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Kundenrezensionen

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am 6. Oktober 2002
Die Geschichte der jüdischen Familie die in den 30er Jahren aus Deutschland nach Kenia emigriert, wird auf dieser DVD sehr gefühlvoll erzählt.
Dabei ist großer Teil des Films in Kiswahili und Englisch mit deutschen Untertiteln. Dies trägt zu der intensiven Stimmung des Filmes bei, und macht ihn authentischer.
Für Cineasten dürfte der Audiokommentar der Regiseurin und Drehbuchautorin Caroline Link (Jenseits der Stille, Pünktchen und Anton), der Schauspielerin Juliane Köhler, des Produzenten und des betreuenden Ethnologen sehr interessant sein.
In einen lockeren Gespräch erfährt man zu jeder Szene interessante Details.
Die zweite DVD enthält noch mal Informationen und Interviews, wenn man den Audiokommentar gehört hat sind zwar einige Infos redundant, aber dennoch würde ich sagen ist diese DVD rund um gelungen.
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TOP 500 REZENSENTam 12. April 2003
In Deutschland steht der Krieg vor der Tür; für die jüdische Familie Redlich bleibt nur die Flucht nach Kenia.
Während der Mann bereits einige Zeit im fernen Afrika lebt und sich mit den Gegebenheiten engagiert hat, fällt es der Frau, Jettel, sehr schwer, sich an das neue Leben in der Fremde zu gewöhnen - zumal zunächst die Einsicht fehlt, warum die Flucht aus Nazideutschland sein musste.
Die kleine Tochter hingegen findet sich in der ungewohnten Umgebung schnell zurecht und legt ihre Scheu ab.
---
Der Film zeigt in beeindruckender Weise, wie sich die Familie mit den Gegebenheiten in Kenia anfreundet (oder auch nicht) und welche Entwicklung im Laufe der Jahre stattfinden.
Wenig sentimental und doch sehr einfühlsam - deutsches Kino, wie wir es nicht kennen.
Das Niveau des Films kann sich mit großen Hollywood Produktionen messen und wurde zu Recht als bester ausländischer Film mit dem Oscar ausgezeichnet.
Meine Vorbehalte, es handle sich um einen reinen Frauenfilm, gab ich bereits nach wenigen Minuten auf, so sehr hat mich der Film und dessen Atmosphäre gefesselt.
Die DVD im Digipack ist sehr liebevoll umgesetzt; schöne Menues und massenhaft Material unterstreichen den Wert dieses Films.
Für Filmliebhaber und Sammler ist diese DVD ein MUST HAVE !
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am 14. Februar 2003
Nirgendwo in Afrika (RC2)
Film:
Die erzählte Geschichte basiert auf dem Buch und dieses wiederum auf den tatsächlichen Erlebnissen der Autorin Stefanie Zweig in den Jahren 1938 bis 1947. Hier ist es die Familie Redlich, welche Juden sind. Dieses Judentum wird hier allerdings ganz anders dargestellt als ich es (ein bisschen klischeehaft) erwartet hatte. Ultradeutsch nämlich, keine Spur von Jiddisch! Jedenfalls erkennt der Vater die sich zuspitzende Situation, emigriert nach Kenia und kann auch seine Frau und Tochter nachholen. Das ist so in etwa die Ausgangssituation.
Was dann im Film gezeigt wird ist, neben schöner Landschaft und fremden Menschen und Ritualen, vor allem das jeweilige Kennenlernen und Akzeptieren dieser neuen Welt. Dabei bleibt Vater immer Realist, insbesondere was den Grund seines Aufenthalts dort und seine angestammte Heimatzugehörigkeit anbelangt. Mutter hingegen macht eine Wandlung durch. Sieht sie lange Zeit nur den Verlust von allem „Luxus" und das sich auftürmende „elendige" Leben in Kenia, fängt sie doch an, sich wohl zu fühlen. Vielleicht sogar zu wohl, ich kann der Figur hier (im Gegensatz zum Vater) eine gewisse Kurzsichtigkeit anlasten. Jedenfalls spitzt sich die Geschichte darauf zu, ob's wieder in die alte Heimat geht oder nicht. Es ist ein ruhiger, sehr authentisch wirkender und nicht überintellektueller Film. Er zeigt auch auf, das auch der Verfolgte schnell mit Vorurteilen (OT: „Neger haben Würmer") bei der Hand ist, der Engländer alle in einen Topf wirft (Abholung und Internierung sogar der Flüchtlinge!) und sich die Schotten ebenfalls ungeliebt fühlen. Im letzten Teilsatz steckt natürlich eine filmische Ironie, welche allerdings jeder Schottlandreisenden auch heute noch bestätigen kann.
Ganz weggelassen in meiner Beschreibung hab ich bis jetzt den Part der jungen Tochter. Diese freundet sich sofort mit der neuen Umgebung und insbesondere mit dem Koch der Familie an. Ein hochgewachsener Einheimischer mit drei Frauen und sechs Kindern (welche man aber nie sieht). Diese beiden lockern die Geschichte auch auf, weil Sie den meisten Abstand zu all den Problemen haben. Nichts desto trotz sind sie aber nicht Beiwerk sondern wesentlich für den 135 minütigen Film.
Menü:
Ganz ganz toll. Zunächst ein tonal untermaltes Standbild der kenianischen Landschaft, welches sich nach Drücken eines Untermenüpunkts in alle Richtungen sanft verschiebt und als 3D-Objekt darstellt. Bei der Kapitelanwahl gibt's die Filmvorschau zu sehen.
Bild:
Scope, also 2,35:1, natürlich anamorph abgespeichert. Total glücklich bin ich allerdings nicht. War ich auch mit z.B. „Pakt der Wölfe" nicht. Die Schärfe hätte schon noch einen Tick besser sein dürfen. Sind die Tagesszenen eigentlich immer recht ansprechend, gibt es doch einige Nachtszenen in denen deutliches Rauschen vorhanden ist. Insbesondere die Szenen, wo Mutter und Tochter ein einheimisches Fest besuchen. Ansonsten ist alles im grünen Bereich.
So ein befriedigend bis gut als summa summarum.
Ton:
Lt. Cover nur deutsch in 5.1 und 2.0. Allerdings ist das nur 1/3 der Wahrheit. Die Einheimischen und die Engländer sprechen ohne Ausnahme nur ihre Sprache und die Deutschen sprechen alles. Es musste also sehr viel untertitelt werden. Ich empfand das als sehr realitätsnah und keinesfalls störend. Ein babylonisches Filmvergnügen. Ach ja, der Ton an sich ist einwandfrei, es gibt allerdings keine Bassattacken oder ähnliches was bei dieser Art von Film auch nicht zu erwarten war.
Extras und sonstiges:
Schon wieder ein deutsch produziertes aufwendiges Doppel-DVD-DigiPak. Auf der Hauptfilm-DVD ist der Audiokommentar mit drauf. Auf der Extras-DVD dann folgendes: 30 minütiges Making of, Premieredoku, Kenya-Beitrag, entfallene Szenen, Interviews (u.a. eine Talkrunde - mal was ganz neues!) und noch zahlreiches mehr. Wie schon erwähnt, kommt das ganze in einem Hochglanz-DigiPak mit 12seitigem Booklet. Preislich unter 20 Euro angesiedet das Ganze.
Fazit:
Es war ein Blindkauf - aber was hat mich dazu bewogen. Die Afrika-Verknüpfung? Der günstige Preis? Weil ich meiner Frau was gutes tun wollte? Keine Ahnung - aber ich hab's nicht bereut, im Gegenteil. Eine zwar ruhige aber durchaus interessante Geschichte, dazu hervorragende Schauspieler und eine wundervolle Musik (Mischung aus Symphonie und Buschtrommeln) machen den Film mehr als sehenswert. Das Bild dieser Constantin-Veröffentlichung hätte ein klein wenig besser sein dürfen, alles andere ist überdurchschnittlich.
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am 22. März 2015
Der im Jahre 2005 Oscar-prämierte Fim handelt von der jungen jüdischen Familie Redlich. Der Vater darf nicht mehr als Jusist arbeiten, er verdient sein Geld in Kenia als Farmverwalter. Erst 1938 folgt die Mutter Jettel (Juliane Köhler) mit der Tochter widerwillig und nur auf Drängen der Verwandten, die sie eindringlich vor dem, was das Nazi-Regime noch anstellen wird, warnen. Das Vemögen der gutbürgerlichen Famile verbleibt in Deutschland, neben dem Notwendigsten nimmt Jettel nur noch ein neues Abendkleid und teures Geschirr mit.
Jettel kann sich mit der neuen Umgebung nicht anfreunden, während die Tochter schnell Freunde unter den farbigen Kindern findet, besonders aber entwickelt sich eine herzliche Freundschaft zu dem ebenfalls farbigen Koch, der mit seiner Arbeit 3 Ehefrauen und 6 Kinder in einem entfernten Dorf ernährt. Respektvoll nennt er sie "kleine Memsahib", unterwürfig ist er nicht, er ist Koch , andere Arbeiten lehnt er selbstbewußt ab oder erledigt sie aus Gefälligkeit.
Zu Beginn des Kriegseintritts Englands wird die Famile in Nairobi interniert, die Männer in einem Lager, Frauen und Kinder in einem Hotel mit allem Luxus ("Unser Standard gilt für jeden Gast" wird einem verblüfften englischen Offizier von einem Hotelangestellten mitgeteilt).
Jettel geht soweit, daß sie eimem einflußreichen Offizier gefällig ist, um die Entlassung zu erwirken, nach der Freilassung erhält der Ehemann, der zwischendurch Soldat geworden ist, einen neuen Job auf einer Farm, der treue Koch findet die Familie wieder, wie versprochen. Redlich nimmt seinen Abschied von der Armee, die Familie lebt wieder gemeinsam. Jettel hat zunehmend gefallen an Afrika gefunden, ein Auswanderer, der alle Brücken zu Deutschland abgebrochen hat(Matthias Habich) macht ihr zurückhaltend den Hof, bietet ihr später einmalig, als die Rückkehr nach Deutschland erörtert wird, an, bei ihm zu bleiben. Redlich hat einAngebot auf eine Stelle als Richter im Nachkriegsdeutschland erhalten. Er fühlt sich mehr als Deutsche als aus Jude, die Greuel des 3.Reiches haben die Vaterlandsliebe nicht zerstört. Jettel warnt ihn, die Nazis seien ja nicht verschwunden, etliche von ihnen arbeiten unbehelligt weiter. Die z.T. leidenschaftliche Liebe (einige Rezensenten haben sich tatsächlich an freizügigen Liebesszenen gestört! Nackter Busen einer Farbigen, gut, aber nackte Juliane Köhler, das geht doch gar nicht!) ist einer erheblichen Belastung ausgesetzt, auch die Tochter ist in Kenia glücklich. Wie wird Jettel sich entscheiden?

Der Film ist geprägt von wunderbaren Landschaftsbildern, er wird getragen von überzeugenden Darstellern, ganz besonders Juliane Köhler und Matthias Habich. Wäre Juliane mit ihm in Afrika geblieben, wäre ich nicht traurig gewesen.
Soweit ich weiß, hat Juliane Köhler nie größeren Ruhm oder Anerkennung eingeheimst, für mich war sie, schon bevor ich jetzt erst diesenFilm gesehen habe, eine attraktive, sympathische und hervorragende Schauspielerin :"Aimeé und Jaguar", "Der Untergang",
"In Sachen Kaminski", "Zwei Leben", es lohnt sich, bei Wikipedia ihre eindrucksvolle Filmographie anzusehen und die ein und andere DVD zu bestellen. U.a. Bundesfilmpreis 1999, es hätten noch mehr sein können.

"Nirgendwo in Afrika" und Juliane Köhler, für mich ein unvergeßliches Filmereignis.

Doc Halliday
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am 13. Februar 2006
Eine jüdische Familie entflieht dem Holocaust nach Kenia und erlebt dort dramatische Höhen und Tiefen des doch eigentlich geretteten Lebens.
Für einen deutschen Film ist der Streifen ziemlich gelungen. Herrliche Aufnahmen von dem wunderschönen Kenia, verzwickte menschliche Beziehungen, vorurteilsbehaftete Charaktere und widrige Lebensbedingungen formen ein einfühlsames Drama, welches die Judenverfolgung als Aufhänger nimmt, sie aber glücklicherweise nur im Hintergrund behandelt. Zuviele "Schindlers Liste"-Elemente hätten den Film zerstört und dem Exil Afrika seine Intensität genommen.
Die Schauspieler harmonieren zwar nicht immer einwandfrei und zeigen auch nichts unbedingt Herausragendes in ihren Leistungen, geben der Geschichte dennoch zu jeder Zeit den nötigen Halt. Bemerkenswert ist, wie die Familie einerseits die ganzen Probleme bewältigt, die ihnen der fremde Kontinent Afrika in den Weg stellt, und andererseits jene, die in den eigenen vier Wänden stattfinden. Kulturschock trifft Familienprobleme, so lässt sich das komplexe Handlungsgerüst am ehesten beschreiben.
Es scheint eben alles zum Scheitern verurteilt, obwohl man den Nazis entkommen und mit dem Leben davon gekommen ist. Diverse Schicksalsschläge schlagen auf die Protagonisten ein wie die Bomben im Deutschland des Zweiten Weltkriegs. Dass man aber trotzdem weiterhin versucht etwas aufzubauen, trotzdem um die schwindende Liebe kämpft, trotzdem einfach nur weiterleben will, eben trotzdem mit allem weitermacht, was es zum Leben braucht, macht den Film eigentlich aus. Dieses "trotzdem" macht ihn zu etwas Besonderem.
Für geschichtlich Interessierte und leidenschaftliche Afrika-Puristen ist "Nirgendwo in Afrika" ein Pflichtfilm!
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TOP 1000 REZENSENTam 21. Juli 2015
"Nirgendwo in Afrika" heißt der 1995 erschiene autbiographische Roman von Stefanie Zweig, der von Caroline Link 7 Jahre später erfolgreich verfilmt wurde. Damit schuf die deutsche Filmemacherin eine thematischen und auch visuellen Verwandten zu "Jenseits von Afrika", dem großen Kinowelterfolg der 80er Jahre, der für seinen Regisseur Sydney Pollack zum wahren Oscar-Triumph wurde. Auch Caroline Links Afrika-Film gefiel der Academy so gut, dass sie den Film ebenfalls mit der begehrten Trophäe auszeichneten. Einige Monate vorher sahnte der opulente Streifen bereits bei der Vergabe des deutschen Filmpreises wie kein anderer Konkurrent ab: Es gab Siege in den Kategorien bester Film, beste Regie, feste Kamera für Gernot Roll, beste Filmmusik von Niki Reiser und Jochen Schmidt-Hambrock sowie für Matthias Habich als bester Nebendarsteller.
Hauptdarstellerin Juliane Köhler, die bereits 1999 für "Aimee & Jaguar" gewann, war ebenfalls nominiert, musste sich aber von Martina Gedeck in "Bella Martha" geschlagen geben.

"Nirgendwo in Afrika" setzt auf ein sehr ruhiges Tempo, aber auf grandiose Bilder der neuen Heimat. Die faszinierende Landschaft Afrikas wurde von der Kamera genial eingefangen. Die Geschichte beginnt im Jahr 1937. Jettel Redlich (Juliane Köhler) und ihre Tochter Regina (als Kind: Lea Kurka, als Teenager: Karoline Eckertz) leben noch in ihrer Heimat Deutschland, doch die Politik der Nazis wird für die jüdischen Bürger immer bedrohlicher. Jettels Mann Walter (Merab Ninidse), ein Anwalt, ist schon längst in ein unbekanntes und armes Kenia geflohen. Dort lebt der Mann - ehemals in geborgenen und gutbürgerlichen Verhältnissen - sehr ärmlich und bescheiden, angestellt als Verwalter, auf einer Farm. Er bittet in dieser Zeit seine ganze Familie inständig, dass sie ebenfalls Nazideutschland verlassen sollen, weil er befürchtet, dass die Repressalien immer grausamer ausfallen werden. Doch lediglich Jettel und Regina entschliessen sich - eher widerwillig - in das fremde Land nachzukommen. Dort hat besonders Jettel große Schwierigkeiten sich zu integrieren. Sie hängt am Luxus des vergangenen Lebens und versucht krampfhaft an ihrer gutsituierten Stellung festzuhalten. Den Koch Owuor (Sidede Onyulo) behandelt sie von oben herab. Der klienen Regina fällt die Umstellung dagegen viel leichter: Sie freundet sich mit den Einheimischen sehr schnell an, kann sich schnell eingewöhnen und lernt die Sprache relativ schnell. Für Jettel wird das Heimweh immer größer - sie verzagt an dem Kampf ums nackte Überleben. In dem ebenfalls geflüchteten Süßkind (Matthias Habich) hat die Familie aber einen guten Freund. Auch für Jettel, deren Gefühle für ihren Mann immer mehr abnehmen. Nur sehr langsam finden die beiden wieder zueinander. Der beginnende Krieg bringt noch schwierigere Umwälzungen mit sich, doch die Gefangenschaft unter den Briten erweist sich als weniger tragisch. Walter schließt sich der britischen Armee an, Jettel ist somit auf sich alleine gestellt. Mit Hilfe von Tochter Regina, die inzwischen die Schule besucht, werden die Schwierigkeiten gemeistert. Am Ende des Krieges ist es Jettel, die das Land lieben gelernt hat und nicht im Entferntesten an eine Rückkehr nach Deutschland denkt. Doch beim Wiederaufbau werden gute Juristen wie Walter hängeringend gesucht. 1947 kehren die Redlichs nach Deutschland zurück...

die große Stärke des Films ist es, dass Caroline Link das Augenmerk nicht nur auf die wunderbare neue Heimat legt, sondern vor allem das Verhalten und die Verzweiflung von Heimatlosen Menschen dem Zuschauer näher bringt. Diese neue Umgebung schafft auch Veränderung. Aus der verwöhnen und arroganten Jettel wird zunehmend eine Frau, die ihre Verantwortung erkennt. Es wird für sie der Zeitpunkt kommen, wo sie erkennt, dass es kein Zurück in ihr geliebtes Deutschland geben kann. In dem Moment der Erkenntnis bemüht sie sich dann doch um die nötige Integration.
"Nirgendwo in Afrika" ist auch ein Film über den Holocaust, der aber nur in den Briefen aus der Heimat vorkommt und der Verlauf des Krieges ist zu hören über einen Radioempfänger. Diese Ohnmacht nichts tun zu können, veranlasst den Ehemann dazu in den Krieg zu ziehen. Es sind sehr elementare Einschnitte, die in dieser Zeit das Leben der Familie prägen.
Caroline Link setzt auch auf eine gewisse Leichtigkeit, die sehr gut zu den prächtigen Bildern passt. Afrika ist nicht nur diese fremde und schwer zugängliche neue Insel, sondern es entwickelt sich allmählich zu einem Zuhause.
Als der Krieg zu Ende geht, stehen die Redlichs vor der gleichen Frage wie alle Emigranten: Sollen sie in die ehemals geliebte Heimat, die sie eigentlich hassen müßten, weil Angehörige Opfer dieses grausamen Regimes wurden, zurückkehren und ein weiteres Mal von vorne anfangen? Der Film endet mit der Abreise und lässt diese Frage offen, ob es in einem Deutschland besser ist. Mit Wehmut - vor allem von Seiten Jettels und Regine - schliesst dieser sehr schöne Film mit letzten Impressionen des Landes, in dem man 1o Jahre des Lebens verbrachte.
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am 5. März 2006
Die jüdische Familie Redlich flieht kurz vor Beginn des 2. Weltkriegs aus Deutschland, wo der Familienvater, Walter Redlich, als Anwalt gearbeitet hat, bis ihm diese Tätigkeit von den Nazis untersagt wurde. Zusammen mit seiner aus gutem Haus stammenden Ehefrau Jettel und ihrer gemeinsamen Tochter Regina gelangen die drei Flüchtlinge nach Afrika, wo sie ein neues Leben zu beginnen versuchen.
Während sich die Tochter immer heimischer fühlt, kommt Jettel anfangs überhaupt nicht mit dem neuen Leben zurecht. Als Walter Redlich von den Engländern eingezogen wird, ist Jettel sich selbst überlassen: Sie lernt mit den afrikanischen Lebensweisen umzugehen und diese zu tolerieren.
Als der Krieg endet und Walter wieder auf die Farm zurückkommt, bekommt er eine Nachricht aus Deutschland: Er soll für den Wiederaufbau als Richter arbeiten. Er, der in einer Identitätskrise steckt, will das Angebot annehmen. Aber Jettel und Regina müssen sich entscheiden, ob sie zurück nach Deutschland wollen, wo viele Verwandte von den Nazis umgebracht wurden, oder ob sie nicht viel lieber auf der inzwischen vertrauten Farm bleiben möchten.
Schauspielerich können alle Akteure in diesem Film überzeugen: Eine Familie, die fliehen muss, und die vor eine schwere Entscheidung gestellt wird. Eindrucksvolle Bilder des schönen Afrikas krönen das Glanzwerk über ein Stück deutsch-afrikanischer Geschichte.
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am 22. Februar 2010
Ich bin überrascht, dass der Film so viele weniger gute Rezensionen bekommen hat. Für mich gehört er zu den absoluten Lieblingsfilmen, seit er im Kino war hab ich ihn mir sicherlich schon 10x angeschaut. Vielleicht kann ich an dem Film nichts kritisieren, weil ich das Buch erst danach gelesen habe? Irgendwie gefällt doch immer das Zuerst-Gesehene besser... Ich weiß es nicht, jedenfalls kann ich nur Gutes zu dem Film sagen:
Wunderschöne Bilder, tolle, wirklich glaubhafte Schauspieler, eine schöne Musik, eine grandiose Kameraführung, tolle Regie, toller Schnitt. Technisch gesehen ist alles einwandfrei!

Doch auch die Geschichte kann nicht besser vom Buch zum Leben erweckt werden. Die Emotionen, die Sehnsüchte, Ängste, Zweifel, all das wurde filmisch so gut umgesetzt.
Ich habe nun endlich auch das Buch gelesen und frage mich natürlich schon auch, warum man Jettel im Film zwei Affären anhängt, von denen im Buch nicht die Rede ist. Wofür? Darüber habe ich mich zwar sehr gewundert, trotzdem macht das den Film nicht schlechter. Außerdem kann man nicht erwarten, dass das Buch 1:1 im Film wiedergegeben wird, das wäre ja langweilig. Der Film konzentriert sich eben nicht auf alle Aspekte des Buches, das könnte er auch gar nicht wenn er im zeitlichen Rahmen bleiben möchte. Ich persönlich finde nicht, dass wichtige Aspekte ausgelassen wurden, aber jeder hat natürlich eine andere Auffassung davon, welche Aspekte die wichtigsten sind.

Für mich einer dieser Filme, die man immer und immer wieder anschauen kann und der jedes Mal aufs Neue verzaubert. Dieser Film hat seinen Oscar mehr als nur verdient!!!
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am 4. September 2002
Der Film erzählt die Geschichte eines jungen jüdischen Ehepaars,das zu Beginne der Naziherrschaft in den 30iger Jahren mit kleiner Tochter von Deutschland nach Kenia emigrieren muß.
Gleich zu Beginn des Films zwingen die harten Bildschnitte zwischen Schneelandschaft und Prärie den krassen Lebenswechsel der widerwillig Ausgewanderten nicht als ein schönes Märchen sondern als beschwerlichen Weg zu erkennen. Im Gegensatz zu anderen Afrika stories wird der Überlebenskampf der Familie in der "normalen" Landschaft Kenias während der Emigrationsjahre gezeigt. Ein wunderbarer und trotz allem fröhlicher Film mit herrlichen Landschaftsaufnahmen und hervorragenden Schauspielern.
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am 28. Januar 2004
Wenn man davon absieht,dass es auch Szenen gibt,die man sich hätte sparen können (wie z.B.die Schlachtung der Ziege),muss man sagen ein Film,der Geschichte schreibt ohne zu beschönigen und dennoch nicht sensationsblutig und dunkel ist wie so viele amerikanische Filme heutzutage..also ein Film der "leisen Töne",der trotz seiner Länge nicht langatmig oder langweilig wird,sondern zeigt,dass deutsches Kino sehr wohl seinen eigenen Weg geht und erfolgreich sein kann,ohne mit dem hollywoodesken Einerlei konkurrieren zu müssen..Empfehlenswert und nicht umsonst mit einem Auslandsoscar dekoriert.
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