. Hyde" Variante.
Typisch für Russell herrscht auch in "Der Höllentrip" eine stark symbolhafte Bildsprache, es hat ihm sicherlich irre viel Spass gemacht die eindrucksvollen Visionen in seine düstere Horrormär zu packen.
Geschickt montierte Farbkaskaden, Mikro-Aufnahmen und Überblendungen formulieren diese Rauschzustände, wie es sie in dieser Form wohl kein zweites Mal gegeben hat und die weit entfernt von den heutigen Computer Tricks und Effekten sind.
Dabei geht es nicht nur vordergründig um die Horrorgeschichte eines durchgeknallten Wissenschaftlers, sondern es gilt zu ergründen, inwiefern die menschliche Zeitgeschichte Bestandteil menschlicher DNS ist. Wie viel Erinnerung sind wir wirklich? Wo kommen unsere Instinkte her? Wo sind sie gespeichert - und wie kommt man da heran?
Der Film ist grandios, lediglich das abrupte Ende erscheint etwas banal und kitschig.
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am 9. November 2015
" Als Kind schon hatte ich Visionen von Engeln und Heiligen und manchmal von Jesus selbst..."
Glänzende Metallwände- in der Mitte des Raumes, der wie ein Art Deco Höllenszenario wirkt ,steht ein zylinderförmiger Isolationstank, so gross und schmal, dass gerade ein menschlicher Körper darin Platz findet.
Bis zum Rande angefüllt mit Salzwasser ist der Behälter . In diesem klaustrophobischen Sarg aus glänzendem Stahl, ein Mann dessen Kopf mit Sauerstoffschläuchen versehen durch das kleine Bullauge starrt.
Todesangst, schalldichte erstickende Höllenqual. Ein Mitarbeiter beobachtet durch eine Glasscheibe umgeben von Kontrollmonitoren die Tortur .
Der Delinquent in dem Isolationstank ist Dr. Edward Jessup ( Wiliam Hurt) der sich manisch nur einem Wissenschaftsgebiet verschrieben hat.
Der Erforschung aussergewöhnlicher Bewusstseinszustände durch das Überschreiten der Trennlinie von Tod und Leben, von Diesseits und Jenseits . Die tiefsten Abgründe des menschlichen Gehirns zu erforschen, mit Hilfe von gefährlichen psychoaktiven Drogen im Selbstversuch , Ekstasezustände zu erreichen, die jeden LSD Trip zum Kindergeburtstag werden lassen und Geist und Körper auf eine Reise schicken zu den schlimmsten Dämonen des Unterbewusstseins, das ist die verhängnisvolle Passion des jungen ehrgeizigen Wissenschaftlers.
Professor Jessup erwartet sich durch diese halluzinogenen Selbstversuche ohne Rücksicht auf seine Psyche und seinen Körper Antworten auf die zentralen Fragen der Existenz . Antworten auf die Rätsel des Universums, das Mysterium Gottes und der Schöpfung, Beweise für Himmel und Hölle.
" Ich versuche mir Substanzen zu verabreichen, die den biologischen Prozessen eines schizophrenen Gehirns gleichen", erzählt er voller Stolz und lächelt dabei mit abwesender Mimik.
Als Jessup sich auf die Suche nach einer indianischen Teufelsdroge tief in den mexikanischen Urwald begibt und sich diese im Flackern der Lagerfeuer im Kreis murmelnder weißgeschminkter Schamanen tatsächlich einverleibt ist sein Schicksal besiegelt. Ein Gebräu aus psychedelischen Pilzen, Wurzeln und Menschenblut. Das grelle monströse Delirium ,das Jessup nun durchlebt, wird selbst die satanischen Wahnvorstellungen eines Hieronýmus Bosch in die Schranken verweisen.

Wenn psychische Angstzustände und grauenhafte Visionen sich in physischen Mutationen transzendieren, dann erleben wir im Sessel verkrallt selbst auf der Leinwand den Höllentrip der grotesken Bilder , den fiebernden Irrsinn, der stakkatohaft in unsere Sinneszellen donnert.
" Altered States- Der Höllentrip" ist in seiner exzentrisch aufwühlenden Intensität und bizarren Phantastik einzigartig. Existenzialistisches Drama, Drogenexzess , Body Horror und Mad Scientist Achterbahnfahrt in einem. Viele Motive von frühen David Cronenberg Filmen werden aufgegriffen, auch ist " Altered States" direkter Vorläufer von dessen Schreckensvision " The Fly" und der abgedrehte DrogenTrip schlechthin, der bis heute ästhetisch artverwandte Filme von " Enter the Void" , " Jacobs Ladder" , " Flatliners" , Tarsem Singhs " The Cell" oder " Fear and Loathing in Las Vegas" bis hin zu " Requiem for a dream" beinflusst hat.
Wer Wahnsinn und Rauschzustände glaubhaft inszenieren will, muss selbst teilweise einen Hang zum exaltierten Irrsinn haben. Und wer wäre in dieser Hinsicht besser auf dem Regiestuhl geeignet gewesen als der Brite Ken Russell.
Der Mann, dessen " The Devils" zu den denkwürdigsten Skandalfilmen der siebziger Jahre gehört, durfte sich hier in seinen maliziösen ,von Sex- , Katholizismus- und Gewalt-Symbolismen durchdrungenen Alptraumbildern so richtig genüsslich austoben.
Mit allen Sinnen rasen wir selbst atemlos in einen Strudel der suggestiven Schreckensbilder mit einer spektakulären Soundkulisse , soghaft montierten surrealen Szenen ( Ken Russell nutzt Zwischen- Frames, wie auch schon erlebt in Friedkin' s " Der Exorzist" , also blitzschnell hineingeschnittene Schock Motive , die direkt im Unterbewusstsein wirken) und visueller Opulenz.
Ken Russell ist experimentierfreudig, völlig abgehoben , prachtvoll in obszönen Allegorien , grell und makaber, wie wir es danach nur noch selten von ihm erlebten.
Ein explosiver , völlig absurder Drogenrausch ,wie eine Feuerwalze, die uns überrrollt.
An Kreuzen windet sich blasphemisch ein nackter Jesus mit dem neunäugigen Kopf eines Ziegenbocks. Römer in blutroten Mänteln, die vor lodernden Flammen nackte Frauen erdolchen. Schlangen, die sich zischend um Kruzifixe winden. Vulkane, die ihren Feuerrregen über Golgatha speien und Menschen ,die in Wüstenstürmen zu Sphinxen aus Treibsand erstarren.
Ein unnachahmlicher Wirbelsturm von delirierenden Farben, Formen und extravaganten Masken- und Bodyhorror Effekten am Rande der menschlichen Vorstellungskraft.
Bald wird Edward nicht mehr wissen ,was ist Realität was Drogentrip und während Frau und Freunde nur noch entsetzt zusehen können, durchlebt sein Körper eine Metamorphose hin zu einem fremden urzeitlichen Wesen.

Fabelhaft schrill, effektiv und eindrucksvoll sind all diese Drogen Visionen umgesetzt und sie sind es auch, die " Altered States" bis heute zu einem Erlebnis machen. Leider verliert der Film jedoch in den realen Szenen, die dann mit geschwätzigen Dialogen rund um wissenschaftliche Spekulationen mit viel neurologischem Fach Vokabular die Spannung immer wieder ausbremsen.
Auch die Familienhintergründe , die Liebesbeziehung zu Anthropologin Emily bleiben blass. Im Grunde wartet der Zuschauer bei all dem Gefasel immer auf den nächsten bildgewaltigen Drogentrip. Die Empathie für das Schicksal der Protagonisten , wie es Cronenberg in " The Fly" erzeugen konnte, bleibt bei " Altered States " auf der Strecke.
Erübrigt sich zu sagen, dass mit einem etwas ideenlosen Schluss natürlich auch keine der existenziellen Fragen beantwortet werden.
" Das Schrecklichste an den letzten Wahrheiten ist, das es gar keine letzten Wahrheiten gibt" flüstert Edward am Ende.
Hmmm, haben wir es doch geahnt. .....und Fussball ist wie Schach nur ohne Würfel.
Seis drum, eine faszinierendere Astralreise in schillernde Rauschzustände wird man so schnell nicht zu sehen bekommen.
Bild- und Tonqualität dieser DVD Ausgabe sind ebenfalls sehr gut, Extras jedoch Fehlanzeige.
" Altered States"- ein wahnsinniger Trip, ein besessener Regisseur, ein wilder unheimlicher Genuss - dafür entschwebte fünf Sterne.
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am 17. Dezember 2015
Zwei unverzichtbare Vorbemerkungen: Wie auch manch andere Rezension zu dem Film ist auch meine NICHT SPOILERFREI !!
Die Frage, die ich schon unter mancher Rezension in Form eines Kommentares lesen durfte, wen denn so eine lange Schreibe interessiere, ist ganz einfach zu beantworten: Derjenige, der sich nicht nur einen tollen Film hereinziehen will, sondern sich eventuell auch tiefere Gedanken dazu macht und seine Gedanken und Überlegungen durch die von anderen Filmfreunden bereichern will. Und das sind nach meiner Erfahrungen nicht wenige Filmfreunde und Rezensenten.

"Altered states", geänderte (Bewußtseins)zustände, ist der korrektere Titel als "Höllentrip", letzteres ist nur ein Aspekt des Filmes von Ken Russell aus dem Jahre 1980, gedreht nach dem Buch und Drehbuch von Paddy Chayefsky.
Er handelt von dem Wissenschaftler Eddie Jessup (William Hurt mit einer Glanzvorstellung), seinem Kollegen Arthur Rosenberg (Bob Balaban) und Jessups Ehefrau Emily (Blair Brown), ebenfalls Wissenschaftlerin mit einem Traumkörper, welcher nackt in einer Traum-oder Drogenrauschszene eine ganz besondere Bedeutung und Symbolik hat, dazu später mehr.

Nachdem der Großvater auf dem Sterbebett dem damals 16jährigen die letzten 3 Worte ("Es ist entsetzlich") zugeflüstert hat, sind die teilweise religiös-symbolischen Träume von Eddie verschwunden. Zunächst zu Beginn seiner wissenschaftlichen Tätigkeit forscht er mit dem Kollegen über Auswirkungen der Deprivation (weitestgehende Reizabschirmung) aufrecht stehend in einem Tank mit Salzwasser bis zum Halse, auf dem Kopf eine Art Taucherhelm, über den er mit Atemluft versorgt und mit einem EEG verkabelt ist. Diese Experimente führen zu einer Art Versinken der Seele oder des Bewußtseins in sich selbst und frühere Zeit.
Nach Heirat und jahrelanger unbefriedigender wissenschaftlicher Arbeit will er in diese Richtung weiterforschen, zunächst bei einem isoliert lebenden, aber gastfreundlichen Eingeborenenstamm in Zentral-Mexiko, wo die Menschen sich mittels Pflanzenextrakten, die psychotrope Alkaloide enthalten (und ein paar Tropfen Menschenblut, auch von ihm). Dies soll zu einem für alle gleichartigen Trip ins Un-oder Unterbewußte führen, wovon sich der Wissenschaftler die Klärung grundlegender Fragen erhofft.
Nach einer kleinen Kelle des Suds verfällt er fast schlagartig in einen "Psychotrip", in dem Ken Russell sich so richtig in einem Lieblingsthema filmisch "austoben" kann, im positiven Sinne gemeint. Jessup und wir sehen fantastische Bilder und Sequenzen eines psychedelischen Erlebens mit grausamen Gestalten, real oder als religiöse und blasphemische Bilder, so zum Beispiel einen Christus am Kreuz mit dem grotesken Kopf einer Ziege mit 9 Augen, der sich hin-und herwindet, Schreckensszenarien von Erdolchungen von Frauen vor der Kulisse eines loderrnden Feuers, Bilder, die bei empfindsamen Menschen Grauen auslösen können, ich habe mehr die überbordende, in genial schaurig-schönen Bilder von Russells Phantasien bewundert. Und um jetzt auf die nackte Blair Brown zurückzukommen: Großartig gefiel mir eine Szene gegen Ende des mexikanischen Drogenrausches, in der Jessup nackt auf der Seite im Wüstensand liegt, die ebenfalls nackte Emily in der beim Hatha-Joga "Kobra genannten Haltung, in der in flacher Bauchlage bei leicht vorgestreckten abstützenden Armen der Kopf und Oberkörper fast senkrecht aufgerichtet werden. Es kommt ein Sandsturm auf, der beide allmählich in Skulpturen verwandelt, wobei Emily wie eine Sphynx mit perfektem Busen aussieht, den hat Blair Brown tatsächlich, und mit weniger tollem Körper wäre diese prachtvolle Szene nur durch mehrTricksereien zu bewerkstelligen gewesen.
Enttäuscht von der "Scharlatanerie" reist er zurück zu seiner Forschungsstelle und fasst trotz der Bedenken der Kollegen und seiner Frau Emily, Anthropologin, einen folgenschweren Entschluss: In einem anderen Tank, in dem er in einer 10%igen Magnesiumsulfat -Lösung liegt (ich lasse mich gerne korrigieren), die Deprivationsexperimente mit sich selbst als Testperson unter dem Einfluss des psychotropen und hallizinogenen Gebräus wieder aufzunehmen. Und damit kommen wir nach meiner Ansicht zum Kernthema von Russells auch durch großartigste symbolische Traumbilder so sehenswerten Film!
Aus der Entwicklungsgeschichte wissen wir, dass nach Vereinigung des genetischen Materials von Ei-und Samenzelle der Beginn der individuellen Menschwerdung statt findet. Das Großartige daran ist, das die Natur, die Evolution oder auch, wenn man es glaubt, ein höheres Wesen oder eine unbekannte Universalseele, den Menschen nicht neu "erfunden oder entwickelt" hat. Innerhalb von wenigen Monaten wiederholen wir im Mutterleib die Geschichte de Lebens vor Milliarden von Jahren, beginnend mit dem Einzeller, durch wiederholte Zellteilungen entsteht ein kugeliger Mehrzeller bis hin zu einem "Hohltierchen" mit einer Außen- und Innenhaut (Ektoderm und Entoderm, später zwischen den beiden Svhichten ein Mesoderm) , aus denen sich im Lauf der Geschichte der Fauna inzwischen ausgestorbene und neue Lebewesen entwickeln, bis hin zu uns. Auf dieser Evolution oder Entwicklungsgeschichte im extremen Zeitraffer machen wir auch das Stadium eines Fisches oder einer Kaulquappe mit Kiemen und Schwanz und rudimentären Extremitätenstummeln durch, aus den Kiemenbögen entstehen Hals-und Schlundorgane, und über Amphibien mit Lungen entstehen letzendlich Säugetiere, Menschenaffen und Menschen, die wohl einen gemeinsamen Vorfahren haben, aus dem der Baum der Entwicklungsgeschichte unterschiedliche Primaten entstehen ließ, eine letzte ausgestorbene Verästelung stellte der Neandertaler dar. Der gemeinsame Vorfahre von Menschenaffen und Mensch war möglicherweise der Prokonsul vor 21 bis 14 Mio Jahren in Afrika lebend(Quelle Wikipedia).
Nach diesem kleinen Ausflug, der nach meiner Meinung aber in dem intelligenten und anspruchsvollen Film eine Rolle spielt, kommen wir jetzt zum Forschungsthema: Es ist die menschliche Seele, das Bewußtsein und die fast philosophische und nie beantwortbare Frage, ob es in uns nur eine individuelle Seele oder auch eine weit in die Vergangenheit zurückreichende Seele der Menschheitsentwicklung gibt. Oder wenn man es weiterdenkt, eine Seele, die nicht an ein Gehirn, sondern nur an das Leben übérhaupt gebunden ist,und, auf die Spitze getrieben, eine Seele des Universums, belebter und unbelebter Nator, letztendlich in jedem Materie-oder Energieteilchen oder -welle.(Stichwort: E gleich m mal c zum Quadrat beziehungsweise Wellencharakter von Elementarteilchen und Materiecharakter von Energie, Quantenphysik)
.
Kann Eddie Jessups Seele in die Vergangenheit, und nicht nur die eigene, sondern die Geschichte der Menschwerdung, die Geschichte des Lebens, überhaupt in die Geschichte des Universums bis hin zur Singularität oder Urknall zurückreisen? Es ist inzwischen, damit beschäftigt sich die Epigenetik, gesichert, dass Erfahrungen vererbt werden. Durch z.B. optische Eindrücke, die das limbische System mit dem Mandelkern 20 Millisekunden schneller erreicht als das Großhirn, werden Reflexe wie Fluchtreaktion und Adrenalinausschüttung ausgelöst, bevor wir uns bewußt werden können, was uns erschreckt hat. Die Gene machen nur einen Bruchteil unsere DNA aus, der übrige Teil, früher auch Trash-DNA gennant, enthält unverzichtbare Informationen, unter anderem Erfahrungen, die unsere Gattung gemacht hat, die vererbt werden, die Evolution leistet sich nicht den Luxus von Müll-DNA!
Liegt die Geschichte des Lebens in uns gespeichert vor, gebunden an die DNA, oder ist die Seele, das Bewußtsein, und die Erinnerung an die Geschichte nicht nur des Lebens, sondern des Universums, eine noch nicht bekannte Größe, die in ALLEM vorhanden ist? Ist Gott, so man an ihn glaubt, in jedem Bausteinchen des Universums, können wir uns des Universums und seiner Geschichte bewusst werden, sie erinnern?
Das ist das Forschungsgebiet von Jessup, wie ich es in dem Film sehe, und seine Reisen in die Vorgeschichte legen für mich durch fantastische Bilder dar, das die Erinnerung, wodurch auch immer, bis zum Beginn der Zeit zurückreichen kann: Mit seiner Forschung hofft er, unser Weltbild, unsere Kenntnis über uns und das Universum. zu revolutionieren, hiervon ist er so besessen, dass sie seine erste Liebe ist, noch vor seiner Frau, die trotzdem mit ihm die Ehe eingegangen ist.
Ein Teil des Filmes schneidet das Thema des "Sieges des Geistes über die Materie" an, wenn der Forscher im Zustand der Drogen und Deprivation viellleicht einige Millionen Jahre zurückgereist ist und sich dann vorübergehend in einen Vor-oder Urmenschen verwandelt, der in der Jetztzeit zurechtkommen, aus dem Labor ausreissen und Fressen sowie Überleben muss, ehe er sich dann wieder nach einigen Stunden in Jessup in Jessup zurückverwandelt, warum?. Meines Erachtens ist dieser Handlungsstrang nicht zwingend nötig, aber vielleicht wäre der Film etwas zu "verkopft", wenn dies nicht gebracht worden wäre. Es ist ja auch eine gewisse Spannung und sogar manch fast groteske Szene die Folge, wenn der nackte Wissenschaftler in einem Zoogehege aufwacht. Ziemlich überflüssig und eher ein kleiner Kritikpunkt ist die Tatsache, dass er sich auch außerhalb der Tests in ein kurioses Phantasiemonstrum zu verwandeln beginnt und diese groteske Mutation (wo soll sie herkommen???) nur durch die Liebe seiner Frau und seine Liebe zu ihr verhindert wird, die plötzlich doch an erster Stelle steht.

Ein etwas abruptes Happy End sollte wohl sein, trotz der genannten Punkte ist "Alterd States" ein großartiger Film, mit seiner Gedankentiefe und den fantastischen Zeitreisen an "2001-Odyssee im Weltraum erinnernd, ohne billig abgekupfert zu sein. Und die Szene mit der Verwandlung des Ehepaares in Statuen durch den aufgepeitschten Wüstensand ist schlichtweg genial, übertroffen allerdings durch die grandiose Überblendung in Kubricks Meisterwerk, in dem aus einem nach Dreschen auf eine Haufen in die Luft geschleuderter Knochen zu einem Raumschiff wird, absolut unübertroffen.

Wie Kubricks Film möchte ich auch Ken Russels Werk, vor immerhin 35 Jahren gedreht, als Meisterwerk, als Meilenstein bezeichnen.

Doc Halliday
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am 1. November 2003
5 Sterne!!!!!
Ein absolut einzigartiger, intelligenter und außergewöhnlicher Film.
Man kann diesen Film mit keinem anderen vergleichen.
Der deutsche Titel „Höllentrip" verweist den Film fälschlicher Weise ins Horror-Genre und tut ihm damit unrecht. Der englische Originaltitel dagegen „Altered States of Consciousness" auf deutsch „Veränderte Bewußtseinszustände" trifft den Nagel auf den Kopf.
Ich habe mir immer gewünscht, dass einmal die Bücher von Carlos Castaneda verfilmt werden. Dieser Film geht wenigstens ein bisschen in diese Richtung.
Wenn der Film dann endlich einmal auf DVD erscheint, sollte man ihn allerdings treffender betiteln, damit auch das entsprechende Zielpublikum angesprochen wird.
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am 25. Februar 2004
Es wird Zeit das dieser Film auf DVD erscheint, und zwar in Top Qualität! Am besten in einer längeren Fassung und mit viel Zusatzmaterial über den Isolationstank und neuste Ergebnisse der Bewußtseinsforschung. Dieser Film ist eine Rarität unter der Flut an Klischee Verfilmungen. Leider ist er durch den falsch übersetzten Titel in die Horror Abteilung gerutscht. Da wäre er bei Science Fiction noch besser plaziert. Besser wäre es ihn unter Kult einzuordnen! Dieser Film scheint extrem wenig bekannt zu sein und erreichte wohl nur sehr wenige wache Geister! Sehr schade, da dieser Film ein wirklicher Beitrag zu den tiefschürfenden Fragen über das Leben und das Bewußtsein ist. Also weiterhin Energie draufgeben und die DVD wird sich reakisieren! Übrigens ist Brainstorm auch ein sehr guter Film ...
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am 22. Januar 2006
Schön, daß es dieser wunderbare Klassiker nun auch auf DVD geschafft hat. Da er inhaltlich schon hinreichend beschrieben wurde, konzentriere ich mich auf meine Eindrücke über die DVD an sich.
Nach dem Einlegen stößt man bei dieser Scheibe zunächst mal auf eine recht umständliche Sprachen-Auswahl, wobei man sich für Deutsch etwas mühsam auf die Seite 2 vorklicken muß. Hat man dies hinter sich, darf man sich dann noch einen Anti-Raubkopierer-Spot ansehen und zwar den, in dem die Mutter mit ihren Kindern vor dem Gefängnis "Happy Birthday" für ihren für Jahre inhaftierten Mann anstimmt... als jemand, der gerade 15 Euro für den Film bezahlt hat, finde ich dies doch sehr ärgerlich.
Nachdem man all dies schließlich überstanden hat, startet der Film dann ganz von selbst. Wer sich also während des Anti-Raubkopierer-Spots noch mal schnell zwei Scheiben Toast belegen will, sollte ein gutes Timing haben... :-)
Ein Blick ins Menü offenbart NULL Extras; es gibt ganze drei Optionen: Film starten, Kapitel anwählen und Sprache auswählen; da hätte ich, ehrlich gesagt, schon ein klein wenig mehr für mein Geld erwartet.
Die Bildqualität des Films an sich ist allerdings sehr gut, das anamorphe Bild ist für einen so alten Film erstaunlich sauber, jedoch füllt es den Schirm eines 16:9 Fernsehers voll aus, ohne daß oben und unten Balken zu sehen sind. Auf dem Cover ist das Format mit 1.85:1 angegeben, in Wirklichkeit liegt es aber offenbar nur in 1.78:1 vor.
Wie bei Warner üblich, kann man wohltuenderweise zwischen sämtlichen Sprachen und Untertiteln hin und her schalten, während der Film läuft. Ich nutze diese Möglichkeit gern, wenn ich Stellen im O-Ton nicht richtig verstanden habe - leider ist das Authoring vieler DVDs in dieser Hinsicht ja leider sehr umständlich. Sehr gut finde ich auch, daß sowohl deutsche, als auch englische Untertitel vorliegen.
Mein abschließendes Urteil: Der Film ist qualitativ recht ok, allerdings ist die Gesamtpräsentation der DVD nicht gerade etwas für Filmliebhaber, bzw. -sammler, deswegen vergebe ich auch nur 3 Sterne.
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am 27. November 2002
Dieser Film ist für jeden, der sich für Mystery-Filme interessiert ein absolutes MUSS!
Jeder der die Bücher von Carlos Castaneda mag, wird diesen einzigartigen Film lieben!
Grandiose Schauspieler, allen voran: William Hurt in seiner besten Rolle!
Für mich der beste Film aller Zeiten, und auch in meinem Bekanntenkreis habe ich nur gute
Meinungen zu diesem Film gehört.
Es ist wirklich unverständlich, dass dieser Spitzen-Film noch nicht auf DVD erschienen ist.
Er steht ganz oben auf meiner Wunschliste (und nicht nur auf meiner)!!
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am 12. Oktober 2003
Muß man gesehen haben! Sehr vielschichtig und tiefsinnig. Unverständlich wieso es diesen Film kaum noch zu kriegen gibt. Das ich schon lange auf die DVD Fassung warte erklärt sich von selbst, da ich selber lange einen eigenen Tank hatte. Ich vermute, daß ähnlich wie bei "2001" es hier noch weniger verstehende Menschen gibt, um den Film in seiner Kraft zu würdigen. Der Titel ist meiner Meinung nach auch irreführend und verweist den Film ins Horror-Genre. Der Film zeigt aber eine Bewußtseinsreise und die Konfrontation mit den inneren Archetypen. Dies kann auch beängstigend sein. Hoffe das noch eine DVD Fassung erscheinen wird, möglichst länger und mit vielen Zusatzinfos über den Tank und Erfahrungen von Bewußtseinsreisen...
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am 10. Januar 2017
Dieser Film hat sich wirklich mehrere Male selbst übertroffen. Angefangen als amüsanter Science-Fiction Thriller, mutiert zum unfreiwillig komischen Horror-Schocker um dann als lächerliche Emo- Schnulze zu enden. Schade ums Geld, hatte mir aufgrund anderer Rezensionen mehr versprochen
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